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Rezensionen von nanu?!:

Gesund und lecker durch die Wechseljahre

Nobody Told Me von Christina Enzmann; Susanne Liedtke; Anne-Katrin Weber

Weltweit stecken gerade mehr als eine Milliarde Frauen mittendrin, in den Wechseljahren. Frau kann sich dann je nachdem, mit einer ganzen Menge neuer Probleme herumschlagen: Gewichtszunahme, Schlafstörungen, Gereiztheit oder/und Hitzewallungen zum Beispiel.
Die Autorinnen klären ernährungstechnisch auf, wie man bei einigen der Symptome sanft gegensteuern und die aus der Balance geratenen Hormone besänftigen kann.

Die ersten Seiten beschäftigen sich mit interessanten Fragen. Warum gerade das richtige Frühstück so wichtig ist. Wie das mit dem Blutzucker und Insulinspiegel ist. Warum es keine gute Idee ist, auf Kohlenhydrate zu verzichten. Welche Rolle der Darm bei der ganzen Chose spielt. Und vieles mehr.
Wer sich noch tiefer mit dem Thema beschäftigen möchte, für den gibt es im Buch noch weitere Buchtipps.

Aber genug jetzt mit der Theorie, nun wird endlich gekocht und los geht es mit dem umfangreichen Rezepteteil.
Sortiert sind die Gerichte nach ihren Eigenschaften. So findet man unter dem Kapitel "Knackig & Grün" Salate, Rohkost, Green Bowls und Kräuterpower. Im Kapitel "Wärmend & Wohltuend" dann Suppen, Currys, Eintöpfe und Dals.
Insgesamt gibt es fünf Kategorien.
Die Gerichte sind so aufgebaut, dass sie dich mit allen wichtigen Nährstoffen versorgen.
Sie sind alltagstauglich, bunt und schnell gezaubert. Vor allem sind sie gesund und trotzdem unheimlich lecker. Zumindest die Rezepte, die ich bisher ausprobiert habe, schmeckten nicht nach Verzicht oder Diät oder sowas. Und meiner Familie hat es auch geschmeckt.

Welche Rezepte kann man erwarten? Es gibt Rezepte, quer durch alle Möglichkeiten: Dips und Smoothies, Beilagen und Gebäck, von Vorspeisen, Hauptgerichte und Desserts ist von allem etwas dabei.
Hier ein paar Beispiele: Grünes Wokgemüse mit Erdnusssauce und Haferreis, Blumenkohl-"Butter-Chicken", Tom Kha mit Hühnchen, Fisch-Kokos-Curry oder Grüne-Gemüse-Frittata.
Bereits ausprobiert habe ich das Bananenbrot (mega saftig), das Wunderbröd (ein alternatives Brot aus Leinsamen, Sonnenblumenkernen, Haferflocken) und die Süsskartoffelsuppe mit Pekanuss-Sprinkle (tolle Kombi aus scharf, fruchtig und süß).

Zwischen den Rezepten gibt es ab und zu noch Wissenswertes über einzelne Lebensmittel und warum sie so gut für unseren Körper sind.
Die Texte finde ich allgemein sehr informativ und hilfreich, die Anleitungen zu den Rezepten klar und deutlich, Fragen bleiben keine offen.
Die meisten Zutaten sind überall leicht zu bekommen. Nur ganz selten ist etwas, jedenfalls für mich, unbekanntes dabei, wie zum Beispiel Lupinen.
Die Nährwerte werden immer angegeben, sowie die Zubereitungs- und Koch/Backzeiten.
Viele der Rezepte sind vegan, zumindest vegetarisch. Fisch und Fleisch kommen nicht so oft zum Einsatz.
Die Rezepte finde ich fast alle ziemlich toll und modern. Selbst wenn ich mich für das Thema Wechseljahre überhaupt nicht interessieren würde, wäre das Kochbuch dennoch wertvoll für mich.

