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Rezensionen von Petra Sch.:
wie Tiere überwintern
Wieso? Weshalb? Warum? junior, Band 31 - Tiere im Winter von Andrea Erne
Die Wieso? Weshalb? Warum? Junior - Reihe für Kinder von 2 - 4 Jahren war schon bei meiner Tochter der Renner, und meine Nichte ist auch total begeistert!
In Band Nr. 31 erfährt man, wie sich Wildtiere für das Überleben im Winter vorbereiten; wie sie Futter suchen, finden und lagern.
Auch wird der Unterschied zwischen Winterschlaf und Winterruhe erklärt, und welche Tiere wie überwintern.
Ich finde es auch für Erwachsene sehr lehrreich!
Der Text ist in kurzen, leicht verständlichen Sätzen verfasst, die perfekt zum Vorlesen geeignet sind; aber auch für ungeübte Leseanfänger.
Die Klappen fördern die Motorik, und es gibt dahinter Spannendes zu entdecken!
Die Bilder sind, wie von allen bisherigen WWW-Büchern bekannt, sehr detailgetreu und farbenfroh.
Wir lieben diese Reihe!
Fazit:
Die mit viel Liebe zum Detail gestaltete Sachbuchreihe für Kinder von 2 - 4 Jahren vermittelt in Band 31 der Leben der Tiere im Winter.
dritter Teil um die Schafs-Ermittlerherde
Widdersehen von Leonie Swann
Die Schafherde rund um Miss Maple kommt von ihrer Europareise zurück auf die alte irische Weide, bereichert um ein neues Herdenmitglied: Madouc. Eigentlich eine Ziege, aber nun "Schaf auf Probe".
Doch es gibt drei neue Fremdschafe auf der Weide. Und dann verschwindet auch noch ihre Schäferin Rebecca ganz plötzlich; dafür ist in deren Schäferwagen ein einzelner Finger aufgetaucht - der definitiv nicht zu Rebecca gehört.
Die Schafe machen sich nun auf die Suche sowohl nach Rebecca als auch nach dem Inhaber des abgetrennten Fingers.
Auch wenn es der dritte Band der Reihe ist, war es überhaupt kein Problem hinein zu finden, auch wenn man die ersten beiden Teile nicht kennt. Der Fall selbst ist ja komplett eigenständig, und die Geschichte der Herde wird im Lauf der Handlung gut genug erklärt.
Es ist so witzig, wie die Schafe die Menschen verstehen können und so an viele Infos gelangen, um den Fall lösen zu können! Umgekehrt natürlich nicht - die Menschen hören die Schafe nur blöken. Das führt zu vielen Missverständnissen und chaotischen Begebenheiten, trotz deren die wolligen Tiere aber durch Zufall trotzdem genau zum gewünschten Ergebnis gelangen.
Ich fand superlustig, dass die Schafe auch vieles falsch verstanden haben, vor allem Sprichwörter, weil sie eben alles wortwörtlich nehmen; und ihre unbegründeten, aus Menschensicht nicht nachvollziehbaren Ängste.
Es war so schön zu sehen, wie die Schafe mutig zusammenhalten und alles riskieren, um ihre geliebte Schäferin wieder zu finden. Denn sie gehören zusammen. Und außerdem vermissen sie die Geschichten, die Rebecca ihnen immer vorliest.
Fazit:
Ein humorvoller Krimi mit viel Wortwitz über eine Herde Schafe, die ihre verloren gegangene Schäferin sowie den Inhaber eines abgetrennten Fingers suchen müssen - humoriger Schafs-Spaß und mitreißender Krimääh.
Rasanter Thriller aus den 80ern - aus sehr vielen Perspektiven erzählt
Finster von Ivar Leon Menger
4,5 Sterne
Mai 1986: Im kleinen Örtchen Katzenbrunn im Odenwald verschwindet nach zehn Jahren erneut ein Jugendlicher. Hans Jörg Stahl, 72, Kommissar a.D., der den Fall damals bearbeitet hat, reist wieder in den verschlafenen Ort, da er sicher ist, dass der "Greifer" nach zehn Jahren wieder zugeschlagen hat.
