Kunden em pfehlungen
Rezensionen von buchina:
Kunst zum Ausprobieren
Dieses Buch zeigt dir, wie’s geht: Kunst von Ruth Millington
Dieses Buch ist ein besonderes Wissensbuch für Kinder, weil es Kunst nicht nur erklärt, sondern direkt zum Ausprobieren einlädt. Zu jedem vorgestellten Künstler und jeder Künstlerin gibt es passende Mal- oder Bastelanleitungen, und genau das macht für mich einen großen Reiz des Buches aus. Einige der Ideen habe ich gemeinsam mit meinen Kindern ausprobiert, und dadurch wurde aus dem Anschauen und Lesen schnell ein richtig schönes gemeinsames Kreativerlebnis.
Die Anleitungen sind verständlich, abwechslungsreich und regen dazu an, selbst etwas zu gestalten, ohne dass man dafür besonders viel Vorerfahrung braucht.
Sehr gelungen finde ich außerdem die große Vielfalt der vorgestellten Künstlerinnen und Künstler. Neben bekannten Namen aus der europäischen Kunstgeschichte finden auch Kunstschaffende aus anderen Regionen der Welt ihren Platz, zum Beispiel aus Afrika. Dadurch vermittelt das Buch ganz nebenbei, dass Kunst viel größer und vielfältiger ist als das, was man vielleicht aus dem klassischen Schulunterricht kennt. Unterschiedliche Epochen, Stile und kulturelle Hintergründe stehen ganz selbstverständlich nebeneinander.
Auch die Gestaltung des Buches gefällt mir sehr. Es ist bunt, modern und ansprechend, ohne zu überladen zu wirken. Die kurzen Informationen zu den Künstlerinnen und Künstlern sind gut verständlich und machen neugierig, sich mit einzelnen Werken oder Personen noch weiter zu beschäftigen. Für mich ist das Buch deshalb eine sehr schöne Mischung aus Kunstvermittlung und Mitmachbuch. Gerade für Familien finde ich es besonders gelungen, weil man nicht nur gemeinsam darin blättern, sondern viele Ideen direkt ausprobieren kann. So wird Kunst nicht nur betrachtet, sondern tatsächlich erlebt. Ich hoffe sehr, dass der nächste Besuch im Kunstmuseum auch für meine Kinder dank dem Buch spannender wird.
Gelungener Einstieg in einen Klassiker
Die Zeitmaschine von Thilo Krapp
Ich kannte den Klassiker „Die Zeitmaschine“ von H. G. Wells bisher nicht und fand gerade deshalb die Graphic-Novel-Adaption von Thilo Krapp besonders interessant. Für mich sind Graphic Novels eine schöne Möglichkeit, sich bekannten Stoffen anzunähern, vor denen man als klassischer Roman vielleicht erst einmal etwas zurückschreckt.
Und genau das funktioniert hier sehr gut: Die Geschichte ist leicht zugänglich, ohne banal zu wirken, und macht durchaus Lust darauf, sich irgendwann auch mit dem Original zu beschäftigen.
Im Mittelpunkt steht ein Zeitreisender, der mit seiner selbst gebauten Maschine weit in die Zukunft gelangt und dort auf eine völlig veränderte Menschheit trifft. Die friedlich und fast kindlich wirkenden Eloi leben an der Oberfläche, während die unheimlichen Morlocks unter der Erde hausen. Nach und nach wird deutlich, dass hinter dieser merkwürdigen Zukunftswelt weit mehr steckt als ein reines Abenteuer. Themen wie gesellschaftliche Unterschiede, Macht und die Entwicklung der Menschheit spielen eine wichtige Rolle und wirken erstaunlich zeitlos.
Besonders gefallen haben mir die Zeichnungen und die Atmosphäre. Die Zukunftswelt wirkt gleichzeitig schön, fremd und immer ein wenig bedrohlich. Gerade der Kontrast zwischen der hellen, fast idyllischen Welt der Eloi und den dunklen unterirdischen Bereichen der Morlocks ist sehr wirkungsvoll umgesetzt. Viele Bilder laden dazu ein, einen Moment länger hinzuschauen, und tragen viel zur Stimmung der Geschichte bei.
