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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Pusteblümchen:

Wem kann Paula trauen?

Purpose. Kannst du deinem Herzen vertrauen? von Antonia Wesseling

Als True-Crime-Podcasterin brennt Paula für ihren Job, auch wenn er innerhalb ihrer Familie regelmäßig für Spannungen sorgt. Die Lage spitzt sich zu, als ein Serienmörder ihre Heimat Juist unsicher macht. Dann kommt der Schock: Die Polizei nimmt ausgerechnet Tristan, Paulas charismatischen One-Night-Stand, fest.

Für sie bricht mehr als eine Welt zusammen, denn er passt nicht in ihr mühsam erstelltes Täterprofil und ihr Herz sagt auch, dass das nicht sein kann.
Antonia Wesseling baut von der ersten Seite an Spannung auf. Zu wissen, wie nah Paula dem Täter und der Gefahr ist, verpasst einem beim Lesen echte Gänsehaut. Paulas innerer Konflikt ist dabei greifbar. Sie ist zerrissen zwischen der emotionalen Anziehung zu Tristan und ihrer berufsbedingten Skepsis.

Dank unvorhersehbarer Wendungen und Überraschungen bleibt die Spannungskurve durchgehend hoch. Für mich ist es eine gelungene Mischung aus Nervenkitzel und Romantik. Das raue Nordseeklima passt hier perfekt und unterstreicht die Atmosphäre des Romans.

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Rezensionen von gabiliest:

Und daneben das Leben

Verteidigung eines Gartens von Christina Walker

Die preisgekrönte Autorin Christina Walker hat mit “Verteidigung eines Gartens” bereits ihren dritten Roman vorgelegt. So wie sich die Pflanzen in der Kleingartenanlage “Neu-Amerika” ineinander verwinden, so erzählt die Autorin in ihrem klugen und vielschichtigen Buch von menschlichen Schicksalen, die miteinander verflochten sind.

Das stimmige Cover zeigt die Natur, die auf diese Schicksale keine Rücksicht nimmt und unbezähmbar ihrer Bestimmung folgt.

Diese Natur findet sich in der fast verlassenen Kleingartenanlage “Neu-Amerika“. Es ist Winter, doch es gibt Leben. In ihrem kleinen Blockhaus wohnt Marianne, die danebenstand, als sich ihr Leben auflöste, gutgläubig und naiv. Ehemann Carl hat alles verzockt: ihre Bäckerei, ihr Haus und letztlich sein Leben. Doch Marianne passt sich den prekären Verhältnissen an – keine Klage, keine Sentimentalität, nur Durchhalten! Zwar verlangt das Arbeitsamt immer wieder eine Meldeadresse von ihr, doch die hat Marianne nicht, denn im Kleingarten darf man nicht dauerhaft wohnen. Und so soll niemand wissen, dass Marianne dort lebt, denn Scham kann man nicht teilen.

Nahe beim Tor der Anlage haust Didi, eine fünfzehnjährige Schülerin, die beschlossen hat, ihre alkoholkranke Mutter, die mit einem gewalttätigen Mann zusammen ist, nicht mehr zu erziehen. Hiebe statt Liebe! Also ist das Mädchen von zu Hause ausgezogen. Didi, die im eiskalten Fluss badet, Aale fängt und sich dadurch über Wasser hält, dass sie für andere Schüler Referate schreibt, erlebt, dass die Bezahlung für ihre Arbeit auch in Prügeln und Tritten bestehen kann. Doch daneben läuft ihr Leben, selbstbestimmt, einfallsreich gestaltet und mit viel Empathie für Tier und Mensch. So auch für Marianne.

Neben Richard, dem dritten illegalen Bewohner, versucht der Obmann, Herr Gregor, die Gärten zu retten: vor der Stadt, die daraus Bauland machen will; vor dem Fluss neben der Anlage, der bedrohlich drängt, um sein Bett zu verlassen; vor der unberechenbaren Natur und vor linksdrehenden Bohnen, einem widerlichen Gewächs. Doch die Natur verhandelt nicht, genauso wenig wie daneben der Fluss, der, als er mit seinem dreckigen, von Unrat durchsetzten Wasser die Anlage überschwemmt, erst für die nötige Klarheit sorgt.

