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Rezensionen von nanu?!:

Der rätselhafte Findling

Greta Grimaldi und der Junge aus dem Schatten von Davide Morosinotto

Es ist das Jahr 1829 und niemand geringeres, als der berühmte italienische Detektiv Doktor Grimaldi, wird nach Nürnberg gerufen um aufzuklären, wer Kaspar Hausers Leben bedroht.
Seine vierzehnjährige Tochter Greta wird ihn natürlich wie immer begleiten, denn er legt großen Wert auf Gretas Fähigkeiten, obwohl sie ein Mädchen ist.

Kaum hat das Vater-Tochter-Gespann sich im "Bayerischen Hof", der besten Adresse Nürnbergs, ausgebreitet, legen sie auch schon los mit den Ermittlungen.

Seit fast 200 Jahren fasziniert Kaspar Hauser uns mit seiner Geschichte.
Ein Junge, der plötzlich da ist und der kaum etwas kann, weder richtig sprechen noch richtig laufen.
Später behauptet er, er sei so lange er denken konnte ein Gefangener gewesen. In einem Verlies hätte er jahrelang leben müssen, ohne je eine Menschenseele zu sehen, nur mit Wasser und Brot.
Bald schon sind die Menschen, und vor allem die Zeitungen von Kaspar fasziniert, berichten jeden Tag über ihn und nennen ihn bald "das Kind Europas".
Davide Morosinotto greift dieses spannende Thema auf und verwebt Fiktion und historische Fakten gekonnt miteinander.
Bis heute nämlich, wurde Kaspar Hausers Herkunft und insbesondere die Umstände seines Todes nie aufgeklärt.
Perfektes Material also, für einen spannenden Roman, wie ich finde, und der Autor versucht hier einen neuen Ansatz um Kaspar zu finden.

Dr. Grimaldi ist keine Figur, die man unbedingt mögen muss. Er ist streng und wirkt sehr arrogant. Niemals sieht er einen Anlass, das Hotel zu verlassen. Lieber bestellt er die Menschen zu sich, egal ob es ein kleiner Bote oder der Bürgermeister höchstpersönlich ist.
Greta ist da ganz anders. Sie ist ihrer Zeit weit voraus. Sie ist gebildet und belesen, spricht mehrere Sprachen und hat keine Angst, auf eigene Faust Ermittlungen durchzuführen. Anders als ihr Vater, wandert sie mit offenen Augen und Ohren durch Nürnbergs Gassen.
Natürlich sind die Leute sehr irritiert, wenn Greta bei Befragungen und Besprechungen anwesend sein darf, immerhin ist sie nur ein Mädchen, und wie kann ein Mädchen überhaupt hilfreich sein?
Ja, die damaligen Gepflogenheiten kommen manchmal schon richtig gut zur Geltung.

Besonders gut gefallen hat mir Morosinottos Blick fürs Detail. Er beschreibt Nürnbergs Stadtbild mit seiner Burg, den schmutzigen Gassen und lauten Gasthäusern, dem vollen Markt, den Kutschen und Sänften auf den Straßen sehr lebendig und bildhaft. Man kann sich die Stadt so richtig schön vorstellen.
Zum Ende hin schleichen sich aber leider ein paar Längen in die Geschichte. Die Auflösung um Kaspar Hausers Bedroher war zwar schlüssig, aber für meinen Geschmack nicht zufriedenstellend.
Von Kaspar Hauser selbst hätte ich noch gerne einiges mehr erfahren, er kam mir definitiv zu kurz.
Wirklich toll ist die Aufmachung des Buches, die ist nämlich mit Illustrationen bestückt die unter anderem die historischen Briefe und diverse Dokumente über Kaspar zeigen.
Ich kann das Buch nur weiter empfehlen denn trotz allem habe ich mich sehr gut unterhalten gefühlt.
PS: "Die Mississippi-Bande" vom selben Autor kann ich ebenfalls nur wärmstens weiter empfehlen, das fand ich sogar noch ein bisschen besser.

