Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Petra:
Ein skurriles Paar
Ziemlich beste Verbrecher von Sunil Mann
Aloys und Berta leben in einer Zufallsgemeinschaft zusammen. Als ehemalige Angestellte von Frau Grafenried leben sie in deren Villa. Er war Gesellschafter der Dame und sie die Köchin. Ihren Lebensunterhalt bestreiten sie mit kleinen Schwindeleien und Diebstählen, so jedenfalls ihre Interpretation. Was andere bzw.
die Polizei darüber denken würde steht auf einem anderen Blatt.
Nun erhält Aloys den Auftrag eine verschwundene ältere Dame wieder aufzufinden. Eine Aufgabe die immer mehr Tücken hat, die Recherchen bringen Dinge und Ereignisse an den Tag die erstmal nichts mit dem Verschwinden zu tun haben. Vor allem weil die Ermittlungsstrategien zu wünschen übrig lassen. Erst als Berta mit ihren Fähigkeiten am PC zur Hilfe kommt, wird es etwas übersichtlicher.
Die beiden finden eine Menge heraus, nur nicht das was sie sollen.
Der Schreibstil ist fesselnd, die Beschwerden des Alters sind ein großes Handycab und bei der Vorstellung tun mir die beiden leid. Aber eine Aufgabe bringt Leben in die Bude, Langeweile Adieu, Einsamkeit verzieh dich.
Alle Kompenenten des Alterns und die damit einhergehenden Probleme sind im Hintergrund eine Erwähnung wert. Aber wie die beiden Siebzigjährigen damit umgehen Chapeau.
Die Teilhabe an den Ermittlungen und dem Leben ist spannend, man kann schmunzeln und auch denken naja, es ginge auch anders aber warum nicht.
Ich hoffe sehr die Geschichte geht weiter, denn ich würde die beiden sonst in meinem Buchalltag sehr vermissen. Denn ich möchte unbedingt wissen wie es weitergeht. Ob sie wieder als Ermittler arbeiten, ob sich ein neuer Geschäftszweig auftut und wie das Leben im allgemeinen mit Nachbarn und anderen Angestellten in der Villa vonstatten geht.
Eine begnadete Haus Hexe
The House Witch 1 von Delemhach Emilie Nikota
Fin ist ein begnadeter Koch, alles was er zaubert schmeckt jedem, sogar Personen mit empfindlichen Magen oder besonderen Gelüsten sind nach seinem Essen glücklich. Er ist der neue Chefkoch im Königreich Daxaria. Ein Königreich das etwas Besonderes hat, einen Herscher der sein Volk liebt und es beschützen will.
Gegen weniger angenehme Könige in der Umgebung. Dafür braucht er jede Hilfe die er bekommen kann. Dazu gehört eben auch das die Menschen nach einem guten Essen bessere Entscheidungen treffen. Außerdem ist Fin eine Haushexe ( was nicht jedem bekannt ist und auch nicht soll ). Seine Magie sorgt für Sicherheit und Zufriedenheit in seinem Zuhause und für alle Menschen die darin wohnen.
Es ist wunderbar zu lesen, wie anscheinend so gering erachtete Elemente wie Zufriedenheit und Frieden soviel Glück hervor rufen. Wie die ungehobelten Ritter lernen das mit wenig anders gesetzen Worten Freundschaften entstehen, Bindungen die weit über Kameradschaft und Truppenzugehörigkeit hinausgehen.
Im Grunde vermittelt die Autorin das gutes Benehmen keine Glücksache ist, sondern lebensnotwendig sein kann. Das Mut nicht aus Kraft besteht sondern aus Verständnis für die Umgebung und ihre Menschen.
All diese Gedanken sind humorvoll umgesetzt, die kleinen Hexereien und Zaubertricks haben nichts mit Machtdemonstrationen zu tun. Sondern mit Kraft die aus dem Inneren kommt, die aus Verzweiflung, Zorn oder Beschützerinstinkt erwächst. Empfindungen die gegen Ungerechtigkeit kämpfen.
Das Buch ist das 1. einer Serie. Es kommt einem beim Lesen nicht so vor. Denn immer wieder wird eine Szene abgeschlossen, es bleibt nichts unvollendet. Obwohl am Ende ganz klar steht, das Leben geht weiter und hat noch viele Überraschungen und Ereignisse parat.
Eine starke Frau
Der Gesang der See von Trude Teige
Kristiana ist eine starke junge Frau, sie hat ihrem Vater versprochen dass das Lotsenamt immer in ihrer Familie bleibt. Ein schweres Versprechen denn als Frau obwohl sie die Fähigkeiten hat, darf sie es nicht ausüben. Als sie Witwe wird muss sie bald wieder heiraten und dieser Mann muss die Lotsenprüfung ablegen.
