Kunden em pfehlungen
Rezensionen von annamichalea:
Krimi trifft Literatur
Ein unglücklicher Tod von Peter Grainger
Mit den typischen Diogenes Covern habe ich lange gehadert, aber in letzter Zeit werden sie immer besser. So finde ich auch dieses Cover sehr gelungen. Die Szene, die Farbgebung und die fehlende action spiegeln auch das Buch sehr gut wider.
Thriller mag ich kaum noch lesen, daher freute ich mich auf einen neuen Kriminalroman.
Mehrere Bände sogar, wie sich nach Recherche herausstellte. Dennoch war ich sehr zwiegespalten. Das Buch lässt sich gut lesen, bei manchen Längen musste ich einfache quer lesen. So gibt es einige Seiten, in denen D. C. Smith vor Schülern aus seiner Zeit bei der Drogenfahndung und der Sitte berichtet. Informativ, auch typisch für seinen Charakter, aber langatmig.
Was mir fehlt ist ein gewisser Esprit. Ich möchte einen Kriminalroman, der ohne Blut und ohne extreme Sprache den Leser einfach mitzieht. Dazu fehlt es in diesem Buch an Geschwindigkeit und Witz.
Aber möchte man einen Kriminalroman auf Literaturniveau, dann ist man hier richtig
Ein Buch, dass sich die Autorin von der Seele schreiben musste.
Löwe von Sonya Walger
Das Cover wirkt auf mich sachlich distanziert, das kleine Mädchen sehr verzweifelt, der Mann betrachtet es wohl Anhängsel. Nichts in der Körpersprache des Mannes weist darauf hin, dass er das Kind überhaupt wahrnimmt. Ich frage mich zwangsläufig, wer hat das Foto aufgenommen?
Schon an der Widmung erkennt der Leser Sonya Walger hat das Buch auch für ihre Kinder geschrieben.
Nur wer mit seinen Eltern im Reinen ist, kann das auch mit den Kindern sein.
Wie wichtig ihr das Buch ist sieht man auch daran, dass sie es gegen den Willen der Mutter, die sie sehr wertschätzt, veröffentlicht. Geschrieben wohl auch in der Zeit der Coronabeschränkungen, zumindest die Idee ließ sich da eher umsetzen.
Zuerst dachte ich der Schreibstil, der wie eine Aufzählung auf mich wirkt, sei dem geschuldet, dass sie über die Vergangenheit ihrer Eltern nur aus Erzählung darüber schreiben kann. Quasi die Bausteine zusammen setzt. Aber sie behält es durchgehend bei, was mir nicht gut gefällt. Das Lesen emfpinde ich von Sprachbild eher mühsam. Inhaltlich ist es schon interesant und immer wieder kommen Stellen, die mich zum weiterlesen animieren.
Mein Vater erträgt jeden Schmerz, solange es sein eigener ist. Meiner ist ihm unerträglich oder auch der Satz : Wenn wir nicht darüber reden ist es auch nicht passiert.
Eine sehr schwierige Vater Tochter Beziehung, bei der sie sucht und er nicht geben kann.
Ein anderer Therapieansatz
Der Endometriose-Balance-Plan von Matthias Riedl
Ein schönes Cover, es wird zwar eine Frau mit "Bauchweh" dargestellt, aber der Schmerz steht nicht im Vordergrund.
Etwas befremdlich, wenn ein Mann, der nicht Gynäkologe ist, über Regelschmerzen bei Frauen schreibt. Aber Matthias Riedl erklärt im Buch nachvollziehbar, wie er dazu kam.
Den ersten Teil des Buches empfinde ich als klar strukturiert, mutmachend und für jede Frau andwendbar. Die Forderung eher weniger der Ratschläge umszusetzen um besser durchhalten zu können klingt auch logisch. Die Tipps beziehen sich nicht nur auf Ernährung, auch selfcare als psychologischer Ansatz in allen Lebensbereichen spielt eine Rolle.
Der zweite Teil des Buches besteht aus Rezepten, die explizit auch als selfcare bezeichnet werden. Dabei sind meiner Meinung nach nur wenige alltagstauglich. Aber vielleicht ist hier ja auch die Zubereitung einer Buddha Bowl, das aussuchen der Zutaten selfcare für manche Frau im Sinne von ich gönn mir was.
Die Frauen mit der Diagnose Endometriose die ich kenne haben alle den beschriebenen langen Weg zur Diagnose hinter sich und nehmen Medikamente. Aber zumindest zusätzlich könnten auch sie von dem Buch proftieren, auch in der Hinsicht, dass man selbst etwas tun kann und nicht den Medikamenten und der Erkrankung ausgeliefert ist.
Vertraute Qualität
Wieso? Weshalb? Warum? junior, Band 31 - Tiere im Winter von Andrea Erne
Wieder einmal ein neues Sachbuch aus der Reihe Wieso Weshalb Warum. Ich fragte mich, wieviel gibt es davon schon. Im Buch fand ich die Lösung. In Form eines Wunschzettels beziehungsweise eines Gewinnspiels. Hier war die Möglichkeit allein aus der junior Reihe bis Band 81 anzukreuzen. Diese beiden Seiten in leichterem Papier, vermuglich weil man sie raustrennen soll, haben mich etwas gestört.
Das hier ist Werbung für die Eltern, kein 2 bis 4 jähriges Kind profitiert davon.
Ansonsten die üblich toll gestalteten Bildseiten, verständlicher Text und qualitativ hochwertig stabile Pappseiten. Die aufklappbaren Teile sind nicht für alle zweijährigen Kinder leicht zu öffnen, aber die Entdeckerfreude macht das wieder wett.
