Kunden em pfehlungen
Rezensionen von annamichalea:
Gute Grundidee, aber weniger wäre mehr
WAS IST WAS Comic - Mythologie von Aljoscha Jelinek; Matthias Kempke
Ich kannte die Reihe bisher nicht und war von der Idee Comic, Schabuch und eine bekannte Reihe zu kombinieren begeistert. Ach das Cover und auch die Rückseite, gut gemacht, nichts zu bemängeln.
Die Mangellage fing schon bei den vorderen Coverinnenseiten an. Zwar weist "was bisher geschah" darauf hin, dass eine Vorgeschichte erzählt wird, der Satz geht aber schon fast in den Bildern unter.
Und ein Kind, das diesen Comic lesen will würde hier eher von kurzer sachlicher Information in reiner Textform profitieren.
Die Grundgeschichte ist eigentlich klar formuliert, geht aber in der Bilder und Informationsflut unter.
Die drei Kinder der Reihe nehmen hier in dieser Folge die Gestalten von Göttern an. In dieser Form erscheinen sie in einem Traumexperiment, bei dem Professor Quecksilber das Wissen über Mythologie von einem Kind auf alle übertragen will, da eine Prüfung ansteht. Der adelige Nachbar und Erzfeind des Professors stört das Ganze wieder.
Ein Comic mit Infoboxen zur Mythologie ist als Grundidee gut. Aber auch ich als Erwachsener Leser war von der schieren Flut an fremden Begriffen und dem Durcheinander der Götterwelten überfordert, obwohl ich den griechisch römischen Teil bereits kannte. Mit 8 Jahren gelingt es nicht die Geschichte als Adventure zu lesen und nebenbei noch Mythologie zu lernen. Hier wäre weniger mehr.
Wie unsere Erwartungshaltung unser Leben beeinflusst und warum KI auch Angst machen sollte
Das Pferd, das zu viel wusste von Reto U. Schneider
Und nicht nur unser Leben und unsere Entscheidungen werden beeinflusst von der Erwartungshaltung, auch unser Lesen.
Meine Erwartung an das Buch war einfach mehr KI. Das Thema wird zwar immer wieder mal angerissen, aber erst in den letzten zwei Kapiteln wird es explizit zum Thema.
Das Buch an sich ist lesenswert, auch für Menschen, die sich in Naturwissenschaften, Psychologie und vielen anderen Fachbereichen nicht so auskennen.
Der Autor kann die Zusammenhänge immer gut erklären.
Neben viel Information habe ich aus dem Buch auch Erkenntnisse mitgenommen, die mich schon erschrecken lassen.
Zum Beispiel wird ein Experiment aus den 60er Jahren vorgestellt, mit dem man bewies. dass die Erwartungshaltung der Lehrer signifikant wichtig sind für die Leistungen der Schüler. Bis heute ist da nichts umgesetzt worden, höchstens auf dem Papier.
Die Erkenntnis, dass die Forscher wissen, was sie an die KI verfüttern und erkennen, was rauskommt, aber keine Ahnung haben, wie das Dazwischen aussieht. Erschreckend.
Wichtige Erkenntnisse, zum Beispiel ein Experiment im Jahr 2012, bei dem KI versagt beim Erkennen einfacher Ziffern, wurden lange ignoriert, weil sie nicht in den Erfolg der KI passten.
Wie gedankenlos die KI im Alltag genutzt wird, wie abhängig wir schon sind ohne es zu merken.
Hinsichtlich der Atomkraft hat ein Physiklehrer mal ( bezogen auf das Problem der Atommüllentsorgung ) gesagt: Man hat ein Flugzeut besetzt mit Passagieren starten lassen bevor es auch nur einen Plan gab wo und wie es landen kann.
Das machte mir schon Angst und die KI, die wir praktisch schon freigelassen haben noch viel mehr.
Bewegende Geschichte, Cover und Titel finde ich irreführend
Die Ballade von Ronan McCoy von Colin Morgan
Der Titel und das Design des Covers sind wunderschön. Und zugleich hat mich beides enttäuscht. Wenn da steht Ballade, erwarte ich was ganz anderes und dazu noch ein schottisch klingender Name. Auch die positive Stimmung, die das Coverbild verbreitet bereitet nicht auf den ernsten Inhalt des Buches vor.
Da hätte man eher sich an die Vorgabe des originalen Covers halten sollen.
Brendan und Ronan sind Freunde. Nicht solche, die bei jeder Gelegenheit im Zuhause des jeweiligen anderen abhängen. Nein, sie treffen sich nur in der Schule und kennen die Familien nur aus Erzählungen. Das hat sich vermutlich so ergeben, da die Freundschaft nicht über Eltern die sich kennen entstanden ist.
