Icon Kontrast wechseln
Logo Bücher Leporello Stöger

Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Zwerg:

Bizarre Weihnachten im London der 80er

Der große Weihnachts-Kaufhaus-Klau von David Walliams

Vorweg möchte ich sagen, dass ich dem Buch wahrscheinlich nur 3 Sterne gegeben hätte. Aber meine Tochter möchte es sehr gerne und da es ein Kinderbuch ist, hat sie da mehr zu sagen.

Das Cover hat uns direkt begeistert und Lust auf eine witzige Weihnachtsgeschichte mit Abenteuer gemacht.

Die Story spielt in London in den 80er-Jahren. Ich finde es schön, wie im Buch durch Fußnoten erklärt wird, wie Weihnachten in England gefeiert wird und auch, wie es damals zu dieser Zeit war.

Die Kapitel sind alle nach Elvis-Songs benannt, die ich selbst nicht alle kannte.

Der Hauptcharakter ist der kleine Elvis, der seinen Vater nachts in einem Kaufhaus suchen möchte. Nachdem er herausgefunden hat, dass dieser dort als Weihnachtsmann arbeitet und wohl auch dort schläft, macht er sich auf den Weg.

Im Kaufhaus trifft er dann auch auf Gauner, die dieses ausrauben wollen – und da beginnen die Abenteuer.

Die Kapitel sind von der Länge her super für Kinder, die Leseanfänger oder Lesemuffel sind. Dazu sind sie schön gestaltet und mit passenden Illustrationen versehen. Auch die Schrift ist gut gewählt und es gibt immer wieder etwas zu lachen.

Für mich wurden die Situationen irgendwann allerdings zu viel. Es wurde immer abstruser und die lustige Stimmung wurde dadurch für mich immer wieder gedrückt.

Außerdem kommt doch immer wieder ein komisches Gefühl auf, da der Vater die Familie verlassen hat. Auch die Gauner haben einen Sohn und behandeln diesen wirklich abscheulich.

Dazu geht es mir in zu vielen Kapiteln um sehr ernste Gefahren. Man muss ziemlich oft um das Leben von Elvis und Co. bangen. Das sind für mich einfach zu ernste Themen für eine Weihnachtsgeschichte.

Ich dachte irgendwann: So bizarr, wie diese Geschichte ist, kommt doch bestimmt zum Schluss heraus, dass der kleine Elvis sich das alles nur erträumt hat – in der Nacht vor Weihnachten, vor lauter Aufregung.

Aber es soll wohl tatsächlich so passiert sein und auch das Ende schließt für mich die Geschichte nicht so richtig ab. Schade.

Für Kinder, die nicht zimperlich sind, kann man das Buch aber durchaus mal lesen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Zwerg

Rezensionen von Bibibabby:

Mutmacher für kleine Geschichtenschreiber

Eine Tür für den Pomps von Judith Spörl

"Eine Tür für den Pomps" ist ein liebevoll geschriebenes Büchlein, das seine Leser:innen dazu ermutigt, selbst kreativ zu werden.
Wir begleiten den Pomps, während er die Kinderbuchwerkstatt erkundet, einen Ort voller Magie und lustiger Wesen, wo Geschichten zur Leben erweckt werden. Dort trifft er Marie, ein kleines Mädchen, das mit seiner eigenen Geschichte unglücklich ist.

Gemeinsam lernen die beiden, ihre eigene Geschichte zu schreiben.
Besonders toll finde ich die Botschaften, dass man einfach irgendwo anfangen muss, auch wenn nicht alles perfekt ist, dass auch aus Fehlern was tolles entstehen kann, und dass man seinen eigenen Fähigkeiten vertrauen sollte. Für mein Kind, das mittlerweile in die dritte Klasse geht und nicht besonders gut daran ist, Geschichten zu schreiben, ist die Botschaft sehr hilfreich.
Auch die kreative Energie des Pomps finde ich richtig toll. Ich glaube, wir alle brauchen manchmal jemanden an unserer Seite, der uns anfeuert und uns Mut macht, wenn wir Angst haben, den nächsten Schritt zu wagen.
Die Aufmachung des Buches gefällt mir gut. Das Cover und die vielen Illustrationen sehen manchmal wie Doodles aus, und das Buch wirkt ein bisschen als wäre es ein Notizbuch, was ich sehr passend zum Thema Geschichtenschreiben finde.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Bibibabby

Rezensionen von Phija:

Zwischen Weinbergen, Widerstand und großen Entscheidungen

Die Winzertochter von Martina Frey

Wenn es hart auf hart kommt, für wen stehst du ein? Für dich oder deine Familie? Für deine Träume oder die Tradition? Blut oder Wasser? Oder Wein? Als die Winzertochter Klara erfährt, dass ihr Familienweingut im Rheingau vor dem Ruin steht, kann sie nicht tatenlos zusehen. Egal was es kostet, sie ist bereit, das Schicksal des Guts zum Guten zu wenden.