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Tibbs fabelhafte Welt

Eine kleine Schwindelei von Rosanna Pike

Das harte Leben als Landstreicherin ist Tibb Ingleby schon immer gewöhnt, ein richtiges Zuhause hat sie nie besessen. Doch so plötzlich, und ohne jede Vorwarnung, mutterseelenallein und ohne jede Perspektive auf sich selbst gestellt zu sein, ist nochmal was ganz anderes.
Tagelang irrt sie durchs Land, bis sie Ivo trifft und sich ihm anschließt.

Mit ihm scheint alles so einfach, und vielleicht ist der Gedanke an ein richtiges Zuhause, doch nicht so absurd?
Aber das Schicksal hat anderes mit Tibby vor.

Tibby ist eine ungewöhnliche Protagonistin.
Zu Beginn der Geschichte ist sie noch recht jung, ungefähr vierzehn. Mit ihrer Mutter streift sie durchs Land und gemeinsam versuchen sie, irgendwie zu überleben.
Landstreicherei wird im 16. Jahrhundert hart bestraft und so lautet ihre erste Regel stehts: Verweile nie zu lange am selben Ort, den sonst fällst du den Mistkerlen auf.
Und nicht aufzufallen ist für Tibby sowieso schon ein Problem. Sie ist nämlich nicht nur etwas klein und zierlich geraten, sie hat auch eine besonders helle Haut und Haare. Und verbiegen kann sie sich, was ihr noch öfter das Leben retten wird.

Erzählt wird die Geschichte fast komplett aus ihrer Sicht und mit ihrer Stimme. Näher könnte der Leser ihr gar nicht sein und so kriegt man es mit jeder ihrer Facetten zu tun. Sie kommt oft unbedarft herüber und verletzlich. Sie ist aber auch wahnsinnig mutig und bauernschlau. Sie ist gutmütig und ihren Freunden gegenüber unfassbar loyal. Wenn man Tibby zur Freundin hat, kann man sich immer 100 prozentig auf sie verlassen.
Mit Tricks und kleinen Schwindeleien kommt sie durchs Leben, bis eines Tages einer ihrer Schwindel Beine kriegt und ihr über den Kopf wächst.
Tibb muss sich im Laufe der Geschichte vielen Herausforderungen stellen. Sie wird oft enttäuscht werden und manchmal sind die imaginären Gespräche, die sie mit ihrer Mutter führt, ihr einziger Wegbegleiter.
Tibb nennt die Dinge immer beim Namen. Alles was sie sieht und erlebt beschreibt sie in ihrer Art, was sich auch auf den Schreibstil des Buches auswirkt. Aber das macht ihre Geschichte auch so persönlich und eigen.
Und mannomann, fluchen kann sie wie ein Kesselflicker.

Tibb erlebt eine wahre Odyssee, die abwechslungsreicher nicht sein könnte.
Tibb muss man erlebt haben.
Für mich gab es nur im Mittelteil eine Länge, die aber bald überwunden war. Ansonsten kann ich das Buch gerne weiter empfehlen.

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Spannende Flucht zweier Kinder

Septemberkinder 89 von Krisz Hardy

Die Eltern von Paul und Michi fühlen sich gezwungen, aus der DDR zu flüchten. Nur können sie schweren Herzens ihre Kinder nicht mitnehmen. Die Flucht wäre zu beschwerlich und gefährlich.
Das sieht der 13-jährige Paul aber anders und bevor die Oma die Kinder an die Polizei übergeben kann - die findet nämlich, die Kinder seien schon immer besser im Heim aufgehoben - packt Paul seinen und Michis Rucksack und zusammen machen die beiden sich leise auf, Richtung Tschechoslowakei.

Ihr Ziel: Österreich!

