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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Ulgu1978:

Gute-Laune-Garant

Guten Morgen, schönes Wetter heute von Tanja Kokoska


Eine Siedlung irgendwo in einer Stadt. Das klingt eigentlich ganz unspektakulär, aber Tanja Kokoska gelingt es, aus vielen Alltagsszenen, Charakteren und Familiengeschichten ein Wohlfühl-Buch zu schreiben, das mich in seinen Bann gezogen hat.
Wir lernen unter anderem Ina und Henry, Frau Kaiser, Herrn Bello und weitere Bewohner aus dieser Siedlung kennen.

Sie kennen sich alle untereinander zunächst nicht näher, höchstens "vom Sehen", aber ein Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg verändert nicht alles, aber doch vieles. Bis auf Herrn Krämer begegnet man durchweg sympathischen Menschen in dieser Siedlung. Wobei mir die beiden Hauptfiguren Ina und Henry besonders gut gefallen haben.
Ich habe dieses Buch in einem Rutsch durchgelesen und konnte mir an einigen Stellen das Schmunzeln nicht verkneifen. Mit diesem Buch kann man sich einen total verregneten Tag im wahrsten Sinne des Wortes schönlesen. Wer kleine Familiengeschichten mag, das Unspektakuläre interessant findet und ein paar entspannte Lesestunden erleben möchte, ist mit diesem Buch bestens bedient.
Mein Fazit: Bei schlechtem Wetter oder schlechter Laune sollte man dieses Buch zur Hand nehmen. Auch wenn das Wetter davon nicht besser wird, die Laune wird es auf jeden Fall.

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Frau Bloch als Miss Marple?

Die Auster von Yael Inokai


Frau Leonora Bloch putzt bei dem Kaufhaus-Geschäftsführer Dr. Bronstett in seinem Privathaus. Nachdem sie früher im Kaufhaus selbst gearbeitet hat, sichert sie sich damit im Rentenalter ihren Lebensunterhalt. Eines Tages findet sie bei Arbeitsantritt ihren Arbeitgeber mit abgehackten Händen ermordet vor.

Aus mir unerfindlichen Gründen (und das Warum wird auch im Verlauf der Geschichte nicht aufgeklärt) unterzieht Frau Bloch sämtliche Spuren der Tat einer gründlichen Reinigung, was von der Kriminalpolizei schulterzuckend hingenommen wird...
Und nun erwartet die krimierfahrene Leserschaft eine ausgeklügelte, spannende Auflösung des Tathergangs und die Überführung des Täters. Aber weit gefehlt, von Seite zu Seite breitet sich die Enttäuschung weiter aus. Man erfährt viele Alltagsbegebenheiten der Protagonistin, ihrer Freunde und Arbeitskollegen teilweise bis ins kleinste Detail und fragt sich, an welcher Stelle man übersehen hat, dass dies für die Aufklärung der Straftat relevant ist.
Ich habe mehrfach überlegt, das Buch abzubrechen, war aber doch zu neugierig ob und wie sich der Fall schließlich aufklären lässt. Eine Aufklärung gibt es zum Schluss, die mich aber nicht wirklich überzeugen konnte.
Ohne den Anspruch, eine Kriminalgeschichte zu sein, hat mir der Schreibstil von Yael Inokai sehr gut gefallen. Hierfür kann ich guten Gewissens meine Sterne vergeben.

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Ein besonderes Lese-Erlebnis

Die Flussfrau von Tanja Weber


Lis wächst während des zweiten Weltkrieges auf dem elterlichen Bauernhof auf. Um einer arrangierten Ehe mit einem sehr viel älteren Bauern zu entgehen, heiratet sie den Frachtschiffer Horst. Und hier beginnt ihr eigentliches Leben, das sie trotz harter Arbeit und vieler Entbehrungen lieben lernt.

