Icon Kontrast wechseln
Logo Bücher Leporello Stöger

Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Daggy:

Autismus für Kinder erklärt

Ich bin ich & das ist gut so! von Svenja Bach Holger Kleinert; Svenja Bach

Schon das Kind auf dem Cover fällt durch seinen etwas ängstlichen Blick auf, er hält mit seinen Händen die Ohren feste, eine Haltung, die er im Buch noch oft einnimmt.
„Du bist wunderbar!“ mit dieser schönen Aussage beginnt das Buch. Es folgt ein Vorwort für Erwachsene über das Thema „Autismus“.

Dann lernen wir Tim, den besonderen Jungen, kennen. Er lebt auf einem Bauernhof und hat eine Leidenschaft für Dinosaurier. Seine Mitschüler*innen kommen nicht gut mit ihm klar, weil er oft anders reagiert. So mag er es nicht laut und hat Probleme Blickkontakt herzustellen. Tim trifft im Park eine Ente, die auch durch ihr Anderssein auffällt und er nennt sie Quak.
Nachdem sich die anderen Kinder über ihn lustig machen, spricht seine Mutter mit der Lehrerin und die erklärt den Schüler*innen welche Schwierigkeiten Tim hat und was Autismus bedeutet. Dazu gibt es einen gut verständlichen Text. So lernen die anderen zu akzeptieren, dass Tim zwar anders ist, er aber genauso liebeswert ist, wie alle Kinder.
Eine Checkliste am Ende des Buches vervollständigt dieses sehr gut gemachte Bilderbuch zum Thema Autismus.
Im Alltag begegnen uns immer wieder neurodiverse Kinder und es ist wichtig zu verstehen, welche Problem sie haben, damit wir lernen sie so zu akzeptieren, wie sie sind und sie in unsere Gemeinschaft integrieren.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Daggy

Rezensionen von Sassy:

Fantastische Reise

Juli im Land der Zeitgeister von Wieland Freund

Schon das Cover verspricht eine spannende Abenteuergeschichte.
Die Illustrationen im Buch sind einfach wunderschön und kindgerecht.
Die Geschichte hat uns direkt ins Abenteuer gezogen. Der Weltenaufbau mit den vielen geheimnisvollen Orten hat uns begeistert. Das Land der Uhren ist so detailreich beschrieben, dass man das Gefühl hat, selbst mit Juli, Trim und dem Uhrmacher dort zu sein.

Die verschiedenen Charaktere sind so facettenreich. Vor allem Juli und der Zeitgeist Trim haben es uns angetan. Die Protagonistin Juli ist eine starke, neugierige und mutige Heldin. Trim ist einfach zuckersüß und dabei herrlich grummelig.
Ein spannendes, lustiges und geheimnisvolles Abenteuer. Wir fanden das Land der Zeitgeister einfach fantastisch.
Absolute Leseempfehlung für alle Kinder, die Abenteuergeschichten mögen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Sassy

Rezensionen von peedee:

Märchenhafter Ausgang der Geschichte

Träume von Beauchamp Hall von Danielle Steel

Winona „Winnie“ Farmington wollte immer nach New York, um dort im Verlagswesen Karriere zu machen. Als ihre Mutter erkrankte, kehrte sie jedoch in ihre Heimatstadt zurück, um sie zu pflegen. Die Jahre ziehen ins Land, die Träume scheinen vergessen. Ihr Job ist langweilig, der Chef ein Choleriker.

Als sie bei der überfälligen Beförderung übergangen wird und sie ihren Freund mit ihrer vermeintlich besten Freundin im Bett erwischt, ist das Fass voll: Sie schmeisst alles hin und fährt nach England, um dort das Set der Serie „Beauchamp Hall“, die in den 1920er Jahren spielt und wovon sie ein grosser Fan ist, zu besuchen. Was will sie jetzt tun? Mal abwarten und die Atmosphäre am Filmset geniessen…

Erster Eindruck: Ein stimmungsvolles Cover – gefällt mir sehr gut.

