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Rezensionen von Petra Sch.:

fesselnder, atmosphärischer Thriller mit einer enttäuschenden Auflösung

Fünf Fremde von Romy Fölck

3,5 Sterne


Im Jahr 1995 verschwinden die beiden Teenager Isa und Janosch am Ende der Schullandwoche auf der Insel Neuwerk. Die Lehrerin Charlotte Hahnel macht sich Vorwürfe, da die beiden unter ihrer Aufsicht verschwunden sind, und bleibt auch noch auf der Insel, nachdem die Suche nach den beiden bereits aufgegeben wurde - und eines Tages taucht Isa plötzlich wieder auf.

30 Jahre später anlässlich des Gedenkens an Janoschs Verschwinden begeben sich einige Personen auf die Insel Neuwerk zurück...

Leider finde ich den Titel nicht ganz passend, denn von den fünf Personen, die auf Neuwerk reisen, kennen sich vier aus der Vergangenheit - sind also keine Fremden, auch wenn sie seither keinen Kontakt hatten.
Es gibt zwei Handlungs- bzw. Zeitstränge: Sommer 1995 und 10., 11. und 12. Oktober 2025; in der Gegenwart jeweils abwechselnd aus Sicht von Lehrerin Charlotte Hahnel, die die damaligen Vorkommnisse nicht losgelassen haben, sodass sie einem Orden beigetreten ist; Annika Lundt, die damals auf der Insel gelebt hat und sich den Jugendlichen angeschlossen hat, und nun eine beurlaubte Polizistin ist, die sich um ihre demente Mutter kümmern will; Mats Nilsson; ehemaliger Schüler auf der Schullandwoche; Sinje Bianchi, die damals mit ihren Eltern auf Urlaub auf Neuwerk war, sich den Jugendlichen aber nicht abschließen durfte; und Michelle Welm, die einen Job als Vogelwartin auf der Vogelinsel antreten will.
Und in der Vergangenheit liest man aus Sicht von Isa. Erst nach und nach bauen sich die Vorgänge langsam auf; und was tatsächlich passiert ist, erfährt man erst ganz zum Schluss. Man fragt sich also die ganze Zeit, wie die Dinge zusammenhänge, welche Rollen die einzelnen Personen gespielt haben und wie die junge Michelle ins Bild passt.

Ich mag den Erzählstil von Romy Fölck, auch wenn es sprachlich teilweise leider etwas holprig war und es Wiederholungen gab; aber die Beschreibung des starken Sturms, der immer heftiger wird, war sehr bedrückend.
Auch ist die Insel Neuwerk so detailliert dargestellt, dass man alle Schauplätze und Wege genau vor Augen hatte und mit allen Personen mitgefiebert und mitgelitten hat. Auch die Trecker-Fahrt zur Vogelinsel ist so lebendig beschrieben. Auf Neuwerk scheint die Zeit stillzustehen; es gibt keine Hektik - es geht um die Elemente und die gewaltige Natur.
Besonders gelungen fand ich die Charakterzeichnungen. Alle handelnden Figuren waren unterschiedlich, authentisch, mit Kanten und Ecken, und dadurch so lebendig. Man konnte sofort eine Bindung aufbauen - oder fand sie unsympathisch.
Dass man immer abwechselnd aus der unterschiedlichen Sicht der fünf Personen, und auch noch teilweise aus der Vergangenheit liest, macht es interessant und hält den Spannungsbogen konstant aufrecht. Man lernt erst die Personen kennen und erfährt nur nach und nach kleinste Puzzleteilchen, die sich erst langsam zu einem ganzen Bild zusammenfügen. Es war faszinierend, wie fest das Damals das Heute noch im Griff hat. Und es hat sich wieder bewahrheitet: wenn man Dinge verschweigt und nicht miteinander spricht, kann nichts Gutes dabei herauskommen.
Es wurde am Ende dann alles aufgelöst, was im Jahr 1995 vorgefallen ist; leider hat mich die Auflösung dann enttäuscht; es war für mich so unrealistisch und absolut nicht nachvollziehbar. Leider kann ich auf kein Detail eingehen, da ich sonst alles spoilern würde. Jedenfalls hat diese für mich konstruiert gefühlte Erklärung das schöne Leseerlebnis von zuvor zerbröckeln lassen.