Die Geschichte von Paul und Michi ist zwar fiktiv, aber sie hat mich voll mitgenommen.
Erzählt wird die ganze Zeit aus Pauls Sicht und der arme Kerl kann einem die ganze Zeit nur Leid tun, bei dem was er sich und seiner kleinen Schwester aufbürdet.
Die Strapazen, die Erschöpfung und die Unsicherheit die Paul während der Reise fühlt. Und mehr als ein Mal bereut er, es überhaupt versucht zu haben mit die Flucht. Vor allem wegen seiner Schwester, für die alles ja noch mal ein Stück anstrengender ist.
Und die kleine Michi, die erst neun ist und das unerschütterliche Vertrauen, das sie in ihren Bruder hat. Egal was passiert, Paul wird es schon für sie richten.
Nicht immer trifft Paul die besten Entscheidungen, und mehr als einmal habe ich als erwachsene Leserin für mich gedacht: "Oh, tu das nicht Paul, ihr werdet noch entdeckt".
Denn die Flucht der beiden bleibt natürlich nicht lange unbemerkt und überall wird nach den Kindern gefahndet.

Sehr schön fand ich die unerwartete Hilfe, die die Kinder überall von Menschen erleben, die schon ihre eigenen Erfahrungen mit dem Staat gemacht haben.
Von Anfang an habe ich mit den beiden mitgefiebert und ihnen das beste Ende für ihr unfreiwilliges Abenteuer gewünscht. Und vielleicht habe ich auch an der einen oder anderen Stelle ein Tränchen verdrückt, weil Paul und Michi mich so sehr berührt haben.
Die beiden habe ich richtig in mein Herz geschlossen.

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Wenn der Postbär zweimal klingelt

Der Postbär, der nicht lesen konnte von Susana Peix

Der dicke Postbär Emil fährt jeden Tag auf seinem Fahrrad durch den Eichenwald und bringt den Eichenwaldbewohnern die Post.
Am Geruch der Briefe erkennt er, für wen die Briefe bestimmt sind. Denn Emil kann nicht lesen und weiß sich nicht anders zu helfen.
Nur heute bleibt ein Brief übrig, der niemanden zu gehören scheint.

Wenn Emil doch nur lesen könnte, dann wüsste er bestimmt sofort, für wen er ist.

Dieses Bilderbuch ist eine Augenweide.
Im Eichenwald ist gerade die Herbstzeit angebrochen, und überall rieselt das Laub in warmen Herbstfarben über die Seiten.
Der Postbär sieht einfach nur zauberhaft aus in seiner Postuniform und auf seinem Fahrrad, das unter ihm viel zu klein aussieht, für seinen großen Bärenkörper.
Die Wohnungen der Waldbewohner sind so schön gestaltet worden und am liebsten möchte man als Betrachter auch mal kurz hinter den verschlossenen Wohnungstüren reinschauen und Mäuschen spielen.

Die Länge des Textes ist perfekt zum Vorlesen geeignet und Kindern ab vier Jahren angepasst.
Die Sprache ist kindgerecht, aber gepflegt.
Die Geschichte soll bei den Kleinen die Lust auf das Lesenlernen wecken. Und es zeigt, wie schön es ist, wenn man sich auf seine Freunde verlassen kann.
Die Buchseiten sind robust genug, damit die kleinen Leser das Buch auch selbst entdecken und umblättern können, ohne das gleich etwas kaputt geht.
Ja, bei diesem Anblick freut man sich geradezu, dass der Herbst endlich beginnt.

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Mit Pia wird es nie langweilig

Pia Puck von Nora Hoch

Seit 400 Jahren schon ist Pia Puck die Hauswichtelin des blauen Hauses am Brombeersee.
Jede Nacht, nachdem die alte Frau Kamille schlafen gegangen ist, kümmert sich Pia um das Haus, den Garten und die Tiere.
Doch, eine Katastrophe bahnt sich an, denn Frau Kamille kann nicht mehr so gut alleine bleiben und ein Teil ihrer Familie zieht bei ihr ein: Ein Mann, eine Frau und drei Kinder.

Drei besonders laute, sehr lebhafte, unordentliche und sehr neugierige Kinder.
Das wars wohl mit der Ruhe!