Damals hat ein Unfall seine Ermittlungen ausgebremst, und das lässt ihm seither keine Ruhe. Also ermittelt er nun auf eigene Faust.
Man fühlt sich lebendig in die 80er zurückversetzt - Ivar Leon Menger versteht es, die damaligen Gepflogenheiten realistisch wiederzugeben, und man kann alles so gut nachvollziehen.
Stahl fand ich aufgrund seiner grummeligen Art zu Beginn gewöhnungsbedürftig, aber ich hab ihn schnell ins Herz geschlossen. Denn er hat seines am rechten Fleck und will seine Versäumnisse aus der Vergangenheit auf jeden Fall gut machen und unbedingt den Burschen finden.
Süß fand ich auch die Romanze, die sich mit Wirtin Geli anbahnt.
Die Geschichte ist aus vielen unterschiedlichen Perspektiven erzählt; es gibt auch immer wieder Einschübe aus Sicht des Greifers.
Die Ermittlungsarbeit ist sehr realistisch und spannend dargestellt.
Der Autor präsentiert einige mögliche Täter aufgrund der optischen Ähnlichkeit mit dem Greifer. Doch wenn man dann erfährt, wer es ist, gibt es einen gewaltigen Aha-Effekt. Ich war hin und weg von dieser genialen Auflösung.
Nur der Schluss war mir dann ZU detailliert, das ging sogar bis 10 Jahre danach.
Fazit:
Zeitreise in die 80er: bewegender Krimi um verschwundene Teenager, aus vielen verschiedenen Perspektiven erzählt. Mit einem schrulligen Ermittler a.D.
Kann man dieser Schülerin trauen?
Finster von Ivar Leon Menger
3,5 Sterne
Das Ehepaar Eve und Nate Bennett sind beide Lehrer an einer Highschool. Eve ist eine eher distanzierte und kühle Mathematiklehrerein; ihr Mann Nate ein beliebter Englischlehrer.
Beide unterrichten die geheimnisvolle Schülerin Addie, die mit Vorsicht zu genießen ist. Sie wird ausgeschlossen und sogar gemobbt.
Nur Nate hilft ihr.
Leider muss man sagen, dass diese Story keine typische Geschichte von Freida McFadden ist. Die anderen Bücher, die ich von ihr kenne, waren ganz anders: Spannung von Anfang an.
"Der Lehrer" liest sich eher wie so ein überzogenes US-Teenie-Drama, wo das Verhalten sämtlicher Protagonisten nervt. Der Thrill kommt eher erst gegen Ende.
Ja, auch hier gibt es überraschende Wendungen, aber insgesamt fand ich es wenig Thriller und so gar nicht typisch für die Autorin. Freida McFadden kann es definitiv besser!
Fazit:
Empfand ich mehr als US-Highschool-Drama denn als Thriller. War trotzdem kurzweilige Unterhaltung, aber nicht mein liebstes Buch der Autorin.
fesselnder zweiter Fall für Kommissar a.D. Stahl - diesmal auf einer Nordseeinsel
Düster von Ivar Leon Menger
Oktober 1987. Kommissar a.D. Hans Jörg Stahl, 73, ist nun fix zu seiner Lebenspartnerin, der Wirtin Geli, in das kleine Dörfchen Katzenbrunn in den Odenwald gezogen.
Doch Geli will unbedingt mit Hans in den Urlaub fahren, egal wohin. Doch Stahl hasst Urlaub - bis er einen Anruf aus dem hohen Norden erhält: Die Hotelchefin des Grandhotels auf der Nordseeinsel Liekenoog bittet ihn im Fall einer verschwundenen Mitarbeiterin um Hilfe.
Sie hat nämlich von seinem Erfolg im Fall der vom "Greifer" entführten Jugendlichen im letzten Jahr gelesen und hofft, dass er den jungen und unerfahrenen Inselpolizisten Jochen Böhm unterstützen kann. Stahl nimmt natürlich an und schwindelt Geli einen Luxusurlaub vor.
