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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Petra:

Paris

Das tödliche Artefakt von Andreas Suchanek

Die Arbeit im magischen Museum geht weiter. Die Artefakte müssen geprüft und katalogisiert werden Gleichzeitig versuchen Liam und Julia etwas über ihre jeweilige Vergangenheit heraus zu finden. Hilfe gibt es bei allen Aufgaben von Freund Harry und dem ehemaligen Kurator Mr. Bradford.
Das Buch ist von Anfang bis Ende spannend, etwas gruselig und morbid.

Es enthält von allem etwas, Anlehnungen an bekannte Bücher, Filme oder Serien. Es ist als ob der Autor von jedem eine feine Scheibe abgeschnitten und es zusammen mit seinen eigenen unverwechselbaren Stil vermengt hat. Es kam ein köstliches Lese Menü heraus.
Das Magische sind nicht die Artefakte sondern wie man in das Buch hinein gesogen wird und es einem erst wieder los lässt wenn es ausgelesen ist. Auch dann bleibt noch lange ein Nachhall haften. Genau deshalb viel mir der Einstieg in diese Welt wieder so leicht, der Vorgänger war noch haften geblieben.
Genau deshalb freue ich mich auf die nächsten Bände die hoffentlich nicht so lange auf sich warten lassen.

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Die Stimme

Wellenlänge von Wolfgang Böhm

Eine Stimme im Radio ist mehr als nur eine Abfolge an Tönen die Nachrichten verliest, Musik ansagt oder Dönkes erzählt. Sie kann einem das Gefühl vermitteln einer echten Unterhaltung zu zuhören oder das jemand mit einem spricht. Sie kann ein Freund sein oder aber auch unsympathisch wirken.

Sie transportiert mehr als das Gesagte.
Das beschreibt der Autor in der Geschichte von Felix und Eva. Felix ist ein introvertierter Junge der früh seine Mutter verloren hat und sein Vater kann diesen Verlust nicht ausgleichen. Er gibt sich Mühe aber die Zeit und die Umstände passen nicht. Da ist Eva, die Stimme von Radio Luxemburg der Lichtblick für ihn. Leider ist dieser Sender der Feind im Deutschland der dreißiger Jahre.
Radio hören hat heute nicht mehr diese Bedeutung wie damals. Aber in diesem Buch wird es wieder zurück geholt. Die Beschreibungen was das Hören erreichen kann, wie es verbindet und wie eine Sendung aus einem Studio in jeden Haushalt gelangt ist auf der einen Seite spannend und gleichzeitig transportiert es Ereignisse und Empfindungen die die Protagonisten betreffen. Es ist eine Zeitreise, für manche Leser in die persönliche Vergangenheit, für jüngere ein Stück Geschichte die um einige Facetten reicher beschrieben wird.
Der Schreibstil lässt die Personen realistisch erscheinen, die ehrgeizige Eva, Vater Trimmel und auch Anna sowie alle anderen Figuren, die Charaktereigenschaften werden stellenweise sehr prägnant beschreiben das ich diese Menschen überall erkennen würde.

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Schuldbehaftete Erinnerungen

Und mittendrin der Birnbaum von Ute Mank

Dora kehrt in ihr altes Heimatdorf zurück. Hier ist noch Familie und sie kann in Erinnerungen schwelgen. Ihre Tochter wohnt nicht in der Nähe aber immer noch erreichbar. Die Wohnung im Seniorenheim ist angenehm die Betreuung auch. Nur die Erinnerungen spielen nicht mit. Vor einem Haus sind vier Stolpersteine verlegt, ihres Wissens nach müssten es fünf sein.

