Kunden em pfehlungen
Rezensionen von ReiShimura:
Ich bin noch gar nicht müde
Ab ins Bett, Winnifrett! von Britta Sabbag
Der Tag neigt sich dem Ende zu und es wird Zeit für die Nachtruh‘. In der Theorie klingt es leicht, das Kind abends ins Bett zu bringen. Die Praxis schaut öfter mal anders aus. Denn das Kind will so absolut nicht schlafen gehen und ist natürlich noch überhaupt nicht müde. Genauso geht es uns häufiger und auch den Eltern von Frettchen Winnifrett.
Die Illustrationen im Buch sind, wie auch bereits am Cover ersichtlich, in eher dunklen, warmen Farben gestaltet. Dies passt meiner Meinung nach perfekt zu einem Gute Nacht Buch. Die Farbzusammenstellung hat für mich etwas sehr Heimeliges und Kuschliges und wirkt beruhigend. Es macht viel Spaß die Zeichnungen zu betrachten und ich mag auch die vielen kleinen, wohldurchdachten Details.
Die kurzen Texte sind in Reimform gehalten, was perfekt für die Zielgruppe des Buches ist. Diese ist nämlich mit ab zwei Jahren angegeben. Die Reime lassen sich gut vorlesen und klingen nicht erzwungen oder holprig. Alle Bettvermeidungstaktiken die Winnifrett anwendet sind auch für zwei Jährige gut nachvollziehbar und es gibt wenig Erklärungsbedarf.
Besonders schön finde ich auch, dass es auf vielen Seiten kleine Mitmachaufgaben oder -fragen gibt. Somit wird dem Kind nicht nur stur eine Geschichte vorgelesen, sondern es kann sich auch selbst mit dem Schlafen gehen beschäftigen.
Ob das ins Bett gehen oder Einschlafen dank des Buches wirklich leichter gehen wird, kann ich noch nicht beurteilen. Dies wäre natürlich ein wundervoller Nebeneffekt. Aber auch wenn dies nicht der Fall ist, das Vorlesen und Anschauen des Buches macht viel Spaß und das ist doch eigentlich die Hauptsache.
Sowohl uns Eltern als auch dem knapp zweijährigen gefällt das Buch wirklich sehr gut und wir werden es sicher öfter in unsere Abendroutine einbauen.
Ein wirklich liebevoll gestaltetes Bilderbuch für alle kleinen Wirbelwinde die so gar nicht müde sind.
Rezensionen von dorli:
Fesselnde Reise ins historische Krakau
Die Schwestern von Krakau von Bettina Storks
Bettina Storks beginnt ihren von wahren Begebenheiten inspirierten Roman „Die Schwestern von Krakau“ mit einem fesselnden Prolog, der im April 1943 im Montelupich-Gefängnis in Krakau spielt. Ich lerne die inhaftierte Widerstandskämpferin Gusta Dawidson Draenger kennen und erfahre, was gerade in ihr vorgeht.
Ihre Gedanken reißen mich mit - ich möchte mehr wissen über den jüdischen Widerstand in Krakau. Möchte erfahren, was die jüdische Gemeinschaft und die polnische Bevölkerung während der Besetzung Krakaus durch die Nationalsozialisten durchmachen mussten. Schon nach diesen ersten Seiten weiß ich, dass mich eine Geschichte erwartet, die unter die Haut geht.