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Unnötig grausam

Gänsehaut in Hovenäset 1. Flammenrad von Kristina Ohlsson

Nur im Sommer ist etwas los in Hovenäset, einem 200-Seelen-Dorf in Schweden. Denn dann kommen die vielen Touristen und der Campingplatz im Ort ist rappelvoll.
Heidi und ihre besten Freunde Harry und Alva wohnen aber immer hier. Sie sind ganz aus dem Häuschen als sie hören, dass diesen Sommer ein Riesenrad auf dem Campingplatz aufgestellt werden soll.

Und Bill, der Riesenradbetreiber, fragt ausgerechnet bei Heidis Vater nach einem freien Zimmer, welches er auch noch bekommt.
Natürlich hoffen die drei nun auf eine Menge Freikarten für das Rad. Vielleicht wird der Sommer doch nicht so öde wie befürchtet.
Doch die Stimmung ist trotzdem getrübt, denn immer öfter geschehen seltsame Dinge, die nur Heidi wahrzunehmen scheint.

So eine deprimierende Geschichte habe ich ja schon lange nicht mehr gelesen. Und dabei meine ich noch nicht einmal die gruseligen Elemente, obwohl ich die für das empfohlene Lesealter echt schon heftig finde. Dabei plädiere ich immer dafür, Kinder ernst zu nehmen und ihnen auch etwas zuzutrauen.
Zuerst mal gehe ich auf die gespenstischen Aspekte ein. Die Autorin weiß auf jeden Fall, wie sie eine grausige Stimmung heraufbeschwört. Schritte und Geknarze, obwohl niemand da ist, Dinge die plötzlich woanders sind oder ganz verschwinden, böse Prophezeiungen die sich bewahrheiten und jede Nacht dieser Sturm der wütet und den Strom ausfallen lässt.
Das was die Kinder herausfinden fand ich schon grenzwertig. Ich finde nicht, dass so junge Kinder unbedingt so etwas lesen sollten. Besonders weil es keine richtige zufriedenstellende Antworten auf das ganze gibt. Da muss man wohl auf Band zwei warten.

Aber viel schlimmer fand ich Heidi und wie die Erwachsenen mit ihren Sorgen umgehen, wenn sie sie überhaupt bemerken. Die Scheidung der Eltern, die neue Stiefmutter die auch noch ein Baby erwartet, die Schulden des Vaters, das Gefühl, nur noch die zweite Geige spielen zu dürfen und dann geht es auch noch der Oma sehr schlecht. Heidi wird mit einem riesigen Haufen Probleme überhäuft und ständig ist sie von einer Wolke aus Traurigkeit umgeben.
Diese ständig düstere und freudlose Atmosphäre hat mich manchmal richtig runtergezogen.
Es ist so, als ob Heidi niemals einen Grund zur Freude hat.
Das abenteuerliche und unbeschwerte einer Kindergeschichte hat mir so richtig gefehlt.
Wenigstens kann sich Heidi auf ihre beiden Freunde verlassen, auch wenn die ihr erst nicht glauben und relativ spät richtig aktiv werden und die Geschichte zum positiven verändern.

Ob ich das Buch Kindern zum lesen geben würde? Wahrscheinlich eher nicht, dafür drückt es zu sehr auf die Stimmung und von Babys, die in ihren Wiegen verbrennen, muss man meiner Meinung nach nicht lesen.

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Gruseliger Stickerspaß

Meine Sticker + Karten + Box - Gruselspaß, m. 1 Beilage von

Nachdem der Sechsjährigen die Osterbox schon so gut gefallen hatte, musste nun eine neue Box her.
Auch diese Box zum Thema "Halloween" kam super beim Kind an, es wurde gleich losgebastelt. Der große Bruder wollte auch wieder mithelfen, auch wenn er "offiziell" schon viel zu groß fürs Stickern ist.

