Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Petra:
Im Herzen Licht
DunkelZone von Vojtech Matocha
Eine dunkle Zone mitten in der Stadt Prag, das heißt: hier gibt es keine Elektrizität, keine Autos oder irgend etwas was modernen Leben ähnelt. Es gibt Kerzen, Kaminöfen, Pferdefuhrwerke und Wasserpumpen. Ein Leben wie Anno dazumal. Die Menschen in diesem Viertel wollen es aber nicht anders, genau wie die Menschen die darum herum leben.
Doch woran liegt es und warum breitet sich die Dunkelheit aus?
Jirka, En und Tonda machen sich auf die Suche nach Informationen und einer Lösung.
Es ist eine spannende Geschichte, die uns da abholt wo es im Moment aktuelle Diskussionen gibt. Wie ist es wenn wir auf moderne Technik verzichten müssen? Es geht zwar nur um soziale Medien. Aber hier ist es ein gutes Beispiel das es mit zwei verschiedenen Ansichten gut leben lässt.
Wenn wir die Freunde begleiten, gehen wir auch ohne Handy, ohne Taschenlampe in ein unwahrscheinliches Abenteuer. Mit Gegenspielern, die wenig Rücksicht auf Gefühle und Ansichten sowie auf das Leben der anderen nehmen. Wir erleben Freundschaft und mehr aber auch wie sie unter Druck geraten kann.
Der Schreibstil holt uns im Jetzt ab, führt uns in die Vergangenheit denn in Briefen wird auch die Sprache anders dargestellt.
Eine gelungene Mischung für junge Leser die hier einen kleinen Einblick in ganz andere Meinungen und Ansichten bekommen.
Wer hat mich ermordet
Jenseits von Gut und Böhme von Adrian Draschoff
Frau Böhme hat einen Unfall in der Küche, kurzfristig ist sie nicht mehr am Leben. Aber ihre Katze hat eine besondere Art der Wiederbelebung. Dann noch ein Kaffee und eine halbe Zigarette und das Leben geht weiter. Mit dem kleinen Unterschied das sie nun Geister sehen kann. Verstorbene Menschen die noch etwas zu erledigen haben, nämlich ihren Mörder finden und dabei soll sie Friedel Böhme unterstützen.
Als besorgte Mitbürgerin informiert sie die Polizei übe neue Erkenntnisse in alten Fällen, dort wird sie mit Kommissarin Rahmani verbunden, jung, klug, weiblich und mit Migrationshintergrund, alles Gründe sie in den Keller zu verbannen und dort Cold Cases zu bearbeiten.. Der Beginn einer wunderbaren Zusammenarbeit.
Frau Böhme ist etwas unkonventionell, als Witwe hat sie nicht mehr viel Kontakt zur Außenwelt, das ändert sich nun. Die Fälle die sie nun betreut erfordern viel Geduld denn die Geister haben ein schwaches Gedächtnis.
Diese Geschichte war makaber lustig, denn nach dem ersten Fall, bearbeitet sie eine Sammelklage. Eigentlich ist der Tod traurig aber hier war er eher zum lachen, der trockene Humor war einfach passend zum Thema.
Im Feenland
Emma glaubt nicht an Feen von Cornelia Funke
Emma liebt die Natur, die Pflanzen, die Tiere, einfach alles. Sie rettet den Salat von ihrer Mama vor den Schnecken bringt diese aber zu anderen schmackhaften Blättern.
Als sie einer besonderen Hummel folgt, landet sie im Feenland und erlebt dort ein richtiges Abenteuer. Obwohl einige sie dort nicht haben wollen ( weil Menschen gefährlich sind und die Natur zerstören) findet sie Freundinnen und Hilfe.
Es ist eine zauberhafte Geschichte. Sie erklärt kindgerecht, wie wichtig die verschiedenen Pflanzen sind, das sie unterschiedliche Aufgaben haben und wenn sie einmal ausgerottet sind, man sie nicht wieder zurück holen kann. Das Abenteuer das Emma erlebt, zeigt wie man sich Mühe geben, sich anpassen muss und vor allem Rücksicht auf fremde Gebräuche und Ansichten.
