Kunden em pfehlungen
Rezensionen von nanu?!:
Zum Gentleman geboren?
Royal Taste von Jennieke Cohen
Helena Higgins und Penelope Pickering befinden sich beide im Abschlussjahr auf der Royalen Akademie der Kulinarik.
Damit sie das Jahr erfolgreich abschließen können, fehlt ihnen nur noch ein besonderes Thema für ihre Projekte.
Da läuft ihnen der junge Straßenverkäufer Elijah gerade recht über den Weg.
Helenas Projektidee ist geboren: Kann sie es schaffen, einen einfachen Straßenverkäufer in wenigen Monaten zum Gentleman-Koch auszubilden?
Die Geschichte spielt 1833 in einem alternativen England. Hier ist Prinzessin Charlotte nicht so jung im Kindbett verstorben und konnte als Königin das Land reformieren.
Adeligen Frauen ist es - unter anderem - neuerdings gestattet, einen Beruf zu erlernen. Trotzdem ist noch vieles gleich geblieben, besonders die Vorurteile, die bestimmten Volksgruppen entgegen gebracht wird, was auch hier zu Konflikten führen wird.
Vorurteile, Ausgrenzung und Ausnutzung sind einige der Themen, die hier zur Sprache kommen. Aber natürlich geht es hauptsächlich um Elijah, der eine Chance erhält, in der Gesellschaft aufzusteigen.
In vielen Passagen wird Elijah die Gourmetküche beigebracht, viele Lehrstunden werden detailreich beschrieben.
Das las sich für mich schon ein bisschen so wie ein Küchenratgeber, und sorgte für einige Längen.
Natürlich gibt es auch eine kleine, zarte Liebesgeschichte. Helena hat ja noch eine Freundin an der Akademie, und zwar die Lady Penelope aus dem Titel.
Penelope findet Elijah nicht nur wegen seines Kochtalents interessant.
Die Figuren fand ich persönlich etwas flach geraten, vor allem Helena. Dabei fand ich gerade ihren Charakter am interessantesten. Sie ist nämlich besonders ehrgeizig und meist nur, auf ihre eigenen Vorteile aus.
Elijah und Penelope sind lieb, aber auch ein bisschen langweilig.
Auch Mabel Pilkington, Helenas Erzrivalin, hatte als Figur mehr Biss. Über sie hätte ich gerne etwas mehr erfahren.
Der Schreibstil ist insgesamt recht angenehm zu lesen, das Tempo hätte man ruhig etwas anziehen können.
Alles in allem eine süße, nette Geschichte.
Softer, witziger Krimi
Der Kommissar in Wanderschuhen von Tim Frühling
Brigitte und Daniel sind nicht nur Kollegen bei der Kripo in Bad Hersfeld, mittlerweile sind sie auch privat ein Paar.
Und frisch verliebt wie sie sind, wollen sie zusammen in die Ferien fahren.
Eine Wandertour in der Rhön soll es werden, auch wenn Daniel dazu erst überhaupt keine Lust hat.
Aber Brigitte stellt sich das wunderbar romantisch vor.
Das wäre es bestimmt auch gewesen, wenn die anderen Mitwanderer nicht wären, ... und die Leiche die bald gefunden wird.
Also, ich habe mich ganz wunderbar amüsiert mit dem Buch, auch wenn die angekündigte Leiche eine Weile auf sich warten lässt.
Aber bis dahin hat man als Leser ausreichend Zeit, die anderen Wanderer kennenzulernen. Und da ist einer kauziger als der andere, angefangen beim Wanderführer, der keinen Spruch auslässt, und sei er noch so zum Fremdschämen.
Mich haben diese Figuren bestens unterhalten, auch wenn ich zugeben muss, dass hier ordentlich in die Klischeekiste gegriffen wurde. Es gibt den Klimaschützer samt genervter Freundin, den unsportlichen Dicken der ständig rumjammert, das geizige Rentnerpärchen und einige andere mehr.
Es handelt sich hier um einen sehr soften Krimi, also blutige Details darf man hier nicht erwarten. Aber zusammen mit den Beschreibungen der Figuren, dann die der Wandertour mit der Landschaft und den Strapazen und dem ganzen Drumherum, war das für mich eine tolle Kombination und sehr unterhaltsam. Und ich hatte auch das Gefühl, dass der Autor selbst schon den Hochröhnweg abgelaufen sein muss, es kam jedenfalls echt rüber.
