Icon Kontrast wechseln
Logo Bücher Leporello Stöger

Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Carolin:

Individuell und sehr hilfreich

Eine Löwen-Mama muss nicht zwitschern können von Nina Grimm

"Eine Löwen-Mama muss nicht zwitschern können" ist eine wunderbar individuelle Sichtweise auf das Eltern-Sein und Erziehung. Mir persönlich hat es sehr gut getan, zu lesen, dass nicht jeder Erziehungsstil zu mir passen muss, sondern ich meinen ganz eigenen Weg mit einem eigenen Stil gehen kann.

Den Elterntypen Test, der über einen QR-Code erreichbar ist, fand ich sehr hilfreich, um mich und meinen Erziehungsstil zunächst besser einordnen zu können. In vielen geschilderten Alltagssituationen habe ich mich gut wiederfinden können. Die Lösungsstrategien der verschiedenen Typen zu diesen Situationen empfand ich als sehr einleuchtend und hilfreich, um eine Orientierung für mögliche Handlungen zu erhalten.

Insgesamt hat mir das Buch sehr gefallen. Ich kann es sehr empfehlen, um eigene Ansätze zu finden, die zu einem passen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Carolin

Rezensionen von Nele33:

super Fortsetzung

Moorland. Die Braut von Andreas Winkelmann

Mit "Moorland die Braut" hat Andreas Winkelmann den zweiten Band um die Ermittlerin Malia Gold veröffentlicht. Ort des Geschehens ist wieder der Ort Moorbach mit seinen Einwohnern und natürlich dem Sichler-Hof, ihr ehemaliges Zuhause.

Das Moor brennt und für Moorbach besteht die Gefahr einer Evakuierung, sollte es nicht bald zu regnen beginnen oder der Wind sich drehen.

Doch damit nicht genug, es wird eine Leiche im Moor gefunden, eine Frau liegt im Boot wie zu einer Hochzeit vorbereitet, in der Hand einen Trockenblumenstrauß. Doch bei einer Leiche bleibt es nicht und als dann noch Malias Ex-Mann im Dorf auftaucht, wird es für Malia und ihre Familie gefährlich.


Winkelmann hat den ersten Band der Moorland- Reihe an Spannung noch übertroffen. Er hat so viele falsche Fährten gelegt, sodass ich als Leserin des Öfteren dachte, den Täter identifiziert zu haben. Hinzu kommt die detaillierte gruselige Mooratmosphäre, die ihr Übriges zu dem guten Thriller beiträgt.

Die Kapitel sind kurz und der Schreibstil rasant und teilweise atemlos machend. Ein echter Pageturner, bei dem ich gar nicht schnell genug weiterlesen konnte.


Eine klare Leseempfehlung für Thriller Fans.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Nele33

Rezensionen von Carolin:

Spannend mit einigen Längen

Songs for the Sinless, Band 1 - The Lies that Summon the Night von Tessonja Odette

Bereits der Klappentext hat mich sehr neugierig auf dieses Buch gemacht. Bisher habe ich noch keine Geschichte dieser Art gelesen. Die Grundidee, dass Kunst verboten ist, weil dadurch Schattenwesen angezogen werden, finde ich sehr originell. Insgesamt fand ich das Buch sehr spannend zu lesen. In einigen Abschnitten fand ich es jedoch etwas zu informationsgeladen, sodass man schlecht folgen konnte.

Hier hätte ich mir etwas mehr bzw. etwas einfachere Erklärungen gewünscht.
Toll fand ich, dass man erst nach und nach alle Zusammenhänge entdeckt und so immer mehr über diese erfährt. Manche Abschnitte des Buches waren mir persönlich zu lang, weswegen es ein paar Längen gab. Dennoch las sich das Buch flüssig und interessant. Inana und Dominic finde ich als Charaktere sehr gelungen. Ihre Beweggründe sind nachvollziehbar und die Figuren schlüssig. Insgesamt zu empfehlen, ich freue mich auf die Fortsetzung.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Carolin

Rezensionen von Bücherwurm78:

Harry Hole ist zurück, spannend wie immer

Kill Shot (Ein Harry-Hole-Krimi 14) von Jo Nesbø

Gleich am ersten Tag im neuen Jahr gibt es mehre Tote in Oslo. Hängen die Morde zusammen? Harry Hole und Katrine Bratt ermitteln erst getrennt und dann zusammen. Aber es gibt weitere Opfer.