Die Originalausgabe erschien 2018 unter dem Titel „Beauchamp Hall“.

Winnie hat mir gefallen: Sie ist 38 Jahre alt, sympathisch, stark. Eine Schwäche an ihr war jedoch ihr Freund Rob – aus meiner Sicht ein Schmarotzer und ich habe nicht verstehen können, wieso sie bei ihm blieb. Er kommt zwar zum Übernachten zu ihr, aber kann am Morgen, wenn er vor ihr das Haus verlässt, nicht kurz Schnee schippen. Nein, denn es ist ja ihr Haus, also ihre Aufgabe. Oh, sehr charmant! Und so geht es in vielen Dingen. Sie unternehmen so gut wie nie etwas zusammen; es geht immer nur um das Eine. Für mich dauerte es viel zu lange, bis sie sie ihn rausschmiss – und ihre „Freundin“ gleich mit.
In England taucht sie in eine ganz andere Welt ein: Sie ist begeistert vom Schloss und dem ganzen Drumherum. Sie fühlt sich zu Hause. Wie kann das sein? Sie darf eine Statistenrolle übernehmen und als „Mädchen für alles“ ein paar Botengänge erledigen – aufregend! Dabei lernt sie Nigel kennen, einen der Filmtechniker. Sie mag ihn. Sehr sogar. Kann es sein, dass eine neue Liebe ausgerechnet in England auf sie wartet?

Was mir an diesem Buch am besten gefallen hat, war der Mut, den Winnie bewies, indem sie aus ihrem bisherigen Leben ausgebrochen und nach England gefahren ist. Wenn sie „nur“ einen Ausflug dorthin gemacht hätte, wäre es ja nicht so aussergewöhnlich gewesen, aber sie bleibt einfach mal für längere Zeit dort und schaut, wohin es sie treibt. Glücklicherweise hatte sie ein paar Ersparnisse im Gepäck, so dass sie sich das leisten konnte. Der Ausgang der Geschichte ist märchenhaft-kitschig, aber das darf es auch mal sein; 3 Sterne.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von peedee

Rezensionen von Igela:

Leben ohne Vergangenheit

Genug für ein halbes Leben von Evann Normandin

Rose und Landon lernen sich im College in Vermont kennen, verlieben sich ineinander und versprechen sich, das Leben gemeinsam zu verbringen. Für Landon ist Rose die Liebe seines Lebens. Nach einem einschneidenden Ereignis sehnt Rose sich jedoch nach einem Neuanfang.

Sie beschliesst die Vergessenspille, eine medizinische Neuheit, einzunehmen und ihr vertrautes Leben hinter sich zu lassen.

Landon, der Rose nicht vergessen kann, reist ihr nach und versucht sie zurückzugewinnen.

Für sie ist er ein Fremder. Er vertraut jedoch darauf, dass die Gefühle, die sie in der Vergangenheit für ihn hegte, wieder zum Leben erwachen.


Als Liebesroman wird "Genug für ein halbes Leben" eingereiht. Was meiner Meinung nach zu grossen Teilen berechtigt ist. Doch nicht nur. Denn in dem Buch steckt auch eine Prise Science Fiction. Die Geschichte ist futuristisch angehaucht, denn der Plot wird durch eine medizinische Spielerei vorgegeben. Wichtig für die Handlung ist eine Pille, die jegliche Erinnerungen löscht. Man fängt nach der Einnahme mit einer Blankokarte seine Zukunft an. Was war, was man bisher erlebt hat, gerät in Vergessenheit. Genau diese Vergessenspille hat Rose eingenommen und dadurch ihr vorheriges Leben ad acta gelegt.

Gute Idee, jedoch für mich nicht überzeugend durchdacht. Rose vergisst, wer sie war, wen sie geliebt hat, was sie erleiden musste, jedoch keine grundlegenden Sachen wie Lesen, schreiben, Fremdsprachen? Das ist schon sehr an den Haaren herbeigezogen. Mich hat mit dieser unausgegorenen Idee die Geschichte nicht so richtig überzeugt.

