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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Anabellb:

Packender Krimi

Alles wird Asche von Nele Neuhaus

Als Fan von Nele Neuhaus freue ich mich, dass nach 18 Monaten der nunmehr 12. Teil der Bodenstein-Kirchhoff-Reihe erschienen ist.
Das Cover mit dem Vogel wirkt düster und gefällt mir sehr. Außerdem gibt es diesmal eine Art Farbschnitt, wodurch das Buch optisch noch besser wirkt und sehr wertig ist.

Der Schreibstil der Autorin ist unverändert flüssig und sehr bildhaft, so dass ich mich wieder direkt in das Geschehen und die Umgebung hineinversetzt gefühlt habe.
Pia und Oliver sind mir seit Jahren ans Herz gewachsen und daher habe ich mit Neugier und teilweise Überraschung die Entwicklung ihres Privat- u. Berufslebens in diesem Band verfolgt.
Etwas schwierig war für mich, die vielen Personen zuzuordnen. Die Übersicht am Anfang des Buches war hierfür sehr hilfreich und ich habe sie mir kopiert, damit ich nicht zurückblättern mußte.
Nele Neuhaus hat wieder eine spannende Geschichte erzählt, die mich vom Anfang bis zum Ende, auch durch gekonnte Wendungen, gefesselt und immer wieder auf falsche Spuren geleitet hat.
Ich war begeistert und hoffe auf eine Fortsetzung der Reihe und weitere Verfilmungen!

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Rezensionen von Eternal-Hope:

Ein Stück Zeitgeschichte erlebbar gemacht

Geteiltes Haus von Alice Horáčková

Aus Erzählungen Vertriebener und ihrer Nachkommen kennen viele Menschen aus Deutschland und Österreich die Beneš-Dekrete, im Rahmen derer nach dem 2. Weltkrieg mehrere Millionen zur deutschen Volksgruppe gehörende Menschen in der damaligen Tschechoslowakei entschädigungslos enteignet und oft brutal vertrieben wurden, und die formal bis heute in Kraft sind.

Damit ging eine lange Zeit des oft friedlichen, gerade am Ende aber sehr konflikthaften Zusammenlebens von deutschsprachigen, tschechischsprachigen und weiteren Volksgruppen in dieser Region zu Ende.

Woher kam dieser enorme Hass auf die deutschsprachige Bevölkerungsgruppe im eigenen Land, sodass ein gemeinsames, gemischtkulturelles Weiterleben nicht nur unmöglich erschien, sondern auch mit großer Härte selbst gegen Kinder und alte Menschen vorgegangen wurde (was im Buch nur ganz am Rande thematisiert wird)? Dieses Buch zeigt die Hintergründe davon auf und macht verständlich, wie es schließlich zu diesem Ende kam. Passend dazu beginnt das Buch mit einem Brief einer vertriebenen Deutschen aus dem Exil in Deutschland an ihre tschechische Freundin, das Ende wird also schon vorweggenommen.

Die 1980 in Prag geborene Autorin Alice Horáčková hat beim Erforschen ihrer eigenen Familiengeschichte entdeckt, dass sie selbst aus einer gemischt tschechisch-deutschen Familie stammt und Teile ihrer Vorfahren nach 1945 nach Deutschland vertrieben wurden, wo deren Nachkommen bis heute leben. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, nicht nur ihre Familiengeschichte, sondern auch die Lebensumstände der damaligen Zeit detailliert zu recherchieren, um daraus ein lebendiges, zwar grundsätzlich fiktives, aber doch auch auf realen Personen und historischen Geschehnissen basierendes autofiktionales Familienepos zu erschaffen.

Herausgekommen ist dabei ein opulentes Werk von fast 900 Seiten in der gebundenen Ausgabe, das zwar aufgrund seines Umfangs durchaus einiges an Lesezeit benötigt, sich aber durch die kurzen Kapitel und die lebendige, spannende Erzählweise sehr unterhaltsam und kurzweilig liest.