Christina Walker schreibt unprätentiös, beobachtend und manchmal lakonisch, doch immer präzise auf den Punkt. Dennoch scheint auch subtiler Humor durch die Absurdität dieser Leben. Ihre Sprache ist realistisch und stellenweise hart – eben wie das Leben selbst. Ihre Charaktere sind widerständig und doch so lebenstüchtig im Annehmen eines Schicksals am Rande der Gesellschaft. So verteidigen die Protagonisten nicht nur ihren Garten, der die Grundlage ihrer Existenz ist, sondern auch ihre Würde in einem gierigen System, das sie vergessen hat. Doch es ist die Natur, die hier als Darstellerin ihrer selbst auftritt und die den Menschen Kraft gibt, sich neu zu denken und zurechtzufinden.

“Verteidigung eines Gartens” ist ein Roman mit Tiefgang, voller Lebensweisheit, klug, berührend und manchmal poetisch. Er beeindruckt zudem immer mit Respekt vor dem Leben, dessen Wendungen der Einzelne oft nichts entgegenzusetzen hat. So ist ein großartiges und absolut lesenswertes Buch entstanden, das zu Solidarität ermutigt und das niemals die Achtung vor den Menschen verliert. “Verteidigung eines Gartens” ist ein absolutes Lesehighlight, das lange nachhallt.

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Rezensionen von Pusteblümchen:

Über Musik und Liebe

A Song I Wrote for Charlotte von Caitlin Devlin

Connie und Charlotte sind zwei sehr unterschiedliche Protagonistinnen, die sich genau dadurch perfekt ergänzen. Die ehrgeizige Connie ist sehr verschlossen und muss gerade damit klarkommen, dass sie nicht an der Royal Academy of Music angenommen wurde. Stattdessen ist sie nun in ein Studentenwohnheim gezogen und studiert englische Literatur.

Dort trifft sie auf Charlotte, die Musikproduktion studiert. Charlotte ist warmherzig und versprüht Energie und Leben pur.
Ich habe es geliebt, wie sich die beiden Protagonistinnen langsam kennenlernen und sich zwischen ihnen eine Dynamik entwickelt, der man einfach gerne nachspürt. Die Emotionen wirken authentisch, die Charaktere nahbar und es kommt immer wieder ein Humor durch, der mir großen Spaß gemacht hat und hier einfach perfekt passt.
Mir gefiel es, welche zentrale Rolle hier die Musik spielt. Durch sie sind Connie und Charlotte verbunden, sie wird zum Ausdruck für alles, was sich nicht in Worte fassen lässt.
Das Buch verbreitet aber nicht nur gute Laune, es hat auch traurige Momente und regt zum Nachdenken an. Ich würde sagen, es ist aus dem Leben gegriffen und genau das hat mir gefallen.

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Rezensionen von Philiene :

Charlotte und Maximilian

Von Miramare nach Mexiko von Birgit Kofler-Bettschart; Roland Bettschart

Dieses Buch erzählt die Geschichte von Charlotte von Belgien und Maximilian von Habsburg. Viele wissen von Maximilian wohl nicht mehr als das er der Bruder von Franz Joseph war und das er kurze Zeit der Kaiser von Mexiko war. Doch natürlich ist da noch mehr. Diese Biographie von dem Menschen Maximilian und von seiner Frau.

Wie war ihr Leben und wie kamen sie nach Mexiko?



Die Biographie ist in mehere Kapitel aufgeteilt und beschreibt das Leben von Beiden. Ihre Kindheit, das Verhältnis zu Franz Joseph und Elisabeth und natürlich ihr Weg nach Mexiko. Zu jedem Kapitel gibt es Unterkapitel und was ich sehr wichtig finde, einige Fotos.

Ich fand es vor allem interessant etwas mehr über Charlotte zu erfahren, war sie wirklich diejenigen die Maximilian ins Unglück drängte, wer war die Frau ? In diesem Buch erfahren wir viel über sie und auch über ihre Seelenleben.

Aber nicht nur Charlotte auch Maximilians Leben wird genauestens beschrieben.

Am Ende nimmt uns das Autorenpaar noch mit auf einen Spaziergang durch Triest, an Orte an denen wir Charlotte und Maximilian begegnen.

