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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Ulgu1978:

Glückskäfer

Mrs Edie gewinnt im Lotto ... und verliert alles? von Jay McKenzie


Edie hat viel Geld im Lotto gewonnen. Während sie den plötzlichen Reichtum nicht genießen kann, weil sich ihre Freundinnen von ihr abwenden, leben ihr Mann Ron und ihr Sohn Colin in Saus und Braus. In wechselnden Kapiteln mit "Davor" und "Danach" erfahren wir wie Edies Leben vor dem großen Gewinn aussah und wie sie danach versucht, sich in den neuen Lebensumständen zurechtzufinden.

Zusätzlich ist das Buch in sechs Abschnitte unterteilt, die mit den Glückszahlen ihres Gewinns betitelt sind.
Mir hat dieses Buch ausnehmend gut gefallen. Die Überforderung einer jungen Mutter, die sich zusätzlich um ihre psychisch kranke Mutter kümmern, den Anforderungen ihrer Schwiegermutter gerecht werden muss und immer am Rand der Armutsgrenze lebt, wird im "Davor" sehr intensiv und für mich nachvollziehbar geschildert. Ich hatte immer wieder abwechselnd das Bedürfnis, Edie in den Arm zu nehmen oder sie zu schütteln und ihr zu sagen: lass dir nicht alles gefallen. Und im "Danach" habe ich mich gefreut, dass Edie einen Weg gefunden hat, neue soziale Verbindungen aufzubauen, die ihr wichtiger sind als der Reichtum.

Für mich ein tolles Romandebüt von Kay McKenzie das ich sehr gerne gelesen habe. Von mir eine klare Leseempfehlung. Ich hoffe sehr auf weitere Romane dieser Autorin.

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Traumwelten

Ms Atkins und die Bibliothek der Träume von Vanessa Göcking


Ms Atkins besucht regelmäßig am Freitag ihre Lieblingsbibliothek. Als sie eines Tages in einen besonderen Leseraum geführt wird, kommt sie nicht nur anderen Menschen nahe (was sie bisher erfolgreich vermieden hat), sondern sie taucht mit Hilfe verschiedener Türen in einem Traumkorridor in Träume ein, die sie erschrecken oder die Vergangenes wieder aufleben lassen.

Mit Robert, Xiao Mei und Henry verbindet sie schon bald so etwas, wie eine Art Freundschaft, was für sie eine ganz neue Erfahrung bedeutet.
Das Cover ist wunderschön gestaltet und passt sehr gut zu dem Thema.
Auch hat mir die Idee zu diesem Buch gut gefallen. Allerdings ist die Umsetzung meiner Meinung nach nicht immer besonders gut gelungen. Alle vier genannten Protagonisten haben ihr Päckchen zu tragen, was für mich teilweise zu kurz erzählt bzw. nur angedeutet wird, ebenso wie deren Probleme gelöst werden. Einige Szenen/Dialoge werden aus unterschiedlichen Sichtweisen der Protagonisten beschrieben, was ich normalerweise sehr interessant finde. Hier wird aber zusätzlich zuviel von der geschilderten Situation wiederholt, was meinen Lesefluss gestört hat.
Fazit:
Ein schönes Thema, das meiner Meinung nach besser hätte umgesetzt werden können.

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Ebba und Julika

Die Bernsteinfischerin von Lisa Quentin


Julika ist Bernsteinforscherin und interessiert sich besonders für die Inklusen in diesem fossilen Harz . Als sie einen Bernstein mit einer Wespe als Inkluse in den Händen hält, begibt sie sich auf die Suche nach dem Finder oder der Finderin und begegnet schließlich Ebba, die 1943 diesen Bernstein aus der Ostsee gefischt hat.

In abwechselnden Kapiteln werden in diesem Buch die jeweilige Lebensumstände von Ebba und Julika erzählt. Die von Ebba umfassen fast ihr gesamtes Leben, wobei es bei Julika überwiegend um ihre aktuelle Lebenssituation geht. Beide Frauen fühlen sich in ihrem Leben eingeengt und haben aus Verantwortungsgefühl für ihre Familie nicht die Kraft auszubrechen und ihren eigenen Weg zu gehen.
Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen, weil hier sehr gut dargestellt wird, wie schwierig es manchmal ist, sein eingetretenen Lebenspfade zu verlassen.
Lisa Quentin kann nicht nur unsere Ostseeküste und die dortige Natur wunderbar beschreiben, sie kann auch Wissenswertes über Bernstein gut erklären. Bernstein war für mich schon immer etwas Besonderes, aber durch "Die Bernsteinfischerin" habe ich viel erfahren, was ich bisher noch nicht wusste. Dazu gehört zum Beispiel, dass die Inklusen wertvolle Erkenntnisse über unsere Erdgeschichte erzählen.
Ein wirklich lesenswertes Buch, das mir durch das stimmungsvolle Cover aufgefallen war.