Im Folgenden geht es nach Paris in das Jahr 2017. Hier begegne ich Édith Mercier. Die 52-jährige Architektin entdeckt im Nachlass ihres Vaters Simon Dokumente und Fotos, die ihre bisherige Welt ins Wanken bringen. Simon war adoptiert!? Édith will sich über ihre Wurzeln Klarheit verschaffen. Sie macht anhand der Notizen ihres Vaters Familienangehörige in Fellbach bei Stuttgart ausfindig und trifft sich daraufhin mit ihrer Großcousine Tatjana. Die beiden Frauen stellen schnell fest, dass es viele Ungereimtheiten in ihren Familienangelegenheiten gibt und beschließen, auf Spurensuche zu gehen…
Die Handlung des historischen Parts beginnt im Frühjahr 1941. Lilo Wagner und ihre Schwester Helene wachsen als sogenannte Volksdeutsche in Krakau auf. Während die rebellische Helene bereits 1936 ihrem konservativen Elternhaus den Rücken gekehrt und in Paris ihr Glück gesucht hat, ist die pflichtbewusste Lilo in der Stadt an der Weichsel geblieben und macht eine Ausbildung zur Apothekerin. Die Adlerapotheke, in der Lilo beschäftigt ist, liegt in dem vor kurzem errichteten Krakauer Ghetto im Stadtteil Podgórze. Obwohl der Alltag in der Stadt durch die Machenschaften der Nationalsozialisten mehr und mehr in Schieflage gerät und es Lilos Eltern ein Dorn im Auge ist, dass ihre Tochter im Ghetto arbeitet, hat die 27-Jährige sich bewusst entschieden, dort ihre Ausbildung zu beenden. Weil sie ihre Arbeit liebt. Und ein bisschen auch, weil sie für ihren Vorgesetzten Tadeusz Pankiewicz schwärmt. Zu diesem Zeitpunkt ahnt Lilo noch nicht, wie sehr ihre Entscheidung ihren gesamten Lebensweg prägen wird…
Bettina Storks erzählt die Geschichte rund um die fiktive Krakauer Arztfamilie Wagner und ihre Nachkommen sehr anschaulich - die Charakterisierung der Figuren, die bildhaften Beschreibungen der Schauplätze (besonders Krakau hat mich fasziniert) und die intensiven Schilderungen des abwechslungsreichen Geschehens sowohl in dem historischen wie in dem zeitgenössischen Part machen diesen Roman zu einem genauso ergreifenden wie spannenden Leseerlebnis.
In dieser mehrere Generationen umspannenden Familiengeschichte geht es um das Schweigen der Kriegsgeneration über die erlebten Schrecken. Es geht darum, wie sich Ereignisse und Entscheidungen aus früheren Zeiten auf das aktuelle Geschehen auswirken können und welchen Einfluss das Verdrängen von Wahrheiten auf die Lebenswege von Angehörigen und Nachkommen haben kann. Es war äußerst spannend zu beobachten, was Tatjana und Édith alles aufdecken. Gewichtige Tatsachen, sorgsam in den hintersten Winkeln der Gedächtnisse vergraben, kommen ans Licht und bewirken auch über ein dreiviertel Jahrhundert nach den eigentlichen Ereignissen bei den Protagonisten emotionale Achterbahnfahrten.
Neben der Geschichte der Familie Wagner geht es in diesem Roman auch um den jüdischen Widerstand in Krakau. Hier hat Bettina Storks sich eng an das tatsächliche Geschehen in den 1940er Jahren gehalten und mit Gusta Dawidson Draenger und dem Apotheker Tadeusz Pankiewicz zwei überaus wichtige Mitglieder des Widerstands in den Mittelpunkt gestellt. Die Autorin schildert die Lebensumstände im Ghetto und die zutiefst bewegenden und manchmal erschütternden Ereignisse sehr mitreißend. Sie lässt die Widerstandsbewegung vor meinen Augen lebendig werden, so dass ich am Schicksal der Menschen teilhaben kann. Ich kann die ständige Bedrohung deutlich spüren und erlebe dabei mit, wie trotz aller Widrigkeiten absolute Einigkeit in der Gruppe um Gusta und Tadeusz herrschte und wie groß ihre Entschlossenheit war, für die Nachwelt etwas zu bewegen.
Besonders begeistert hat mich dabei immer wieder das stimmige Bild, das Bettina Storks zeichnet. Romanhandlung und reale Ereignisse werden zu einer Einheit. Alles passt zusammen und wirkt durchweg authentisch und lebensnah. Auch das Zusammenspiel zwischen fiktiven Figuren und historischen Persönlichkeiten ist ausgeklügelt und funktioniert reibungslos.
„Die Schwestern von Krakau“ hat mir sehr gut gefallen - eine tiefgründige Familiengeschichte, die voller tragischer Momente ist und mich auch nach dem Lesen noch lange beschäftigt hat.
