Kunden em pfehlungen
Rezensionen von La Calavera Catrina:
Die einzige Zeugin
Mord im Himmelreich von Andreas Winkelmann
»Mord im Himmelreich« ist der erste Cozy-Krimi aus der Feder von Autor Andreas Winkelmann, und ist der Auftakt einer humorvollen Verbrechens-Reihe auf dem bestens organisiertem Campingplatz Himmelreich in Potsdam. Möchtegern-Tatort-Kommissar, Poet, Camper und pensionierter Schauspieler Björn Kupernikus gerät zufällig in die Verstrickungen eines Mordes, als er einen kleinen Hund, später getauft auf den Namen Pinguin, rettet.
Die wasserscheue Hündin sitzt auf einem SUP und darunter befindet sich eine Leiche. Von Anfang an dabei ist die freiwillige Gehilfin Annabelle Schäfer, begnadete Köchin, pensionierte Lehrerin mit Besserwissergarantie und schillernde Künstlerin, ist mit ihrer offenen und zugewandten Art alle Sympathien gewinnt. Abgesehen von Pinguin, die alle Hundefreunde für sich gewinnen wird.
Kopernikus schafft es, mit Beobachtungsgabe und „Secondhand-Erfahrung“ aus Filmen und Büchern, den Fall zu lösen. Hier steht aber definitiv der Spaß im Vordergrund, denn der Fall ist nicht knifflig, trotz zahlreicher schräger verdächtiger Personen. Es ist eben ein Wohlfühlkrimi zum Abschalten, der gelungene Unterhaltung bietet. Es gibt einige kulturelle Anspielungen, auch viel zum Thema Campen. Ich mochte diese kleinen poetischen Sprüche, die Kopernikus einstreut hat und die Sehenswürdigigkeiten, die in dem schönen Caputh erwähnt werden.Wer humorvoll überzeichnete Charakter mag, ein bisschen miträtseln möchte und dazu in einem Setting mit Urlaubsfeeling verweilen will, könnte eine vergnügliche Lesezeit im Himmelreich haben. Ich freue mich jedenfalls auf die Fortsetzung.
Rezensionen von Franziska Fiske:
Düster, vielschichtig und fesselnd
Sing mir vom Tod von Ivy Pochoda
Ivy Pochoda legt mit Sing mir vom Tod einen intensiven und düsteren Roman vor, der die Leser:innen in die Abgründe menschlicher Psyche und zwischenmenschlicher Beziehungen eintauchen lässt. Im Zentrum stehen Florence »Florida« Baum und ihre ehemalige Zellengenossin Diosmary »Dios« Sandoval, zwei Frauen, die sich den Schatten ihrer Vergangenheit stellen müssen – oder von diesen eingeholt werden.
Die Geschichte lebt von ihren vielschichtigen Charakteren. Besonders faszinierend ist die Dynamik zwischen Florida und Dios: Während Florida sich als Opfer ihrer Umstände sieht, enthüllt Dios eine dunklere, unbequeme Wahrheit über ihre Zellengenossin. Die zentrale Frage, wie viel Dunkelheit auch in vermeintlichen Opfern schlummert, zieht sich wie ein roter Faden durch die Handlung und verleiht ihr Tiefe.
Ein großes Plus des Romans ist die Perspektive der Ermittlerin Lobos, die ebenfalls mit Gewalt und inneren Konflikten zu kämpfen hat. Ihre Kapitel sind besonders packend und geben dem Buch zusätzliche Spannung. Die trostlosen Straßen von Los Angeles, in denen die Handlung ihren Höhepunkt findet, werden lebendig und schaffen eine düstere, fast filmische Atmosphäre.
Zu Beginn braucht die Geschichte etwas Zeit, um in Fahrt zu kommen, aber sobald man in die komplexen Verstrickungen der Figuren eintaucht, ist das Buch ein echter Pageturner. Pochoda versteht es meisterhaft, Spannung aufzubauen, und hält die Leser:innen bis zum packenden Showdown in Atem.
Fazit: Sing mir vom Tod ist ein fesselnder Roman über Obsession, Schuld und das Dunkle in uns allen. Obwohl der Einstieg etwas zäh ist, entschädigen die tiefgründigen Charaktere und die mitreißende Handlung dafür voll und ganz. Absolut lesenswert für Fans von psychologisch anspruchsvollen Thrillern!
