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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Snookie:

Unterhaltsamer und spannender Romantasy-Auftakt mit Bridgerton-Vibe & Fae-Magie

Hof der Dornen, Band 1: The Rose Bargain von Sasha Peyton Smith

„The Rose Bargain“ ist der erste Band einer Dilogie und spielt in einer menschlichen Welt, in der eine Fae die Königin von Großbritannien ist. Es spielt in der Regency Ära und der Sohn der Königin – Prinz Bram – soll in dieser Saison heiraten. Die Geschichte dreht sich hauptsächlich um Ivy, deren Familie in Ungnade gefallen ist.

Um ihre Familie wieder in die Mitte der Gesellschaft zu bringen, bewirbt sie sich um das Rennen um die Hand des Prinzen. Dafür werden alle auserwählten Mädchen von der Königin auf die Probe gestellt und sie müssen dabei mehrere Prüfungen meistern. Doch so nett wie die Königin erscheint, ist sie nicht.

Die Geschichte erinnert mich stark an Bridgerton, aber natürlich mit magischen Elementen. Durch die Prüfungen der Königin und die Brutalität der Aufgaben ist es selbstverständlich auch um einiges düsterer. Das Buch besticht sowohl mit dem Regency-Ära-Flair (Bälle, Heiratssaison, …) als auch mit ihren Intrigen und Geheimnissen. Die Idee der Geschichte finde ich sehr spannend, da es in der menschlichen Welt spielt, in der sich eines Tages eine Fae den Thron gesichert hat. Seitdem gewährt sie Wünsche, indem sie einen Handel eingeht. Man bekommt, was man möchte, muss jedoch dafür einen Preis bezahlen.

Der Schreib- und Erzählstil ist sehr flüssig und angenehm zu lesen. Alles ist sehr bildhaft beschrieben, sodass man schnell in die Welt eintauchen kann. Sowohl ruhigere Szenen als auch actionsreiche Szenen werden gut beschrieben. Humor und Emotionen werden ebenfalls gut rübergebracht.

Auch die Protagonistin Ivy ist meiner Meinung nach gut gelungen. Sie ist mutig, intelligent und stellt sich auch schwierigen Herausforderungen. Ihre Familie ist ihr sehr wichtig und sie tut alles für sie. Die Dynamik zwischen ihr, Prinz Bram und Prinz Emmett ist gelungen und sorgt ab und an für emotionale Konflikte. Auch die beiden Prinzen sowie die Nebenfiguren finde ich gut gelungen. Diese erhalten genügend Raum, um eigene Motive und Geschichten zu entwickeln. Die Charaktere sind für mich authentisch und handeln auch dementsprechend. Hauptsächlich wird aus der Perspektive von Ivy erzählt, ab und an jedoch auch aus der Sichtweise der anderen Kandidatinnen. Dadurch kann man noch besser in die Geschichte eintauchen.

Einziger Kritikpunkt ist das in den letzten Kapiteln des Buches das Erzähltempo überhetzt wirkt. Alles passiert sehr schnell und Schlag auf Schlag. 

Für mich ist dies eine sehr unterhaltsame und spannende Romantasy-Geschichte. Die Handlung hat mich richtig gefesselt und ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Für Fans von Geschichten mit Bridgerton-Vibe und Magie ist dies auf jeden Fall eine klare Empfehlung. Ich bin sehr gespannt auf den zweiten Band.

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Rezensionen von Anno:

Fast schon magisch

Sprichst du Wald? von Hannah Assil

‚Sprichst du Wald‘ ist für mich ein Mischung aus Naturdokumentation und Achtsamkeit. Dieses Buch nimmt uns mit in die Welt des Waldes und dessen jahreszeitlichen Besonderheiten, zeigt Grundlagen und Zusammenhänge auf, stellt in Portraits die Bedeutung typischer Pflanzen und Lebewesen vor, aber vor allem zeigt es auch eine Möglichkeit der Begegnung mit dem Lebensraum Wald, der alle Sinne mit einschließt.