Man fühlt sich wieder lebendig in die 80er zurückversetzt - Ivar Leon Menger versteht es, die damaligen Gepflogenheiten so realistisch wiederzugeben, und man kann alles so gut nachvollziehen. Vor allem an das viele Rauchen kann ich mich selbst noch gut erinnern - fast jeder hat geraucht, ständig und vor allem: überall!
Stahl ist mir mit seiner leicht grummeligen Art schon im vorigen Band sehr ans Herz gewachsen; und ich fand witzig, wie er zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen wollte: das Ermitteln, das ihm immer noch im Blut liegt, obwohl er schon in Rente ist; und seiner Freundin Geli einen Luxusurlaub zu bieten (den er allerdings kostenlos bekommen hat. Und sie soll natürlich nicht mitbekommen, aus welchem Grund er eigentlich auf die Insel gereist ist).
Ich fand auch die Ermittlungsarbeit wieder realistisch und spannend dargestellt. Und wie Stahl dem jungen und unerfahrenen Inselkommissar seine Erfahrung in Mordfällen näherbringen will, fand ich sehr herzlich. Denn Böhm ist motiviert und Stahl findet ihn sympathisch und will ihm unter die Arme greifen.
Diesmal sind die Mordfälle sehr brutal und es gibt viele Leichen von jungen Frauen mit ausgestochenen Augen, brrr.
Der Autor präsentiert etliche mögliche Täter, die sich auch teilweise sehr verdächtig verhalten haben, und man kann super miträtseln.
Immer wieder gibt es auch Rückblicke in die 60er aus Sicht des kleinen Berti, wobei sich hier bald sehr klar herauskristallisiert, wie dies mit den aktuellen Geschehnissen zusammenhängt.
Diesmal hatte ich schon so ein Gefühl, was den Täter betrifft. Leider bin ich damit nicht ganz so glücklich, da mich die Motivation des Täters nicht so ganz überzeugen konnte; auch wenn ich es später besser verstehen konnte. Im vorigen Band war die Aha-Überraschung besser gelöst. Deshalb gebe ich diesmal 'nur' 4 Sterne und freue mich schon sehr auf einen - hoffentlich! - weiteren Fall mit Kommissar a.D. Stahl, der mir, ebenso wie dem Autor selbst, sehr ans Herz gewachsen ist.
Fazit:
Ein wieder ungewöhnlicher und sehr fesselnder (aber auch brutaler) Fall für den Kommissar a.D. Hans Jörg Stahl, den ich mit Spannung verfolgt habe, und wo man gut miträtseln konnte. Leider hat mich die Auflösung diesmal nicht ganz so überzeugt.
beklemmende Spannung
Totensee von Sophie Czerny
Wien, Dezember 2002: Die suspendierte Kommissarin Ada Sabel vom LKA Wien läuft am Zahnfleisch: vor einem halben Jahr wurde ihre 14jährige Tochter Mara entführt, doch niemand glaubt ihr die Entführung, da die beiden zuvor einen Streit hatten.
Bis eines Tages Anfang Dezember eine kopflose Leiche im Donaukanal auftaucht, die Adas Vornamen eingeritzt hat.
Somit ist Ada sofort klar, dass Maras Verschwinden etwas mit ihrer schlimmen Vergangenheit zu tun hat. Doch bis sie endlich die richtigen Fäden verknüpft, vergeht viel Zeit - und Maras Zeit läuft ab - denn am 11. Dezember erhält Ada das Ultimatum, Mara innerhalb von 3 Tagen zu finden, sonst stirbt ihre Tochter.
Die gesamte Stimmung ist sehr düster, denn Ada ist eine gebrochene Frau, die sich auch dementsprechend selbstzerstörerisch verhält. Sie gibt sich die Schuld an Maras Verschwinden. Je mehr sich aus ihrer Vergangenheit aufdeckt, desto besser kann man ihr Verhalten verstehen. Sie hatte es wirklich nicht leicht. Und was damals geschehen ist, ist einfach unfassbar und erschütternd. Somit kann man auch das Verhalten des Mörders nachvollziehen - denn die kopflose Leiche in Wien bleibt nicht die einzige.