Es lässt sich vieles in die reale Welt übertragen ohne das die jungen Leser dabei überfordert sind.
Es ist ein Buch für Jüngere, die Älteren werden die Atmosphäre aus den Büchern von Cornelie Funke vermissen. Dieser Funke ist hier nicht vorhanden, nicht schlimm man erwartet ihn nur. Als erstes Fantasy Buch dieser Autorin ist es ein wunderbarer Einstieg für das besondere Feeling müssen die Leser so wie so etwas älter sein.
Rache oder Stalking
DAISY – Und all deine Geheimnisse werden mir gehören von Melanie Raabe
Luca ist Anwältin, lebt allein und hat wenige soziale Kontakte. Nicht schlimm, viele Menschen leben so und sind glücklich. Sie hat aber ein besonderes Anliegen. Sie bestraft des Nachts die Menschen die mobben, Hass verbreiten und ähnliches. Sie macht nichts Arges, es sind eher Streiche aber für mich ist der Gedanke das jemand in mein Haus eingedrungen ist und dort etwas hinterlassen hat, genau so schlimm es wenn derjenige mich tätlich angegriffen hätte.
Vielleicht noch schlimmer.
Nun dreht jemand den Spieß um, stalkt sie, sendet Botschaften, bedroht ihr kleines Umfeld.
Da setzt die Spannung ein, was bisher eher humorig klang, wird nun bösartig, bedrohlich, eine Kulisse der Gefahr entsteht.
Die Hintergründe für Lucas Taten liegen in ihrer Jugend begründet, sie werden in Rückblenden erzählt. 17 Jahre zuvor.
Es ist mein erstes Buch der Autorin und ich war beeindruckt von ihren Figuren, Sie sind nicht jemand den man kennt aber gern kennenlernen möchte. Vor allem das Umfeld von Luca hätte ich auch gern in meinem Kreis. Luca selber sehe ich ambivalent, sie hat für mich eine düstere Aura, auf der einen Seite möchte ich sie trösten und unterstützen auf der anderen Seite verurteile ich ihr Handeln.
Ihr Stalker ist die absolute Negativ Figur, aber sehr gut beschrieben.
Mir hat dieser unheimliche Touch der sich durch das ganze Buch zieht gut gefallen, Thriller oder Krimi ist es nicht, es grenzt an Horror, denn diese Nachstellungen egal von Luca oder ihrem Stalker sind für mich nicht aushaltbar.
Das antike Rom im modernen Dänemark
Der Prätorianer von Tobias Bukkehave
Ein Toter an einem ungewöhnlichen Ort, zurecht gemacht mit antiken Beigaben. Der Beginn einer Serie? Sara und Janus ermitteln in Kopenhagen. Die erste Spur führt zu Saras inhaftierten Vater, ein persönliches Problem der Ermittlerin. Als Unterstützung wird der Psychologe Adam hinzu gezogen, er ist der Bruder von Sara.
Diese Familienkonstellation bringt Dynamik in den Thriller.
Das es ein nordischer Thriller ist merkt man nicht unbedingt. Die Düsternis und auch das instinktive Empfinden von Grauen fehlt mir hier. Er hätte auch auf Mallorca spielen können. Bis auf Janus lässt keiner der Figuren den Leser an sich heran. Es sind versteckte Anspielungen bzw. Informationen aber nichts wird ausführlicher erklärt oder beschrieben. Der Autor behält Vieles zurück für die folgenden Bände. Gleichzeitig wird sehr plakativ über Männer geschrieben die ein persönliches Problem mit Frauen haben. In diesem Buch sind gleich mehrere die einen solchen Hass auf Frauen empfinden. Das Warum wird sehr verallgemeinernd erwähnt.
Teilweise sind es sehr brutale Bilder die der Autor mit seinen Beschreibungen suggeriert. Sie passen nicht so ganz zu dem ansonsten moderaten Schreibstil.
