Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Baerbel82:
Zwischen Taunus und Himalaja
Alles wird Asche von Nele Neuhaus
Da ich selbst im Taunus lebe, sind die Krimis von Nele Neuhaus seit über zwanzig Jahren ein Must Read für mich. Das Warten hat sich gelohnt. Auch „Alles wird Asche“, der zwölfte Fall für Pia Sander und Oliver von Bodenstein, hat mir gefallen. Worum geht es?
Zunächst scheinen es tragische Unfälle zu sein: eine Frau stirbt bei einem Brand in ihrer Villa in Kronberg im Taunus, ein Bauunternehmer wird tot im Rohbau eines Frankfurter Hochhauses gefunden und auch in der Nähe von Bad Camberg kommt es zu einem bizarren Todesfall.
Schnell wird klar, dass es sich um eine brutale Mordserie handelt. Die Spuren führen zum Umkreis eines verstorbenen Tech-Milliardärs und Entwicklers eines KI-Chatbots, die weltweit erste echte generative KI, womit Oliver und Pia in ein Geflecht aus familiären und geschäftlichen Geheimnissen geraten.
„Alles wird Asche“ ist spannend und unterhaltsam. Zwei Handlungsstränge gilt es zu verfolgen. Die Geschehnisse in der Familie und die Ermittlungen der Polizei. Dadurch gibt es Redundanzen. Denn wir Lesende sind den Ermittlern immer einen Schritt voraus.
Ab und zu sind Abschnitte in Kursivschrift eingestreut, aus Tätersicht. Liegt das Motiv in der Vergangenheit, als Patrick Brinkhoff am Mount Everest starb?
„Alles wird Asche“ ist ein Buch, das KI thematisiert. Es geht um Familie, Rache und Verrat. Zum Glück sind vorne im Buch ein Personenregister und ein Stammbaum der Familie Brinkhoff eingefügt, damit man den Überblick nicht verliert. Denn die Verwandtschaftsverhältnisse sind ziemlich kompliziert.
Über das Wiedersehen mit Pia & Co habe ich mich sehr gefreut. Das ist immer ein bisschen wie nach Hause kommen. Die Ermittler wirken inzwischen wie gute Bekannte, wobei das Privatleben von Pia viel Raum einnimmt.
Am Ende schließt sich der Kreis. Denn genau wie Nele Neuhaus‘ Krimidebüt „Unter Haien“, spielt „Alles wird Asche“ in der Welt der Mächtigen und Reichen.
Auch wenn der zwölfte Band vielleicht nicht der beste Band der Reihe ist, habe ich das Buch mit Freude gelesen und empfehle es hiermit gerne weiter.
Fazit: Fall Nr. 12 für Pia und Oliver. Gut, aber für mich nicht das beste Buch der Reihe.
Rezensionen von .:
Diese Band ist definitiv nicht normal
Songs of the Void, Band 1 - Echo der Stille von Anne Lück
Das war für mich so ein Buch, bei dem ich am Anfang erst einmal reinkommen musste, aber je weiter ich gelesen habe, desto mehr hat mich die Geschichte gepackt. Die Handlung verbindet Musikbranche, Romance und Fantasy auf eine ziemlich besondere Art. Gerade die Idee rund um Silentbound und die geheimnisvolle Identität der Band fand ich richtig spannend.
Es gab immer wieder Dinge, bei denen ich wissen wollte, was wirklich dahintersteckt.
Alize als Hauptfigur hat mir gut gefallen. Sie ist ehrgeizig und kämpft für ihren Platz in der Musikbranche, ohne dabei perfekt zu sein. Auch die Dynamik mit Léo und vor allem mit Echo fand ich interessant, wobei Echo natürlich besonders viel Raum für Spekulationen lässt. ????
Der Schreibstil war angenehm und hat die Atmosphäre der Geschichte gut eingefangen. Besonders die Szenen rund um die Musik konnten mich abholen, weil man das Gefühl bekommen hat, dass Musik hier wirklich ein wichtiger Teil der Geschichte ist und nicht einfach nur als Hintergrund dient. Gleichzeitig wurde es durch die mystischen Elemente immer düsterer und spannender.
Rezensionen von Bücher in meiner Hand:
Es wird wieder gekocht
A Taste of Cornwall: Ein Rezept für Herzklopfen von Katharina Herzog
Im letzten Band dieser Trilogie sind fast alle bisherigen Charaktere wieder mit dabei. und auch dieses Mal geht es um eine TV-Koch-Show.
