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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Petra:

Wettlauf mit dem Tod

Noch fünf Tage von Helena Falke

Lis liegt im Sterben, das Sylvester Menue, das sie zubereitet hatte für die Familie Harman war vergiftet, mit Polonium der neuesten Generation. Sie hat noch fünf Tage in denen sie herausfinden muss wer die Familie ermorden wollte ( denn sie scheint als Köchin der Kolateralschaden oder wie die Polizei denkt die Täterin zu sein ) und für ihre Tochter die Zukunft sichern.

Die Ermittlungen spielen sich nur im Krankenzimmer ab, einzig die Palliativ-Pflegerin Esme ist dabei, wenn sich Lis Gedanken über die möglichen Täter macht. Sie recherchiert auch für sie im Internet wenn sie es aufgrund ihres Zustands nicht kann. In Rückblicken werden herausragende Ereignisse, die Zorn, Wut oder andere gewaltige Gefühle als mögliche Motive erörtert.
Jede Szene hat genug Potential. Am Ende eine Überraschung, logisch, aber nicht vorhersehbar.
Die ganze Geschichte war in ihrer Art und Weise neu, ab und zu fehlte mir etwas Althergebrachtes und stellenweise waren mir etwas zuviel Details über das Leben der Schönen und Reichen eingeflochten, trotzdem war es spannend und interessant, vor allem weil Lis nicht einfach nur Opfer war. Sie war sehr von sich eingenommen, einen Makel den sie sich mit einigen anderen teilte, daher bekam sie nicht uneingeschränkte Sympathiepunkte.
Etwas das ich mag denn nicht immer ist alles schwarz und weiß.

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Der zweite Fall für die Birder

Schräge Vögel – SOKO Zwergsäger von Anna Täuber

Die Birder sind wieder da. Zufällig findet Harald einen Toten bei seinem Nachbarn auf dem Stillen Örtchen. Promptg gerät sein Gartennachbar und Freund Anton unter Verdacht. Denn der Tote und er lagen im Dauerclinch. Da niemand glaubt das der bescheidene Taubenzüchter der Mörder ist muss die Soko wieder selber ermitteln.

Die vier haben seit dem ersten Band an Sozialkompetenz gewonnen. Harald denkt manchmal erst nach bevor er redet, Sabine hält sich etwas zurück, Thilo bringt seine Freundin mit ein und Katja gewinnt an Selbstvertrauen.
Sie sind nicht nur schräg, sie sind auch genial. Durch das Vögel beobachten haben sie die Geduld praktisch erfunden. Durch den Austausch ihrer doch sehr unterschiedlichen Gedanken kommen sie der Lösung näher.
Jedes Kapitel hat einen Spruch aus der Vogelwelt zum Titel, das ist schon der erste Grund zum Schmunzeln, dann die unterschiedlichen Verhaltensweisen, z. B.: Thilos Multitasking da kommt keine Frau mit. Auch die Nebenfiguren wie Sabines Familie mitsamt Pflegerin für Mutter Heide sind für eine Überraschung gut.
Mir ist die Truppe mit dem zweiten Band direkt ans Herz gewachsen, der erste war schon gut aber eher alltäglich, dieses Buch ist eine deutliche Steigerung und es war ein spannender Genuss es zu lesen.
Ich hoffe sehr das die Serie fortgesetzt wird.

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Ein gewachsenes Team

Schräge Vögel – SOKO Neuntöter von Anna Täuber

Jeden Sonntag treffen sich fünf Birder oder Vogelbeobachter um Vögel zu schauen und zum Beispiel beim Nestbau zu zuschauen. Man kennt sich kaum, grüsst gerade mal und das wars. Diesen Sonntag fehlt am üblichen Treffpunkt am Chiemsee im Grabenstätter Moor einer. Der liegt tot neben einem Braunkehlchen Nest.

Die Polizei geht von einem Unfall aus. Die vier anderen erscheint das anders, denn ein Vogelbeobachter würde niemals die Vögel stören, sich rücksichtsvoll verhalten. Da passt einiges nicht.
Die Beobachter sind schon ein besonderes Team, die Altersspanne von 25 bis 72 ist schon sehr groß Der berufliche Hintergrund von Student, Verkäuferin, ehemaliger Forensiker und Altphilologin ist auch extrem. Aber jeder bringt eine besondere Fähigkeit ein über die man auch teilweise schmunzeln kann. Sie lernen sich kennen und allmählich auch schätzen. Die schrägen Ermittlungsmethoden haben es in sich, so kann die Polizei beim besten Willen nicht arbeiten. Daher ist es gut das es die Soko Neuntöter gibt. Am Ende harmonieren sie sogar mit der Polizei.
Mir hat dieses Team gefallen, denn alle haben ihre Macken und persönlichen Probleme, wie nach und nach ein richtig gutes Team daraus wird, ist überzeugend dargestellt. Respekt ist alles.

