Kunden em pfehlungen
Rezensionen von buchina:
Ein spannender Pageturner mit gehetzter Auflösung
Die Villa von Markus Heitz
Ich habe schon einige Thriller von Markus Heitz gelesen und mag die Mischung aus Thriller und Mystery. Diese Mischung gibt es auch in seinem neuen Roman, gespickt mit ein wenig Horror.
Eine große Stärke des Romans liegt in seiner Struktur. Heitz arbeitet mit zwei parallel verlaufenden Handlungssträngen.
Diese scheinen anfangs unabhängig voneinander zu existieren. Der geschickte Wechsel zwischen den beiden Erzählungen sorgt für eine dynamische Dynamik. Als Leserin versuchte ich permanent, die unsichtbaren Fäden zwischen den Schauplätzen zu verknüpfen. Das steigert den Unterhaltungswert enorm.
Der Spannungsaufbau ist Heitz hervorragend gelungen. Die Kapitel enden oft mit cleveren Cliffhangern, die zum Weiterlesen zwingen. Die Atmosphäre ist packend und dicht. Leider blieben für mich die Charaktere über weite Strecken seltsam oberflächlich und stereotyp. Es fiel mir schwer, eine echte emotionale Bindung zu ihnen aufzubauen, da ihre Motive und Hintergründe nur am Rande abgehandelt werden. Sie fungieren eher als Werkzeuge für den Plot, denn als vielschichtige Persönlichkeiten.
Ein weiteres Manko offenbart sich auf den letzten Seiten. Während sich das Buch viel Zeit nimmt, das komplexe Beziehungsgeflecht und das zentrale Mysterium aufzubauen, kam die Auflösung relativ schnell. Vor allem, dass die Protagonisten kein Problem damit hatten an die fantastischen Erklärungen der brutalen Ereignisse zu glauben und da völlig mitzugehen, war für mich nicht so richtig nachzuvollziehen. Hier hätte der Roman etwas mehr Raum zum Atmen und für ein epischeres Finale vertragen.
Fazit
„Die Villa“ ist ein handwerklich solider, extrem spannender Pageturner für Zwischendurch. Der Plot ist gelungen, manchmal ist es sehr blutig und brutal und erinnert an einen Splatterfilm, das sollte man wissen. Ich fühlte mich aber sehr gut unterhalten.
Gutes Einsteigerbuch
Kosmos SchlauFUX Gaming von Birk Grüling
Mein Sohn (9 Jahre) war gleich begeistert, als er das Buch gesehen hat. Mit dem Wort Gaming hatte ich ihn gleich neugierig gemacht. Das Cover sagt uns beiden nicht so richtig zu, da es vor allem für mich eher negativ wirkt in den dunklen Tönen und dem allein spielenden Kind.
Die Gestaltung im Inneren gefiel uns beiden sehr viel mehr.
Es ist deutlich bunter mit vielen Bildern ineinander. Auf jeder Doppelseite wird ein Thema näher beleuchtet. Immer im ähnlichen Aufbau mit Einleitungstext, Extrawissen, Superschlau und Fux Fun. Rechts auf jeder Seite sind zu dem Thema passende weitere Themen genannt mit der passenden Seitenzahl. Dadurch soll man zu den für ein passenden Themen hin und her switchen können und das Buch nicht von Anfang bis hinten lesen. Gerade für wenig Leser, denen lange Texte und dicke Bücher eher abschrecken, eine gute Lösung. Das Thema Gaming wird vielseitig beleuchtet, es geht um die Geschichte (schöne Nostalgiemomente für die älteren, neue Spiele, Handyspiele, E-Sport und vieles mehr.
Die Informationen zu den einzelnen Themen sind eher knapp gehalten. Es ist damit kein tiefgehendes Wissensbuch, aber für einen guten Überblick und zum Einstieg gut geeignet. Vor allem der Aufbau des Buches sorgt dafür, dass mein Sohn das Buch einfach mal schnappt, eine Seite aufschlägt und dann weitergeleitet wird. Ich kann vor allem empfehlen das Buch zusammen zu lesen, denn die kurzen Textblöcke sorgten dafür, dass noch viele Nachfragen kamen, die man dann zusammen klären kann.