Das Highlight dieser Boxen sind wie immer die vielen bunten Sticker, von denen es gleich satte 150 Stück gibt.
Die kann man auf Karten mit verschiedenen Hintergründen kleben, auf vorgezeichnete Aussparungen oder man muss Dinge vervollständigen.
Auch gibt es wieder Aufgaben zu lösen wie verwunschene Labyrinthe oder Bilder zum Ausmalen.
Die Motive sind wirklich liebevoll gestaltet worden und passen ganz wunderbar zum Thema. Es gibt Geister und Hexen, Fledermäuse und Kürbisgesichter, Spinnen und Monster, alles ein bisschen gruselig, aber auch ein bisschen süß, damit sich kein Kind ernsthaft fürchten muss.

Insgesamt gibt es 30 Karten aus relativ stabilen Papier. Auf jeder Karte kann auf der Rückseite ein Empfänger notiert werden, so sind sie ideal zum Verschenken und Verschicken.
Die Box ist super für lange Autofahrten oder superlangweilige Abende geeignet.
Eine tolle Beschäftigung für alle Kinder ab 6 Jahren.

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Kreative Ideen für jeden Tag

Was kocht Hanna von Hanna Reder

Schon immer war die Küche Hanna Reders liebster Ort.
Und jetzt, nach ihrer Kochausbildung, der Arbeit in verschiedenen Lokalen und der Teilnahme an TV-Formaten wie "The Taste", wird es Zeit für ein eigenes Kochbuch.
Hanna beschreibt ihre eigene Küche als saisonal, flexibel, unkompliziert und sie soll inspirieren.

Aufgeteilt ist das Buch in unsere Jahreszeiten, bevor es aber mit den Rezepten losgeht, gibt es ein kleineres Kapitel mit Rezepten für Dinge, die man immer parat haben sollte wie Sirup, Salzzitronen, verschiedene Pickels und Saucen.
- Typisch für die Frühlingszeit sind Gerichte mit Spargel, Bärlauch und Rhabarber. Überhaupt ist Hannas Küche sehr gemüselastig und grün.
Tolle Beispiele die im Buch zu finden sind Bärlauch-Pfannkuchen, Erbsen-Minz-Hummus oder grünes Frühlingscurry.
- Im Sommer wird bei Hanna viel Zeit draußen verbracht und oft gegrillt. Deswegen gibt es in diesem Kapitel eine Auswahl an leichten Gerichten und Salate. Zucchini, Tomaten und Kräuter, gerne in Kombination mit Sommerfrüchten.
Tomaten-Pflaumen-Salat, gegrillter Mais mit Orangen-Gochujang-Butter oder mein Favorit, gegrillte Paprika mit Ricotta, weißen Bohnen und Walnüssen, nur um ein paar Beispiele zu nennen.
- Im Herbst werden die Gerichte wieder deftiger und gemütlicher. Suppen schmecken jetzt besonders gut, Pilze und Kürbis haben nun Saison.
Cacio-e-pepe-Kartoffelsuppe, Graupensuppe nach Hannas Art oder auch Kürbis-Carbonara. Ganz toll finde ich hier auch die Torta di mele (italienischer Apfelkuchen).
- Im Winter sind Eintöpfe angesagt, Rüben und Kohl.
Ausprobieren muss man hier unbedingt die Ribollita mit Kohl und weissen Bohnen.
Schön finde ich, dass in diesem Kapitel auch an die Beilagen gedacht wurde: Glasierte Möhren, Semmelknödel, Selleriepüree mit Parmesan, und wer sich rantraut kann auch sein eigenes Rotkohl-Sauerkraut fermentieren.