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Werkennt einen Serienmörder?

Ein guter Blick fürs Böse von Elizabeth Arnott

Drei Freundinnen in Kalifornien in den 60ziger Jahren. Ein für uns altbackenens Frauenbild herrscht. Diese Drei wollen es aufbrechen denn sie haben allen Grund dazu. Sie sind Exfrauen von Serienmördern. Sie wurden genau wie ihre Ehemänner für deren Taten verantwortlich gemacht. Obwohl die Polizei sie nie verdächtigt oder beschuldigt hat glauben Nachbarn und andere " sie müssen doch etwas gewusst oder zumindestens gemerkt haben".

Kein leichtes Leben für Margot, Beverley und Elsie. Dann geschehen in ihrer Stadt erneut Morde. Die den Eindruck einer Serie vermitteln. Die drei Frauen sind traumatisiert und durch die Beschreibung der Morde, vor allem wie über die Frauen berichtet wird, schockiert. Sie beginnen zu ermitteln, denn irgendetwas müssen Serienmörder gemeinsam haben und wer hat sonst Erfahrung mit ihnen?
Ich empfand diesen Krimi als ganz anders wie alles Bekannte. Erstmal die Frauen und dazu dieses Rollenbild, Frauen sind selber schuld wenn sie ermordet werden. Die Auflehnung dagegen war sehr verständlich beschrieben. Dazu machte der Schreibstil den Eindruck man würde ein True Crime lesen. Denn die Autorin hat die Sprache und Verhaltensweisen der damaligen Zeit sehr gut beschrieben. Dazu kam das Gefühl dass wir Zuschauer genau wie die Protagonistinnen keine Ahnung über das Wie und Warum haben. Nur durch Gedankenspiele und Beobachten kommen wir alle zusammen den Mörder auf der Spur.

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Ein besonderer Mensch

Bredouille von Martin Walker

Laut dem Cover ist es Brunos 18. Fall. Das liest sich wie einen Fortsetzung seiner vorangegangenen Aktivitäten. Das ist meiner Meinung nach hier nicht so richtig beschrieben. Denn es gibt vorerst kein Verbrechen oder die Ahnung davon, denn Bruno trifft auf einen Suizid anscheinend aufgrund schwerer Depressionen.

Mit den rechtlichen Maßnahmen ist das Thema verhältnismäßig schnell erledigt. Viel wichtiger ist es das Bruno in einen Shitstorm gerät. Er ist Jäger, das stört die Grünen. Er ist zu gut vernetzt und meint es mit seiner Hilfe manchmal zu gut, Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert oder eben mit guten Bemühungen, manchmal darf man sich nicht einmischen oder sich dazu drängen lassen.
Auf alle Fälle hat der Autor sich auf alle wichtigen aktuellen gesellschaftlichen Themen hier, in Frankreich im Grunde überall, eingelassen ( Migration, Me too, Vermischung von Aufgabenbereichen bzw. Überschneidungen oder unangemessene Einflussnahme ).
Bruno ist ein Tausendsassa, nicht nur Chef der police, Sporttrainer und Liebhaber schöner Frauen, er ist einfach Herz und Seele seiner Gemeinde, eine Rolle die er mit Hingabe ausfüllt.
Daher ist diese Serie mehr als Krimi, sie ist auch ein Einblick in eine kleine französische Stadt mit einer besonderen Lebensqualität.

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Veränderungen

Mirabellentage von Martina Bogdahn

Anna ist die Pfarrhaushälterin, als Pfarrer Josef unerwartet stirbt. Steht sie vor der Frage ändert sich jetzt alles oder bleibt ihr Leben wie es war. Sie hat ihm mit der Gemeinde geholfen, sie waren seit ihrer Kindheit Freunde. Jetzt ist da ein letzter Wunsch und ein junger neuer Pfarrer der zudem aus dem Norden kommt, ganz entgegengesetzt wie der Ort Blumenfeld.