Nur die Aufklärung am Ende, wie sie den Täter überführen, hat mir nicht so gut gefallen. Das ging mir zu einfach.
Erwähnen möchte ich noch, dass dieses Buch wohl Teil einer Reihe ist. Es macht aber nichts, wenn man die anderen Bände nicht kennt, man kommt problemlos rein in die Geschichte. Ich kenne die anderen Bücher nämlich auch nicht, und hatte kein Problem der Geschichte zu folgen.
Polnische Köstlichkeiten
Polen vegetarisch von Michal Korkosz
Der Autor Michal Korkosz ist in Polen geboren und wuchs mit der Kochkunst seiner Mutter und Großmutter auf.
Er schreibt, dass die Rezepte aus seinem Buch seine kulinarische DNA offenbaren, und sie in seine Kindheit zurückversetzen.
Der Autor möchte die polnische Küche aus einem anderen Blickwinkel präsentieren, weshalb es hier auch keine Fleischgerichte gibt.
Aus meiner Sicht eine gute Entscheidung, hat Polen doch so viel mehr zu bieten als Schweineschnitzel und Krakauer.
Nach einer kurzen Vorstellung geht es auch schon los mit den Rezepten.
- Das erste Kapitel stellt das polnische FRÜHSTÜCK vor, welches ich sehr abwechslungsreich finde. Es gibt eine große Auswahl an salzigen und süßen Porridges, Klößchen, Blinis, originell belegten Broten, Pudding, Krapfen, usw.
- Mit BROT & GEBÄCK geht es dann weiter. Es gibt hier die unterschiedlichsten Brote, aber besonders toll finde ich die Anleitung, um seine eigene Sauerteig-Starterkultur herzustellen. Damit backt man die tollsten Roggenbrote.
- Das SUPPENkapitel gefällt mir an Besten. Polnische Suppen scheinen besonders speziell zu sein. Sahnige Sauerkrautsuppe, Mandelsuppe mit Eischneewölkchen, ... Die Apfel-Tomaten-Suppe mit gegossenen Nudeln habe ich bereits ausprobiert und sie schmeckt grandios.
- Bei den Hauptgerichten geht es meist sehr deftig zu. Hirse, Hülsenfrüchte, Kartoffeln und Sauerkraut kommen hier gerne zum Einsatz. Rouladen, die verschiedensten Eintöpfe, Kartoffelpuffer und mehr, sind das leckere Ergebnis.
- Schön, dass SALATE & BEILAGEN nicht vergessen wurden. Die finde ich nämlich genauso wichtig wie das Hauptstück einer Mahlzeit.
- In einem Buch mit polnischen Rezepten darf das Kapitel PIROGGEN, KNÖDEL & Co. natürlich nicht fehlen.
Neben dem Grundrezept für Piroggenteig, gibt es eine ganze Reihe an verschiedenen Füllungen und Saucen.
- Zum Schluss folgen dann noch die Kapitel DESSERTS & KUCHEN und MARMELADEN, EINGEMACHTES & CO.
Das Buch hat eine Menge unterschiedliches zu bieten.
Von den Dingen, die ich bereits ausprobiert habe, konnten mich die Aromen überraschen. Besonders, wenn Säure ins Spiel kam. Die Kombinationen an sich, finde ich sehr gelungen.
Die Anleitungen sind einfach und klar formuliert.
Die meisten Zutaten sind leicht zu bekommen. Bei besonderen, polnischen Lebensmitteln, wird meist eine Alternative genannt.
Alle Arbeitszeiten, wie Kochzeit, Zubereitung, Kühlzeit, Gehzeit, usw. werden angegeben.
Die schöne Aufmachung des Buches möchte ich noch hervorheben. Das Cover ist wunderschön, die Bindung hochwertig, die Seiten fühlen sich gut an.
Die Fotos sind authentisch, überhaupt nicht gekünstelt. Genauso wie es auf den Bildern aussieht, schafft man es auch zu Hause mit dem Nachkochen.
Das ist ein Kochbuch, welches ich noch sehr oft gebrauchen werde. Volle Empfehlung meinerseits!
Die Leiche im Moor
Tristan Mortalis von Melissa C. Hill; Anja Stapor
Nach der Abifeier trennen sich die fünf Freunde aus der Theater AG.
Sie alle haben bereits Pläne, wie es nach der Schule mit ihnen weitergehen soll.
Doch nach Monaten wird plötzlich im Moor, nicht weit von der Stelle an der die Abifeier stattgefunden hatte, eine Leiche entdeckt.
