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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Martina Schmidt:

Pause . Punkt

Pause von Lena Kupke

„Die Millisekunde vor der Bewusstlosigkeit, in die man hineingleitet, in diesen Pausenraum, fühlt sich wie eines der schönsten Gefühle an, wie etwas, das ich ganz lange herbeigesehnt habe, alles ist dann friedlich, es gibt kein Müssen mehr, keine Sorgen, kein Scheitern, keinen Ehrgeiz, keine Katastrophen, keine Verluste, keinen Schmerz, nur Ruhe.

“ S. 65



Inhalt:

Hanna überkommt eine Panikattacke und ist gezwungen die nächste Zeit bei ihren Eltern zu verbringen. Doch wie soll ihr das helfen mit 36 Jahren wieder unter einem Dach mit ihren Eltern zu leben als wäre sie wieder ein Teenager? Irgendwie muss sie es schaffen zu heilen, ihre Familie neu wahrzunehmen und eine frische Liebe in ihr Herz zu lassen. 



Cover:

Das Cover fällt durch die orange Farbe auf. Durch die Person im Pyjama und dem Titel kann man schon vermuten, worum es geht. 



Meine persönliche Meinung:

Das Buch nimmt einen gleich mit hinein in die Situation und man wird sofort warm mit der Protagonistin. Besonders gut hat mir gefallen, dass Hanna als Person immer im Vordergrund stand. Alle Beziehungen sind ein Teil von ihr, aber nehmen niemals überhand oder werden gelöst. Auch die neue Liebe bleibt bis zum Schluss offen wie sehr sie sich darauf einlässt und es wird nicht zu einer rasanten Liebesgeschichte. Hanna mit ihrer Erschöpfungsdepression, ihren Gedanken, ihren Missgeschicken und Zweifeln war zentraler Punkt des Buches. Das macht es auch so authentisch. Nicht alles lässt sich lösen oder ändern, nicht sofort ist man über eine Krise hinweg und muss erst langsam heilen. Diese ganze Situation ist sehr realistisch geschrieben und trotzdem schwingt Humor in Form von Sarkasmus mit. So lockert es das schwere Thema auf, nimmt ihm aber nicht den nötigen Ernst. 



Fazit:

Ein ehrliches Buch erzählt von einer Frau mitten in einer Erschöpfungsdepression mit allen Höhen und Tiefen.

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Keine Mutsch.

Pina fällt aus von Vera Zischke

„Er braucht sie nicht nur, weil sie ihn versorgt. Er braucht sie auch, weil sie die Welt für ihn zusammenhält, sortiert, gelegentlich aussperrt und in vertaubare Häppchen einteilt.“ S. 24



Inhalt:

Pina Luken ist Mutter eines erwachsenen Sohnes - Leo, 20, Autist. Sie kümmert sich alleine um ihn.

Nur für zwei Stunden pro Woche hat sie eine kleine Auszeit. Leo bleibt bei der Nachbarin, einer älteren Dame, für die Pina die Einkäufe erledigt. Leo hat 100 eigene Regeln wie der Tag verlaufen muss, damit er in seine Welt passt und diese Regeln kennt nur Pina. Als sie beim Einkauf mitten auf der Straße zusammenbricht, bricht auch eine Welt zusammen. Für Leo, dessen Mutsch fehlt und für Pina, die nicht weiß, wer sich um Leo kümmert und in seine Welt eintauchen kann.



Cover:

Das Cover ist gezeichnet und man sieht Pina, die sich nicht bewegen kann, wie man aus dem Titel schließen kann. Das Cover hat mich nicht angesprochen.



Meine persönliche Meinung:

Als ich den Klappentext gelesen habe, war ich sofort gefangen in der Geschichte. Ich habe auch einen beeinträchtigten Sohn und dieses Szenario ist meine schlimmste Vorstellung. Ich habe zwar ein gutes Unterstützungssystem und weiß, dass mein Sohn versorgt sein wird. Aber ich bin seine Welt und bricht die zusammen, bricht auch seine zusammen. Mein Sohn wird jetzt 17 und ich muss mich befassen mit der Situation wie es weiter geht mit ihm. Irgendwann steht auch das Thema Wohnen an der Tagesordnung und das bricht mir das Herz. Als ich das im Buch las, berührte mich es zutiefst. In der kurzen Zeit hat sich die Hausgemeinschaft sehr verändert. Zuerst wollte keiner vom anderen etwas wissen und zum Schluss halten sie zusammen, öffnen die Wohnungen und wollen Leo nicht mehr missen. Der Gedanke ihn in ein Wohnheim zu geben, zerreißt sie schier. Dieses Buch ist ungemein wichtig für Leute, die nichts mit dem Thema Behinderung zu tun haben und tut betroffenen Leuten gut.



