Kunden em pfehlungen
Rezensionen von nanu?!:
Saisonale und regionale Küche
Das Lebensfreude-Kochbuch von GRÄFE UND UNZER Verlag
Das Buch habe ich geschenkt bekommen, und bei dem Titel hatte ich ein wenig die Befürchtung, das Ganze ginge in die esoterische Richtung, womit ich überhaupt nichts anfangen kann.
Aber meine Vermutung war total unbegründet, dieses Kochbuch ist toll und hat eine Menge moderne, saisonale und abwechslungsreiche Rezepte zu bieten.
Aufgeteilt sind die Rezepte nach Jahreszeiten. Pro Kapitel wird mit den saisonal typischsten Grundzutaten der aktuellen Jahreszeit gearbeitet. So kann man nebenbei auch noch regional und immer frisch einkaufen, was heutzutage nicht unwichtig ist.
- Im Frühling sind die Hauptdarsteller Spargel, Bärlauch, Rhabarber, Kartoffeln und Erdbeeren. Daraus entstehen unter anderem:
Farinata (ein Teig aus Kichererbsen) mit Frühlingsgemüse, All-in-one-Curry, Zuckerschotensalat mit Jakobsmuscheln (ab und zu geht es hier echt edel zu), Frühlingshafte Frühlingsrollen, ...
- Im Sommer gibt es dann Rezepte mit Tomaten, grüne Bohnen, Auberginen, Gurken und Wassermelonen.
Mir gefällt dieses Kapitel besonders gut, weil hier besonders frisch und leicht gekocht wird. Bunte Salate, Pasta mit ordentlich Gemüse, Quiche oder Tarte, Gemüse satt ist im Sommer die Devise.
- Kürbis, Pilze, Nüsse, Mangold und Quitten sind die fünf Stars im Herbst.
Man merkt gleich, dass die Gerichte hier wieder etwas gehaltvoller werden: Safran-Gnocchi mit Steinpilzen, Flammkuchen mit Apfel und Lauch, Lammtopf mit Kürbis und Quitten, sind hier nur meine Favoriten. Sehr schön finde ich auch das Kürbisbrot mit Apfel-Senf-Butter und die Gewürzquitten-Tarte-Tatin.
- Deftig wird es im Winter mit Rote Bete, Rosenkohl, Knollensellerie, Blumenkohl und Zitrusfrüchte.
Suppen mit ordentlich Einlage, Eintopfgerichte, gehaltvolle Salate und das Walnussparfait mit Schoko-Chili-Sauce am Ende sieht einfach nur köstlich aus.
Viele Rezepte sind auch für Vegetarier geeignet, denn oft kommen die Gerichte ohne Fisch oder Fleisch aus.
Die Zutaten an sich sind unkompliziert und leicht zu bekommen.
Die Rezepte sind fast immer für zwei Personen ausgelegt, das vereinfacht das hochrechnen.
Jedes Rezept hat sein eigenes Foto gekriegt und die finde ich wirklich gelungen, weil die Gerichte nicht so übertrieben gekünstelt drauf wirken.
Die angekündigten Lebensimpulse sind nette kleine Sprüche die überall im Buch verteilt sind, aber sich dezent im Hintergrund halten. Sie fallen kaum auf.
Dieses Buch empfehle ich gerne weiter an alle, die frische und gesunde Küche mit viel Obst und Gemüse mögen.
Nostalgisch
Ostkind von Arne Kohlweyer
Wir schreiben das Jahr 1992, der Fall der Mauer ist noch nicht so lange her. Alles hat sich verändert und doch irgendwie auch nicht.
Marko lebt mit seiner Familie in Ost-Berlin in Hohenschönhausen, erst gerade ist er neun Jahre alt geworden und findet, dass es nun höchste Zeit ist, erwachsen zu werden.
Dafür erstellt er eine Liste mit Punkten zum abhaken. Unter anderem Kaffee trinken, Zigaretten rauchen, den Walfang stoppen, komplizierte Erwachsenenbücher lesen, die Liste ist ein Klacks und kann quasi schon als erledigt betrachtet werden.