Gutes Einsteigerspiel in die Exitreihe
EXIT® - Das Spiel: Das Haus der Rätsel von Inka Brand; Markus Brand
Mein Mann und ich haben uns bereits an 2 anderen Exitspielen versucht und es funktionierte zum Teil nicht so gut. Da unsere Tochter (13) nun auch mitspielen wollte, wollten wir dieses Spiel testen, da es auch ab 10 Jahre beworben wird. Dazu kommt, dass das Spiel mit den bekannten Drei Fragezeichen verbunden wird, in dem es die Protagonisten der Serie ins Spiel integriert werden.
Wie alle Exitspiele muss man durch ein Abenteuer verschiedene Rätsel lösen, um weiterzukommen. Die gefunden Zahlen muss man auf einer Wählscheibe eingeben, um dann die Zahl für die nächste Karte zu erhalten. Es gibt zum Glück immer wieder Hilfekarten, die einen Tipps geben, in welche Richtung das Rätsel geht.
Diesmal sind wir gut in die Geschichte und Rätsel reingekommen, auch unsere Tochter hatte ihren Spaß. Mir gefiel, dass die Rätsel sehr unterschiedlich sind. Zum einen was den Schwierigkeitsgrad angeht und zum anderen in ihrer Machart, manchmal muss man scheiden, zählen etc. Die Rätsel, wo man sehr um die Ecke denken musste, fielen und am schwersten, aber zum Glück gibt es immer die Hilfekarten.
Für uns ein sehr gutes Exitspiel, vor allem für Rätseleinsteiger. Wie bei allen Exitspielen kann man das Spiel nur einmal spielen, weil man das Material zum Teil zerschneiden oder sonst wie zerstören muss. Das finde ich schade.
Vielfältige Themen ums Meer
National Geographic Kids - Lexikon der Meere von Christina Wilsdon
Als Mutter von 2 Kindern im Alter von acht und dreizehn Jahren ist es ein kleines Wunder, ein Buch zu finden, das beide Altersklassen fesselt, doch das „National Geographic Kids - Lexikon der Meere“ hat genau das geschafft. Ursprünglich dachte ich, es sei vor allem ein klassisches Tierbuch für meinen achtjährigen Sohn, der sich gerade leidenschaftlich für Haie und die Tiefsee interessiert.
Er nutzt das Buch begeistert als Nachschlagewerk, liest die leicht verständlichen Sachtexte größtenteils selbstständig und liebt es, uns mit neu gelernten Fakten zu überraschen.
Doch schnell stellte sich heraus, dass dieses Lexikon weit mehr bietet als reine Tierporträts. Zu meiner Überraschung greift auch meine 13-jährige Tochter regelmäßig nach dem Buch. Sie ist absolut fasziniert von den ozeanologischen Zusammenhängen, die über die reine Tierwelt hinausgehen. Das Buch erklärt erstaunlich tiefgründig Themen wie Meeresströmungen, Gezeiten, die Entstehung von Inseln und die sensiblen Ökosysteme der Küsten- und Uferzonen, einschließlich der komplexen Mangrovenwälder. Besonders wertvoll finde ich, wie sensibel und altersgerecht wichtige Umweltthemen integriert werden. Das Lexikon schont die Kinder nicht vor der Realität des Klimawandels, der Erderwärmung und der Plastikverschmutzung in den Ozeanen, vermittelt diese ernsten Inhalte aber so, dass sie zum Nachdenken anregen, ohne Angst zu machen.
Während die Große tief in diese ökologischen Zusammenhänge eintauchen. Bestaunt mein Sohn die farbenprächtigen, fesselnden Nahaufnahmen. Die visuelle Gestaltung bricht die dichten Informationen perfekt auf, sodass das Buch trotz seines enormen Wissensschatzes niemals überladen wirkt. Es ist zu einem echten Familienbucht geworden, das Generationen verbindet und uns allen vor Augen führt, wie faszinierend, aber auch wie schützenswert der Lebensraum Meer ist. Eine absolute Leseempfehlung für den nächsten Familienabend auf dem Sofa.