Obwohl beide so gegensätzlich sind, sind sie sich sehr wichtig.
Brendan ist eher zurückgezogen und hat einen Job im Bestattungsunternehmen, was er natürlich keinem erzählen will. Ronan ist eher lebenslustig, sportlich und mit seiner Familie in den Ferien unterwegs.
Brendan wartet zu Schulbeginn vergebens auf Ronan, der für ihn die positive Seite seines Lebens bedeutet. Ronans Leben hat sich in den Ferien durch einen schweren Unfall total verändert. So weit, dass er nicht mehr kommunizieren kann, wie es ihm geht. Damit muss Brendan nun auch fertig werden. Und alleine weitermachen. Wie er das schafft, wie weit er sich auch verändert ist interessant, manchmal sehr schwer auch als Leser auszuhalten.
Mit dem Titel und dem Cover hat das meiner Meinung nach nichts zu tun.
sinnvoll für jeden
Ich erklär das jetzt mal psychologisch von Stefanie Stahl
Das Cover hat einen hohen Wiedererkennungswert. Viele Bücher der Autorin sind ähnlich designed. Und Stefanie Stahl hat viel veröffentlicht.
An diesem Buch gefällt mir, dass es kein Ratgeber oder Selbsthilfebuch ist. Grundlegend geht das Buch auf die Frage ein, warum gerade immer mehr die Psyche thematisiert wird.
Auch erklärt Frau Stahl dass die Beschäftigung mit Psychologie nicht nur für einzelne betroffene, erkrankte oder sinnsuchende Personen sinnvoll ist, dass es für jeden als Teil der Gesellschaft wichtig ist, mehr darüber zu wissen.
Schon im Inhaltsverzeichnis wird das klar. Unter den 45 Essays findet sicher jeder Leser etwas, das ihn sofort anspricht.
Ein Beispiel: Wer kennt das nicht? " Die besten Ant worten fallen uns immer zu spät ein " . Das ging sicher jedem schon so. In diesem Kapitel wird erklärt, warum das so ist, wie typischerweise Menschen darauf reagieren und dass es bei allen Unzufriedenheit hinterlässt. Stefanie Stahl stellt gezielte Antwortstrategeien vor, die jeder nutzen kann und die die Situation entschärfen. Dieses Kapitel bringt also Nutzen für jeden einzelnen und damit für die Gesellschaft.
Manche Themen zielen darauf ab , manche Teile der Gesellschaft zu verstehen. Unter dem Kapitel Wider besseres Wissen: Vom Reiz der Verschwörungserzählungen wird zum Beipiel in knapp vier Seiten und auch mit einem Beispiel erklärt, wie man da in den Sog hineingeraten kann und warum es so schwer ist, wieder herauszufinden. Auch wenn viele dazu schon mal durch TV oder Presse Erklärungen bekommen haben, finde ich die Zusammenfassung schlüssig und einprägend.
Das Buch ist für jeden zu empfehlen, der einfach mehr verstehen will wie Menschen, sich selbst einbezogen , so ticken. Sehr breit gefächerte Themen, für jeden ohne Vorkenntnisse der Thematik zu verstehen und die Länge der Kapitel lässt zu, auch in einer kurzen Lesepause ein Kapitel richtig aufnehmen zu können.
Das Buch hilft hoffentlich nicht nur zu verstehen, sondern bestenfalls auch zu verändern.
Interessantes Konzept mit inhaltlicher Tiefe
Chimaira: Malin & Maira von Sabine Giebken
Als ich von der Idee zum Wendebuch las, dachte ich, heutzutage muss ein Autor sich etwas einfallen lassen um überhaupt Kinder und Jugendliche noch zum Lesen zu bringen. Erst die Geschichten, wo man sich den Ausgang aussuchen kann. Dann zum Beispiel ein Buch aus der Sicht eines einer Romanfiguren, wie Carsten Henn, der passend zum Buchspazierer das Buch Schascha und der Buchspazierer schrieb.
Alles natürlich sehr interessant und hält Leser bei der Stange.
So weckt auch das Doppelbuch Chimara das Interesse. Bei dem Titel kommt sofort, vermutlich eher bei den älteren Lesern, die Assoziation Chimäre. Denn wie ein Mischwesen sieht schon das Mädchen auf dem Cover aus.
Hält man das Buch in den Händen spürt man die Wertigkeit. Auch die Zeichnungen verlangen Geschick, sehr gut gelöst, die magische Seite mit den "Blitzen" zu versehen.