Kill Shot ist bereits der 14. Fall um Harry Hole von Jo Nesbo. Ich habe alle Vorgängerbücher gelesen und mich deshalb sehr auf diesen neuen Krimi gefreut.

Und ich wurde auch wie erhofft nicht enttäuscht. Wieder ab der ersten Seite an spannend und fesselnd. Es gab für mich keine langweiligen Passagen im Text, ich bin immer neugierig geblieben wie es wohl ausgehen wird. Auch von der Schreibweise wieder wie bereits gewohnt, sehr flüssig geschrieben, so dass man auch schnell beim Lesen vorankommt. Die Story ist gut durchdacht und umgesetzt im Buch. Auch die private Seite von Harry Hole kommt wieder nicht zu kurz. Was mir auch sehr gut gefallen hat ist, dass die einzelnen Kapitel nicht zu lang waren.
Das Cover finde ich sehr schön und ansprechend gestaltet.
Fazit: Sehr empfehlenswert, richtig spannend. Ich freue mich bereits jetzt auf eine Fortsetzung.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Bücherwurm78

Rezensionen von Nele33:

nicht meins

Die Familie sehen und sterben von Toni Rivera

"Die Familie sehen und sterben" von Toni Rivera hat mich mit dem Klappentext und dem Handlungsort, das wunderschöne Tessin sehr angesprochen.

Enzo Rossi bekommt es in diesem Buch mit zwei Leichen zu tun, bei denen es sich letztendlich um Tötungsdelikte handelt. Zu Beginn erfahre ich als Leserin viel über die chaotische Familie von Rossi, die sehr unterschiedlich aufgestellt ist.

Von einem Bruder der Multimillionär ist, Eine Schwester, die eine Gaststätte betreibt, aber mit dieser kaum Umsatz macht.

Im Job ist Rossi eher wie eine Karikatur, was von seiner jüngeren Kollegin genutzt werden will, seine Stelle einzunehmen. Da hat sie die volle Unterstützung der Chefin, die ihn ein paar Jahre vor der Pension gerne loswerden würde.

Ich hatte mir einen spannenden Krimi vorgestellt, doch leider verliert sich der Autor in den Familienerzählungen, was dann für mich in einen Roman mündete. Der Schreibstil war für mich gewöhnungsbedürftig und insgesamt für einen Krimi zu humorvoll.

Ein Buch für nebenbei, dass mich leider nicht fesseln konnte.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Nele33

Rezensionen von CK3:

Charmant

Madame Mort und der tote Onkel von Pierre Lagrange

Pierre Lagrange kann einfach gut zu lesende Krimis schreiben. Auch der Auftakt seiner neuen Serie rund um die Rechtsmedizinerin Dr. Berthe Saunier verspricht für Cosy-Crime-Liebhaber schöne Stunden zum Schmöckern. Das Cover kommt für mich ein wenig seicht daher und Berthe Saunier sieht deutlich jungendlicher aus, als sie im Buch wirklich ist.

Aber die inneren Werte des Buches stimmen. Mir scheint, dass bei der Schriftgröße an das reifere Lesepublikum gedacht wurde - sie ist relativ groß. Die Geschichte hat wieder von allem ein bisschen - schöne Landschaft, gutes Essen, eine sympathische Ermittlerin und drumherum noch einen skurril anmutenden Kriminalfall. Der Onkel von Berthes Gemüsehändler des Vertrauens ist verschwunden - nicht einfach so, sondern seine Leiche wurde aus dem Haus des Bestatters gestohlen. Da ist Berthe natürlich sofort alamiert!

im Shop ansehen weitere Rezensionen von CK3

Rezensionen von bookloving:

Im Schatten von Wyhl - Eine beeindruckende Reise in die 1970er Jahre

Sonnenberg von Brigitte Glaser

In ihrem beeindruckenden historischen Roman „Sonnenberg“ entführt uns Brigitte Glaser in den Kaiserstuhl Mitte der 1970er-Jahre, wo sich in den Monaten Januar bis April des Jahres 1975 der erbitterte Widerstand gegen den geplanten Bau des Kernkraftwerks bei Wyhl formierte.
Erzählt wird die Geschichte aus Sicht der beiden jungen Frauen Johanna und Luzie, deren Lebenswege kaum unterschiedlicher sein könnten.

