Kunden em pfehlungen
Rezensionen von nanu?!:
Bodenständige Köstlichkeiten vom Land
Vom Kochen und Leben auf dem Land von Julius Roberts
Julius Roberts hat genug vom stressigen Leben in der Stadt. Er liebt seinen Job als Koch in einem Londoner Restaurant zwar sehr, aber mit den Arbeitszeiten kommt er nicht klar.
Er beschließt sein Leben völlig umzukrempeln und kauft einen verlassenen, heruntergekommenen Hof im Südwesten Englands, den er wieder flott macht.
Er möchte zurück zum Ursprünglichen.
Davon erzählt er voller Begeisterung und sehr bildlich in einigen Kapiteln in seinem Kochbuch. Die Leidenschaft die er für seine neue Arbeit auf seinem eigenen Hof empfindet, ist in jeder Zeile spürbar.
Aber, trotz der ganzen Schwärmerei vom Landleben, dies ist ja immer noch ein Kochbuch und das Kochen hat Julius Roberts ja nicht plötzlich verlernt, weswegen auch bald der große Rezepteteil beginnt.
Aufgeteilt sind die Rezepte nach Jahreszeiten in vier Kapitel. Wirklich sortiert sind die Gerichte innerhalb dieser Kapitel trotzdem nicht. Es herrscht ein gewisses Durcheinander, nur die süßen Sachen befinden sich immer am Ende eines Kapitels.
Bei den Gerichten handelt es sich meist um einfache, aber modern interpretierte Hausmannskost.
- Besonders das WINTERkapitel bietet Eintöpfe, Gerichte mit Linsen oder auch Pasta, Quiche und Gemüse-Lasagne, Schmorgerichte mit Schweinebauch, Rippchen oder auch Lamm, ... Hauptsache bodenständig!
- Im FRÜHLING gibt es dafür viel mehr Gemüse. Der Autor arbeitet hier gerne mit Spinat, Spargel, Zucchini und Erbsen. Verpackt ist das ganze dann auf Blätterteig, als Suppe, im Fischbrötchen, als Risotto , mit Muscheln, usw.
- Im SOMMER wird es richtig bunt mit viel frischem Gemüse, Kräutern und oft wird auch mit Obst kombiniert. Leichte Fischgerichte, Pasta, Frittata, Galette, usw. Aber auch selbstgemachte Limonade darf nicht fehlen.
- Bei den HERBSTgerichten wird wieder mehr auf Deftigkeit und Saucen gesetzt. Es gibt ein wunderbares Brathähnchen mit Estragon, Hähnchen als Ricotta-Bällchen, es gibt Lammspieße, knusprigen Schweinebauch. Nur Pilze gibt es seltsamerweise nicht. Vielleicht mag er die auch einfach nicht?
In allen vier Kapiteln gibt es auch Desserts und Tartes.
Ungefähr ein Drittel der Rezepte ist auch für Vegetarier geeignet. Es wird aber viel wert auf eine gute Qualität beim Fleisch gelegt.
Der Autor ist Engländer, da war ich echt überrascht, denn von seiner Art zu kochen und bei den Produkten, die der Autor am liebsten verwendet, bin ich erst von einem italienischen Koch ausgegangen.
Es gibt eine Vielzahl an Fotos. Nicht nur die Teller mit den Gerichten werden prima präsentiert, auch Roberts Hof, die Tiere und Gärten und überhaupt die Umgebung, werden ganz toll in Szene gesetzt.
Die Anweisungen sind nicht wie üblich in Schritt-für-Schritt-Anleitungen verfasst zum abhaken, sondern in einem laufenden Text integriert. Das ist Gewöhnungssache. Man muss den Text nur aufmerksam lesen, dann entgeht einem eigentlich nichts.
Leider wird nie die Arbeitszeit angegeben. Bei dem einen oder anderen Rezept habe ich die Zeit völlig unterschätzt und das Abendessen wurde viel später fertig, als geplant.
Mir gefällt dieses Buch sehr gut, vor allem weil die meisten Rezepte für mich völlig neu sind, aber trotzdem alltagstauglich, und die Lebensmittel nie zu exotisch.
