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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Julchentim:

Düster, intensiv und voller Sehnsucht

Weavingshaw von Heba Al-Wasity

Weavingshaw hat mich komplett abgeholt. Ich liebe Bücher mit alten, unheimlichen Anwesen, Geistern, dunklen Geheimnissen, verwitterten Moorlandschaften und genau dieser Mischung aus Gefahr, Sehnsucht und unterschwelliger Spannung, und dieses Buch hat davon wirklich alles.

Die Atmosphäre war unglaublich stark und dicht.

Dieses Haus, diese düstere Stimmung, die Geheimnisse hinter jeder Ecke, dazu Geister, Dämonen und ein Mann, bei dem man nie ganz weiß, ob er Monster oder einfach nur zutiefst verletzt ist. Einfach genau mein Ding.

Leena habe ich sofort ins Herz geschlossen. Sie ist stark, aber nicht auf diese übertriebene Art, sondern ruhig, klug und mit viel Herz. Und St. Silas? Ehrlich, dieser Mann lebt von ungelösten Blicken, Geheimnissen und purem inneren Chaos. Diese langsame Annäherung zwischen den beiden war fast schlimmer als jeder offene Romance-Plot, weil die Spannung einfach so gut geschrieben ist.

Was mich aber noch mehr beeindruckt hat, war, wie viel mehr dieses Buch eigentlich ist. Es geht nicht nur um Gothic Fantasy und Romance, sondern auch um Ausgrenzung, Herkunft, Flucht, Zugehörigkeit und darum, wie Menschen behandelt werden, wenn sie als fremd gesehen werden. Das war super eingewoben und hat der Geschichte viel Tiefe gegeben.

Und dann dieses Ende! Ich war fest davon überzeugt, ich lese einen Einzelband. Falsche Annahme. Die letzte Seite hat mich einfach sprachlos zurückgelassen und jetzt brauche ich dringend Band zwei.

Für mich war das genau die Art von Gothic Fantasy, die ich liebe. Langsam, atmosphärisch, emotional und mit genau der richtigen Menge an Schmerz. Absolute 5 Sterne.

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Rezensionen von Shilo:

Entscheidung zwischen Herz und Herkunft

Die Krabbenfischerin – Das Erbe der Küste von Danela Pietrek

Runa Hansen hat sich in Hamburg ein eigenes Leben aufgebaut. Zusammen mit ihrem Sohn wohnt sie auf einem Hausboot. Sie hat Arbeit, Struktur und Abstand zu ihrer Familie an der Küste. Dieses Leben wirkt stabil und sicher.
Dann passiert in der Familie ein Unglück. Ihr Bruder verunglückt auf dem Krabbenkutter.

Dadurch steht plötzlich alles wieder im Raum, was sie eigentlich hinter sich gelassen hatte. Der Familienbetrieb an der Nordseeküste ist in Gefahr und Runa muss sich entscheiden, ob sie eingreift oder weiter ihr eigenes Leben lebt.
Die Rückkehr an die Küste bringt vieles zurück. Der Krabbenkutter, die harte Arbeit auf See und die alten Spannungen in der Familie sind sofort wieder da. Es zeigt sich schnell, dass nicht alles so einfach getrennt werden kann, wie sie es gehofft hatte.
Zwischen Hamburg und Küste entsteht ein starker Gegensatz. Das eine steht für Sicherheit und Selbstbestimmung, das andere für Herkunft, Pflicht und Verantwortung. Runa gerät genau dazwischen und merkt, dass sie sich nicht einfach aus allem heraushalten kann.
In der Familie merkt man schnell, dass vieles noch nicht erledigt ist. Da steckt mehr drin als nur der Betrieb. Alte Verletzungen sind noch da und vieles wird nicht offen angesprochen. Runa versucht, einen Weg zu finden, ohne alles noch schlimmer zu machen.
Auch ihr Sohn begleitet diese Entwicklung. Er steht ihr nahe, bekommt aber natürlich auch mit, wie sehr sich ihr Leben verändert. Zwischen den beiden bleibt eine enge Bindung, aber auch eine Unsicherheit, wie ihre Zukunft aussehen wird.
Die Geschichte bleibt durchgehend ruhig erzählt. Es gibt keine großen Dramen, sondern viele kleine Schritte und Entscheidungen. Genau das macht sie sehr bodenständig und glaubwürdig, weil alles Zeit bekommt, sich zu entwickeln.
Am Ende bleibt einfach ein ruhiger Eindruck von der Geschichte. Vieles dreht sich um Familie, um Verantwortung und darum, wie schwer es ist, sich von der eigenen Herkunft wirklich zu lösen.
Die Sprache ist einfach gehalten und lässt sich gut lesen. Passt insgesamt gut zur Küste und zu der ganzen Stimmung im Buch.
5 Sterne und eine Leseempfehlung für alle, die eher ruhige Geschichten mögen, in denen es mehr um Menschen und Entscheidungen geht als um große Ereignisse.