Schwieriger ist da das Leben um ihn herum. Warum der Vater seines besten Kumpels und sein eigener Vater sich plötzlich nicht mehr verstehen zum Beispiel. Wörter wie Ewiggestriger und Opportunist sind gefallen, Wörter die Marko nicht versteht.
Und ständig verschwinden Kinder aus seiner Klasse, weil die plötzlich mit ihren Familien in den Westen ziehen.
Aber neu hinzugezogen ist Anna. Anna kommt aus Köln und Marko gleich hin und weg.
Diese kleine Geschichte hat wirklich Nostalgiecharakter, auch wenn ich selbst aus einer ganz anderen Ecke stamme und mit der DDR nun gar nichts zu tun hatte. Trotzdem habe ich eine Menge Details aus dem Buch wieder erkannt, besonders diese Anfang-Neunziger-Atmosphäre die dieses Buch verbreitet.
Marko ist ein lieber Junge der versucht mit den Schwierigkeiten des Lebens zurechtzukommen.
Genau zwei Wochen darf der Leser mit ihm verbringen, erzählt wird aus Markos Perspektive.
Marko kommt auf viele lustige Ideen die er auch ausprobiert, und manchmal wird es auch richtig traurig.
Außerdem wird etwas vor Marko verheimlicht, was er auch ahnt, schließlich ist er nicht dumm und setzt alles daran, die Wahrheit herauszufinden.
Nebenbei will er noch die Umwelt retten und Anna aus Köln heiraten. Er hat also einiges vor.
Ostkind ist eine schöne, unaufgeregte Geschichte über das Erwachsenwerden in einer Zeit, in der alles anders wurde.
Drei Jungs im Fadenkreuz
Promise Boys - Drei Schüler. Drei Motive. Ein Mord. von Nick Brooks
Für Außenstehende hat die Urban Promise Prep School einen tadellosen Ruf. Hier sollen Jugendliche aus schwierigen Verhältnissen auf die Colleges vorbereitet werden.
Deswegen wird der Gründer und Leiter, Mr. Moore, auch von allen verehrt.
Doch der Schock in der Stadt ist groß, ausgerechnet Mr.
Moore wurde in seinem Büro erschossen. Nur wenige Menschen waren zu diesem Zeitpunkt noch im Schulgebäude und stehen nun unter Mordverdacht. Unter anderem die Schüler J.B., Trey und Ramon, die mussten Nachsitzen.
Wer hat es getan?
Der Roman beginnt sofort mit der Pressemitteilung von Mr. Moores Ermordung.
So ist man von der ersten Seite an mitten im Geschehen, und sogleich wird mit der Ermittlungsarbeit begonnen.
Besonders ist hier der Aufbau der Geschichte. Es folgen nämlich eine Reihe von Protokollen und Aussagen von Leuten, die ihre Sicht der Geschehnissen darlegen.
Befragt werden so einige die vielleicht was wissen, vielleicht auch nicht, aber sicher ist, dass jeder gerne seine Meinung zu so einer Tat zum Besten gibt.
Diese Aussagen haben mich nur kurz am Anfang ein bisschen verwirrt, weil ich noch gar nichts über den Fall und die drei Jungs, die unter Mordverdacht stehen, wusste. Das hat sich aber ganz schnell gelegt und konnte der Handlung bis zum Ende problemlos folgen.
Erst nach den Aussagen beginnt die eigentliche Geschichte. Auch hier wechseln sich die Perspektiven regelmäßig ab. Meist wird aus J.B.s, Treys oder Ramons Sicht in der Ich-Form geschrieben.
Obwohl man so den Jungs ganz nah ist, kann man doch nicht sicher sagen, ob einer von ihnen der Täter war. Mit ihren Informationen, was zum Tatzeitpunkt genau geschehen ist, gehen alle drei sehr sparsam um.
Aber durch die regelmäßigen Einstreuungen von Aussagen und dem was man nach und nach erfährt, kommt man der Auflösung des Falls immer ein Stück näher.
Nebenbei gerät die Schule in den Fokus. Schnell wird hier klar, dass einiges nicht mit rechten Dingen zugeht. Je weiter man kommt, häufen sich die Verdächtigen und Motive, ein wahrer Abgrund tut sich auf.