Fazit:
Sehr spannendes Leseerlebnis auf zwei Zeitebenen und aus Sicht von fünf (bzw. sechs) verschiedenen Personen in einem wunderschönen, jedoch stürmischen Setting, das einen mitfiebern lässt. Leider hat mich die Auflösung enttäuscht zurückgelassen.

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ein außergewöhnliches Ermittler-Duo

Der Tag, an dem Barbara starb von Richard Hooton

3,5 Sterne

Februar 2012: Barbara Jones, die Nachbarin der 89-jährigen Margaret Winterbottom, wird tot aufgefunden. Es stellt sich heraus, dass sie erwürgt wurde. Und ihr Portemonnaie wurde gestohlen; ebenso wie von 3 anderen älteren Bewohnerinnen der Straße (auch von Margaret).
Da Barbara die beste Freundin von Margaret war und sie Angst hat, dass die Polizei nicht ordentlich ermittelt und die älteren Bewohner der Siedlung in Gefahr sind, macht sie sich gemeinsam mit ihrem Enkel James auf Spurensuche.

Anfangs tat ich mir mit dem Schreibstil etwas schwer; man liest aus Sicht von Margaret Winterbottom, die bereits 89 Jahre alt ist und beginnenden Alzheimer hat. Jedenfalls kann sie sich oft an Dinge nicht erinnern. Aber nicht nur aus jüngerer Vergangenheit; sondern auch Dinge, die ihr eigentlich in Fleisch und Blut übergegangen sein sollten, wie der Heimweg vom Supermarkt - denn sie lebt seit Jahrzehnten in diesem Haus. Und trotzdem hat sie sich verirrt und wusste den Weg nicht mehr.
Von diesen Problemen zu lesen, hat mich traurig gemacht und ich habe oft mit ihr mitgelitten, wenn sie selbst nicht mehr wusste, was los ist. Ebenso ihre vielen Zwiegespräche mit ihrem vor einigen Jahren verstorbenen Mann, die ihr Kraft geben.
Doch das Buch zeigt die Probleme im Alltag mit dieser Erkrankung auf. Man wird oft nicht ernst genommen, belächelt. Und es wird einem oft nicht geglaubt. Allen voran Margarets Tochter Shirley (was mich seeeehr betrübt hat) und der übergriffige Nachbar Mr. Braithwaite.

Andererseits ist da Margarets Enkel James, im 'schlimmsten' Teenageralter, der trotzdem zu seiner Granny hält; sie unterstützt und verteidigt. Irritiert hat mich hier nur der extrem große Altersunterschied zwischen den beiden.
Gemeinsam wollen sie das Rätsel um den Mord an Barbara Jones lösen, die in Margarets Siedlung wohnt. Niemand hätte ein Motiv (bzw. kein überzeugendes).
Und James möchte Margaret helfen, sich zu erinnern, worum sie kurz vor ihrem Tod von Barbara gebeten wurde.
Doch sie bringen sich auch in Gefahr; eine von Margaret verhasste Nachbarin bedroht sie und James wird festgenommen. Hier fand ich teilweise unglaubwürdig, dass sich die beiden nicht verteidigt haben und für ihre Unschuld eingestanden sind.
Manchmal ging es auch nicht weiter (vielleicht weil Margaret oft in der Vergangenheit versunken ist), das machte es etwas schleppend.