Am Ende überschlagen sich die Ereignisse und es geschehen kleine Wunder wenn man die Fähigkeiten von Menschen betrachtet.
Ein weiterer Fall
Frau Morgenstern und die Entführung von Marcel Huwyler
Die Lila Lady ist in Schwierigkeiten geraten. Eigentlich wollte sie ihren Freund Maurice besuchen, ein paar Tage Auszeit, noch ein paar Leckereien einkaufen und dann los. Da gerät sie mitten in eine Entführung und da sie die junge Frau nicht im Stich lassen will, lässt sie sich kurzer Hand mit entführen.
Frau Morgenstern und Herr Schlumberger sind ein tolles Team, hier agieren sie getrennt und denken trotzdem gleich. Der Grund für die Entführung bleibt lange im Dunkeln. Erst am Ende nach vielen Rateversuchen kommt die Lösung, sie ist einfach herrlich.
Dazu kommen die Kalauer und Wort Spielereien, die Situationskomik obendrauf.
Diese Krimireihe ist zum Schießen obwohl hier nicht geschossen wird sondern sehr kreativ getötet wird, unter anderem mit Cola light.
Paris
Das tödliche Artefakt von Andreas Suchanek
Die Arbeit im magischen Museum geht weiter. Die Artefakte müssen geprüft und katalogisiert werden Gleichzeitig versuchen Liam und Julia etwas über ihre jeweilige Vergangenheit heraus zu finden. Hilfe gibt es bei allen Aufgaben von Freund Harry und dem ehemaligen Kurator Mr. Bradford.
Das Buch ist von Anfang bis Ende spannend, etwas gruselig und morbid.
Es enthält von allem etwas, Anlehnungen an bekannte Bücher, Filme oder Serien. Es ist als ob der Autor von jedem eine feine Scheibe abgeschnitten und es zusammen mit seinen eigenen unverwechselbaren Stil vermengt hat. Es kam ein köstliches Lese Menü heraus.
Das Magische sind nicht die Artefakte sondern wie man in das Buch hinein gesogen wird und es einem erst wieder los lässt wenn es ausgelesen ist. Auch dann bleibt noch lange ein Nachhall haften. Genau deshalb viel mir der Einstieg in diese Welt wieder so leicht, der Vorgänger war noch haften geblieben.
Genau deshalb freue ich mich auf die nächsten Bände die hoffentlich nicht so lange auf sich warten lassen.
Die Stimme
Wellenlänge von Wolfgang Böhm
Eine Stimme im Radio ist mehr als nur eine Abfolge an Tönen die Nachrichten verliest, Musik ansagt oder Dönkes erzählt. Sie kann einem das Gefühl vermitteln einer echten Unterhaltung zu zuhören oder das jemand mit einem spricht. Sie kann ein Freund sein oder aber auch unsympathisch wirken.
Sie transportiert mehr als das Gesagte.
Das beschreibt der Autor in der Geschichte von Felix und Eva. Felix ist ein introvertierter Junge der früh seine Mutter verloren hat und sein Vater kann diesen Verlust nicht ausgleichen. Er gibt sich Mühe aber die Zeit und die Umstände passen nicht. Da ist Eva, die Stimme von Radio Luxemburg der Lichtblick für ihn. Leider ist dieser Sender der Feind im Deutschland der dreißiger Jahre.
Radio hören hat heute nicht mehr diese Bedeutung wie damals. Aber in diesem Buch wird es wieder zurück geholt. Die Beschreibungen was das Hören erreichen kann, wie es verbindet und wie eine Sendung aus einem Studio in jeden Haushalt gelangt ist auf der einen Seite spannend und gleichzeitig transportiert es Ereignisse und Empfindungen die die Protagonisten betreffen. Es ist eine Zeitreise, für manche Leser in die persönliche Vergangenheit, für jüngere ein Stück Geschichte die um einige Facetten reicher beschrieben wird.
Der Schreibstil lässt die Personen realistisch erscheinen, die ehrgeizige Eva, Vater Trimmel und auch Anna sowie alle anderen Figuren, die Charaktereigenschaften werden stellenweise sehr prägnant beschreiben das ich diese Menschen überall erkennen würde.