Außerdem geht es in diesem Roman um Chancengleichheit für P.o.c.
Ich fand das Buch wirklich spannend. Durch die vielen Perspektiven erfährt man als Leser immer nur so viel, dass mal wieder eine neue Person verdächtig wird. Der Fall hatte was von einem Puzzel, das man erst einmal zusammen setzen muss.
Man merkt gleich, dass der Autor eigentlich Filmemacher ist, der Spannungsbogen wird fast durchgehend hoch gehalten. Eigentlich könnte man das Buch, so wie es ist, verfilmen.
Der Roman wird mit "One of us is lying" von Karen M. McManus verglichen, aber außer das beide Romane in einer Schule spielen und bei beiden Nachsitzen anstand, finde ich nicht, dass die Bücher sich gleichen.
Lass die Küche besser kalt!
Schnitzel Surprise von Markus Heitz
Thoms Schnitzelrestaurant "Manni's Schnitzeleck" läuft mehr schlecht als recht. Wenn nicht bald ein Wunder geschieht, muss Thom das Restaurant wegen seiner Schulden schließen.
Da kommt das Angebot des Fernsehsenders Sat7VoxTL gerade richtig. Für ein ordentliches Honorar soll Thom bei einer Reihe verrückter Kochshows mitmachen.
Dieses Buch war wohl so ein Herzensprojekt vom Autor und soll auch eine einmalige Sache bleiben, was vielleicht auch besser ist. So wirklich abholen konnte der Autor mich mit diesem Roman jedenfalls nicht.
Wobei man aber nichts gegen den Schreibstil an sich sagen kann. Markus Heitz ist ein großartiger Autor, keine Frage, das hat er ja schon oft genug bewiesen. Er weiß wie man Spannung aufbaut und wie man Charaktere zeichnet und überhaupt.
Nur hier gefiel mir dieses episodenhafte nicht so. Thom hüpft von einer Kochshow in die nächste, das hatte kein Vorn und Hinten. Jede Idee von einer Kochshow wird vom Sender ausprobiert, und sei sie noch so absurd.
Auch bereits bekannte Formate werden übernommen und einfach umbenannt und kopiert.
Ich fand die meisten dieser Episoden nicht wirklich unterhaltsam, außer die Datingshow im Schnitzeleck, da fand ich die Dialoge zwischen den Kandidaten wenigstens unterhaltsam.
Wenn Thom dann nicht gerade für Sat7VoxTL dreht, steht er in seinem Restaurant. Dieser Erzählstrang hat mir schon wesentlich besser gefallen. Die Sache mit dem Lebensmittelkontrolleur, die beiden Gäste Halbglatzen-Martin und Schnurrbart-Stefan, die inzwischen schon zum Inventar gehören und eigentlich immer da sind. Dann der 60-jährige Azubi, das Restaurant von gegenüber, das alles war eigentlich ganz witzig und mal was anderes.
Mit dem Musical am Ende konnte ich allerdings gar nichts anfangen, es kann also sein, dass ich beim Musicalüberlesen etwas wichtiges für die Geschichte verpasst habe. So, wie ich das aber gesehen habe, war es genau die gleiche Geschichte noch einmal. Na ja, wer's braucht.
Von wegen, Würste des Jahres
Die Königinnen der Würstchen von Clémentine Beauvais
Die drei Schülerinnen Mireille, Astrid und Hakima haben eigentlich nichts miteinander zu tun, bis jetzt!
Auf ihrer Schule wurden sie zur Wurst des Jahres gewählt. Ein Preis, der von den Schülern abgestimmt wird und die hässlichsten Mädchen der Schule kürt.
So lernen die drei sich kennen und beschließen, das Beste aus der Sache zu machen.
Sie organisieren eine Fahrradtour, die sie ausgerechnet mit dem Verkauf von Würstchen finanzieren wollen und lösen dabei nebenbei eine Welle der Solidarität aus.
Also Wow, also wirklich! Wenn das kein Jahreshighlight ist, dann weiß ich auch nicht.