Was für eine zauberhafte Vorlesegeschichte, und noch dazu greift es einige Themen auf, über die Kinder sich so ihre Gedanken machen können.
Frau Kamille, die mehr als nur vergesslich wird und nicht mehr alleine bleiben sollte, da sie sogar regelmäßig vergisst, abends die Kerzen auszumachen.
Dann ist da Wanda, das dritte der Kinder, die sich oft von ihren Geschwistern ausgeschlossen fühlte und nicht mitspielen darf, nur weil sie die jüngste ist.
Und noch dazu kommt der Umzug in ein fremdes Haus in einer fremden Gegend, wo alles anders ist.
Die Autorin nimmt sich der Themen in einer kindgerechten Sprache an und macht daraus ein spannendes und lustiges Abenteuer. Denn natürlich hat vor allem die schlaue Wanda gemerkt, dass im Brombeerhaus irgendetwas vor sich geht.

Die kleine Wichtelin Pia ist eine tolle Figur, die sich jedes Kind sofort als Freundin wünschen würde.
Sie wichtelt nicht nur im Haus herum, sie ist auch die Wächterin des Wäldchens und der Tiere, pflegt diese gesund und Magie beherrscht sie auch ein wenig.
Und das beste, am liebsten stellt sie Quatsch an und spielt ihren Menschen lustige Streiche. Mit Pia wird es also niemals langweilig.
Die Illustrationen von Claudia Weikert passen perfekt zum Text, auch wenn es nach meinem Geschmack ruhig ein paar Bilder mehr hätten sein können.
Pia Puck ist ein spannendes Abenteuer rund um die Familie und Freunden und gegenseitigem Vertrauen.
Empfohlen wird das Buch Kindern ab 5 bis 8 Jahren.

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Female Rage

Honey von Imani Thompson

Yrsa schreibt gerade ihre Doktorarbeit an der Cambridge Universität. Als sie mitbekommt, dass ihre Freundin von einem der Professoren ausgenutzt wurde und dieser als Mann, natürlich keinerlei Konsequenzen befürchten muss, nutzt Yrsa eine günstige Gelegenheit aus, um den Prof sterben zu lassen.
Dieser Tod macht etwas mit Yrsa, so hat sie sich schon lange nicht mehr gefühlt.

Und dieses Geräusch, das er beim Sterben machte, ...

Dieses Cover mit der Honigschrift, finde ich unheimlich passend, obwohl an Yrsa überhaupt nichts süß oder klebrig ist. Im Gegenteil, an ihr perlt alles ab und brav oder angepasst, ist nur ihre Fassade.
Als WOC hat sie schon immer mit Benachteiligung und Ungerechtigkeit zu kämpfen gehabt. Deswegen nimmt sie sich auch, was sie haben will. Nur, driftet sie in ihrem Fall, immer mehr in die Psycho-Ecke ab.
Den Weg dahin, fand ich richtig spannend, denn nachvollziehen kann man ihre Absicht dahinter ja schon, irgendwie. Denn jeder Mord ist anders und wird von ihr auch stets anders begründet. Eine gewisse Moral steht immer dahinter.
Und dann war ich auch ständig gespannt darauf, ob Yrsa mit ihren Taten davonkommt. Ob sie vielleicht irgendwann unvorsichtig wird, oder es knallhart durchzieht.

Gleichzeitig erfährt man auch einiges über Yrsas Doktorarbeit über den Afropessimismus, einem Thema, von dem ich vorher noch nie gehört habe.
Ihre Überlegungen und Ansätze dazu nehmen einiges an Raum ein, die ich auch interessant fand, aber sie bremsen auch ein wenig den Lesefluss.
Zudem wird man als Leser auch mit anderen gesellschaftskritischen Problemen konfrontiert.

Den Erzählstil fand ich meistens flüssig zu lesen, nur in manchen Situationen ändert er sich, wird temporeicher und abgehakter, aber es passt zum Moment. Nur zunächst war ich davon etwas irritiert.
Insgesamt hat mich Yrsa und ihre Kaltschnäuzigkeit fasziniert. Sie ist keine Figur, die man besonders mögen kann, aber ihre eigene Art zu Denken hatte schon was.
Dieses Buch ist speziell, einfach mal etwas anderes.