Doch im Jahr 1899: Wer traut einer Frau da schon Großes zu? Diese Geschichte erzählt „Die Winzertochter“.

Martina Frey hat eine wirklich bildgewaltige Art zu schreiben. Beim Lesen hatte ich tatsächlich das Gefühl, den Rheingau direkt vor Augen zu haben, selbst durch die Flure und Gänge des Herrenhauses zu laufen, den Garten und die Weinberge zu erkunden oder im Kelterhaus die Gerätschaften und Weinfässer zu begutachten. Zwischenzeitlich war ich mir gar nicht mehr sicher, ob ich noch lese oder eine ZDF-Dramaserie über ein Familienweingut schaue. Man könnte also sagen, dass dieses Buch die günstigere Alternative zu einem Kurztrip in den Rheingau ist. Wobei man nach dem Beenden des Buches vermutlich gar nicht anders kann, als sich die Landschaften doch selbst einmal anzusehen.
Die Handlung an sich hat einen angenehm überraschenden Verlauf. Zu Beginn geht es zugegebenermaßen etwas ruhig zu; für meinen Geschmack fast ein wenig zu ruhig. Doch nach dem ersten Drittel, spätestens aber nach der Hälfte, nehmen die Ereignisse deutlich an Fahrt auf. Immer wieder passieren Dinge, mit denen ich so nicht gerechnet hatte. Gerade das produzierte so eine Spannung, dass ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen wollte.
Das Einzige, womit ich bei "Die Winzertochter" nicht so richtig warm geworden bin, ist die Winzertochter Klara. Ziemlich schnell wird deutlich: "Ganz oder gar nicht" ist ihr Lebensmotto. Was zwar prinzipiell löblich ist, äußert sich in ihrem Verhalten jedoch oft als überstürzt und in Teilen unüberlegt. Das wiederum bringt ihr natürlich auch regelmäßig Probleme ein. An sich ist das natürlich in Ordnung, ja sogar ein guter Ausgangspunkt, jedoch scheint sie aus ihren Fehlern bis zum Ende nicht wirklich zu lernen. Gerade angesichts all der Veränderungen, die sie durchmacht, hätte ich gerne gespürt, dass sie daran wächst und sich weiterentwickelt. Stattdessen habe ich mir bei manchen ihrer Entscheidungen leider eher die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen.
Das Beziehungsgefüge zwischen Klara und ihren Freunden Hannes, Leonard und Helena empfand ich dagegen als sehr gelungen und es hat ordentlich Schwung und Abwechslung in die Geschichte gebracht. Ihre Freunde wirkten wirklich wie authentische Heranwachsende, die Träume haben, aber auch Fehler. Anders als Klara haben sie sich durch das Geschehene auch sichtbar weiterentwickelt.
Neben all der Unterhaltung und all den schönen Bildern wird auch auf die Stellung der Frau Ende des 19. Jahrhunderts geblickt und das in einer sehr intensiven und greifbaren Form. Diese Szenen sind mir besonders im Gedächtnis geblieben und haben mir nochmals deutlich vor Augen geführt, was Frauen vor mir alles ertragen mussten. Der ungeschönte Blick, den Frey hier bietet, sorgt dafür, dass wir nicht vergessen, was eins gewesen ist.

Für Liebhaber des Rheingaus oder von Wein im Allgemeinen wird „Die Winzertochter“ angenehme Lesestunden bereiten. Aber auch wer einfach Lust darauf hat, eine neue Region und eine unbekannte Zeit kennenzulernen, sollte es wie Klara einfach mal wagen und ausprobieren!

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Phija

Rezensionen von Herwig Oberlerchner:

Edel-Steine

Diamanten von David Vajda

Diamanten
Der Leidensweg der Mutter zieht sich über Jahre, trotz mehrerer Gehirnoperationen ist die Erkrankung progredient, ihr Verfall, ihr Kampf, ihr Tod werden aus einer Beobachterperspektive eindringlich und schonungslos gleichzeitig aber berührend erzählt. Vier Geschwister und der Vater bleiben zurück, besuchen sich und andere Familienmitglieder regelmäßig bei diversen Anlässen.