Als sie nach dem Tod ihres Mannes selbst Kapitänin wird, hat sie mit vielen Vorurteilen zu kämpfen, aber sie schafft es sich ihren Platz in dieser Männerdomäne zu erkämpfen.
Tanja Weber hat mit viel Herzblut das Leben einer Kämpferin beschrieben, die trotz vieler Hindernisse ein zufriedenes Leben führt und mit niemandem tauschen möchte. Als Leser/in begleitet man nicht nur Lis' Leben, sondern erfährt auch einiges über das jeweilige Zeitgeschehen im Nachkriegsdeutschland. Tanja Weber hat mit ihrem Schreibstil ein besonderes Talent, nicht nur die Gefühle der Menschen, sondern auch sehr bildhaft die Natur zu beschreiben. Lis ist eine sehr sympathische Protagonistin, die ich gern durch ihr Leben begleitet und ihren Mut und ihren Durchsetzungswillen bewundert habe.
Mich hat das Buch bereits nach den ersten Seiten in seinen Bann gezogen und ich konnte es kaum aus der Hand legen. Ein selten schönes Buch, das ich sehr genossen habe. Für mich ein besonderes Highlight in meinem Lesejahr
Ich kann diesen Roman uneingeschränkt empfehlen und hoffe sehr, bald noch mehr von dieser Autorin lesen zu dürfen.

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Familiengeheimnis

Lori von Anousch Mueller


Leni ist eins von sechs (lebenden) Geschwistern und hat eine Ahnung, dass es noch eine Schwester gab, traut sich aber nicht, ihre Eltern danach zu fragen. Eines Tages findet sie den Beweis dafür, dass ihre Vermutung stimmt, behält aber auch diese Erkenntnis für sich. Allerdings hat sie keine Erinnerung daran, was mit dieser fehlenden Schwester passiert ist.

Sie schafft es selbst als Erwachsene nicht, mit ihren Eltern über vergangene Ereignisse um ihre Schwester Lori zu sprechen.
Anousch Mueller beschreibt in ihrem Roman sehr anschaulich wie schwierig es ist, mit seinen Kindern über Familienkatastrophen zu sprechen oder als Kind danach zu fragen. Als Hintergrund der in Rückblicken erzählten Geschichte dienen überwiegend die politischen Ereignisse in der DDR in den siebziger Jahren.
Leider wird vieles nur oberflächlich angerissen. Wer eine umfassende Berichterstattung der damaligen politischen Ereignisse erwartet, wird enttäuscht. Auch was sich mit Lori zugetragen hat, wird nur nebulös erzählt. Man muss schon seine Phantasie bemühen um einigermaßen zu verstehen was mit Lori passiert ist. Schade, eine detailliertere Aufklärung hätte dem Roman gut getan.

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Wohltäter und Menschenfreund

Theo in Golden von Allen Levi


Theo - seinen vollen Namen erfährt man erst am Ende des Buches - kommt nach Golden und bleibt für ein gutes Jahr dort. Niemand in dem Ort weiß, wer er wirklich ist und warum er nach Golden gekommen ist. Er versteht es mit seiner liebenswürdigen Art die Menschen dort für sich einzunehmen und schließt bald mehrere Bekannt- und Freundschaften.

Er verschenkt gezeichnete Porträts an die abgebildeten Personen und erfährt bei der Übergabe die Lebensgeschichten der Beschenkten.
Eine unaufgeregte Erzählung, die mich trotzdem in ihren Bann gezogen hat. Auch wenn ich mich beim Lesen immer wieder gefragt habe, ob ein Mensch immer, wirklich immer nur freundlich sein kann. Nur zweimal schafft Theo es, sich von einer anderen Seite zu zeigen. Auch fast alle anderen Personen in diesem Buch waren mir sympathisch.
Der Schreibstil lässt sich flüssig lesen und ich fand es interessant als Leserin zu beobachten wie sich die Personen verhielten, wenn sie Theos Brief mit der Bitte/Einladung, ihn zu treffen, erhielten. Und wenn sie sich trauten, der Einladung eines ihnen unbekannten Menschen nachzukommen, wie Theo sie dazu brachte, ihm ihre Lebensgeschichte zu erzählen. Und trotzdem hatte ich das gesamte Buch über das Gefühl ein schönes Märchen zu lesen, das mich aber gut unterhalten hat. Wer schöne Geschichten mag, wird diese lieben.

