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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Ulla:

typisches Dorfleben

Vielleicht hat das Leben Besseres vor von Anne Gesthuysen

Den Vorgängerband habe ich nicht gelesen, kam aber sofort in die Handlung hinein und die Personen des Dorfes Alpen am Niederrhein wirken gleich vertraut. Aus der Sicht der Pastorin Anna von Betteray wird das Alltagsleben geschildert, die Probleme und Problemchen, der Tratsch und die Lästereien und auch die Konflikte in der eigenen Familie.

Ihre Schwester Maria kann sich nicht um ihren Teenagersohn Sascha kümmern und so lebt dieser bei ihr. Ihre Mutter wartet auf einen angemessenen Schwiegersohn. Der Kommissar Volker käme schon in Frage, gerade jetzt, wo sie auch dienstlich miteinander zu tun haben. Raffaela, seit einem Unfall geistig behindert, wurde bewusstlos in einem Wassergraben gefunden. War es ein Unfall oder hat jemand nachgeholfen? Gerüchte und Unterstellungen machen die Runde. Die Mutter, Heike Müller, eine Schulfreundin Annas, ist mit der Fürsorge für Raffaela überlastet, lehnt Hilfe jedoch ab.
Das Dorfleben, wo jeder jeden kennt, wird sehr realitätsnah geschildert, die Protagonisten sind mit starken Charakteren und festen Meinungen ausgestattet, aber auch mit Hilfsbereitschaft und Zusammengehörigkeitsgefühl versehen. Mit viel feinsinnigem Humor geschrieben.

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Rezensionen von Daggy:

Sachbuch mit viel Text

Das Altersheim kann warten von Bettina Horster; Gesa A. Linnemann; Linda-Elisabeth Reimann

Der Untertitel und das Cover zeigen an, dass in diesem Buch Tipps und Vorschläge zu erwarten sind, die uns, die wir langsam älter werden, den Heimaufenthalt noch etwas aufschieben lassen.

Im Buch lernen wir drei Personen kennen, die auf unterschiedliche Weise auf Hilfmittel angewiesen sind. Die erst 63 jährige Frau Stapel hatte einen Schlaganfall und Probleme mit der Hüfte, obwohl sie einen Partner hat, benötigt sie oft Unterstützung.

Michsel Meyer hat Probleme mit den Augen und kann zum Beispiel Auftrucke nicht mir sehen oder lesen, da hilft ihm eine App, die ihm Auskunft gibt. Frau Schaaf ist schon über 90 Jahre alt und dement. Hier gibt es viele Tipps, wie sie trotzdem alleine ihren Haushalt bewältigen kann. Ein Ki-unterstützer "Gesprächspartner" beantwortet ihr immer wieder ihre Fragen.

Aber es werden auch Themen, wie Altersdiskriminierung oder der demografische Wandel angesprochen, was ich weniger interssant fand. Erst nachdem ich schon fast das hlabe Buch gelesen habe, kam man zu den für mich interssanten Themen. So fällt man als alter Mensch nicht unbedingt schnell, sondern gleitet oft nur langsam zu Boden, deshalb ist die Smatwatch, die ich trage nicht unbedingt hilfreich. Sonsoren in der Wohnung können helfen das Fallen zu erkennen und dann vielfälige Lösungen anbieten.

Das Für und Wider der neuen Technik, einschlisslich digitaler Patientenakte wird erläutert und die Vorbehalte gegen die moderne Technik nicht außer acht gelassen.

Ich hätte mir nur mehr Stuktur ( evtl. Tabellen) statt der vielen Fußnoten gewünscht. Ich bekam den Tipp Erklärungen zu den Zahlen zufotografieren und dann am Handy aufzurufen, ich denke, das ist eine gite Methode. Ich werde wohl noch einige Zeit benötigen um alles Wichtige nachgeschlagen zu haben um etwas zu finden, dass mir nutzen bringen wird.

Fazit: ein spannendes Thema, viele Infos, aber nicht ganz übersichtlich.

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Rezensionen von Lesendundspielenddurchsleben :

Deep End - Die unausweichliche Unanständigkeit von Liebe von Ali Hazelwood

Deep End wollte ich lesen, weil ich die Autorin Ali Hazelwood gern lese, zumindest bin ich bis auf die letzten beiden Romane noch wenig enttäuscht worden von ihr. Da der Titel ein wenig an die Bände, die mir gut gefallen haben, erinnert hat, war ich hoffnungsvoll, dass mir auch dieses Buch gut gefallen würde.