Die Leiche trägt sogar noch die Ritterrüstung aus dem Theaterfundus.
Soll es wirklich Tristan sein?
Ich hatte manchmal meine Schwierigkeiten mit dem Buch.
Zunächst einmal gefiel es mir sehr gut, dass die Geschichte abwechselnd aus der Sicht der verbliebenen vier Freunde (Claire, Bene, Damian und Alice) erzählt wird. So kommt man den Figuren als Leser besonders nah, trotzdem schafft man es nicht, hinter deren Fassade zu blicken und die Geheimnisse zu lüften, die offensichtlich da sind. Denn, dass sie alle vier gehörig etwas zu verbergen haben, ist schnell klar.
Nein, was mich störte war, dass alles so künstlich in die Länge gezogen wurde.
Aus dem Klappentext weiß man bereits, dass es sich bei der Leiche um Tristan handelt. Trotzdem wird noch seitenlang gerätselt, ob er es nun ist, oder nicht. Die Geschichte hätte man ruhig an einem viel späteren Punkt beginnen lassen sollen, dann hätte ich nicht so das Gefühl gehabt, meine Lesezeit zu verschwenden.
Es gibt auch einzelne Passagen, die mir nur wie Seitenfüller vorkamen: Ellenlange Monologe, innere Zerrissenheit, schlechtes Gewissen, ...
Jeder der vier Freunde hat in der berühmten Nacht der Abiparty andere Dinge erlebt, die in regelmäßigen Zeitsprüngen in die Vergangenheit Stück für Stück aufgedröselt werden.
Manche dieser Punkte waren für mich total vorhersehbar, dafür waren andere echte Wendungen, die überraschend und plötzlich daher kamen. Die haben dann auch dafür gesorgt, dass ich weiterlesen wollte. Den Fall wollte ich dann aber auch bis zum letzten Detail aufgeklärt haben.
Am Ende wird dann endlich mal das Tempo angezogen, da passiert dann alles Knall auf Fall.
Leserbriefe anno dazumal
Ein bisserl schimpfen ein bisserl räsonieren von Stefan Franke
Dieses Buch beschäftigt sich mit dem Schimpfen.
Anfang des 20. Jahrhunderts erschienen in der Zeitschrift "Wiener Hausfrau", unter der Rubrik "Der Klaghansl", Leserbriefe, die von den alltäglichen Ärgernissen des Alltags berichten.
Die Beschwerden kamen aus der ganz normalen Bevölkerung und jedes Thema durfte angesprochen werden.
Viele dieser Briefe fand ich ganz amüsant zu lesen, und oft handeln sie von Themen, die die Leute auch heute noch beklagenswert finden.
Bei manchen Briefen blitzen auch die damaligen Lebensbedingungen durch. Wenn die Briefe von Dienstleuten geschrieben wurden, oder von Menschen, die über ihre Dienstboten herzogen.
Aufgeteilt sind die Briefe in verschiedene Kategorien wie "Kleidung und Mode" oder "Mieten und Wohnen", damit der Leser sich leichter zurechtfindet. Aber der Macher dieses Buches meinte auch, das Schimpfen eine komplexe Angelegenheit sei und in viele Lebensbereiche gleichzeitig hineinreiche. Die Leserbriefe seien nicht immer einfach nach Themen zu trennen.
Außerdem weist er darauf hin, dass in der "Wiener Hausfrau" mit Niveau und Stil geschimpft wurde. Schimpfworte oder derbe Flüche seien in diesem Buch also nicht zu finden.
Ansprechen möchte ich noch die tolle Aufmachung des Buches. Es gibt einen bunten Buchschnitt, wunderschönes Vorsatzpapier und ab und an kleine Illustrationen. Das Buch hat ein kleineres Format als üblich und ist gebunden. Eine wunderschöne Ausgabe!
Ein Spektakel sondergleichen
Der Krönungstag von Paul Gallico
Es ist der zweite Juni 1953 und heute wird Elizabeth II zur Königin gekrönt.
Dieses Spektakel möchte die Familie Clagg sich nicht entgehen lassen und macht sich auf den Weg nach London.
Mit dabei sind Tickets, mit denen sie alles aus nächster Nähe erleben können, samt Verpflegung und sogar echtem Champagner.
Doch am Ende kommt alles ganz anders.
