Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Petra:
Keine gelungene Mischung
Wie Schiffe auf stürmischer See von Kathy Biggs
Grace lebt wieder bei ihrem Vater auf der Farm, sie kümmert sich weil er dement ist. Sie ist eine gebrochene Frau, schwere Verluste prägen ihr Leben. Dazu die Belastung Job und die Krankheit ihres Vaters miteinander zu verbinden.
Aus heirerem Himmel erscheint eine junge Frau, sie behauptet die Tochter von Grace Bruder zu sein.
Unmöglich da er vor langer Zeit ertrunken ist. Sie hat Beweise und alle drei begeben sich auf eine Reise ins Ungewisse.
Es klingt wie ein modernes Märchen, die arme Grace sucht ihren Bruder und danach ist alles gut.
Leider ist die Demenz eine große Herausforderung und das junge Mädchen schon sehr euphorisch und handelt wenig überlegt, während Grace aufgrund ihrer Erfahrungen im Leben zaudert und ängstlich agiert.
Die Autorin beschreibt die Demenz oft aus der Sicht des Kranken, dadurch kann man die Verzweiflung über das Unvermögen sich mittzuteilen nachvollziehen. Denn der Vater merkt wenn sich in seinem Gedächtnis eine Tür öffnet oder schließt.
Grace und Malin dagegen sind schwerer zu verstehen, es dauert bis man die Geschichte von Grace erfährt und warum sie so an ihrem Vater wie an einem Fels in der Brandung hängt.
Malin wirkt trotz ihrer Beschreibung wie ein verwöhntes Kind, unfähig über Konsequenzen nachzudenken.
Das Ergebnis der Reise ist am Ende wieder märchenhaft.
Die Mischung aus Märchen und trauriger Realität fand ich nicht gelungen, es passte meiner Meinung nach nicht zusammen. Entweder weniger Trauer und Verzweiflung oder weniger Happy End.
Wer bin ich?
Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel von Alena Schröder
Die Autorin erzählt weiter über Hannah, Silvia und Evelin Borowski. Neu dazu kommt Marlen. Gemeinsam haben sie den Ort Güstrow in der ehemaligen DDR und ein unbekanntes Gemälde. Ein Bild das die Frauen Borowski suchen und das Marlen zufällig am Ende des Krieges gefunden hat. Sie weiß nichts über das Bild nur das es ihr gefällt und auf eine eigene Art und Weise ihr Halt gibt.
Das Buch wird über mehrere Zeitebenen und aus den verschiedenen Sichten der Frauen erzählt. Etwas anstrengend wenn man dieses Buch als Erstes liest, durch die beiden vorherigen Bände bin ich an dien Schreibsti der Autorin gewöhnt.
1945 trifft Marlen auf Wilma einer Künstlerin die sie unter ihre Fittiche nimmt, gemeinsam bauen sie sich in der entstehenden Republik ein Leben auf, obwohl es Marlen zu eng wird, nimmt sie sich Wilma zuliebe zurück. 1989 trifft Evelin auf Marlen sie nähern sich an. 2023 ist es Hannah die mit ihrem Leben nicht zurecht kommt, weil auf einmal der unbekannte Vater ihre Nähe sucht. Alles was bisher richtig und gut war wird über den Haufen geschmissen.
Die Zerrissenheit zwischen den Wünschen, Lebensentwürfen und den Verwerfungen durch das Zeitgeschehen und die äußeren Umstände stellt die Autorin sehr detailliert, verständig und mit einem passenden Maß an Emotionen dar. Ich konnte mich in die Frauen hinein fühlen. Verständnis für ihr Verhalten aufbringen. Vor allem weil ich die Ereignisse immer nur von außen betrachtet habe und nie erleben musste.
Die Titel sind sperrig, nicht gefällig, genau wie das Leben. Spannend erzählt, ich bin gespannt was der Autorin als Nächtes einfällt, nach dem die Geschichte der Borowski Frauen aus erzählt ist.
Hunger
Velvet-Dilogie 1: Velvet Falls, but the Gods forgot to die von Julia Dippel
Das Thema klingt spannend: Eine Dämonenreiterin soll die Götterwelt retten. Velvet hat Visionen in denen die Götter zu Tode kommen, anscheinend ist sie die Einzige die das verhindern kann. Dafür braucht sie das Blut von sieben Göttersöhnen, einer davon ist ihr Exfreund. Obwohl sie sich nicht im Guten getrennt haben, wendet sie sich als Erstes an ihn um mit ihm zusammen seine Brüder aufzusuchen.