Es bleibt unklar, was von den mitunter bizarren Formen der Beziehungsgestaltung und Kommunikation durch das Trauma und die stockende Trauer, durch den noch immer siedenden Schmerz bedingt ist und was durch Lebensumstände und kulturelle Besonderheiten gefärbt ist. Das Drama einer Familie nach einem schmerzvollen, unbesprochenen Verlust. Mit den Protagonisten ringt man nach Worten und teilt die Sehnsucht nach der Mutter, der Ehefrau. Die psychologischen Analysen überlässt der Autor und Filmemacher gänzlich den Leser*innen. Ein berührendes Debüt.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Herwig Oberlerchner

Rezensionen von haberlei:

Wer ist Louisa? Spannende Mördersuche

Verlorene Kinder von Beate Winter

„Verlorene Kinder“ von Beate Winter ist der dritte Fall, den Kommissar Frommelt und sein Team zu lösen haben.

Sowohl das Cover der mir vorliegende Ausgabe aus dem Jahr 2021 mit dem Kind vor dem zerbrochenen Spiegel als auch jenes der aktuellen Ausgabe mit dem einsamen Häuschen haben Bezug zum Inhalt.

Die Hervorhebung des Titels ist bei der Neuausgabe eindeutig besser. Der Schreibstil ist flüssig, gut beschreibend, mit Schwerpunkt Ermittlungsarbeit, wobei durch den Einblick in das Privatleben der Menschen deren Charaktere gut beleuchtet, lebendig und authentisch werden. Trotz des roten Fadens steht jeder Band für sich alleine, kann ohne Vorkenntnisse gelesen werden.

Der Fall gestaltet sich von Anfang an sehr mysteriös. Welches Motiv hatte der Mörder, eine alte ehemalige, allseits beliebte Hebamme zu töten? Wer ist Louisa? Diesen Namen schrieb die Sterbende noch mit ihrem Blut. Frommelt und seine Leute tappen lange im Dunkeln. Keiner im Ort kennt eine Louisa. Im Zuge der Recherchen stoßen sie auf mehrere seltsame Unglücksfälle, die sich in der Ortschaft vor Jahren zugetragen hatten, und auf streng gehütete Geheimnisse. Eigenartig erscheint auch ein frisch zugezogenes Ehepaar, das ein altes, verfallenes Haus gekauft hat. Vor allem die junge Frau verhält sich psychisch auffällig.

Der Spannungsbogen hält sich konstant auf gutem Niveau. Es bietet sich reichlich Gelegenheit mit zu rätseln, eigene Theorien aufzustellen. Auch Frommelt und sein Team verfolgen diverse Spuren, es kristallisieren sich Verdächtige heraus. Dennoch hakt es immer wieder am Motiv, der Gelegenheit oder dem Alibi. Es war interessant zu verfolgen, wie sich Puzzlesteinchen um Puzzlesteinchen die wahre Geschichte um Louisa enthüllte, sich auch die Hintergründe der früheren Unglücksfälle offenbarten. Die Handlung entwickelte sich abwechslungsreich und bot immer wieder Überraschendes. Erst in einem dramatischen Finale gelingt es, den Mörder zu fassen.

Es ist ein sympathisches, harmonisches Team, das Kilian Frommelt umgibt. Arbeitsmäßig ergänzen sie einander, jeder hat so seine Stärken. Für private Probleme der anderen haben alle stets ein offenes Ohr und Verständnis. Frommelt verfügt zwar über guten kriminalistischen Spürsinn, seiner Partnerin gegenüber holpert es etwas mit dem Gespür. Doch auch hier helfen Freunde und KollegInnen, dass es letztlich doch ein Happy-End gibt. Sehr gut gefiel mir auch die neue Staatsanwältin Bernie. Sie ist erfrischend unkompliziert.

„Verlorene Kinder“ ist nicht nur ein spannender Krimi mit psychologischer Tiefe, sondern punktete bei mir auch mit dem privaten Bezug. Das macht die Ermittler so menschlich und lebendig. Ich habe übrigens noch nie einen Krimi mit so einem romantischen, berührenden Ende gelesen. Gerne empfehle ich das Buch mit 5 Sternen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von haberlei

Rezensionen von haberlei:

Packender Wettlauf gegen die Zeit

Der Tarotkartenmörder von Drea Summer

„Nordseesünde“ von Drea Summer ist der zweite Band der Nordsee-Krimireihe mit dem Ermittlerduo Stefanie Teufel und Jan Graf. Es handelt sich hiebei um die Neuauflage des bereits 2023 unter dem Titel „Der Tarotkartenmörder“ erschienenen Krimis.