Von dem Schriftsteller kenne ich bereits seine Geschichten rund um Mrs. Harris, die in den Achtzigern sogar verfilmt wurden. Auch "Der Krönungstag" ist nicht neu und erschien im Original bereits in den Sechzigern.
Aber ganz ehrlich, das Alter merkt man der tollen Geschichte überhaupt nicht an.
Paul Gallico ist ein Meister darin, Situationen bildhaft zu beschreiben. Ich konnte mir jeden Augenblick, den die Familie durchlebt, genaustens vorstellen, und auch deren Gefühle nachvollziehen.
Die freudige Erwartung auf ein großes Ereignis, den Moment der grenzenlosen Enttäuschung, als sie merken, dass sie betrogen wurden. Die Erregung die durch die Menge zieht, als die Königin in ihrer goldenen Kutsche vorbeifährt und die Stimmung, die mehrmals umschlägt. Die Müdigkeit am Ende und das Glück, so etwas Besonderes miterlebt haben zu dürfen.
Jedes Familienmitglied der Claggs treibt einen anderen Grund an, die Strapazen des Tages in Kauf zu nehmen. Und alle fünf opfern auch noch etwas dafür, um überhaupt dabei sein zu können.
Sehr witzig fand ich die Großmutter, die nur mitgekommen ist, um ihren Schwiegersohn in die Pfanne zu hauen. Aber selbst sie ist irgendwann baff und zufrieden.
Das Buch ist einfach nur bezaubernd und das einzige, das ich hier bemängeln würde, ist die Kürze. Man hat sich zu schnell durchgelesen.
Resteessen deluxe
Mittags gut kochen für eine Person von Cina Risberg
In der Mittagspause hat man oft nur wenig Zeit, aber das ist kein Grund auf ein selbstgekochtes Mittagessen zu verzichten. Das geht, wenn man auf die Reste zurückgreift, die sowieso schon im Kühlschrank rumstehen.
Selbst die kleinsten Reste bilden bei Cina Risbergs Mittagessen die Grundlage und inspirieren sie dazu, auch Neues auszuprobieren.
Weggeschmissen wird hier nix!
Gegliedert ist das Buch in nur wenige Kapitel. Übersichtlich sortiert finde ich die Rezepte trotzdem nicht. Hier ist fröhliches Schmökern angesagt.
- In "Ich liebe Reste" werden vor allem Reis, Kartoffeln und Nudeln vom Vortag verarbeitet. Altes Brot findet noch vielseitige Verwendung, und auch Käsereste und schlappes Gemüse erhalten hier noch eine Chance, ein schmackhaftes Gericht zu werden.
- Bei "Das kocht sich von alleine" blubbert das Essen im Topf oder Ofen alleine und ohne großes Zutun vor sich hin, bis es fertig ist. Die Vorbereitungen werden auf ein Minimum reduziert. Es gibt Ofenpasta, Suppen, überbackene Kartoffeln, ... Leider ist dieses Kapitel sehr kurz.
- In "Schummeln und abkürzen" kommen kleine Helferlein zum Einsatz. Fertigprodukte wie Brühen aus dem Glas, Fertigsaucen, Kräutermischungen und solches. Warum eigentlich nicht, wenn es doch mal richtig flott gehen muss?
Die Ergebnisse können sich jedenfalls sehen lassen: Aufgemotzte Fertigsuppen, Pastagerichte, Tortillas und Omeletts, da vergisst man gleich, das geschummelt wurde.
- Die Gerichte im Kapitel "Mittag mit Freunden" passen alle wie eine Art Buffet zusammen und können gleichzeitig serviert werden. Oder man genießt sie einfach einzeln, ganz wie man möchte.
- Im letzten Kapitel "faule Sommertage" finden sich bunte Salate, Dips die zu allem passen, Toasts, Sandwiches und alles Dinge, die wirklich schnell gemacht sind und auch an warmen Tagen schmecken.
Ausgelegt sind die Rezepte im Normalfall für eine Person, außer natürlich im Freundekapitel nicht.
Geschmacklich wird sich auf keine bestimmte Kultur festgelegt, aber es geht oft in die asiatische und mediterrane Richtung.
Es fällt auf, dass die Autorin besonders gerne Nudeln isst, Nudeln kommen gerne zum Einsatz.
Zu jedem Rezept gibt es ein tolles Foto, worauf die Gerichte echt edel aussehen. Überhaupt nicht wie Resteessen.
Die meisten Gerichte sind wirklich flott zubereitet.