Im Vergleich zu Love Hypothesis geht es dieses Mal zwar nicht um ein MINT Setting, doch auch die Sportsromance Charaktere haben im Labor so ihre Berührungspunkte. Das hat mir auch gut gefallen und ich hätte da auch gerne ein paar mehr Szenen dorthin verlagert.
Die Geschichte dreht sich um zwei Spitzensportler im Wasser. Sie wird aus der Sicht der weiblichem Protagonistin erzählt .Lucas ist Schwede, trainiert in den USA und ist mehrfacher Medaillengewinner. Mit seiner Freundin passt es nicht (mehr).. Sie trennt sich von ihm, weil sie sexuell andere Vorstellungen haben und die Angst hat, etwas zu verpassen. Die Ex. Pen, ihrerseits Synchronspringerin und Turmspringerin , fand ich einen herausfordernden Charakter. Ich kann nicht viel sagen, ohne zu Spoilern. Nur so viel, wie werden keine beste Freundinnen mehr.
Die Ich Erzählerin Scarlett ist eine sehr begabte Turmspringerin, kämpft aber seit einer schlimmen Verletzung mit den Folgen der Verletzung und ihrer Psyche. Jedenfalls entwickelt sich aufgrund von Pen Alkoholpegel und ihrer damit zusammenhängenden gelösten Zunge auf einer Party ein Arrangement aufgrund ähnlicher sexuellen Interessen.....

Was mir gut gefallen hat, war wieder der Schreibstil der Autorin. Sie hat mich in den Bann gezogen mit der Geschichte. Und so sehr ich Pen noch immer nicht mag, sie hat für ganz schön Spannung gesorgt, weil ich mir nie sicher war, wie was einzuordnen ist. Jedenfalls hat sie für mich einige rote Linien überschritten und ich hätte Scarlett manchmal gerne geschüttelt, damit sie das auch sieht oder sich auch das eine oder andere nicht gefallen lässt. Lucas war für mich bis etwa zur Hälfte des Buches eher unnahbar, war aber nie unsympathisch und ich empfand ihn als sehr sympathisch. Scarlett entwickelt sich im Buch ziemlich, was ich gut fand - denn anfangs empfand ich ihr Arbeiten an ihren Problemen eher als halbherzig..mir gefielen auch die anderen Nebencharaktere sehr gut. Oh einen die spicy Szenen gefallen, liegt sicher auch daran, wie man sich mit bdsm Szenen tut - ich empfand die Szenen jetzt nicht ganz überzeugend immer - es war definitive nicht ala DARK Romance und dementsprechend light, und die Äußerungen von Scarlet über ihre eigenen Vorlieben fand ich ihr selbst gegenüber als sehr abwertend..
Insgesamt war es dennoch witzig und auch schön zu lesen!

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Rezensionen von begine:

spannend

Ámbar von Nicolás Ferraro



Der argentinische Schriftsteller Nicolás Ferraro schreibt spannende Thriller.
Ambra, ist sein neuestes Werk. Er lässt die f+fünfzehnjährige Ambra erzählen. Ihr Vater ist ein brutaler Gangster und er scheut sich nicht seine Tochter ein zu beziehen.
Er lässt sie viel allein und wenn er dann mit Wunden zurückkommt näht Ambra sogar seine Wunden.

Sie müssen oft umziehen, so das Ambra immer wieder andere Pässe besitzt und keine Freundschaften schlie0en lässt.
Als ihr Vater sie einmal als Hilfe mitnimmt und sie die grausamen Taten des Vaters richtig mit bekommt, fängt sie an nach zu denken.
Der Autor hat einen guten Stil und lässt den Thriller spannend werden.
Für Thrillerleser ein fesselndes Erlebnis.

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Rezensionen von Lesendundspielenddurchsleben :

Streit! Und nun? Das artgerecht-Bilderbuch von Nicola Schmidt von Nicola Schmidt

Streitende Kinder kennt ja vermutlich jeder und gehört auch ganz wichtig dazu. Dieses Bilderbuch richtet sich schon an die ganz Kleinen und nimmt das Thema auf. Also an Kinder, wo wir im Kindergarten immer noch meinten in der Ausbildung, da spielen Kinder noch nebeneinander (so mit ca. 3 Jahren). Dass das Buch wirklich für Kinder im Kindergartenalter ist, zeigt sich auch an den angesprochenen Themen.