Die alte Dame und der Teenager sind gerade aufgrund ihrer Gegensätzlichkeiten ein super Ermittler-Gespann. James setzt auf moderne Technik wie bei CSI; Margaret eher auf herkömmliche Methoden wie Miss Marple. Dieses Zusammenspiel auf Augenhöhe hat mir besonders gut gefallen. Denn Margaret nimmt James ernst, obwohl er ein Teenager ist - und er wiederum seine Gran, obwohl sie sich nicht immer an alles erinnern kann.


Fazit:
Britischer Cosy Crime mit einem außergewöhnlichem Ermittlerduo: eine demente alte Dame und ihre Teenager-Enkel lösen das Geheimnis um den Mord an Nachbarin Barbara. Die (Alltags-)Probleme der Alzheimer-Erkrankung sind authentisch in einem Krimi verpackt; manchmal war es dadurch aber etwas schleppend und einige Dinge fand ich nicht schlüssig.

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Lass deine Träume wahr werden!

Vom kleinen Spatz, der eine große Amsel werden wollte von Werner Holzwarth

Der kleine Spatz möchte, wenn er groß ist, eine große Amsel werden. Doch sein Vater sagt ihm, dass er höchstens ein großer Spatz werden kann.
Die kleine Amsel möchte einmal eine große Taube werden. Doch die Mutter verneint - sie kann höchstens eine große Amsel werden.
Und die kleine Taube möchte einmal eine große Möwe werden.

Usw... Man merkt, worauf die Geschichte hinausläuft.
Die ähnlichen Worte der Eltern sind zu Beginn interessant für kleine Kinder, da Wiederholungen wichtig für den Lerneffekt sind. Doch irgendwann wird es langweilig.

Ich war auf eine (reale) Auflösung sehr gespannt, die leider nicht geboten wurde. Im ersten Moment war ich über das kleine Flugzeug irritiert, doch eigentlich kommen märchenhafte Geschichten bei kleinen Kindern gut an!
Was ich schade fand, war, dass es für die einzelnen Vogelkinder eigentlich keine zufriedenstellende Auflösung gab. Ja, sie haben alle gemeinsam einen schönen Ausflug gemacht, wo gezeigt wird, dass Freundschaft und Zusammenhalt wichtig fürs Glücklichsein sind.
Aber die eigentliche Message des Buches, sich nicht kleinmachen zu lassen und seine Träume verwirklichen zu wollen, kommt leider nicht so gut rüber, da es eben für keins der Vogelkinder ein individuelles, positives Ergebnis gibt.

Auch den Illustrationen stehe ich etwas zwiegespalten gegenüber. Einerseits ist der Malstil wundervoll für Kleinkinder geeignet, die Farben sind kräftig und durch die Liebe zum Detail gibt es auf jeder Doppelseite Etliches zu entdecken. Doch einige Tiere sind nicht so gut getroffen. Der Spatz zum Beispiel sieht rosa aus, die Graugans ist gelb, und der Schwan ist aufgrund des Fehlens eines langen, gebogenen Hals als solcher überhaupt nicht zu erkennen.


Fazit:
Das wichtige Thema, dass man an seine Träume glauben und sich von niemandem kleinreden lassen soll, wurde für meinen Geschmack leider nicht ganz zufriedenstellend dargestellt.

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Im 8. Teil müssen Ernestine und Anton den Mord an einer Schauspielerin aufklären

Mord im Filmstudio von Beate Maly

Wien, Sommer 2025: Die pensionierte Lateinlehrerein Ernestine Kirsch und ihr Freund Anton Böck, ehemaliger Apotheker, leben mittlerweile im umgebauten Kutscherhäuschen in Wien Neubau, da Antons Tochter Heide mit ihrer Tochter Rosa und ihrem mittlerweile Ehemann, dem Polizisten Erich Felsberg, in der Wohnung über der Apotheke wohnen.