An manchen Stellen ist das Erzähltempo eher ruhig, und nicht jede Figur bekommt sehr viel Tiefe. Das hat mich aber kaum gestört, weil die Graphic Novel vor allem von ihrer Atmosphäre und ihrer ungewöhnlichen Zukunftsvision lebt. Für mich war sie eine sehr gelungene erste Begegnung mit „Die Zeitmaschine“ und gleichzeitig ein gutes Beispiel dafür, wie Graphic Novels klassische Literatur auf eine zugängliche und trotzdem anspruchsvolle Weise vermitteln können.
Wer wie ich neugierig auf Klassiker ist, sich aber nicht unbedingt sofort an das Original wagen möchte, bekommt hier einen sehr schönen Einstieg. Die Graphic Novel hat mir jedenfalls gezeigt, warum Wells’ Geschichte bis heute so bekannt ist.
Fantasyroman im Jane Austen Universum
Stolz, Vorurteil und Hexerei von Melinda Taub
Ich bin selbst ein großer Jane Austen Fan und „Stolz und Vorurteil“ ist mein Lieblingsroman von ihr, gleichzeitig lese ich sehr gerne auch Fantasyromane. Deshalb war ich sehr neugierig auf diese neue Interpretation. Melinda Taubs „Stolz, Vorurteil und Hexerei“ nimmt sich Jane Austens Klassiker vor und erzählt die bekannte Geschichte aus einer überraschenden Perspektive neu: Im Mittelpunkt steht diesmal Lydia Bennet, die jüngste und im Original nicht unbedingt sympathischste der Bennet-Schwestern.
Taub macht aus ihr jedoch weit mehr als das oberflächliche, ungestüme Mädchen, als das sie bei Austen erscheint und fügt der Geschichte obendrein eine gehörige Portion Magie hinzu.
Die Grundidee hat mir ausgesprochen gut gefallen. Hexerei, Dämonen und Zauberei treffen auf Bälle, Heiratspläne und die strengen gesellschaftlichen Konventionen des frühen 19. Jahrhunderts. Erstaunlicherweise funktioniert diese Mischung ziemlich gut. Die fantastischen Elemente wirken nicht einfach aufgesetzt, sondern werden geschickt mit Lydias persönlicher Geschichte verbunden. Gleichzeitig erkennt man viele Figuren und Situationen aus dem Klassiker wieder und betrachtet sie nun aus einem ganz anderen Blickwinkel. Gerade für Leserinnen und Leser, die Austens Roman kennen, wie ich selbst eine bin, liegt darin ein besonderer Reiz.
Am stärksten ist das Buch für mich jedoch dort, wo es Lydia eine eigene Stimme gibt. Ihre impulsive, manchmal naive und oft herrlich respektlose Art macht die Erzählung lebendig und humorvoll. Gleichzeitig bekommt die Figur mehr Tiefe. Hinter ihrem Verhalten werden Unsicherheit, gesellschaftlicher Druck und der Wunsch nach Freiheit sichtbar. Dadurch versteht man manche ihrer Entscheidungen besser, ohne dass Taub versucht, sämtliche Fehler ihrer Heldin schönzureden.
Nicht alles überzeugt gleichermaßen. Gerade zu Beginn braucht die Geschichte etwas Zeit, bis sie richtig Fahrt aufnimmt, und gelegentlich wirkt die Verbindung zwischen Austen-Retelling und Fantasy etwas überladen. Manche Entwicklungen lassen sich zudem recht früh erahnen. Wer eine möglichst stilechte Fortführung oder Ergänzung von Jane Austen erwartet, dürfte sich an der sehr freien Interpretation ohnehin stören. Auch sprachlich kommt der Roman nicht an Jane Austen dran.