Das Cover ist ansprechend, stimmt auf den Schauplatz ein.

Der Schreibstil ist flüssig, bildhaft. Die Autorin versteht es meisterlich, Atmosphäre zu vermitteln. Durch stetige Perspektivenwechsel zwischen Polizei, Opfern und Täter hält sich der Spannungsbogen stets auf hohem Niveau. Die Kapitel sind kurz, mit Orts- und Zeitangaben übertitelt. Die Handlung spielt in der Gegenwart in Niebüll und auf Sylt. Zwar hatte ich seinerzeit den ersten Band (Der Nordseeritzer/Nordseebestrafung) gelesen, stieg aber jetzt quasi wie neu in die Geschichte ein, weil ich mich an Details des Vorgängerbandes nicht mehr erinnern konnte. Somit ist jeder Band problemlos für sich lesbar.

Mehrere Frauenmorde beschäftigen die Polizei. Das Ermittlerduo Stefanie Teufel und Jan Graf sieht sich mit seltsamen Gemeinsamkeiten konfrontiert: die Frauen wurden mit Farbe besprüht und jeweils liegt eine Tarotkarte bei den Leichen. Besonders pressant wird der Fall durch die Tatsache, dass auch eine Journalistin von dem sogenannten Tarotmörder bedroht wird, die über die Mordfälle berichtet hat. Da es sich bei dieser Journalistin um Stefanies Halbschwester Sophie handelt, werden die offiziellen Ermittlungen Kollegen übertragen. Steffi und Jan müssen die Entführung eines jungen Pärchens aufklären.

Für mich war der Krimi ein Pageturner. Schon allein, die kryptischen Botschaften des Mörders zu entschlüsseln – die Bedeutung der Farben, der Tarotkarten und Bibelsprüche – war unheimlich interessant. Sowie das Aufspüren der Zusammenhänge. Die Frauen kannten sich offenbar nicht. Wo liegt die Gemeinsamkeit? Wie wählt er seine Opfer aus? Zudem stellt sich bald heraus, dass die Mordserie noch im Gange ist. Gibt es noch eine Chance, das nächste Opfer zu retten? Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, wobei der Mörder immer wieder der Polizei einen Schritt voraus ist. Bis es in einem dramatischen Showdown gelingt, den Mörder zu stoppen. Für einen Überraschungseffekt am Ende sorgt schließlich das Motiv für die Taten.

Das Ermittlerduo arbeitet harmonisch zusammen, ist auch privat befreundet. Jan erscheint als der ruhigere, überlegtere Part der beiden. Steffi wirkt für ihr Alter von über 40 stellenweise für eine Kriminalbeamtin zu emotional, zu impulsiv, zu unbeherrscht, auch manchmal zu ängstlich. Insbesondere hat sie ihre seit Kindheit bestehende Aversion gegenüber der jüngeren Schwester anfangs überhaupt nicht im Griff. Rein grundsätzlich sind die beiden jedoch sympathische Protagonisten.

Es war ein Krimi ganz nach meinem Geschmack: ein kniffliger Fall mit höchstem Spannungsniveau und einem Ermittlerduo, das ich noch recht oft beim Ermitteln begleiten möchte. Mit Vorfreude auf den nächsten Band vergebe ich 5 Sterne! Eine unbedingte Leseempfehlung!

im Shop ansehen weitere Rezensionen von haberlei

Rezensionen von peedee:

Guter Reiheneinstieg

The Season of Us - Winterträume in Pinewood Creek von Jana Schäfer

Hazel wurde von ihrem Ex-Freund betrogen, und zwar mit ihrer Chefin! Sie sieht keine Möglichkeit mehr, in der Konditorei weiterzuarbeiten und kündigt. Die Anfrage ihrer Grosstante Ginger, ob sie ihr in der Vorweihnachtszeit in ihrem Feinkostladen in Pinewood Creek aushelfen könnte, kommt wie gerufen.