Wir begleiten den Ort Benecko im tschechischen Riesengebirge und seine Einwohnerinnen und Einwohner über die Zeitspanne der österreichischen-ungarischen K.u.k.-Monarchie, den darauffolgenden Ersten Weltkrieg, der das Ende dieser mit sich bringen würde, die Erste und Zweite Tschechoslowakische Republik bis durch den Zweiten Weltkrieg unter deutscher Besatzung und in die Zeit der Dritte Republik in den Jahren unmittelbar nach dem Krieg hinein. Das bei weitem längste Kapitel widmet sich dabei der Zeit des Zweiten Weltkrieges, doch auch von den Epochen davor wird ein lebendiges Zeitporträt gezeichnet und es wird spürbar, wie selbstverständlich die Menschen zwischen den Sprachen wechselten, untereinander heirateten, Freundschaften pflegten und friedlich miteinander lebten.

Mir hat es besonders gut gefallen, dass der Roman aus so vielen Perspektiven geschrieben ist und so viele unterschiedliche Personen zu Wort kommen, wodurch er für mich so lebendig und einprägsam erzählt war, dass ich das angehängte Personenregister kaum konsultieren musste und rasch ein Gefühl für die vorkommenden Personen und sozialen Beziehungen vor Ort hatte.

Da gibt es die schöne, unabhängige, freigeistige Zdenka, eine Tschechin und die Urgroßmutter der Autorin, die sich mit mehreren Männern einlässt, mitten im Krieg alleine mit einem Kind dasteht und schließlich doch ihren bisherigen Verlobten Vinzenz aus deutschsprachiger Familie heiratet, dafür aber einen hohen Preis zahlt. Vinzenz wiederum schafft es durch List, Glück, NS-Anhängerschaft und Opportunismus, aus beiden Kriegen einigermaßen unverletzt und vor allem lebendig hervorzugehen. Sein Bruder Hans, ein erfolgreicher Unternehmer, kennt nur sein Geschäft und seinen Erfolg, keinerlei Prinzipien oder Moral, übernimmt bedenkenlos zusätzlich das Unternehmen enteigneter Juden und rechtfertigt das alles auch noch damit, er habe ihnen einen Gefallen getan.

Dann gibt es den Lehrer Tomek, dem seine Schülerinnen und Schüler, aber auch Gerechtigkeit und das Überleben der tschechischen Identität sehr am Herzen liegen, der eine Dorfchronik schreibt und für seine Widerstandstätigkeit lange Jahre im Gefängnis sitzt – der aber auch eine langjährige Liebesaffäre mit Anežka, auf Deutsch Agnes, der Ehefrau des Unternehmers Hans betreibt, wobei auch letztgenannter kein Kind von Traurigkeit ist und diverse Affären hat. Anežka wiederum ist ebenfalls Lehrerin und unterrichtet, obwohl selbst zur deutschsprachigen Volksgruppe gehörend, an der tschechischen Schule.

So sind diese und noch viele weitere Personen nicht nur durch Freundschaften und Ehen, sondern auch noch im Geheimen durch diverse Liebschaften miteinander weit über Volksgruppengrenzen hinaus verbunden.

Und wer ist eigentlich der Vater von Ernst/Arnošt, Zdenkas unehelichem Sohn, und was bedeutet das für dessen Schicksal in einer Zeit, in der es immer wichtiger wird, sich über die eigene Nationalität zu definieren?

Anežka, Tochter des ehemaligen deutschsprachigen Bürgermeisters, und die Tschechin Zdenka, sind schlussendlich durch ihre Heirat mit Brüdern Schwägerinnen, doch gibt es auch so einiges, was sie potentiell trennen kann… wie wird ihre Freundschaft all diese Widrigkeiten überstehen?