Eine zweite Baustelle in dem Buch sind die Wechsel der Zeitebenen, die nicht deklariert sind. Von Kapitel zu Kapitel können diese wechseln. Manchmal liest man ein Kapitel, in dem sich Rose und Landon kennenlernen. Dann folgt ein Kapitel, nach der Einnahme der Pille und weiter geht es, als sie heiraten. Das war etwas unübersichtlich und chaotisch und ich musste oft eine oder zwei Seiten lesen um zu wissen, wo die Autorin nun zeitlich steckt.

Gefallen hat mir die Tiefe der Liebesgeschichte, die ich nicht als kitschig empfand. Vor allem der Grund für die Pilleneinnahme, das einschneidende Ereignis in der Vergangenheit, hat für Spannung gesorgt. Die Autorin nähert sich nämlich dem grossen Finale, was in der Vergangenheit geschah, langsam an.

Ebenfalls erreicht, hat mich Landons Liebe zu Rose und ihre Zerissenheit zwischen Trauer und Liebe.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Igela

Rezensionen von Eternal-Hope:

Kroatien zwischen Unabhängigkeit und EU-Beitritt

Dem Meer entgegen von Lidija Hilje

"Dem Meer entgegen" ist das Debüt der kroatischen Autorin und Schreibtrainerin Lidija Hilje, das sie in ihrer Zweitsprache Englisch geschrieben hat und von Hennig Ahrens ins Deutsche übersetzt wurde. Titelbild, Titel und Aufmachung lassen einen locker-leichten Sommerroman vermuten, dieser Eindruck täuscht aber: es ist ein eher anspruchsvolles Buch mit einer eher deprimiert-sehnsüchtigen Hauptfigur, hinter der ein schweres Schicksal steht: es geht um Unfruchtbarkeit und das Aufgeben des Partners, weil man selbst keine Kinder bekommen kann, um pflegebedürftige und sterbende Eltern und die Trauer um diese, um schwierige Familienbeziehungen und um wirtschaftliche Herausforderungen im Kroatien der Jahre nach den Balkankriegen.

Im Zentrum des Romans steht Ivona, die kurz nach den Kriegen eine ganz junge Frau war, mit 19 ihre große Liebe Vlaho kennen gelernt hat, diesen auch geheiratet hat, aber sich später scheiden ließ, obwohl sie ihn noch liebte. Danach heiratete er ihre Freundin Marina und bekam mit dieser die von der Familie so heiß ersehnten beiden Kinder. Ivona blieb der Familie eng verbunden, war regelmäßig zu Besuch und wurde sogar Patentante der beiden Kinder.

Die Handlung wechselt immer wieder zwischen der Zeit der ganz jungen Ivona und ihrer Liebe zu Vlaho und der Zeit etwa 20 Jahre später, als Ivona Ende 30 ist und auf ihr bisheriges Leben zurückblickt: so viele Träume haben sich nicht erfüllt. Sie ist Single und kinderlos und auch beruflich hat es nicht so gut geklappt, zwar hat sie erfolgreich ihr Biologiestudium abgeschlossen, doch gab es aufgrund des wirtschaftlichen Umbruches in der damaligen Zeit keine passenden Stellen für sie und sowieso würden viele dieser in Kroatien nur aufgrund von Vitamin B vergeben werden. So war Ivona nach ihrem Studium eine längere Zeit arbeitslos und heute arbeitet sie in einem Schreibwarenladen, zwar durchaus zufrieden, aber weit unter ihrer Qualifikation. Im Hintergrund gibt es noch den Vater, der sich mit seinen unternehmerischen Versuchen übernommen hat, schwer verschuldet ist und so ein Familiengrund mit Olivenbäumen direkt am Meer, mit dem Ivona viele schöne Kindheitserinnerungen verbinden, vom Verkauf bedroht ist.