In kleinen Geschichten erzählt Anna von ihrem Leben, teilweise traurig, manchmal zum lachen, sie verbindet die Menschen, den Ort, das Leben. Aber ist das genug wenn sich auf einmal alles ändert?
Ich fand das erste Buch der Autorin "Mühlensommer" großartig. Bei diesem Buch hat sie noch einmal nachgelegt.
Anna ist eine Persönlichkeit die in sich ruht, trotzallem was in ihrem Leben nicht so gelaufen ist wie sie es sich vielleicht erträumt hat. Sie ist auf der einen Seite genügsam und auf der anderen hat sie aber noch Wünsche für die es noch nicht zu spät ist. Die Menschen in diesem Ort vertrauen ihr auf eine unaufdringliche Weise. Sie ist der elastische Kleber der die Gemeinschaft zusammen hält. So einen Menschen zu kennen, wenn auch nur fiktiv durch dieses Buch, bereichert für kurze Zeit.
Alle Figuren sind fein gezeichnet, sei es der bienenstichblonde junge Neuling der bei den dunklen Dorfbewohnern schon Vergleiche mit dem Papst hervor ruft. Auch wenn sie nur einen kurzen Auftritt haben, haben einige Figuren einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Man kann sich den Einfluss gut vorstellen den sie auch lange noch nach ihrem Tod hinterlassen.

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Handeln

33 Place Brugmann von Alice Austen

Belgien 1939, kurz vor der Besetzung. Die Bewohner des Hauses 33 Place Brugman, sind gewöhnliche Menschen, Familien, Witwer, alleinstehend überwiegend gehören sie der jüdischen Religion an. Bisher war das für niemanden wichtig, da sie moderat religiös sind. Trotzdem sind sie sehr aufmerksam auf das Geschehen, Sie sehen die Gefahr und was besonders zu anderen Romanen aus dieser Zeit ist, sie agieren aktiv und warten nicht ab, sie erwarten das Schlimmste und denken nicht, so können Menschen nicht handeln.

Es wird immer von einer Partei berichtet, den Raphaels die auf einmal verschwunden sind. Charlotte und ihr Vater oder der Madmoiselle die als Schneiderin ihre Lebensunterhalt verdient.
Durch diese verschiedenen Perspektiven die anscheinend erstmal nichts miteinander gemein haben ( außer dem gemeinsamen Wohnsitz ) ist es nicht einfach einen roten Faden zu finden. Dann verfolgt man aber gespannt die Schicksale, dieses nicht aufgeben, dieses Kämpfen auch wenn wenig Aussicht auf Erfolg oder unter großer Gefahr, es ist eine andere Sichtweise auf die Zeit. Vor allem weil es immer mit dem Blick auf Kunst geschieht. Kunst ist überall, in Bildern, in der Natur, manchmal im Handeln gegenüber den Mitmenschen.
Der Blick richtet sich auf Mut, Feigheit und Verrat.
Die Autorin beobachtet ihre Protagonisten, lässt sich ihre Eindrücke und Gefühle berichten und gibt sie ungeschirmt an uns Leser weiter. Eine andere Art des Schreibens, fast wie ein Dokummentarfilm.

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Auszeit

Mai Juni Juli von Hiltrud Baier

Linn braucht eine Auszeit, Sie macht alles mit sich selber aus. Wenn etwas in ihrem Leben zur Katastrophe wird, zieht sie sich komplett zurück, wie in einem Schneckenhaus und lässt niemanden an sich heran. Sie überlässt ihr gut gehendes Sternerestaurant ihren Mitarbeitern und fährt in den Norden von Schweden.

Hier will sie in der Einsamkeit Ruhe finden, vor allem Schlaf und mit ihrem Schicksal ins Reine kommen.
Sie beginnt ihr neues Leben mit einer Lüge über ihre Herkunft denn im Süden ist sie eine bekannte Persönlichkeit.
Der kleine Oskar kann ihre Mauern erklimmen, denn auch er kocht leidenschaftlich gern und hat jetzt schon einen absoluten Geschmackssinn. Sein Vater ist ähnlich gestrickt wie Linn, eine spannende Komposition genau wie Moltebeeren und Rentierfleisch.
Die Autorin beschreibt schwierige Gefühle mit einer Distanz die mir als Leserin diese auch erlaubt. Obwohl man von den Erlebnissen von Linn eher getriggert wird, liegt es an diesem Stil das man doch den Abstand wahren kann. Es ist eher ein verstehen, ein anderes ist es auch passiert, als das die ganze Trauer und Verzweiflung wieder hochkommt. Es ist der moderate Abstand zu vergangenen Geschehnissen die zwar vertraut aber doch nur einem selber gehören, Bei mir lösen Triggerwarnungen immer das Gefühl aus hier soll ein Buch interessant gemacht werden, hier sind keine darin und ich hätte sie auch nicht gebraucht denn niemand kann meine Gefühle einschätzen bloße Vermutungen sind eine Zumutung für mich als betroffene Person.
Hier hat das Feingefühl ohne irgendwelche Zuweisungen die Themen beherscht. Etwas was ich auch schon in anderen Büchern der Autorin so empfunden habe.