Ich habe dieses Buch mit sehr viel Freude, Spannung und Interesse regelrecht verschlungen und habe mich die ganze Zeit sehr nah dran an den handelnden Personen und ihren Schicksalen gefühlt. Die sehr interessante Zeitepoche von Ende des 19. bis Mitte des 20. Jahrhunderts in der Gegend des Riesengebirges, ihre vielfältigen politischen und wirtschaftlichen Umwälzungen und Zerwürfnisse und deren reale Konsequenzen für all die betroffenen Menschen sind dadurch noch einmal neu und anders für mich erlebbar geworden und ich habe den Eindruck, mir mit diesem Buch – auch wenn es eine fiktionalisierte Geschichte ist – ein Stück mitteleuropäischer Zeitgeschichte noch einmal neu erschlossen zu haben.

Deshalb kann ich dieses Buch allen, die sich für Zeitgeschichte interessieren, aber genauso auch jenen, die einfach gerne ein umfangreiches, aber kurzweiliges, spannend geschriebenes und vielperspektivisches Familienepos lesen, absolut empfehlen, und freue mich auf weitere Bücher dieser talentierten Autorin.

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Rezensionen von Ulgu1978:

Gute-Laune-Garant

Guten Morgen, schönes Wetter heute von Tanja Kokoska


Eine Siedlung irgendwo in einer Stadt. Das klingt eigentlich ganz unspektakulär, aber Tanja Kokoska gelingt es, aus vielen Alltagsszenen, Charakteren und Familiengeschichten ein Wohlfühl-Buch zu schreiben, das mich in seinen Bann gezogen hat.
Wir lernen unter anderem Ina und Henry, Frau Kaiser, Herrn Bello und weitere Bewohner aus dieser Siedlung kennen.

Sie kennen sich alle untereinander zunächst nicht näher, höchstens "vom Sehen", aber ein Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg verändert nicht alles, aber doch vieles. Bis auf Herrn Krämer begegnet man durchweg sympathischen Menschen in dieser Siedlung. Wobei mir die beiden Hauptfiguren Ina und Henry besonders gut gefallen haben.
Ich habe dieses Buch in einem Rutsch durchgelesen und konnte mir an einigen Stellen das Schmunzeln nicht verkneifen. Mit diesem Buch kann man sich einen total verregneten Tag im wahrsten Sinne des Wortes schönlesen. Wer kleine Familiengeschichten mag, das Unspektakuläre interessant findet und ein paar entspannte Lesestunden erleben möchte, ist mit diesem Buch bestens bedient.
Mein Fazit: Bei schlechtem Wetter oder schlechter Laune sollte man dieses Buch zur Hand nehmen. Auch wenn das Wetter davon nicht besser wird, die Laune wird es auf jeden Fall.

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Rezensionen von hohleborn8:

Trauma häuslicher Gewalt

Tödliches Verderben von Karin Slaughter

Zurück in North Falls bei der weitverzweigten Großfamilie Clifton. Gerade als Emmy und Jude ihre Mutter 6 Wochen nach dem gewaltsamen Tod ihres Vaters beerdigen müssen, werden sie Zeugen eines Falles häuslicher Gewalt. Bei Emmys Kollegin und Freundin Allison erfolgt ein mehrfacher Schusswechsel. Emmy, Jude und Cole, gerade in Zivilkleidung auf dem Rückweg vom Friedhof finden Allison tot und deren 16-jährige Tochter Mandy schwerverletzt in deren Wohnung.

Jude wird dabei von einer Kugel gestreift. Der Täter entkommt.

Wie im ersten Teil der North Falls Reihe von Bestseller-Autorin Karin Slaughter ist der eigentliche Kriminalfall durchweg sehr spannend. Dabei werden die Facetten einer toxischen Beziehung zwischen den Opfern häuslicher Gewalt und ihrer Peiniger tiefgründig beleuchtet.

