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Rezensionen von Lese:
Schneller wieder zur Ruhe kommen
Die 1-Minuten-Strategie gegen emotionalen Stress von Jacob Drachenberg
Das Buch beschäftigt sich mit emotionalem Stress, einem sehr interessanten und wichtigen Thema. Zu Beginn gibt es verständliches Grundwissen darüber, was bei Stress im Gehirn passiert und warum wir in bestimmten Situationen so reagieren.
Das Buch bietet viele konkrete Übungen und Methoden, die sich im Alltag ausprobieren lassen.
Einige der Techniken waren mir bereits bekannt, andere waren neu für mich. Besonders praktisch finde ich, dass man so viele unterschiedliche Ansätze gesammelt in einem kleinen Büchlein hat und sich diejenigen heraussuchen kann, die gut zu einem selbst passen.
Besonders hilfreich finde ich die Übungen für akute Stresssituationen. Sie können dabei helfen, schneller wieder zur Ruhe zu kommen und auch in stressigen Situationen einen klareren Kopf zu bewahren. Da das Buch klein und kompakt ist, kann man es außerdem gut unterwegs mitnehmen. Der Inhalt ist übersichtlich aufgebaut und leicht verständlich.
Über den Gefühls-Quickfinder kann man schnell die passende Emotion und damit die entsprechenden Seiten finden.
Insgesamt ist es ein hilfreiches, praxisnahes Buch mit vielen konkreten Anregungen, die sich gut in den Alltag integrieren lassen.
Emotional berührend
Und mittendrin der Birnbaum von Ute Mank
Dora kehrt im hohen Alter in ihr Heimatdorf zurück und beginnt gemeinsam mit der jungen Pina nach ihrer ehemaligen jüdischen Freundin Fanny zu suchen, deren Schicksal ungeklärt ist. Dabei wird sie mit ihrer eigenen Vergangenheit und der Frage konfrontiert, warum sie Fanny damals nicht geholfen hat.
Die Geschichte wird sehr ruhig und einfühlsam erzählt, gerade deswegen hat sie mich besonders berührt. Es wird sehr deutlich, wie lange verdrängte Erinnerungen und Schuld einen begleiten können. Sehr nachvollziehbar wird auch thematisiert, wie Menschen durch die nationalsozialistische Ideologie beeinflusst, manipuliert und gegeneinander aufgehetzt wurden und Wegschauen und Zivilcourage. kollektive Schweigen und Verdrängen. Die Protagonistinnen werden sehr nahbar und vielschichtig dargestellt, Doras innere Zerrissenheit, ihre Schuldgefühle und ihr langes Verdrängen der Vergangenheit werden deutlich spürbar. Insgesamt fand ich den Roman bewegend und nachhaltig und die Themen aktueller denn je.
Gute Ideen, aber zu wenig Spannung
Kaltes Versprechen von Katharina Peters
Rebekka Just untersucht den Tod der Kriminalpsychologin Hannah Jakob, der zunächst wie ein Unfall aussieht, sich aber bald als Mord herausstellt. Bei ihren Ermittlungen bekommt sie Unterstützung von Krølle, einem zwielichtigen Mann, und gemeinsam stoßen sie auf Verbindungen zu alten Fällen.
Die Grundidee hat mir gut gefallen, bei der Ausführung hätte ich mir allerdings mehr Spannung und weniger Wiederholungen gewünscht.
Auch die Figuren konnten mich nicht alle überzeugen, besonders Krølle, ein ehemaliger Auftragskiller, der die Ermittlerin nun unterstützt. Dabei geht er brutal und rücksichtslos vor, zeigt aber gleichzeitig eine große Tierliebe. Rebekkas Verhalten, vor allem ihre Zusammenarbeit mit dem zwielichtigen Krølle, wirkte auf mich teilweise unglaubwürdig und naiv. Die Hörbuchsprecherin hat eine angenehme Stimme und liest gut betont. Die Handlung war mir stellenweise jedoch zu ruhig und langatmig.
Insgesamt ist es eher ein ruhiger Krimi als ein spannender Thriller. Ein Reihenauftakt mit guten Ideen, der mich aber nicht ganz überzeugen konnte.