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Zwangsadoption

Deutsches Kind von Melanie Levensohn

Zwangsadoption

Liese verliebt sich in den französischen Besatzungssoldaten Michel, der bei ihrer Mutter einquartiert wurde. Liese wird schwanger und Michel wird nach Frankreich zurückbeordert. Michel kehrt nicht zurück und Lieses Kind wird ihr zwangsweise entrissen und in Frankreich zur Adoption freigegeben.

78 Jahre später bittet der Weinbauer André in den USA seine Enkeln Maya in Deutschland nach seinen Wurzeln zu suchen.
In mehreren Zeitsträngen erzählt Melanie Levensohn einerseits von einem dunklen Kapitel aus der französischen Besatzungszeit in Deutschland, andererseits erfährt die Leserschaft vieles über den Weinanbau und von dem Kampf der Weinbauern gegen die verheerenden Brände in Kalifornien.
Das Cover mit dem kleinen Jungen auf dem Roller hat mich auf dieses Buch aufmerksam gemacht und es passt sehr gut zu dieser Geschichte.
Bisher hatte ich noch nichts von den Schicksalen französischer Besatzungskinder und ihren ledigen Müttern gehört. Auch wenn es sich hier um eine fiktive Erzählung handelt und manchmal ein bisschen sehr auf die Tränendrüse gedrückt wird, hat mich das Schicksal um die Kinder und ihrer Mütter sehr berührt, weil es einen wahren Hintergrund gibt. In ihrem Nachwort berichtet die Autorin über ihre Recherchen zu diesem Thema und listet verschiedene Werke auf, in denen sie ihre Informationen gefunden hat. Bei einem Roman mit historischenm Hintergrund ist mir persönlich ein solches Nachwort sehr wichtig und hat für mich das Buch abgerundet.
Die Ereignisse rund um den Weinanbau und die Folgen des Klimawandels für die Weinbauern habe ich ebenfalls mit großem Interesse gelesen. Und auch hierzu gibt Melanie Levensohn in ihrem Nachwort ergänzende Informationen.
Fazit:
Trotz des etwas zu rührselig geratenen Endes habe ich aufgrund der behandelten Themen und des flüssigen Schreibsts dieses Buch gern gelesen und kann es allen, die sich vor allem für diesen Teil der deutschen Nachkriegszeit interessieren, nur empfehlen.

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Prometheus

Alles wird Asche von Nele Neuhaus


Prometheus
Pia muss einen komplizierten Fall lösen. Der Tod eines bekannten Milliardärs wirft viele Fragen auf, besonders nachdem sich immer mehr Mordfälle ereignen. Wer ist der Serienmörder und was ist das Motiv?
Der 12. Fall mit dem Ermittlerteam Pia Sander und Oliver von Bodenstein ist tatsächlich mein erstes Buch von Nele Neuhaus.

Da es sich um einen abgeschlossenen Fall handelt, sind Vorkenntnisse aus den vorangegangenen Bänden nicht erforderlich. Und nach diesem Buch bedauere ich es sehr, nicht schon früher die Pia-Fälle gelesen zu haben.
Auch wenn ich durch die vielen verschiedenen Namen ab und zu das Personenverzeichnis zu Rate ziehen musste, war ich von diesem Krimi fasziniert. Auch durch die vielen verschiedenen Erzählstränge war es für mich als Leserin etwas schwierig den Überblick zu behalten und ich habe deswegen nicht so über die Seiten fliegen können wie es häufig bei Krimis möglich ist. Aber gerade deswegen hat mich das Buch gefesselt und die Spannung wurde durch die vielen möglichen Verdächtigen aufrecht erhalten. Ein wirklich spannendes Buch, das ich allen Krimifans empfehlen kann, die Spaß an komplexen Fällen haben.