Fussballstar Liam residiert in einer grossen Villa in Port Haven und kuriert eine Verletzung aus. Tatsächlich hört er hauptsächlich laute Musik und macht Partys mit seinen Jungs.
Dies stört seine neue Nachbarin, Foodbloggerin Lucia, die das Cottage nebenan mietet, um Abstand zwischen sich und ihren Lebenspartner Mario zu bringen und Ruhe liebt. Die beiden haben sich für eine Beziehungspause entschieden, was ihre Follower aber nicht mitbekommen sollten.
Liam und Lucia werden spontan angefragt, an einer neuen Kochshow teilzunehmen. Vier Zweier-Teams sollen für die jeweils anderen kochen. Annabelle mit Flynn, Tanya und Gerald, Realitysternchen Heidi und Foodkritiker Vincent Grantel - und eben Lucia und Liam. Annabelle, Heidi und Lucia kennen sich bereits aus einer andern Show, die in Band 2 Thema war. Tanya ist Sophies Mutter und Gerald arbeitet in Sophias Pub. Jeweils einer vom Team kann kochen - Tanya, Flynn, Lucia und Vincent, ihre Teampartner müssen helfen. Die Teams meistern ihre Kochabende alle sehr gut, doch bis dahin wird viel Geschirr zerschlagen.
Die Presse ist natürlich auch vor Ort und hängen Lucia und Liam eine Affäre an. Irgendwann spielen sie einfach mit, in Hoffnung, dass sie bei der Show besser abschneiden. Doch ihr extra für die Presse inszeniertes Theaterspiel bringt neue Probleme mit sich.
Mir gefiel, dass hier wirklich viel gekocht wurde und es humorvoll zu und her ging. Die Autorin hat hier weniger verschiedene Themen als in Band 2 aufgenommen, was ich positiv werte, ebenso ist dieser dritte Band für eine grössere Leserschaft konzipiert als Band 2.
Fazit: Ein leichter Roman für Zwischendurch.
Knappe 4 Sterne.
Fazit der Trilogie: Wahrscheinlich hab ich mich einfach auch an die vielen "Stars und Sternchen", die in dieser Reihe vorkommen, gewöhnt oder beim dritten Band darüber hinweg gesehen. Für mich dürfen es ganz normale Figuren ohne Allüren sein und einmal TV-Show hätte völlig gereicht, doch diese Trilogie wurde um den Koch-Show-Plot herum aufgebaut und nicht um das Setting Cornwall. Dies war mir zu Beginn der Trilogie nicht bewusst, sonst hätte ich sie wohl nicht gelesen.
Rezensionen von Bücher in meiner Hand:
Flüssig zu lesen, aber...
A Taste of Cornwall: Ein Löffel Glück von Katharina Herzog
Annabelle, bereits bekannt aus dem ersten Band, kehrt nach Port Haven zurück. Sie ist eine von drei Frauen, die zur Co-Moderatorin einer Kochshow gecastet werden. Mittlerweile versteht sie sich ja gut mit Sophie, die den dortigen Pub übernommen hat. Mit dem Moderator allerdings nicht, sie wagt es aber trotzdem, sich gegen ihn zu wehren.
Dazu muss sie sich auch mit ihrer Mutter auseinandersetzen, denn die hat natürlich mitbekommen, dass Annabelle sich wieder in ihrer Heimat aufhält. Dabei erfährt man, wieso Annabelle vor vielen Jahren aus Port Haven flüchtete. Ihre Geschichte wurde im ersten Band ja ganz leicht angekratzt.
Wie es in solchen TV-Shows halt so ist, wird nicht immer ehrlich gespielt oder es werden persönliche Dinge ausgegraben. Davor hat Annabelle weniger Angst, als Flynn sie hat, denn er lebt inkognito hier auf einer Farm und züchtet Alpakas. Wie wir aus dem ersten Band wissen, ist er nicht der einzige unter anderem Namen lebende Mensch in Port Haven.
"Ein Löffel Glück" ist zwar ein flüssig zu lesender Roman, aber es ist leider eine Geschichte, die zum Teil darauf aufgebaut ist, dass nicht über aktuelle Gefühle gesprochen wird. Das fand ich sehr schade. Die Autorin kann tolle Romane schreiben ganz ohne diese Tricks, und mir hätte es bedeutend besser gefallen, wenn die Betroffenen die Missverständnisse sofort klären und nicht erst quasi zur Versöhnung am Ende.