Beeindruckender und wirkungsvoller Auftakt
Sturmland von Miriam Georg
Miriam Georgs erster Band des Zweiteilers hat mich tief beeindruckt. Die Autorin hat mich schon mit ihren letzten historischen Romanen begeistern können, deswegen habe ich mich sehr auf eine neue Reihe gefreut. Diesen habe ich als Hörbuch gehört, angenehm und einfühlsam gesprochen von Tanja Fornaro.
Cora flüchtet im Jahr 1860 vor ihrer Vergangenheit und nimmt auf Norderney eine Stelle als Gouvernante der kranken Emmi an. Dort lernt sie den Fischer Onnen kennen, der ebenfalls ein Geheimnis mit sich trägt. Zwischen den beiden entwickelt sich langsam eine zarte Liebesgeschichte.
Die komplexen und glaubwürdigen Charaktere sind individuell und facettenreich. Die sorgfältige Recherche der historischen Lebensumstände vom harten Leben auf den ostfriesischen Inseln, von Armut, Krankheiten, gesellschaftlichen Unterschieden und der schwierigen Stellung der Frau macht die Geschichte authentisch und spannend. Der Schreibstil ist angenehm und leicht zu hören. Der Auftakt dieser Dilogie hat mich berührt und gefesselt. Ich freue mich bereits auf die Fortsetzung der Geschichte, leider muss man sich noch bis Oktober gedulden.
Ein gruseliges Abenteuer
Dracula & Töchter (Dracula & Töchter 1) von Emma Carroll
Meine Töchter waren gleich magisch angezogen von dem ausdrucksstarken Cover. Das Buch war eine spannende Vampirgeschichte mit einer leicht düsteren, aber trotzdem kindgerechten Gruselatmosphäre. Ein wenig Humor lockert die unheimliche Stimmung immer wieder auf.
Als in Temstown merkwürdige Dinge auf einem Friedhof geschehen und ihr Freund Varney nach einem Biss in Gefahr gerät, müssen Mina, Buffy und Bella schnell handeln.
Dabei gibt es viele kleine Verweise auf bekannte Figuren und Geschichten aus der Welt der Vampire. Die drei Cousinen sind unterschiedlich und sympathisch und ergänzen sich mit ihren jeweiligen Stärken gut.
Der Schreibstil ist angenehm und flüssig, die kurzen Kapitel passen gut zur Zielgruppe ab etwa 10 Jahren.
Auch für Erwachsene war das Buch noch unterhaltsam, ich hatte es in einem Rutsch gelesen.
Der Auftakt dieser Trilogie hat uns sehr gut gefallen, und wir sind neugierig auf die weiteren Abenteuer von Mina, Buffy und Bella.
Geheimnisvolle Atmosphäre
Im Licht des neuen Tages von Jarka Kubsova
Es geht um die Schriftstellerin Elli, die sich in ein Haus im Wald zurückzieht und dort über ihre tschechischen Wurzeln, ihre Großmutter und verdrängte Erinnerungen nachdenkt. Eine alte Geschichte über die geheimnisvolle Viktorka führt sie schließlich nach Tschechien und immer tiefer in ihre eigene Vergangenheit.
Ich mag Geschichten, in denen Vergangenheit und Gegenwart miteinander verwoben werden und nach und nach Geheimnisse ans Licht kommen. Auch die geheimnisvolle Atmosphäre und der angenehme Schreibstil haben mir gut gefallen. Es tauchen immer wieder Frauen auf, die in der Vergangenheit häufig falsch beurteilt oder zum Schweigen gebracht wurden, das fand ich sehr interessant.
Auch die Landschaft wurde sehr bildhaft und stimmungsvoll beschrieben und die märchenhaften und mystischen Elemente haben gut dazu gepasst. Ich habe etwas Zeit gebraucht, um in die Geschichte hineinzufinden. Es war kein klassischer Pageturner, aber sehr atmosphärisch und emotional geschrieben.
Authentisches Jugendbuch
Das Knistern im All von Stephan Lohse
Das Cover ist mir durch seine auffälligen Farben und die Antilope gleich ins Auge gefallen.
Der Schreibstil gefiel mir sehr gut, er ist kurz, prägnant, direkt und trotzdem atmosphärisch. Auch die Sprache wirkt authentisch und sehr nah an der Lebenswelt von Jugendlichen. Es lies sich sehr flüssig lesen und ich hatte es in einem Rutsch fertig (es sind auch nur 166 Seiten).