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Rezensionen von gabiliest:

Frag doch einfach mal Annie

Annie Knows Everything von Rachel Wood

Die bekannte Autorin Rachel Wood hat mit ihrer RomCom “Annie Knows Everything” einen sehr unterhaltenden Roman geschrieben. Das fröhliche Hardcover weist schon darauf hin, dass sowohl das Arbeits- wie das Privatleben von Annie richtig durchgerüttelt werden wird.

Annie ist eine toughe junge Frau, die in einer Tech- Firma arbeitet.

Als sie plötzlich entlassen wird- der Roman spielt in New York - ist Annie wie vor den Kopf gestoßen. Doch warum hat man eine Freundin in der Personalabteilung? Carrie vermittelt Annie einen In-House Job, für den sie überhaupt nicht qualifiziert ist. Das denkt auch ihr neuer Chef Connor, doch Annie will ihn überzeugen, dass er sie braucht. Soft skills sind bei Tech- Nerds nicht gerade ausgeprägt. Aber warum führt ein kleiner grüner Dinosaurier durch Annies Eignungstest und will mit ihr Schmetterlinge fangen? Und warum ist Conner so verdammt attraktiv?

Auch privat hat Annie Probleme. Zwischen ihrer Schwester Shannon und ihr herrscht Eiszeit, denn Annie hat vor Jahren Shannons Verlobungsparty gecrashed. Jetzt will Shannon sich wieder mit dem selben furchtbaren Mann verloben, das muss Annie unbedingt verhindern und Shannon vor ihrem Unglück bewahren!

Rachel Wood hat einen witzigen und angenehm leicht zu lesenden Roman geschrieben, in dem Annie, eine unverbesserliche Optimistin, sich immer in Sachen einmischt, die sie eigentlich nichts angehen. Sie ist davon überzeugt, selbst Probleme lösen zu können, von denen Profis sicher wissen, dass das nicht geht. Während dieser Job Story mit lockeren und frechen Unterhaltungen zwischen Annie und Connor finden beide Gefallen an dem Geplänkel und am anderen. Doch Annies Selbstvertrauen wird erschüttert, als sie Connor enttäuscht. Hat ihre Liebe noch eine Chance?

“Annie Knows Everything” zeichnet liebevoll die Charaktere der Protagonisten, vor allem der scheinbare Gegensatz zwischen dem hochintelligenten und technikaffinen Connor und der lebenslustigen und fröhlichen Annie wird humorvoll beschrieben. Auch die anderen Protagonisten runden mit ihren auch einmal ausgefallenen und skurrilen Lebensgeschichten und Vorlieben das Bild von der Atmosphäre in der Tech- Welt gut ab. Geheimnisse, Intrigen, Befindlichkeiten und kleine Gemeinheiten sind an der Tagesordnung. Daneben läuft eine Liebesgeschichte, die ihre Zeit braucht, bis Annie und Connor einander näher kommen. Die Autorin hat hier ein gutes Gleichgewicht geschaffen zwischen Romantik und Humor, ein bisschen Spice darf natürlich auch nicht fehlen. Verena Ludorff trägt mit ihrer gelungenen Übersetzung aus dem Englischen wesentlich dazu bei, den Charme dieses Buches zu bewahren.