Gegen alle Widerstände erfüllt sie ihre Aufgabe.
Es geschieht eigentlich wenig in diesem Buch, denn das Leben auf der kargen Nordseeinsel in Norwegen bietet wenig. Außer sehr viel Arbeit die oft gerade nur zum Überleben reicht. Für die Frauen ist es noch schlimmer denn sie müssen zuhause warten bis die Männer vom Fischfang zurückkehren und oft kommen sie nicht wieder. Dann sind sie mit den Kindern allein. Angesichts dieser Umstände bleiben sie oft Witwen und haben wenig für ihren Lebensunterhalt.
Dieses Leben erzählt die Autorin atmosphärisch sehr dicht, so intensiv das man sich in diesen Ort hinein versetzt fühlt. Man riecht den Fisch, hört das Meer und hat Angst, Angst bis in die Knochen um den Mann der überfällig ist.
Beim Lesen spürt man selber die Wut, wenn man als Frau als Mensch zweiter Klasse angesehen wird, vor allem wenn die Überheblichkeit der Männer einfach nur albern wirkt.
Diese Intensität schaffen wenig Autoren, es gibt spannende Bücher die man nicht aus der Hand legen kann weil man wissen will wie es weitergeht, bei diesem Buch ist es ein ganz besonderes Gefühl: man will nicht auftauchen aus dieser so anderen Welt, man will bleiben Und Kristiana hautnah erleben und an ihrer Stärke teilnehmen, das geht nur wenn man weiterhin in diesem Buch versunken bleibt. Daraus auftauchen zurück in unserem komfortablen Alltag ist wie ein Schock.
Ich habe das Buch durch gesuchtet und bin dennoch nicht damit fertig, es wird lange nachhallen.
Wohlstand ist nicht immer gut
Zwischen Gut und Böse von Dora Heldt
Hier ist sie wieder die Rentner Soko auf Sylt die der Meinung ist die dortige Polizei braucht Unterstützung. Mit nur ein paar Anhaltspunkten, viele Verdachtsmomente und ein extremes Empfinden für Gut und Böse kommen sie Verbrechern und Wohlstandsverwahrlosten auf die Spur. Eigentlich logisch das es solche Figuren auf Sylt gibt.
Die Insel der Schönen und Reichen, aber es leben auch ein paar Einheimische dort. Menschen wie Karl und Gerda, Onno und Maren, Ilse und Charlotte. Sie sind weder reich noch schön, sie haben gesunden Menschenverstand und das Herz auf dem rechten Fleck. Außerdem sind sie gut vernetzt innerhalb der arbeitenden Bevölkerung, wenn sie fragen bekommen sie Antworten.
Voller Humor erzählt die Autorin und auch voller Liebe zu dieser Insel. Durch die Einheimischen erscheint die Insel, die oft in den Schlagzeilen ist, trotzdem vollkommen normal mit Schafen und Fischbrötchen.
Es ist leider der dritte und letzte Band um diese umtriebigen Senioren. Ich werde sie vermissen aber egal welches Buch man von Dora Heldt in die Hand nimmt, man wird gut unterhalten.
Gelungene Fortsetzung
Cassandra Morgan, Band 2 - Die magische Flöte von Skye McKenna
Cassandra hat sich eingewöhnt im Haus der Haghexe,ihrer Tante Miranda. Zwar sucht sie immer noch nach Hinweisen zu ihrer Mutter aber sie hat Freundinnen, eine Aufgabe und ein Zuhause in dem sie sich wohlfühlt.
Nun kommt auch noch ihr Cousin dazu, der Junge ist totunglücklich und sie muss ihn unter ihre Fittiche nehmen.
Außerdem liegt ein Fluch über dem Dorf, der Erlkönig will ein gefährliches Artefakt und die Dorfbewohner sollen es für ihn suchen.
Der Titel und der Klappentext irritieren etwas. Es sind von zwei verschiedenen Artefakten die Rede. Beide haben in der Geschichte aber ihre Aufgaben und es wird dadurch richtig spannend.
Cassandra entwickelt sich von einer impulsgesteuerten Jugendlichen zu einer die sich erst Gedanken macht bevor sie loslegt. Sie bezieht ihre Freundinnen in ihre Gedanken ein und zusammen kommen sie auf vernünftige Lösungen.