Das Buch hat so viel zu bieten. Angefangen bei den drei Mädchen, die es wirklich nicht immer so einfach haben. Diese schreckliche Wahl zur Wurst des Jahres, noch nicht mal mit eingerechnet.
Mireille ist nicht nur die treibende Kraft und die Wortführerin der drei, sie ist es auch aus deren Sicht in der Ich-Form erzählt wird. Deswegen lernt man ihre Hintergrundgeschichte auch am Besten kennen.
Mireille ist eine tolle Charakterfigur. Sie weiß genau, wer hinter der Wurstwahl steckt und geht mit der ganzen Sache auch am erwachsensten um. Denn, sie wurde schon zum dritten Mal zur Wurst gewählt, auch wenn es dieses Jahr nur zur Bronze-Wurst gereicht hat. An den Schrecken, den dieser Wettbewerb verbreitet, hat Mireille sich schon längst gewöhnt.
Mireille trägt das Herz auf der Zunge. Sie ist direkt, oft viel zu ehrlich und kann einen den letzten Nerv rauben. Aber sie ist auch loyal und die beste Freundin der Welt, wenn man sie lässt, und wahnsinnig lustig.
Gemeinsam strampeln die drei los, samt Würstchen-Anhänger, von ihrem Heimatort Bourg-en-Bresse nach Paris, wo sie etwas wichtiges vor haben.
Wind von der Aktion bekommt die Presse erst, nachdem die einen gemeinen kleinen Artikel über die Wurstwahl herausgebracht hat. Danach macht sich die Sache selbstständig und bald sind die drei bekannt wie die bunten Hunde.
Sehr gut dargestellt fand ich die Reaktionen der Leute. Denn, wie man es von den sozialen Medien kennt, gibt es nicht nur positive und negative Kommentare unter den Artikeln, sondern auch richtig hasserfüllte.
Aber die drei ziehen ihr Ding durch, erleben auf ihrer Tour eine Menge verrückter Sachen und lernen über die Tage so einiges über sich selbst.
Sie drehen einfach den Spieß herum und aus einer anfangs hässlichen Geschichte machen sie ein lustiges Abenteuer.
Und Mireille konnte mich am Ende nochmal richtig überraschen und umhauen. Ja, ein paar Tränchen habe ich vielleicht auch verdrückt.
Und richtig toll kam dieses französische Flair rüber, fast schon wie ein kleiner Urlaub war das.
Fazit: Ein echter Buchtipp!
Magische Wunder oder teuflische Zauber?
Der Vertraute von Leigh Bardugo
Luzia ist nur ein einfaches Küchenmädchen. Ihre magischen Fähigkeiten, mit denen sie ihren Alltag ab und zu erleichtert, hat sie bisher vor allen geheim gehalten. Zu groß ist die Gefahr, die Aufmerksamkeit der Inquisitoren zu erregen.
Doch Luzia war nicht vorsichtig genug, ein harmloser kleiner Küchenzauber verrät ihre magischen Fähigkeiten und Luzias Herrin, Doña Valentina, versucht nun, Kapital aus Luzias Wunder zu schlagen.
Und dann dauert es auch nicht lange, bis die richtig Mächtigen der Stadt von Luzia hören.
Leigh Bardugo verwebt in ihren neusten Roman Historie mit ein bisschen Magie. Schauplatz der Geschichte ist Madrid, der König von Spanien wirkt auf sein Volk schwach und unfähig, hat er doch gerade erst seine berühmte Armada verloren. Magische Hilfe soll Spanien im Krieg unterstützen und dazu ruft der König zu einem Torneo, einem Wettbewerb auf.
Hier sollen die fähigsten Magier des Landes gegeneinander antreten, und ihr Können unter Beweis stellen.
Und da kommt Luzia ins Spiel, die bald zwischen die Fronten gerät. Denn einige wollen sich Luzias kleine Wunder zu Nutze machen, und durch ihre Fähigkeiten die Gunst des Königs erhalten, oder wieder erlangen, je nachdem wen man fragt.