Rezensionen von La Calavera Catrina:
Mitreißend, atmosphärisch und mystisch
Das Haus der Bücher und Schatten von Kai Meyer
1913, kurz von Beginn des zweiten Weltkriegs, reisen die Lektorin Paula und ihr Verlobter und Autor Jonathan ins Baltikum zu einem schauerlichen Herrenhaus, um dort die Abgabe des Manuskripts des Schriftstellers Aschenbrand zu beschleunigen und mitzunehmen. Jonathan ist glühender Verehrer seiner Arbeit und Paula hatte einen regen Kontakt mit dem Autor, den sie nun zum ersten Mal persönlich trifft.
Dieser Erzählstrang wird aus der Ich-Perspektive von Paula erzählt, während die andere Perspektive zwanzig Jahre in die Zukunft springt, in der Kommissar Cornelius in Leipzig einen Mord aufklären will. Bei seinen Ermittlungen sind es vor allem die Begegnungen, die Verhöre, die er führt, um Informationen zu sammeln, und die Dialoge, die sich daraus ergeben, die die Handlung formen. Dabei angelt er sich von einem Hinweis zum nächsten. Hier begegnen Cornelis kuriose Dinge, wie Geisterbeschwörung und erotische Darstellung sowie gefährliche Personen. Seine Freundin und Musiklehrerin Felicie bildet dabei eine wichtige Konstante.
Erst ungefähr ab der Mitte des Buches ergab sich für mich ein Zusammenhang zwischen den zwei Perspektiven und es wurde immer spannender. Ich fragte mich stets, was mit Paula passiert ist und mochte vor allem die atmosphärische Handlung in dem schaurigen Haus und Paulas Mut, ihrem Gespür zu vertrauen und der Wahrheit auf den Grund zu gehen. Die Geschichte war für mich nicht vorhersehbar und ich mochte die zahlreichen historischen Fakten, die mühelos einfließen, die verträumt schönen Sätze und das dunkle Mysterium. Trotz der hohen Seitenanzahl waren keine Längen spürbar und ich wurde grandios unterhalten.
Rezensionen von Anno:
Immer und immer wieder
Our Infinite Fates von Laura Steven
Evelyn kann sich an viele ihrer Leben erinnern. Und in jedem ereilte sie das selbe Schicksal. Mit anstehender Volljährigkeit stirbt sie durch die Hand der immer gleichen Seele. Arden. Warum dies so ist und was hinter dem Fluch und Ardens Taten steckt, weiß sie nicht- nur, dass sie sich auch und trotz allem zu ihm hingezogen fühlt.
Im Jahre 2022 aber steht für Evelyn, die in diesem Leben den Namen Branwen trägt, mehr auf dem Spiel. Ihre Schwester benötigt dringend eine Knochenmarkstransplantation, die nur mit Branwens Spende durchgeführt werden kann. Ein Lauf gegen die Zeit beginnt. Ob Branwen Arden rechtzeitig findet, dieses eine Mal dem Tode entgehen wird und ihre Schwester retten kann?
Ich habe dieses Buch mit keiner klaren Vorstellung vom Verlauf der Handlung begonnen, war aber vom Gedanken an einen immer wiederkehrenden Fluch und das Wissen um vergangene Leben fasziniert. So konnte ich mich unvoreingenommen der Geschichte widmen und merkte rasch, wie sie mich in ihren Bann schlug. Das Hauptgeschehen spielte im Jahre 2022 in Wales, doch wurde dieses immer wieder zu Gunsten früherer Leben unterbrochen. Und ich war überrascht, wie bereichernd, aber auch vielschichtig doch ein Schicksal mit wiederkehrenden Verlauf sein konnte. Alleinstehend waren diese sehr unterschiedliche Leben jedoch nicht, sondern fein mit der Handlung von 2022 verwebt. Auch bereitete es durch den Fokus einiger weniger Charaktere keine Probleme die, sich durch die verschiedenen Leben wechselnden Namen zuzuordnen. Und obwohl man mit jedem Leben tiefer eintaucht und das aktuelle Geschehen zeitgleich voranschreitet, bleibt das Geheimnis um das Warum sehr lange verschleiert, wodurch ich Ardens Taten erst gegen Ende wirklich begreifen konnte. Ein toller Schachzug, der zu einem wirklich beeindruckenden und sehr spannenden Ende führte, das es tatsächlich schaffte den Fluch schlüssig aufzuklären.