Ein Ortswechsel ist genau das, was sie jetzt braucht. Aber Grady, Gingers einziger Mitarbeiter, macht ihr den Einstieg nicht leicht, denn er ist mürrisch, wortkarg und von Weihnachten wenig begeistert. Das kann ja was werden…

Erster Eindruck: Das Cover ist bunt, auffällig; es entspricht nicht ganz meinem Geschmack. Aktuell scheint es zudem in zu sein, deutsche Bücher mit englischen Titeln zu versehen – das mag ich leider nicht.

Die Geschichte wird abwechslungsweise aus der Sicht von Hazel und von Grady erzählt. Hazel freut sich auf die Herausforderung, eine Zeit lang in Pinewood Creek zu leben und arbeiten. Während dieser Zeit kann sie sich Gedanken über ihre Zukunft machen. Der Betrug ihres Ex-Freundes macht ihr nach wie vor schwer zu schaffen. Wie konnte sie das nicht sehen? Eigentlich direkt vor ihren Augen? Doch sie will sich auf die Gegenwart konzentrieren. Und dazu gehört neuerdings Grady. Er macht seinem Spitznamen „Grumpy Grady“, den Hazel ihm gleich zu Beginn gegeben hat, alle Ehre: Er wirkt unnahbar und ist sehr in seinen Routinen behaftet, zudem ist er wenig an Weihnachten interessiert, was Hazel selbstverständlich herausfordert.

Mir haben die Protagonisten sehr gut gefallen: Da wir Gradys Seite miterleben, wissen wir, dass auch Männer mit Ängsten und Selbstzweifeln zu kämpfen haben. Seine unnahbare Art ist eine Mauer, mit der er sein Herz zu schützen versucht. Hazel hat etwas sehr Gewinnendes und Überwältigendes an sich, so dass sein Schutzwall Risse bekommt. Jeder Leserin wird klar sein, dass sich die beiden näherkommen, was jedoch nicht ohne Schwierigkeiten von sich geht. Die Freundschaft von Grady und Lucas hat mir ebenfalls sehr gefallen.
Ich mag ja Kleinstadtromane à la „Gilmore Girls“ oder „Virgin River“ sehr gerne und ich sage es geradeheraus: Ich bin ein klein-wenig-fast-gar-nicht-spürbar reihenanfällig! Das vorliegende Buch hat sich flüssig lesen lassen und ist prädestiniert dazu, eine Reihe zu werden. Beim nächsten Band bin ich wieder mit dabei. Falls es für die Autorin noch nicht klar wäre, welches Paar die Hauptrolle spielen könnte, hier mein Tipp: Lucas und Roxy. Von mir gibt es 4 Sterne.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von peedee

Rezensionen von Anjulia :

Gedanken zwischen Kunst, Natur und Sturm

Nach der Sonne schauen von Martina Hefter

Installationskünstlerin Iona mietet sich für die Sommermonate in eine zu Wohnzwecken unbebaute Fabrikhalle ein. In der Abgeschiedenheit des ehemaligen Braunkohlereviers, das jetzt einen See und einen Campingplatz beherbergt, will sie mit einem neuen Projekt beginnen.

Nach der Sonne schauen von Martina Hefter ist ein aktuelles, aber auch ungewöhnliches Buch.

In kurzen Absätzen wechseln Ionas Gegenwart, ihre Erinnerungen an ihre Kindheit als Tochter von Bergbauern, Ereignisse aus jüngster Vergangenheit und sonstige Gedanken einander ab. Manchmal ist mir der Aufbau etwas zu sprunghaft. Das hat mich aber gerade zu Anfang sehr gefesselt. Es wirkte fast wie der Beginn einer Dystopie. Die Natur- und Umgebungsbeschreibungen wirken beinahe schon poetisch. Auch die Themen, denen sich die Autorin widmet, sind vielfältig: Natur, Klimawandel, künstliche Intelligenz, die Aufgabe und Bedeutung von Kunst, Probleme als Künstlerin, aus dem Westen in Leipzig anzukommen, und weibliche Wut. Immer wieder geht es um Baumhäuser. Um das Baumhaus der Kindheit und um ihre Diplomarbeit, die nach fünfundzwanzig Jahren wieder ausgestellt und von einem anderen Künstler mit der Aufschrift "Bullshit" besprüht wurde. Es geht um Dürre, Starkregen und Sturm. Iona kam ich nicht wirklich nah. Sie denkt und zerdenkt viel. Impulse für die Handlung, die eher dürftig ausfällt, kommen meist nicht von ihr, sondern von außen. Mir fehlt etwas die Charakterentwicklung. Gleichzeitig lässt das Buch aber auch Platz für Interpretationen und eigene Gedanken.