Ein Streit am Spielplatz entspricht etwa gut der Lebensrealität der Kinder mit 3/4. Solche Situationen aus dem Alltag werden aufgegriffen und scheinbar kleine Konflikte ausführlich aufgenommen. Dabei kommt der artgerecht Ansatz stark zum Tragen. Ich mochte das Bilderbuch sehr. Ich würde das Bilderbuch dennoch gut vorher lesen und schauen, ob der Ansatz auch zum eigenen Erziehungsstil passt- ich glaube, wenn Eltern nämlich so ganz anders reagieren, könnte das Buch nicht so gut passen und das Kind vielleicht sogar verwirren, denn alleine können die Kinder das nicht übertragen denke ich auf ihren Alltag. Mir gefiel der Ansatz sehr und es lohnt sich sicher auch, in der Praxis die im Bilderbuch vorgelebten Methoden anzuwenden und vieles zu besprechen. Auch die Bilder mochte ich sehr. Ich empfand sie als sehr klar und ansprechend. Jedenfalls eine lohnenswerte Annäherung an das Thema, auch für Erwachsene!

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Rezensionen von Liddy:

Spannender Kindergartentag

Play+ Mein allererstes Soundbuch Im Kindergarten - ab 12 Monate von Maria Höck

Auch im Kindergarten ist natürlich viel los, und es gibt einiges zu entdecken. Die farbenfrohen Seiten laden zum Suchen und Entdecken ein und die Zeichnungen sind sehr niedlich und detailreich.

Die Seiten sind robust, sodass sie dem kindlichen Umgang problemlos standhalten. Dank der glatten Oberflächen lassen sich diese ganz einfach wieder reinigen.

Auch sind die Seiten schön gestaltet - nicht zu überladen, es gibt aber dennoch viel zu entdecken.

Auf der linken Seite gibt ein kurzer Text das Geschehene wieder. Dort befinden sich auch jeweils die Motive, die man gemeinsam auf den Seiten entdecken kann. Das Highlight davon ist, dass eines der Motive sogar einen Soundeffekt hat. Die Lautstärke ist angenehm und die Druckpunkte lassen sich leicht betätigen. Insgesamt ein sehr gelungenes und unterhaltsames Buch mit hohem Spaßfaktor.

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Rezensionen von Jule:

Dunkle Familiengeheimnisse

Verlassen von Eva Björg Ægisdóttir

4,5 von 5

"Verlassen" von Eva Björg Ægisdóttir ist das Prequel zu ihren anderen drei Büchern, in denen man die Kommissarin Elma begleitet. Deshalb spielt dieses Buch in der Zeit, kurz bevor Elma zurück nach Akranes kehrt. Dieser Band fokussiert sich dafür auf die Familie Snæberg, die in einem Hotel zusammenfindet, um ein Familienfest zu feiern.

Nach und nach kommen allerding immer mehr dunkle Geheimnisse ans Licht und fast jeder scheint etwas zu verbergen.

Wieder mal ist zu sagen, dass die Autorin eine Meisterin der psychologischen Spannung ist. Sie lässt Hinweise in die Geschichte einfließen, die man nicht direkt wahrnimmt und doch ergibt sich am Ende ein logisches, unvorhersehbares Bild. Man wird auf falsche Fährten gelockt. Man denkt, man kennt den Täter oder die Täterin. Aber schlussendlich weiß man nichts und doch vieles.
Durch den Schreibstil, der so intensiv und phasenweise eindringlich ist, wird man als Leser*in noch tiefer in die Geschichte hineingezogen. Dazu kommt, dass die Geschichte aus vielen verschiedenen Perspektiven geschrieben ist, sodass es zu Beginn etwas unübersichtlich werden kann – gerade, was die ganzen Familienverhältnisse angeht – man dennoch das Gefühl bekommt, ein Teil dieser Feier zu sein. Man lernt die Protagonisten auf einer ganz anderen Ebene kennen und bekommt Einblicke in ihre dunklen Seiten.
Dieses Buch zeigt einfach, dass es keine Brutalität oder viel Blut braucht, um spannend zu sein. Manchmal reicht schon eine Familie und die richtigen Verbindungen aus.

Allerdings gab es besonders am Anfang immer wieder Phasen, in denen es etwas überfordernd war mit den ganzen Protagonisten und ihren Verhältnissen. Da musste ich das ein oder andere Mal wieder zum Stammbaum, ganz vorne im Buch, blättern. Zudem beschlich mich das Gefühl, dass manche Dinge etwas repetitiv waren. Dieses Gefühl hielt allerdings nie wirklich lange an, denn irgendwann ist man so im Geschehen drin, dass sich alle Fäden langsam zusammenfinden und man an nichts anderes mehr denken kann.