Hat mich begeistert
Dinghai Fusheng Records. Buch 1 von Fei Tian Ye Xiang
Das Genre Danmei war mir vor dem Lesen des Romanes nicht weiter bekannt. Ich hatte davon gehört, mich aber nicht näher damit befasst. Da ich gerne Fantasy Romane lese, die einen anderen kulturellen Hintergrund haben und ich die asiatische Kultur faszinierend finde, bin ich nun zu diesem Roman gekommen.
Die Geschichte wirft den Leser direkt in ein episches, hochspannendes Szenario: In einer Welt, in der die magische Energie komplett versiegt ist, droht eine uralte, finstere Macht das Land zu verschlingen. Mittendrin steht Chen Xing, der letzte Exorzist, dem für seine Rettungsmission nur noch wenige Jahre zu leben bleiben. Die ständige Bedrohung durch lebende Tote und das Ticken der unerbittlich ablaufenden Lebenszeit des Protagonisten erzeugen von der ersten Seite an einen enormen, treibenden Spannungsbogen. Dadurch, dass Chen Xing seinen Schutzpatron Xiang Shu trifft, der gar nichts von seiner Aufgabe hält sein Schutzpatron zu sein, gewinnt die Handlung zusätzlich an Dynamik.
Die dichte Atmosphäre, die politischen Intrigen im alten China und die ständige Ungewissheit, wem überhaupt noch zu trauen ist, halten das Adrenalin durchgehend hoch. Die tiefere, emotionale Verbindung zwischen den beiden ungleichen Männern entwickelt sich dabei angenehm subtil und organisch im Schatten der drohenden Apokalypse. Feitian Yexiang verzichtet auf langatmige Erklärungen und setzt stattdessen auf filmreife Action und überraschende Wendungen.
Überrascht hat mich der unterschwellige Humor, der den ganzen Roman durchzieht. Für mich waren dies kurze Ruhepausen zum Aufatmen und sie passen einfach sehr gut zu dem Charakter von Chen Xing. Mich hat der Roman so sehr überzeugt, dass ich mir den Folgeroman gleich vorbestellt habe. Zum Glück werden die einzelnen Teile in relativ kurzen Zeitabschnitten veröffentlicht.
Konnte mich nicht überzeugen
Die Queen von Mayfair von Alex Hay
Die Idee, die als „Bridgerton meets The Clou“ vom Verlag beschrieben wird, war für mich neu und faszinierend. Von Bridgerton ist auf alle Fälle das historische Setting und die Beschreibung der Gesellschaft mit all seinen Fallstricken übernommen. Zu „Clou“ passt die Geschichte, nur dass es sich nicht um zwei Ganoven handelt, sondern einer „Queen“ namens Quinn, die einer alten bekannten Betrügerbande vorsteht, die finanziellen Schwierigkeiten steckt.
Die Bande, betrügt nach ganz bestimmten Regeln, die auch im Buch immer wieder genannt werden. Wichtig ist dabei auch der zeitliche Ablauf. Diesmal soll eine Hochzeit mit einem reichen Mann in 5 Tagen erreicht werden. Kaum zu schaffen für eine Frau, die vorher in der hohen Gesellschaft noch nie aufgetaucht ist. Aber Quinn lässt sich nicht abschrecken, nur das im Hintergrund jemand alles tut, um ihr Ziel zu verhindern.
Der Einstieg in den Roman war für mich etwas schwierig. Es startet mit dem Ende und dem Ziel des 5 Tage Coups. Dazu kam noch die Struktur dieser Betrügerfamilie um Quinn und ihrer Vorgeschichte. Mir fiel es auch schwer, warum man ausgerechtet solche einen komplizierten und verwegenen Plan erfindet, um an Geld zu kommen. Mir würden da viel einfachere Methoden einfallen. Auch die 5 Tage Frist habe ich nicht verstanden.
Mir fiel es insgesamt auch schwer mich in die Protagonisten hineinzufinden. Ihre Motivation, ihr Antrieb verstand ich nur zum Teil. Das lag für mich, vor allem an den wenigen Emotionen, die der Autor in mir wecken konnte. Mir blieb selbst Quinn fremd.
Gefallen hat mir dagegen, die immer wieder überraschenden Wendungen inklusive des Endes, welches ich so nicht vorhergesehen habe.
