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Rezensionen von Shilo:

Die Vergangenheit ist nie ganz vorbei

Ozean von Katharina Höftmann

Friedchen und Paula, zwei junge Frauen, lernen sich 1932 in Berlin kennen und verstehen sich auf Anhieb. Sie gehen zusammen tanzen und erzählen sich, was sie sich für ihr Leben wünschen. Beide glauben fest daran, dass sie immer Freundinnen bleiben werden. Friedchen verliebt sich in Paulas Cousin Max und ahnt noch nicht, was in den kommenden Jahren auf sie zukommt.

Als Hitler an die Macht kommt, ist es mit dem unbeschwerten Leben vorbei. Paula und Max sind Juden und müssen erleben, wie sich ihr Alltag verändert. Was für andere selbstverständlich ist, wird für sie immer schwieriger. Die politischen Ereignisse machen auch vor den Menschen, die ihnen nahestehen, nicht halt. Für Friedchen und Paula beginnt eine Zeit, in der vieles anders kommt als erwartet.
Die Verbindung zwischen Friedchen und Paula zieht sich durch viele Jahre. Im Laufe der Zeit müssen beide mit vielem fertig werden, das sie sich früher nicht hätten vorstellen können. Auch in der Liebe läuft nicht alles so, wie sie es sich wünschen. Ihre Lebenswege verändern sich, und nicht jede Entscheidung lässt sich später wieder gutmachen. Ich habe mit den beiden mitgefühlt und mich oft gefragt, was ich an ihrer Stelle getan hätte.
Die Geschichte führt von den dreißiger Jahren bis in unsere Zeit. Dabei bleibt es nicht bei dem, was Friedchen und Paula selbst erleben. Auch die jüngeren Generationen gehören dazu. Was in einer Familie früher geschehen ist, kann noch viele Jahre später eine Rolle spielen. Manche Dinge werden weitergegeben, andere bleiben lange unausgesprochen und kommen erst viel später ans Licht.
Mir gefällt an solchen Romanen, wenn persönliche Schicksale mit den Ereignissen der Zeit verbunden werden. Hier erlebt man, wie politische Veränderungen das Leben ganz normaler Menschen durcheinanderbringen und wie unterschiedlich sie damit umgehen. Gleichzeitig geht es um Menschen, die einander nahestehen und trotzdem nicht immer verhindern können, dass sich ihre Wege verändern.
Die Geschichte von Friedchen und Paula reicht weit über ihre gemeinsame Jugend hinaus. Aus den beiden jungen Frauen, die einst voller Pläne waren, werden Menschen, die mit den Folgen ihrer Erlebnisse leben müssen. Der Roman erzählt von Freundschaft und Liebe, aber auch davon, was Menschen verlieren und was sie über viele Jahre hinweg begleitet. 5 Sterne.

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Klara geht ihren eigenen Weg

Die Winzertochter von Martina Frey

1899 steht das Weingut der Familie Wenninger nach den schweren Reblausjahren vor dem Ruin. Klara, die älteste Tochter, will sich damit nicht abfinden. Sie möchte das Familiengut retten und zeigen, dass sie dazu in der Lage ist. Doch ihr Vorhaben ist nicht einfach, denn Frauen haben zu dieser Zeit nur wenig zu sagen.

Klara weiß, was sie will, und lässt sich nicht so leicht davon abbringen. Sie möchte ihrer Familie helfen, hat aber auch eigene Vorstellungen von ihrer Zukunft. Beides miteinander zu vereinbaren, ist nicht leicht. Immer wieder muss sie sich fragen, wie weit sie gehen kann, ohne alles aufs Spiel zu setzen.
Für die Familie steht viel auf dem Spiel, denn ohne das Weingut verliert sie ihre wichtigste Einnahmequelle. Klara überlegt, wie sie den Betrieb retten kann, auch wenn andere an ihren Fähigkeiten zweifeln.
Auch Liebe und Familie spielen eine wichtige Rolle. Doch Klara hat nicht nur Sorgen um das Weingut. Auch in ihrem eigenen Leben muss sie Entscheidungen treffen, die ihr nicht leichtfallen. Sie muss ihren Platz in einer Zeit finden, in der Frauen viele Dinge nicht selbst bestimmen dürfen.
Martina Frey verbindet das Leben auf einem Weingut mit den Schwierigkeiten, denen Frauen Ende des 19. Jahrhunderts begegneten. Klara möchte nicht länger nur das tun, was von ihr erwartet wird. Sie will selbst entscheiden, wie ihre Zukunft aussehen soll, und ist bereit, dafür einiges zu riskieren.
Mir hat die Verbindung von Familiengeschichte und Weinbau gefallen. Der Roman zeigt eine junge Frau, die sich trotz der schwierigen Umstände nicht mit ihrer Lage abfindet.
Von mir gibt es 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