Die unverheiratete Johanna ist gerade Mutter geworden und versucht nach dem plötzlichen Tod des Vaters, gemeinsam mit ihrer Mutter und Großmutter das familiäre Weingut weiterzuführen, während die aus wohlhabenden Verhältnissen kommende Luzie nach einem längeren Rechercheaufenthalt in Marokko für ihr Geschichtsstudium in ihre Heimat zurückgekehrt ist.
Durch unterschiedliche Erlebnisse und Lebensentscheidungen haben sich die einst eng verbundenen Freundinnen voneinander entfremdet. Im gemeinsamen Kampf gegen das geplante Atomkraftwerk kommen sie sich allmählich wieder näher, doch unausgesprochene Enttäuschungen und Geheimnisse sorgen immer wieder für neue Spannungen.
Gekonnt verwebt die Autorin die fiktive Erzählung rund um die beiden Freundinnen, ihre Alltagssorgen und Hintergrundgeschichten mit den hervorragend recherchierten historischen Fakten und interessanten Details über die Protestbewegung gegen das Kernkraftwerk in Wyhl am Kaiserstuhl. Hautnah erleben wir an der Seite der beiden Protagonistinnen die Geschehnisse rund um Wyhl, die mit der Besetzung und Räumung des Geländes, politischen Widerstand gegen die Staatsmacht und Bau eines Widerstandslagers zu einem prägenden Ereignis für die entstehende Umweltbewegung wurden. Glaser versteht es hervorragend, die unterschiedlichen Beweggründe und diversen Meinungsverschiedenheiten der sehr heterogenen Bürgerbewegung aufzuzeigen, die sich damals dem Protest anschlossen. Ob nun engagierte Umweltschützer, Studenten, Feministinnen, politische Aktivisten oder konservative Winzer und Landwirte aus der Umgebung, die ihre Lebensgrundlage und die Zukunft ihrer Höfe akut bedroht sahen - sie alle fanden sich im gemeinsamen Protest zusammen und sorgten mit ihren Erfahrungen, Talenten, Kreativität, Mut und ihrer Hartnäckigkeit letztlich für den Erfolg ihrer gewaltfreien Widerstandsaktionen.
Schrittweise erhalten wir facettenreiche Einblicke in die damalige politische und sich wandelnde gesellschaftliche Stimmung Mitte der 1970ger Jahre.
Besonders gelungen ist, dass Glaser die gesellschaftlichen Strukturen nicht bloß erklärt, sondern im Alltag erlebbar gemacht hat. Frauenrechte, patriarchale Rollenbilder, Klassenunterschiede oder auch politische Spannungen zeigen sich nicht nur in Gesprächen, sondern werden auch bei den Abhängigkeiten und Entscheidungen der Figuren sichtbar. Anhand von eingeflochtenen Musiktiteln, politischen Schlagworten und die ausführlichen Schilderung des dörflichen Lebens lassen die 1970er-Jahre äußerst anschaulich vor dem inneren Auge lebendig werden. In eindrucksvollen Episoden vermittelt Glaser zudem die aufkommende Selbstermächtigung und das erwachende erwachende Demokratieverständnis auch eher politisch uninteressierter Bürger. Kein Wunder, dass die hochdynamischen Prozesse im Wyhler-Lager und die Akteure der Protestbewegung heimlich vom Staatsschutz argwöhnisch überwacht wurden.
Mit Johanna und Luzie hat die Autorin zwei vielschichtige Persönlichkeiten mit Stärken und Schwächen geschaffen. Ihre gegensätzlichen Lebenswelten machen die sozialen Unterschiede der Zeit besonders anschaulich: Auf der einen Seite steht Johanna, die hart auf dem Weingut arbeitet und als unverheiratete Mutter eines unehelichen Kindes mit dem gesellschaftlichen Makel leben muss. Auf der anderen Seite steht Luzie, die mit Studium, Reisen und familiärem Wohlstand der privilegierten Seite der Gesellschaft angehört und ihr Leben genießen kann. Zudem zeigt die Autorin eindringlich auf, wie abhängig Frauen damals von männlichen Entscheidungen waren.
Beeindruckend ist, wie Johanna trotz begrenzter Möglichkeiten um Anerkennung als eigenverantwortliche Winzerin kämpft, Verantwortung übernimmt und unbeirrt ihren eigenen Weg geht. Doch auch Luzie ist nicht frei, denn sie ist in die Erwartungen ihrer Familie verstrickt und trägt ein belastendes Geheimnis mit sich, das die Handlung über weite Strecken begleitet.
Obwohl die Konflikte der Protagonistinnen nachvollziehbar beschrieben sind, bleibt eine gewisse emotionale Distanz zu ihnen.
Weniger überzeugend fand ich die vielen Nebenstränge rund um Luzie. Die Rückblenden und die ständigen Andeutungen zu ihrem Geheimnis wirken stellenweise überladen und bremsen den Erzählfluss, sodass die anfangs aufgebaute Spannung deutlich an Wirkung einbüßt.
Insgesamt hätte ich mir gewünscht, dass der Wyhl-Konflikt noch stärker im Zentrum steht, denn so muss dieser zeitweise hinter die privaten Geschichten zurücktreten. Gerade die Dynamik der Proteste und die konkreten Folgen für die Menschen vor Ort hätten mehr Raum verdient.
Etwas unvermittelt kam für mich das offene Ende, das Spielraum für die weitere Entwicklung der Figuren lässt und womöglich eine Fortsetzung mit den beiden Protagonistinnen andeutet.