Auch das Setting im kalten Dezember mit Eis und Schnee ist passend gut gewählt.
Es gibt sehr viele schnelle Sprünge zwischen verschiedenen Zeiten, Orten und Personen. Obwohl ich Perspektivwechsel gerne mag, weil sie das Geschehen vorantreiben, war das hier irgendwie zu viel, weil man auch zu Beginn überhaupt nicht wusste, worum es im Einzelnen geht bzw. wie alles zusammenhängt. Auch später habe ich mir damit teilweise noch schwer getan.
Der actionreiche Showdown war für meinen Geschmack dann fast zu schnell vorüber; aber die Auflösung war nachvollziehbar und wie gesagt, ich konnte das Verhalten des Täters durchaus verstehen.
Der Roman hinterlässt also nicht nur ein beklemmendes Gefühl ob der düsteren Atmosphäre, sondern hallt auch lange nach und lässt einen über viele erschütternde Dinge, die in den 80ern so passiert sind, nachdenken.
PS: Ich liebe "Hund"! Das Tier mit dem passenden Namen lockert die doch sehr brutale Geschichte stellenweise immer wieder auf - nicht nur für die Leser, sondern ist besonders für Ada eine große emotionale Stütze. Obwohl sie doch nie nie einen Hund haben wollte. Doch wie so oft im Leben kommt es anders, als man man sich so vorgestellt hat.
Fazit:
Ein beklemmender Thriller mit düsterer Atmosphäre und einer gebrochenen Protagonistin, die ihre Tochter sucht. Hallt nach und lässt einen über Vieles nachdenken.
eine Familie mit vielen Geheimnissen
Eine zu viel von Samantha Hayes
3,5 Sterne
Mutter Connie fährt nach dem Tod ihres Mannes Ray mit ihren drei Töchtern Kate, Darby und Bea samt deren Familien ins Ferienhaus der Familie in die schottischen Highlands.
Sie will dort noch vor der öffentlichen Verlesung des Testaments mit ihren Töchtern über den letzten Willen deren Vater sprechen, denn es ist etwas delikat.
Und wird ein längst vergangenes Geheimnis ans Tageslicht bringen.
Und jemand wird sterben.
Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt, was es spannend macht und die Story vorantreibt. Doch lange Zeit ist es mehr Familiendrama als Spannungsroman. Nach und nach deckt sich das dunkle Geheimnis aus Rays Vergangenheit auf.
Die Charaktere konnten mich leider nicht so ganz überzeugen - denn wirklich jeder in dieser Familie hat was zu verbergen, sogar die Ehemänner und Stiefkinder, was unglaubwürdig war. Doch dadurch konnte man gut miträtseln.
Das Setting ist toll gewählt: ein Ferien-Cottage in der wilden Landschaft an einem schottischen Loch, das trübe Wetter. Und das seltsam-gruselige Verhalten der Personen lässt düstere Stimmung aufkommen.
Und wieder einmal mein Mantra: warum reden die Leute nicht miteinander? Gerade in einer Familie ist Ehrlichkeit sooo wichtig. Denn nicht aufgearbeitete Probleme führen nur zu weiteren Problemen, die ein ganzes Leben prägen können.
Im Nachhinein fand ich allerdings total unlogisch, warum die Mutter mit all ihren Kindern (plus deren Familien) in die Urlaubshütte gefahren ist. Allerdings hätte sich sonst keine Geschichte ergeben...
Gegen Ende gibt es einen dramatischen Showdown - und endlich eine Leiche. Doch das Ende empfand ich als etwas konstruiert und unlogisch.
Fazit:
Tödliches Familientreffen in den Highlands. Toll zum miträtseln, aber die Auflösung war mir etwas zu konstruiert.
zwei Kriminalfälle in einem
Kein Zurück von Stephen King
Die Geschichte vereint zwei Einzel-Kriminalgeschichten, bei denen man sich zu Beginn fragt: warum hat der Autor diese beiden Geschichten in einem Buch zusammengefasst?