Der Wettbewerb ist spannend. Nie weiß man genau wer mit offenen Karten spielt. Intrigen und politische Machtspielchen stehen am Austragungsort des Wettbewerbs an der Tagesordnung.
Der Wettbewerb selbst ist voller Wunder, Luzia wächst über sich selbst hinaus, und trotzdem scheint sie immer wieder zu noch größerem fähig zu sein. Ihr Problem, oder auch ihr Vorteil ist es, dass sie ständig unterschätzt wird.
Der Vertraute aus dem Titel des Buches, ist auch immer wieder überrascht. Was es mit ihm auf sich hat, muss jeder Leser selber herausfinden. Es ranken sich aber um seine Person die wildesten Gerüchte, sogar mit dem Teufel soll er im Bunde sein.
Und dann ist da noch die Inquisition. Sie allein entscheidet, ob die Magie auf dem Torneo Wunder sind, oder direkt aus der Hölle geschickt werden. Und sie fackelt nicht lange, wenn sie einen Verdächtigen gefunden hat.
Leigh Bardugo hat es mal wieder geschafft, mich vollkommen zu fesseln. Von Anfang an war ich in der Geschichte drin, mit Luzia habe ich mitgefiebert, nie war von der Handlung etwas vorauszuahnen. Spanien in seinem goldenen Zeitalter wird wieder lebendig gemacht, die Atmosphäre ist greifbar. Es war für mich ein tollen Lese-Erlebnis.
So isst Amerika!
Cook Across America von Gabriele Frankemölle; Petrina Engelke
Die Route 66 müsste jedem ein Begriff sein. Doch wie sieht es entlang dieser legendären Strecke kulinarisch aus? Die "Mutter aller Straßen" ist mehr als 4000 Kilometer lang, durchquert dabei gleich mehrere Staaten und hat nicht nur essenstechnisch einiges zu bieten.
Ein Kochbuch mit Kulturbeilage, so nennen die beiden Autorinnen ihr neustes Werk.
Denn neben den rund 66 Kult-Rezepten gibt es noch eine ganze Reihe an Reportagen mit allerlei Wissenswertem, die es entlang der Route 66 zu entdecken gibt.
Die Rezepte an sich finde ich insgesamt sehr unterschiedlich, was nur logisch ist, da jede Region seine Eigenheiten und Spezialitäten hat.
Mit dabei sind einige Rezepte die ich als Europäerin einfach von einem amerikanischen Kochbuch erwarte: Burger, kleine Corn Dogs, Hot Dogs, Waffeln mit sehr viel Butter und Ahornsirup, Apple Pie wie aus dem Bilderbuch oder auch gefüllte Backkartoffeln, nur um ein paar Beispiele zu nennen.
Aber es finden sich auch aufwändigere Gerichte: Echtes Chili Con Carne (welches mit unserer Version nichts zu tun hat), Lachs mit Pecannüssen, ein Gulasch namens Three Sisters Stew, Barbecued Beans, usw.
Es gibt noch Rezepte für Dressings, für Kuchen und Plätzchen (der Zitronen-Mohn-Kuchen ist mega), für Salate und deftige Fleischgerichte. Abwechslung ist hier reichlich gegeben.
Aufgeteilt sind die Rezepte nach Staaten. Zu jedem Rezept gehört ein tolles Foto und zusätzliche Erläuterungen, die einem das Gericht noch näher bringen.
Die Rezepte sind in praktischen Schritt-für-Schritt-Anleitungen angegeben, sie sind leicht und verständlich geschrieben.
Nur ab und zu gibt es Zutaten, die vielleicht schwer zu bekommen sind, wie das Bisonfleisch für das Buffalo Stew zum Beispiel.
Die meisten Rezepte sind kinderleicht zu bewerkstelligen.
Aber die Rezepte sind ja nur ein Teil des Buches. Da gibt es noch die vielen Interviews und Berichte über das Leben und der Arbeit entlang der Route 66.
Bespickt sind die Seiten auch noch mit allerlei, oft witzigen, mal skurrilen, Anekdoten über die Reise der Autorin über die Route 66.
Lustig auch, dass die beiden sich nicht immer einig sind, was nun in das Buch gehört, und was nicht. Wie das Rezept für ein Sandwich namens Horseshoe, zum Beispiel.