Schnell stellt sich heraus, das Buch ist nicht leicht zu lesen. Schon die Entscheidung, wo fange ich an, eher, mit wem fange ich an, ist nicht leicht zu treffen. Im Hinterkopf habe ich schon die Idee, die Leser:innen unserer ehrenamtlich geführten Bibliothek danach zu fragen.
Ich habe das Buch natürlich mit Jahrzehnten Abstand zur eigentlichen Zielgruppe gelesen. Aus Sicht der Erwachsenen ist die Story gut konzipiert und auch auf emotionaler Ebene gut erzählt. Sich mit Malin oder Maira zu identifizieren oder gar für eine Seite zu entscheiden ist gar nicht nötig. Bei beiden Mädchen finden sich Gedanken, Ideen und Gefühle, die Mädchen in der Teenagerzeit durcheinanderbringen und das Miterleben, wie Malin und Maira dem Sog von Magie und Wünschen entkommen ist ein Weg Probleme zu verarbeiten, die man vorher gar nicht benennen muss.
gelungen mit einigen Abstrichen
Frida Kahlo - 5 Minute Genius Stories (Deutsche Ausgabe) von Stephen Krensky
Frida Kahlo begegnet uns heute vielfältig. In der Literatur, auf Kalendern, sogar auf Kleidung. Daher ist es wichtig, dass auch Kinder viel über sie wissen.
Das Cover finde ich mega gelungen. Es unterscheidet sich nicht von den Büchern, die für Erwachsene geschrieben wurden.
Ein bischen enttäuscht war ich über die Zeichnungen.
Schon bei den endpapers hätte man eher ein typisch mexikanisches Muster nehmen können. Auch enttäuscht war ich über die Darstellung der zwei Fridas. Zumindes hier hätte man das korrekte Gemälde abbilden können.
Mir kam dann der Gedanke, dass das vielleicht zu teuer geworden wäre wegen Urheberrechten, aber das hätte dann als Info dazugehört.
Intressante Einschübe über mexikanische Symbole und Kunst, moderne Kunst oder Portraitzeichnen. Letzteres hätte Frida vielleicht gefallen als Aufforderung sich auch künstlerisch auszudrücken.
Aber: nichts hätte den Kindern besser vermittelt wer Frida Kahlo war als ihre Orignalgemälde. Aber besser so als gar nichts.
Schon das gelungene Cover ist die halbe Miete
Masterminds, Band 1 - Der Darknet-Köder von Chris Morton
Mastermind. Das kenne ich noch als Logik - Steckspiel. Daher finde ich den Titel vielleicht auch ungewöhnlich.
Die Bezeichnung Heist Thriller, war für mich völlig neu. Musste ich auch erst einmal googeln. Und ich glaube kaum, dass die jungen Leser das kennen.
Muss wirklich alles ein extra Etikett haben?
Ansonsten finde ich das Buch gelungen.
Schon länger suchen wir für unsere ehrenamtlich geführte Schulbibliothek Bücher für die Jungs in dem Alter.
Das meiste aus den älteren Beständen ist einfach nicht mehr zeitgerecht und schnell langweilig.
Bücher müssen heute mit den Filmerfahrungen der Leser konkurrieren und noch etwas mehr bieten, da lesen ja anstrengender als schauen ist.
Die Masterminds Reihe bietet dies, wenn die anderen Bände das halten, was Band 1 verspricht.
Ein modernes ansprechendes Cover ist hier die halbe Miete, da es zum Buch greifen lässt. Schüler, die es gesehen haben fragen schon, wann sie es ausleihen dürfen.
Ludwig malt wie andere Schreiben und Constantin Lieb schreibt vllt wie Ludwig malte
Wildboden von Constantin Lieb
Ein historisch biographischer Roman über einen Maler und seine Lebensgefährtin in der Abgeschiedenheit der Schweizer Berge. An und für sich kein Thema, bei dem ich sofort zum Buch gegriffen hätte. Aber dieses faszinierende Cover hat es mir angetan und auch der Schriftzug des Titels, quasi in einer Kurve geschrieben wirkt besonders.
Steckt auch ein besonderes Buch dahinter?
Schon ziemlich am Anfang erklärt sich das Cover. Es hält einen besonderen Moment im Leben von Erna Schilling, der Lebensgefährtin des Malers Ernst Ludwig Kirchners fest, ein Lichtspiel der Morgensonne in der Stube des Hauses Wildboden, für Erna ein " Lichtblick inmitten der erdrückenden Stummheit der Berge."