Die Gerichte sind in jedem Kapitel locker sortiert. Es gibt neben einer Vielzahl an Hauptgerichten auch Desserts und Kuchen, kleinere Snacks und Dips zu entdecken.
Rezepte mit Fisch und Fleisch sind zwar vertreten, aber nicht so häufig. In diesem Buch spielt Gemüse ganz klar die Hauptrolle.
Die Gerichte sind meist alltagstauglich und nur selten aufwändig. Ich kann mir aber vorstellen, dass sie den Geschmack kleinerer Kinder nicht unbedingt treffen, somit ist das Buch nur bedingt familientauglich.
Die Anleitungen sind kurz und knackig gehalten, Fragen bleiben keine offen.
Zu jedem Rezept gibt es einen praktischen Serviertipp, ein ansprechendes Foto und eine persönliche Anmerkung der Autorin. Außerdem wird immer die Zubereitungszeit angegeben.
Die Zutaten sind überall zu bekommen, zu exotisch wird es nie.
Einige Klassiker sind am Start, Hanna drückt ihnen aber alle einen eigenen Stempel auf.
Mir gefällt das Buch, es bietet Abwechslung und überrascht mit modernen und kreativen Ideen.

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Weihnachtlicher Cosy Crime

Nächster Halt: Mord - Ein Weihnachtskrimi von Alexandra Fischer-Hunold

Rachel soll eine Reisereportage über die Jungfernfahrt des Luxuszuges, "Golden Highlander" ,für ihre Zeitung schreiben.
Dafür bekommt sie von ihrem Chef gleich zwei der begehrten Zugtickets. Mitnehmen wird sie ihre sechszehnjährige Schwester Millie, die auch schon ganz aus dem Häuschen ist.

Aber bald schon entpuppt sich diese Traumreise in einen einzigen Albtraum. Ein Fahrgast wird heimtückisch ermordet. Millie ist fest entschlossen, dem Mörder auf die Spur zu kommen.

Die Bücher von Alexandra Fischer-Hunold sind für mich mittlerweile ein Garant für gemütliche Krimistunden in der Herbst- und Vorweihnachtszeit.
Dieses Mal geht es ins verschneite England. Die Autorin weiß einfach, wie man für eine weihnachtliche Grundstimmung sorgt. Sie beschreibt sehr bildhaft das Gedränge auf den Bahnsteigen, die freudige Vorfreude auf Weihnachten oder das wilde Schneegestöber.
Und den Zug selbst erst! Der ganze Zug ist im Stile der Zwanziger auf altmodisch gemacht und könnte aus einem Agatha-Christie-Roman gefallen sein. Rachel und Millie dürfen sich auf den puren Luxus freuen.
Und wie es sich für einen solchen Roman gehört, lässt der Mordfall auch nicht lange auf sich warten.

Es ist zwar Rachel, die die Tickets für die Fahrt bekommt, erzählt wird aber immer aus Millies Sicht in der Ich-Form.
Ich finde, die Ich-Form liegt der Autorin einfach. Die Stimme, die sie Millie gibt, klingt überzeugend und ist auch passend jugendlich.
Millie ist wild entschlossen, den Mord aufzuklären und tut sich recht schnell mit James, dem Lern-Steward, zusammen. Scherzhaft nennen sie sich gegenseitig Sherlock und Watson, geben zusammen aber ein echt gutes Team ab. Mit Freude stecken sie ihre neugierigen Nasen in die Angelegenheiten fremder Leute und decken so mehr Geheimnisse auf, als sie eigentlich wollten.
Sehr gut gefallen hat mir, dass es eine Vielzahl an mögliche Täter gibt. Eine Menge Leute hätten einen Grund gehabt, das Opfer zu töten und meinen persönlichen Hauptverdächtigen musste ich immer wieder auswechseln. Am Ende lag ich trotzdem falsch. Aber Miträtseln kann man hier hervorragend.

Bei der Auflösung hat mir eine bestimmte Sache nicht gefallen, näher darauf eingehen ohne zu viel zu verraten, kann ich hier leider nicht. Aber es ist der Grund für den einen Stern, den ich abziehe.
Ansonsten kann ich das Buch nur empfehlen an alle, die Lust auf ein paar weihnachtliche und gemütliche Krimistunden haben.