Anton hat sich nun ganz aus der Apotheke zurückgezogen und möchte seinen Ruhestand genießen. Doch da rechnet er nicht mit Ernestine, die Action braucht: diesmal hat sie sich und Anton als Statisten für den Filmdreh zum "Rosenkavalier" beworben, und die beiden erhalten tatsächlich eine Rolle.
Antons grummeliger Widerwille, da er weder die Aufregung beim Dreh braucht, und schon gar nicht die "lächerlichen" Kostüme (lila Schleifen an der Knickerbocker und eine Perücke, ebenfalls mit lila Schleifen!? Das geht ja GAR nicht, da macht er sich doch lächerlich! *gg*), war wieder sehr unterhaltsam!
Und als am zweiten Drehtag die Hauptdarstellerin mit einem Seidenschal erdrosselt in ihrer Garderobe aufgefunden wird, macht sich Ernestine natürlich auf Spurensuche (auch wenn Erich darüber gar nicht begeistert ist). Doch er braucht jede Hilfe, immerhin steht er als Nachfolger seines Vorgesetzten im Raum, dafür muss er jedoch unbedingt diesen Fall lösen.

Die Filmwelt (damals noch Stummfilm) und das aufgeregte Drumherum zur damaligen Zeit wurde spannend und authentisch dargestellt; überhaupt fühlt man sich jedesmal so richtig im Wien der 20er Jahre! Alles ist so lebendig und nachvollziehbar und wundervoll beschrieben.
Leider auch der Judenhass und die Hetze zur damaligen Zeit, die in diesem Band wirklich bedrückend zur Geltung kommen. Schon in den vorigen Bänden hat Erich immer wieder mit Anfeindungen zu kämpfen (v.a. von einem bestimmten Kollegen, der ebenfalls als Nachfolger im Raum steht und dann sein Vorgesetzter wäre). Doch im Sommer 2025 nimmt dieser Hass immer größere Ausmaße an und man fühlt richtig mit Erich mit und kann die angespannte Stimmung damals sehr gut nachempfinden.

Schade fand ich, dass man von der Hochzeit von Heide und Erich gar nichts gelesen hat, darauf hatte ich mich nach dem vorigen Band, wo die Vorbereitungen gerade in vollem Gange waren (ich sag nur: Antons neuer Anzug ;) sehr gefreut. Doch hier waren Heide und Erich schon verheiratet.
Ich wurde wieder großartig unterhalten und fand auch die Auflösung wieder gut und nachvollziehbar. Mir gefällt immer sehr gut, dass das Vorwort, das immer einige Jahre vor der eigentlichen Geschichte steht (wo man ja schon weiß, dass es mit der Auflösung zu tun hat), sich dann Stück für Stück aufdeckt und mit den aktuellen Ereignissen verbindet.


Fazit:
Ein unterhaltsamer 8. Fall für Ernestine Kirsch und Anton Böck, der diesmal in der surrenden Filmwelt der 20er Jahre angesiedelt ist. Humorvoller historischer Cosy Crime im Wien des Jahres 1925.

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In ihrem 23. Fall hat es Tempe mit Brandopfern in der Hauptstadt zu tun

Die Sprache der Flammen von Kathy Reichs

In ihrem 23. Fall wird die forensische Anthropologin Tempe Brennan nach Washington, D.C. gerufen. Denn dort hat ein altes Haus lichterloh gebrannt, und es gibt vier Todesopfer zu untersuchen.
Doch es wird noch eine fünfte Leiche in einem geheimen Tiefkeller gefunden. Was hat es mit dieser Toten auf sich?
Und dann geht ein weiteres Haus in Flammen auf.

Über Tote bei Bränden wusste ich aufgrund meiner Thriller-Leidenschaft schon einiges, aber wie sich herausstellte, noch nicht alles. Kathy Reichs hat die Todesopfer, und was mit Körpern bei starken Bränden passiert, so eindrücklich beschrieben, dass es sogar mir fast zu viel wurde.
Aber ich mag die vielen Infos und wie die Arbeit von Tempe dargestellt wird. So authentisch. Und ich mag den Schreibstil aus Sicht von Tempe, die dem Leser mit trockenem Humor ihre Erlebnisse schildert. Auch die erfolglose Suche nach einer Unterkunft, denn an diesem Wochenende ist das Pride Festival, und es gibt keine freien Zimmer mehr. Also kommt sie bei der Reporterin Ivy Doyle, einer guten Freundin ihrer Tochter Katy, unter.