FAZIT
Ein unterhaltsamer Roman über Freundschaft, Selbstbestimmung und den gesellschaftlichen Wandel der 1970er-Jahre und eine lesenswerte literarische Auseinandersetzung mit einem bedeutenden Kapitel deutscher Zeitgeschichte!

im Shop ansehen weitere Rezensionen von bookloving

Rezensionen von LesenIstLeben:

Vergangenheit und Zukunft - Sehnsuchtsort Schweden

Die Regenschwimmerin von Romy Fölck

Romy Fölck ist mit ihrem Roman "Die Regenschwimmerin" ein sehr bewegendes, wundervolles und sprachlich sehr besonderes Buch gelungen.
Die 313 Seiten haben mich wie ein Magnet angezogen. Es fiel mir schwer, es nicht zu lesen. Ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen. Dieser besondere Roman spricht große Themen des Lebens an, zeigt Trauer und Wut, gibt Vertrauen und Hoffnung und vertieft sich in der Gefühlswelt der einzelnen Menschen.

Das Lesen des Romans fühlt sich echt besonders an. Auch das Hörbuch, gelesen von Tessa Mittelstaedt ist einfach toll.

Marga lebt in einer kleinen Hütte in den Wäldern von Schweden. Dort verbringt sie ein einsames Leben im Einklang mit der Natur. Die Klänge des Waldes, das Rauschen des Windes und das Schwimmen bei Regen sind feste Bestandteile ihres Alltages.
Judith fährt die ganze Nacht Richtung Schweden, als ihr Mann sich nach fast 20 gemeinsamen Jahren von ihr trennt. Im kleinen, gemütlichen Haus auf der schwedischen Insel ihrer Kindheit, kommt Judith zur Ruhe und schöpft neue Kraft.
Evi, erfolgreiche Künstlerin, sucht in der Ruhe von Schweden, Antworten auf die quälenden Fragen, was ihre Zukunft und Ihre Gesundheit betreffen.
Als sich Judith und Evi, beste Freundinnen aus Kindertagen, wiedertreffen, werden alte Wunden aufgerissen und neue Verbindungen ihrer gemeinsamen Geschichte geschaffen.