Ich bin sehr zufrieden damit und werde es noch oft nutzen.
Blobfisch trifft Nacktmull
Vom Mut des ersten Fisches, der das Wasser verlässt von Anne Hoffmann
Felix unterstützt seinen Vater, wo er nur kann.
Mit seinen 16 Jahren, übernimmt er eine Menge Verantwortung, besonders seiner kleinen Schwester gegenüber.
Doch leider bleiben dabei Freundschaften auf der Strecke. Felix gilt als Sonderling und fühlt sich ziemlich einsam.
Durch Zufall trifft er an Halloween, vor dem berühmt berüchtigten und verlassenen Gruselhaus, auf ein paar Leute aus seiner Klasse.
Die sind gerade dabei in das Haus einzusteigen und nehmen Felix spontan mit.
Ob dass das Ende seiner Einsamkeit bedeutet? Und wer ist das geheimnisvolle Mädchen mit den bunten Haaren, das sich im Gruselhaus vor den anderen versteckt hält? Und überhaupt, was hat es mit dem Gruselhaus auf sich, ob es hier wirklich spukt?
In Felix Leben wird ab nun eine Menge los sein.
Diese tolle Geschichte über Freundschaft konnte mich wirklich begeistern, und das hat verschiedene Gründe.
Zum einen ist da Felix, der Ich-Erzähler. Ein Junge, der sich sehnlichst einen Vertrauten wünscht.
Er hat eine unterhaltsame Art, seine Geschichte zu erzählen. Er ist humorvoll, oft mit einem ironischen Unterton versehen. Aber oft ist es auch einfach nur traurig, was er zu sagen hat, und das schlimmste, er merkt es oft gar nicht.
Oft vergleicht er sich selbst mit einem Blobfisch, mit einem Fisch, außerhalb des Wassers. Einer der anders ist und fehl am Platz.
Dann ist da noch das Mädchen mit den bunten Haaren, die sich immer im Gruselhaus herumtreibt. Sie ist kratzbürstig und ablehnend und vom Typ her, das genaue Gegenteil von Felix. Und, sie scheint ein noch hoffnungsloserer Fall zu sein als Felix. Eine tolle, rätselhafte Person die man erst nach und nach durchschaut.
Und nicht vergessen darf man Theodora, wie das Gruselhaus genannt wird. Es könnte eine eigenständige Person sein, so viel wie es zu erzählen hat.
Da lost places gerade überall angesagt sind, bietet Theodora mit ihrer gruseligen Vergangenheit einen tollen Schauplatz für Videos auf den sozialen Medien, und die jungen Leute werden wie magisch von ihr angezogen. Aber ihr schauriger Ruf kommt ja nicht von ungefähr, was also wahr ist, an Theodoras Image, muss erst noch herausgefunden werden.
Ich kann das Buch allen empfehlen, die eine warmherzige Geschichte über echte Freundschaft lesen wollen, die trotzdem noch witzig ist und eine Prise Abenteuer und einen gewissen Gruselfaktor enthält.
Ich hoffe die Autorin schreibt bald wieder so ein tolles Buch.
Nette Ideen zur Brotzeit
Brotzeit geht immer! von Tanja Dusy
Ein lecker belegtes Brot geht eigentlich immer, das findet zumindest die Autorin dieses kleinen, aber feinen Kochbuchs. Und weil selbst gebackenes Brot dabei noch besser schmeckt, gibt es zu Beginn auch gleich ein paar Rezepte für einfache Brote, die zuhause auch garantiert gelingen.
Diese Brote funktionieren mit nur wenigen Zutaten, kurzen Gehzeiten (bis auf 2 Brote) und einfachen Arbeitsschritten.
Im zweiten Kapitel ZUM BESTREICHEN UND DIPPEN, geht es in 16 Rezepten ums Darauf.
Insgesamt finde ich die Auswahl gelungen, denn die Basis der verschiedenen Beläge unterscheiden sich stark voneinander. Es gibt reine Gemüsecremes die nicht nur Vegetarier ansprechen werden, ein paar wenige sind sogar auch für Veganer geeignet. Cremes mit Käse, Fisch oder Fleisch als Basis gibt es aber auch.