Wer sich dagegen darauf einlassen kann, Austens Figuren spielerisch neu zu entdecken, bekommt einen witzigen und ungewöhnlichen Roman. Melinda Taub behandelt das berühmte Vorbild mit genügend Respekt, erlaubt sich aber gleichzeitig die Freiheit, daraus etwas Eigenständiges zu machen. Besonders schön fand ich, dass ausgerechnet Lydia Bennet, die im Original leicht als nervige Nebenfigur abgetan werden kann, hier zur Heldin ihrer eigenen Geschichte wird. Eine unterhaltsame Mischung aus Regency-Roman, Fantasy, Humor und Emanzipationsgeschichte, die vor allem Austen-Fans mit Lust auf ein wenig literarischen Unfug gefallen dürfte.
Fusion gelungen
Carcassonne Labyrinth - Gesellschaftsspiel & Brettspiel ab 8 Jahre von Klaus-Jürgen Wrede; Max J. Kobbert
Bei diesem Spiel musste ich erst einmal zweimal hinschauen, denn ich konnte es kaum glauben, dass sich zwei der Lieblingsspiele meiner Familie zusammengetan haben. Erst dachte ich, dass Labyrinth Spiel hat wieder eine neue Edition, aber nein es wurden die zwei bekannten Spiele in eins überführt.
Es ist keine Erweiterung eines der Spiele, sondern eine wirkliche Fusion der beiden Klassiker.
Es ist für 1-4 Spieler gedacht und ist zeitlich gut begrenzt. Es wird also keine Endlospartie, was mir wichtig ist, besonders wenn ich mit den Kindern spiele.
Zum einen hat man das typische Labyrinth Spiel mit Kärtchen einschieben und Schätze nach und nach einsammeln. Nur das die Lauf- und Schiebekärtchen nun die typischen Carcassonne Baukärtchen sind, mit denen man dann seine eigene Welt aufbaut. D.h. man muss bei dieser Art von Labyrinth Spiel doppelt denken, also wie laufe ich am günstigsten durchs Labyrinth und wie bekomme ich gleichzeitig die passenden Baukarten. Dadurch bekommt das Spiel eine ganz neue Tiefe. Gleichzeitig geht das Carcassonnespiel nicht ganz so in die Tiefe, da am Ende die Baukärtchen begrenzt sind.
Ich war überrascht wie gut die doch sehr unterschiedlichen Spielansätze zusammen harmonieren. Trotz des neuen Zusammenspiels, kommt man als geübter Labyrinth- und Carcassonnespieler schnell in das System rein. Mein Sohn der mit komplizierteren strategischen Spielen seine Probleme hat, verstand das System sofort und mag das Spiel sehr gerne.
Wenn man das Spiel nach den Grundregeln ein paar Mal gespielt hat, gibt es die Möglichkeit das Spiel zu variieren. Mir gefällt auch, dass man es auch alleine spielen kann, sehr gut, um ein Kind mal allein zu beschäftigen.
Insgesamt begeistert mich das Spiel sehr. Die Regeln sind einfach zu verstehen. Die Gestaltung ist gelungen und die Qualität ist sehr gut, vergleichbar mit den 2 Klassikern aus denen es fusioniert ist. Ich könnte mir nur vorstellen, dass das Spiel für Carcassonneprofis ein wenig zu einfach gestaltet ist. Aber gerade als Familienspiel mit Kindern ab 8 Jahre ist es für mich gut gelungen.
Ein spannender Pageturner mit gehetzter Auflösung
Die Villa von Markus Heitz
Ich habe schon einige Thriller von Markus Heitz gelesen und mag die Mischung aus Thriller und Mystery. Diese Mischung gibt es auch in seinem neuen Roman, gespickt mit ein wenig Horror.
Eine große Stärke des Romans liegt in seiner Struktur. Heitz arbeitet mit zwei parallel verlaufenden Handlungssträngen.
Diese scheinen anfangs unabhängig voneinander zu existieren. Der geschickte Wechsel zwischen den beiden Erzählungen sorgt für eine dynamische Dynamik. Als Leserin versuchte ich permanent, die unsichtbaren Fäden zwischen den Schauplätzen zu verknüpfen. Das steigert den Unterhaltungswert enorm.