Eine sehr gelungene und interessante Biographie.

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Rezensionen von LeserinLu :

Aktuell

Orca von Franziska Gänsler

„Orca“ hat mich von Anfang an richtig in seinen Bann gezogen. Franziska Gänsler erzählt eine Geschichte, die eine enorme Sogwirkung entwickelt und die ich unglaublich gerne gelesen habe. Besonders spannend fand ich die Dynamik zwischen Cora und Olympia und wie sich ihre Freundschaft verändert.

Cora möchte dazugehören, möchte gesehen werden und ist bereit, dafür immer weiter zu gehen. Dabei entsteht eine Geschichte, die nicht nur von Freundschaft und ersten Erfahrungen erzählt, sondern auch davon, wie schnell man sich in einer Gruppe verlieren kann.



Auch das aktuelle Thema der Klimabewegung und die Frage, wie aus Engagement Radikalisierung werden kann, fand ich interessant. Der Roman zeigt dabei nicht einfach nur unterschiedliche Positionen, sondern beschäftigt sich auch mit den persönlichen Bedürfnissen und Unsicherheiten, die hinter solchen Entwicklungen stehen.



Für mich war das ein richtig tolles Leseerlebnis. Die Geschichte hat mich gepackt, und ich wollte unbedingt wissen, wie sich alles entwickelt. „Orca“ war mein erstes Buch von Franziska Gänsler, aber ganz sicher nicht mein letztes! Ich werde mir jetzt auch die Vorgänger anschauen.

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Rezensionen von buchina:

Perfekte Kombination von Lesespaß und Wissen

WAS IST WAS Comic - Mythologie von Aljoscha Jelinek; Matthias Kempke

Dieser Comic beweist, dass Wissensvermittlung weder trocken noch langweilig sein muss. Das Buch ist ein absoluter Glücksfall für meinen Sohn, er ist immer gleich demotiviert, wenn er klassische Textwüsten sieht. Er hat noch große Probleme beim Lesen, mag aber die kindlichen Leseanfängerbücher nicht, deren Spannungsbogen oft gering ist.

Durch das lebendige Comic-Format mit kurzen, leicht verständlichen Textpassagen in Sprechblasen überfordern nicht, sondern laden zum Weiterblättern ein, während die ausdrucksstarken und farbenfrohen Illustrationen das Textverständnis optimal unterstützen.
Hinter der unterhaltsamen Fassade verbirgt sich ein echter Wissensschatz. Während mein Sohn in die spannenden Abenteuer von Göttern, Helden und Fabelwesen eintaucht, lernt er ganz nebenbei fundiertes geschichtliches und kulturelles Basiswissen. Die Kombination aus fesselnden Comic-Geschichten und leicht verdaulichen Sachinformationen sorgt dafür, dass das Gelernte besser im Gedächtnis bleibt. Ein rundum gelungenes Buch, das Lesespaß mit echtem Lerneffekt verbindet und zeigt, dass Bildung richtig viel Spaß machen kann.

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Rezensionen von Lerchie:

Bibliothek ohne Ausgang

In der Bibliothek der magischen Katze von Sanaka Hiiragi

Chisa sieht sich von ihrer Freundin und ihrem verlobten betrogen was der schlimmste Tag in ihrem Leben ist. Doch da begegnet ihr eine mysteriöse schwarze Katze und wenig später sieht sich Chisa in eine Bibliothek wieder, die geheimnisvoll und besonders ist. Von hier kommt man nur wieder hinaus, wenn man seine Geschichte mit allen Erlebnissen niederschreibt.

Dies ist eine Geschichte über Verlust, Selbstverleugnung und die heilende Kraft des Erzählens.