Was ist aus ihrer damaligen Freundin geworden, hat sie überlebt, wenn ja wie, denn Dora hat sie im Stich gelassen. Mit Hilfe der jungen Bewohnerin des Hauses macht sie sich auf Spurensuche.
In der Gegenwart erleben wir wie sich Dora zurecht findet, immer wieder von Schuldgefühlen geplagt weil sie damals nicht für Fanny da war. In der Vergangenheit erleben wir den Alltag von Dora, Ein intelligentes Mädchen mit Ehrgeiz dem das Dorf, das Elternhaus zu eng ist. Fanny die ganz anders lebt, teilt sie den Traum von einer freien Zukunft. Für Dora sind die Nazis die Befreiung, für Fanny bedeuten sie Verfolgung und Tod.
Die Autorin beschreibt einen schleichenden Prozess mit dem die jungen Menschen verführt werden. Gemeinsamkeit weg vom Elternhaus, Hierarchien die eine Struktur geben und nicht nur das Gesetz der täglichen Arbeit. Feindbilder die genau definiert sind, auch für die Älteren gilt dieses System der Verführung. Neid und Missgunst ist auf einmal keine schlechte Eigenschaft die anderen denken ja ähnlich. Verleumdung predigt sogar der Pfarrer und der Lehrer sieht alles. Es gibt wenige die einen moralischen Kompass fern der Ideologie besitzen und dann braucht es auch noch Mut um danach zu handeln.
Es wird nicht um Verständnis geworben, denn Dora weiß schon als junges Mädchen das sie sich falsch verhält, aber ihre Träume sind größer und der Gruppenzwang auch. Als junges Mädchen ist es nur das Gefühl, während die Erwachsenen es besser wissen. Dennoch hat sie als alte Frau keine Entschuldigung für sich sondern nur schwere Scham. Genau dieses Gefühl überträgt sich, es ist kein Fremdschämen sondern der Gedanke ich hätte wahrscheinlich nicht anders gehandelt obwohl ein kleines bisschen Hoffnung da ist. Aber die rührt von dem Wissen, das Dora nicht haben konnte.

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Ein Lückentext

Holunderholz von Norbert Scheuer

. Johann erfüllt endlich den Wunsch seiner verstorbenen Mutter. Er hört sich die alten Aufnahmen seines Großvaters an und versucht aus den Bruchstücken die Erinnerungen zusammen zu setzen. Von dem Gerät ein Magnetton hatte ich vorher noch nie gehört. Aber die Beschreibungen waren so detailliert das ich es mir vorstellen konnte.

Die Bruchstücke der Aufnahmen füllt Johann mit dem wenigen eigenen Wissen und das bisschen das seine Mutter erzählt hat. Er hat endlich eine Aufgabe die ihn interessiert. Er ist eher ein Einzelgänger, kein großes Interesse an seinem Beruf.
Es ist ein eigenartiger Roman, die Fragmente der Tonbandaufnahmen ergeben wenig Sinn, Das sparsame Wissen von Johann auch nicht. Alles zusammen muss noch mit viel Phantasie gefüllt werden. Es wird trotzdem keine logische nachvollziehbare Erzählung daraus. Das ist gewollt. Denke ich mal, auch andere Bücher des Autors verlangen vom Leser das er sich einbringt und die Lücken selber füllt. Bei diesem Buch ist es schwieriger.

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Mehr als tausend Jahre

Die Bernsteinfischerin von Lisa Quentin

Julika forscht am Bernstein. Sie begutachtet die Einschlüsse wie Fliegen, Pflanzenteile und ähnliches. Daraus lassen sich Rückschlüsse auf die Zeit und die Umgebung und das Klima gewinnen. Als ihr ein Bernstein unter kommt der eine Wespe enthält, gibt es neue Erkenntnisse. Die Finderin Ebba hat ihn im Baltikum während des Krieges gefunden.

Beide Frauen haben schwere Verluste hinter sich und sich darum ein Stück vom realen Leben entfernt. Als sie aufeinander treffen erkennen sie sich unbewusst als Leidensgefährtinnen.
In diesem Roman erfährt man sehr viel über das Sammeln ( fischen ), die Forschung und die Erkenntnisse zum Thema Bernstein. Auch die Bearbeitung als Schmuck oder das berühmte Bernsteinzimmer ist ein Thema. Gefühlt hat für mich darunter der Roman etwas gelitten. Ich hätte gern tiefer in die Geschichte von Ebba und vor allem von Julika tiefer eingetaucht.
Ebba als Flüchtling aus dem Osten und ihr Neuanfang hier an der Ostsee Küste und als Künstlerin wird thematisiert. Julika als Forscherin die früh ihre Schwester verloren hat bleibt dagegen blass. Auch die tragischen Folgen des Unfalls für ihre Familie sind eher klischeehaft beschrieben.
Der Schluss und damit ein Happy End kam zu schnell und aus meiner Sicht unpassend. Da wäre mehr besser gewesen.