Alles in allem konnte mich auch dieses Buch von Eva Björg Ægisdóttir wieder überzeugen. Durch die raue Landschaft Islands, das unbeständige Wetter und eine Familie die alles andere als perfekt ist, ergibt sich ein Krimi, der nur schwer mit anderen Büchern dieser Art zu vergleichen ist. Eine Empfehlung für alle, die vor psychologischer Raffinesse nicht zurückscheuen.

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Rezensionen von Tintenteufel:

Ein bisschen (garten-)verrückt!

Blumen, Kohl & Rock'n'Roll von Anja Klein

Anja Kling ist ein bisschen (garten-)verrückt! Ihr Buch ist daher auch kein Ratgeber im gewohnten Sinn, sondern eine amüsante Reise durch ihren kleinen Horrorgarten, in welchem Pflanzen schon mal das Regiment übernehmen und die Gärtnerin sich entspannt zurücknimmt und ihre Pflegearbeiten auf das reduziert, was nötig und dem allgemeinen Gedeihen förderlich ist.

Wer hier handfeste Ratschläge zur Gestaltung des eigenen grünen Wohnzimmers und zur Organisation der Gartenarbeit sucht, wird hier enttäuscht. Das Buch ist vielmehr ein Loblied auf die Spontaneität und die ungezügelte Freude an allem, was da wächst und blüht, kriecht und summt. Mit viel Begeisterung und ebenso viel Humor erzählt Anna Klein von ihren zahlreichen Erlebnissen und ihren ganz persönlichen Lehren daraus. Dabei wird nicht alles idealisiert, sondern auch mal völlig ungeniert über den Hass auf Tauben erzählt, den ich nur allzu gut nachempfinden kann. Ganz nebenbei werden im Plauderton wertvolle Tipps aus jahrelanger Gartenerfahrung weitergegeben und auch Hinweise auf durchaus unbekannte Gemüsesorten wie die Spargelerbse, von der ich nach fast 30 Jahren Gartenbesitz noch nie etwas gehört habe.

So ist dieses Buch eine amüsante und zugleich lehrreiche Lektüre, bei welcher das herrliche Grüne des Gartens auch im dunklen Winter vor dem geistigen Auge strahlt und die Vorfreude auf die helle Jahresszeit weckt. Allerdings weiß ich nicht, ob ich das Buch ein zweites Mal in die Hand nehmen werde, nachdem ich mir die hilfreichen Anregungen in mein persönliches Gartenbüchlein übertragen habe. Dafür hat das Buch doch zu feuilletonistischen Charakter und zu wenige Informationsgehalt. Ich werde es wohl eher einer gartenbegeisterten Freundin schenken, damit sie auch im Winter vom Sommer träumen kann.

Eine Anmerkung sei noch zur Arbeit des Lektorats erlaubt: Ich bin eine Leserin, die gerne mal Querverweisen folgt, und wurde hier mehrfach in die Irre geführt, weil noch die Stellvertreter xy auf die Eintragung der Seitenzahlen warten (S. 122) oder aber der Hinweis auf die Seite schlichtweg falsch ist (S.79 : Auf Seite 122 finden sich keine Informationen zur Überdachung von Tomatenbeeten). Ich finde, dies darf angesichts der technischen Möglichkeiten der Gegenwart nicht mehr passieren.

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Rezensionen von Tintenteufel:

Sehr gute Darstellung, mögliche Interpretation

Digitale Diagnosen von Laura Wiesböck

Laura Wiesböck beschäftigt sich in ihrem neuen Buch mit der Verfügbarkeit von digitalen Diagnosen, also von Erklärungsmustern für eigene psychische Probleme. Sie zeigt auf, wie psychische Erkrankungen nicht nur enttabuisiert, sondern auch regelrecht inszeniert werden. So werden Identifikationsmöglichkeiten geboten, welche entlastend und entschuldigend wirken können, aber auch die Gefahr bergen, die Bandbreite psychischer Befindlichkeiten nicht als normal zu akzeptieren und auszuhalten, sondern jede Abweichung gleich pathologisch zu begründen.

Diese inflationäre Nutzung von Begrifflichkeiten wie Tabu, Trigger u.ä. dient dabei nicht einer ernsthaften Auseinandersetzung mit dem Thema, sondern führt in eine neue Normalität und Gesellschaftsfähigkeit psychischer Probleme, eine identitätsstiftende Rollenzuschreibung sowie vermeintliche Gesellschaft ebenfalls Betroffener in den sozialen Medien.
Parallel dazu zeigt sie auf, wie der Anspruch auf individuelles Wohlbefinden ebenso wächst wie die selbstverständliche Inanspruchnahme von Auszeiten und Freiheiten im eigentlich normalen Alltagsstress anstelle der Einübung von Stressbelastbarkeit und Resilienz.