So ist “Annie Knows Everything” ein warmherziger Sommerroman, der sich hervorragend als Urlaubslektüre eignet. Annies umfassende Neugier und Zuversicht wirken ansteckend, so dass ein vergnügliches Leseerlebnis garantiert ist. Wer gut unterhalten sein will, hat hier sicher zum richtigen Buch gegriffen, das ich gerne weiterempfehle und mit fünf Sternen bewerte.

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Rezensionen von Annaja:

Eine schreckliche Vergangenheit

Home Before Dark von Eva Björg Ægisdóttir

Von annaja

Der Psychothriller der isländischen Autorin Eva Björg Aegisdottir wurde in zwei verschiedenen Zeitebenen und den unterschiedlichen Perspektiven der Hauptfiguren erzählt.
Marsibil vermisst ihre vor 10 Jahren verschwundene ältere Schwester Kristin sehr. Diese ist auf rätselhafte Weise damals nahe des Elternhauses verschwunden.

Seither leidet sie unter großen Schuldgefühlen, weil sie annimmt, dass das Verschwinden des 16jährigen Mädchens mit ihrer eigenen Lüge, die sie damals begangen hat, zusammenhängt. Bei Marsibils Besuch im Elternhaus beschließt diese nun, das Ganz nochmals aufzuarbeiten und zu recherchieren, sie will endlich Gewissheit haben. Alle Freunde und Bekannte von damals sollen ihr dabei mit Erzählungen weiterhelfen.
Der Autorin gelingt es wunderbar, mit einer dichten Atmosphäre und einem sehr lebendigen Schreibstil den Leser bis zur letzten Seite hin zu fesseln. Ein grandioser Psychothriller, der mit großem Unterhaltungsfaktor auch ein überraschendes Ende bereitet.

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Rezensionen von clematis:

Verstörend

Der Trakt von Arno Strobel

Sybille Aurich wacht in einem Krankenzimmer auf, wo sie sich daran erinnert, dass sie überfallen worden ist. Da sie sich gesund genug fühlt, will sie so schnell wie möglich zurück zu ihrem Mann und ihrem Sohn, aber angeblich hat sie gar kein Kind? Und als sie vor ihrer Haustür steht, erkennt sie ihr eigener Ehemann nicht wieder.

Rasant manövriert uns Arno Strobel durch diesen unwirklichen Thriller, der einem zeigt, wie verstörend es ist, wenn man sich genau erinnert, aber niemand einem glaubt. Sybille Aurich findet nach ihrem Klinikaufenthalt keinen Weg zurück in ihr altes Leben. Woran kann das liegen? Warum erkennt sie niemand mehr? Weshalb verfolgen sie sonderbare Männer? Fragen über Fragen. Und keine plausible Antwort in Sicht.

Wir fiebern und rätseln mit Sybille mit, überlegen, was hinter dieser Geschichte stecken kann. Vielfältige Ideen tauchen auf, erweisen sich aber allesamt als Sackgassen. Wer im jetzigen Moment als Freund erscheint, kann wenig später schon der Feind sein, Lügen und Täuschungen überlagern die nackte Wahrheit. Die Kapitel fliegen rasch dahin, die Auflösung – wenn auch sehr wissenschaftlich formuliert – kommt passend und rechtzeitig daher.

Ziemlich verstörend und nicht allzu glaubwürdig, aber flott und unterhaltsam, so kann man diese Geschichte wohl kurz umschreiben.