Denn einerseits ist da der "Stellvertretermörder", der unschuldige Menschen, stellvertretend für Jury, Richter und Staatsanwalt des Alan Duffrey-Prozesses, umbringt.
Denn Duffrey wurde verurteilt und 3 Jahre später im Gefängnis ermordet, obwohl er immer seine Unschuld beteuert hat. Und vor einem Jahr sogar derjenige, der ihm gefälschte Beweismittel untergeschoben hat, aufgrund einer unheilbaren Krebserkrankung die Wahrheit gesagt und dem Staatsanwalt in einem Brief geschrieben hat.
Und dann ist da noch die feministische Rednerin Kate McKay, die sich dafür einsetzt, dass Abtreibung nicht verboten ist, die massiv bedroht wird. Und auf deren Assistentin sogar ein Anschlag verübt wurde, aufgrund einer Verwechslung.
Man denkt sich die ganze Zeit: warum diese beiden Geschichten? Wie hängt das zusammen? Zuerst in Form von Holly Gibney, eine Privatermittlerin, die als Personenschützerin für Kate McKay engagiert wurde und die mit Izzy Jaynes befreundet ist - jene Polizistin, die bei den Stellvertretermorden ermittelt.
Erst nach und nach decken sich die wahren Zusammenhänge auf.
Izzy fand ich anfangs eine starke Persönlichkeit, doch sie gerät mit der Zeit in den Hintergrund, denn Holly wird zum "Star". Sie wird nicht umsonst von Izzy "Sherlock Holmes" genannt, denn sie hat ein super Auffassungs- und Kombinationsgabe. Sie ermittelt nicht nur im Falle der Stalkerin von Kate, sondern denkt auch immer wieder über die Stellvertretermorde nach. Und SIE ist es, der einige Puzzlestücke auffallen. Nicht Izzy (oder anderen offiziellen Ermittlern - denn wie es so ist, streiten sich die Behörden darum, wer zuständig ist.)
Diese Geschichte ist der mittlerweile vierte Teil, in dem Holly eine (Haupt-)Rolle spielt. Ich kenne die anderen Bände nicht, aber das stört überhaupt nicht. Einiges wird erwähnt, sodass man Lust bekommt, das ein oder andere Buch noch zu lesen.
Die Auflösung gipfelt in einem fulminanten Showdown, der mir dann doch ein bisschen zu viel war.
Fazit:
Ich mag es, wie die anfangs scheinbar unzusammenhängenden Fälle dann zusammenlaufen und dass mit Holly eine taffe Protagonistin die Zügel in die Hand nimmt.
so mitreißend, emotional und wundervoll
Der Club der Unbeugsamen von Kathryn Stockett
Die Geschichte spielt von Juli bis Oktober 1933 in Oxford, Mississippi. Man liest abwechselnd aus Sicht der 24jährigen, unverheirateten Birdie Calhoun und der 11jährigen Meg Lafleur, die im Waisenhaus untergebracht ist.
Birdie lebt mit ihrer Mama und Meemaw im Delta, und besucht ihre Schwester Frances in Oxford, die dort mit ihrem wohlhabenden Ehemann und ihrer Schwiegermutter lebt, um sie um Geld anzubetteln.
Die soziale Darstellung der damaligen Zeit (Prohibition, niemand hat Geld, sehr viele Familien verlieren ihre Häuser, weil sie die Grundsteuer nicht mehr zahlen können, überall wird angeschrieben usw.) und die Stellung der Frau, sowie der POC, wird authentisch und eindrücklich dargestellt. Die ganze Geschichte hat so viel Lebendigkeit und Authentizität, man fühlt sich mitten in der damaligen Zeit in Mississippi. Auch die Ausdrucksweisen, Bezeichnungen unterstreichen dies. Besonders hat mir gefallen, dass die direkte Rede oft in Umgangssprache der niedrigeren Bildungsschichten verfasst war, das hat alles noch glaubwürdiger gemacht. Es war einfach alles so heuchlerisch zur damaligen Zeit, einfach nur schrecklich, und ich habe mit den Frauen (und Mädchen) so sehr mitgelitten. Auch wenn ich Birdie manchmal einfach hätte schütteln können: warum steht sie nicht für sich ein? Warum traut sie sich manche Dinge nicht? Aber so war es wohl damals...