Rezensionen von Tara:
Faszinierende Orte bei Nacht
KUNTH Licht aus - Himmel an! von Katinka Holupirek; Yasmin Lössl; Christa Pöppelmann
„Licht aus - Himmel an“ ist ein einzigartiger, faszinierender Bildband aus dem KUNTH Verlag .
Da mich der Nachthimmel von jeher fasziniert, ist dieses Buch wie für mich gemacht.
Es ist in 5 Abschnitte – Nordeuropa, Westeuropa, Zentraleuropa, Südeuropa und Südosteuropa – eingeteilt.
In jedem gibt es zahlreiche konkrete Zielvorschläge. Dabei gibt es immer einen Tipp, was man des Nachts erleben kann und was am Tage zu entdecken ist. Sehr hilfreich fand ich dabei die Unterkunftsvorschläge mit ihren jeweiligen Besonderheiten.
Neben zahlreichen faszinierenden, eindrucksvollen Bilder aus allen Teilen Europas gibt es interessantes Wissen wann die beste Zeit zum Sterneschauen ist, wie sich der Sternenhimmel am besten fotografieren lässt, was ich alles für eine Nacht unter dem Sternenhimmel benötige, welche Maßnahmen ich selbst ergreifen kann, um die Lichtverschmutzung zu reduzieren und vieles mehr.
Wer sich für unseren Nachthimmel interessiert und gerne reist, wird an diesem Buch seine Freude habe. Ich finde es wunderbar, um mich wegzuträumen oder auch um konkrete Pläne zu schmieden.
Wer die Nacht und die Sterne mag, wird dieses Buch lieben.
Rezensionen von Katharina Grassmugg:
Ein tolles Buch
In einem Zug von Daniel Glattauer
Wenn Daniel Glattauer eines kann dann gute Dialoge und vielschichtige Protagonisten.
Das hat er auch in diesem Buch wieder bewiesen. Die Handlung von "in einem Zug" spielt ebenda. Ein Autor trifft auf eine junge Frau die ihn sofort mit Fragen bombardiert obwohl Eduard Brünhofer, Romanautor und auf dem Weg zu seinem Verlag, eigentlich nur überlegen will wie er beim Verlag rechtfertigen kann das er nicht mehr liefern möchte was sie erwarten.
Die Handlung ist nach Stationen der Zugfahrt gegliedert, was ich total gelungen finde und Glattauer beweist auch hier meiner Meinung nach sein Talent für vielschichtige Charaktere, tolle Dialoge und interessante innere Monolge seiner Protagonisten. Mit gewohnter scharfsinnigkeit, Selbstironie und der Ironie die ich an dem Autor sehr schätze erzählt er hier die Geschichte einer Zugfahrt mir deren Ausgang man wohl so nicht gerechnet hat.
Wer hier einen Liebesroman nach der Art von "gut gegen Nordwind" erwartet wird wohl enttäuscht. Wer allerdings ein Schatfsinniges sinnieren über das Leben und die Liebe nicht scheut und sich auf die Geschichte einlassen möchte der kommt hier voll auf seine Kosten.
Als riesiger Fan von Daniel Glattauer war ich natürlich auch auf der Lesung des aktuellen Romans und kann nur sagen.... bisher hat sich jedes Glattauer Buch für mich total gelohnt.
Rezensionen von MarcoL:
Eindringliche Erzählung über die Erben des Krieges, verpackt in ein packendes Psychogram einer jungen Frau.
In ihrem Haus von Yael van der Wouden
Niederlande 1961. Amsterdam, Zwolle, Den Haag. Seit ihrer Kindheit lebt Isabel im Haus ihrer mittlerweile verstorbenen Mutter. Alles blieb so, wie es war. Nichts wurde verändert, das Haus mutiert zu einem Denkmal für die Verstorbene. Isabels Brüder Louis und Hendrik sind längst ausgezogen, leben ihr eigenes Leben abseits der Familie, die es als solches nicht mehr gibt.
Während Hendrik schon länger sein Glück mit Sebastian gefunden hat, kostet Louis das Leben auf seine Weise aus mit wechselnden Liebschaften. Bis Eva auftaucht, ihm gehörig den Kopf verdreht und sie seinen Geschwistern vorstellt.