Der Fall selbst ist wieder in sich geschlossen und kann eigenständig gelesen werden. Es klärt sich auch alles auf (bzw. fast alles - und auch das ist realitätsnah und deshalb mag ich die Reihe so sehr. Denn im echten Leben können auch nicht alle Ungereimtheiten aufgeklärt werden.)
Die persönliche Entwicklung der Personen geht weiter - hier hat Tempe mit ihrem Freund Ryan Stress, denn eigentlich war Romantik-Urlaub angesagt, als sie dann doch dem Ruf der Hauptstadt gefolgt ist. (Ryans Verärgerung konnte ich aber tatsächlich viel mehr nachvollziehen als Tempes Pflichtbewusstsein.)

Diesmal konnte mich jedoch der Fall selbst nicht so mitreißen, ich kann es gar nicht genau ausmachen, woran es lag. Denn die Infos über die Prohibition aus vergangen Zeiten war sehr interessant und informativ. Und auch über die Hauptstadt Amerikas (und deren Geschichte) habe ich einiges gelernt.


Fazit:
Spannende Infos über Brandopfer, die Prohibition und Washingtons Geschichte. Der Fall selbst konnte mich diesmal aber leider nicht so ganz mitreißen.

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in ihrem 4. Fall muss Hanna Ahlander den Tod einer Studentin aufklären

Lügennebel von Viveca Sten

In ihrem 4. Fall muss Hanna Ahlander den Todesfall der jungen Studentin Fanny aufklären, die mit ihrer Freundin Olivia und 4 Freunden zum Skifahren in Åre war. Die Eltern eines der Jungs hat ein riesiges Ferienhaus in Sadeln, direkt an der Piste.
Doch gleich nach der ersten Nacht, in der die jungen Leute ausgiebigst gefeiert hatten, wurde Fanny tot im Schnee aufgefunden, nur mit Unterwäsche bekleidet.

Hanna und ihr Kollege Daniel Lindskog haben natürlich sofort einen der männlichen Studenten im Visier; die Zeugenaussage der Nachbarin bestätigt diese Vermutung. Doch die Studenten weisen alle Vorwürfe von sich und schweigen ansonsten.

Durch die sehr kurzen Kapitel und das ständige Springen zwischen dem Erlebnis von Hanna Ahlander (zu Beginn) und den Geschehnissen der Freundesgruppe wird man durch die Geschichte gepeitscht, weil man auch immer wissen will, wie es jeweils weitergeht.
Doch die Ermittlungen treten auf der Stelle, es geht gefühlt nichts weiter; dadurch ist es manchmal etwas langatmig.
Doch die Autorin hat es wunderbar geschafft, dass man sofort einen Täter im Visier hat und gegenüber den Studenten, deren Charakterzeichnungen detailliert und lebendig sind, positive oder negative Gefühle hegt. Und durch die Sicht von Olivia fiebert man mit ihr besonders mit.
Die Auflösung, die dann nach elendslanger erfolgloser Ermittlung dann irgendwie plötzlich kam, hat mich dann doch etwas überrascht und enttäuscht, denn ich konnte das Motiv nicht 100%ig nachvollziehen. Außerdem wurde ein interessanter Hinweis auf einen möglichen anderen Täter gar nicht weiterverfolgt.

Wundervoll fand ich wieder die lebendige und detailgetreue Darstellung der Gegend um Åre und der schneebedeckten Landschaft, so dass man alles genau vor Augen hat.
Auch die privaten Entwicklungen von Hanna, Daniel und deren Kollege Anton fand ich spannend zu verfolgen.
Im vorderen und hinteren Buchdeckel gibt es auch wieder einen Plan von Åre sowie den umliegenden Orten.