Rezensionen von Manfred Fischer, Journalist u. Historiker:
Empfehlenswert - Geschichte der Astronomie
Die Geschichte der Astronomie von Karen Masters
Das Buch die «Geschichte der Astronomie» von Karen Masters kann ich sehr empfehlen. Es präsentiert die historisch bedeutendsten 115 Werke zur Astronomie und deren Wirkungsgeschichte. Man bekommt schnell einen Überblick über die wichtigste, historische Literatur, ohne jedes Buch selbst lesen zu müssen.
Werke die einem besonders Interessant erscheinen, kann man sich herauspicken und dann im Ganzen lesen.
Rezensionen von Katyleh:
Eintauchen in die Welt von Simon Jarr
Jasper Field von Simon Jarr
Ich bin beeindruckt von Simon Jarr von Jasper Field, einem fesselnden Roman, der die Leser in seine faszinierende Welt zieht. Die Charaktere und die Handlung sind spannend und einnehmend. Die Details vertiefen das Erleben. Eine gelungene, außergewöhnliche Literatur!
Der Roman hat mich von der ersten Seite an in seinen Bann gezogen.
Schon beim Eintauchen in die Welt der Figuren fühlte ich mich emotional berührt und konnte kaum glauben, wie lebendig und authentisch alles geschildert wurde. Der Roman entfaltet sich in einer mitreißenden Balance aus Spannung und Tiefgang, die mich fast atemlos weiterlesen ließ. Jeder Moment schien eine neue Facette der Geschichte zu enthüllen, die mir noch lange im Gedächtnis bleiben wird. Für mich ist „Simon Jarr“ ein außergewöhnliches Leseerlebnis, das ich nur wärmstens weiterempfehlen kann.
Rezensionen von Eternal-Hope:
Unsichtbare Ausbeutung in der 24-Stunden-Pflege
Halbe Leben von Susanne Gregor
In "Halbe Leben" von Susanne Gregor lernen wir zwei gleichaltrige Frauen und ihre Lebenssituationen, die miteinander verflochten sind.
Klara liebt ihre Karriere in ihrem Architekturbüro, am wichtigsten ist ihr ihre berufliche Verwirklichung. In der Mutterrolle ist sie nie so wirklich angekommen, Haushalt und Kinderbetreuung erfüllt sie nicht und sie arbeitet auch in einem Bereich, in dem von ihr Überstunden erwartet werden, wenn sie beruflich weiterkommen möchte.
Sie ist verheiratet mit einem beruflich mäßig erfolgreichen Mann - dadurch bringt hauptsächlich sie das Familieneinkommen nach Hause - und die beiden haben eine etwa 11-jährige Tochter, Ada. Diese wurde hauptsächlich von Klaras Mutter Irene großgezogen, doch jetzt kann Irene nicht mehr so wie früher, sie hat einen Schlaganfall hinter sich, erlebt immer wieder kurze Perioden der Verwirrtheit und Desorientierung und wird selbst pflegebedürftig. Die Lösung dafür, wie in so vielen österreichischen Familien heutzutage: 24-Stunden-Pflege. Über eine Agentur werden Pflegekräfte beauftragt, verschiedene ausprobiert und gewechselt, bis die Familie schließlich jeweils im zweiwöchentlichen Turnus von Paulína und Radek unterstützt wird.
Paulína ist wie Klara 38 Jahre alt, sie wohnt in der Slowakei und zieht dort ihre beiden Söhne, 16 und 11 Jahre alt, alleine groß, nachdem sie von ihrem Mann für eine andere verlassen wurde. Das Leben ist schwer, Paulína rackert sich im Krankenhaus ab und kommt doch kaum über die Runden. Eine Vermittlung nach Österreich als Pflegekraft in einem Privathaushalt verspricht deutlich besseres Einkommen, und so lässt sich Paulína darauf ein, und die beiden Kinder in dieser Zeit schweren Herzens bei ihrer Schwiegermutter.