Die Themen haben mich auch nicht angesprochen, wahrscheinlich soll die Reihe wohl eher jüngere Frauen im Alter bis maximal 35 Jahren begeistern.
Fazit: Das Setting dieses zweiten Bandes hat mir gefallen, die Figuren mit ihren Verhaltensweisen weniger.
Knappe 3.5 Sterne.
Rezensionen von Bücher in meiner Hand:
Schwierig und oberflächlich
People in Love von Claire Daverley
Zehn Jahre sind sie zusammen, heiraten wollten sie nicht. Vor allem nicht Nora. Dann, gänzlich unerwartet, bekommt sie einen Ring. Und jetzt?
Kurz ist sie überrascht, und schon geht die Hochzeitsplanerei los. Eine Einladung zur Verlobungsparty bekommt u.a. auch Bren, Noras Jugendfreund, der seit vielen Jahren irgendwo auf der Welt herum reist.
Und dann steht er plötzlich vor ihrer Türe und alte, verdrängte Gefühle kommen hoch.
Die Autorin Claire Daverley versucht nun für den Rest des Romans zu erklären, was genau zum Bruch zwischen Nora und Bren geführt hat, was äusserst schleppend vonstatten ging. Und Robin? Der reagiert kaum, minim mit ein bisschen Eifersucht, aber sonst bleibt er sehr blass. An einem bestimmten Punkt, eigentlich schon sehr sehr früh, hätte er unbedingt reagieren müssen auf die eine oder andere Art, am besten intensiv. Aber da kam nichts. Ein Mann, der einfach alles laufen lässt. Ein langweiliger Charakter.
Ebenso Bren, obwohl ich ihn fast noch am sympathischsten fand. Er agierte sehr viel und am Ende verstand man, wieso er damals aufgebrochen ist. Nora mochte ich anfänglich, denn ich wollte sie erst kennenlernen und war noch geduldig, aber die Bonuspunkte hat sie schnell aufgebraucht. Ihre Liebe zu Robin spürte man nicht wirklich, umgekehrt ja auch nicht. Und das, was wirklich zwischen Nora und Ben war, sei mal dahin gestellt. Ausser, dass Bren nach vielen Jahren vor der Tür steht, waren sämtliche Entscheidungen im Roman nicht nachvollziehbar.
Es ist ein Roman, der mit einer Handvoll Figuren auskommt, inklusive etwa zwei bis drei Nebenfiguren. Aber keine einzige Figur ist einigermassen "normal". Alle haben riesige Rucksäcke voll Vergangenheitsprobleme und wenn nicht, dann sonst einen Spleen oder sie bleiben äusserst blass. Und dann die beiden Mütter, schwierig, sehr schwierig.
Der Clou der Geschichte? Mal wieder, dass, hätten die Charaktere vor zig Jahren miteinander gesprochen, diese Story, so wie sie im Roman erzählt wird, gar nicht stattgefunden hätte.
Immerhin war der Roman flüssig zu lesen, trotz Längen und Langeweile. Das Kleid am Ende, eigentlich eine schöne Idee, aber es passt für ich einfach nicht zu dieser Geschichte.
Fazit: Ein schwieriger und oberflächlicher Roman, der mich nicht zu überzeugen vermochte.
3 Sterne.
Rezensionen von Bücher in meiner Hand:
Bin begeistert, fortan ein Lieblingsroman
Ein Ort, der bleibt von Sandra Lüpkes
Schon auf den ersten Seiten hat mich Autorin Sandra Lüpkes abgeholt, ich war gefühlsmässig voll drin und streifte erst mit Mehpare, dann mit Imke und später auch mit Magda durch die Strassen von Istanbul, durch "ein Mosaik aus türkisblauen Steinchen". Der Roman ist in verschiedene Zeitebenen aufgeteilt, in denen wir drei Frauen - und einige Männer - auf ihren Lebenswegen begleiten.
Der Roman beginnt im Jahre 1926 mit Mehpare Başarman. Mehpare liebt die naturwissenschaftlichen Fächer in ihrem Mädchengymnasium, welches leider bald abbrennt. Sehr wahrscheinlich war es Brandstiftung durch die religiöse Behörde, die nicht will, dass Mädchen Bildung erfahren. Die Schule wird andernorts wieder aufgebaut, Mehpare wird Studentin und freut sich, dass ein deutscher Genetik-Professor bald hier ihr Lieblingsfach unterrichten wird. Sie hofft, dass er auf alle ihre Fragen Antworten geben kann. Fragen hat sie unendlich viele, denn "Wissen hat kein Ende".