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Wenn die Vergangenheit Antworten gibt

Hoffnung leuchtet wie ein Stern von Elisabeth Büchle

Timea versucht, mit ihrem inneren Schmerz fertigzuwerden. Waghalsige Unternehmungen helfen ihr dabei, ihre Gedanken für eine Weile zu verdrängen. Als Timea von ihrem Erbe in Grönland erfährt, macht sie sich auf den Weg dorthin. Sie lernt Mads kennen, der sich mit der Geschichte der Herrnhuter Mission befasst.

Dabei kommen Dinge aus der Vergangenheit ans Licht, die auch Timeas Familie betreffen.
In der alten Holzkiste liegen Briefe ihrer Vorfahrin. Sie erzählen davon, wie das Mädchen einst von Grönland nach Deutschland geschickt wurde und was es dabei erlebt hat. In den Briefen liest Timea von den Erlebnissen ihrer Vorfahrin. Manches davon kommt ihr bekannt vor, denn auch sie kennt das Gefühl, allein mit ihren Sorgen zu sein.
Die Briefe erzählen von einem Mädchen, das seine Heimat verlassen musste. Sie zeigen, wie das Leben damals aussah und welche Rolle die Herrnhuter Mission spielte. Auch die Geschichte des Herrnhuter Sterns wird dabei aufgegriffen.
In Grönland wartet auf Timea eine Landschaft, die sie so bisher nicht kannte. Zwischen Eis und alten Briefen erfährt sie mehr über ihre Familie. Die Briefe erinnern Timea an ihre eigenen Sorgen. Vieles, was ihre Vorfahrin erlebt hat, kann sie gut verstehen.
Der Herrnhuter Stern begleitet die Geschichte als Zeichen der Hoffnung. Timea ahnt zunächst nicht, was die Briefe ihrer Vorfahrin mit ihrem eigenen Leben zu tun haben. Erst nach und nach versteht sie, warum deren Erlebnisse sie so beschäftigen. Mads hilft Timea dabei, mehr über ihre Vorfahrin und die Geschichte des Herrnhuter Sterns herauszufinden. Dabei kommen sich die beiden näher. Am Ende geht es für Timea auch darum, wieder Vertrauen zu fassen und ihren eigenen Weg zu finden.
Elisabeth Büchle verbindet eine Familiengeschichte mit historischen Ereignissen und einer Liebesgeschichte. Die Briefe und die Entstehung des Herrnhuter Sterns geben der Handlung einen besonderen Hintergrund. Mir hat gefallen, wie Timea durch die Entdeckungen in Grönland nach und nach einen anderen Blick auf ihr Leben bekommt. Die Geschichte hat mir schöne Lesestunden geschenkt und bekommt von mir 5 Sterne.

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Eine Frau, die nicht wegsah

Das Haus der Zuflucht von Larry Loftis

Als die Nationalsozialisten die Niederlande besetzen, bringt Corrie ten Boom sich selbst und ihre Familie in Gefahr, weil sie verfolgten Juden hilft. Zusammen mit ihrer Familie versteckt sie jüdische Flüchtlinge in einem geheimen Raum hinter ihrem Schlafzimmer. Die Gefahr, entdeckt zu werden, ist groß.