Und so nimmt das Schicksal seinen Lauf, das schließlich mit Klaras tödlichem Absturz bei der gemeinsamen Wanderung enden wird. Paulína ist eine extrem engagierte Pflegekraft und macht anfangs weit mehr, als von ihr gefordert wird, sie kocht für die ganze Familie, putzt, erledigt Fahrdienste mit dem Auto, hilft bei Abendevents aus und vieles mehr. Während Paulína diese Dienste anfangs von selbst anbietet, wird durch die Familie immer mehr von ihr gefordert, sogar neu ein Hund angeschafft, um den ebenfalls Paulína sich kümmern muss - und Paulína kann nicht gut "nein" sagen, einerseits aufgrund ihrer abhängigen Position, die sie nicht verlieren, will, andererseits sicher auch aufgrund ihrer Persönlichkeit. So wird Paulína immer mehr dazu gebracht, über ihre eigenen Grenzen zu gehen, länger zu bleiben und ihre eigenen Kinder zu vernachlässigen, sogar in Krisensituationen, und wird immer unzufriedener damit, was aber in der Dienstgeberfamilie lange niemand sehen will.
Das Buch ist spannend und dicht geschrieben, wir haben kommen Paulína und den verschiedenen Personen aus der Familie, bei der sie arbeitet, psychologisch sehr nahe. Dabei ist die Problematik der 24-Stunden-Pflege und der Ausbeutung, die oft damit einhergeht und von den ausbeutenden Personen gar nicht als solche gesehen werden will ("immerhin wird sie ja für die Extradienste großzügig entlohnt", so sieht das die Familie) authentisch und lebensnah geschildert - solche und ähnliche Situationen in der 24-Stunden-Pflege kenne ich auch aus meinem Bekanntenkreis hier in Österreich.
Es macht nachdenklich über ungleiche Machtverhältnisse zwischen Ländern und in Privathaushalten, über Ausbeutung und über den Preis, den man selbst und andere zahlen muss, der oft mit der so gerne gepriesenen Vereinbarkeit von Beruf und Familie einhergeht, noch einmal mehr, wenn dann noch eine Pflegesituation dazukommt. Ein kluges und wichtiges Buch, das ich sehr empfehlen kann!
Rezensionen von Ruth:
Psychologisch stimmige Frauenporträts
Halbe Leben von Susanne Gregor
Die Geschichte beginnt äußerst dramatisch. Gleich auf der ersten Seite stürzt bei einer Wanderung eine der Hauptfiguren in die Tiefe. Und der Leser fragt sich, wie es dazu kommen konnte.
Danach Rückblende: ein Jahr zuvor.
Klara, eine Frau Ende Dreißig, arbeitet als Architektin in einem renommierten Architekturbüro.
Die Arbeit macht ihr Spaß und wird sehr gut bezahlt. Das ist auch notwendig, denn ihr Mann Jakob verdient als Photograph kaum etwas. Um die zehnjährige Ada kümmert sich Irene, Klaras Mutter. Das bisher funktionierende Gefüge der Familie bricht zusammen, als Irene einen Schlaganfall erleidet. Sie kann nicht mehr für sich selbst sorgen und braucht rund um die Uhr Betreuung. Klara kann das unmöglich neben ihrem arbeitsintensiven Job leisten. In ihrer Not wendet sie sich an eine Agentur für Pflegekräfte. Und nun kommt Paulina ins Haus, die sich die Arbeit im zweiwöchigen Rhythmus mit Radek teilt. Alle sind glücklich. Irene versteht sich gut mit ihrer Betreuerin; Klara kann sich wieder mit voller Kraft ihrer Arbeit widmen. Denn Paulina macht mehr als nötig, kocht für die ganze Familie, führt den Hund aus und hilft bei Festen. Dafür gibt es dann schon mal ein paar Scheine mehr.
Und die kann Paulina gut gebrauchen. Denn seit der Scheidung von ihrem Mann ist sie allein verantwortlich für die beiden halbwüchsigen Söhne. Ihr Gehalt als Krankenschwester hat hinten und vorne nicht gereicht. Einzig um ihren Kindern ein besseres Leben zu ermöglichen, hat Paulina diese Arbeit angenommen. Nur deshalb pendelt sie alle zwei Wochen zwischen der Kleinstadt in Slowenien und dem oberösterreichischen Kremstal hin und her. Die Söhne werden während ihrer Abwesenheit von der Schwiegermutter betreut.