Alle Gerichte sind leicht wandelbar, es kommt auf die Reste im eigenen Kühlschrank an, wie das Gericht letztendlich wird.
Hat was vom kleinen Prinzen
Unten von Maja Ilisch
Nevos Welt ist ziemlich klein und beschränkt.
Sie lebt in einem riesigen Hochhaus und darf, wie alle anderen auch, ihre Etage nicht verlassen.
Jeder muss sich an die Regeln halten, denn sonst kann man seine Wohnung verlieren und muss auf eine der unteren Etagen ziehen.
Doch das Leben auf Nevos Etage ist so langweilig, ständig werden sie und ihre Freundin Juma beim Spielen erwischt.
Eines Tages fällt Juma in den Wäscheschacht und bleibt verschwunden. Und plötzlich tun alle so, als hätte es Juma nie gegeben.
Nevo kann und will Juma nicht vergessen und tut etwas, dass vor ihr noch keiner gewagt hat: Sie geht nach unten!
Die komplette Geschichte spielt sich in dem Hochhaus ab.
Erzählt wird aus Nevos Sicht in der dritten Person, der Leser ist ihr also immer ganz nah.
In der Beschreibung wird das Buch mit Michael Endes "Momo" verglichen. "Momo" habe ich nie gelesen, ich kann also nichts dazu sagen, aber ich persönlich musste bei der Lektüre immer an de Saint-Exupérys kleinen Prinzen denken. Denn so wie der kleine Prinz von Planet zu Planet geht, steigt Nevo Etage für Etage immer tiefer und tiefer hinab und trifft dabei die unterschiedlichsten Menschen und Nicht-Menschen.
Nevo ist total mutig, wagt Dinge, die vor ihr noch niemand gewagt hat und alles nur, um ihre Freundin Juma zu retten.
Das Hochhaus selbst ist ein spannender Ort. Da nie jemand seine Etage verlässt, weiß auch niemand, wie hoch das Haus eigentlich ist, oder wie viele Etagen es bis unten überhaupt sind. Und scheinbar ist seit Generationen auch niemand mehr draußen gewesen.
Nevo lüftet zwar einige Geheimnisse des Hochhauses, aber wirklich Bescheid weiß man hinterher auch nicht. Das finde ich sehr schade, denn ich habe noch so viele Fragen.
Auch gefällt mir ein gewisser Punkt am Ende nicht so, aber das macht nichts, das ist nur mein Problem. Ein anderer Leser wird es vielleicht völlig anders sehen.
Die Geschichte ist absolut fesselnd. Sie wirkt unwirklich, und doch oft auch erschreckend realistisch. Es ist ein Kinderbuch mit Tiefgang, es nimmt die Kinder absolut ernst.
Klare Lese-Empfehlung!
Süperküche, süperlecker!
Meine Süperküche von Meltem Kaptan
Seit einem halben Jahrhundert steht Meltems Mama schon in der Küche, hat zwei Generationen umsorgt und bekocht und ihre Familienrezepte mit der Zeit ständig verbessert und weiterentwickelt.
Warum also nicht Mama Meltems Süperküche festhalten und daraus ein Kochbuch machen, damit man die Rezepte mit den Menschen teilen kann?
Mir persönlich gefällt das Ergebnis jedenfalls sehr gut.
Nach einer kurzen Vorstellung geht es auch schon gleich los mit den Rezepten.
- Sehr wichtig in der türkischen Küche sind die MEZE. Das sind lauter bunte kleine Vorspeisen die einfach auf Platten mitten auf den Tisch platziert werden, wo jeder einfach zugreifen darf. Meze kann alles sein: gefüllte Teigwaren, frische Salate, gegrilltes Gemüse, gebratene Gemüsepuffer, ... Vorgestellt werden insgesamt 20 Meze.
- Dann folgen die SUPPEN & EINTÖPFE. Hier sollen die Schnittpunkte, laut Autorin, zwischen der deutschen und türkischen Küche am größten sein.
Es gibt Suppen mit grünen oder roten Linsen, deftige Eintöpfe mit oder ohne Fleisch, Gerichte, die nicht nur an trüben Tagen glücklich machen. Für meinen Geschmack hätte das Kapitel aber ruhig etwas größer sein können.
- Beim Kapitel HAUPTGERICHTE erklärt Meltem Kaptan, dass es nicht so einfach war, hier die richtige Auswahl an Gerichten zu treffen. Denn in der Türkei kann alles ein Hauptgericht sein, was kein Dessert ist. Deshalb soll man sich nicht über Frühstückseier und solches wundern.