Trotzdem macht sie weiter und gibt den Verfolgten ein sicheres Versteck.
Das Leben der Familie verändert sich dadurch völlig. Bei jedem Besuch muss sie aufpassen, dass nichts auffällt. Die Menschen, die bei ihr Zuflucht finden, sind auf ihre Hilfe angewiesen. Doch irgendwann wird Corrie entdeckt und verhaftet. Damit beginnt für sie eine schwere Zeit im Gefängnis und später im Konzentrationslager.
Ihr Glaube gibt ihr auch in den schweren Jahren im Gefängnis und im Konzentrationslager Halt. Nach dem Krieg ist Corrie in vielen Ländern unterwegs. Sie erzählt von ihren Erlebnissen und davon, warum Vergebung für sie wichtig ist.
Neben der Hilfe für Verfolgte geht es auch darum, wie Corrie nach dem Krieg weiterlebt. Sie berichtet anderen Menschen von dem, was sie und ihre Familie erlebt haben.
Corrie wusste, dass sie für ihre Hilfe bestraft werden konnte. Trotzdem ließ sie die Menschen nicht im Stich. Das Buch zeigt, welche Risiken sie und ihre Familie auf sich nahmen und was Corrie nach ihrer Rückkehr aus dem Lager aus ihrem Leben machte.
5 Sterne für die Lebensgeschichte einer Frau, die verfolgten Menschen Schutz bot und später von ihren Erlebnissen berichtete.

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Ein Abschied, der nicht leicht fällt

Die Sylt-Schwestern - Entscheidende Zeiten von Sina Beerwald

Nach vier Bänden fällt es mir schon schwer, mich von Clara und Jella zu verabschieden. Ich bin gerne bei ihnen auf Sylt gewesen und habe mich gefragt, wie es für die beiden weitergeht.
Der Krieg ist vorbei, aber die Not ist noch lange nicht überstanden. In der Strandperle finden Flüchtlinge und Waisenkinder einen Platz, an dem sie sich sicher fühlen können.

Clara und Jella versuchen zu helfen, wo sie nur können. Dabei haben sie selbst genug zu bewältigen. Auch Fanny weiß noch nicht, wie es für sie weitergehen soll. Sie denkt viel über das nach, was hinter ihr liegt, und muss herausfinden, was sie vom Leben erwartet.
Ich habe den beiden Schwestern von Herzen gegönnt, dass sie nach allem, was sie erlebt haben, endlich glücklich werden. Leicht wird es für sie allerdings nicht, und ich habe beim Lesen oft gehofft, dass sich ihre Wünsche doch noch erfüllen.
In der Strandperle begegnen sich Menschen, die nach dem Krieg kaum noch etwas besitzen und einen Ort zum Leben brauchen. Clara und Jella nehmen sich ihrer an, obwohl sie selbst nicht frei von Sorgen sind. Ich fand es schön zu sehen, wie viel ihnen daran liegt, anderen zu helfen. Gerade deshalb sind mir die beiden Schwestern im Laufe der Reihe ans Herz gewachsen.
Schade, dass die Reihe nun zu Ende ist. Ich habe Clara und Jella durch alle vier Bände begleitet und bin mit ihnen durch viele Höhen und Tiefen gegangen. Deshalb fällt mir der Abschied nicht ganz leicht. Trotzdem bin ich froh, dass ich erfahren durfte, wie ihre Geschichte ausgeht.
Vielleicht gibt es irgendwann ein Wiedersehen mit der nächsten Generation. Darüber würde ich mich freuen. Für mich ist dieser letzte Band ein schöner Abschluss einer Reihe, die ich sehr gerne gelesen habe. Dafür gebe ich mit Überzeugung fünf Sterne.

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Ein Alltag, den man sich kaum vorstellen kann

Die Schnabels von Katrin Hörnlein

17 Kinder in einer Familie. Das kann man sich heute kaum vorstellen. Wie muss das gewesen sein, wenn so viele Menschen auf engem Raum zusammenlebten und der Alltag jeden Tag organisiert werden musste?
Beim Lesen bekommt man einen guten Einblick in das Leben der Familie Schnabel und in eine Zeit, in der vieles anders war als heute.