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Multitalent Kürbis

Kürbis - 130 geniale Rezeptideen von Maria Wurzer

Kaum hat die Herbstzeit angefangen, wird man von Kürbissen schier überrollt.
Überall sind Kürbisse, aber irgendwann gehen einem die Ideen aus, was man noch damit anstellen soll.
Das kann mit dem Kürbisbuch von Maria Wurzer nicht mehr passieren, denn sie weiß gleich 130 Möglichkeiten, um den Kürbis schmackhaft zu verarbeiten.

Zu Beginn werden die beliebtesten Speisekürbisse vorgestellt und beschrieben. Danach geht es kurz um Einkauf, Lagerung, Anbau und Ernte und der Vorbereitung vor dem Kochen.
Aufgeteilt sind die Rezepte in sechs praktische Kapitel.
- In KLEINE GERICHTE, SALATE UND EINGELEGTES findet man unter anderem Marmelade, verschiedene Aufstriche, kleine Vorspeisen wie Kürbis-Carpaccio, Chutney oder auch Rohkost-Salate. Alles aus Kürbis selbstverständlich.
- Das kleinste Kapitel ist den SUPPEN gewidmet. Es gibt zwar nicht so viele Suppenrezepte, aber von denen im Buch ist keine gewöhnliche dabei, wie man sie im Herbst ständig vorgesetzt bekommt (die einfache ist natürlich nicht verkehrt und lecker, nur etwas Abwechslung ist auch mal schön).
- Im Kapitel HAUPTSPEISEN MIT FLEISCH, GEFLÜGEL & FISCH ist mal der Kürbis der Star auf dem Teller, mal steckt er auch nur in der Beilage oder als Füllung in irgendeiner Komponente.
Es gibt Eintöpfe, Aufläufe, Püree, mal wird der Kürbis gefüllt und gebacken, mal dient er als Gemüsebeilage.
Der Kürbis steckt in Pfannekuchen und Nocken, in Rouladen und Cordon-Bleu. Die Möglichkeiten sind unendlich.
- Im Kapitel HAUPTSPEISEN VEGETARISCH spielt der Kürbis aber immer die Hauptrolle.
Lasagne, Schichtkuchen, Risotto, Pasta oder Quiche - nur um ein paar Beispiele zu nennen - funktionieren alle wunderbar, auch ohne Fleisch.
Übrigens ist das vegetarische Kapitel genauso lang wie das mit Fleisch und Fisch.
- Süßes darf natürlich auch nicht fehlen, und ich bin immer noch platt, wie gut Kürbis sich in Desserts verwandeln lässt. Im Kapitel DESSERTS, KUCHEN UND GEBÄCK geht es um so tolle Dinge wie Tiramisu (der vorzüglich schmeckt, ich habs nämlich ausprobiert), Waffeln, Soufflé, Krapfen, Strudel und vieles mehr.
Ganz zum Schluss findet man auch noch Rezepte für Kürbisbrot.

Die meisten Rezepte sind für vier Personen ausgelegt.
Die für das Rezept am besten geeignetste Kürbissorte, wird im Rezept immer angegeben. Aber gemogelt habe ich auch schon und einfach die Sorte genommen, die gerade bei mir herumlag. Das hat bestens funktioniert, zumindest bisher.
Nicht immer geht es in den Rezepten um den Kürbis als Frucht. Die Blüten und Kerne spielen auch manchmal die Hauptrolle.
Es gibt leider nur sehr wenige Fotos von den fertigen Gerichten, dadurch sieht das Buch insgesamt etwas "theoretisch" aus, weil man auf den ersten Blick nur Text sieht. Aber die Anleitungen selbst sind klar und deutlich geschrieben, es bleiben keine Fragen offen.
Oft gibt es kleine handgeschriebene Anmerkungen unter den Rezepten, mit hilfreichen Tipps oder Tricks.
Ich kann das Buch nur weiterempfehlen. Die Ideen in diesem Buch finde ich goldwert um das Beste aus dem Kürbis herauszuholen.