Ihre frühere Lehrerin Sarah, mit griechischer Abstammung, ehrenvoll immer Sara Hanım (= Frau Sarah) genannt, spricht deutsch und trifft Mehpare überraschend wieder, als der Professor seine erste Vorlesung hält. Auch ihren Lebensweg streift man öfters.
Magda Heilbronn ist Protestantin, ihr Mann Alfred Jude. Als es 1933 in Deutschland immer schlimmer wird und jüdische Menschen aus ihren Berufen und aus Universitäten und Schulen verbannt werden, nimmt sie die Gefahr eher wahr als ihr Mann, Typ schusseliger Professor. Schlussendlich sieht er es auch und nimmt die Einladung und Berufung nach Istanbul an. Magda reist von Münster aus mit ihren beiden Kindern mit dem Zug nach, und lebt sich sehr schnell ein.
In der Gegenwart soll Imke, eine Stadtplanerin, Kai in Istanbul assistieren. Sie sollen herausfinden, wie bedeutend ein altes, abgebranntes Schulgebäude in Istanbul ist, um es entweder zu schützen oder ganz abzureissen. Doch Imke merkt schnell, dass sie ihre Stelle nur aufgrund ihrer Bekanntschaft mit Kais Freundin bekommen hat und Kai die Arbeit vor allem ihr überlässt. Den Grund dafür muss sie erst noch herausfinden.
Sandra Lüpkes nimmt hundert Jahre türkische Geschichte auf in ihrem Roman und bettet zudem viele Details über den Holocaust mit ein. Sie bringt sie in Verbindung mit der Türkei, vor allem der Stadt Istanbul und obwohl ich viel über das Land weiss, schloss sich für mich eine Wissenslücke. Über hundert deutsche und österreichische Professoren wurden nach Istanbul an Schulen und Universitäten geschickt, um nach den neuen, von Mustafa Kemal Atatürk festgelegten Reformplänen zu unterrichten. Mit ihren Familien, Assistenten und Lieblingsschüler*innen befanden sich nun fast tausend Menschen in grösserer Sicherheit als im judenfeindlichen Mitteleuropa. Leider verirrten sich aber auch fremdenfeindliche Deutsche an den Bosporus und so fand man an der deutschen Schule in Istanbul damals leider einige Nazi-Unterstützer und musste aufpassen.
Der Roman ist gespickt mit liebevollen türkischen Ausdrücken, Redewendungen und sprachlichen Verbindungen. Da ich die Sprache verstehe, war das für mich wunderschön zu lesen. Zudem schreibt Lüpkes kleine, feine Hinweise auf bereits stattgefundene Ereignisse, die nur Sinn machen, wenn man alles gelesen hat. Zum Beispiel, als auf einem Friedhof in Bebek eine kleine handgeschriebene Notiz gefunden wird. Diese Hinweise haben mir immer sehr gut gefallen.
"Ein Ort, der bleibt" ist ein sehr intensiver Roman, den ich nicht am Stück lesen konnte, sondern immer wieder Pausen machen musste, um das Gelesene sacken zu lassen. Er ist einer der besten mir untergekommenen Romane in den letzten Jahren. Deshalb habe ich nun nicht nur ein neues Lieblingsbuch, sondern auch ein neues Lieblingswort: es heisst "Haymatloz".
Fazit: Ein enorm eindrücklicher Roman mit viel historischem und politischem Hintergrundwissen, den man nicht so schnell vergisst. Er kommt auf meine Jahreshighlight-Liste und bleibt mir sicher noch viele Jahre in bester Erinnerung.
5 Sterne.
Rezensionen von Bücher in meiner Hand:
Ein Spezialist für - tote - Musiker
Quartett von Natasha Korsakova
Schade, dass die Cover aus dem Septime Verlag so dunkel und nichtssagend sind. Würde ich nicht wissen, wie gut die Autorin schreibt, würde ich in der Buchhandlung nicht zu diesen Krimis greifen, weil mich die Cover überhaupt nicht ansprechen. Das war bei den ersten zwei Bänden anders.
Aber immerhin passt der Titel sehr gut.