Aber die Situation ist für Paulina natürlich alles andere als leicht. Ständig plagt sie das schlechte Gewissen, nicht für ihre Söhne da zu sein. Auch die leiden naturgemäß unter der Trennung. Und Paulina fragt sich, ob es die richtige Entscheidung war, sich für eine fremde Familie aufzuopfern, während ihre eigene auf der Strecke bleibt.
Susanne Gregor greift hier ein Thema auf, das in unserer alternden Gesellschaft immer mehr Menschen betrifft. Wir holen uns Arbeitskräfte aus ärmeren Ländern, die uns bei der Pflege und Betreuung unterstützen. Doch was bedeutet das für diejenigen, in der Regel sind es Frauen, die dafür ihre eigene Familie vernachlässigen müssen? Und welche Folgen hat das für die zurückgelassenen Kinder? Und was heißt das für die Infrastruktur eines Landes, wenn so viele Arbeitskräfte abwandern?
Die Autorin beleuchtet aber nicht nur diesen Aspekt, sondern geht auch auf das komplizierte Verhältnis zwischen Klara und Paulina ein. Klara ist freundlich und verständnisvoll, aber nur bis zu einem gewissen Grad. Die Extradienste, die Paulina anfangs freiwillig übernommen hat, werden zwar honoriert, aber auch immer mehr eingefordert. Dabei übersieht Klara völlig, dass auch Paulina ein eigenes Leben hat und unter ganz anderen Zwängen steht als sie selbst.
Aber Klara führt ebenso ein „ halbes Leben“, wenn auch ein privilegierteres. Ihren Erfolg im Beruf bezahlt sie mit einem enormen Arbeitspensum und dem Gefühl, eine schlechte Mutter zu sein. Denn ihr ist nicht entgangen, dass ihre Tochter Ada ein weitaus besseres Verhältnis zur Oma hat als zu ihr.
Die dritte spannende Frauenfigur ist Irene. Sie hat ihre Tochter allein großgezogen, sich als Gymnasiallehrerin ihren Unterhalt verdient und legt auch als pflegebedürftige Frau Wert auf Selbstbestimmung und Würde.
Die Männer im Roman spielen eine eher unrühmliche Nebenrolle. Jakob ist zwar lieb und nett, aber keine wirkliche Stütze. Und Paulinas Mann entzieht sich gleich der Verantwortung und gefällt sich darin, seiner Ex- Frau Vorwürfe zu machen.
Die Situation im Roman spitzt sich immer mehr zu und eskaliert auf der eingangs beschriebenen Wanderung. Aber Susanne Gregor hat keinen Krimi geschrieben.
Stattdessen ist ihr ein äußerst feinfühliger, psychologisch stimmiger Roman gelungen. Sie erzählt wechselweise aus Klaras und Paulinas Perspektive. In vielen kleinen Alltagsszenen werden die Verschiebungen im Beziehungsgefüge deutlich. Es sind unterschiedliche Lebenswelten, die hier aufeinanderstoßen, wobei von vornherein ein Ungleichgewicht besteht. Verständnis kann man für beide Frauen aufbringen, wobei das größere Mitgefühl Paulina gilt.
Susanne Gregor, in Slowenien geboren, seit ihrem neunten Lebensjahr in Österreich heimisch, hat mit diesem Roman endgültig bewiesen, dass sie zu den interessantesten Autorinnen der österreichischen Gegenwartsliteratur gehört.
Rezensionen von Petra Sch.:
Wir bauen einen Spielplatz! Klappenbuch
Der kleine Hase Upsala - Komm, wir bauen was! - Ein Baustellen-Klappenbuch von Nico Sternbaum
In "Komm, wir bauen was!" möchten der kleine Hase Upsala und seine Freunde einen Spielplatz für alle bauen.
Zuerst lernt man den Hasenjungen kennen und wie er zu seinem Namen gekommen ist.