Erst dachte ich bei einer ‚7vs wild‘-Teilnehmerin als Autorin ja eher an praktische Bushcraft-Tipps, aber diese Art Wald zu erleben, wie es hier beschrieben wird, hat stattdessen etwas tief berührendes und erdendes, fast magisches. Thematisch bleibt das Buch jedoch immer sachlich, lässt Spiritualität außen vor und beschränkt sich auf wissenschaftliche Fakten, der autoreneigenen Erfahrung und Begeisterungsfähigkeit. Und die springt definitiv über!
Allein das Lesen selbst hat schon etwas entschleunigendes. Mitunter kam es mir vor als würde eine imaginäre Naturdoku in meinem Kopf abgespielt werden, ich die beeindruckenden Bilder sehen und dem körperlosen Sprecher lauschen, wie er ruhig die gezeigten Situationen beschreibt.
Und ja, das tatsächlich im Buch vorhandene Bildmaterial ist der Wahnsinn! Genauso toll aber ist, wie der Leser an diesen so wunderbaren Lebensraum herangeführt wird, dabei grundlegende Informationen vermittelt und seine Faszination zu spüren bekommt. Es macht Lust, große Lust dem Wald einfach mal mit offenen Sinnen und bewusst zu begegnen.

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Rezensionen von Lesehamster12:

Ein entzückender Buchladen

Cursed for Good - Eine Prinzessin. Ein Pirat. Und ein verfluchter Buchladen. von Amy Coombe

Im Roman von Amy Coombe namens "CURSED for GOOD - Eine Prinzessin. Ein Pirat. Und ein verfluchter Buchladen." geht es um die Prinzessin Tanadelle de Courcy, ihre Freunde dürfen sie Tandy nennen.

Tandy wird bei einer ihrer offiziellen Reisen durch einen Fluch in einen Buchladen verbannt.

Sie kann nur aus diesem Buchladen heraus, wenn sich ihr Herzenswunsch erfüllt.

Leider ist Tandy gar nicht bewusst, dass sie einen Herzenswunsch hat. Ja, sie liest sehr gerne Bücher und freut sich auch erstmal, nun genügend Bücher um sich herum zu haben, doch auf Dauer den Laden nicht verlassen zu dürfen, ist dann doch anstrengend.

Ihre Eltern schicken nach den Prinzen im Reich, um sie frei zu küssen und den Fluch zu brechen.

Der Schreibstil ist toll, man bleibt gerne an der Geschichte und die Ideen den Roman so zu verschriftlichen, finde ich klasse. Für mich eine ganz tolle Story!

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Rezensionen von Anno:

Diese eine Tür

Ms Atkins und die Bibliothek der Träume von Vanessa Göcking

Ein bisschen erinnern mich die Türen aus diesem Buch an Kerstin Giers „Silber“ und doch ist die Stimmung und auch die Erzählweise und Funktion der Türen eine andere. Durch sie kommt man mit dem eigenen selbst in Kontakt und verarbeitet, durch die in ihnen wohnenden Träume, Geschehenes nach und nach.

Eine schöne Vorstellung! Doch Amanda trifft eines Tages auf eine Tür, die sich nicht öffnen lässt; und auf Menschen, die ihr mit der Zeit und der Hilfe der Bibliothek ans Herz wachsen werden.
Dieses Buch erzählt aber nicht allein aus Amandas Sicht, es wechselt die Perspektiven und erzählt manche Passagen sogar doppelt um ausführlicher in die Empfindungen der einzelnen Beteiligten einzugehen. Die Träume selbst entpuppten sich dabei als längst nicht so phantastisch, wie ich es erst annahm. Doch auch diese ruhige und etwas melancholische Stimmung hat es in sich.
Ich habe mich unwillkürlich dem Tempo angepasst und dieses Buch mit bedacht, aber auch mit großem Interesse gelesen. Ich fand es toll mitzuerleben, wie Amanda die Geheimnisse der Bibliothek kennenlernt auf Robert, Henry und auch Xiao Mei triff, und diese sie auf ihrem Weg begleiten. Bis, ja bis, sich irgendwann auch die verschlossene Tür öffnet und das was sich dahinter verbarg mich zu Tränen rührte.