So lieb gemeinte Frotzeleien machen mir die Texte und das gesamte Drumherum noch sympathischer, als sie es sowieso schon sind.
Herrlich selbstironisch
Popcorn süß-salzig von Lena Hach
Die 16-jährige Ruby ist plötzlich Hauptfigur in ihrem eigenen Liebesdrama.
Schuld daran ist nur Phil. Der hat nämlich ziemlichen Liebeskummer, da seine Freundin mit ihm Schluss gemacht hat.
Dann kommt Phils bester Kumpel auf die Idee, Phil könnte ja so tun als sei er jetzt mit Ruby zusammen, um das andere Mädchen eifersüchtig zu machen.
Wenn das kein ausgefuchster Plan ist.
Na Danke, aber nein Danke, da macht Ruby auf keinen Fall mit. Trotzdem taucht Phil nun überall in ihrer Nähe auf, obwohl Ruby sich wirklich, wirklich anstrengt Phil zu ignorieren.
Selten habe ich mich so gut amüsiert bei einem Buch für so junge Leser und Leserinnen. Denn, Zielgruppe bin ich schon lange nicht mehr. Aber egal ...
Erzählt wird aus Rubys Sicht in der Ich-Form.
Ruby ist ein toller Charakter. Sie ist irre lustig, wunderbar selbstironisch, immer hat sie eine passende schlagfertige Antwort parat. Sie weiß meistens was sie will, außer es handelt sich um ihre Wahlfächer, dann versteckt sie sich vor der Lehrerin, um nicht wählen zu müssen.
Denn in die Fußstapfen ihrer Mutter treten, und Literatur wählen, das will sie schon mal gar nicht. Ihre Mutter ist nämlich Autorin schlüpfriger Erwachsenenromane, und das auch noch ziemlich erfolgreich.
Deswegen kennt sich Ruby sehr gut mit Klischees und altbekannten, immerzu gleichen Tropes aus. Doch bald ist Rubys Leben wegen Phil ein einziges Durcheinander aus Klischees.
Immer wenn ein neuer Trope im Anflug ist, wird er kurz an der Buchseite von Ruby erklärt. Selbst der Begriff "Trope" wird zum Glück erklärt, denn neuerdings stößt man ja überall im Internet auf diese neuen Begriffe, die scheinbar alle verstehen, außer meiner Wenigkeit. Aber Ruby bringt hier Licht ins Dunkle, ein toller Nebeneffekt einer sowieso schon tollen und lustigen Story, die nicht nur Zwölfjährigen Spaß macht.
Volle Lese-Empfehlung von mir!
Raus aus dem Alltagstrott
Drei von Clemens Dreyer
Das Konzept dieses Kochbuches ist ganz einfach: Präsentiert werden 20 Hauptzutaten, der Autor zeigt dann bei jeder dieser Hauptzutaten in je drei seiner Lieblingsrezepte, was man damit anstellen kann.
Von der Art her, sind die Rezepte echt einfach und unkompliziert nachzukochen. Selbst die Gerichte, die mehr in die orientalische Richtung gehen, sind problemlos herzustellen.
Im Vorwort erklärt der Autor, dass man schon mit kleinen Veränderungen und kreativen Ideen, raus aus dem Trott aus immergleichen Familiengerichten heraus kommt und frischen Wind auf den Tisch bringt. Denn, wer hat schon Lust darauf, immerzu das gleiche zu essen?
Mir gefallen auch die meisten Ideen in dem Buch. Sie sind nie zu aufwendig, die Zutaten nie zu teuer, nie zu exotisch, so dass es auch noch den Kleinsten schmeckt. Trotzdem anders genug, so dass es doch nicht wie jeden Tag zuhause schmeckt.
Als Beispiel habe ich mal die Ideen zum Rindergulasch genommen. Das gibt es einmal als Pfeffergulasch mit Rotwein, dann ganz klassisch mit Zwiebeln, Möhren und Sellerie, oder auch vietnamesisch, mit asiatischen Aromen verfeinert.