Die Idee des Romans fand ich erfrischend neu, die Umsetzung konnte mich leider nicht überzeugen. Weder die Charakterzeichnung, die für mich oberflächlich blieb, noch die sprunghafte Handlung.
Gruselcomic mit spannenden Aufgaben zum Lösen
Licht ins Dunkel von Steffen Gumpert
Die ersten Leselernjahre sind nicht immer die einfachsten, da braucht es besonders zu Beginn bei vielen ein wenig Motivation dranzubleiben. Mein Sohn (8 Jahre) tut sich schwer mit Lesen und mag die typischen Leseanfängerbücher nicht, oft sind sie ihm zu kindisch. Also testeten wir mal zusammen diese Gruselcomic.
Die Aufmachung des Buches ist weniger kindlich. In dunklen Farben gehalten, hauptsächlich in Rot- und Blautönen gehalten, wirkt es nicht wie ein typisches Kinderbuch, sondern cool, wie mein Sohn meint.
Protagonist Rupert ist ein Junge, der von seinen Mitschülern nicht ernst genommen wird und viel geärgert wird. Aber Rupert ist besonders, er kann Geister sehen und er will wissen, was mit seinem Vater geschehen ist, der eines Tages einfach verschwunden war. Das verspricht schon eine spannende Geschichte und das ist sie auch.
Das besondere an dem Buch ist, dass es voll von Rätseln ist, die auch für das Lesen sehr motivierend sind. Es sind Suchrätsel, die man auch den Text oder den Bildern entschlüsseln muss mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad. Die Lösung findet sich dann auf der nächsten Seite. Mein Sohn und ich fanden sie beide sehr interessant und manchmal auch richtig knifflig.
Insgesamt hat uns das Graphic Novel sehr gefallen. Die Geschichte ist spannend und hat überraschende Wendungen. Für meinen Sohn war es gut, dass es meist kurze Texte sind, die sich mit vielen Rätseln abwechseln. So blieb er dran und hatte schnell Erfolgserlebnisse. Absolute Kaufempfehlung.
Eher Jugendbuch als typischer Thriller
Meine tote Schwester: Psychothriller von Catherine Shepherd
Catherine Shepherd hat schon einige spannende Thriller geschrieben, oft aus der Perspektive der Ermittlerin. Diesmal wagt sie sich an etwas neues. Der Roman ist nicht aus Ermittlersicht, sondern aus einer jugendlichen Perspektive mit einem insgesamt sehr düsteren Setting.
Die Geschichte dreht sich um die 16-jährige Mia, die seit elf Jahren mit dem Trauma des gewaltsamen Todes ihrer Schwester Jasmin kämpft.
Was genau passiert ist, erfährt man erst ziemlich am Ende des Romans, nur das in der verlassenen Villa gegenüber von Mias zuhause stattfand, weiß man. Ihre Mutter hat ihr streng verboten, das Haus zu betreten, doch als eine neue Familie einzieht, beginnt Mia, die Grenzen zu überschreiten. Grund ist vor allem der gleichaltrige Lukas, der in seiner Heimat als Mörder beschimpft wurde, warum, weshalb, bleibt auch erst einmal im Dunkeln.
Es gibt also viele Geheimnisse zu Beginn, die von Anfang an eine gewisse Spannung aufbauen. Gekonnt baut die Autorin eine dunkle Atmosphäre auf, wobei auch immer wieder die düstere Vergangenheit der Villa eine Rolle spielt. Dazu kommt eine kontinuierliche Spannung, die durch den Wechsel der Erzählperspektiven gefördert wird.
Was mir schwer viel, mich in die Charaktere der Protagonisten hineinzuversetzen. Ich habe die Handlungen der Schüler:innen und aber auch der Mütter zum Teil nicht nachvollziehen können. Keine der Charaktere konnte mich wirklich berühren. Dennoch war es für mich ein spannender Thriller mit überraschendem Ende. Schade war für mich, dass die Geschichte der Villa, die immer wieder angesprochen wurde, dieser Handlungsstrang wurde für mich nicht logisch zu Ende geführt. Für mich eine ungenutzte Chance.