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Die Rache einer Mutter

Das kleine Handbuch einer Vorstadt-Killerin von Mark Mupotsa-Russell

Auf den ersten Blick führt Olivia das normale Leben einer Working-Mum: Ein Häuschen in einer australischen Vorstadt, ein Ehemann, zwei hübsche Töchter, und dann ist sie in ihrem Beruf auch noch ziemlich erfolgreich.
Niemand käme hier auf die Idee, dass Olivia in einem früheren Leben mal in Spanien, für ein Verbrechersyndikat, Auftragsmorde ausgeführt hat.

Jetzt aber ist alles ruhig und normal und fast schon langweilig. Bis diese Tragödie passiert, und eine ihrer Töchter bei einem Überfall von einer Gang ermordet wird.
Olivia schwört blutige Rache!

Dieses Buch hat mich ein bisschen umgehauen, nach dem witzigen Cover und dem flotten Titel geurteilt, hatte ich nicht mit so einer brutalen und blutigen Geschichte gerechnet. Aber ich wurde positiv überrascht, das Buch ist nämlich unheimlich mitreißend und mega spannend, und vom ersten Moment an war ich mittendrin.

Olivia ist so eine typische Anti-Heldin. Man muss sie nicht unbedingt mögen, verstehen konnte ich ihre Wut aber jeden Augenblick, oft wirkt sie vielleicht eiskalt, aber Mannomann, sie hat es echt drauf. Vergessen oder verlernt hat sie ihre Skills jedenfalls nicht.
Sie sinnt auf Rache, mit jeder Faser ihres Körpers. Sie kann nur noch an eines denken, und zwar wie sie diese Typen, die ihre Tochter auf dem Gewissen haben, um die Ecke bringen kann.
Aber am besten so, dass sie die Fassade der gebrochenen und trauernden Mutter nicht aufgeben muss. Die ist nämlich ihre beste Tarnung, und im Hinterkopf schmiedet sie schon den nächsten Plan.
Gleichzeitig holt ihre spanische Vergangenheit sie langsam ein. Denn auch in Spanien hat sie vielleicht den ein oder anderen Fehler begangen, bevor sie sich auf und davon gemacht hat.

Erzählt wird aus ihrer Sicht in der Ich-Form, und zwar auf zwei Zeitebenen. Die eine Ebene handelt von der Vergangenheit und ihren Killer-Anfängen in Spanien, die andere handelt von der Gegenwart. So erhält der Leser immer Zugang zu Olivias Gefühlen und Gedanken, ihren spontanen Eingebungen und ihren Killerinstinkten, die sie zweifellos hat.
Die Handlung ist temporeich, fast wie im Film, und nie weiß man, was einen als nächstes erwartet, eine Wendung jagt die nächste.
Obwohl Olivia kein Problem damit hat, anderen Menschen das Licht auszuknipsen, hat sie doch eine Reihe von Prinzipien, an denen sie festhält. Das verleiht ihrer Tätigkeit als Killerin schon irgendwie etwas witziges, im galgenhumorigen Sinn, versteht sich.
Ich mochte die Dialoge, den Schreibstil, die Action. Volle Lese-Empfehlung meinerseits!

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"Locherzahn und Tintenspitz"

Eine Tür für den Pomps von Judith Spörl

Die Kinderbuchwerkstatt ist ein Ort an dem wunderbare Kinderbücher entstehen.
Hier sitzen die Schreiblinge und Farbklecksis hinter ihren Türen und denken sich neue Kinderbuchgeschichten aus.
Und manchmal, wenn die Schreiblinge nicht richtig aufpassen, entwicht ihnen eine Buchfigur, die dann mit den anderen ausgebüxten Buchfiguren durch die Flure der Werkstatt streift.

So wie Marie! Marie ist schon lange hier und eigentlich mag sie ihre eigene Buchgeschichte gar nicht so sehr, denn da ist sie nur eine unwichtige Nebenfigur.
Aus purer Langeweile kritzelt sie an einem Plakat herum, das schon ganz vergilbt an einer Wand hängt. Und so erweckt Marie versehentlich den Pomps zum Leben, der bald schon ihr bester Freund wird.
Nur hat Pompsi keine eigene Kinderbuchgeschichte und wird sich so, bald in Luft auflösen. Das muss Marie unbedingt verhindern.