Ein paar altbekannte Klassiker wie Obatzda, Hummus oder Kräuterquark sind ebenso vertreten, wie neue Ideen. Pkhali-Gemüsebällchen kannte ich bisher jedenfalls noch nicht, und bunt belegte Butterboards sind auch noch relativ neu, von der Idee her.
Das dritte Kapitel BROTZEIT MIT FREUNDEN gefällt mir leider nicht so gut, weil mir zu viele unpraktische Rezepte dabei sind. Toaströllchen mit Gemüse, Sandwichtorte oder Brotspiesschen braucht mMn kein Mensch. Auch Anleitungen für einfach belegte Brote finde ich persönlich unnötig.
Ganz am Ende gefällt mir noch die Anleitung für den perfekten Brotteig und wie man ihn korrekt knetet, faltet und wirkt.
Die Anleitungen selbst sind wie immer bei GU von hervorragender Qualität. Nie bleibt eine Frage offen, die Texte sind klar und verständlich und auch nie zu lang oder kompliziert.
Die Zutaten sind überall zu bekommen, zu exotisch wird es hier nie.
Jedes Rezepte hat sein eigenes, sehr schönes Foto, sodass man immer gleich eine Vorstellung von der Zubereitung bekommt.
Fritzi und Carlos auf Geisterjagd
Spuk im Kiosk von Lena Hach
Für Fritzi und Carlos gibt es nur einen Lieblingsplatz auf Erden, den Kiosk von Fritzis Großeltern nämlich.
Denn hier gibt es für Fritzi immer die neusten Mangas und für Carlos Gummischlangen bis zum abwinken.
Doch neuerdings passieren hier seltsame und schlimme Dinge. Kunden werden mit Süßigkeiten attackiert, ständig mopst jemand alle Lollis mit Himbeergeschmack aus dem Glas oder die Bonbons werden heimlich mit Chili gewürzt.
Aber das Allerschlimmste an der Sache ist, die Großeltern glauben langsam, Fritzi und Carlos haben etwas mit der Sache zu tun.
So kann es nicht weitergehen, und die beiden Freunde legen sich nachts im Kiosk auf der Lauer.
Wenn es um lustige und unterhaltsame Geschichten für Kinder geht, ist man bei der Autorin Lena Hach eigentlich immer an der richtigen Adresse.
Auch hier wieder gibt es viele witzige Szenen, und so ein Kiosk ist für eine Kindergeschichte genau der richtige Schauplatz. Es gibt immer etwas zu gucken, Comics und Süßigkeiten in Hülle und Fülle, und Fritzi darf den Großeltern sogar im Kiosk helfen.
Natürlich sieht es nachts schon etwas anders aus mit der Gemütlichkeit. Mit einer kleinen Prise Gruseligkeit gehen die beiden also auf Verbrecherjagd. Aber ob der Quatschmacher sich so einfach fangen lässt, ist eine andere Sache.
Die Kapitel sind immer sehr kurz gehalten und haben genau die richtige Länge, um Abends noch schnell ein Kapitel vor dem Schlafengehen vorgelesen zu bekommen.
Der Verlag empfiehlt das Buch allen Kindern ab zehn Jahren, aber ich finde, das können auch jüngere Kinder noch gut verstehen.
Es gibt keine komplizierten Nebenstränge und die Sprache ist einfach und kindgerecht.
Nicht wie versprochen
Mayfair House von Alex Hay
Jahrelang hat Mrs. King für die Familie de Vries als Hauswirtschafterin gearbeitet.
Nun wird sie nach einem Fauxpas fristlos entlassen, obwohl der größte Ball der Saison im Hause de Vries ansteht.
Doch Mrs. King lässt den Rauswurf nicht auf sich sitzen und will Rache. Sie plant, das Haus während des Balls komplett auszuräumen.
Wenn ihr das gelingt, wird das der größte Coup des Jahrhunderts.
Die Bewertung des Buches finde ich etwas schwierig, da ich nach dem Klappentext und dessen Versprechungen eine ganz andere Geschichte erwartet hatte.