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Rezensionen von Lerchie:

Ein schönes Kinderbuch

Schascha und der Buchspazierer von Carsten Henn

Schascha ist neun Jahre alt und liebt Bücher und das Lesen. Sie begewgnet dem Buchhändler Carl Kollhoff, der Bücher z den Kunden bringt. Eines Tages fängt sie an ihn zu begleiten und wird Teil seiner Mission. Sie bringen Geschichten und Hoffnung zu anderen, bis Schascha zeigen muss, wie viel Mut und Kraft in ihr und den Büchern steckt.

Meine Meinung
Das Buch ist ein Kinderbuch, das sich dementsprechend gut lesen ließ. Es ist kindgerecht geschrieben und trotzdem spannend. Unklarheiten im Text gab es keine, so dass mein Lesefluss nicht gestört wurde. Schascha beobachtet vom Fenster der väterlichen Wohnung aus Carl Kolhoff, wie er immer wieder aus der gegenüberliegenden Buchhandlung kommt, mit einem Rucksack voll Büchern. Eines Tages fasst sie sich ein Herz und geht zu ihm um ihn zu begleiten. Erst nach vielen Bitten und Betteln erlaubt er es ihr und die beiden schließen Freundschaft miteinander. Doch dann erfährt ihr Vater davon und macht ein Mordstheater. Was natürlich durchaus verständlich ist, allerdings fand ich, dass er mit dem Mann hätte reden sollen, bevor er ihn verurteilt. Denn genau das hat er getan, auch wenn es so nicht wortwörtlich im Buch steht. Wir lesen, was Schascha mit dem Buchspazierer, wie sie Kolhoff genannt hat, alles erlebt. Es ist ein schönes Buch für Kinder, gut für sie zu lesen und irgendwie auch lehrreich. Ich empfehle es gerne weiter, denn mir hat es gefallen, ja hat mich sogar gefesselt und auch gut unterhalten. Ich mag solche Bücher sehr gerne. Fünf Sterne.

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Rezensionen von Lerchie:

Der Bestienjäger

Cats Tagebuch - Lass die Ratte aus dem Sack! von Höllbacher Franziska

Eine witzige Geschichte im Comicstil als Tagebuch aus des Katers Sicht.
Eines Tages wird Knutbert und in der Nachbarschaft von einem Biest gesprochen. Es versetzt alle in Angst und Schrecken. Da wird Knutbert verdächtigt und das kann er ja nicht auf sich sitzen lassen, denn die haben deswegen von einem Tierheim gesprochen und dahin will er absolut nicht.

So bleibt ihm nich5ts anderes übrig als die Bestie zu finden. Und er wird als Superheld zurückkehren.

Meine Meinung
Leider habe ich mal wieder zu spät bemerkt, dass dieses Buch PDF-Format hat. auf dem Tolino ließ sich die Schrift6, die superklein war, kaum vergrößern ohne Verluste an den Seiten. Dauernd hin und herschieben dann streikt der irgendwann. Auf dem Kindle ging das zwar, aber es wurde richtig chaotisch. Ein Satz und das Ende desselben zwei Etagen tiefer. Also ein Lesevergnügen war das nicht. Die Idee für dieses Buch war nicht schlecht, auch wenn auf dem Kindle manchmal leere Seiten aufgetaucht sind, die ich dann auf dem Tolino nachgeschaut habe, denn da waren sie da. Das heißt ich musste praktisch auf zwei Geräten lesen. allerdings bin ich darauf erst nach der Hälfte des Buches gekommen Aber nun zum Inhalt. Wie im Klappentext bereits erwähnt, muss Knutbert sich auf die Suche nach der Bestie machen. Das erweist sich gar nicht als so leicht. Denn er weiß ja nicht, wie sie aussieht. Wird er sie trotzdem finden? Bescheiden ist er ja nicht gerade und gibt immer groß an. Aber das muss der geneigte Leser selbst lesen. Hätte ich es gut lesen können, dann hätte mir das Buch bestimmt großen Spaß gemacht. Auch verwirrten mich die Zeichnungen , die auf dem Kindle anders aussahen als auf dem Tolino., unklarer ging es fast nicht mehr. Da es aber trotzdem noch spannend war, auch wenn mich die erwähnten Sachen massiv beim Lesen gestört haben, und es war auch lustig, ich musste immer wieder schmunzeln, vergeben ich für das Taschenbuch eine Leseempfehlung für dieses PDF-Format jedoch nur 3 Sterne. Das tut mir für die Autorin leid, denn es ist ein Fehler des Verlags.
Ich werde es trotzdem meiner Bücherei als Taschenbuch empfehlen.