Es gibt das Klischee, dass jeder Künstler eine Muse braucht, ohne die er nicht arbeiten kann. Erna ist mehr als Kirchners Muse. Das Buch beleuchtet anschaulich ihr Leben und Mitwirken, ihre Verzweiflung und Sehnsucht ebenso wie Kirchners Schaffenskraft, Versagen und auch Wahnsinn. Es ist die Choreographie eines Zusammenlebens und gleichzeitig ein Abbild der Einsamkeiten. In der Sprache findet sich die Intensität und das Auftreten des Covers, es wundert mich kein bischen, dass eine Verfilmung schon im Gange ist.
verständlich geschrieben und doch anspruchsvoll
Emotion Hacks von Ryan Martin
Selbsthilfe Ratgeber boomen geradezu. Dennoch findet man hier und da ein Buch, wo man gerne genauer einen Blick darauf wirft.
Das Cover hat esprit. Erst auf den zweiten Blick erkenne ich das Smiley Design. Und die Coverinnenseiten mit Punkten unterschiedlicher Grösse bedruckt haben auch eine positive Wirkung.
Es entspannt mich irgendwie.
Okay, nun zu dem Titel. Hack, wie ein Trick um etwas auf eine alternative Art schneller und besser zu machen wie ein Putztrick? Oder Hack, wie sich einhacken in ein System und es zu manipulieren? Vermutlich verschwimmt da die Abgrenzung.
Schon die Einleitung ist anspruchsvoll und doch gut zu verstehen. Ein Emotion Hack ist keine Anleitung das fühlst du jetzt, tu jetzt das, dann geht es dir besser.
Es ist eigentlich ein Zusammenspiel von Emotionen verstehen, sie zu erkennen und je nach Situation kann durch Vorbereitung und auch
Rückschau auf eine Situation eine Verbesserung im Umgang mit der bestimmten Emotion erreicht werden. Natürlich auch manchmal in der Situation selbst, aber das Verstehen der Zusammenhänge und wie Emotionen funktionieren ist der Schlüssel zum Hacken.
Anhand von Fallbeispielen kann der Leser das einfacher nachvollziehen und der Autor sagt auch explizit, nicht bei jedem ist jeder Hack ein Erfolg.
Aber das Buch ist schon ein Gewinn, und dennoch trotz guter Verständlichkeit ist es eine Portion Arbeit es zu lesen und erst Recht es zu verstehen.
Für manche vielleicht Motivation, mit Realität hat das wenig zu tun
Weiterleben von Patrick Charnley
Das Buch an sich ist ein Schmuckstück. Die hochwertige Verarbeitung gefällt mir. Das Cover zeigt im Mittelpunkt das Haus, leuchtend, fast schon strahlend. Der Weg dahin in gleicher Farbe, die Natur drumherum erfrischend grün, dennoch schroff, karg, See und Himmel dunkel.
Ein Zufluchtsort, besonders für Jago Trevarno, der nach einem Herzstillstand und Wiederbelebung mit vielerlei Einschrungen zu kämpfen hat.
Schon vor dem Lesen des Buches wusste ich, dass der Autor Patrick Charnley ähnliches durchgemacht hat, Ich bin gespannt, wie sich das im Buch niederschlägt. Ich denke er hat dazu sehr viel Unterstützung benötigt, es steht ja geschrieben, dieses Buch hat er dem Leben abgetrotzt.
Der Sprachstil ist bedächtig, vermutlich eine Mischung aus dem was für Patrick Charney machbar ist und dem was Jago wiederspiegelt.
Der Begriff entschleunigt trifft es ganz gut. Es geht direkt unter die Haut, wenn Jago in einfachen Worten beschreibt wie gut es ihm tut, dass Jacob alles langsam und bedächtig macht.Eine hektischere Umgebung würde ihm noch mehr seine Einschränkungen vor augen führen.
Eine Geschichte nur von Jago und Jacob wäre langweilig. So kommt noch eine Art Spannungsbogen dazu, als die heile(nde) Welt Jagos und Jacobs bedroht wird.
So sehr ich dem Autor den erfolg gönne, so sehr das Buch vielleicht machem Motivation sein kann oder ihn die Problematik der Patienten verstehen lässt - für mich hat das Buch eine grosse Schattenseite: Das ist Fiktion. Die Realität sieht anders aus. Als Mutter eines errwachsenen Kindes mit Einschränkungen, die man nicht von aussen sieht, weiß ich wovon ich schreibe. Ich kann das Buch nicht ohne diesen Beigeschmack weiterempfehlen.
Patrick Charnley hat vermutlich die Unterstützung und vor allem auch die finanziellen Mittel um weiterzumachen, aber die meisten haben nicht das Glück. Jago wäre ohne Jacob untergegangen, aber wenn man ehrlich ist, ein Jacob wie im Buch, das kann kein Mensch schaffen.