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Rezensionen von Immenhof:

Amüsant

Die Märchenponys, Band 1 - Schneewittchen hat jetzt vier Hufe von Nicole Roling-Brügging; Nadine Schreiber

Im Buch „Die Märchenponys“ sind sieben Märchenfiguren ihres Lebens überdrüssig und wollen die richtige Welt kennenlernen. Verzaubert als Ponys auf einem Bauernhof verbringen sie, ausgestattet mit magischen Fähigkeiten, ihr neues Leben. Die Idee dahinter ist äusserst amüsant.
Alle handelnden Personen/Tiere werden auf den ersten Seiten grafisch aufgegriffen.

Dabei steht jeweils ein „Märchenpony“ im Fokus des Buches. Der Schreibstil ist angenehm zu lesen und die Kapitellänge altersentsprechend kurz. Die Geschichten bieten trotz magischer Elemente viele alltagsnahe Aspekte, in die sich Kinder hineinversetzen können. Im Buch selbst kommen zwar immer wieder Anspielungen auf die Märchen vor, diese müssen jedoch nicht unbedingt bekannt sein.
Für Unterrichtszwecke finde ich das Buch weniger geeignet, da mir zu wenig Bezüge zwischen Märchen und den Ponys bzw. deren Charakteren bestehen. Dies dürfte für die meisten jedoch weniger relevant sein. Als Kinderbuch kann ich das Buch jedoch uneingeschränkt empfehlen.

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Rezensionen von ekiam:

Zauberhafte Geschichte mit wichtiger Botschaft

Der kleine Grimlin und das ganz große Herz - Eine Freundschaftsgeschichte von Barbara Rose

Grimlin ist ein sympathischer kleiner Wichtel, der sein Leben ruhig und gemütlich mit seinen besten Freunden etwas außerhalb des Wichteldorfs in seinem Mooshäuschen unter einer alten Kastanie verbringt. Eines Tages bringt er sein leckeres Mirabelmus ins Dorf und erfährt dort von einem neuen Bewohner: Tjelle, einem Wichtelzauberer.

Aufgrund seines dunklen Umhangs und der seltsamen rosa Rauchwolken aus seinem Kamin ist dieser den Dorfbewohnern jedoch suspekt – schließlich wird er sogar aus dem Dorf vertrieben.
Grimlins Freundinnen, die Elfen Winni und Ninina, beschreiben Tjelle hingegen ganz anders: freundlich, wenn auch etwas ungewöhnlich – und als Bäcker von köstlichem Brimbelkuchen. Aus früheren Abenteuern weiß Grimlin, dass man sich kein Urteil über jemanden bilden sollte, den man nicht kennt. Also macht er sich selbst auf die Suche nach Tjelle. Dabei stellt er fest, dass seine eigenen Ängste – etwa vor den Wiesenzischlern oder dem Schnappzahn – unbegründet sind und dass er wunderbare Freunde hat, die ihm zur Seite stehen. Schließlich gelingt es ihm, Tjelle zu finden und die Vorurteile der Dorfbewohner zu zerstreuen.

Obwohl Grimlin weiß, dass Vorurteile problematisch sind, ertappt er sich selbst immer wieder dabei. Diese werden im Verlauf der Geschichte jedoch reflektiert und aufgelöst, sodass Kinder spielerisch lernen können, wie wichtig es ist, sich eine eigene Meinung zu bilden – eine gerade heute sehr relevante Botschaft.

Die Sprache ist stellenweise etwas anspruchsvoller, insgesamt aber für die empfohlene Altersgruppe ab 5 Jahren gut geeignet. Die Kapitellänge eignet sich hervorragend zum Vorlesen, aber auch zum Selbstlesen für geübtere junge Leser*innen.
Das Buch lässt sich grundsätzlich auch ohne Kenntnis des Vorgängerbandes lesen, allerdings fehlt an einigen Stellen etwas Hintergrundwissen zur Vorgeschichte.
Die Illustrationen sind zauberhaft, farbenfroh und humorvoll gestaltet und passen sehr gut zur Geschichte. Besonders gelungen sind die Landkarte sowie die Doppelseite zur Vorstellung der Figuren, die Kindern den Einstieg in Grimlins Welt erleichtern.