An "Eine Tür für den Pomps" gefallen mir so viele Aspekte, aber am besten gefällt mir natürlich der Pomps.
Seine drei Antennenglubschaugen und seinen grünen Wackelpuddingkörper muss man einfach mögen, und wie er den ganzen Tag durch die Flure wobbelt und Buntstifte knuspert.
Sein größtes Problem ist seine fehlende Geschichte, und wenn ihm niemand eine schreibt, wird er sich in Luft auflösen. Nur jemanden zu finden, der diese Aufgabe übernimmt, ist schwieriger als zunächst gedacht.

Die Kinderbuchwerkstatt ist voller lustiger Figuren und mit einigen von ihnen versteht Pompsi sich richtig gut.
Da ist der Kater Kapitän Krümel oder das Einhorn mit dem Glitzerpo, der Drache Schmauchi mit der lustigen Aussprache und der die allerbesten Kuchen backt. Da ist der Tintenfisch in seinem Goldfischglas, der ständig in der Nase popelt, und Marie natürlich. Am liebsten treffen sich alle in der Küche und futtern Kuchen.
Da möchte man sich als Leser direkt dazu setzen, Schmauchis Kuchen essen und den Vorlesegeschichten lauschen, die sich die Figuren gegenseitig vorlesen.

Das Buch ist eine Mutmachgeschichte. Es zeigt auf, dass man alles schaffen kann, auch wenn es erstmal nicht so aussieht. Dass man einen Schritt nach dem anderen wagen soll, und dass es nicht schlimm ist, wenn man auch mal einen Schritt überspringt, weil er noch zu schwierig ist.
Es geht um Freundschaft und Zusammenhalt und dass jeder wichtig ist, auch Nebenfiguren. Diese Geschichte ist wirklich etwas besonderes, und ich liebe die Sprache darin. Sie ist bildgewaltig und bunt, mit vielen alternativen und viel besseren und lustigeren Wörtern, als in anderen Büchern.
Manchmal muss man staunen über die schlauen Ratschläge vom Pomps, er hat oft sehr gute Lösungen parat.
Bespickt ist Pompsis Buch mit lauter tollen Bildern und Comics von Arabell Watzlawik, die den Pomps wunderbar aufs Papier pompst und seinen wobbeligen Charme perfekt einfängt.
Die Kapitel haben die perfekte Länge zum Vorlesen.
Und zum Schluß gibt es ein paar Denkaufgaben für die kleinen Leser und Leserinnen, die dabei helfen, sich eine eigene Geschichte auszudenken. Denn jeder kann der Held seiner eigenen Geschichte werden:
Von mir gibt es die volle Punktzahl und eine klare Empfehlung für den Pomps.

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Ein Fall für Mira Sommer

Das Geheimnis des verschwundenen Amuletts von Marietheres Wagner

Mira Sommer steckt mitten im Umzugschaos, als sie zufällig in ihren ersten Fall verwickelt wird. Zum Glück ist Mira eine besonders gute Beobachterin und oft entdeckt sie Details, die anderen niemals auffallen würden. Eine spontane Rettungsaktion ist unvermeidlich.
Und dann erhält Mira unverhoffte Unterstützung, denn sie lernt Fabio und Amelie kennen.

Ob die drei als Team den kniffligen Fall lösen können?

Schon auf den ersten Seiten wird der Leser mitten ins Geschehen geworfen, deswegen habe ich auch einen Moment gebraucht, um mich zurechtzufinden.
Erzählt wird die Geschichte aus Miras Sicht in der Ich-Form. Das besondere an Mira ist ihre lebhafte Fantasie.
Sie selbst beschreibt ihr Gedankenkarussell als Waschmaschine, und manchmal gerät die in den Schleudergang. Und das beschreibt die Sache ganz gut: Plötzlich purzeln Miras Gedanken durcheinander und manchmal hört sie auch noch Stimmen, und in diesen Szenen fiel es mir echt schwer, ihr zu folgen.