Die Umsetzung war in meinen Augen grottig. Es fehlte zu Beginn an einer Erklärung wie die Hauptperson zu ihren herausragenden Fähigkeiten gekommen ist, wie es zu diesem schrecklichen Bruch der Beziehung kam und wer die anderen Personen sind.
Dazu kam das der Roman eher um die 7 Todsünden handelte als die Welt zu retten. Völlerei, Sex. Verrat und Mord sind an der Tagesordnung.
Es war ein ungeheures Tempo in der Spannung bis zu einem ungeheurem Cliffhanger am Ende. Nur für mich fehlte es an einer Entwicklung der Charaktere und der Handlung, es mangelte an Tiefe, die Story sprang manchmal ohne Zusammenhang von einer Szene zur nächsten. Es war eher Dark Romance als Fantasy.
Der dritte Fall für Leo Asker und ihr Team der Verlorenen
Rostiges Grab von Anders de la Motte
Leo Asker bekommt zufällig einen neue Fall. Das Graumädchen zumindestens ein Teil davon taucht auf. Ein Cold Case an dem sich schon ein anderes Team die Zähne ausgebissen hat. An einem unheimlichen Ort um den sich Sagen und Mythen spinnen gerät sie genau wie Martin Hill in gefährliche Situationen.
Dabei hat Leo eine Beförderung in Aussicht wenn sie in der nächsten Zeit niemand auf die Füße tritt.i
Die Intrigen im Polizeipräsidium sind genau so gefährlich wie der Wald Rostskogen. Trotzdem gibt sich Leos Abteilung alle Mühe und kratzt auch noch die letzten Reserven zusammen um diesem Fall Gerechtigkeit widerfahren zu lassen.
Es ist spannend beschrieben wie Leo es schafft ihr Team zu motivieren und die Abgeschobenen und wie ich denke Schwer Gemobbten wieder mit Selbstbewusstsein zu stabilisieren und ihnen den Glauben an ihre Fähigkeiten wieder zu geben.
In Rückblenden werdetn die Gedanken des Graumädchens erzählt und auch ihre Erlebnisse. Wer ist das Graumädchen, eine Moorleiche oder eine der Protagonisten die Schreckliches erlebt hat. Im Laufe der Geschichte lichtet sich der Nebel nicht nur über diesen unheimlichen Wald..
Als Leser erlebt man das Grauen fast hautnah mit, ermittelt mit Leo und begleitet Martin Hill auf seine Epeditonen zu Lost Places. Faszienierendes Thema aber auch nicht ganz ungefährlich besonders wenn man Verbrechern in die Quere kommt
Der dritte Band um Leo Asker ist wieder ein spannender Krimi mit Ausflügen zu den Preppern und den Lost Places. Alle Figuren ob sympathisch ( nur ein paar ) oder gefährlich / unsympathisch haben ausführlich beschriebene Charaktereigenschaften man muss sie nicht mögen aber sie sind faszinierend. Der Stoff aus dem Kinofilme gemacht werden. Man denke nur an Hannibal Lecter.
Ich glaube nicht das Ähnlichkeiten mit Derzernat Q zufällig sind. Ich denke jede Direktion hat so eine Abteilung nur wie sie geführt wird, macht einen großen Unterschied. Genau so scheint es in diesen beiden Krimi Reihen zu sein.
Keine Poesie sonder Pathos
Mathilde und Marie von Torsten Woywod
Marie flüchtet aus Paris, einfach nur weg, wohin egal. im Zug trifft sie Jonina eine ältere Frau die sie einläd sie in ihr Dorf zu begleiten. Ein Dorf anscheinend am Ende der Welt außerhalb der Zeit. Ein Ort in einer wunderschönen landschaftlichen Umgebung und was für mich ausschlaggebend war, ein Dorf voller Bücher.
Wenn es um Bücher geht bin ich auf einem Auge blind. Denn die Leseprobe war schon von der Sprache her eigenartig. Da habe ich noch gedacht es läge an der Figur Jonina und es würde mit den anderen Figuren besser werden.
Leider war es ein Irrtum. Die Schreibweise war voller Pathos, übertriebener Lobpreisungen auf die Natur. Die Losgelöstheit des Ortes und die dadurch entstandene verschworene Gemeinschaft hatte etwas Sektenartiges.
Die ganze Geschichte wurde einfach zu glatt erzählt. Probleme, Verunsicherungen, Ängste und Sorgen lösten sich innerhalb kurzer Zeit in Luft auf.