Insgesamt würde ich den Roman eher in der Jugendbuchecke verorten. Für mich war es kein typischer Thriller. Ich würde mich freuen, wenn die Autorin wieder ihre anderen Reihen weiterführt, die haben mich persönlich mehr angesprochen.
Spannende Rezepte, gut erklärt
Fermentieren - Twist your Taste! von Nadine Schünemann
Ich habe erst vor kurzem selbst mit dem Fermentieren angefangen und mich noch an nicht viele Gemüsesorten rangetraut. Dieses schöne Buch hat mir nun die Angst genommen mehr Experimente zu wagen.
Das Buch ist eine gute Mischung aus Hintergrundinformationen zum Fermentieren, dazu auch Information zum Zubehör.
Wobei man auch sagen muss, dass die Autorin Nadine Schünemann, auch die Gründerin von „Lieblingsglas“ ist, welches Zubehör u.a. zum Fermentieren verkauft. Es ist also auch ein wenig Werbung für die eigene Marke dabei.
Nach einer fundierten Einführung gibt es eine Menge von Fermentierungsrezepten. Sei es das typische Sauerkraut, aber auch Kefir und Kombucha werden gezeigt. Besonders interessant fand ich die Fermentation mit Honig und Obst. Das werde ich mit der beginnenden Erdbeerzeit auf alle Fälle testen. Ich selbst habe mich erst einmal ein traditionelles Rotkrautrezept gewagt mit Äpfeln und Gewürzen. Bis jetzt läuft es ganz gut.
Dazu gibt es dann noch Rezeptideen für die Fermentationen, was ich sehr sinnvoll finde, da ich oft nicht weiß, wie ich die sauren Gemüse weiterverarbeiten kann. Das Buch überzeugt durch seine klare Gestaltung, zahlreiche Fotos und die Vielfalt der Anwendung: Ob Frühstück, Brunch, Snacks, Desserts oder Hauptgerichte.
Die Farbgestaltung, die schönen Fotos und die offene freundliche Sprache haben bei mir die Freude zum Experimentieren geweckt. Ein schön gestaltetes Buch für alle, die mit Fermentieren anfangen wollen, aber auch für welche, die neue Rezepte entdecken wollen.
Ein Roman dessen Sogkraft sich erst langsam entwickelt
Die Stimmen der Nacht von Tochi Eze
Das Cover des Romans hat mich sofort angesprochen, kein kitschiges Afrikamuster, sondern ein Bild von einem Liebespaar in schwarz/weiß, dessen Kleidung und Frisur auf die 60er vermuten lässt. So schnell wie mich das Cover begeistert hat, so langsam kam ich in den Roman hinein. Ich hatte die ersten Kapitel Probleme den verschiedenen Zeitebenen und Handlungsstränge zu folgen.
Auch die familiären Verstrickungen machten es nicht einfacher.
Aber es wurde von Kapitel zu Kapitel einfacher und es wurde deutlich wie geschickt die Autorin ihre Geschichte durch die Generationen hinweg verflocht, um ein Gesamtbild zu erschaffen. Die Themen Herkunft, Familie und psychische Krankheit spielen da die zentrale Rolle. Dies erzählt sie anhand der Lebensgeschichte von Margaret und Benjamin, die sich in Lagos kennenlernen, aber deren Geschichte schon vor ihrer Geburt gekreuzt wurde. Und dabei stellt sich immer wieder die Frage inwieweit müssen die Kinder für die Vergehen und Schicksale ihrer Vorfahren büßen. Und wo kommt die moderne Medizin an ihre Grenzen.
Das Springen zwischen den Zeitsträngen, was zu Beginn noch schwierig war, machte den Roman insgesamt sehr spannend und abwechslungsreich. Dennoch ist es keine leichte Lektüre, die mich auch einfach durch die unterschiedlichen Traditionen und Rituale herausgefordert hat.
Insgesamt hätte ich gerne mehr zu den einzelnen Hintergründen erfahren. Die Handlungsorte, sei es das Dorf um die Jahrtausendwende oder die Stadt Lagos in den 60ern konnte ich mir nur wenig vorstellen. Viel hat man nicht erfahren, auch die Nebencharaktere blieben doch etwas blass. Dennoch hat mich das Buch sehr berührt und ich kann es weiterempfehlen.