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Rezensionen von Nicole (Abby1810):

Aktuell-Zeitlos-Lesenswert

In jedem Menschen begegnet uns eine Welt von Anna Lutz

"In jedem Menschen begegnet uns eine Welt" musste ich unbedingt lesen. Ich bin mit jüdischen Freunden aufgewachsen und einige sehr enge Freundinnen von mir sind Jüdinnen. Daher war ich sehr neugierig auf das Buch. Die unterschiedlichen Charaktere und vorgestellten Persönlichkeiten in diesem Buch entsprechen auch meinem persönlichen Eindruck des jüdischen Lebens in Europa der Gegenwart.

Tatsächlich ist auch mir eines (wie auch der Autorin Anna Lutz) aufgefallen, nämlich die Gemeinsamkeit aller in dem Buch vorgestellten Personen: Juden verbindet die kollektive Erfahrung der Shoah. Ganz gleich ob sie unmittelbar, oder indirekt damit verbunden sind. Und nachdem 7. Oktober 2023 ist "Nie wieder ist JETZT" für meine jüdischen Freunde sehr präsent geworden.

In diesem interessanten Buch stellt Anna Lutz 10 ganz verschiedene Persönlichkeiten vor. Das Jüdischsein interpretiert jeder für sich persönlich und individuell. Da erzählt zum Beispiel der Restaurantbesitzer Yorai Feinberg von seiner künstlerischen Vergangenheit, aber auch weshalb er nicht wirklich gläubig ist, sich dennoch mit dem Judentum identifiziert, ein jüdisches Restaurant betreibt, und trotz des steigenden Antisemitismus Deutschland treu bleibt. Aber auch Rabbi Yehuda Teichtal hat eine sehr interessante Geschichte zu Erzählen. In den 90-er Jahren kam er mit seiner Gattin nach Berlin um jüdisches Leben wieder sichtbar zu machen. Im eigenen Wohnzimmer haben die Eheleute begonnen eine Gemeinde aufzubauen. Mittlerweile zählt ihre Gemeinde über 3500 aktive Mitglieder. Allgemein bin ich seit Jahren ein Fan von Rabbi Teichtal, und folge ihm auch auf Instagram. Seine positive Einstellung, seine Lebenserfahrung die er mit seinen Followern teilt und seine jüdischen Weisheiten klingen sehr lehrreich. Außerdem hat er einen tollen Humor.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Toll finde ich die facettenreiche Vorstellung der Personen. Die Vielfalt und Schönheit des jüdischen Lebens wird in dem Buch sehr gut zum Ausdruck gebracht. Es ist auf jeden Fall ein Buch gegen das Vergessen. Und das wird täglich wichtiger in der heutigen zu Antisemitismus neigenden Gesellschaft. Absolute Leseempfehlung meinerseits!

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Rezensionen von trebor:

Beobachten, Zusammenhänge erkennen und Bewahren

Sprichst du Wald? von Hannah Assil

Hannah Assil gelingt es mit ihrem Buch "Sprichst du Wald? - Arten entdecken - Zusammenhänge verstehen. Dein Erlebnisführer durch die Jahreszeiten" ihre Begeisterung für den Wald zu vermitteln.
Ihre stimmungsvollen Fotos und fast poetischen Beschreibungen machen es leicht, das Buch in fast einem Atemzug vollständig durchzulesen.