Isabel bleibt mehr als distanziert, wie immer. Sie hasst Gesellschaft, ist lieber allein, obwohl sie in ihrer Kindheit ein inniges Verhältnis zu Hendrik pflegte. Ihre wenigen sozialen Kontakte beschränken sich auf ihre junge Haushälterin, seltenen Besuchen ihrer Brüder und den Gottesdiensten. Die Avancen von Jonas lässt sie über sich ergehen, aber die Vorstellungen von körperlicher Nähe grauen ihr.
Bis Eva für ein paar Wochen im großen Haus einzieht. Eva ist lebenslustig, neugierig, das Gegenteil von Isabel. Die Distanz ist groß, Isabel verabscheut diese Gesellschaft, doch tief in ihrer Brust brennt noch eines kleines Feuer, bereit, einen Teil ihrer Misanthropie in Asche zu verwandeln. Ob sie es sich eingestehen wird?
Ihr Misstrauen Eva gegenüber spiegelt sich in einer Liste von Habseligkeiten im Haushalt wieder. Und Isabel stellt fest, das nach und nach Teile fehlen. Löffel, ein Messer oder eine Schale. Bis auf das Service mit dem Hasenmuster, das Isabels Mutter so geliebt hatte und immer schon im Haus war. Ein Haus, in das die Kinder während des Krieges einzogen. Fragen, wenn überhaupt, kommen erst später, als Isabel eine Entdeckung macht …
Das Buch lebt von Isabels innerer Zerrissenheit. Seit ihrer Kindheit, als sie in das Haus eingezogen ist, lässt sie ein unbeschreibbares Gefühl nicht mehr los. Sie kopiert in Ermangelung einer Vaterperson ihre Mutter.
Besonders nach einem einschneidenden, sehr harschen Erlebnis an der Haustür, glaubt sie, hart, eisern, sein zu müssen, ihren Mitmenschen keinerlei Gnade oder Mitgefühl gewähren zu können.
Bis Eva kommt – und so vieles auf den Kopf stellt – sehr lesenswert.
Es geht aber um so viel mehr in diesem Buch. Isabels Gefühlsleben ist nur der Rahmen der Geschichte. Der eigentliche Kern ist zwanzig Jahre zurück in der Vergangenheit zu suchen. Mehr kann und will ich dazu nicht sagen – denn auch der Klappentext lässt darüber nichts verlautbaren.
Lest das Buch, es lohnt sich so sehr. Es ist weit mehr als sehr gute Unterhaltung. Es lässt einen Damm über Ungesagtes brechen, fesselt und reißt einen mit. Auch wenn manche Schilderungen im zweiten Teil abdriften mögen, der dritte Teil hat es in sich, flutet die Emotionen und zeigt spätestens hier seine wahren Qualitäten als Pageturner.
Dieser Debütroman von Yael van der Wouden stand nicht umsonst auf der Shortlist des Booker Prize 2024.
Ganz große Leseempfehlung!
Rezensionen von Liddy:
Erlebnis im Park
Play+ Mein allererstes Soundbuch Im Park - ab 12 Monate von Maria Höck
Im Park ist ganz schön viel los. Hier gibt es einiges zu entdecken: Ein Junge auf dem Laufrad, das Mädchen auf der Schaukel, ein bellender Hund und eine schnatternde Ente. Außerdem können wir Yuri beim Gitarrenspielen zuhören. Die Seiten sind sehr robust, sodass sie dem kindlichen Umgang problemlos standhalten.
Dank der glatten Oberflächen lassen sich diese ganz einfach wieder reinigen. Auch sind die Seiten schön gestaltet - nicht überladen, es gibt aber dennoch viel zu entdecken.
Auf der linken Seite gibt ein kurzer Text das Geschehene kurz wieder. Dort befinden sich auch jeweils die Motive, die man gemeinsam auf den Seiten entdecken kann. Und das Highlight davon ist, dass eins dann sogar einen Soundeffekt hat. Die Lautstärke ist angenehm. Besonders hervorheben möchte ich, dass das Buch bereits Batterien enthält - welche bei uns immer Mangelware sind. Insgesamt ein sehr gelungenes Buch.
Rezensionen von Gaby 2707:
4 Geschichten voll prickelnder Erotik
Hemmungslos geil | 4 heiße erotische Geschichten von Cassidy Phillips
Ich habe bereits einige Bücher von Cassidy Phillips gelesen und auch auf dieses Buch habe ich mich richtig gefreut. 4 erotische in sich abgeschlossene Geschichten bereiten nicht nur den hier agierenden Menschen große Lust.