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Tilly

Niemals geht man so ganz von Andreas Izquierdo


Tilly
Mads Madsen ist Trauerredner und wird Zeuge als Tillys Mutter Suizid begeht. Mads findet ihre Tochter Tilly und mit Hilfe der Malteserhündin Bobby erlangt er ihr Vertrauen. Schließlich verspricht er ihr, herauszufinden, welche Nachricht ihre Mutter ihr sagen wollte.
Andreas Izquierdo könnte als Zweitjob auch Trauerredner werden.

Ich würde ihn engagieren.
Ganz viel Herz und Menschenkenntnis hat er in diesen Roman einfließen lassen. Er versteht es auf besondere Weise die Gefühle von trauernden Menschen zu beschreiben.
Die Figuren in diesem Buch sind manchmal authentisch (Mads Madsen), manchmal überzeichnet (Fridtjof) beschrieben. Besonders belustigt haben mich die tackerwerfende Kommissarin und der mit skurrilen Ideen übersprudelnde Fridtjof. Wenn es besonders emotional wurde, haben die beiden es immer wieder geschafft, mich zum Lachen zu bringen.
Ich hatte den ersten Band "Über die Toten nur Gutes" nicht gelesen. Das bedauere ich jetzt sehr, weil ich glaube etwas versäumt zu haben. Aber um in diese aktuelle Geschichte eintauchen zu können, ist es meiner Meinung nach nicht notwendig den ersten Band zu kennen.
Ich werde auf jeden Fall das nächste Buch mit Mads Madsen nicht versäumen.
Die 5 Sterne sind mehr als verdient.

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Toxische Beziehungen

Most Hated Girl von Kirsty Lockwood

Toxische Beziehungen
Die 19jährige Odette trifft bei einem Museumsbesuch zufällig auf den 80jährigen Amos. Sie hat vor kurzem erst ihre Mutter beerdigt, die bis zu diesem Zeitpunkt ihre einzige Bezugsperson war. Sie hofft, in ihm einen großväterlichen Freund gefunden zu haben. Als sich ihre Wohnungssituation verschlechtert, zieht sie bei ihm ein.

Sie überredet ihn, gemeinsame Videos zu drehen und im Internet hochzuladen. Bis es zur Katastrophe kommt.
Kirsty Lockwood hat mit diesem Buch einen überaus spannenden Psychothriller geschrieben.
Das Buch beginnt mit der Verhaftung von Odette. In Rückblicken wird ausführlich beschrieben wie es dazu kommen konnte, dass Odette wegen Mordes verhaftet wurde. Parallel wird über die polizeiliche Ermittlungsarbeit und den Shitstorm berichtet, der über Odette hereinbricht.
Während der gesamten Lesezeit hatte ich das Gefühl, Odette in den Arm nehmen zu müssen, um sie erst vor ihrer Mutter und später vor Amos zu beschützen. In diesem Thriller geht es vor allem um psychischen Missbrauch, den die Protagonistin nicht wahrhaben will und deshalb warnende Hinweise von ihrer Betreuerin im Jobcenter nicht ernst nimmt. Als sie es erkennt, ist es fast schon zu spät.
Odettes Ängste und Zweifel werden anschaulich dargestellt und sind aufgrund ihrer Kindheit nachvollziehbar.
Die Auflösung zum Ende ist etwas diffus, ändert aber nichts an meiner Meinung, dass dies ein überaus spannendes Buch ist, das ich in einem Rutsch durchgelesen habe.

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Todesengel

Gnadenopfer von Viveca Sten

Todesengel
Hanna wird auf den plötzlichen Tod eines alten Herrn aufmerksam gemacht und gebeten, die Todesursache nachzuprüfen. Zunächst scheint alles seine Richtigkeit zu haben: der Verstorbene war bereits über 90 Jahre alt, krank, einsam und wurde von einem Pflegedienst betreut. Als Hanna von weiteren unvorhersehbaren Todesfällen von Pflegebedürftigen erfährt, wird sie aufmerksam und begibt sich auf Spurensuche.