Während der Kriminalfall den Leser fesselt, ist die Familiengeschichte der Cliftons weiterhin verwirrend. Warum kann Jude sich nicht dazu durchringen, Emmy reinen Wein einzuschenken? Gelegenheiten waren einige, endlich klar Tisch zu machen. Auch Tommy wird für mich immer nebulöser. Er hat ein Leben lang als Lehrer mit Kindern gearbeitet. Warum kann er nicht mir seiner Schwester Klartext reden und den beiden Frauen helfen, ihre Beziehung zu kitten. Er sieht aus der Ferne zu, wie die beiden Frauen auf ein Desaster zusteuern, anstatt klärend einzugreifen. Total untypisch für einen Pädagogen.

Frustiert war ich zum Schluss, dass Jude in die Fußstapfen ihres Vaters tritt und zur Selbstjustiz greift, um Emmy und Cole vor der Rache der korrupten Polizeibeamten, Politiker bzw. der Drogenmafia zu schützen. Als Mutter kann ich ihr Handeln verstehen. Aber sie hat jahrzehntelang unter den Dogmen ihres Vaters gelitten und greift nun selbst zu seinen Werkzeugen.

Der zweite Teil der North Falls Reihe war überaus spannend und behandelt neben der Gewalt in der Familie einige hochaktuellen Probleme der modernen Gesellschaft, wie die diskriminierende Behandlung von Frauen in der Arbeitswelt und die Folgen von Korruption.

Überrascht war ich übrigens von den niedrigen Höchstgrenzen für zugelassenen Spendengelder für Politiker. Mit diesen niedrigen Spenden kann man doch kaum einen Wahlkampf organisieren.

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Rezensionen von LeserinLu :

House of Cards

Von blauen Vögeln von Shejla Baltić

Was für ein Rausch von einem Roman! Schon die Gestaltung des Romans hat mich begeistert: auffallend, wertig und irgendwie genauso rauschhaft wie die Geschichte selbst, mit der ich großen Spaß hatte. Die Handlung wird schnell und flüssig erzählt und bietet spannende Einblicke hinter die Kulissen des österreichischen Politikbetriebs.

Vieles davon dürfte einem auch aus der deutschen Politik durchaus bekannt vorkommen. Im Mittelpunkt steht Mia, eine junge, toughe und sympathische Frau, die genau weiß, was sie will und sich im fordernden politischen Betrieb behaupten möchte.

Trotz einiger Schicksalsschläge lässt sich Mia nicht so leicht aus der Bahn werfen. Besonders mochte ich, dass sie versucht, fair zu spielen und ihre Arbeit mit Überzeugung zu machen. Auch die Menschen um Mia herum haben mir gefallen: Ihre Freundin Alma ist eine wichtige Stütze und Mias Chefin macht als Sozialdemokratin einen sympathischen Eindruck. Gleichzeitig wird immer deutlicher, wie sehr Mia ihr Job vereinnahmt und wie schwierig es ist, daneben noch ein erfülltes Privatleben zu führen. Und dann ist da natürlich Konstantin von den rechtsextremen Blauen, der eine unerklärliche Anziehung auf sie ausübt. Besonders spannend fand ich dabei die Frage, wie die politischen Überzeugungen und das persönliche Handeln der Figuren zusammenpassen. Und natürlich wollte ich unbedingt wissen, ob die Sache mit Konstantin auffliegt.

Insgesamt war alles ein bisschen wie House of Cards, nur dass einem die politische Kultur durch die österreichische Perspektive noch etwas vertrauter vorkommt. Da die Autorin selbst im Kommunikationsbereich für das Österreichische Parlament arbeitet, sind viele Dinge wahrscheinlich gar nicht mal so überzeichnet. Ich hoffe jetzt schon sehr auf eine Fortsetzung, dieser Roman hat mich nämlich sehr gut unterhalten!

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Rezensionen von Shilo:

Wenn die Erinnerungen zurückkehren

Und mittendrin der Birnbaum von Ute Mank

Eine Geschichte über Erinnerungen, die nach vielen Jahren wieder auftauchen, und über Dinge, über die lange geschwiegen wurde. Diese Seite der Geschichte hat mich besonders beschäftigt.
Dora kehrt nach vielen Jahrzehnten in ihr Heimatdorf zurück. Sie geht durch die Straßen, die ihr vertraut und zugleich fremd vorkommen, und denkt dabei immer wieder an ihre Kindheit.