Schon die alltäglichen Dinge müssen bei so vielen Menschen eine Herausforderung gewesen sein. Es musste genug zu essen geben, die Wäsche nahm kein Ende und auch die Kinder brauchten Zeit und Aufmerksamkeit. Die älteren Geschwister mussten bei der Betreuung der jüngeren mithelfen. Das gehörte damals zum Familienleben dazu.
Sehr gefallen haben mir auch die vielen Fotos der Familie. Sie zeigen die Schnabels in ihrem Alltag und machen es leichter, sich das Leben mit so vielen Kindern vorzustellen. Beim Betrachten der Bilder bekommt man einen persönlichen Eindruck von der Familie. Für mich machen sie das Buch noch interessanter.
Spannend fand ich auch, wie sich das Familienleben über die Jahrzehnte verändert hat. Dass der Vater arbeiten ging und die Mutter sich um Haushalt und Kinder kümmerte, war damals ganz normal. Doch auch die Mutter hatte eigene Wünsche und wollte mehr selbst entscheiden können.
Immer wieder habe ich mich gefragt, wie viel jeder Einzelne zurückstecken musste, damit das Zusammenleben funktionierte. Bei so vielen Kindern konnte sicher nicht jeder Wunsch erfüllt werden. Gleichzeitig stelle ich mir vor, dass der Zusammenhalt unter den Geschwistern eine große Rolle spielte. Das Leben in einer so großen Familie muss seine eigenen Regeln gehabt haben.
Das Buch zeigt, wie außergewöhnlich groß die Familie Schnabel war. Manches aus dem damaligen Familienleben kennt man vielleicht noch von den eigenen Eltern oder Großeltern. Anderes ist heute kaum noch vorstellbar.
Beim Lesen wollte ich immer mehr über die große Familie und ihren Alltag erfahren. Es war interessant zu sehen, wie die Schnabels ihr Leben gemeistert haben. Gerade die Verbindung aus persönlichen Einblicken in das Familienleben und den vielen Fotos hat mir gefallen. Auf den Fotos sieht man die Familie einmal ganz anders. Dadurch bekommt das Gelesene für mich ein Gesicht.
Von mir gibt es fünf Sterne für dieses interessante Buch über eine außergewöhnlich große Familie, ihren Zusammenhalt und die vielen Dinge, auf die man im Leben manchmal verzichten muss.

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Ein Platz für Emma

Die Seiten des Glücks von Lotte Römer

Emma hat es von Anfang an schwer. Als Annehmkind bekommt sie auf dem Bauernhof keine Liebe zu spüren. Als sie dann auch noch zu Unrecht des Diebstahls beschuldigt wird, muss sie fliehen. In Salzburg findet sie bei den Eheleuten Fuchs ein neues Zuhause. In ihrer Druckerei entdeckt sie die Welt der Bücher und merkt, dass sie selbst einiges kann.

Zum ersten Mal bekommt sie die Chance, etwas aus ihrem Leben zu machen.
Ich habe Emma gerne auf ihrem Weg begleitet und ihr gewünscht, dass sie endlich Menschen findet, denen sie vertrauen kann. Doch immer wieder muss sie erleben, wie schnell ihr etwas unterstellt wird. Auch mit Lukas scheint sich ihr Leben zum Guten zu wenden. Die beiden kommen sich näher, aber als ihre Vergangenheit sie einholt und Lukas schwere Vorwürfe gegen sie erhebt, steht Emma wieder vor großen Problemen.
Die Arbeit in der Druckerei hat mir gut gefallen. Man erfährt, wie viel Handarbeit hinter den Büchern steckt, und bekommt einen Eindruck davon, welche Bedeutung sie für die Menschen haben. Auch das alte Salzburg konnte ich mir beim Lesen sehr gut vorstellen.
Emma muss im Laufe der Zeit herausfinden, wem sie vertrauen kann und wo sie wirklich hingehört. Dabei wird deutlich, dass Familie nicht allein durch die Herkunft bestimmt wird. Manchmal sind es gerade die Menschen, die man erst später im Leben kennenlernt, die einem Halt geben und für einen da sind.
Das Buch habe ich mit Spannung gelesen und mit Emma gehofft, dass sie endlich ihr Glück findet. Nach allem, was sie erlebt hat, wünscht man ihr von Herzen, dass sie nicht wieder enttäuscht wird. Die Mischung aus Büchern, Liebe und der Suche nach einem Zuhause hat mir gut gefallen.
Von mir gibt es 5 Sterne. Auf den nächsten Band freue ich mich schon jetzt, denn ich bin gespannt, was ich über Emmas Ziehschwester Albertine erfahren werde.