Fazit:

Ein berührender Roman über den Struggle als Mutter eines beeinträchtigten Sohnes und die Veränderung der Menschen, wenn sie gerade ihn als eigenständige Person wahrnehmen.

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verwurzelt wie eine Magnolie

Die Magnolientochter von Tessa Collins

„Kette.“ S. 479



Inhalt:

Magnolia findet einen Jadestein, ein Flugticket nach Neuseeland und eine Rechnung mit einer hohen Summe in der Bibliothek ihrer verstorbenen Großeltern. Irgendwas passt da gar nicht zusammen. Ihre Mutter stammt zwar aus Neuseeland, kann sich aber keinen Reim darauf machen.

Niemand hat eine Ahnung welche Verbindung Magnolias Großmutter nach Neuseeland hatte. Nach einem missglückten Selbstmordversuch von Magnolias Mutter, beschließt sie, sich selbst auf die Suche nach den Wurzeln ihrer Mutter zu machen. Vielleicht kann sie ihr so helfen und nebenbei auch mehr über sich selbst herausfinden.



Cover:

Das Cover ist schön, romantisch und passt zu den anderen Büchern der Reihe. Der Buchschnitt ist sehr schön.



Meine persönliche Meinung:

Ich mag diese Reihe sehr gerne und hab auch diesen Band verschlungen. Gerade hier sieht man an Maias Geschichte wie wichtig es ist, seine Wurzeln zu kennen und zu wissen woher man kommt. Vor allem wird deutlich, welche Auswirkungen der Identitätsverlust auf die Persönlichkeitsentwicklung hat. Ein bisschen zog sich die Geschichte, weil alleine durch Maias Vornamen klar ist, dass sie etwas mit den Maori zu tun haben wird. Doch auf diese „Idee“ kamen die Personen gar nicht. Die Jagd nach den Wurzeln gestaltete sich als entmutigend und schwierig, aber um so schöner, dass alle ans Ziel kamen und mit der Vergangenheit abschließen oder neu anfangen konnten.



Fazit:

Eine gelungene Fortsetzung der Reihe mit einer ganz anderen Geschichte zur Identitätsfindung.

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Rea, ehrlich und echt

Before I met Supergirl von Rea Garvey

„Wir sind, wer wir sind.“ S. 321



Inhalt:

Rea Garvey erzählt seine Geschichte. Von frühester Kindheit über seine wilde Jugend bis hin zum Erwachsenen sein. Die Geschichten füllen sich mit Liebe, Angst, Aufbruch, Neuanfang, Verlust, Träume und Wünsche. Die Erzählungen sind irisch pur - voller Emotionen und so lebendig beschrieben, als wäre man selbst dabei.





Cover:

Das Cover gefällt mir sehr gut. Durch das Porträt und den Titel ist eindeutig, um wen es geht.



Meine persönliche Meinung:

Rea Garvey beschreibt seine Leben. Seine Erzählungen beginnen im Volksschulalter und man möchte meinen, das wird ein langatmige Buch, aber dem ist nicht so. Jedes Erlebnis ist so echt beschrieben, als würde man selbst in der Erinnerung daran schwelgen. Nebenbei gibt das Buch einen Einblick von Irland und wie das Land so tickt. Rea wird vom Superstar zum bodenständigen Menschen. Das hab ich allerdings schon auf meinem ersten Konzert gemerkt, wie „normal“ er ist. Dieses Buch bestärkt das Gefühl. Denn er ist dankbar für alles was er erreicht hat. Er sieht, was ihn geprägt und zu dem Menschen gemacht hat, der er heute ist. Die Werte Familie, Stolz, Vertrauen, Glaube, Freunde und Liebe sind ihm wichtig. Sein „God Bless“, das er so oft sagt, ist keine Floskel - nein, er meint es genau so. Wie wichtig ihm diese Werte sind, spürt man zwischen den Zeilen. Dieses Buch, ist nicht nur ein Buch über Rea, sondern es ist Rea in Buchform und sehr wertvoll, was die Wertevermittlung angeht in dieser Zeit.



Fazit:

God bless.

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verwurzelte Generationen

Die Nelkentochter von Tessa Collins

„All ihre Ängste und Sorgen hatten sich gestern Abend innerhalb von Sekunden in Luft aufgelöst.“ S. 411



Inhalt:

Lali wächst mit ihrem Vater auf. Nachdem auch ihre Großeltern starben und ein Gedichteband ihrer Mutter auftaucht, beschließt sie mehr über ihre Vergangenheit herauszufinden.