Der Spannungsaufbau ist Heitz hervorragend gelungen. Die Kapitel enden oft mit cleveren Cliffhangern, die zum Weiterlesen zwingen. Die Atmosphäre ist packend und dicht. Leider blieben für mich die Charaktere über weite Strecken seltsam oberflächlich und stereotyp. Es fiel mir schwer, eine echte emotionale Bindung zu ihnen aufzubauen, da ihre Motive und Hintergründe nur am Rande abgehandelt werden. Sie fungieren eher als Werkzeuge für den Plot, denn als vielschichtige Persönlichkeiten.
Ein weiteres Manko offenbart sich auf den letzten Seiten. Während sich das Buch viel Zeit nimmt, das komplexe Beziehungsgeflecht und das zentrale Mysterium aufzubauen, kam die Auflösung relativ schnell. Vor allem, dass die Protagonisten kein Problem damit hatten an die fantastischen Erklärungen der brutalen Ereignisse zu glauben und da völlig mitzugehen, war für mich nicht so richtig nachzuvollziehen. Hier hätte der Roman etwas mehr Raum zum Atmen und für ein epischeres Finale vertragen.
Fazit
„Die Villa“ ist ein handwerklich solider, extrem spannender Pageturner für Zwischendurch. Der Plot ist gelungen, manchmal ist es sehr blutig und brutal und erinnert an einen Splatterfilm, das sollte man wissen. Ich fühlte mich aber sehr gut unterhalten.
Gutes Einsteigerbuch
Kosmos SchlauFUX Gaming von Birk Grüling
Mein Sohn (9 Jahre) war gleich begeistert, als er das Buch gesehen hat. Mit dem Wort Gaming hatte ich ihn gleich neugierig gemacht. Das Cover sagt uns beiden nicht so richtig zu, da es vor allem für mich eher negativ wirkt in den dunklen Tönen und dem allein spielenden Kind.
Die Gestaltung im Inneren gefiel uns beiden sehr viel mehr.
Es ist deutlich bunter mit vielen Bildern ineinander. Auf jeder Doppelseite wird ein Thema näher beleuchtet. Immer im ähnlichen Aufbau mit Einleitungstext, Extrawissen, Superschlau und Fux Fun. Rechts auf jeder Seite sind zu dem Thema passende weitere Themen genannt mit der passenden Seitenzahl. Dadurch soll man zu den für ein passenden Themen hin und her switchen können und das Buch nicht von Anfang bis hinten lesen. Gerade für wenig Leser, denen lange Texte und dicke Bücher eher abschrecken, eine gute Lösung. Das Thema Gaming wird vielseitig beleuchtet, es geht um die Geschichte (schöne Nostalgiemomente für die älteren, neue Spiele, Handyspiele, E-Sport und vieles mehr.
Die Informationen zu den einzelnen Themen sind eher knapp gehalten. Es ist damit kein tiefgehendes Wissensbuch, aber für einen guten Überblick und zum Einstieg gut geeignet. Vor allem der Aufbau des Buches sorgt dafür, dass mein Sohn das Buch einfach mal schnappt, eine Seite aufschlägt und dann weitergeleitet wird. Ich kann vor allem empfehlen das Buch zusammen zu lesen, denn die kurzen Textblöcke sorgten dafür, dass noch viele Nachfragen kamen, die man dann zusammen klären kann.
Gutes Einsteigerspiel in die Exitreihe
EXIT® - Das Spiel: Das Haus der Rätsel von Inka Brand; Markus Brand
Mein Mann und ich haben uns bereits an 2 anderen Exitspielen versucht und es funktionierte zum Teil nicht so gut. Da unsere Tochter (13) nun auch mitspielen wollte, wollten wir dieses Spiel testen, da es auch ab 10 Jahre beworben wird. Dazu kommt, dass das Spiel mit den bekannten Drei Fragezeichen verbunden wird, in dem es die Protagonisten der Serie ins Spiel integriert werden.