Als Soziologin fokussiert sie sich naturgemäß auf die gesellschaftlichen Aspekte dieser Entwicklungen und weist z.B. die ökonomischen Interessen der Influencer im Dienst ihrer Kooperationspartner auf und argumentiert, dass die individuelle Wellness-Suche problematische Arbeitsbedingungen erträglich mache und so im Dienst eines neoliberalen Kapitalismus eine kritische Auseinandersetzung mit dem Wirtschaftssystem und seinen Anforderungen ausbremse.

Die gut recherchierten und in einen Kontext gesetzten Beobachtungen in den ersten zwei Dritteln ihres Buches haben mich sehr angesprochen. Im letzten Drittel des Buches ist ihr Background als feministische und politisch eher links angesiedelte Soziologin unverkennbar. Ihre Kapitalismus-Kritik ist meines Erachtens ein möglicher, aber nicht der einzige Deutungsansatz. Ohne auf das Instrumentarium von Nachbarwissenschaften wie etwa der Psychologie zurückzugreifen, wäre hier etwa im Sinne einer verstehenden Soziologie auch die Frage nach den gesellschaftlich bedingten Gründen möglich, weshalb das Individuum diese neuen Deutungsangebote bereitwillig annimmt statt an indivduellen Lösungen zu arbeiten. So etwa spielt vielleicht die mit der Individualisierung einhergehende Vereinsamung und fehlende soziale Einbindung und freundschaftlicher Austausch eine Rolle. Aus der Perspektive der Religionssoziologie ließe sich auch die Frage nach dem Wegbrechen gesamtgesellschaftlich anerkannter Institutionen und ihrer Deutungsangebote stellen. (Früher hätten die christlichen Kirchen etwa im leidenden Christus eine Identifikationsfigur angeboten). Kurz Laura Wiesböck spricht in diesem Büchlein ein topaktuelles Thema an, lässt aber einige Deutungsmöglichkeiten außer acht.

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Rezensionen von ReiShimura:

Ich bin noch gar nicht müde

Ab ins Bett, Winnifrett! von Britta Sabbag

Der Tag neigt sich dem Ende zu und es wird Zeit für die Nachtruh‘. In der Theorie klingt es leicht, das Kind abends ins Bett zu bringen. Die Praxis schaut öfter mal anders aus. Denn das Kind will so absolut nicht schlafen gehen und ist natürlich noch überhaupt nicht müde. Genauso geht es uns häufiger und auch den Eltern von Frettchen Winnifrett.

Die Illustrationen im Buch sind, wie auch bereits am Cover ersichtlich, in eher dunklen, warmen Farben gestaltet. Dies passt meiner Meinung nach perfekt zu einem Gute Nacht Buch. Die Farbzusammenstellung hat für mich etwas sehr Heimeliges und Kuschliges und wirkt beruhigend. Es macht viel Spaß die Zeichnungen zu betrachten und ich mag auch die vielen kleinen, wohldurchdachten Details.
Die kurzen Texte sind in Reimform gehalten, was perfekt für die Zielgruppe des Buches ist. Diese ist nämlich mit ab zwei Jahren angegeben. Die Reime lassen sich gut vorlesen und klingen nicht erzwungen oder holprig. Alle Bettvermeidungstaktiken die Winnifrett anwendet sind auch für zwei Jährige gut nachvollziehbar und es gibt wenig Erklärungsbedarf.
Besonders schön finde ich auch, dass es auf vielen Seiten kleine Mitmachaufgaben oder -fragen gibt. Somit wird dem Kind nicht nur stur eine Geschichte vorgelesen, sondern es kann sich auch selbst mit dem Schlafen gehen beschäftigen.
Ob das ins Bett gehen oder Einschlafen dank des Buches wirklich leichter gehen wird, kann ich noch nicht beurteilen. Dies wäre natürlich ein wundervoller Nebeneffekt. Aber auch wenn dies nicht der Fall ist, das Vorlesen und Anschauen des Buches macht viel Spaß und das ist doch eigentlich die Hauptsache.
Sowohl uns Eltern als auch dem knapp zweijährigen gefällt das Buch wirklich sehr gut und wir werden es sicher öfter in unsere Abendroutine einbauen.
Ein wirklich liebevoll gestaltetes Bilderbuch für alle kleinen Wirbelwinde die so gar nicht müde sind.

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