Der Autor ist Marketingfachmann, vielleicht schreibt er deshalb anders als andere Schriftstellter, aber allein mit vielen schönen Worten wird es kein guter Roman.
Briefe
Die Reise der verlorenen Worte von Jule Wengenroth
Janne arbeitet in einer Abteilung der Post in der unzustellbare Sendungen doch noch ihren Empfänger finden sollen. Dazu gehört auch das Briefgeheimnis zu verletzen um aus dem Inhalt Anhaltspunkte zu finden wo der Brief herkommt oder hin soll. Eine detektivische Ader gehört dazu um diese Aufgabe zu meistern.
Für Janne ist ihr Beruf auch ihre Leidenschaft denn sie ist allein ohne Familie oder Freunde. Eines Tages bearbeitet sie einen Brief der sie an ihr Schicksal erinnert und sie überlegt ob sie nicht doch etwas daran ändern kann.
Persönliche Briefe sind etwas sehr schönes. Sie transportieren gemeinsame Erinnerungen, liebe Grüsse oder berichten von guten Ereignissen. Es gibt natürlich auch traurige Briefe, aber sie zeugen doch von einer Verbundenheit des Schreibers und des Empfängers.
Sehr emotional wird auch in Rückblicken Jannes Leben erzählt, in der Gegenwart wird von ihrer Suche berichtet. Auch wie sie als Postbotin etwas Gutes bewirkt.
Das Buch ist etwas überfrachtet von Gefühlen, etwas zu ausführlich wird über die Empfindungen von Janne erzählt, während andere da zu kurz kommen. Denn einige Figuren hätten auch gut etwas zu sagen gehabt und das wäre auch interessant gewesen.
Schweres Thema
Der Tag, an dem Barbara starb von Richard Hooton
Als die 89jährige Margaret Winterbottom mitten in der Nacht von Blaulicht geweckt wird, ahnt sie das etwas Schreckliches geschehen ist. Am nächsten Morgen wird sie von der Polizei informiert. dass ihre Nachbarin getötet wurde. Ob sie irgendwelche Informationen über Barbara und vielleicht auch über mögliche Sichtungen hätte .
Leider lässt Margarets Gedächtnis sie manchmal im Stich, besonders schlimm ist es geworden seit ihr Mann tot ist. Sie vermisst ihn schrecklich, nur die stillen Gespräche mit ihm scheinen ihrem Leben noch Sinn zu geben. Nun dieser Mord, er weckt pikanterweise ihre Lebensgeister mit der Unterstützung ihres Enkels James versucht sie sich zu erinnern, was Barbara in den letzten Tagen zu ihr gesagt hat, da war etwas Wichtiges.
Das eine alte Dame ermittelt ist in vielen Cosy Crimes der Fall. Das sie Unterstützung eines jüngeren Familienmitglieds haben, auch.
Nur ist dieser Roman für mich kein Cosy Crime, dafür sind die Hintergründe und Lebensumstände der alten Dame viel zu traurig.
Demenz ist ein gutes Thema, den Umgang damit müssen wir alle vielleicht lernen, versteckte Informationen oder eben auch nur der Hinweis auf dieses Thema kann es leichter machen. Aber hier wird es mitleidserregend, auch als etwas Nerviges stellenweise beschrieben. Das hat mich gestört. Es ist eine Tatsache Punkt. Der Umgang damit ist nicht einfach, auch einverstanden aber in einem Roman sollte entweder damit ernsthaft also das Problem an sich ( Unglaubwürdigkeit, mangelndes Vertrauen ) umgegangen werden oder es wird am Rande erwähnt und nicht weiter betrachtet.
Wie der Enkel damit umgeht, ist natürlich perfekt. Er informiert sich und setzt diese Informationen mit seiner Gran auch um, mit Erfolg. Diese Szenen waren positiv zu lesen und gaben dem Roman einen versöhnlichen Ausklang.
Toxische Beziehungen
Die Insel meiner Schwester von Sara B. Elfgren
Nia und Mirijam sind gleichaltige Schwestern, sie haben einen gemeinsamen Vater und lernen sich daher erst mit 14 kennen. Daraus entwickelt sich eine sehr enge Beziehung die erst mit der Beziehung von Nia zu Konrad endet.
Zum vierzigsten Geburtstag kommen sie wieder zusammen. Auf Nias Insel wo sie einen Mädelsabend feiern möchten kommt es zu Ereignissen die ihr Leben wieder verändern.