Man lernt im Buch viel über die Zeit in Kroatien direkt nach den Balkankriegen und die Entwicklung danach. Es wird spürbar, was für eine herausfordernde Zeit das insbesondere für hoffnungsvolle und ehrgeizige junge Menschen gewesen muss, die hochqualifiziert und motiviert waren, aber kaum berufliche Chancen bekamen. Auch der massive Brain Drain - mehr als 10 Prozent der Kroaten haben mittlerweile dauerhaft das Land verlassen - und die Tatsache, dass insbesondere gut qualifizierte Menschen bei der ersten sich bietenden Gelegenheit ins Ausland gehen, wird thematisiert.

Ein weiteres großes Thema im Buch ist die unglückliche Liebe Ivonas zu Vlaho, der vielleicht in gewisser Weise auch für ihre Vergangenheit und Bindung zur Heimat steht. Später kommt noch ein zweiter Mann dazu, Asier, mit baskischen Wurzeln, in London lebend und international tätig.

Ich habe ein bisschen gebraucht, um mit dem Buch warm zu werden, doch als ich mich nach etwa dem ersten Viertel eingelesen hatte, habe ich Ivonas Geschichte sehr gerne gelesen. Insgesamt ist es aber eher ein tragisch-melancholisches Buch und jedenfalls keine leichte Strandlektüre. Allen, die emotional vom Thema unerfüllter Kinderwunsch betroffen sind und sich nicht stark damit in einem Buch auseinandersetzen wollen, rate ich eher nicht zur Lektüre dieses Buches. Wer damit aber kein Thema hat und sich für die Entwicklung Kroatiens in den Jahren zwischen Unabhängigkeit und EU-Beitritt interessiert, kann ich das Buch als sehr interessante Lektüre dazu sehr empfehlen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Eternal-Hope

Rezensionen von Internetmaus:

Naturgewalten

Sturmland von Miriam Georg

Hamburg, die stolze Stadt an der Elbe, ist auch in dieser neuen Dilogie Ausgangspunkt der Handlung. Cora stammt aus einer reichen Reederfamilie. Entgegen den üblichen Gepflogenheiten ist sie sehr gebildet. Ihr Vater hat sie stets unterstützt. Aber in ihren Kreisen hat eine Frau sich den Männern unterzuordnen.

Ehen werden aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen und von der Familien arrangiert. Auch Cora war für ihren Vater eine Ware. Sie musste eine Vernunftehe eingehen.

Die sechs Bücher, die ich von der Autorin bisher las, fesselten mich sehr. Von diesem Roman kann ich das leider nicht sagen. Ich hatte erwartet etwas von den Anfängen der organisierten Seenotrettung zu erfahren. Schon der gewählte Buchtitel machte mich neugierig. Die Inselbewohner müssen mit den Gefahren, die das Meer mit sich bringt, leben. Keiner weiß, ob die Fischer mit ihren leichten Booten wieder heim kommen. Das wird im Buch sehr anschaulich beschrieben.
Allmählich entsteht der Tourismus auf Norderney und langsam auch auf Borkum. Die Einheimischen sind froh über eine neue Einnahmequelle. Sie überlassen ihre Zimmer den Urlaubern und bleiben im Hintergrund. Das Buch vermittelt viele Einblicke über das ärmliche Leben dieser Menschen im Jahre 1860.
Zu dieser Zeit kommt Cora Gossler nach Norderney. Sie ist verheiratet. Ihr Ehemann ist auf Reisen. So lebt sie eine Zeit lang in der Villa ihres Vaters in Hamburg. Dort hält sie es nicht aus. Sie muss ständig in Bewegung sein. Nur so ist ihr ein klares Denken möglich. Als Alexander Klaasen, ein Ratsherr, für seine zehnjährige Tochter eine Gouvernante sucht, nimmt sie unter falschen Namen, diese Stellung an. Auf der Insel soll sich das an Tuberkulose erkrankte Mädchen erholen.
Onnen, ein Tagelöhner und Cora arbeiten beide für Herrn Klaasen und kommen sich nach und nach näher. Diese Liaison nimmt einen weiten Teil des Buches ein. Es ist für mich ein historischer Liebesroman an beeindruckenden Handlungsorten.
Ich hoffe nun auf den zweiten Band um etwas über die Anfänge die zur der Gründung der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger führten, zu lesen.