Danach geht's auch schon los, und Upsala holt alle seine Freunde zusammen (Igel, Eule, Fuchs und Eichhörnchen), um einen Spielplatz zu bauen: mit Bagger, Kipplaster und Holz geht's ans Werk.
Ich hätte mir mehr Baufahrzeuge gewünscht und keinen Upsala, der alles kaputt macht - aber sein Name kommt ja nicht von ungefähr ;)
Die Geschichte zeigt, dass man gemeinsam mit Freunden, wenn man zusammenhält, etwas errichten kann - und auch, wenn das Ergebnis anders ist, als man sich gewünscht hätte, das dann tatsächlich Erreichte ebenso Freude machen kann.
Nicht so gut gefällt mir, dass Upsala und seine Freunde dann auf den Baufahrzeugen spielen - das ist leider kein gutes Vorbild, weil gefährlich!
Die dicken Papp-Seiten und großen Klappen sind gut geeignet und robust für kleine, motorisch noch nicht so geschulte Kinderhände. Dabei wird gleich die Motorik trainiert.
Der kurze und leicht verständliche Text schult den Spracherwerb und man lernt auch etwas über Baufahrzeuge und den Spielplatzbau. (Das könnte aber ausführlicher sein.)
Auf den fünf Doppelseiten mit den bunten Illustrationen gibt es viel zu entdecken - natürlich auch hinter den Klappen, wo die Geschichte immer mit (sehr) kurzem Text weitergeht.
Fazit:
Eine kindgerechte Geschichte mit schönen, illustrierten Bildern und großen Klappen, perfekt für kleine Kinderhände geeignet. Wichtige Themen sind Freundschaft, Zusammenhalt, Hilfsbereitschaft; und dass man mit Ideenreichtum schöne alternative Lösungen finden kann.
Rezensionen von Miro:
Was damals geschah
Das Dinner - Alle am Tisch sind gute Freunde. Oder? von Emily Rudolf
Fünf Jahre ist es her, dass Maria auf einem Festival spurlos verschwand. Die verbliebenen fünf Freund*innen sind längst keine Freunde mehr. Das Leben hat sie in die verschiedensten Ecken verschlagen und wie es scheint, hatten sie auch nicht wirklich Lust darauf, den Kontakt zu halten. Nun wollen sie sich alle wieder treffen und in Gedenken an Maria wird ein Krimidinner veranstaltet.
Wie schon im ersten Buch findet das ganze auch hier an einem aufregenden Standort statt. Diesmal treffen sich alle in einem Fine-dining-Restaurant mitten im Eiffel-Nationalpark. Die Kulisse ist spektakulär und wieder wütet ein Unwetter, dass dem Ganzen noch ein bisschen mehr Grusel verabreicht.
Die Geschichte entspinnt sich entlang des Menüs und das Spiel sollte beim Dessert gelöst sein. Doch schon recht früh ist klar, dass hier zu viele Parallelen zur Vergangenheit mit Maria zu finden sind, als dass das dem Zufall geschuldet sein kann. Irgendjemand spielt hier mit der Gruppe und versucht so, die Wahrheit aufzudecken.
Erzählt wird aus wechselnden Perspektiven und in den zwei Zeitebenen. Das kreiert ein hohes Erzähltempo und baut Spannung auf. Wie Puzzleteile rutschen die Vorkommnisse auf ihren Platz und wir lernen die Protagonist*innen nicht gerade von ihrer besten Seite kennen. Im Alkohol- und Drogenrausch des Festivals haben sie sich alle was zu schulden kommen lassen und plötzlich haben alle ein Motiv.
So habe ich mich fast atemlos durch die Seiten gelesen, denn einmal gefangen in dem Spiel ist es schwierig, das Buch wieder aus der Hand zu legen. Manche Szenen sind vielleicht etwas überspitzt und vielleicht findet sich hier eine Wendung zu viel, aber das sind auch schon meine einzigen Kritikpunkte. Mich hat das Buch ausgezeichnet unterhalten und ich freue mich jetzt schon auf den nächsten Thriller von Emily Rudolf.