Insgesamt ist dies eine liebevoll erzählte Geschichte über Freundschaft, Mut und den Umgang mit Vorurteilen.

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

Eine klare Leseempfehlung!

Die Schatten der Schuld von Michael Jensen

Just während der Feierlichkeiten zu ihrem 80. Geburtstag im Hamburger Rathaus wird Marlen Reinhardt, Reederin und Mäzenin, in Hamburg, von einem alten Mann niedergestochen und schwer verletzt. Die Identität des Mannes, dessen Tochter zu den geladenen Gästen zählt, weil sie Repräsentantin einer von Reinhardt unterstützten NGO ist, ist schnell klar, das Motiv nicht, denn der Mann, Danil Baumberger, macht einen verwirrten Eindruck.

Marlenes Enkeltochter Katharina, aussichtsreichste Kandidatin, die Nachfolge ihrer Großmutter im Familienunternehmen zu übernehmen, beginnt gemeinsam mit KHK Callsen und Privatermittler Simon Mahler Nachforschungen anzustellen. Als wenig später der Staatsschutz die Ermittlungen übernimmt und Callsen ausgebootet wird, scheint klar zu sein, dass hier etwas vertuscht werden soll.

Bei ihren Nachforschungen entdecken Katharina und Simon die Verstrickungen der Reederei in die NS-Zeit, über die in der Familie nicht gesprochen wird.

Als Katharina ihre Großmutter mit den Ergebnissen ihrer Recherchen konfrontiert, zeigt diese ihr wahres Gesicht: Sie ist nicht mehr die bewundernswerte Großmutter und toughe Geschäftsfrau, die sich in einer von Männern dominierten Welt durchgesetzt hat, sondern eine knallharte Person, die buchstäblich über Leichen geht und ihre Enkelin vor ein Ultimatum stellt.

Wie wird Katharina sich entscheiden? Wird sie die Annehmlichkeiten wie Sportwagen und Wohnung an der Alster aufgeben sowie die Nachfolge im Konzern antreten? Oder wird sie ihrem Gewissen folgen und versuchen, das Unrecht das der Familie des Attentäters zugefügt worden ist, wenigstens publik machen? Denn eine „Wiedergutmachung“, im Sinne einer Wiedereinsetzung in den alten Stand, ist ausgeschlossen. Und kann man erlittenes Unrecht und Leid mit Geld abgelten?

Meine Meinung:

Michael Jensen, im Brotberuf Mediziner und Trauma-Therapeut, spricht mit diesem Roman, der uns abwechselnd von der Gegenwart in die NS-Zeit entführt, ein nach wie vor brisantes Thema an. Arisierung jüdischer Firmen und die daraus hervorgegangenen Konzerne, die heute (noch) Big-Player in der deutschen Wirtschaft sind sowie das Verschweigen dieses Unrechts. Selbst wenn der eine oder andere Firmeninhaber oder deren Erben die Firmengeschichte kennen, wie viele wären bereit, die Konsequenzen einer Restitution zu tragen? Herrscht in vielen Fällen nicht eher die Meinung von Marlene Reinhardt, die ihr der geschätzte Autor so trefflich in den Mund gelegt hat, vor?

"Hätte er [Katharinas Großvater] die Chance nicht ergriffen, dann wäre eben ein anderer gekommen. Und du hättest heute keinen Sportwagen und keine fünf Zimmer in Alsternähe."
Ein weiters höchst interessantes Thema, mit dem ich mich schon auseinandergesetzt habe, ist die transgenerationale Traumaforschung, die Autor Michael Jensen in diesen Roman integriert. Wie kann es sein, dass Nachfahren Traumata ihrer Großeltern oder Eltern entwickeln? Jensen zeigt dieses Phänomen am tragischen Beispiel von Danil Baumberger, der Sohn eines Shoah-Überlebenden, der selbst nach 1945 geboren worden ist.