Romy Fölck schafft es mit ihrer feinen, emotionalen und auch direkten Sprache, lebhafte, detaillierte Bilder zu zeichnen, die uns tief in diese besondere Geschichte hineinziehen. Der Wechsel der Erzählersicht aus dem Blick der drei Frauen ist sehr gelungen. Alle Personen zeigen sich sehr genau und tiefgründig gezeichnet. Es ist ein Fest, dieses Buch zu lesen.
Das farbenfrohe, in schwedischem Stil gehaltene Cover zum Buch hat mich sehr angesprochen. Der Zeichnung der kleinen Häuser am Wasser mit den warmen Farben ist einfach wunderschön. Die passend ausgewählte Schrift sowie die Gestaltung der Innenseiten hat mir ebenfalls sehr gut gefallen. Das farblich passende Lesebändchen rundet das Gesamtwerk perfekt ab.

Der Roman „Die Regenschwimmerin“ von Romy Fölck ist ein wirklich außergewöhnlicher Roman und eine absolute Leseempfehlung.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von LesenIstLeben

Rezensionen von Bellis-Perennis:

Wenn aus einem Traum ein Albtraum wird

Von Miramare nach Mexiko von Birgit Kofler-Bettschart; Roland Bettschart

In dieser Doppelbiografie, die rechtzeitig zum 100. Todestag von Charlotte im Jänner 2027 erscheint, zeichnen Birgit Kofler-Bettschart und Roland Bettschart das Leben eines Paares nach, das wohl als das glamouröseste seiner Zeit gegolten hat: Maximilian von Habsburg und Charlotte von Belgien. Ausgangspunkt dieses Sachbuches ist Triest, in dem das Autoren-Duo einen Wohnsitz hat, ein Heimspiel gewissermaßen also.

Wer sind Maximilian und Charlotte nun?

Er, Maximilian, mit vollem Namen Ferdinand Maximilian Joseph Maria von Österreich, geboren 1832 als zweitältester Sohn von Erzherzog Franz Karl, einem Sohn von Kaiser Franz I. und Prinzessin Sophie von Bayern. Maximilian ist der jüngere Bruder von Franz Joseph (1830-1916), der ab 1848 bis zu seinem Tod 1916 als Kaiser Fran Joseph I. regieren sollte. Während Franz Joseph von seiner ehrgeizigen Mutter Sophie zum perfekten Thronfolger erzogen, ja man muss sagen gedrillt wird, und ihre ganze Aufmerksamkeit genießt, ist Maximilian nur die Reserve. Das kann, wie man an Hand zahlreichen Beispielen(Elizabeth und Margaret, William und Harry) zu Konflikten führen, die kaum bewältigbar sind. Dieser Aspekt der Zweitgeborenen ist meiner Meinung nach ein bisschen zu wenig beleuchtet worden.

Marie Charlotte Amélie Augustine Victoire Clémentine Léopoldine von Belgien (1840-1927) ist die einzige Tochter neben drei Brüdern des belgischen König Leopold I. und seiner zweiten Frau Louise von Orléans. Charlotte ist überdurchschnittlich gebildet, mehrsprachig und hat, im Gegensatz zu Maximilian, einen messerscharfen Verstand sowie einen starken Willen.

Beide unterliegen den strengen Heiratsgesetzen des Hochadels in denen Gefühle keine Rolle spielen, sondern eher eine geschäftliche Transaktion ist, wie man über die Feilscherei zu Charlottes Mitgift lesen kann. Auch hier gibt es moderne Entsprechungen. Dass sich die hübsche Charlotte in Maximilian verliebt, scheint eine glückliche Fügung zu sein, ihm ist das Finanzielle wichtig. Da hätte ich mir für alle jene, die mit diesen komplexen Heiratsgesetzen nicht vertraut sind, ein oder zwei Sätze gewünscht.

Das Paar wird mehr oder weniger nach Triest abgeschoben, denn Franz Joseph kann den schwelenden Bruderzwist, der sich auch auf Elisabeth und Charlotte überträgt, in Wien nicht brauchen. Leider beweist Franz Joseph damit weder Fingerspitzengefühl was die italienische Politik, die nach einer Loslösung von Habsburg strebt, noch was die Pläne der ehrgeizige Schwägerin betrifft.