Wie eine Mischung aus Bridgerton und Ocean's 8 soll Mayfair House sein. Nun ja ...
Mit der erzählerischen Leichtigkeit von Bridgerton hat dieser Roman hier, schon mal nichts zu tun. Ich finde den Erzählstil des Autors oft zu nüchtern, und manchmal sogar zu bemüht. Wie als ob jemand Punkte in der Abfolge der Handlung abhakt.
Die Figuren wirken oft sehr oberflächlich. Das liegt aber meist an der Handlung selbst, da man als Leser hinter die Fassade so mancher Figur erst nach und nach blicken darf.
Der Raub wird hauptsächlich von sieben Frauen verübt, und jede von ihnen hat ihre eigenen Gründe, die Sache auch tatsächlich durchzuziehen. Eine gewisse Entwicklung machen die Frauen im Laufe der Geschichte durch, aber bei sieben Personen bleibt doch so manches auf der Strecke.
Es wird viel Zeit mit der Planung des Raubs verbracht. Auch hier werden Dinge getan und geplant, die man erst später versteht. Die ein oder andere versucht auch noch zusätzlich, ein eigenes Ding zu drehen.
Das aber führt zu einigen Längen, immerhin passiert der eigentliche Raub erst im letzten Drittel des Buches.
Es fließt also eine ordentliche Menge an krimineller Energie, trotzdem würde ich Mayfair House nicht mit Ocean's 8 vergleichen, nur weil ein paar Frauen einen Raub planen.
Der Raub selbst ist aber wirklich spektakulär und sehr unterhaltsam, und ein gewisser Humor blitzt auch ab und zu durch.
Die Szene am Ende beim Mausoleum fand ich persönlich sehr unglaubwürdig. Dass jemand in der Zeit so eine Gelegenheit verstreichen lässt, kann ich nicht nachvollziehen.
Dafür gefiel mir sehr, wie die Unterschiede zwischen der reichen Familie de Vries und den armen Dienstboten dargestellt wird.
Das Buch hat mich schon auf eine gute Art unterhalten, aber es ist nicht das, was dem Leser versprochen wird. Und wie gesagt, der schwierige Erzählstil und die vielen Längen schmälern doch das Lesevergnügen.
Die Mischung machts
Probier doch mal von Hans Gerlach
Den Autor Hans Gerlach kennt man aus der SZ-Magazin-Kolumne "Probier doch mal". Erfahrungen als Koch konnte er nach einer Kochlehre in Zwei- und Drei-Sterne-Restaurants sammeln. Er weiß also wovon er spricht, und das sieht man in diesem Buch auch auf jeder Seite.
Die Rezepte sind eine Mischung aus modernisierten Klassikern und ganz neuen Ideen.
Viele der vorgestellten Gerichte, besonders die aus dem Pasta-Kapitel, sind schnell und unkompliziert zubereitet, eben alltagstauglich. Es gibt aber auch eine Reihe von Rezepten, die eine größere Vorbereitung brauchen und besser auf eine feine Festtafel passen, als auf dem allabendlichen Familientisch. Aber beides finde ich okay, die Mischung machts.
Aufgeteilt ist das Buch in sechs Kapitel. So gibt es die Basics, Vorspeisen, Pasta, Fleisch, Gemüse und Süßes.
Außerdem gibt es bei vielen Rezepten noch QR-Codes mit zusätzlichen Erklärvideos, wenn man das möchte. Nötig sind sie aber eigentlich nicht, die Kochanleitungen sind präzise genug.
Die Auswahl der Speisen finde ich grandios, aber auch schwer zu beschreiben.
Da gibt es Rezepte für Kürbisrösti, Sommer-Blumenkohl-Gratin, bunte Falafeln, tolle Pasta- und Risottogerichte. Es gibt originell belegte Brote oder auch Gerichte die eher ins asiatische gehen, und trotzdem noch leicht nachzukochen sind. Alles Dinge, die allen aus meiner Familie schmecken würden.
Und dann gibt es wieder so verrückte Sachen wie Wassermelonenschalen-Kimchi, Crème brulée am Stiel, Pickles oder auch Kartoffelschalen-Stripes.