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Zwischen Kaiser und Familie

Das Buch der gefallenen Blätter von A. S. Tamaki

Einst war Sens Familie mächtig und reich. Nun ist er ein Mündel abseits der Zentren und weiß das sein Vater ein Verräter war. Aber ein Verräter ist nur wenn man die Rebellion verliert, wenn nicht dann ist man der Gewinner.
Das Reich steht wieder am Rand einer Krise, es fehlt nur noch an einem charismatischen Anführer oder Anführerin.

Kann das Sens Schwester sein oder seine Freundin aus Kindertagen die mehr ist als es scheint.
Das ganze Buch ist mehr als der erste Eindruck vermittelt. Die Geschichte ist aufgrund der vielen Namen und Personen die alle bis ins Detail beschrieben sind anspruchsvoll, da hilft auch das Personenregister am Ende des Buchs nicht viel. Es ist eine Mischung, ich zitiere: Aus Shogun und Games of Thrones. So habe ich es auch empfunden. Wobei ich beide Bücher bzw. Serie als leichter verständlich empfunden habe.
Es waren für mich teilweise zu viele überflüssige Informationen die einen Teil der Spannung weg genommen haben.
Das eine Frau zwanzig Lagen Kleidung trägt und sie mehrmals korrigiert, ihr Make Up andauernd überprüft und dann im entscheidenden Gespräch die Kontrolle über sich verliert, das Gespräch ging fast in der Kleidung unter.
Ähnliche Szenen gab es mehrere, wenn Kürzungen statt gefunden hätten, brauchten wir jetzt nicht auf den zweiten Band zu warten.

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Es geht spannend weiter

Dragons in Secret - Das Siegel von Andreas Suchanek

Der dritte Band um den Kampf zwischen Drachen und Jägern ist durch, aber noch lange nicht zu Ende. Im April kommenden Jahres erscheint der 4. Band. Wie soll ich das nur aushalten? Auf alle Fälle die ersten Bücher jetzt an einem Stück lesen.
Es ist extrem viel passiert in diesem Band. Immer wenn ich beim lesen gedacht habe, jetzt ist die Drachengemeinschaft auf der Siegerstraße passiert wieder etwas Neues.

Wie schafft es ein einzelner Autor soviel Magie zu weben, das man sich in der Geschichte wieder findet, mit kämpft, mit zittert und einmal Hoffnung und dann wieder Mutlosigkeit verspürt, eine Mütze voll Schlaft,. einen Kaffee und eine Handvoll Pistazien, dann geht es weiter mit dem Abenteuer.
Es sind viele Stränge gleichzeitig die erst nebenher, dann sich kreuzen und dann wieder getrennt verlaufen. Immer wieder Andeutungen bis hin zu einem fiesen Cliffhanger aber das ist schon Gewöhnung von den vorherigen Bänden.
Die Natürlichkeit der Figuren ist genial, sie könnten direkt der realen Welt entnommen sein. Nur für die Rolle des Lazarus müsste man zwei Personen einen, damit man soviel Machthunger, Bösartigkeit und Menschenverachtung zusammen bekommt.
Man muss folgerichtig lesen, die Bände bauen zu sehr aufeinander auf.

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Fortune 2.0

Klatsch, Tratsch und Mord von Jana DeLeon

Fortune ist zurück in Sinfull. Jetzt unter ihrem richtigen Namen und als EX CIA Agentin. Wenn man jetzt denkt es folgt ein ruhiges Leben an der Seite vom Sheriff, der hat sich geirrt. Denn es geschieht ein Mord mit dem Fortune und ihre Freundinnen gar nicht gerechnet hatten. Eigentlich wollten sie sich auch nicht einmischen, erst mal ankommen und dann weiter sehen war die Devise.

Leider wird eine gute Freundin unter Mordverdacht verhaftet, da kann das Trio nicht weiter zusehen, es muss handeln.
Es ist alles wie gehabt, die drei gut ausgebildeten Frauen ( sie können z.B.: Fallschirmspringen ) mischen wieder einmal die Gemeinde auf. Mit Dynamit, Krokodilen, und schweren SUVs kennen sie sich aus. Diesmal ist auch ihre Menschenkenntnis gefragt und da sie immer erstmal das Schlimmste annehmen, außer bei ihren Freunden, kommt einiges zutage.
Es ist wieder einmal ein gelungener Cozy Crime mit sehr viel Wortwitz und Situationskomik.
Ich freue mich sehr das gegen meiner Erwartung die Serie fortgesetzt wird. Es geht doch nichts über einen Sommerabend am Bayou.