Anfangs fragt man sich, warum genau diese beiden Menschen ihre Geschichte erzählen. Sie haben ja nichts gemein. Doch nach und nach ergeben sich Verknüpfungen, die mitreißend und emotional sind.
Meg ist so ein aufgewecktes, intelligentes Mädchen, das mit dem Verlust seiner Mutter nur schwer klarkommt. Denn ihre Mutter Charlie wollte nur kurz etwas einkaufen und ist nie wieder aufgetaucht. Und Meg versucht nun einfach, bestmöglich im Waisenhaus klar zu kommen. Was ihr dessen Leiterin jedoch nicht leicht macht.
Birdie ist so liebevoll und empathisch, sie versucht immer das Beste für alle. Auch für ihre Schwester Frances, die sich sehr oft wie ein richtiges Biest verhält, was ihr gar nicht auffällt. Manchmal hat sie aber auch liebevolle Seiten.
Und so überrascht es nicht, dass nach einer (für mich nicht ganz so überraschenden) schicksalhaften Wendung viel Kreativität und Courage gefragt ist, für die Umsetzung einer gefährlichen Idee, um das Leben wieder in halbwegs geordnete Bahnen zu lenken - und dabei hat Birdie unerwartete Hilfe. Es war einfach sooo lustig zu lesen, als die Mieterinnen im Haus eingezogen sind!
Ich fand es etwas befremdlich, dass bei so einem Buch - wo man ja anhand der Inhaltsangabe genau weiß, worum es geht - in heutigen Zeiten trotzdem eine editorische Notiz abgedruckt werden muss, in der vermerkt ist, dass die an manchen Stellen vorkommende rassistische und diskriminierende Sprache nur der korrekten historischen Darstellung des Alltagsrassismus zur damaligen Zeit in den USA geschuldet ist - das sollte ja wohl selbstverständlich sein, da die Geschichte nunmal in den 1930ern spielt und es damals eben genau so war.
Und ich bin einfach nur begeistert von dieser mitreißenden und bewegenden Geschichte der beiden mutigen Frauen, die authentisch die Gesellschaftsstruktur der 1930er in Mississippi, die riesengroße Schere zwischen Arm und reich, weiß und farbig, Männern und Frauen, wiedergibt.
Fazit:
Eine authentische, mitreißende und emotionale Darstellung der sozialen Gefüge im Mississippi der 30er, als Frauen kaum Rechte hatten und alles einfach nur heuchlerisch war. Mit zwei wahnsinnig sympathischen, empathischen und mutigen Protagonistinnen.
Grusel-Comic zum Miträtseln
Licht ins Dunkel von Steffen Gumpert
Rupert ist ein Außenseiter. Seine Familie ist im Kammerjäger-Business, sein Vater vor einiger Zeit verschwunden - und am nervigsten ist, dass er Geister sieht. Was ihm niemand glaubt.
Eines Tages macht er sich mit seinem Kater Igor auf die Suche nach seinem Vater, denn er hat Hinweise erhalten.
Es macht Spaß, Rupert kennenzulernen.
Er ist etwas eigen, aber sehr sympathisch und steht zu seiner Gabe. Die Geister helfen ihm auch. Es gibt witzige Augenblicke, und dann gruselt man sich wieder.
Die Hinweise, die Rupert erhält, lassen die jungen Leser/innen mit ihm gemeinsam miträtseln. Es gibt Fehlersuchbilder, Buchstabenrätsel, Labyrinthe und vieles mehr.
Die Comic Bilder sind ansprechend, und für den Grusel-Effekt in gedeckten, eher dunklen Farben, gehalten. Manchmal finde ich es jedoch zu düster.
Fazit:
Abenteuer, Humor und Grusel: ein mitmach-Comic mit einem sympathischen Protagonisten und jeder Menge Rätsel.