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Die Würmchen auf dem Türmchen

Das krasseste Tier der Erde von Kai Lüftner

Wer denkt beim krassesten Tier der Erde, schon an einen Regenwurm?
Warum aber gerade der Regenwurm das Krasseste aller Tiere ist, wird in diesem Bilderbuch auf humorvolle Weise und in witzigen Reimen aufgezeigt.

Die Wiese ist furchtbar trocken und spröde, da hat der arme Wurm echt viel Arbeit vor sich.

Aber bald bekommt er Hilfe von weiteren Würmern. Und je mehr Würmer auftauchen und helfen, umso schöner und gesünder wird auch die Wiese. Und am Ende wimmelt überall das Leben und ganz viele Insekten profitieren von der schweren Arbeit der Regenwürmer. Warum das so ist, erfahren die kleinen Leser und Leserinnen direkt von den Würmchen selbst.
Am Ende gibt es noch zwei Extra-Seiten mit spannenden Fakten rund um den Regenwurm, wobei auch mir als Erwachsene einige ganz neu waren.

Wirklich gelungen finde ich die Bilder. Die Würmer schlängeln sich über die Seiten, erst ein paar, dann immer mehr, und sehen dabei so herrlich bescheuert aus. Sie tragen Bärte und Hüte, Schals und Brillen, aber ein zufriedenes Grinsen tragen sie alle in ihren Regenwurmgesichtern.
Überall gibt es lustige Details zu entdecken und ab einem bestimmten Punkt, haben die Bilder auch echten Wimmelbildcharakter.
Empfohlen wird das Buch Kindern ab vier, was ich optimal finde.
Sehr passend finde ich hier, dass der Verlag hohen Wert auf Nachhaltigkeit legt. Alle Bücher werden komplett vegan und in Deutschland hergestellt und zudem unterstützt man mit jedem Kauf soziale Projekte.

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Orientalisch vegetarisch

Ein Fest für Gemüse von Parvin Razavi

Die Autorin ist eine der besten Köchinnen Österreichs, das schreibt nicht nur der Brandstätter Verlag, das bezeugen auch eine Reihe von Auszeichnungen, die Frau Razavi für ihr Wiener Restaurant &flora erhalten hat.
Gemüse gehört ihrer Überzeugung nach gefeiert. Viel zu lange habe Gemüse nur eine Nebenrolle auf der Tafel gespielt.

Dabei sei kein anderes Lebensmittel so wandelbar und verschieden einsetzbar, egal welche Gemüsesorte man nun nehme.
Und wenn ich als Leser so durch das Buch blättere, kann ich der Autorin nur beipflichten. Selten habe ich kreativere Gemüserezepte gesehen.

Nach einer kurzen Einleitung und einigen praktischen Küchentipps zu Verarbeitung und Einlagerung, geht es auch schon los mit dem Kochen.
Sortiert sind die Rezepte nach Gemüsesorten, wobei die erste Seite der jeweiligen Sorte, der Warenkunde vorbehalten ist.
Insgesamt gibt es 22 Gemüsesorten als Hauptzutat zu entdecken.
Vieles davon sind Hauptgerichte, aber es gibt auch Snacks, Dips oder kleinere Vorspeisen.
Es wird unter anderem mit Joghurt, Butter oder Eiern gearbeitet, aber es gibt auch viele vegane Gerichte.
Die Zutatenlisten halten sich meistens in Grenzen und nur ganz selten kenne ich eine Zutat gar nicht. Chioggiarüben zum Beispiel, oder Goldrüben.
Die Autorin weiß mit orientalischen Gewürzen umzugehen. So viele unterschiedliche Gewürze benutzt sie in ihrer Küche völlig selbstverständlich, das Gemüse schmeckt dadurch neu und ungewohnt, aber richtig spannend. Es macht Spaß, diese Aromen kennenzulernen.