Die beiden Frauen waren mir suspekt. Auf der einen Seite wirken sie ungeheuer egozentrisch, auf der anderen sind sie von ihrem jeweiligen Partner abhängig. Ich konnte mit diesen Charaktereigenschaften nicht warm werden oder sie nachvollziehen. Klar es gibt Beziehungen die auseinander gehen, auch selbstverständlich, das es mehrere Anläufe braucht bis man den passenden Partner gefunden hat, aber es wirkte immer unwirklich, wenig realistisch total im Gegensatz wie ich es empfinden würde.
Dazu kommt die ungeheure Nabelschau von Mirijam, mit einer solchen Person könnte ich nicht in Kontakt stehen. Das der Grund für Trennungen auch mal bei ihr liegen könnte, kommt ihr nie in den Sinn. Sie ist das Opfer. Der. Sie suhlt sich in Selbstmitleid.
Das Thema des Romans ist spannend geht aber leider in der Charakterbeschreibung der Frauen unter.
Vor Jahren habe ich etwas Ähnliches von Minette Walters gelesen. Dieses Buch konnte ich vor Spannung nicht aus der Hand legen, hier war es so dass ich es weglegen musste um ich vor diesen Depressionen verursachenden Klagen zu schützen.
Kälte
Der Weg des ewigen Winters von Niilo Sevänen
Die kleine Halla steht allein auf der Welt. In Konstantinopel im Jahr 1007, ihre Eltern sind ermordet und sie hat seltsame Träume. Der Bruder ihrer Pflegemutter versucht sie zu beschützen. Denn es sind viele eigenartige Gestalten hinter ihr her. In ihren Träumen sind es Raben und andere Raubvögel.
Im realen Leben sind es Attentäter und andere Gestalten die anscheinend sehr überzeugende Gründe haben ihrer habhaft zu werden.
Es ist eine Fantasy Geschichte die in der Historie angesiedelt ist. Eine Mischung aus nordischen, griechischen und frühchristlichen Mythen. Eine Welt in der es von Hexen, Geistern und Königen wimmelt.
Mich hat dieses Buch überfordert. Wenn ich mich an ein Setting gewöhnt hatte, kam ein Neues. War ich mit einer Figur vertrauter geworden, starb oder verschwand sie. Ist es eine historische Person passt sie nicht in die Zeit.
Alles ist noch sehr wage dargestellt. Denn anscheinend ist dieses Buch der Anfang einer Trilogie. Klar das man mit der Auflösung bzw. mit den Entdecken von Zusammenhängen noch den zweiten und dritten Band lesen muss.
Aber auch im ersten Band könnte schon etwas mehr Tiefe sein Die Charaktere etwas mehr umrissen und ein paar Erklärungen zu den Geschehnissen. Es sind zu viele verwirrte Fäden, man kann nur hoffen das der Autor es schafft dieses Knäuel zu entwirren.
Verschiedene Bilder
Mr. Saitos reisendes Kino von Annette Bjergfeldt
Lita ist in Argentinien geboren. Ihre Mutter liebt Schuhe und den Tango. Als sie das Land verlassen, landen sie in Kanada. Von einer Stadt in einem winzigen Ort fast am Rande der Welt. Lita findet Freunde und ein Zuhause. Genau wie ihre Mutter. Mr. Saito ist ein Mensch der den Menschen in den abgelegenen Orten etwas Freude und Abwechslung bringt.
So ändert sich aufs Neue Litas Welt.
Dieses Buch hat eine besondere Erzählweise. Sehr viele Bilder überschneiden sich. Mal sind es die Beschreibung der Schuhe, dann wieder eine Beschreibung der Natur. Es gibt wenig herausragende Ereignisse, sondern eher eine aneinander Reihung harmloser Geschenisse. Das macht es etwas schwierig das Buch zu verstehen. Entweder folgt man den Bildfolgen oder man liest die harmlosen Ereignisse wie sie in einer Familiengeschichte ohne große Emotionen geschehen.
Der Erzählstil erinnert an die Filme die in den fünfziger Jahren modern waren. Eine Hausfrau die sich rund um Haus, Garten und Familie glücklich ist. Ein bisschen Kino ist ein herausragendes Ereignis. Dazu kommt Klatsch und hier und da mal ein bisschen Stress.
Nicht spannend aber auch nicht langweilig. Das Buch vermittelt das Gefühl das es mit einmal Lesen nicht getan ist, man muss es noch einmal lesen und dann aus einem anderen Blickwinkel.