Meine Meinung
Das Buch ließ sich leicht und flüssig lesen, denn keine Unklarheiten im Text vermochten meinen Lesefluss zu stören. Ich war schnell in der Geschichte drinnen und konnte mich auch gut in die Protagonisten hineinversetzen. Zu Anfang verstand Chisa, sie müsse einen Lebenslauf schreiben, damit war der Bibliothekar nicht zufrieden. Sie versuchter verzweifelt nach einem Weg nach draußen, doch den gab es nicht. Und so machte sie sich daran, ihre Lebensgeschichte aufzuschreiben. Sie war lange Zeit in dieser Bibliothek, doch im wahren Leben verging keine Zeit. Das hatte ihr auch der Bibliothekar erklärt. Er hatte ihr gesagt, wenn sie zurückkäme. Käme sie an dem Punkt raus, wo sie in die Bibliothek hineingekommen sei. Chisa fand dort auch Freunde, doch hieß es, man vergesse alles, wenn man zurückkehre. Der Leser wird erfahren, ob dem so ist. Und auch wieso Chisa in dieser Bibliothek gelandet ist, was der Auslöser dafür war. Auf jeden Fall hat mir dieses Buch gut gefallen, denn es war spannend, hat mich gefesselt und mich auch gut unterhalten. Von mir eine Weiterempfehlung sowie vier Sterne.

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Rezensionen von annamichalea:

Gute Grundidee, aber weniger wäre mehr

WAS IST WAS Comic - Mythologie von Aljoscha Jelinek; Matthias Kempke

Ich kannte die Reihe bisher nicht und war von der Idee Comic, Schabuch und eine bekannte Reihe zu kombinieren begeistert. Ach das Cover und auch die Rückseite, gut gemacht, nichts zu bemängeln.
Die Mangellage fing schon bei den vorderen Coverinnenseiten an. Zwar weist "was bisher geschah" darauf hin, dass eine Vorgeschichte erzählt wird, der Satz geht aber schon fast in den Bildern unter.

Und ein Kind, das diesen Comic lesen will würde hier eher von kurzer sachlicher Information in reiner Textform profitieren.
Die Grundgeschichte ist eigentlich klar formuliert, geht aber in der Bilder und Informationsflut unter.
Die drei Kinder der Reihe nehmen hier in dieser Folge die Gestalten von Göttern an. In dieser Form erscheinen sie in einem Traumexperiment, bei dem Professor Quecksilber das Wissen über Mythologie von einem Kind auf alle übertragen will, da eine Prüfung ansteht. Der adelige Nachbar und Erzfeind des Professors stört das Ganze wieder.
Ein Comic mit Infoboxen zur Mythologie ist als Grundidee gut. Aber auch ich als Erwachsener Leser war von der schieren Flut an fremden Begriffen und dem Durcheinander der Götterwelten überfordert, obwohl ich den griechisch römischen Teil bereits kannte. Mit 8 Jahren gelingt es nicht die Geschichte als Adventure zu lesen und nebenbei noch Mythologie zu lernen. Hier wäre weniger mehr.

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Rezensionen von CanYouSeeMe:

Róisín

Red von Louise Kennedy

"Red" von Louise Kennedy ist in der Hörbuchfassung von Inka Löwendorf gesprochen. Ich höre Hörbücher meist in einer schnelleren Geschwindigkeit, bei diesem Buch beinahe in doppelter Geschwindigkeit. Mir sind Hörbücher meist zu langsam eingesprochen. Die Stimme der Sprecherin kann ich daher nur bedingt einschätzen, aber auch bei höherer Geschwindigkeit waren diese noch sehr angenehm zu hören.

Betonungen kamen gut heraus und haben den Inhalt unterstützt.
Red erzählt die Geschichte von Róisín über mehrere Jahrzehnte hinweg und zeichnet dabei ein stimmiges Bild einer bewegten Zeit. Besonders die Thematik und die zeitliche Entwicklung der Protagonistin haben mir gefallen. Die Geschichte entfaltet sich zu einem runden Gesamtbild, das die Lebensumstände und Herausforderungen der jeweiligen Zeit einfängt.
Den Zugang zu Róisín und ihren Gefühlen habe ich allerdings nur schwer gefunden. Auch die Bindung zwischen ihr und Red blieb für mich in ihrer Tiefe und Intensität nicht ganz greifbar. Dadurch konnte ich die emotionalen Beweggründe der Figuren nur bedingt nachvollziehen und den besonderen Reiz ihrer Geschichte nicht vollständig spüren. So bleibt Red für mich eine solide erzählte Geschichte vor einem interessanten historischen Hintergrund, die mich thematisch durchaus angesprochen hat, mich auf emotionaler Ebene jedoch nicht ganz erreichen konnte.