Wie alle Exitspiele muss man durch ein Abenteuer verschiedene Rätsel lösen, um weiterzukommen. Die gefunden Zahlen muss man auf einer Wählscheibe eingeben, um dann die Zahl für die nächste Karte zu erhalten. Es gibt zum Glück immer wieder Hilfekarten, die einen Tipps geben, in welche Richtung das Rätsel geht.
Diesmal sind wir gut in die Geschichte und Rätsel reingekommen, auch unsere Tochter hatte ihren Spaß. Mir gefiel, dass die Rätsel sehr unterschiedlich sind. Zum einen was den Schwierigkeitsgrad angeht und zum anderen in ihrer Machart, manchmal muss man scheiden, zählen etc. Die Rätsel, wo man sehr um die Ecke denken musste, fielen und am schwersten, aber zum Glück gibt es immer die Hilfekarten.
Für uns ein sehr gutes Exitspiel, vor allem für Rätseleinsteiger. Wie bei allen Exitspielen kann man das Spiel nur einmal spielen, weil man das Material zum Teil zerschneiden oder sonst wie zerstören muss. Das finde ich schade.
Vielfältige Themen ums Meer
National Geographic Kids - Lexikon der Meere von Christina Wilsdon
Als Mutter von 2 Kindern im Alter von acht und dreizehn Jahren ist es ein kleines Wunder, ein Buch zu finden, das beide Altersklassen fesselt, doch das „National Geographic Kids - Lexikon der Meere“ hat genau das geschafft. Ursprünglich dachte ich, es sei vor allem ein klassisches Tierbuch für meinen achtjährigen Sohn, der sich gerade leidenschaftlich für Haie und die Tiefsee interessiert.
Er nutzt das Buch begeistert als Nachschlagewerk, liest die leicht verständlichen Sachtexte größtenteils selbstständig und liebt es, uns mit neu gelernten Fakten zu überraschen.
Doch schnell stellte sich heraus, dass dieses Lexikon weit mehr bietet als reine Tierporträts. Zu meiner Überraschung greift auch meine 13-jährige Tochter regelmäßig nach dem Buch. Sie ist absolut fasziniert von den ozeanologischen Zusammenhängen, die über die reine Tierwelt hinausgehen. Das Buch erklärt erstaunlich tiefgründig Themen wie Meeresströmungen, Gezeiten, die Entstehung von Inseln und die sensiblen Ökosysteme der Küsten- und Uferzonen, einschließlich der komplexen Mangrovenwälder. Besonders wertvoll finde ich, wie sensibel und altersgerecht wichtige Umweltthemen integriert werden. Das Lexikon schont die Kinder nicht vor der Realität des Klimawandels, der Erderwärmung und der Plastikverschmutzung in den Ozeanen, vermittelt diese ernsten Inhalte aber so, dass sie zum Nachdenken anregen, ohne Angst zu machen.
Während die Große tief in diese ökologischen Zusammenhänge eintauchen. Bestaunt mein Sohn die farbenprächtigen, fesselnden Nahaufnahmen. Die visuelle Gestaltung bricht die dichten Informationen perfekt auf, sodass das Buch trotz seines enormen Wissensschatzes niemals überladen wirkt. Es ist zu einem echten Familienbucht geworden, das Generationen verbindet und uns allen vor Augen führt, wie faszinierend, aber auch wie schützenswert der Lebensraum Meer ist. Eine absolute Leseempfehlung für den nächsten Familienabend auf dem Sofa.
Hat mich begeistert
Dinghai Fusheng Records. Buch 1 von Fei Tian Ye Xiang
Das Genre Danmei war mir vor dem Lesen des Romanes nicht weiter bekannt. Ich hatte davon gehört, mich aber nicht näher damit befasst. Da ich gerne Fantasy Romane lese, die einen anderen kulturellen Hintergrund haben und ich die asiatische Kultur faszinierend finde, bin ich nun zu diesem Roman gekommen.