In England findet sie keinen Anschluss und somit reist sie kurzerhand nach Sri Lanka um nach ihrer Mutter zu suchen und ihre Identität zu finden.



Cover:

Das Cover ist wunderschön. Einen Hauch von der Landschaft Sri Lankas sieht man sowie Nelken und einen tollen Buchschnitt. 



Meine persönliche Meinung:

Der dritte Teil der Saga ähnelt im Aufbau und den Geschehnissen sehr den ersten beiden Bänden. Aber das macht mir gar nichts aus. Man weiß es schon zu Beginn und man kann auch vermuten was passiert. Trotzdem kommen wieder ganz andere Themen und Ereignisse zur Identitätsfindung und Geschichten aus der Vergangenheit auf. Hier geht es nicht nur um Lali, sondern auch um die Vergangenheit ihrer Mutter und Großmutter. Lali wird sogar fast zu einer Nebenfigur mit ihrer Geschichte. Der Autorin gelingt es wieder einmal viele Emotionen und Sehnsüchte und eine fantasievolle Vorstellung eines Landes zu vermitteln. Mit Lali und ihren ersten Malen fiebert man mit, mit ihrer Mutter leidet man und mit ihrer Großmutter trauert man und spürt die Sehnsucht. Allen gemein ist die Verletzlichkeit und der Drang nicht untätig zu sein. Die Gedichte übermitteln Ängste, Sorgen, Glück und Hoffnung. Auf wunderbare Weise schafft es die Autorin zu zeigen wie wertvoll es ist, seine Wurzeln zu kennen und, dass es nie zu spät ist, sie zu erkunden und Vergangenes aufzuarbeiten. Ich habe es wieder sehr genossen diesen Roman zu lesen und freue mich auf die nächsten!

Fazit: 

Ein romantischer Roman, bei dem die Suche der eigenen Wurzeln in der Vergangenheit über Generationen im Mittelpunkt steht.

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Die verlorene Tochter

Die Verlorene von Miriam Georg

„Ich habe nur die Frau gesehen, die sie für mich war, dachte sie. Nie die Frau, die sie für Mama war. Und noch weniger die Frau oder gar das Mädchen, das sie früher gewesen ist.“ S. 185



Inhalt:

Als Lauras Großmutter Änne schwer erkrankt und kurz darauf stirbt, ist für sie klar, dass sie Antworten auf viele Fragen in Änne Leben hören möchte.

Doch die Antworten bleiben fern, bis sie sich schließlich selbst zu einem ehemaligen Gutshof der Familie aufmacht und dabei eine Reise in die Vergangenheit beginnt. Doch etwas berührt sie auf der Suche sehr und bevor sie die Antworten nicht findet, kann sie auch ihr Glück nicht finden. 



Cover:

Das Cover wirkt interessant. Es spricht mich aber nicht so sehr an, dass ich im Regal zum Buch greifen würde.



Meine persönliche Meinung:

Ich tauchte wahnsinnig schnell in die Geschichte ein. Es ist mein erstes Buch der Autorin und schon bei der Hälfte war mir klar, dass ich dringend in die nächste Buchhandlung muss. Die Geschichte ist aufgebaut in den Erzählungen aus der Kriegszeit - Ännes jungen Jahren und aus Erzählungen von Laura in der Gegenwart. Zum einen hat mich das Thema Krieg und die dazu gehörende Tragik, die wie die Familie erlebt hat, tief erschüttert. Was Änne getan hat ist unverzeihlich, aber nachvollziehbar. Aber am Ende des Buches kommt mir dieses Geschehnis nur wie eine Träne aus einem ganzen Meer von Tränen vor, die die Familie erleiden musste. Natürlich ist es nur eine aktive Geschichte, aber ich denke solche Tragödien, Entwurzelungen und Leid erfuhren Millionen von Menschen. Das erschütterte mich zu tief und machte mir wieder bewusst, in welchem Luxus wir leben und wie sehr wir das schätzen sollten. Die Autorin ruft dazu auf, seinen Wurzeln nachzugehen und solange noch wichtige Fragen zu stellen, die für die Identitätsfindung wichtig ist und in dieser Geschichte sieht man wie wichtig es ist, sich mit seinen Wurzeln auseinanderzusetzen.


Fazit:

Eine generationenübergreifende und tragische Familiengeschichte die vom 2. Weltkrieg bis in die Gegenwart reicht und einen emotional stark berührt.

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