Ich jedenfalls finde die Auswahl gelungen. Es gibt Eierspeisen, gefülltes Gemüse in verschiedenen Varianten, Reis-, Bulgur- und Pastagerichte, ...
Ganz toll schmeckte mir das Gerichte namens "Der Imam fiel in Ohnmacht". Auch der Zucchinikuchen, der als Beilage gegessen wird, war köstlich, und die Köfte waren der Knaller.
Ausprobiert habe ich noch mehr, aber das waren davon die bisher drei besten Sachen.
- Bei den NACHSPEISEN erklärt Meltem Kaptan, dass man in der Türkei die Desserts in 5 Kategorien aufteilt:
Es gibt die milchigen, cremigen Desserts, die in Zuckersirup getränkten Desserts, die Obstdesserts, dann noch das süße Gebäck und die Schokoladendesserts. Aus jeder Kategorie gibt es etwas auszuprobieren.
Die Anleitungen sind klar und leicht verständlich, das Nachkochen unkompliziert, fast kinderleicht.
Sehr schön finde ich die vielen extra Erläuterungen von Meltem zu jedem Rezept. Angegeben sind außerdem noch die Zubereitungszeit und ob das Gericht vegetarisch, vegan oder glutenfrei ist.
Überhaupt gibt es sehr viele vegetarische Rezepte hier drin.
Gut finde ich auch, dass man an die meisten Zutaten ganz leicht herankommt. Wer einen türkischen Lebensmittelladen in der Nähe hat, hat sowieso keine Probleme.
Doch, das Buch kann ich nur empfehlen. Viel Spaß damit!
Abenteuer im Spukhotel
Grand Hotel Wunder (Band 1) - Liebeszauber sind gefährlich von Katharina Schöde
Ihr bisheriges Leben hat die 12-jährige Mia Wunder mit ihren Eltern auf einem Kreuzfahrtschiff, der "Queen Esmeralda", verbracht.
Aber nun beginnt ein neues Kapitel in Mias Leben, denn sie und ihre Mutter ziehen ins Hotel ihrer Großmutter, dem "Grand Hotel Wunder".
Mia ist das alles nicht ganz geheuer.
Sie soll nicht nur in einem richtigen Haus leben, sie soll auch noch zum ersten Mal eine echte Schule besuchen.
Und als ob das nicht schon längst reichen würde, soll es in dem Hotel auch noch spuken.
Dies ist der erste Band einer neuen Reihe, die sich um die drei Freundinnen Mia, Charlie und Paulina dreht.
Dabei wird immer aus Mias Sicht erzählt, aber nicht in der Ich-Form.
Zum Glück freundet sich Mia schnell mit Charlie und Paulina an, und zusammen haben sie auch gleich eine Idee, was sie Besonderes anstellen könnten.
Richtig toll fand ich hier den besonderen Schauplatz der Geschichte, denn einen aufregenderen Ort wie das Grand Hotel, kann man sich als Kind kaum vorstellen.
Das Hotel besitzt 365 Zimmer, wobei ein guter Teil noch unentdeckt geblieben ist. Hinzu kommen die hoteleigenen Spukgestalten die für ordentliche Verwirrung sorgen.
Überhaupt steckt das alte Gemäuer voller Geheimnisse, die Mia und ihre neuen Freundinnen nur zu gerne lüften möchten.
Ein Rätsel, das mit Mias Großmutter zu tun hat, müssen die drei auch bald in Angriff nehmen.
Nebenbei haben sie auch noch ordentlich mit der Schule, der Theatergruppe und einem gewissen Jungen zu tun.
Dadurch bietet das Buch viel Abwechslung, Langeweile kann da gar nicht aufkommen.
Die Geschichte wird mit Tempo erzählt, manche Szenen kamen mir dabei manchmal zu kurz.
Einige Figuren bekommen eine eigene spezielle Art zu sprechen verpasst. Das ist besonders beim Vorlesen ganz lustig, und so erkennt man gleich, wer da gerade spricht.
Es gibt witzige, und ein paar gruselige Stellen. Es wird aber nie so gruselig, dass man sich dabei fürchten muss.
Das Buch wird Kindern ab 10 Jahren empfohlen. Das Cover sieht zwar sehr mädchenhaft aus, aber Mias Abenteuer im Grand Hotel werden Jungs bestimmt auch ganz toll finden.