Die Geschichte wirft den Leser direkt in ein episches, hochspannendes Szenario: In einer Welt, in der die magische Energie komplett versiegt ist, droht eine uralte, finstere Macht das Land zu verschlingen. Mittendrin steht Chen Xing, der letzte Exorzist, dem für seine Rettungsmission nur noch wenige Jahre zu leben bleiben. Die ständige Bedrohung durch lebende Tote und das Ticken der unerbittlich ablaufenden Lebenszeit des Protagonisten erzeugen von der ersten Seite an einen enormen, treibenden Spannungsbogen. Dadurch, dass Chen Xing seinen Schutzpatron Xiang Shu trifft, der gar nichts von seiner Aufgabe hält sein Schutzpatron zu sein, gewinnt die Handlung zusätzlich an Dynamik.
Die dichte Atmosphäre, die politischen Intrigen im alten China und die ständige Ungewissheit, wem überhaupt noch zu trauen ist, halten das Adrenalin durchgehend hoch. Die tiefere, emotionale Verbindung zwischen den beiden ungleichen Männern entwickelt sich dabei angenehm subtil und organisch im Schatten der drohenden Apokalypse. Feitian Yexiang verzichtet auf langatmige Erklärungen und setzt stattdessen auf filmreife Action und überraschende Wendungen.
Überrascht hat mich der unterschwellige Humor, der den ganzen Roman durchzieht. Für mich waren dies kurze Ruhepausen zum Aufatmen und sie passen einfach sehr gut zu dem Charakter von Chen Xing. Mich hat der Roman so sehr überzeugt, dass ich mir den Folgeroman gleich vorbestellt habe. Zum Glück werden die einzelnen Teile in relativ kurzen Zeitabschnitten veröffentlicht.
Konnte mich nicht überzeugen
Die Queen von Mayfair von Alex Hay
Die Idee, die als „Bridgerton meets The Clou“ vom Verlag beschrieben wird, war für mich neu und faszinierend. Von Bridgerton ist auf alle Fälle das historische Setting und die Beschreibung der Gesellschaft mit all seinen Fallstricken übernommen. Zu „Clou“ passt die Geschichte, nur dass es sich nicht um zwei Ganoven handelt, sondern einer „Queen“ namens Quinn, die einer alten bekannten Betrügerbande vorsteht, die finanziellen Schwierigkeiten steckt.
Die Bande, betrügt nach ganz bestimmten Regeln, die auch im Buch immer wieder genannt werden. Wichtig ist dabei auch der zeitliche Ablauf. Diesmal soll eine Hochzeit mit einem reichen Mann in 5 Tagen erreicht werden. Kaum zu schaffen für eine Frau, die vorher in der hohen Gesellschaft noch nie aufgetaucht ist. Aber Quinn lässt sich nicht abschrecken, nur das im Hintergrund jemand alles tut, um ihr Ziel zu verhindern.
Der Einstieg in den Roman war für mich etwas schwierig. Es startet mit dem Ende und dem Ziel des 5 Tage Coups. Dazu kam noch die Struktur dieser Betrügerfamilie um Quinn und ihrer Vorgeschichte. Mir fiel es auch schwer, warum man ausgerechtet solche einen komplizierten und verwegenen Plan erfindet, um an Geld zu kommen. Mir würden da viel einfachere Methoden einfallen. Auch die 5 Tage Frist habe ich nicht verstanden.
Mir fiel es insgesamt auch schwer mich in die Protagonisten hineinzufinden. Ihre Motivation, ihr Antrieb verstand ich nur zum Teil. Das lag für mich, vor allem an den wenigen Emotionen, die der Autor in mir wecken konnte. Mir blieb selbst Quinn fremd.
Gefallen hat mir dagegen, die immer wieder überraschenden Wendungen inklusive des Endes, welches ich so nicht vorhergesehen habe.
Die Idee des Romans fand ich erfrischend neu, die Umsetzung konnte mich leider nicht überzeugen. Weder die Charakterzeichnung, die für mich oberflächlich blieb, noch die sprunghafte Handlung.