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Alte Rezepte, die bleiben

Frag die Oma - das Kochbuch von Renate Kaufmann

Beim Durchblättern bekommt man gleich Lust, selbst etwas in der Küche auszuprobieren. Buchteln mit Vanillesauce, Krautfleckerln oder eine gute Rindsroulade erinnern an Gerichte, die schon früher gerne auf den Tisch kamen.
Renate Kaufmann zeigt, dass man für gutes Essen keine lange Liste an Zutaten braucht.

Die Rezepte sind verständlich erklärt und auch für Menschen geeignet, die nicht so oft am Herd stehen. Mir gefällt, dass die österreichische Küche mit ihren alten Rezepten hier einen festen Platz bekommt. Vieles davon kennt man vielleicht noch aus der eigenen Kindheit oder von Besuchen bei den Großeltern. Es wäre schade, wenn solche Rezepte mit der Zeit verloren gingen.
Beim Lesen wird deutlich, dass es hier nicht allein ums Kochen geht. Gemeinsames Essen, vertraute Gerichte und kleine Gewohnheiten gehören genauso dazu. Auch die Haushaltstipps finde ich eine gute Ergänzung. Sie machen das Buch zu einem praktischen Begleiter für den Alltag.
Ich mag, dass die Gerichte nicht unnötig kompliziert gemacht werden. Mit guten Zutaten und einer verständlichen Anleitung kann man vieles selbst zubereiten. Das macht Mut, auch einmal ein Rezept auszuprobieren, das man bisher noch nicht gekocht hat.
Für mich ist dieses Kochbuch eine schöne Sammlung österreichischer Lieblingsgerichte und nützlicher Tipps. Es erinnert daran, wie viel Freude selbst gekochtes Essen machen kann. Wer traditionelle Rezepte mag und gerne Neues in der Küche ausprobiert, wird hier sicher fündig. Von mir gibt es dafür fünf Sterne.

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Wenn Sicherheit nicht mehr reicht

Den Geist aufgeben ist auch keine Lösung von Laura Roth

Marie Blum führt eigentlich ein Leben, um das man sie beneiden könnte. Sie hat einen guten Job, eine Tochter, einen scheinbar verlässlichen Ehemann und ein sicheres Zuhause. Trotzdem merkt man schnell, dass ihr etwas fehlt. Ihr Leben ist bequem geworden, aber glücklich macht es sie nicht.
Das tätowierte Herz an ihrem Handgelenk erinnert sie an eine vergangene Liebe und an eine Zeit, in der sie noch ganz anders gelebt hat.