Die Frage was mit ihrer Mutter geschehen ist bleibt weiter offen aber vielleicht gibt es im dritten Band der im November erscheint ein glückliches Wiedersehen.
Konkurrenz, politisches Kalkül oder Rache
Im Auftrag der Fugger - Teufelsreigen von Peter Dempf
Ava und Hervart arbeiten für Jacob Fugger. Den bekannten Kaufmann aus Augsburg, er verkauft in der ganzen bekannten Welt und rührt auch politisch in vielen Töpfen. Fugger ist eine reale Person im fünfzehnten Jahrhundert. Während Ava und Hervart fiktionale Personen sind. Ihre Abenteuer beruhen auf geschichtlichen Tatsachen.
Die Ausschmückung dagegen ist dem Kopf des Autors entsprungen.Es
Tatsache ist: Fugger hat Schwierigkeiten, seine Lieferungen werden beschädigt oder verschwinden ganz, seine Angestellten werden bedroht oder verletzt. Es liegt an der Konkurrenz und an seinem politschen Handeln. Ava und Hervart sollen heraus finden wer genau dahinter steckt.
Die historischen Figuren wirken distanziiert, als ob der Autor sich streng an die bekannten Tatsachen gehalten hat. Beispiel Javob Fugger war nach den historischen Beschreibungen ein berechnender Mann, zwar auch Wohltäter aber immer mit dem Hintergedanken an sieinen Vorteil. Diese Beschreibung findet sich auch im Roman wieder, er zahlt gut, denn nur gut bezahlte Leute sind loyal und leisten gute Arbeit.
Im Gegensatz dazu sind die fiktiven Figuren. Sie wrken lebendig Sie machen den Roman spannend, man kann ihren Hang zum Abenteuer und den Wunsch nach einem besseren Leben nachvollziehen. Denn Fugger ist einer der Wenigen die das möglcih machen.
Die Mischung ist gelungen, der Autor hat die Historie in eine spannende Geschichte eingebaut. Gleichzeitig hat er die Tatsachen nicht verbogen oder für die Geschichte an andere Orte oder Zeiten verlegt. Das stört mich immer bei seinen Kollegen. Denn wenn man Spaß an Geschichte hat, möchte man das das Drumherum stimmt.
Im Sturm
Fünf Fremde von Romy Fölck
Auf Neuwerk sind vor 30 Jahren zwei Jugendliche verschwunden. Dieses Unglück hat für alle Nachwirkungen. Freunde, Verwandte, Inselbewohner, Lehrer und Besucher. Jeder hat davon erfahren, keiner weiß was passiert ist. Nun im Jahr 2025 treffen verschiendene Personen auf die Insel ein, aus verschiedenen Gründen alle stehen irgendwie im Zusammenhang mit dem damaligen Ereignis.
Ganz langsam führt uns die Autorin an die Ereignisse damals und heute heran. Wir erleben mehr von dem nahendne Sturm als von den Gedanken und Gefühlen der Protagonisten. Die kleine Insel mitten im Orkan, dieses klaustropobische Setting überträgt sich beim Lesen. Der laute unheimliche Wind, das Knarren der Bäume und Dächer, die Wucht der Böen, es ist als ob man es spürt. Über allem liegen die Unsicherheiten, warum sind diese Personen auf der Insel, die eine weil sie eine Auszeit vom Job braucht und sich um ihre Mutter kümmern will, die andere um eine alte Freundin zu besuchen, Das sind ganz allgemeine Themen aber unterschwellig ist da mehr. Darüber erfahren wir nach und nach. Auch was vor dreißig Jahren passiert ist. Ganz langsam erleben wir Teenager im Schullandheim, harmlose Streiche, erste Liebeleien usw. Die Steigerung der Erwartung wann kommt es zum Verbrechen oder einem anderem Ereignis ist kaum auszuhalten. Immer mehr Hinweise, Indizien, begonnene Gespräche. Allmählich reimt man sich als Leser etwas zusammen. Dann das fulminante Ende. Mit allem war zu rechnen, aber das was dann kam nicht. Soviel verqueres Denken kann man sich kaum ausdenken, aber nach dem Sacken lassen, erscheint es auf eine absonderliche Art logisch. Schrecklich, abartig, Rache eben.
Ein neuer Anfang
Betreutes Morden von Fergus Craig
Carol hat sich eine Wohnung in einer Seniorenresidenz gekauft. Ein ganz neues Leben. Nachdem sie fünfunddreißig Jahre im Gefängnis saß. Sie war eine Serienmörderin. Jetzt will sie ein neues Leben und neue Freunde. Ein nicht ganz einfaches Unterfangen weil kurz nach ihrer Ankunft ein Mord geschieht.