Rezensionen von PMelittaM:
Sehr spannend, aber auch sehr blutig und nicht immer realistisch
Die Blutliste von Rainer Löffler
Auf dem Friedhof in Köln Worringen wird ein bestialisch ermordeter Toter im Grab einer vor Jahren ermordeten jungen Frau gefunden, ihre Leiche dagegen fehlt. Die Kölner Kriminalpolizei ruft wieder einmal den Fallanalytiker Martin Abel zu Hilfe. Eigentlich reist er nicht gerne nach Köln, doch schließlich wird der Fall ihn unerwartet persönlich treffen.
Vor ein paar Jahren las ich den ersten Band der Reihe, der mir gut gefallen hat. „Die Blutliste“ ist bereits der vierte Band, was aber nicht weiter stört. Der Roman hat mich schnell gepackt und entwickelte sich zum Pageturner, der mich abends länger lesen ließ als geplant. Bereits relativ früh, bei etwa Zweidrittel des Romans, erfährt man als Leser:in, wer der Täter ist und damit auch seine Vorgeschichte und Motivation. Tatsächlich ist er jemand, für den man auch Mitleid empfinden kann, trotz der furchtbaren Dinge, die er tut. Diese Dinge erfährt man im Roman recht ausführlich, wodurch er sich nicht für zartbesaitete Naturen eignet, zumal hier auf sehr extreme Weise gemordet wird.
Die Charaktere sind okay, Martin Abel ist mir recht sympathisch und die aus Gummersbach hinzugezogene Kollegin Doris Stange ein guter Sidekick. Da ich selbst schon sehr lange in Köln lebe, mag ich es immer wieder gerne, Romane zu lesen, die hier spielen, vor allem, wenn ich Örtlichkeiten kenne und Wege nachvollziehen kann, wie das hier der Fall ist.
Leider, muss ich sagen, dass der Roman öfter unrealistisch wirkt, auch nicht immer logisch, und es recht viel Zufälle gibt. Das hat der Spannung zwar nicht sehr geschadet, unterm Strich hat es mich aber doch gestört. Manche Frage ist in meinen Augen zudem nicht oder nicht ausreichend beantwortet worden, dafür hatte ich manches schon vorher geahnt, wenn auch lange nicht alles. Was mich auch gestört hat, ist die Sache mit dem Wolf, die ich aus Spoilergründen hier aber nicht näher erklären kann,. Für mich war das eine nicht nur sehr unrealistische sondern vor allem auch nicht notwendige Storyline.
Der Roman ist zwar so spannend, dass er mich vom Schlafen abgehalten hat, aber auch sehr unrealistisch und zufällig, so dass ich keine volle Punktzahl geben möchte. Allzu zartbesaitet sollte man als Leser:in nicht sein, denn es wird sehr blutig und grausam.
Rezensionen von tonton:
Lustiges Comicbuch
Idefix und die Unbeugsamen 07 von René Goscinny; Albert Uderzo; Lison d'Andréa; Philippe Clerc; Olivier Serrano
Dieses Comicbuch ist bereits der siebte Band der "Idefix und die Unbeugsamen"-Reihe. In diesem Buch gibt es drei kurze Geschichten.
In "Achtung - zerbrechlich!" will Schachlix eine edle Vase für Apfelsine kaufen. Die Vase ist zerbrechlich und das Abholen wird abenteuerlich, nachdem ein Dieb sie stehlt.
In "Dreimal Stupidix" verschwindet Amnesix und die Unbeugsamen müssen ihn finden und das Rätsel der mehreren Stupidid lösen.
In "Labenius als Legionär" wird Labenius als Legionär degradiert und er schikaniert die Einwohner. Idefix und seine Bande helfen ihm wieder ins Amt.
Die Geschichten sind kurz und lassen sich schnell lesen. Der Schreibstil ist kindgerecht, aber mit vielen Anspielungen und Wortwitzen, die das Lesen auch für Erwachsene interessant machen. Der Zeichenstil ist den originalen Asterix-Büchern ähnlich und viele Figuren aus Asterix tauchen hier auch immer wieder auf.
Ein tolles Buch für junge Leser!