Vielleicht wäre eine dunkle, kleine Gasse ein angemesseneres Cover-Bild gewesen, denn dann wäre man bereits auf den ersten Blick direkt am Tatort. In so einer römischen Gasse wurde nachts der Geiger eines Quartetts tot aufgefunden.
Die Neue im Team von Commissario Di Bernardo kann an ihrem ersten Arbeitstag in Rom also nicht von Langeweile sprechen und ihre Befürchtung "Zuarbeiterin für irgendeinen Schlipsträger, der hoffentlich nicht so scheintot war, wie sein Name nahelegte" zu werden, bricht gleich in sich zusammen. Di Bernardo merkt allerdings, dass nicht nur die Mitglieder des Quartetts ein oder mehrere Geheimnisse umwehen, sondern auch die neue Ispettrice, Giulia Casavola, etwas verbirgt.
Die Liebe fast aller Figuren zur klassischen Musik ist deutlich spürbar und auch Di Bernardo wird langsam Spezialist für - tote - Musiker.
Langsam, aber stetig entwirren die Ermittler das Geflecht der Geheimnisse. Die Leserschaft ist anfangs eine winzige Spur voraus, denn in einer Rückblende wird etwas Vergangenes preisgegeben, und man ahnt, dass die gegenwärtigen Geschehnisse damit zu tun haben müssen.
Natasha Korsakova beweist viel Gespür für das Zwischenmenschliche, insbesondere in der Figur ihres Protagonisten Di Bernardo. Er ist ein behutsamer Commissario und agiert vorausschauend, manchmal auch sehr spontan, so dass der Kriminalfall sehr abwechslungsreich ist.
Die Autorin gestaltet den Fall spannend und ähnlich wie bei Bannalecs "Kommissar Dupin"-Bänden könnten alle Verdächtige Täter oder Täterin sein. Schlussendlich löst sich alles logisch auf.
Mir machte es sehr grossen Spass, mit dem Ermittlerteam in diesem vierten Band durch Rom zu streifen. Viel zu schnell flog ich durch die Seiten, so dass mir keine Zeit mehr blieb, nach den Musikstücken zu suchen, die sich in der Printausgabe einfach per QR-Code finden lassen. Im eBook fehlt dieser Code leider wie auch schon im dritten Band.
Fazit: Ein interessanter, musikalischer vierter Fall für Commissario Di Bernardo und sein Team!
4.5 Sterne.
Rezensionen von Bücher in meiner Hand:
Tolle Idee, witziger Start, aber dann...
Laura Clark ist dann mal weg von Helen Russell
Der Klappentext hörte sich interessant an - ich kann Laura Clark definitiv verstehen, dass sie abgehauen ist.
Der Anfang des Romans liest sich gut, denn alle wundern sich, wieso Laura nicht auf der Arbeit erscheint, nicht bei der Mutter irgendwas hilft oder zuhause abends nicht das Essen auf den Tisch stellt und anscheinend vergessen hat, vorher den Kühlschrank aufzufüllen, die Wäsche zu waschen und und und.
...
Was sich auf den ersten Seiten noch witzig liest, wird mit der Zeit sehr repetitiv, denn alle vermissen Laura auf die eine oder andere Art und Weise.
So sehr ich die Idee und den Anfang liebte, so sehr langweilte ich mich irgendwann von Seite zu Seite mehr. Mit den Charakteren, insbesondere Laura Familie, wurde ich auch nicht warm. Die ganze Familie, Mutter, Tochter und der Ehemann, alles sehr unsympathische Zeitgenossen.
Vielleicht waren sie alle zu überspitzt gezeichnet, aber für mich war es ein Grund mehr, nicht mehr weiter zu lesen und so habe ich nach 43% das Buch abgebrochen.
Irgendwann, wenn ich mal viel Zeit habe, werde ich die restlichen 57% noch überfliegen, um zu schauen, ob da doch noch mehr als nur motzendes Vermissen gekommen wäre oder doch nicht. Laut den Rezensionen, die ich mir nach dem Abbruch angesehen habe, mach ich mir nicht allzu viel Hoffnung.
Fazit: Tolle Idee, aber mehr bzw. eine schnellere Handlung anstatt das "nur" vermissen hätte mir besser gefallen und dann wäre ich wohl auch bei der Stange geblieben und hätte zu Ende gelesen.