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17. Juni

Falls jemand fragt, wer wir waren von Eva Kranenburg

Tilla sucht ihre beste Freundin, Rena war diejenige mit der sie ohne Vorbehalte über alles reden konnte. Über den Vater, Roman den Jungen der sie beschützt, der sie mag aber den sie nicht küssen möchte, über die Schule, über das Leben in der jungen DDR. Je mehr Tilla über Rena erfährt, bzw.

nicht erfährt. Denn alles was sie bisher wusste war eine Lüge, aber warum? Mit jeder Frage zu Rena, hinterfragt Tilla auch ihr eigenes Leben, ihre Ansichten stehen auf dem Prüfstand. Das Bild was sie bis jetzt von Halle der Stadt, dem Sozialismus, dem Staat und sein Personenkult, alles gerät in Zweifel.
Ich habe den 17. Juni noch als Feiertag als den "Tag der deutschen Einheit" erlebt. Daher war für mich das Thema nicht fremd.
Die Menschen des 17. Juni wurden wieder lebendig. Das Wissen um ihre Hoffnungen und dann die Enttäuschungen waren für mich sehr gut dargestellt. Vor allem die Tiefe der Gefühle und Gedanken waren beeindruckend. Das haben wir anscheinend dem beruflichen Werdegang der Autorin zu verdanken. Es wurden nicht nur die Geschehnisse von damals erzählt. Thema waren die Gefühle, Gedanken eines jungen Mädchens das verhältnismäßig behütet aufwächst und dessen Vater trotz seiner Vergangenheit, für die Tochter immer ein offenes Ohr hat. Vielleicht ein zu offenes, denn sein aktueller Beruf als Stasioffizier zeigt zwei Seiten seiner Persönlichkeit.
Die Autorin beschreibt das Erwachen eines jungen kritischen Verstands, durch die Umstände etwas schneller als normal. Die Geschichte springt in den Monaten vor und während des Aufstands hin und her. Daher erleben wir Leser diese Entwicklung bis zu ihrem Höhepunkt sehr dicht am Geschehen mit.
Ich hätte mir einen kleinen Ausblick auf die Jahre danach gewünscht. Denn so wie die Autorin kann ich die Geschichte in meinem Kopf nicht weiterspinnen.
Beim Fall der Mauer wären die Protagonisten Anfang 50 gewesen. Was hätten sie empfunden oder was haben Zeitzeugen von beiden Ereignissen empfunden wenn sie die Ereignisse miteinander vergleichen würden.

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Drei Frauen

Ist doch schön hier von Miriam Burdelski

Emmi, Melanie und Liesl, drei Generationen alle Frauen sind mit massiven Problemen belastet. Emmi hat Demenz, Melanie ist antriebslos und hat als Mutter von Liesl versagt. Liesl ist gerade 19, ohne Schulabschluss und jobbt in einer Waschanlage. Sie will auf den Spuren ihrer Oma nach Polen, denn die Geschichten die Emmi erzählt sind wunderschön, über eine glückliche Kindheit mit Pferden, Wald und Freundinnen, alles was Liesl nicht kennt.

Überraschend fährt sie nicht allein, Emmi und Jascha ein Altenpfleger fahren mit. Ein Roadtrip in die Vergangenheit, die doch nicht so schön ist wie die Demenz erzählen lässt.
Es sind einige belastende Elemente in diesen Buch zur Sprache gekommen. Eigentlich hoch emotionale Themen aber die Autorin erzählt so zurückhaltend in ihrem Schreibstil, das man sich mehr wie ein Beobachter vorkommt und nicht ins Geschehen hinein gezogen wird. Einerseits ist das gut, denn sonst wäre es teilweise sehr belastend gewesen. Auf der anderen Seite hat mich das Buch nicht ganz abgeholt, weil da diese Distanz war.
Ich hatte schnell ein Urteil über die einzelnen Figuren bei der Hand und musste dann dank Jascha umdenken. Er ist derjenige der die drei Freuen aufs Neue mit einander verbindet. Er hinterfragt oder nimmt es als gegeben hin wenn es die Situation erfordert. Ein enormes Feingefühl ist ihm gegeben und das überträgt sich beim Lesen und dadurch hat sich auch die Meinung vor allem über Melanie geändert.

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