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Teilzeit-Vater

Löwe von Sonya Walger


Sonya Walger erzählt in diesem Buch von ihrem Vater. Ein Mann, der ein unstetes Leben führt, vermutlich ständig klamm ist, wenig Verantwortungsgefühl hat, Drogen nimmt und seiner Tochter immer wieder neue Partnerinnen vorstellt. Erstaunlicherweise hat er keine Probleme neue Frauen für sich zu gewinnen.

Die Besuche bei ihm sind häufig nur kurz und nicht immer mit positiven Erinnerungen behaftet. Zwischen den Zeilen spürt man, wie sehr sie als Kind unter der Situation gelitten hat.
Sonya Walgers Schreibstil ist sehr gewöhnungsbedürftig. Ich mag Romane, in denen in Rückblicken auf vergangene Begebenheiten eingegangen wird. Aber in diesem Buch wird innerhalb weniger Absätze zwischen mehreren Zeiten hin und her gewechselt. Mir fehlt hier einfach der rote Faden, an dem ich mich als Leserin entlanghangeln kann. Vielleicht konnte mich deshalb die Geschichte nicht wirklich fesseln.

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Nichts für Vegetarier

Ochsenkopf von Manik Sarkar


Als ich anfing, das Buch zu lesen, wusste ich tatsächlich nicht, was mich erwartet. Tatsächlich wird auf den ersten Seiten die Tötung und das Zerlegen eines Tieres beschrieben. Und obwohl ich überlegt hatte, auf Grund dessen, das Buch wieder zuzuklappen, habe ich weiter gelesen.
Rensing sieht sich als Künstler und Kenner in seinem Fach - was er vermutlich auch ist.

Ihm geht Qualität über alles. Nach dem Tod seines Vaters übernimmt er die Schlachterei und heiratet Jacomine. Er hat hochfliegende Pläne, die er mit einem Kredit verwirklicht und teure Anschaffungen vornimmt. Allerdings hat er die Rechnung ohne die Kunden gemacht, die sich nicht an die Neuerungen gewöhnen können oder wollen. Seine Frau übernimmt eines Tages das Ruder, um den Betrieb vor dem Ruin zu bewahren.
Ein interessanter Roman, der die Leserschaft nachdenklich zurücklässt. Spätestens beim nächsten Einkauf an der Fleischtheke im Supermarkt wird man sich an das Gelesene erinnern. Und vielleicht überlegt man dann, doch mal wieder bei einem Fleischerfachgeschäft einzukaufen.
Ich habe es nicht bereut, den Roman bis zum Ende gelesen zu haben.

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Spionage, Macht und Manipulation

Red Star Down von D. B. John


Ljoscha, Jenna und Eric sind die Protagonisten in diesem einzigartigen Spionagethriller. Zu Beginn des Buches werden die drei Personen "vorgestellt" und die Leserschaft kann zunächst nicht erkennen, welche Verbindung zwischen ihnen besteht. Ljoscha und Jenna sind die zwei sympathischen Figuren in diesem Thriller, was man von Eric in keinster Weise behaupten kann.

Dieses Buch ist ein faszinierender Spionagethriller wie ich ihn noch nicht gelesen habe. D.B. John verknüpft gekonnt reale Personen und Ereignisse mit fiktiven Figuren und Geschehnissen. Das ist sehr erschreckend, aber gerade das macht diese Geschichte so besonders. Vor allem wie Putin, Trump und Kim Jong-un ihre Macht ausüben wird treffend beschrieben. Das ist aber gerade das Erschreckende an dieser Geschichte, denn diese drei Männer haben heute noch in der Realität das Sagen.
Besonders hervorheben möchte ich, dass das Buch durch eine Nachbemerkung des Autors vervollständigt wird, in der einige reale Ereignisse erläutert werden.
Fazit:
700 Seiten Spannung, die man, einmal angefangen, nicht aus der Hand legen kann. Ein Spionagethriller, der länger im Gedächtnis bleibt.