Schon das Cover macht Lust sich intensiver mit den 4 darin enthaltenen Geschichten zu beschäftigen.
Und so gehe ich mit Vio und Jannis, Claire, Jace und Logan, Samantha, Anselm und Jamie und Cosima und Raphael auf die Suche nach Lust, Leidenschaft und Erfüllung ohne Tabus.
Mir gefällt der leichte, lockere, sehr freizügige Erzählstil der Autorin mit dem sie mir ihre gut vorstellbaren Geschichten erzählt ohne anstößig zu sein oder derb unter die Gürtellinie zu gehen, sehr gut. Mit ihren Geschichten knipst sie sofort mein Kopfkino an, das dann heiß läuft. Meinen Geschmack hat sie mit ihren leidenschaftlichen, erotischen und abwechslungsreichen Geschichten wieder sehr gut getroffen.
Zum Abschluss bekomme ich als kleines Goodie noch einen Gutschein-Code, mit dem ich mir eine weitere heiße exklusive Geschichte der Autorin als E-Book aus dem Internet herunter laden kann. Und auch ein Lesezeichen passend zum Buch ist wieder mit dabei.
Rezensionen von C.P.:
Leider schwächer als erwartet
Geheimnisse des Nil, Band 1 - What the River Knows von Isabel Ibañez
Ich hatte mich wirklich sehr auf die Veröffentlichung von "What the River knows" gefreut, weil ich das Setting so unheimlich spannend fand.
Das alte Ägypten und die ägyptische Mythologie habe ich schon immer etwas romantisierend verklärt und auf dem deutschen Jugendbuchmarkt ist das Thema doch noch deutlich unterrepräsentiert.
Leider war das Buch doch nicht ganz so gut wie ich mir erhofft hatte.
Dabei wurde hier wirklich viel echt richtig gemacht. An sich ist die Storyline wirklich spannend, die Elemente von historischer Erzählung und ein wenig Magie sind gekonnt miteinander verflochten und die Informationen über historische Ereignisse/das alte Ägypten wirklich informativ.
Aber ich wurde mit den Charakteren einfach nicht so richtig warm. Inez hatte einen wahnsinnig starken Start und ich freute mich wirklich darauf, sie auf ihrer Reise zu begleiten. Leider verlor sie viel von ihrem anfänglichen Charme und Witz, wurde mehr und mehr zu einer echt flachen Protagonistin, die nur noch Mittel zum Zweck war.
Und ich verstehe nicht, warum einige der Charaktere so widersprüchlich beschrieben wurden. Ja, ich finde es gut, dass Inez nicht ohne Probleme ihr Ding durchziehen kann, sondern auch im Buch immer wieder herausgestellt wurde, wie abhängig Frauen zur damaligen Zeit von Männern waren. Aber mal sind Charaktere liebevoll und umsorgend, dann wieder unnötig abweisend. Dies fühlte sich einfach nicht natürlich an, sondern sehr konstruiert. Je nachdem, was die Autorin gerade von den Nebencharakteren benötigte.
Whit war auch einfach nicht mein Ding. Hier wurde versucht, viel vom Esprit von Indiana Jones oder der Funken von Rick und Evelyn aus der Mumie hervorzurufen. Aber er blieb für mich einfach zu glatt. Die einzige Kante in seinem gebügelten Charakter ist eine ziemliche Alkoholabhängigkeit. Und auch wenn Indy und Rick keine Saubermänner sind, so überzeugen sie einfach auf Grund ihres Charmes, den Whit leider nicht hat.
Es ist wirklich schade, man spürt so viel Passion der Autorin. Ich mochte auch das Framing der Aneignung von kulturellen Gegenständen und der Erläuterung der Kolonialisierung durch die Briten sehr. Leider wird das geschmälert durch die für mich etwas zu vernachlässigte Beziehung der Charaktere zueinander und eher schwachen Haupt- und Nebencharakteren. Auch der Magieaspekt ist irgendwie einfach da, ohne Erläuterung, ohne System. Vielleicht wird im zweiten Band nochmals mehr darauf eingegangen, aber hier reichte mir die (eher fehlende) Erklärung einfach nicht aus.
Das Ende aber hat wirklich vieles für mich noch einmal rausgerissen. Obwohl ich den Plot an sich vollkommen vorhersehbar fand, war doch das letzte Kapitel gerade noch einmal so spannend, dass ich nun doch den zweiten Band lesen möchte.