An Hand von Rückblicken, die uns unter anderem in NS-Zeit, sowie in die 1960er-Jahre in einen Kibbuz führen, erfahren wir, welches Unrecht der Familie Baumberger angetan worden ist. Die Familie steht hier stellvertretend für Tausende jüdischen Unternehmerfamilien, denen dasselbe widerfahren ist.

Ebenso wird der Frage nach Schuld und Wiedergutmachung, die auch die Politik nicht ausklammert, nachgegangen. Resultiert das Mäzenatentum von Marlene Reinhardt unbewusst (?) aus dem schlechten Gewissen heraus? Oder sind die Summen, die sie an die NGO, deren Vorsitzende Francine Baumberger ist, reines Kalkül, steuerliche Absetzposten? Es scheint, als existiere hier eine Grauzone, in der sich Marlene stellvertretend für reale Konzernchefs hier befindet.

Wie wir es von Michael Jensen gewöhnt sind, hat er penibel recherchiert und Fakten mit Fiktion zu einem fesselnden Roman verquickt.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem gelungenen Roman, der Fakten und Fiktion zu einem fesselnden Roman über die Schatten der Schuld, die über so manchem deutschen Großkonzern liegen, der auf Kosten von jüdischen Unternehmen erst so richtig groß geworden ist, aufmerksam macht, 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung.

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Rezensionen von Michaela:

Gelungener Auftakt

Ungelöst - Die erste Zeugin von Arno Strobel

Der neue Thriller 'Ungelöst' von Arno Strobl hat mich von Beginn in den Bann gezogen. Der Schreibstil ist angenehm lesbar und bringt mir Personen und Situationen gut näher. Das Ermittlerteam rund um Ramin Brunner ist mir sehr sympathisch und ich fiebere mit ihnen mit. Luisa Menkhoff wird als sympathische, taffe Frau beschrieben, obwohl ich mir gelegentlich denke: 'Dies müsstest du doch besser wissen, mach das nicht!'.

Dem Lesegenuss tut dies keinen Abbruch, da diese Situationen zum Fortschreiten der Story beitragen. Ich bin gespannt, wie sie sich in den Folgebänden entwickelt. Die Story an sich ist gut konstruiert, auch wenn sich für mich wenig echte Überraschungen ergeben. Dennoch zieht mich der Fall in den Bann und ich fliege durch die Seiten. Mein Fazit also: Ein fesselnder, gut unterhaltender Thriller mit durchdachten Personen, welche einiges an Entwicklungspotenzial bieten. Ich bin neugierig, wie es weitergeht.

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Rezensionen von Merri:

Vielseitige Blickwinkel

tiptoi® Wieso? Weshalb? Warum? junior - Bagger von Inka Friese

Das tiptoi junior Bagger-Buch gefällt mir ganz gut und hat ein paar Details an Bord, die ich so noch in keinem anderen Buch gesehen habe. Besonders der Blick direkt in die Fahrerkabine ist klasse gemacht, weil die Kleinen dort mal die ganzen Hebel und Pedale aus der Fahrer-Perspektive entdecken können.

Auch fachlich ist es etwas vielseitiger: Dass exotischere Geräte wie der Gewinnungsbagger oder der Umschlagbagger vorkommen, ist für kleine Bagger-Fans eine echte Abwechslung.

Das Buch ist stabil verarbeitet und kommt ganz ohne Klappen aus, wodurch es schon mal weniger Sollbruchstellen hat. Trotz der Spezialmaschinen und der Tiptoi-Funktion zündet es bei meinem zweijährigen Sohn aber leider nicht so richtig. Obwohl Bagger hier eigentlich das Thema Nummer eins sind, bleibt das Buch oft im Regal liegen und ein anderes Bagger-Buch hat die Nase vorn. Es ist also ein inhaltlich wirklich starkes Buch, das aber wohl nicht bei jedem Kind sofort den Nerv trifft. Keine Ahnung wieso!?

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