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Lifestyle

Einatmen. Ausatmen. von Maxim Leo

Marlene will und kann die Führung des Konzerns übernehmen, Bedingung sie lernt besser mit ihren Untergebenen umzugehen. Dafür schickt sie ihr Chef zu einem Achtsamkeitsseminar zu Alex.
Sie weiß das sie Defizite im Umgang mit Menschen hat, findet sie aber nicht so wichtig solange sie niemanden beleidigt oder anderweitig kränkt, höflich ist und auf Distanz achtet.

Alex hat mit ihrem Chef einen Deal, er coacht Marlene und bekommt dafür einen Großauftrag, genau das braucht er um nicht Pleite zu gehen.
Achtsamkeit, Freundlichkeit, Empathie sollte eigentlich zum unbewussten Standardprogramm eines jeden Menschen gehören. Wer da Defizite hat, hat Schwierigkeiten in einigen Berufen. Dann braucht man Hilfe. Ob man diese Eigenschaften erlernen kann so das man diese Fähigkeiten wirklich hat, mag ich doch bezweifeln. Es kann einfach nicht jeder Mensch gleich sein und das ist gut so.
Der Autor beschreibt diese und andere Themen mit einer leisen Ironie. Die Aufmerksamkeit die diese seit einiger Zeit erregen wirkt auf mich künstlich als ob es nichts Wichtigeres gibt. Der sorgsame Umgang mit einander und mit der Natur ist für mich selbstverständlich, die Diskussionen in dieser Art darüber eher überflüssig.
Genau so wirkt Marlene, während Alex opportunistisch wirkt, er ist mal mit Idealen gestartet, jetzt geht es nur noch um Erhalt. Auch die anderen Figuren
sind für bestimmte Gruppen exemplarisch dargestellt, die die sich sofort für alles Neue begeistern, jene die ihre Überzeugung wie eine Fahne vor sich hertragen, man findet alle -Figuren irgendwo wieder, im eingenen Umfeld oder in den verschienden Medien.
Am Ende steht eine heile Welt, die mir in dieser Form einfach zu rosarot ist.

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Mal was anderes

Statt aus dem Fenster zu schauen von Anna Katharina Scheidemantel

Statt aus dem Fenster zu schauen und darüber nachzudenken was wäre wenn, einfach mal machen. So handhabt es Sophie, sie kauft auf Kleinanzeigen einfach mal ein Haus in der ostdeutschen Provinz für ihre ersparten dreitausend Euro. Vorher war sie berechenbar, eine Einser Schülerin, fokussiert im Studium, fleißig usw.

nun von heute auf morgen hat sie ihr Praktikum hin geschmissen und zieht aufs Land.
Sophie ist ein gutes Beispiel für eine junge Frau die die in sie gesetzen Erwartungen erfüllt. Die ihrer Umwelt aber auch ihre eigenen. Aber ist es auch das Leben das sie haben will. Ist sie glücklich, ist es das was sie sich für ihre Zukunft vorstellt. Einfach mal eine Auszeit nehmen, Luft holen, etwas anderes Sehen und Erleben, mal pausieren, entschleunigen, andere Sichtweisen kennenlernen. Dazu gehört Mut und Selbstbewusstsein, aushalten können, wenn andere sagen wie kannst du nur.
Das alles findet sich auf diesen Seiten, wenig Aufregendes, nicht unbedingt spannend, trotzdem dieser auf einmal gegensätzliche Lebensentwurf macht nachdenklich. Wie war es bei einem selber. Bin ich den Erwartungen gefolgt oder ist mein Leben bisher so abgelaufen wie ich es mir erträumt und gewünscht habe. Das Buch stellt automatisch diese Frage, fordert den Vergleich, für mich passt es, hoffentlich auch für andere Leser und wenn nicht das Leben ist zu kurz um nicht doch noch etwas zu ändern.

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