Jedenfalls tritt Frankreichs Kaiser Napoleon III. auf den Plan und umschmeichelt das sichtlich gelangweilte Paar, um Maximilian die Kaiserkrone von Mexiko anzubieten. Wie dies genau vor sich gegangen ist, und welchen Täuschungen sowie falschen Versprechen Maximilian und Charlotte erlegen sind, hat das Autoren-Duo in zahlreichen Archiven akribisch recherchiert. Trotz zahlreicher Warnungen, die es von mehreren Seiten gibt sagen sie zu. Jene aus Wien, werden als Neid und Missgunst von Franz Joseph ausgelegt und ignoriert.

Es scheint, dass Maximilian keine Ahnung von den Regierungsgeschäften eines Monarchen hat. Auf S. 127 kann dazu gelesen werden:
"Wenn er [Maximilian] wieder auf Reisen ist, gerade keine Lust zum Herrschen hat oder dazu nicht in der Lage ist, springt Charlotte ein und übernimmt die Regierungsgeschäfte."
Ebenso schlüssig ist erklärt, wie es zur Hinrichtung Maximilians gekommen ist und eine allfällige Begnadigung durch Mexikos Präsidenten Benito Juarez nicht möglich gewesen ist.

Das Kapitel „Eingesperrt im Märchenschloss“ widmet sich Charlotte, die schon vor der Hinrichtung nach Europa zurückgekehrt ist und vergeblich um Hilfe für ihren Mann gebeten hat. Nach einem Zusammenbruch stellt sich die Frage, was mit ihr geschehen soll. Man macht das, was man für missliebige weibliche Verwandtschaft immer macht: Man sperrt sie weg. Während Erzherzoginnen in Damenstifte „verräumt“ werden, ist die Lage bei einer Ex-Kaiserin wesentlich komplizierter. Wohin mit ihr? Könnte sie ausländische (?) Anhänger um sich scharen? Oder gar eine unpassende Liebschaft eingehen? Also bleibt sie bewacht in Triest, in einem Nebengebäude von Schloss Miramare.

Als Charlotte von Belgien am 19. Jänner 1927 stirbt, hat sie alle überlebt: ihren Mann, ihre Schwägerin Elisabeth, Kronprinz Rudolf, Thronfolger Franz Ferdinand, Franz Joseph, seine beiden anderen Brüder, den letzten Kaiser der Donaumonarchie Karl, ihre eigenen Brüder, Napoleon III. und Benito Juarez sowie die Monarchien in Frankreich, Deutschland, Österreich-Ungarn und das Zarenreich.

Im letzten Kapitel dürfen wir das Autoren-Duo auf einem Spaziergang, der sich den Spuren von Maximilian und Charlotte widmet, durch Triest begleiten. Bezeichnend ist, dass man sich in Triest an das Paar erinnert, in Wien nicht. Ich gehe davon aus, dass dem offiziellen Österreich und vermutlich auch der Familie Habsburg der 100. Todestag einer ehrgeizigen Frau keine Zeile wert sein wird.

Das Buch ist als Hardcover in gediegener Aufmachung im Verlag Ueberreuter erschienen und enthält zahlreiche Abbildungen sowie ein ausführlichen Literaturverzeichnis.

Fazit:

Mit hat diese Doppel-Biografie dieses höchst unterschiedlichen Paares sehr gut gefallen, weshalb ich sie mit 5 Sternen bewerte.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Bellis-Perennis

Rezensionen von Bellis-Perennis:

Fesselnd bis zur letzten Seite

Das Weigel-Paradoxon von Rolf Sakulowski

Dieser 4. Fall für den Historiker Jonas Wiesenburg, der uns in das Jena des 17. Jahrhunderts sowie in das der Gegenwart entführt, entwickelt eine Sogwirkung, der man sich kaum entziehen kann.