Nach und nach wird deutlich, wie sehr sie diese Erinnerungen noch mit sich trägt. Als sie am Zentralfriedhof landet und ihr bisheriges Leben plötzlich mit anderen Augen sieht, beginnt für Marie eine Zeit, in der sie vieles hinterfragen muss.
Laura Roth verbindet Maries Geschichte mit Gefühl und schwarzem Humor. An einigen Stellen musste ich schmunzeln, während mich ihre Situation an anderen Stellen eher nachdenklich gemacht hat. Dieser Wechsel hat mir beim Lesen gut gefallen, weil die Geschichte dadurch trotz der ernsteren Themen leicht zu lesen bleibt.
Marie ist keine Frau, die einfach alles hinter sich lässt und plötzlich ein völlig anderer Mensch ist. Ihre Zweifel, ihre Erinnerungen und auch ihre Angst vor Veränderungen wirkten auf mich nachvollziehbar. Ich konnte gut verstehen, warum sie so lange an ihrem sicheren Leben festgehalten hat, obwohl sie dabei selbst immer unzufriedener wurde.
Interessant fand ich auch die Frage, wie lange man eigentlich nur funktioniert, bevor man merkt, dass man dabei das eigene Leben aus den Augen verloren hat. Die Autorin macht daraus keine schwere Lebensweisheit. Stattdessen steckt sie diese Gedanken in eine unterhaltsame und manchmal etwas schräge Handlung.
Der Schreibstil ist flüssig und lebendig. Viele Szenen konnte ich mir gut vorstellen und ich hatte schnell das Gefühl, Marie ein Stück auf ihrem Weg zu begleiten. Auch der Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart hat für mich gut funktioniert. Dadurch wird nach und nach verständlicher, warum Marie heute so lebt, wie sie lebt.
Für mich ist das Buch eine Geschichte über verpasste Chancen, alte Gefühle und den Mut, noch einmal neu anzufangen. Sie hat mich zum Schmunzeln gebracht, mich aber auch an einigen Stellen nachdenklich werden lassen. Vor allem hat sie mir gezeigt, dass ein Leben, das festgefahren wirkt, nicht für immer so bleiben muss.
Eine unterhaltsame Geschichte mit schwarzem Humor, echten Gefühlen und einer Liebe, bei der selbst der Tod nicht das letzte Wort haben muss. Dafür gibt es von mir sehr gern 5 Sterne.

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Zwei Frauen gegen eine Verschwörung

Die Spionin von London von Julius Arth

Schnell war ich mitten im London des Jahres 1683 und hatte dabei gleich ein gutes Bild von dieser kalten und schwierigen Zeit vor Augen. Emma und Ruth sind zwei Frauen, die ganz unterschiedlich mit ihrer Situation umgehen. Trotzdem führt ihr Weg zusammen, als sie merken, dass ihre Ehemänner in eine Verschwörung verwickelt sind.

Emma steckt in einer Ehe fest, die sie sich nicht ausgesucht hat. Ruth hat dagegen ihre ganz eigenen Gründe, warum sie ihrem Mann nicht mehr trauen kann. Dass ausgerechnet diese beiden Frauen zusammenarbeiten müssen, fand ich interessant. Am Anfang verbindet sie nicht viel, doch nach und nach entsteht Vertrauen zwischen ihnen. Beide haben ihre Ängste und müssen Entscheidungen treffen, bei denen es um viel geht.
Die Zeit und das damalige London werden mit vielen kleinen Einzelheiten beschrieben. Dadurch konnte ich mir die Umgebung beim Lesen gut vorstellen. Besonders der Frostmarkt auf der zugefrorenen Themse ist mir dabei im Gedächtnis geblieben. Auch Emmas Arbeit am Stand des Silberschmieds Guy Vallon bringt sie immer wieder in Situationen, die nicht ungefährlich sind.
Je weiter die Geschichte voranschreitet, desto größer wird die Gefahr für Emma und Ruth. Gerade gegen Ende habe ich öfter überlegt, ob ihr Vorhaben wirklich gelingen kann. Es gab einige Momente, in denen ich mit den beiden mitgefiebert habe. Gleichzeitig hatte ich nie das Gefühl, den Überblick zu verlieren.
Die Verbindung von Spionage, historischen Ereignissen und dem Schicksal der beiden Frauen hat für mich gut funktioniert. Emma und Ruth stehen dabei klar im Mittelpunkt und ihre Zusammenarbeit hat der Geschichte etwas Eigenes gegeben. Ich fand es auch interessant zu sehen, wie beide mit ihrer schwierigen Lage umgehen und dabei immer wieder über ihren eigenen Schatten springen müssen.
Ich habe das Buch gerne gelesen und konnte für einige Stunden in das London des 17. Jahrhunderts eintauchen. Die Mischung aus Spannung, historischen Hintergründen und den beiden Frauen hat mir gefallen. Vor allem der Wettlauf gegen die Zeit am Ende hat mich noch einmal richtig mitgenommen.
5 Sterne.

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