Dieser langatmige erste Teil konnte mich nicht überzeugen. Auf Grund der gut getroffenen atmosphärischen Beschreibungen erhält, es von mir drei Sterne.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Internetmaus

Rezensionen von peppi:

Zwischen Apfelgarten und Familienfehde

Der geheime Apfelgarten: Getrennte Welten von Rebekka Eder

Der Auftakt der Elbinsel-Saga von Rebekka Eder, der im späten 19. Jahrhundert spielt, verbindet einen historischen Hintergrund mit Familienkonflikten und einer zauberhaften Liebesgeschichte.
Die zentrale Figur des Buches ist Kea Loop, die zwischen gesellschaftlichen Erwartungen und ihrem eigenen Freiheitsdrang steht.

Sie lebt mir ihrem Vater, einem Vollhöfner, also einem Bauern, der einen ganzen Hof besaß, und dem Personal auf dem Anwesen. Der verwilderte Apfelgarten ihrer verstorbenen Mutter ist ihr Rückzugsort. Hier gibt es viele Erinnerungen. Dort trifft sie auch auf Kristen Focke, einem Knecht der verfeindeten Nachbarsfamilie. Es beginnt eine leise Annäherung.
Wer diesen Reihenauftakt gelesen hat, wird es sich sicher nicht nehmen lassen auch den nachfolgenden Band zu lesen, denn Der Teil "Getrennte Welten" endet mit so vielen offenen Fragen.
Meine Leseempfehlung!

im Shop ansehen weitere Rezensionen von peppi

Rezensionen von Miro:

Durch dick und dünn

Dabei waren wir uns immer so nah von Jette Kötschau

Merle, Henri und Katharina haben sich am Studienanfang kennengelernt und schnell angefreundet. Kaum ein Tag verging damals, an dem sie sich nicht kurz gesehen haben. Doch jetzt, mit Mitte Dreißig, stecken alle drei in verschiedenen Lebensphasen und driften dabei auseinander.

Merle kämpft mit dem ganz normalen Wahnsinn der Mutterschaft.

Das Leben mit Baby hat sich noch nicht eingespielt und sie verbringt die meiste Zeit allein mit ihrem Paul, der ihren Tagesablauf prägt. Glücklich ist sie dabei nicht, obwohl sie ihr Kind über alles liebt, Aber sie ist oft einsam, denn ihr Mann ist ständig in der Arbeit oder auf der Baustelle. Abgemacht war das so nicht.

Henri ist ungebunden und möchte daran auch nichts ändern. Sie genießt ihr Singleleben und versucht ihren Traum von einem eigenen Arthouse-Kino zu verwirklichen.

Und Katharina, die damals schon mit Ole zusammen war, beginnt ihre Beziehung zu hinterfragen. Ihr Kinderwunsch wird übermächtig und Ole fühlt das nicht. Mit ihren Freundinnen meint Katharina nicht darüber reden zu können und über Merles Baby, kann sie sich auch nicht freuen.

Vieles steht nun zwischen den Freundinnen, die mal die ganze Welt füreinander bedeutet haben und jede von ihnen kämpft mit ihrer eigenen Sinnkrise.

Die Probleme sind einfach aus dem Leben gegriffen. Ich erkenne mich in Merle wieder, als ich eine junge Mutter war und definitiv nicht aufs Muttersein reduziert werden wollte. Aber auch Katharina und Henri sind Frauen, die ich in meinem Freundeskreis wiederfinde. Sie alle hinterfragen ihre Identität und versuchen zumindest ihre engen Beziehungen trotz unterschiedlicher Lebensphasen aufrecht zu halten.