Gut gefallen haben mir Fabio und Amelie und dass die beiden Mira so tatkräftig zur Seite stehen und zusammenhalten, wenn es darauf ankommt.
Jede Entscheidung in ihrer kleinen Agentengruppe wird stehts demokratisch beschlossen. Mira wird im Laufe des Abenteuers über sich hinauswachsen. Sie wird lernen, dass sie sich auf ihre Intuition verlassen kann und ihr Selbstvertrauen stärken.
Weniger gefallen haben mir die beiden Ganoven und dass die beiden schnell wieder in der Versenkung verschwinden. Ich hätte gerne mehr über die beiden erfahren.
Dagegen kann man sich als Leser so richtig schön über die Hauptkommissarin ärgern, weil die offensichtlich über null Menschenkenntnis verfügt und überhaupt, ständig auf dem Holzweg ist.

Die meiste Zeit hat der Detektivfall mir gut gefallen. Nur kommt mir manchmal der Zufall zu oft zur Hilfe. Besonders bei dem, was Mira nach der Auflösung noch alles herausfindet, so plötzlich und willkürlich, nur um Material für eine Fortsetzung zu haben? So kommt es jedenfalls bei mir rüber.
Sprachlich gesehen ist das Buch für geübte Leser gut geeignet. Der Verlag empfiehlt das Buch allen Kindern ab 10.

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Rache ist süß

Ein unheimlich guter Mensch von Kirsten King

Seit vier Monaten sind Lillian und Henry nun zusammen, und so langsam möchte Lillian die Beziehung ein wenig vertiefen. Sie möchte seine Familie kennenlernen und es wäre schön, wenn er sie überall als seine Freundin vorstellen würde.
Aber er lässt sie sitzen und Lillian ist stinksauer. Während eines Besäufnisses probiert Lillian einen Schadenzauber an Henry aus, den sie auf You Tube gesehen hat.

Am nächsten Tag ist Henry wirklich tot.

Wow, also was für ein Debüt, was für ein Kracher war das?
Dieses Buch lässt mich zwiespältig zurück, aber das meine ich positiv.
Einerseits habe ich nie eine Hauptfigur erlebt, die weniger sympathisch und angenehm ist, als diese. Andererseits macht das aber auch den Reiz an der Geschichte aus.
Lillian ist wie ein Unfall, bei dem man es nicht schafft, wegzusehen.
Der Leser bekommt Lillians komplette Gefühlswelt in der Ichform präsentiert. Alle ihre intensiven Gedanken, wovon sie ein Menge hat, und ihre eigene krasse Sichtweise und Logik, der sie folgt.
Schon der Prolog konnte mich direkt fesseln, weil ich ihn so stark fand.
Obwohl sich Lillian wirklich Mühe gibt, dass man sie als Leser nur schrecklich finden kann, gibt es doch diese Momente, bei denen man nur noch Mitleid für sie empfinden kann. Aber keine Sorge, dieses Gefühl macht Lillian dann meist selbst einen Satz weiter wieder zunichte.
Überhaupt hat sie bei mir ständig starke Emotionen hervorgerufen. Es ist faszinierend. Erst will man sie nur hassen, dann bemitleiden, und dazwischen ist man nur fassungslos.
Es ist wie es ist, Lillian ist ein unheimlich guter Mensch, nur sind alle anderen zu doof, das zu begreifen.

Lillian sieht sich selbst als das eigentliche Opfer, denn schließlich hat man ihr den Freund genommen. Und sie gefällt sich sehr in dieser Rolle.
Aber was wirklich in jener Nacht mit Henry geschehen ist, will sie trotzdem herausfinden. Das verleiht dem Roman auch etwas kriminalistisches.
Das alles fand ich schon ziemlich spannend geschrieben. Zudem weiß die Autorin in den richtigen Momenten mit Wendungen zu überraschen.
Etwas Vergleichbares habe ich bisher nie gelesen und deswegen kann ich diese ungewöhnliche Geschichte nur weiter empfehlen.

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