Aber das ist nicht alles, es gibt Anleitungen um sein eigenes Miso aus Kichererbsen herzustellen. Oder wie man Gulasch oder Bolognese in Gläsern einkocht, und vieles andere, das man in einem einfachen Kochbuch nicht unbedingt erwartet.
Die Auswahl ist wirklich sehr bunt und ausgefallen.
Begleitet werden die Rezepte von sehr unterhaltsamen Texten, die auch oft wichtige Informationen zu den Gerichten enthalten. Man darf nicht vergessen, dass der Koch hinter den Speisen ja auch noch Kolumnist ist, und ich mag was er zu sagen hat.
Unbedingt hervorheben möchte ich noch die tollen Fotografien. Jedes Gericht wurde sehr ästhetisch und gekonnt präsentiert.
Dieses Buch ist kein Kochbuch wie jedes andere, aber das finde ich gut so.
Es kommt jetzt auf dich an!
Climate Action von Christian Linker
Du kommst bei dir zu Hause an und merkst, dass dir jemand etwas in deine Tasche geschmuggelt hat.
Es ist ein Tagebuch! Darin erzählt eine Pauline, wie sie zusammen mit Sadiq und Vic zu Klimaaktivisten werden.
Eigentlich bist du erst nur neugierig und liest immer weiter, aber ehrlich gesagt ist Paulines Geschichte auch wirklich fesselnd.
Und dann bist du plötzlich mittendrin in Paulines neuster Klimaaktion und musst entscheiden, wie es für die Gruppe weitergeht. Jetzt kommt es auf dich an!
Das ist für mich mein erstes interaktives Entscheidungsbuch überhaupt gewesen und ich bin überrascht, wie viel tiefer diese Geschichte mich ins Geschehen eingesogen hat, als es "normale" Bücher sonst tun.
Denn jede Entscheidung die man als Leser trifft, hat augenblicklich Auswirkungen auf den restlichen Verlauf der Handlung. Und ich habe mich richtig verantwortlich gefühlt für die Klimagruppe und für das, was am Ende passiert ist.
Mit diesen Gefühlen habe ich nicht gerechnet, besonders nicht, weil sie so urplötzlich kamen und es so schnell ging.
Das Buch fängt ganz ruhig und mit einem kleinen Zwischenfall an. Man kriegt als Leser Paulines Tagebuch in die Finger, und natürlich beginnt man zu lesen, denn man hat ja den ritterlichen Gedanken herauszufinden wer sie ist, um ihr das Buch bald wieder zurückzugeben.
Und sie beginnt davon zu erzählen, wie sie zur Aktivistin wird. Mit harmlosen kleinen Aktionen fängt es an. Ein schlechtes Gewissen begleitet sie dabei immer, aber für einen gewissen Kick, sorgen diese Aktionen auch.
Und ehe es sich Pauline versieht, hecken ihre Mitstreiter und sie richtig große Dinger aus.
Natürlich erfährt man als Leser besonders viel über Pauline und ihre Gefühlsregungen. Wie sie mit der Sache umgeht, was sie antreibt, ob sie die Aktionen überhaupt selber gut findet oder einfach nur mitmacht. Ich finde, so wie sie schreibt und sich ausdrückt, kommt sie sehr authentisch rüber. Ich glaube ihr!
Überhaupt fand ich den Schreibstil insgesamt sehr einnehmend, man rauscht geradezu durch die Seiten.
Natürlich wird in diesem Buch die Klimaverschmutzung und seine Auswirkungen zum Thema gemacht. Es gibt nicht nur positive Stimmen zu den Aktivisten, auch Bedenken zu deren Aktionen werden zum Ausdruck gebracht, die Pauline natürlich nicht hören will.
Es gibt auch noch kurze Szenen, in denen es um Rassismus und um die Ausbeutung von Menschen geht. Die werden aber nur kurz angerissen.
Ich persönlich werde noch versuchen einen anderen Ausgang für die Geschichte zu finden, die Möglichkeit anders abzubiegen gibt es ja. Irgendwie ist Pauline mir doch Nahe gegangen. Ich möchte für sie ein gutes Ende, auch wenn das Leben nicht nur Happy Ends schreibt.