Ich habe diesen Roman ausgesprochen gerne gelesen. Es ist empathisch und authentisch und ganz besonders liebe ich den hohen Wiedererkennungswert. Das Buch ist so wunderbar aus dem Leben gegriffen und begeistert mich dadurch sehr. Ich empfehle es uneingeschränkt allen Frauen und Freundinnen, die nicht mehr Fünfundzwanzig sind.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Miro

Rezensionen von Krani:

Intellektuell

Honey von Imani Thompson

Yrsa ist schwarz, studiert Soziologie in Cambridge und hat ein reges Sexleben. In ihrer Dissertation behandelt sie Rassismus, Frauenfeindlichkeit und Gewalt. Und das tut sie nicht nur theoretisch. Yrsa ist eine Mörderin.
Die Erzählweise lässt keine Langweile aufkommen. Inmitten von Yrsas normalem Alltag, der aus wissenschaftlicher Arbeit, Freundinnen, Familie und Dating-Seiten im Internet besteht, tut sie immer wieder Unbegreifliches.

Und dann erfährt man, was sie bewogen hat, welche Erinnerungen sie belasten und welche Gedanken sie antreiben. Es gibt Diskriminierungserfahrungen, ein schlimmes Erlebnis in der Schulzeit, allgemeine Frauenfeindlichkeit in der Gesellschaft, die ihr begegnet. Immer wieder sind es intellektuelle Überlegungen, die sie anstellt und die sie dazu bewegen, Gewalt anzuwenden.
Yrsa ist eine sehr spannende und vielschichtige Persönlichkeit, die Erfahrungen verschiedener Kulturen in sich trägt. Schon in ihrer Kindheit beginnt sie, zu töten. Manchmal erscheint das wie ein kindliches Spiel, wenn es sich etwa um Insekten handelt. Einmal wird sie ausdrücklich von einem ihr nahestehenden Menschen darum gebeten. Und später, als erwachsene Intellektuelle, passiert das Töten zunächst fast zufällig. Danach setzt sie ihre theoretische Arbeit gezielt in die Praxis um. Als sie zum Schluss nur noch ein bisschen spielen will, gerät alles außer Kontrolle.
Weil Yrsa so eine ungewöhnliche Figur ist, vergebe ich 5 Sterne.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Krani

Rezensionen von nanu?!:

Wenn der Postbär zweimal klingelt

Der Postbär, der nicht lesen konnte von Susana Peix

Der dicke Postbär Emil fährt jeden Tag auf seinem Fahrrad durch den Eichenwald und bringt den Eichenwaldbewohnern die Post.
Am Geruch der Briefe erkennt er, für wen die Briefe bestimmt sind. Denn Emil kann nicht lesen und weiß sich nicht anders zu helfen.
Nur heute bleibt ein Brief übrig, der niemanden zu gehören scheint.

Wenn Emil doch nur lesen könnte, dann wüsste er bestimmt sofort, für wen er ist.

Dieses Bilderbuch ist eine Augenweide.
Im Eichenwald ist gerade die Herbstzeit angebrochen, und überall rieselt das Laub in warmen Herbstfarben über die Seiten.
Der Postbär sieht einfach nur zauberhaft aus in seiner Postuniform und auf seinem Fahrrad, das unter ihm viel zu klein aussieht, für seinen großen Bärenkörper.
Die Wohnungen der Waldbewohner sind so schön gestaltet worden und am liebsten möchte man als Betrachter auch mal kurz hinter den verschlossenen Wohnungstüren reinschauen und Mäuschen spielen.

Die Länge des Textes ist perfekt zum Vorlesen geeignet und Kindern ab vier Jahren angepasst.
Die Sprache ist kindgerecht, aber gepflegt.
Die Geschichte soll bei den Kleinen die Lust auf das Lesenlernen wecken. Und es zeigt, wie schön es ist, wenn man sich auf seine Freunde verlassen kann.
Die Buchseiten sind robust genug, damit die kleinen Leser das Buch auch selbst entdecken und umblättern können, ohne das gleich etwas kaputt geht.
Ja, bei diesem Anblick freut man sich geradezu, dass der Herbst endlich beginnt.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von nanu?!