Schuldbehaftete Erinnerungen
Und mittendrin der Birnbaum von Ute Mank
Dora kehrt in ihr altes Heimatdorf zurück. Hier ist noch Familie und sie kann in Erinnerungen schwelgen. Ihre Tochter wohnt nicht in der Nähe aber immer noch erreichbar. Die Wohnung im Seniorenheim ist angenehm die Betreuung auch. Nur die Erinnerungen spielen nicht mit. Vor einem Haus sind vier Stolpersteine verlegt, ihres Wissens nach müssten es fünf sein.
Was ist aus ihrer damaligen Freundin geworden, hat sie überlebt, wenn ja wie, denn Dora hat sie im Stich gelassen. Mit Hilfe der jungen Bewohnerin des Hauses macht sie sich auf Spurensuche.
In der Gegenwart erleben wir wie sich Dora zurecht findet, immer wieder von Schuldgefühlen geplagt weil sie damals nicht für Fanny da war. In der Vergangenheit erleben wir den Alltag von Dora, Ein intelligentes Mädchen mit Ehrgeiz dem das Dorf, das Elternhaus zu eng ist. Fanny die ganz anders lebt, teilt sie den Traum von einer freien Zukunft. Für Dora sind die Nazis die Befreiung, für Fanny bedeuten sie Verfolgung und Tod.
Die Autorin beschreibt einen schleichenden Prozess mit dem die jungen Menschen verführt werden. Gemeinsamkeit weg vom Elternhaus, Hierarchien die eine Struktur geben und nicht nur das Gesetz der täglichen Arbeit. Feindbilder die genau definiert sind, auch für die Älteren gilt dieses System der Verführung. Neid und Missgunst ist auf einmal keine schlechte Eigenschaft die anderen denken ja ähnlich. Verleumdung predigt sogar der Pfarrer und der Lehrer sieht alles. Es gibt wenige die einen moralischen Kompass fern der Ideologie besitzen und dann braucht es auch noch Mut um danach zu handeln.
Es wird nicht um Verständnis geworben, denn Dora weiß schon als junges Mädchen das sie sich falsch verhält, aber ihre Träume sind größer und der Gruppenzwang auch. Als junges Mädchen ist es nur das Gefühl, während die Erwachsenen es besser wissen. Dennoch hat sie als alte Frau keine Entschuldigung für sich sondern nur schwere Scham. Genau dieses Gefühl überträgt sich, es ist kein Fremdschämen sondern der Gedanke ich hätte wahrscheinlich nicht anders gehandelt obwohl ein kleines bisschen Hoffnung da ist. Aber die rührt von dem Wissen, das Dora nicht haben konnte.
Ein Lückentext
Holunderholz von Norbert Scheuer
. Johann erfüllt endlich den Wunsch seiner verstorbenen Mutter. Er hört sich die alten Aufnahmen seines Großvaters an und versucht aus den Bruchstücken die Erinnerungen zusammen zu setzen. Von dem Gerät ein Magnetton hatte ich vorher noch nie gehört. Aber die Beschreibungen waren so detailliert das ich es mir vorstellen konnte.
Die Bruchstücke der Aufnahmen füllt Johann mit dem wenigen eigenen Wissen und das bisschen das seine Mutter erzählt hat. Er hat endlich eine Aufgabe die ihn interessiert. Er ist eher ein Einzelgänger, kein großes Interesse an seinem Beruf.
Es ist ein eigenartiger Roman, die Fragmente der Tonbandaufnahmen ergeben wenig Sinn, Das sparsame Wissen von Johann auch nicht. Alles zusammen muss noch mit viel Phantasie gefüllt werden. Es wird trotzdem keine logische nachvollziehbare Erzählung daraus. Das ist gewollt. Denke ich mal, auch andere Bücher des Autors verlangen vom Leser das er sich einbringt und die Lücken selber füllt. Bei diesem Buch ist es schwieriger.