Vieles, was lange vergessen schien, kommt wieder hoch.
Als Dora vor dem alten Haus ihrer besten Freundin Fanny steht, wird die Vergangenheit plötzlich sehr nah. Vor dem Haus liegen Stolpersteine, doch einer fehlt. Es ist der Stein für Fanny. Dora will das nicht einfach so hinnehmen und fragt sich, was damals mit ihrer Freundin geschehen ist.
Es ist schwer, sich nach so vielen Jahren mit der eigenen Vergangenheit auseinanderzusetzen. Vor allem das Schweigen im Dorf und das Wegsehen der Menschen haben mich nachdenklich gemacht. Es gab Dinge, die bekannt waren, über die aber niemand sprechen wollte.
Die Erinnerungen an Doras Kindheit fand ich besonders interessant. Vieles wird aus ihrer damaligen Sicht erzählt und wirkt zunächst ganz alltäglich. Gleichzeitig ist bekannt, was diese Zeit für Fanny und ihre Familie bedeutet. Gerade dieser Gegensatz hat die Geschichte für mich so eindringlich gemacht.
Einige Stellen haben mich traurig gemacht. Trotzdem wollte ich immer wissen, wie es weitergeht und ob Dora endlich eine Antwort auf ihre Fragen bekommt. Die Frage, warum Menschen wegsehen, obwohl sie wissen, dass etwas nicht stimmt, kam mir dabei immer wieder in den Sinn.
Schuld und Verantwortung gehören ebenfalls zu dieser Geschichte. Dabei geht es nicht nur darum, was damals geschehen ist. Es geht auch darum, was Menschen später mit ihren Erinnerungen machen und ob man sich irgendwann noch dem stellen kann, was man früher nicht sehen oder nicht sehen wollte.
Ute Mank erzählt die Geschichte ruhig und ohne große Worte. Gerade dadurch konnte vieles seine Wirkung entfalten. Dora und Fannys Geschichte hat mich durch die Seiten begleitet. Manche Gedanken daran sind auch nach dem Ende des Buches noch geblieben.
Für mich ist es ein sehr stimmiger und berührender Roman über Freundschaft, Erinnerungen und eine schwere Zeit, in der Wegsehen für viele einfacher war als hinzusehen. Die Geschichte macht traurig, zeigt aber auch, wie wichtig es ist, Vergangenes nicht einfach verschwinden zu lassen.
5 Sterne und eine Leseempfehlung.

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Rezensionen von Petra Sch.:

Rasanter Thriller aus den 80ern - aus sehr vielen Perspektiven erzählt

Finster von Ivar Leon Menger

4,5 Sterne

Mai 1986: Im kleinen Örtchen Katzenbrunn im Odenwald verschwindet nach zehn Jahren erneut ein Jugendlicher. Hans Jörg Stahl, 72, Kommissar a.D., der den Fall damals bearbeitet hat, reist wieder in den verschlafenen Ort, da er sicher ist, dass der "Greifer" nach zehn Jahren wieder zugeschlagen hat.

Damals hat ein Unfall seine Ermittlungen ausgebremst, und das lässt ihm seither keine Ruhe. Also ermittelt er nun auf eigene Faust.

Man fühlt sich lebendig in die 80er zurückversetzt - Ivar Leon Menger versteht es, die damaligen Gepflogenheiten realistisch wiederzugeben, und man kann alles so gut nachvollziehen.
Stahl fand ich aufgrund seiner grummeligen Art zu Beginn gewöhnungsbedürftig, aber ich hab ihn schnell ins Herz geschlossen. Denn er hat seines am rechten Fleck und will seine Versäumnisse aus der Vergangenheit auf jeden Fall gut machen und unbedingt den Burschen finden.
Süß fand ich auch die Romanze, die sich mit Wirtin Geli anbahnt.