Zu ihren Zweifeln, ob ihre Vermutung richtig ist, kommt ein Streit mit Daniel hinzu, der sie sehr belastet. Mit ihm hätte sie sich gerne zu diesem Fall ausgetauscht.
Viveca Sten beschreibt in diesem Buch sehr anschaulich wie alte Menschen vereinsamen können, weil sie aufgrund ihres Alters und ihrer Krankheit kaum noch das Haus verlassen. Oft sind die Mitarbeiter/innen eines Pflegedienstes der einzige Kontakt zur Außenwelt.
Die Spannung kommt auch diesmal wieder nicht zu kurz, da es im Laufe der Geschichte immer mehr verdächtige Personen gibt, die für die Morde "aus Barmherzigkeit" in Frage kommen.
Auch über das Privatleben der Protagonisten erfährt die Leserschaft vieles. Anton und Carl bereiten ihre Hochzeit vor. Leider ist das Verhalten von Antons Vater der Wermutstropfen bei den Vorbereitungen. Daniel lernt Clara kennen und hat doch nur seine Gedanken bei Hanna. Durch diese privaten Einblicke wird das Buch nicht langweilig, im Gegenteil, es erhöht oftmals fie Spannung.
Das fünfte Buch mit Hanna Ahlander ist für mich ein Pageturner. Ich habe es in zwei Tagen durchgelesen, weil ich es einfach nicht aus der Hand legen konnte.

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In der Einöde

Nach der Sonne schauen von Martina Hefter


Iona Bartschok ist Installationskünstlerin und begibt sich in eine Halle im ehemaligen Leipziger Tagebaugebiet. Ihr Ziel ist es, dort die dortige Umgebung als Modell in viertausend Jahren nachzubilden. Einzige Gesellschaft ist anfangs der digitale Hund Robyn, für den sie sich nur zeitweise erwärmen kann.

Anders verhält es sich mit Bella, ein lebendiger Hund, der ihr zuläuft. Sie kümmert sich rührend um das Tier und "vergisst", ihn beim Tierheim abzugeben. Schließlich stößt auch noch Nova zu ihr, die Nichte ihres Vermieters, mit der sie sich nach anfänglichem Zögern anfreundet.
Iona Bartschok erinnert sich während ihres Aufenthaltes dort in dieser menschenleeren Gegend an ihre Eltern und ihre Kindheit auf der Alm. Besonders zu schaffen macht ihr aber, dass ihre Installation "Das Baumhaus" mit einem Schimpfwort besprüht wurde. Sie kommt gedanklich immer wieder auf dieses Ereignis zurück, das sie viel mehr berührt als sie es sich selbst gegenüber zugeben will.

"Nach der Sonne schauen" ist ein ruhiger Roman, der zeigt, dass der Mensch Gesellschaft braucht, auch wenn er es nicht zugeben will. Auch wird deutlich, wie sehr es in einem Menschen nachhallt, wenn er Beleidigungen erfährt. Und hier ist die Beleidigung mit einer Beschädigung verbunden, die nicht ausgebessert werden kann. Da Iona unvermutet immer wieder auf dieses Thema zurückkommt, wird deutlich, wie sehr sie dieses Ereignis beschäftigt.
Besonders der Schreibstil von Martina Hefter hat mir gut gefallen. Auch wenn ich nicht immer alles nachvollziehen konnte was die Protagonistin bewegte, war sie mir doch sehr sympathisch.

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Lebenslügen

Alles Liebe von Ronja von Rönne

Lebenslügen

5 Kurzgeschichten, die mit "Alles Liebe" überschrieben sind, aber mit Liebe wenig zu tun haben. Zumindest ist das mein Eindruck.
Laura, Barbara Heike, Fedor und Mattis versuchen mehr oder weniger erfolgreich mit Lügen die Anerkennung oder Liebe ihrer Mitmenschen zu erhalten.

Auch wenn es erst nicht den Anschein hat, hängen alle Geschichten irgendwie zusammen.
Ich hatte mir unter dem Buchtitel vorgestellt, "echte" Liebesgeschichten lesen zu dürfen. Ich habe dann aber bei den ersten Seiten festgestellt, dass es hier wohl eher um die Suche nach Liebe geht bzw. um das was darunter verstanden wird. Und um diese "Liebe" zu erhalten, verfallen die Protagonisten auf die merkwürdigsten Ideen, die meiner Meinung nach eher Verzweiflungstaten ähneln. Und obwohl die Protagonisten mit ihrer Strategie scheitern, wenden sie ihre Taktik an anderer Stelle wieder an.
Ronja von Rönne schildert sehr anschaulich und eindringlich die Gefühle dieser fünf Menschen und ihre Beweggründe für ihr Handeln. Ich kann kein Verständnis für deren Vorgehen entwickeln, nur Mitleid. Aber interessant ist es zu beobachten wie erfindungsreich Menschen sein können um etwas zu erreichen. Mir haben nicht nur die Kurzgeschichten gut gefallen, sondern auch das ungewöhnliche Nachwort der Autorin, das auf keinen Fall ausgelassen werden sollte.

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