Leben und Sterben
The Many Deaths of Laila Starr von Ram V
Gerade in diesem Augenblick wird der Mensch geboren, der eines Tages die Sterblichkeit besiegen wird.
Deswegen wird Tod gefeuert, denn sie wird nun nicht mehr gebraucht.
Aber sie hat Glück, nach ihrem Gottsein darf sie die Hülle eines menschlichen Wesens übernehmen, um die Freuden eines sterblichen Lebens kennenzulernen.
Es gibt sogar eine Broschüre!
Aber Tod hat einen Plan und übernimmt den Körper der Laila Starr, die sich ganz in der Nähe des Neugeborenen befindet ...
Ich muss sagen, von der Geschichte bin ich, auch Tage nach der Lektüre, immer noch total begeistert.
Erst hat die Story etwas Witziges. Mit Tod, die sogar einen Chef hat und gefeuert wird und es nicht fassen kann.
Aber dann wird sie als Laila auf die Menschheit losgelassen und sie muss lernen, was es bedeutet ein Mensch zu sein, mit all seinen Konsequenzen.
Zwei Kapitel lang war ich auch echt ein bisschen verwirrt, weil man einfach nicht erkennen kann, in welche Richtung das ganze überhaupt gehen soll. Die Erzähler sind auch ziemlich ungewöhnlich.
Aber dann, kein Wunder dass dieses Buch Preise abräumt!
Es geht natürlich viel um den Tod und ums Sterben an sich und die Ungerechtigkeit dahinter.
Aber gleichzeitig schafft Ram V es auch, dem ganzen etwas Tröstendes zu verleihen. Dass nie etwas umsonst geschieht, dass man das Wesentliche nicht aus den Augen verlieren darf, dass es ohne den Tod auch kein Leben geben kann.
Und der Künstler Filipe Andrade unterstreicht diese starke Geschichte mit seinen wunderschönen Bildern.
Seine Zeichnungen haben etwas Magisches an sich.
Für mich ist dieses Buch ein echtes Highlight!
Die Macht des Crunch
Crispy & Crunchy von Mochi
Dass der Brandstätter-Verlag besonders schöne Kochbücher herausbringt, wusste ich schon längst. Aber dieses Kochbuch ist noch mal etwas anderes: Ein Manga-Kochbuch!
Das zeigt sich nicht nur von innen, mit den gelegentlich eingestreuten Mangaseiten rund um Eddi, der auf der Suche nach dem Geheimnis des Supercrunch ist.
Das zeigt sich auch von außen, denn das Buch ist so aufgemacht und floppy, wie ein Mangaheft (natürlich ist es trotzdem stabil).
Das Thema des Buches sind knusprige Leckereien aus Japan, und dabei muss man laut Autoren den Unterschied machen zwischen dem verlockenden Knistern zwischen den Zähnen, und dem beherzten Krachen beim Reinbeißen.
Knusprig ist nicht gleich knusprig!
Deshalb sind die ersten Seiten auch der Warenkunde, der richtigen Ausrüstung und dem korrekten Frittieren gewidmet. Viele japanische Begriffe werden erklärt und wo man die ganz speziellen Zutaten bekommen kann.
Aufgeteilt sind die Rezepte in sechs Kapitel: STARTER, IN BETWEEN, SUSHI, MAIN, SWEETS und DRINKS. Wobei das Sushi-Kapitel mit gerade mal vier Rezepten am kürzesten ist.
Zusätzlich gibt es am Ende noch ein paar Seiten mit wichtigen Grundrezepten.
Ich bin überrascht, wie schnell japanische Gerichte manchmal zubereitet sind. Die Zutatenliste ist oft nicht sehr lang, folglich ist die Anleitung also auch recht kurz.
Schwieriger finde ich da die Zutaten an sich. Das meiste kriegt man in den meisten Asia-Läden und sollte, wenn man ab und zu asiatisch kocht, bereits bekannt sein.