Die Geschichte ist aus vielen unterschiedlichen Perspektiven erzählt; es gibt auch immer wieder Einschübe aus Sicht des Greifers.
Die Ermittlungsarbeit ist sehr realistisch und spannend dargestellt.
Der Autor präsentiert einige mögliche Täter aufgrund der optischen Ähnlichkeit mit dem Greifer. Doch wenn man dann erfährt, wer es ist, gibt es einen gewaltigen Aha-Effekt. Ich war hin und weg von dieser genialen Auflösung.
Nur der Schluss war mir dann ZU detailliert, das ging sogar bis 10 Jahre danach.


Fazit:
Zeitreise in die 80er: bewegender Krimi um verschwundene Teenager, aus vielen verschiedenen Perspektiven erzählt. Mit einem schrulligen Ermittler a.D.

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Rezensionen von Ele:

Was um die Zeitwende geschah

Im Jahr Null von Moritz Aisslinger

Im Jahr Null, Reportage aus der Antike von Moritz Aisslinger, Ullstein Ebooks
Rom Ägypten und ein Prophet aus Palästina und der Leser ist live dabei.
In den Jahrzehnten um die Zeitwende verdichtete sich die Weltgeschichte so sehr, dass es noch heute nachhallt. In Rom z.B. erhebt sich Augustus zum ersten Kaiser.

In China träumt ein schüchterner junger Mann von einer sozialistischen Utopie. Kleopatras Tochter wird als Kriegsbeute von Alexandria nach Italien verschleppt. Der Dichter Ovid wird zur Stimme einer neuen Generation und Vergil kündet an, ein Erlöser werde kommen, ein Mensch, gottgleich.
Das Buch besteht aus vielen Kapiteln die sich in Jahre gliedern, es beginnt im Jahre 29 v. Chr. Und endet 34 Jahre nach der Zeitwende. Die einzelnen Kapitel haben einen, den Inhalt zusammenfassenden Titel, einen Ort und eine Zeitangabe. Am Anfang sind zwei Weltkarten eingefügt, die die Orte der Handlung zeigen. Im Anhang findet man ein Personenverzeichnis, eine kurze Darstellung der wichtigsten Personen. Danach umfangreiche Literatur- und Quellenangaben, die dem Autor eine umfangreiche Recherche bestätigen.
Dieses Buch liest sich wie eine Reportage, aus etwa 60 Jahren um das Jahr Null. Und der Leser ist unmittelbar dabei. Der Autor versetzt den Leser mitten hinein in eine Zeit in die unsere Zeitrechnung begann. Ich habe mich des Öfteren mit Literatur aus der Antike, Geschichtsbüchern und Biografien der hier erscheinenden Figuren beschäftigt. Doch die Weise, wie es der Autor hier dem Leser präsentiert, ist eine ganz andere Herangehensweise. In Geschichtsbüchern findet man Beschreibungen über Völker, Personen oder Länder. Doch hier in diesem Buch beginnt der Autor ab einem bestimmten Zeitpunkt (29 v. Chr.) zu berichten, und lässt verschiedene Figuren, Geschehnisse etc. vorbeiziehen. Ein Jahr nach dem anderen wird unter die Lupe genommen, bildhaft und in moderner Sprache geschrieben, geht ein Jahr ums andere. Dabei berichtet der Autor z. B. was zur selben Zeit in China Rom, Germanien oder anderswo geschieht. Auch im Weltall (Kometen, Sonnenfinsternisse). Die Erzählung schreitet also chronologisch voran. Diese Art Geschichte zu erleben, war neu für mich und außerordentlich faszinierend, der direkte Vergleich der Kulturen, Wissensstand oder Zeitgeist ist greifbar. Die Geschehnisse werden nicht selten in Zusammenhang gebracht. Mir hat z.B. gefallen zu erfahren was in China passierte, als Arminius in der Varusschlacht die Römer vernichtend schlug.
Als Lehrbuch kann dieses Buch nicht angesehen werden, ich würde es als Reportage einer Epoche bezeichnen, der Autor bestätigt auch, dass er so anschaulich und zugänglich schreibt wie es ihm möglich ist, denn keiner weiß, auch er nicht, wie es sich wirklich zugetragen hat.
Mich hat das Buch sehr gut unterhalten. Vieles, das ich kannte, ist hier in Verbindung gebracht worden. Der Autor hat gefällig und unterhaltsam geschrieben. Von mir eine Leseempfehlung und 5 Sterne.