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Rezensionen von Snookie:

Düsterer Beginn, ernüchternder Verlauf

Played by the Piper - Die Unbeugsame von Raven Kennedy

In „Played by the Piper“ geht es um Esti, die in einer von Plagen heimgesuchten Welt lebt. Sie ist halb Fae und halb Bane (eine dämonische Kreatur), weshalb sie von den Fae verabscheut wird. Mehrere Plagen suchen die Stadt heim und das Überleben wird immer schwieriger. Als eine Rattenplage über die Stadt hereinbricht, erscheint der Rattenfänger und vertreibt die Tiere.

Sein Preis: 130 Bewohner der Stadt, darunter Esti. Varrik verfolgt damit eigene Ziele, deren Hintergründe sich nach und nach offenbaren. Esti versucht währenddessen alles, um zu ihrer Familie zurückzukehren. Gleichzeitig entsteht zwischen Esti und Varrik eine unerwartete Anziehung.

Der Einstieg in die Geschichte ist unglaublich düster und zeigt, wie Estis Welt von verschiedenen Plagen heimgesucht wird. Die Grundidee der Welt und der Geschichte an sich ist sehr spannend und vielversprechend. Die Atmosphäre wird zu Beginn sehr bildhaft und anschaulich vermittelt. Man erlebt die Welt aus Estis Perspektive und bekommt Einblicke in ihre Gefühle. Ich muss sagen, dass mich das wirklich gefesselt hat und ich gut mit ihr mitfühlen konnte. Das liegt vor allem am flüssigen Schreibstil, der sich angenehm liest.

Für mich war Esti zu Beginn des Buches eine sympathische, sehr zurückhaltende, nachdenkliche und reife Protagonistin (Mitte zwanzig). Danach wird sie zusammen mit anderen vom Rattenfänger entführt, und ab diesem Zeitpunkt hatte ich das Gefühl, dass sich ihr Charakter plötzlich komplett verändert. Meines Erachtens verhält sie sich völlig anders als zuvor. Das wirkte für mich sehr unauthentisch, und ich muss sagen, dass sie mir im Laufe des Buches zunehmend unsympathisch wurde und ich ihre Art irgendwann nur noch nervig fand. Das ist wirklich sehr schade, denn Esti hatte für mich am Anfang so viel Potenzial. Auch zum Rattenfänger Varrik konnte ich nur wenig Bindung aufbauen. Dafür kommen seine Hintergründe und die Szenen, in denen man ihn besser kennenlernen könnte, deutlich zu kurz. Allgemein blieb die Charakterentwicklung hier auf der Strecke, und es fehlte deutlich an Tiefe und Emotionen. Die Chemie zwischen Esti und Varrik konnte ich ebenfalls nicht nachvollziehen. Ich hatte eher das Gefühl, dass der Enemies-to-Lovers-Trope sehr künstlich aufgebaut wirkte.

Das Worldbuilding fand ich zu Beginn sehr gut, jedoch verblasste es im Laufe des Buches zunehmend. Gerade die düstere Welt mit ihren unterschiedlichen Plagen hätte so viele Möglichkeiten geboten, die Geschichte weiterzuentwickeln. Umso enttäuschender fand ich, dass dieses Potenzial für mich nicht ausreichend ausgeschöpft wurde und sich der Plot im Verlaufe des Buches zunehmend verlor. Auf den rund 650 Seiten hätte ich mir deutlich mehr Fantasy-Inhalte gewünscht, denn die Romance steht hier für meinen Geschmack zu sehr im Vordergrund. Die eigentliche Handlung kommt kaum voran. Vor allem die ähnlichen Wortgefechte zwischen Esti und Varrik wirkten auf mich irgendwann sehr repetitiv und zogen die Geschichte unnötig in die Länge.

Insgesamt ist Played by the Piper für mich leider eine eher durchschnittliche Romantasy, die mit einer interessanten Grundidee daherkommt und zu Beginn sehr spannend ist. Leider verliert sich die Geschichte im Laufe des Buches. Weder die Handlung noch die Charaktere noch die Romance konnten mich wirklich überzeugen. Daher ist für mich noch unklar, ob ich den nächsten Band lesen werde.

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