Der Inhalt ist teilweise sehr anspruchsvoll, mir war nicht bekannt, dass zum Beispiel Zitronenfalter ein Frostschutzmittel intus haben.
Ich kann das Buch nur weiterempfehlen
Falls jemand fragt, wer wir waren von Eva Kranenburg
Tilliy und Rena teilen eine besondere Freundschaft in der Nachkriegszeit der jungen DDR. Zu ihre Lebensgefühl so direkt nach dem Krieg gehört dazu, alles zu tun um zu überleben. Das ist quasi in Fleisch und Blut übergegangen. Tilly ist dazu noch eher einfältig und glaubt an den Staat las neuen Heilsbringer, Rena eher nicht.
Sie sieht in Tilly auch mehr , aber sie meint tilly kann es nicht zulassen. Tilly muss auch die Frau auf dem Cover sein, Schülerin mit Bestnoten, richtigen Gedanken und richtigen Verhalten. Rena ist so ganz anders und auch Tilly merkt, dass da noch was anderes ist zwischen ihnen, ein leicht Andeutung von einer engeren Beziehung, über die aber keiner spricht.
Und dann ist Rena verschwunden und damit die einzige Person, mit der Tilly auch über alles sprechen kann. Und Tilly macht sich auf die Suche. Alles was sie vermeintlich über Rena entpuppt sich als Lüge.
Und Tilly sucht weiter und beginnt weiter richtig nachzudenken.
Dieses Buch gibt nicht nur einen guten Einblick in dei Geschchte der DDR in der Nachkriegszeit, sondern beschreibt auch das Lebensgefühl der Menschen. Egal ob sie sich arrangieren oder kämpfen wollen - eines bleibt. Die suche nach wenigstens einem halben Glück, wenn an es denn kann.
Lesenwert
Über vier Leben von Pauline Hatscher
Ich stelle mir hier grundsätzlich erst einmal die Frage, ob wir notwendigerweise etwas über unsere direkten Vorfahren, auch über die Eltern hinaus, wissen müssen. In meiner Vita war das quasi nicht vorhanden. Die Großeltern erzählten maximal Belangloses, es war klar, dass sie nicht über die Zeit der Weltkriege gefragt werden wollten.
Über besondere Wendepunkte im Leben meiner Eltern wurde ebenso zu ihren Lebzeiten geschwiegen.Und wir Kinder kamen gar nicht auf die Idee etwas zu fragen oder ihr Lebensbild in Frage zu stellen. Erst nach ihrem Tod habe ich so einiges erfahren, das ein anderes Licht auf ihr Handeln oder ihre Lebenseinstellung warf.
In Pauline Hatschers Roman geht es um die Frauen aus vier Generationen. Mirabell, Sabine, Lisa und Hannchen.( aufgezählt von der Gegenwart in die Vergangenheit ).
Zu Beginn des Buches geht es jeweils um dasThema Heiraten. Mirabell fällt es schon schwer, sich auf einer Dating App anzumelden. Hannchen und Sabine schildern jeweils die belastende Situation als unverheirateter Gast auf einer Hochzeit. Lisa hat geheiratet, aber nur mit Überwindung.
Gleich bleibt in gewisser Weise der gesellschaftliche Druck, die Zwangslage heiraten zu müssen um versorgt zu sein hat sich dagegen verbessert.
Hier fällt mir auf, dass der Titel eigentlich noch Subtext hat. Durch die nach unten versetzte vier geht es auch ums Über-leben.
Die Generationen vor uns, die normalerweise kaum über Gefühle gesprochen haben, sich daran orientierten, was als Regel galt oder den Lebensumständen geschuldet war, wie soll man deren Leben als Fiktion wieder auferstehen lassen? Das geht durch ein marginales Datengerüst, einzelnen Erzählungen und gesellschaftsgeschichtliches Wissen.
Der Sinn dahinter? Für die Autorin wohl persönlich wichtig. Ich habe als Leser hier und da ein Fitzelchen mitgenommen, das auf eine meiner Vorfahrinnen zutreffen könnte. Ansonsten ist es ein lesenwerter Roman, der halt mal ein ganz anderes Thema hat.
Etwas enttäuscht
Light my Fire von Sheila de Liz
Da habe ich mich nun für das Buch entschieden und es doch länger ungelesen in der Ecke liegen lassen. Der Titel "Light my Fire" hat mich glaube ich unter Druck gesetzt. So als ob man das Buch nur dann lesen kann, wenn man das als Ergenis will. Schon irgendwie komisch.
Interessant fand ich das virwort.
Hier ist die Rede von biologischer, mediziischer und seelischer Komponente der Sexualität. So habe ich das noch nicht gesehen.
die wichtigkeit einer erfolgreichen Sexualität der Frau wird andererseits auch überspitzt gefordert. Ohne Sex beginnt das Siechtum. könnte man fast meinen, obwohl hier grandioser Sex lediglich als Gegenteil von Verfall und Siechtum erwähnt wird. aber schon sehr überspitzt.
Viele Passagen des Buches sind wie smalltalk zu lesen. Mit flapsiger Sprache und auch der Kontakt zu Patient:innen ist ungewöhnlich, in einem Beispiel per whatsapp.
Vieles hört sich schlüssig an, aber ist wohl kaum umsetzbar. Für die wichtigen Vorsorgeuntersuchungen ist schon kaum ein Termin zu bekommen beim Gynäkologen. Und dann noch eine Hormontherapie, meist als Selbstzahler und kontinuierlich überwacht? Auch einfach in ein Labor gehen und dort zum Beispiel den Testosteronspiegel zu ermitteln ist für die meisten kaum machbar und zu finanzieren.
Vielleicht eine andere medizinische Realität mit ihrer HormonOnlineKlinik.