Klar das sie die Verdächtige Nr. 1 ist und das in einem Seniorenheim in dem es nur so von ehemaligen Ermittlern wimmelt.
Beim Lesen hat man sofort Vergleiche mit dem "Donnerstagsmordclub" gezogen. Seniorenheim, alte Ermittler usw. .
Aber ab dem zweiten Drittel hört die Ähnlichkeit auf. Diese Alten sind alt im Sinne des Wortes, körperliche Gebrechen, etwas Demenz, das gute Aussehen ist auch fort. Sie wirken natürlich, wie sie gegen die Langeweile ankämpfen, Vorurteile laut jedem erzählen der sie nicht hören will. Und das alles in einem Heim das Annehmlichkeiten für eine jüngere Generation bietet. In dem die Angestellten die Bewohner nach ihren Erfahrungen aus dem ersten Weltkrieg fragen. Carol und ihre neuen Freunde sind sehr echt, diesen Menschen begegnet man täglich, in der Familie oder Nachbarschaft.
Die Geschichte entwickelt sich sehr skurril, die Dialoge sind schräg und am Ende gab es ein sehr schönes Happy End wobei dieses Wort für einen Cosy Crime verkehrt ist aber in diesem Fall passt.
, So das ich mich schon auf einen nächsten Band freue.
Schreiben um des Schreiben willen
Die Enthusiasten von Markus Orths
Ein verehrter Autor und seine drei Fans. Drei Freunde treffen sich jedes Jahr um einen Autor zu feiern, dessen Werke sie verehren. Sie erleben skurrile Situationen und sind sich sicher das es noch ein weiteres Buch gibt. Dieses zehnte Buch suchen sie, warum, sind die anderen Werke nicht genug? Oder erhoffen sie sich weitere Weisheiten für ihr eigenes Leben?
Vince und seine Geschwister sind die andere Gruppe in diesem Roman.
Vince ist derjenige der beide Handlungsstränge miteinander verbindet.
Die Geschichte ist so schräg und voller überraschender Einfälle, wie der Vater der noch nie gestellte Fragen in seinen täglichen Telefonaten haben möchte.
Die Art wie die Geschichte aufgebaut wurde war für mich vollkommen neu. Am Anfang war es schwierig sich darauf einzulassen, dafür war es zu sprunghaft. Aber dann hat mich das Buch fasziniert, wie kommt man auf solche Wendungen, wie auf solche Ideen, wie kommt man auf solche Sätze die erst keinen Sinn ergeben und dann sich verselbstständigen, andere Formen in meinen Kopf annehmen.
Ob einem das Buch vom Stil her gefällt oder nicht, das ist vollkommen egal, denn es ist auf alle Fälle von einem Menschen geschrieben, einem Schriftsteller der sich selber Gedanken gemacht und nicht von einer KI die sich aus den Gedanken anderer einen Text formuliert hat.
Kuchen oder Schauspiel
Books & Coffee - An Wunder muss man glauben von Ella Lindberg
Das Bücher Cafe geht in die zweite Runde. Emilia haben wir schon im ersten Band flüchtig kennengelernt. Hier taucht sie als Chaoten Emoji wieder auf. Eine freundliche Beschreibung, denn ihr Leben ist im Moment wirklich chaotisch, sie verliert ihren Job, ihre Wohnung und ihr Freund geht zurück zu seiner Exfrau.
Deshalb ist sie auch wieder zurück nach Nürnberg gekommen, die Stadt die sie eigentlich nie wieder betreten wollte.
Es werden sehr viele Klischees abgearbeitet die toxische Beziehungen betreffen. Die Lösung die die Autorin anbietet ist Alkohol, Freundinnen und Kuchen. Gleichzeitig kommt die Erkenntnis das das Schlimmste immer passiert wenn sie etwas zuviel getrunken hat. Was denn nun?
Es wird oberflächlich im Buchclub über Bücher gesprochen, das hätte ich gern vertieft gehabt. Genau so das die Mitglieder eher Statisten sind hat mich gestört. Aber vielleicht kommen sie in vielleicht folgenden Bändern wieder vor.
Die Liebesgeschichte die am Ende siegt, wirkt konstruiert, sie hat mich nicht überzeugt.
Das am Ende des Buchs endlich ein Kuchenrezept war hat mich dagegen sehr gefreut. Denn ein Buch über Kuchen und Bücher sollte auf alle Fälle auch mindestens ein Rezept und eine Empfehlung enthalten.