Fazit: Für mich ein interessantes Leseerlebnis mit etwas zu vielen Gedankenschleifen und etwas zu wenig Handlung.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Anjulia

Rezensionen von youngreaders:

weihnachtliche Kurzgeschichten

A Married Little Christmas von Abby Jimenez

In diesem wunderschönen Buch schreibt Abby Jimenez drei Kurzgeschichten, die alle rund um den schönen Weihnachtsort "Little Christmas" spielen und die zwar von einander unabhängig zu lesen sind, aber gleichzeitig kleine Verbindungen zueinander beinhalten.
Es ist ein Buch genau für die Vorweihnachtszeit.

Mit einer Tasse Tee, eingemummelt in eine warme Decke und möglichst schon in der richtigen Weihnachtsstimmung sollte man dieses Buch lesen. In ihren anderen Büchern schreibt Abby Jimenez auch neben den wundervollen Liebesgeschichten auch immer von ernsten Themen - dies ist bei diesen Kurzgeschichten absolute Nebensache - es ist einfach nur schön, einfach nur Weihnachten und Liebe!
Welche der drei Kurzgeschichten mir am besten gefallen hat, ist schwer zu sagen. Jede hatte ihren typischen Jimenez-Charme. "Married little Christmas" ist die längste der drei, da taucht man etwas tiefer ein, aber die anderen sind auch wirklich toll.
Am Ende des Buches sind noch einige Rezepte . für mich ist eher nichts dabei, aber andere freuen sich bestimmt darüber, da sie sich auch auf die Geschichten aus dem Buch beziehen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von youngreaders

Rezensionen von Dragon:

Verrückte Wege, große Abenteuer

Das verrückte Labyrinth - Das Buch von Claudia Scharf

Eine oberste Zauberin, die ihre 1 Million Follower durch eine magische Kugel auf dem Laufenden hält; ein schusseliger Zauberer, der allerlei Gemüse durch die Luft schweben lässt; eine angehende Tierhexe, die manchmal vom Übermut gepackt wird; ein Zauberlehrling, der leider ein geringes Selbstwertgefühl hat und eine Menge magischer Wesen, wie das stylingbewusste Einhorn oder den verfressenen Zwerg– nicht Wichtel! – Nixel und noch eine ganze Menge mehr: Wenn man diesen Figuren begegnet, befindet man sich entweder im traditionsreichen Brettspiel „Das verrückte Labyrinth“ oder eben im neuesten Buch passend zum Spiel.

Allein das Cover ist stark an das Spiel angelehnt und schafft eine tollen Wiedererkennungswert bzw. schürt die Lust aufs Lesen, wenn man das Spiel bereits kennt. Besonders gelungen finde ich, dass es nun die Möglichkeit gibt, die Geschichte und die Figuren hinter den Bildern kennen zu lernen. So mancher wird sich beim Spielen gefragt haben, was es genau mit der Spinne, der Eule, dem Schlüssel und vielen weiteren Darstellungen auf sich hat.

Das Buch ist perfekt auf eine junge Zielgruppe ab etwa 8 Jahren abgestimmt und spart nicht mit Humor, lustigen Sprüchen, Verwechslungen und Situationskomik. Während die magische Truppe Zauberin, Zauberer, Zauberlehrling und angehende Hexe auf Schatzjagd im Schloss gehen, setzen die Bewohner der alten Burg alles daran, diesen zu verteidigen. Und endlich rührt sich einmal etwas in den alten Gemäuern, denn meist ist es dort nur eines: seeeeeehr langweilig. Natürlich spielen auch die Wände, die immer wieder verrückt werden, eine gewichtige Rolle, schaffen eine Verbindung zum Spiel und sorgen für Spannung in der Story.

Die Figuren sind alle sehr liebenswert und mit besonderen Eigenarten ausgestattet, sodass die jungen Lesenden zwar auf eine lustige und interessante Story treffen, sich jedoch zu keiner Zeit richtig gruseln oder fürchten müssen. Eine humorvolle Geschichte, die wirklich Lust macht, das Spiel mal wieder auszupacken. Da sich der Schreibstil auch sehr leicht, angenehm und flüssig liest, die Kapitel überschaubar und mit vielen Illustrationen gestaltet sind, finde ich das Buch wirklich äußerst gelungen für kleine und auch große Lesende sowie Fans des Spiels und solche, die es werden wollen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Dragon