Das Buch beginnt mit der Ermordung von Elisabeth Weigel, der Frau des Mathematikers, Astronomen, Pädagogen, Philosophen und Erfinders Erhard Weigel (1625-1699), um dann den großen Sprung in die Gegenwart zu machen, in der der pensionierte Uhrmacher Anton Fröbe von einem Unbekannten bedroht wird, weshalb er sich an KHK Anne Vareel vom LKA Thüringen wendet.

Als Fröbe, der als verschrobener Eigenbrötler gilt verschwindet und seine Wohnung aufgebrochen wird, holt Vareel den Historiker Jonas Wiesenburg in die SOKO. Gemeinsam gehen sie den wenigen Spuren, die Fröbe hinterlassen hat, nach und finden ihn ermordet in einer Schutzhütte. Der sterbende Fröbe hat ihnen, mit seinem eigenen Blut geschrieben, einen letzten Hinweis hinterlassen, der auf eine mögliche Erfindung von Erhard Weigel deutet.

Nun beginnt Jonas‘ Jagd auf diese Erfindung durch zahlreiche Archive und Bibliotheken. Doch jedes Mal scheint ein anderer vor ihm da gewesen zu sein und mögliche Hinweise entwendet zu haben. Wie kann das sein? Denn seitens LKA Thüringen ist eine absolute Nachrichtensperre verhängt worden. Gibt es einen Maulwurf im Bereich der Ermittler?

Meine Meinung:

Von Rolf Sakulowski habe ich „Die Atompriester“ gelesen, ein spannender wie gruseliger Krimi. Auch dieser Krimi hat mich, wenn auch auf andere Weise, bis zur letzten Seite gefesselt. Zum einen bringt uns der Autor die thüringische Städte wie Jena oder Erfurt näher und zum anderen befasst er sich mit einem Thema, das die Menschheit schon lange beschäftigt: Sind Zeitreisen möglich? Dazu bedient sich Sakulowski der Bemühungen des realen Erhard Weigel, den Gregorianischen und Julianischen Kalender, die um zehn Tage auseinander klaffen, zu vereinheitlichen, während der fiktive Weigel dieses Zeitloch für Experimente heranzieht, in den Lauf der Geschichte einzugreifen - mit durchaus fatalen Folgen, so dass er das Geheimnis seiner Forschungen für immer begraben wissen will.

Man sollte meinen, dass das völlig egal sein könnte. Es gibt ja auch den jüdischen oder islamischen Kalender. Ist es aber nicht! Denn jene Fürstentümer Deutschlands, die damals protestantisch sind, verwenden den Julianischen Kalender, die katholischen den Gregorianischen. Diese unterschiedlichen Kalender innerhalb weniger Kilometer führen zu umständlichen Umrechnungstabellen, die Kaufleute und Reisende bei ihren Reisen durch die deutschen Lande beherzigen müssen. Man erinnere sich an die unterschiedlichen Längen- oder Hohlmaße, die den Handel zwischen den deutschen Städten ziemlich kompliziert machen.

Rolf Sakulowski lässt uns Leser abwechselnd in die beiden Zeitebenen abtauchen und eigene Ideen verfolgen. Während das Team um Anne Vareel mit allen modernen technischen Methoden nach dem Täter sucht, heftet sich Jonas Wiesenburg auf die Spuren des Erhard Weigel und kommt dem Täter gefährlich nahe.

Stilistisch ist dieser Krimi großartig. Die Charaktere sind hervorragend ausgefeilt. So hat man zunächst mit dem eigenbrötlerischen Anton Fröbe ein wenig Mitleid. Doch im Laufe der Ermittlungen scheint er dieses, im Streben nach Weigels Geheimnis, immer weniger verdient zu haben.

Am Ende bin ich fast versucht zu sagen: Wissen ist Macht, aber Nicht-Wissen schadet vielleicht manchmal weniger.

Dieser Krimi lässt sich sehr gut unabhängig von den drei Vorgängern lesen. Allerdings hat er mich angefixt, weshalb ich diese auch lesen werde.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem Krimi, der sich um den ewigen Wunsch der Menschheit durch Eingriffe in den Lauf der Geschichte selbige verändern zu können, dreht, 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Bellis-Perennis