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Sprachlos

Pause von Lena Kupke


Hanna erleidet einen Zusammenbruch und wird von einer Notärztin ins Krankenhaus eingewiesen. Und obwohl die Ärztin ihr rät, zumindest über Nacht dort zu bleiben, weil es ihr seelisch und körperlich nicht gut geht, verlässt sie auf eigenen Wunsch das Krankenhaus. Allerdings holt nicht ihr Freund Paul sie ab, sondern ihre Eltern und nehmen sie mit zu sich nach Hause.

Lena Kupkes Roman konnte mich nicht wirklich überzeugen. Das lag vor allem an den handelnden Personen:
Eine Protagonistin, die sich mit Notlügen durch alle Situationen durchhangelt,
die Eltern und die Schwester, die den ganz offensichtlich schlechten seelischen Zustand ihrer Tochter bzw. Schwester totschweigen, anstatt mit ihr zu reden oder sie zum Reden zu animieren
und dann noch der Lebenspartner Paul, der sich nicht einmal ansatzweise Sorgen macht, dass Hanna im Krankenhaus gelandet ist.
Und dann trifft sie Alexander, der - ganz das Gegenteil - angeblich so gar keine Fehler und für alles, wirklich alles Verständnis hat. Hier war es mir eindeutig zu viel des Guten.
Die einzigen Lichtblicke sind die Hausärztin Frau Polten und die Nachbarin Helen.
Alles in allem konnte mich die Geschichte nicht überzeugen, weil mir hier zu viele Klischees (Großstadt = toll, Kleinstadt = hinterwäldlerisch) bedient werden und ich es für unwahrscheinlich halte, dass der Aufenthalt in einer einsamen Waldhütte bei so einem seelischen Tief heilsam sein soll. Und zum Schluss kann ich nur empfehlen, das Buch nicht zu lesen, wenn man sich selbst in einem Stimmungstief befindet.

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1860

Sturmland von Miriam Georg


1860, Cora, eine junge Frau, versucht aus den Engen der damaligen Zeit auszubrechen und flüchtet aus Hamburg, um als Hauslehrerin ein junges Mädchen, Emmi, zu unterrichten. Emmi leidet an Tuberkulose und reist mit ihrem Vater nach Norderney und Cora ist es sehr recht, Hamburg den Rücken kehren zu können.

Dort lernt sie Onnen kennen, der ihr als Aufpasser zur Seite gestellt wird. Nach anfänglichem gegenseitigem Misstrauen kommen sich beide mit der Zeit näher.
Der Grund für Coras Flucht liegt in der Vergangenheit, die in Rückblicken erzählt wird. Das gleiche gilt für Onnen, auch hier erfährt man nach und nach, was in seiner Vergangenheit passiert ist.
Interessant fand ich wie es sich Mitte des 19. Jahrhunderts in Deutschland und besonders auf den Inseln Norderney und Borkum lebte. Erschreckend war für mich, wie sehr die Rechte der Frauen damals eingeschränkt waren. Besonders beeindruckt haben mich die Beschreibungen über die medizinische Versorgung - vor allem auf den Inseln -, die Anfänge des Tourismus und die Bildung einer Gesellschaft zur Rettung von Schiffbrüchigen.
Hier hat Miriam Georg meiner Meinung nach gut recherchiert. Sie berichtet über ihre Nachforschungen auch in ihrem Nachwort.
Trotz allem Positiven hatte ich ein wenig Mühe in die Geschichte hineinzufinden, und doch kann ich allen Leser/innen, die sich für diese Zeit interessieren, dieses Buch empfehlen.

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