Fazit:
Auch im 4. Fall überzeugt die taffe schwedische Polizistin Hanna Ahlander und die lebendige Beschreibung der eisigkalten Umgebung von Åre. Die Auflösung hätte ich mir jedoch anders gewünscht.

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Zwei Todesfälle auf der Trabrennbahn

Mord auf der Trabrennbahn von Beate Maly

Wien, Spätfrühling 1925: Die pensionierte Lateinlehrerein Ernestine Kirsch und ihr Freund (mittlerweile ihr fester ;) Anton Böck, ehemaliger Apotheker, besuchen zum ersten Mal die Trabrennbahn in der Krieau. Ernestine ist ganz verzückt von der Atmosphäre, der Kleidung (es gibt sogar eine Hut-Modenschau!), dem neuen Prickelwasser (Sekt), der kostenlos ausgeschenkt wird, und das aufregende Wetten.

Anton hingegen hätte lieber einen Gugelhupf in der Meierei in der Praterallee.
Doch dann muss das Rennen noch vor dem Start abgesagt werden, da einer der Jockeys, ein Geheimfavorit, tödlich verunglückt ist.
Und am nächsten Rennwochenende kommt einer der beiden Schaumweinwinzer zu Tode, dessen Aufklärung der Polizist Erich Felsberg, Antons Bald-Schwiegersohn, übernimmt. Klar, dass Ernestine ihm helfen muss, da sie auch hinter dem Tod des Jockeys ein Verbrechen vermutet.

Dies ist der 7. Fall für Ernestine und Anton; die Bände können eigenständig gelesen werden, da die Fälle abgeschlossen sind. Die private Entwicklung der beiden und sämtlicher anderer handelnden Personen baut natürlich ab Band 1 auf.
So sind Ernestine und Anton nun ein festes Paar und bauen das Kutscherhaus zu einem gemeinsamen Refugium um, sodass Antons Tochter Heide mit ihrer Tochter Rosa und ihrem Bräutigam Erich die Wohnung über der Apotheke vergrößern kann. Auch eine Hochzeit steht ins Haus.

Ich mag Ernestines Neugier und Hartnäckigkeit, aber auch Antons Grummeligkeit. Wie er im Anzug aus dem (wortwörtlich) vorigen Jahrhundert zur Trabrennbahn kommt und dann not amused ist, dass er sich für die Hochzeit seiner Tochter einen neuen Anzug kaufen muss. Und eigentlich mit den Ermittlungen gar nichts zu tun haben will, sich aber Ernestine zuliebe fügt (und allem Widerwillen zum Trotz hat er eine gute Beobachtungs- und Kombinationsgabe und trägt auch zur Auflösung des Falls bei!) Und Ernestine, wie sie Anton zur Versöhnung und zum Lob immer kulinarische Köstlichkeiten zukommen lässt (denn er isst ja für sein Leben gern.)
Übrigens erfährt man viel Interessantes über das alte Wien. Das Kaufhaus Herzmansky zB war mir natürlich ein Begriff, aber Infos zur Geschichte des Hauses habe ich recherchiert. Oder das Norbertinum in Tullnerbach, das ich nur als Schule kenne, das mal ein Waisenhaus der katholischen Kirche war. Auch die Geschichte des Wiener Gebär- und Findelhauses ist spannend dargestellt sowie die neu eingeführte Wett-Steuer, die der Stadt Wien dringend notwendige Einnahmen bescherten.

Die Auflösung ist ziemlich komplex; man fragt sich immer wieder, warum Ernestine eine Verbindung vermutet. Manchmal kann ich ihren Gedankengängen gar nicht so schnell folgen, aber sie hat eine gute Kombinationsgabe und das Motiv für die Todesfälle ist traurig, aber spiegelt die Lebenseinstellung der Menschen der damaligen Zeit authentisch wider.