3 Sterne.
Rezensionen von Mona_Leseliebe :
Dieses Buch hatte mich komplett in der Hand
Hof der Dornen, Band 1: The Rose Bargain von Sasha Peyton Smith
Okay, The Rose Bargain war einfach genau mein Ding. Ich hatte gehofft, dass es mir gefällt, aber dass ich es SO lieben würde? Damit hab ich nicht gerechnet.
Die ganze Mischung aus Fae, High Society, einem Wettbewerb um die Hand eines Prinzen, Intrigen, Geheimnissen und Romance hat mich komplett abgeholt.
Es hat diese Bridgerton trifft The Selection trifft Fae-Fantasy-Vibes, ohne sich für mich wie eine Kopie von irgendwas anzufühlen. Vor allem die Idee mit den Bargains und der Einfluss der Fae auf die Menschen haben dem Ganzen nochmal etwas Eigenes gegeben.
Und IVY!! Ich mochte sie so gerne. Sie ist nicht diese perfekte, unantastbare Fantasy-Protagonistin, sondern macht Fehler, zweifelt und versucht trotzdem alles, um die Menschen zu beschützen, die sie liebt. Besonders die Beziehung zu ihrer Schwester und generell die Freundschaften zwischen den Frauen haben mir richtig gut gefallen. Ich hatte erst erwartet, dass der Wettbewerb in komplettes Zickenkrieg-Territorium abdriftet, aber nope. Girlhood statt gegenseitig Kleider anzünden.
Aber können wir bitte über die ROMANCE reden?! Die Spannung, dieses ganze verbotene Anschmachten. Ich wusste zwischendurch selbst nicht mehr, wem ich eigentlich vertrauen soll und genau das hat so Spaß gemacht.
Und dann kommen die letzten Kapitel und das Buch entscheidet einfach: So, genug Spaß gehabt. Jetzt zerstören wir sie. Die Twists?! Die Enthüllungen?! Ich hatte Vermutungen, aber definitiv NICHT damit gerechnet, wo das Ganze am Ende landet. Gerade der Schluss hat nochmal komplett einen draufgesetzt. Andere Leser beschreiben ebenfalls, wie stark sich die Wendungen und das Ende zuspitzen, und genau dieses Gefühl hatte ich beim Lesen auch.
Ich hab wirklich alles daran geliebt: die Atmosphäre, die Fae, den Wettbewerb, die Charaktere, die Romance, die Intrigen und dieses märchenhaft-düstere High-Society-Setting.
Und dieses ENDE?! Entschuldigung, das kann man doch nicht einfach so stehen lassen?!
Rezensionen von Schlafmurmel:
Eine Liebe, die 20 Jahre überdauert
Nächstes Mal für immer von Lucien Marant
über Kopf Die Geschichte von Mona und Thibault wird auf zwei Zeitebenen erzählt – 1999 und 2019. Mona, eine Studentin aus Hamburg, geht für ein Semester nach Paris. Dort lernt sie den gutaussehenden Franzosen Thibault kennen, der das Leben scheinbar leicht nimmt und nichts anbrennen lässt. Mona verliebt sich Hals in ihn und zwischen den beiden beginnt eine Liebesgeschichte.
Zwanzig Jahre später kehrt Mona nach Paris zurück und ausgerechnet dort läuft ihr wieder Thibault über den Weg. Er scheint sich kaum verändert zu haben und auch das Kribbeln zwischen den beiden ist sofort wieder da. Doch was ist aus ihrer damaligen Liebe geworden und kann eine Liebe nach so vielen Jahren noch einmal neu beginnen?
Lucien Marant hat einen sehr fließenden und bildhaften Schreibstil. Obwohl ich Paris nicht kenne und auch die französische Sprache nicht beherrsche, hat er mir die Stadt mit seinen Beschreibungen ein Stück nähergebracht.
Allerdings waren für mich die vielen Straßennamen und vor allem die Zeitsprünge teilweise etwas verwirrend. Auch dass die Protagonisten nach 20 Jahren kaum gealtert zu sein schienen, fand ich etwas ungewöhnlich – aber darüber konnte ich hinwegsehen.
Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich Liebe über die Jahre verändern kann und ob man nach so langer Zeit noch einmal zueinanderfinden kann. Insgesamt war es für mich eine stimmungsvolle und emotionale Geschichte mit viel Gefühl und einem schönen Ende.
Eine romantische Geschichte über eine Liebe, die vielleicht nie ganz aufgehört hat zu existieren.