Oder was macht der Autor mit einem Kürbis? Vorgeschlagen werden hier eine Orangen-Kürbissuppe, Kadu Borani mit Kürbis (afghanisches Eintopfgericht) und ein marokkanischer Kürbiseintopf.
Sehr gefreut habe ich mich über die Gerichte mit Kichererbsen, Linsen und Auberginen. Die esse ich sehr gerne, bereite sie aber oft immer gleich zu.
Die Rezepte mit Roter Bete und die mit Möhren fand ich dagegen langweilig. Aber das ist sowieso alles Geschmackssache.
Die Rezepte sind, wie immer bei GU, in praktischen und klar verständlichen Schritt-für-Schritt-Anleitungen geschrieben.
Meistens sind die Rezepte für vier Personen ausgelegt.
Jedes Rezept hat sein eigenes Foto und das Essen darauf, sieht immer fantastisch und realisierbar aus.
Es gibt eine ordentliche Auswahl an vegetarischen Gerichten, manche davon sind sogar vegan.
Fazit: An sich ein nettes Kochbuch das genau das macht, was es soll, nämlich frischen Wind in den Alltagstrott zu bringen.
"Entweder mit Liebe oder lieber nicht"
Hier fließt die Liebe. Persische Küche von Forough Sodoudi; Sahar Sodoudi
Die Zwillingsschwestern Forough und Sahar Sodoudi sind eigentlich promovierte Wissenschaftlerinnen.
2019 aber sind sie ihrer Leidenschaft fürs Kochen gefolgt und eröffneten in Berlin-Kreuzberg ihr Restaurant, wo sie die Gerichte aus ihrer Kindheit und ihrer Kultur servieren.
Dieses Kochbuch ist nicht einfach nur eine Sammlung von persischen Rezepten.
In Geschichten und besonders schönen Fotos wird auch über das Land und seinen Leuten erzählt.
Die Rezepte sind praktisch aufgeteilt in folgende Kapitel: Mezze, Starter, Dips. Dann Salate, Reisgerichte, Schmorgerichte, Fleisch und Fisch, Torshi - Eingelegtes Gemüse, Desserts und zum Schluss noch die Drinks.
Die Gerichte an sich sind unkomplizierte Alltagsküche.
Eine persische Tafel besteht aus vielen verschiedenen Komponenten die auch eigens im Buch erklärt werden.
Deswegen gibt es auch keine klassische Menü-Abfolge. Stattdessen wird der Tisch mit vielen bunten Köstlichkeiten vollgestellt und jeder nimmt sich das, worauf er gerade Lust hat.
Die Mezze bestehen meist aus Auberginen oder Joghurt, mit sehr viel Knoblauch gewürzt.
Frische Kräuter kommen sehr gerne und in größeren Mengen zum Einsatz, genau wie Granatapfelkerne, Rosinen und Walnüsse.
Das wichtigste Element auf einer persischen Tafel ist der Reis, der durch seine spezielle Garmethode eine goldene Kruste erhält.
Schmorgerichte brauchen in seiner Zubereitung oft mehrere Stunden, dafür zerfällt das Fleisch aber hinterher wie Butter im Mund. Hier kommt meistens Hähnchen zum Einsatz. Einige Gerichte ohne Fleisch sind aber auch vertreten.
Besonders orientalisch finde ich die Desserts am Ende. Kleine Kuchen und Cremes mit Rosenwasser und Mandeln, mit Walnüssen und Datteln verziert, oder auch mit Gewürzen wie Kardamom verfeinert.
Jedes Rezept ist mit extra Erklärungen versehen, mit einem tollen Foto und einer einfachen Anleitung.
Die meisten Rezepte sind wirklich sehr leicht nachzukochen.
Ich habe nicht viele unbekannten Zutaten gesehen. Nur Berberitzen musste ich googeln, damit habe ich wirklich noch nie gekocht.
Mich begeistert dieses Buch vor allem, weil ich eine (für mich) völlig fremde Kultur kennenlernen durfte. Und weil man wirklich auf jeder Seite die Liebe spürt, die die beiden Schwestern in die Seiten haben einfließen lassen.