Fazit:
Ein komplexer 7. Fall für Ernestine Kirsch und Anton Böck, die diesmal Todesfälle auf der Trabrennbahn Krieau lösen müssen. Humorvoller historischer Cosy Crime im Wien des Jahres 1925.

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David Hunters 7. Fall: eisige Kälte, abgeschiedene Düsternis und verborgene Knochen

Knochenkälte von Simon Beckett

Im lang erwarteten 7. Band der Reihe verirrt sich der forensische Anthropologe Dr. Robert Hunter im Wintersturm im Gebirge und landet in dem kleinen Kaff Edendale, das sehr abgeschnitten liegt.
Aus der Heimfahrt am nächsten Tag wird nichts, denn die Brücke, der einzige Weg aus dem Dorf hinaus, ist abgerissen.

Zu allem Überfluss ist auch noch der Strom weg. Und in dieser Düsternis stößt David Hunter im Wald bergan, wo er eigentlich nach Handyempfang gesucht hat, auf ein Skelett, das in den Wurzeln einer vom Sturm umgerissenen Fichte hängt.

Zu Beginn dauert es etwas, bis die Geschichte Fahrt aufnimmt. Das ganze Drumherum, wie und warum Hunter in Edendale landet, hätte für meinen Geschmack etwas kürzer sein können.
Auch die vielen handelnden Personen sind erstmal unzählig; doch alle sind lebendig gezeichnet. Ein bisschen Klischee ist auch mit dabei: eine mürrische Familie, die Beddoes, dessen bösartiges Oberhaupt seine Familie und das Dorf fest im Griff hat; Hooley, ein Schlägertyp, das Anhängsel dieser Familie, und die Einwohner, die Hunter abweisend gegenübertreten.
Doch es gibt auch freundliche Menschen: Maud, die Chefin der Fichtenplantage, die erstmal ablehnend ist; und natürlich Jon Reese, dessen Frau Nisha und Baby Kiran, die David bei sich im "Hotel" aufgenommen haben.

Ich mag den Schreibstil von Simon Beckett sehr, er ist wirklich mitreißend. Und auch wenn dieser Hunter-Thriller ein anderer ist als gewohnt, fand ich auch hier den Spannungsbogen konstant aufrecht. Und durch sein Wissen und seine Erfahrung kann David Hunter auch ohne Leichenhalle und Technik ein Skelett zuordnen: Geschlecht, Alter, Abstammung; und wie lange es schon im Erdreich liegt.
Auch wenn mir das Geheimnis um das Skelett schnell klar war, hat sich die ganze Geschichte dann erst nach und nach komplett aufgedeckt.

Dieses Buch lebt aufgrund der fehlenden 'echten' Forensik-Arbeit von der lebendigen Beschreibung der Landschaft und der Atmosphäre. Man hat die schroffen Berge, die düstere Fichtenplantage und den Fluss genau vor Augen und fühlt die eisige Kälte, den Schnee; aber auch die Kraftanstrengungen und die Verletzungen mit. Schnee, Eis, Kälte, und die isolierte Abgeschiedenheit sowie der Fund der verborgenen Skelette (logisch, dass eines nicht genug ist ;) bringen Spannung.
Zu offensichtlich war mir allerdings der Täter; doch es gibt natürlich auch einige überraschende Wendungen.


Fazit:
Ein etwas anderer 7. Fall für David Hunter. Für mich sehr spannend. Doch ich finde, das Buch lebt von der anschaulichen Beschreibung der unwirtlichen Landschaft, der eisigen Atmosphäre und der gruseligen, stromlosen Abgeschiedenheit des Dorfes mit den grimmigen Einwohnern.

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humorig und zum Nachdenken anregend

Horror-Date von Sebastian Fitzek

Für mich war "Horror-Date" der erste nicht-Thriller von Sebastian Fitzek und ich war schon seeehr gespannt, ob er auch lustig kann. Kann er! Hier aber gemischt mit einem sehr ersten Thema.
Denn Raphael ist unheilbar krank. Und möchte deshalb noch einmal ein Date haben, weshalb er sich bei "The Walking Date", angemeldet hat , einer Dating-Plattform für Menschen, die nicht mehr lange zu leben haben, und dort die ebenfalls sterbenskranke Nala kennengelernt hat.