Ihre Botschaft ist eindeutig : Beobachten, Zusammenhänge erkennen und Bewahren, aber ohne Stillstand, in ewigen Kreisläufen durch die Jahreszeiten. So ist das Buch auch aufgebaut, die Besonderheiten im Frühling, Sommer, Herbst und Winter, die Pflanzenwelt immer in enger Interaktion mit ihren tierischen Lebewesen jeglicher Art. Mittels Herausstellen einzelner Schlüsselarten wie der Waldameise, den Spechten, der Buche, den Eichelhäher sowie den Wolf macht sie deutlich, dass das Vorhandensein oder das Fehlen der einen oder der anderen Art sich unmittelbar auf das gesamte Gefüge auswirkt. Alles hängt mit allem zusammen.

Eine Basislektüre für alle.

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Rezensionen von Mario Schönherr:

Stark begonnen, dann leider beständig nachgelassen ...

Popóm von Johanna Sebauer

Popóm (mein erster Roman von Johanna Sebauer) startete für mich richtig stark. Die Idee, dem eigenen zukünftigen Ich zu begegnen, ist originell, macht neugierig und verspricht eine spannende Geschichte. Auch sprachlich ist der Roman leicht und angenehm zu lesen. Leider kann das Buch dieses hohe Niveau aus meiner Sicht nicht bis zum Ende halten.

Nach dem vielversprechenden Einstieg verliert die Handlung etwas an Spannung und entwickelt sich vorhersehbarer, als ich es mir gewünscht hätte. Gerade bei einer so außergewöhnlichen Ausgangsidee hätte ich mir zum Schluss mehr Mut, mehr Dramatik und eine überraschende Wendung erwartet. Stattdessen endet die Geschichte recht erwartbar. Für mich ist Popóm ein lesenswerter Roman mit einer starken Grundidee und einigen klugen Gedanken über Identität, Zukunft und das Leben. Ich denke allerdings, dass deutlich mehr Potenzial hinter dieser Geschichte gesteckt wäre.

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Rezensionen von MarcoL:

Genial erzähltes Mini-Familienepos über mehrere Generationen aus Chile.

Der Flug des Kondors von Miguel Bonnefoy

Genial erzähltes Mini-Familienepos über mehrere Generationen aus Chile.

Ende des neunzehnten Jahrhunderts wütete in Frankreich die Reblaus. Kaum ein Weinstock überlebte den Befall. So traf es auch das Weingut Lonsonier. Der Winzer rettete einen einzigen Stock, grub ihn aus und machte sich damit auf die beschwerliche Reise nach Kalifornien.

Das Schicksal spülte ihn in Chile an Land. Nach Erholung von den körperlichen Strapazen tat er das, was er konnte. Er wurde zu einem der erfolgreichsten Weinbauer im Land – aus einer einzige Pflanze. Es ging ihm gut, hat Ländereien und eine Familie. Dennoch waren und blieben sie immer Emigranten – Fremde in einem Land. Seine Kinder und EnkelInnen spürten den Sog in die alte Heimat Europa, quasi ein unbekannter, dafür umso interessanterer Ort.
Die Wirren der beiden Weltkriege führten die Nachkommen Lonsoniers auf den alten Kontinent, vom Drang getrieben, für Frankreich (denn sie waren immer noch Franzosen) in den Krieg zu ziehen. Zwei Generationen kommen verletzt, desillusioniert und völlig traumatisiert zurück nach Chile, wo das Leben seine Fortsetzung fand.
Der Autor verzaubert uns wieder, wie schon mit seinem Roman „Der Traum des Jaguar“, mit einer intensiven Familiengeschichte und einem politischen Close-up Chiles über mehrere Generationen. Wie es den einzelnen Protaginst:Innen erging – bitte selber lesen. Der Roman ist es absolut wert.
Der Erzählstil ist gewohnt sehr flüssig und angenehm. Mit starken Szenen und magischen Einflechtungen zaubert Bonnefoy ein plastisches Bild von Chile, sowie ein gutes Abbild der Gesellschaft. Geschichte wird hier mehr als lebendig, zum Greifen nah.
Und letztendlich kommt die Frage aller Fragen: Was ist Heimat? Auch wenn es nicht explizit als Handlungsfaden vorkommt, so drängt sich dieses Thema wie von selbst auf.
Ganz große Leseempfehlung für dieses weitere Meisterwerk, ganz großes Kompliment an die Übersetzerin Kirsten Gleinig.

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