Im Mittelpunkt steht der 15-jährige Matti, der während einer Klassenfahrt nach Amrum einen psychischen Zusammenbruch erlebt.
Die Themen wie Klassenfahrt, Freundschaft, erste Küsse, Alkohol und Gruppendynamik werden realistisch und ungeschönt dargestellt. Es gibt sowohl humorvolle, traurige und teilweise auch raue Momente.
Ich bin zwar nicht mehr die typische Zielgruppe eines Coming-of-Age-Jugendbuchs, aber die Geschichte über das Erwachsenwerden, Identität, erste Erfahrungen und die Bedeutung echter Freundschaft hat mich berührt.
Düster und geheimnisvoll
Die Nachbarin. Lass sie nicht in dein Haus. von Nova Winter
Smilla zieht mit ihrem Mann für einen Neuanfang in den Schwarzwald. Als sie einen kleinen Jungen vor dem Ertrinken rettet, ist sie plötzlich überzeugt, dass er ihr Sohn ist, obwohl das unmöglich sein kann.
Der Thriller hat mich von der ersten Seite an gepackt und bis zum Schluss nicht mehr losgelassen.
Die Spannung entsteht dabei nicht durch viel Action, sondern durch das ständige Gefühl, dass irgendetwas nicht stimmt. Mit jeder Seite wurden die Fragen größer und die Handlung überraschte immer wieder mit unerwarteten Wendungen.
Die kurzen Kapitel und wechselnden Erzählperspektiven machten das Buch zudem sehr abwechslungsreich. Der ruhige, flüssige Schreibstil hat mir gut gefallen, gleichzeitig ist das Erzähltempo sehr hoch. Die Figuren tragen viele Geheimnisse mit sich und entwickeln sich im Laufe der Geschichte glaubwürdig weiter.
Ein außergewöhnlicher Thriller, der sich deutlich von vielen anderen Büchern dieses Genres abhebt.
Sensibilisiert
Ein ganz normales Wunder von Woody Brown
Der Klappentext und die Informationen über den Autor haben sofort meine Neugier geweckt. Das Buch erzählt von mehreren Menschen mit Behinderung und ihren Betreuern in einer Tagesstätte. Es zeigt ihren Alltag, ihre Gedanken, Herausforderungen und Beziehungen und macht deutlich, wie wichtig es ist, Menschen nicht aufgrund ihrer Behinderung zu unterschätzen.
Es behandelt wichtige Themen wie Vorurteile, Inklusion, Selbstbestimmung und einen respektvollen Umgang miteinander. Der ruhige, einfühlsame Schreibstil und die authentisch wirkenden Figuren haben mir gut gefallen. Die wechselnden Erzählperspektiven machen die Charaktere vielschichtig und zeigen dieselben Situationen aus unterschiedlichen Blickwinkeln, was ich sehr interessant fand.
Aktuell gibt es Kritik an der Authentizität des Romans, weil die verwendete Methode der gestützten Kommunikation (Facilitated Communication) wissenschaftlich stark umstritten ist.
Unabhängig davon empfinde ich das Buch als einen bewegenden Roman, der einen eindrucksvollen Einblick in die Lebenswelt von Menschen mit Behinderung gibt und zum Sensibilisieren anregt.
Comicspaß für kleine und auch größere Leseratten
Cats Tagebuch - Lass die Ratte aus dem Sack! von Franziska Höllbacher
Wir lieben Tagebücher im Comic-Stil. Die Geschichte rund um den Kater Knutbert ist herrlich unterhaltsam und es gibt viel zu lachen. In dem Buch erzählt der Kater Knutbert in Form eines Tagebuchs von seinem Alltag. Als in der Nachbarschaft ein geheimnisvoller Unruhestifter sein Unwesen treibt und Knutbert selbst unter Verdacht gerät, macht er sich auf die Suche nach dem wahren Täter.
Die Handlung selbst ist eher einfach und die Geschichte lebt von Knutberts Eigenheiten und seiner selbstbewussten Art und seinem unerschütterlichen Selbstvertrauen.
Der Schreibstil ist leicht, flüssig und sehr unterhaltsam. Die vielen lustigen Illustrationen und Comic-Elemente machen es sehr lebendig. Die Kapitel sind übersichtlich und auch für jüngere oder leseschwächere Kinder gut geeignet. Ein unterhaltsames Buch mit vielen witzigen Szenen für zwischendurch!