Die beiden haben den gleichen Humor und sie verbindet ihre Liebe zur Literatur.
Als es jedoch zu einem echten Treffen kommen soll, kriegt Raphael kalte Füße und schickt seinen besten Freund Julius zu dem Date.
Doch Julius ist das komplette Gegenteil von Raphael und soll eigentlich in wenigen Tagen heiraten - und so kommt es, wie es kommen muss: das Treffen wird zum Horror-Date.

Die Idee einer Dating-Plattform für todkranke Menschen, fand ich interessant.
Und der chaotische Julius, der erstmals sehr oberflächlich erscheint, und sein bester Freund sind wie Tag und Nacht. Und trotzdem - oder gerade deshalb - so gute Freunde. Toll fand ich, dass Julius zum Date geht, weil es Raphael dafür zu schlecht geht. Obwohl er doch bald heiraten soll und auf ein Treffen mit einer Fremden so gar keine Lust hat. Und auch nicht sofort abhaut, als es anfängt, so richtig schief zu laufen. Da merkt man, dass ihm sein Freund wirklich sehr wichtig ist.
Manchmal war mir die Geschichte zu gewollt lustig, und für manche Menschen kann dies gerade bei so einem sensiblen Thema unpassend erscheinen.
Ich wurde jedenfalls gut unterhalten, auch durch überraschende Wendungen; aber auch zum Nachdenken angeregt.


Fazit:
Ein sehr sensibles Thema mit etwas zu viel Humor verarbeitet. Wenn es einen nicht triggert, dann ist es sehr unterhaltsam und regt zum Nachdenken an.

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komplexe Familiengeschichte und ein Kunst-Kriminalfall

Das geheime Bildnis von Ellery Lloyd

Die Geschichte spielt auf verschiedenen Zeitebenen; zu Beginn ist es nur im Prolog ein Krimi (in der Gegenwart wurde Patrick wegen Mordes verhaftet - aber an wem und warum?), danach eher eine komplexe Familiengeschichte.
Im Jahr 1991 liest man abwechselnd in ich-Form aus Sicht von Caroline und Patrick; und dann gibt es noch Auszüge aus Juliette Willoughbys Tagebuch aus dem Jahr 1938.

Man begleitet abwechselnd Patrick und Caroline, dadurch baut man schnell eine Beziehung zu den beiden Figuren auf.
Man springt immer wieder in den Zeitebenen umher, somit erfährt man erst nach und nach alle Infos und die Puzzlestückchen fallen erst sukzessive an ihren Platz.
Durch die leicht zu lesende Schreibweise und die gute Strukturierung weiß man immer, wo man sich befindet und alles ist trotz der komplexen Handlung und den Verflechtungen gut nachvollziehbar.
Der Roman beinhaltet eine Vielfalt an Themen; eine Mischung aus Kunst, die einen hohen Stellenwert hat und Familiengeheimnissen. Für mich war es weniger ein Krimi, sondern eher eine Familiengeschichte, die auf mehreren Zeitebenen spielt. Und solche Familiengeschichten haben ja auch immer ihre dunklen Geheimnisse.

Durch die Komplexität und die aufwühlende Geschichte einer Familie über mehrere Generationen war man immer gefesselt; und die Auflösung war authentisch und nachvollziehbar.
Schicht um Schicht werden die Geheimnisse langsam aufgedeckt, was manchmal ruhig etwas schneller hätte passieren dürfen.


Fazit:
Für mich war es weniger ein Krimi, sondern eher eine komplexe Familiengeschichte, die auf mehreren Zeitebenen spielt. Und solche Familiengeschichten haben ja auch immer ihre dunklen Geheimnisse.

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