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Rezensionen von Daggy:

Film und Liebe, Gefühl und Humor alles drin

Between the Lines (Love Off Script 1) von Anna Dimitrova

Auf dem Cover sehen wir Kali und Rei, die Hauptdarsteller dieser RomCom, sie stehen an einem Regiestuhl, denn die beiden studieren an Filmakademie. Erwähnenswert ist auch der Buchschnitt, der passend zum Cover eingefärbt Filmicons abbildet.
Zum ersten Mal treffen die völlig entnervte, heulende Kali und der mysteriöse Filmstudent auf der Unisextoilette aufeinander.

Da sie sich nicht sehen können, braucht es schon etwas Zeit, bis sie dann aufeinandertreffen. Aber diese Eingangsszene ist humorvoll geschrieben und lässt und auf eine romantische Geschichte hoffen. Doch so schnell kommen die beiden nicht zusammen, denn Rei benimmt sich beim zweiten Treffen sehr abweisend. Da ist es gut, dass Kali in ihrer WG zwei nette Mitbewohnerinnen hat. Beide sind auch sehr interessant angelegte Charaktere. Maya, die sich immer nicht nur um ihre Geschwister kümmert, sondern auch den WG-Haushalt schmeißt und Lias, von der es heißt, wenn sie jemanden Opfer nennt, bedeutet, dass das sie ihn liebt.
Die Beziehung von Kali und Rey ist nicht einfach zu beschreiben, eigentlich finden sie immer wieder Gründe, dass sie nur Freunde sein wollen, dabei spürt man genau, wie es zwischen ihnen knistert.
In der Figur von Kali, die davon träumt eine gefragt Drehbuchautorin zu werden, steckt viel biografisches. So hat sie bulgarische Wurzeln und ist davon überzeugt, dass ihre Familie sie eher klein hält, statt sie zu unterstützen.
Die Sprache empfinde ich als sehr jugendlich, so gibt es viel englische Begriffe, ganz häufig wird das Wort „Same“ benutzt. Über viele humorvolle Passagen habe ich mich amüsieren können, aber es gibt auch tiefgründige Stellen und zu Ende habe ich die Spannung deutlich gespürt.

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Rezensionen von Daggy:

Der kleine Wichtel hilft die Geschenke zum Weihnachtsmann zu bringen

Schau, der Weihnachtswichtel kommt! von Nicola Anker

Ein großes Pappbilderbuch mit Schiebern stimmt auf das Weihnachtsfest ein. Auf dem Cover sehen wir den kleinen Weihnachtswichtel Theo der zusammen mit dem Weihnachtsmann, auf dem mit vielen Paketen bepackten Schlitten fahren darf.
Aber zuerst geht es in die Wichtelwerkstatt und dort wird ein Auto mit den Geschenken bepackt und wir werden aufgefordert, das Auto anzuschieben.

Doch leider bleibt es im Schnee liegen, aber zum Glück kann Levi mit seiner gelben Schneeraupe helfen. Mit ihm geht es zum Hubschrauben, der mit dem Schieber hochfliegen kann und dann werden die Geschenke zum letzten Mal umgepackt und sie landen im Schlitten des Weihnachtsmanns.
Für Kinder, die Fahrzeuge lieben, hat der Weihnachtsmann hier ein besonderes Buch parat, denn hier gibt es fünf unterschiedliche Fahrzeuge und alle kann das Kind bewegen.
Große bunte Bilder, kurze Texte und die Schieber werden sicher die Kinder faszinieren.

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