Einiges davon aber eben nicht, und man sollte sich im Vorfeld schon mal mit der japanischen Küche auseinander gesetzt haben, sonst sitzt man nachher frustriert vor einer Zutatenliste die man kaum versteht.
Wobei ich hier aber auch finde, dass es viele Anfängerrezepte in dem Buch gibt.
Ansonsten finde ich die Rezepte klasse. Es gibt kaum etwas, das nicht kurzerhand knusperisiert wird. Allerdings ist nicht immer der Hauptdarsteller eines Gerichts das Knusprige. Oft sind es auch nur die Zugaben oder Toppings, die knusprig sind.
Unbedingt empfehlen möchte ich die Chicken Wings. Für die alleine lohnt sich schon das Buch. Genauso wie die Fake Calamari, die eigentlich Zwiebelringe sind, mit Buttermilch und Stärke knusprig gezaubert.
Schon mal ein Ei frittiert und zwar so, dass das Eigelb in der Mitte noch perfekt flüssig ist?
Das Buch ist vielleicht nicht unbedingt was für die alltägliche Küche, aber wenn mal was anderes auf den Tisch soll, wird hier sicher fündig. Und Freunde der japanischen Küche kommen hier sowieso voll auf ihre Kosten.
Easy Indien, easy genießen
Easy Indien von Alex Wahi
Von Alex Wahi besitze ich auch schon sein erstes Kochbuch, aber dieses hier gefällt mir viel besser, da die Gerichte darin alltagstauglicher, und die Zutaten leichter aufzutreiben sind.
Insgesamt gibt es 6 Kapitel, wobei mir das erste mit den Grundrezepten nicht wirklich gefällt und mir wie Platzverschwendung vorkommt.
Gewürzmischungen, Ghee und Paneer werden in jedem zweiten indischen Kochbuch gezeigt, und wie viele Anleitungen für Garam Masala braucht ein Mensch? Dann doch lieber noch ein paar Gemüserezepte mehr, denn die sind wirklich top.
- Für mich geht es mit dem zweiten Kapitel erst richtig los, mit den Rezepten.
In "Snacks & Streetfood" geht es um den kleinen Hunger.
Kartoffel-Crêpes, Dattel-Auberginen-Mus, Kokos-Süsskartoffel-Suppe, Linsen-Falafeln, eine Auswahl an Samosas, ... lauter kleine Feinigkeiten also.
- Kapitel drei ist den "Beilagen" gewidmet. Es gibt Naan-Brote und Reis in verschiedenen Variationen, dann noch Raitas und Chutneys und so etwas. Hier vermisse ich ab und zu ein paar Erläuterungen, wozu gewisse Beilagen besonders gut passen und normalerweise gegessen werden.
- Dann kommen die Hauptgerichte, und die sind ja mal der Knaller. "Fleisch & Fisch" und "Vegetarisch & Vegan" sind als Kapitel getrennt worden.
Alles was ich bis jetzt getestet habe, schmeckte unfassbar aromatisch. Ich wundere mich immer über die großen Gewürzmengen die verwendet werden, aber es schmeckt immer genau richtig so.
Bei den vegetarischen Gerichten zeigt sich mal wieder, wie wandelbar Gemüse sein kann. Die Inder haben wirklich ein Händchen für fleischlose Gerichte.
- Zum Schluss dann "Drinks & Sweets". Hier gibt es Rezepte für Cocktails, Chai-Tee, indisch gewürztes Bananenbrot, Kuchen und Cremes.
Die Gestaltung des Buches ist so bunt wie das Land selbst.
Wie immer bei GU, sind die Anleitungen klar und verständlich formuliert. Die Gerichte sind unkompliziert, und die meisten davon relativ schnell gemacht (wenn nichts stundenlang einweichen muss).
Bei der Herstellung gibt es keine Fragen, allerdings bei den Gerichten selbst. Wie schon erwähnt, fände ich ein paar zusätzliche Erläuterungen, besonders im Beilagen-Kapitel, hilfreich.
Es gibt zu jedem Gericht ein eigenes, sehr gelungenes Foto.
Von mir, besonders wegen der Hauptgerichte, eine klare Empfehlung.