Obwohl viele der Gerichte echt kompliziert und aufwändig klingen, ist es gar nicht so schwer, die Rezepte nachzukochen. Jedenfalls die Sachen die ich ausprobiert habe, waren relativ flott gemacht.
Ausprobiert habe ich bis jetzt die gebrannte Aubergine mit Kräutern auf würziger Tomatensauce, dann die Ras-el-Hanout-Karotten auf Hummus (ich schwöre, so interessant und würzig haben Karotten noch nie geschmeckt) und das Mirza Ghasemi (ein persischer Auberginen-Dip mit Ei).
Was gibt es sonst noch so? Gebratene Salatherzen auf Labneh mit Petersilien-Oliven-Salsa, Spitzkohl aus dem Ofen mit Miso-Tofu-Sauce oder vielleicht einen Mangold-Pie mit Spinat und Ricotta?
Am Ende des Buches gibt es noch ein paar Seiten mit Basis-Rezepten. Gewürzmischungen, Saucen und eingelegtes Gemüse, sowohl ein Register nach Alphabet und eines nach Gemüsesorten.
Nicht nur die Rezepte finde ich Besonders, auch die Aufmachung könnte nicht schöner sein. Das Cover mit den goldenen Verzierungen, die wunderschönen Fotos und überhaupt.
Ein tolles Buch, bei dem man Fleisch und Fisch nicht eine Sekunde lang vermisst.

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Was damals geschah

Death at Morning House von Maureen Johnson

So hat sich Marlowe den Sommer nicht vorgestellt. Unbeabsichtigt fackelt sie das Haus ihrer Bekannten ab und sie war der Housesitter. Nebenbei verscherzt sie es sich mit ihrer Kollegin, in der sie total verknallt ist.
Da kommt das Angebot, den restlichen Sommer als Tourguide auf einer der Inseln auf Thousand Islands zu arbeiten, gerade recht.

Auf Ralston Island soll Marlowe die Touristen durch das Haus der Ralston-Familie führen. Das Haus ist berühmt berüchtigt, denn hier kamen zwei Kinder der Ralstons 1932 zu Tode. Richtig aufgeklärt wurden diese Tode nie.

Endlich gibt es mal wieder etwas Neues von Maureen Johnson zu lesen. Ihre Schatten-von-London-Reihe fand ich schon so genial.
Auch hier gibt es wieder viele mystische Elemente. Ein Haus, das seit Jahrzehnten verlassen ist, wo zwei Kinder zu Tode kamen und die Familie, die daraufhin nie wieder zurückkehrte.

Abwechselnd wird die Geschichte auf zwei Zeitebenen erzählt.
Auf der einen Zeitebene haben wir Marlowe in der Gegenwart. Ihre Sicht erlebt der Leser in der Ichform und einem deutlich sarkastischen Unterton. Marlowe mochte ich gleich, weil sie wie die meisten Jugendlichen auch, mit allen Unsicherheiten zu kämpfen hat. Und oft ist sie auch einfach nur ein Pechvogel. Ich fand sie sehr authentisch als Hauptfigur.
Die andere Zeitebene handelt von der Familie Ralston die 1932 auf Morning House lebt und ein übertrieben diszipliniertes Leben führt.
Der Ralston-Teil fängt in seiner Erzählung einige Zeit vor den schlimmen Ereignissen an. Als Leser weiß man zwar schon, dass etwas Furchtbares passieren wird, aber erst ist alles so harmlos. Da fragt man sich schon die ganze Zeit, was da schief läuft. Ich fand das richtig gut gemacht, so ein bisschen hatte das was von einer Zündschnur, die langsam abbrennt.

Mir gefielen beide Zeitebenen gleich gut, mal ist die eine, mal die andere Seite spannender.
Es dauert, bis man als Leser dahinter kommt, was bei den Ralstons so alles ablief. Und auch Marlowe merkt bald, dass auf Morning House irgendwas komisch ist.
Der ein oder andere könnte gewisse Passagen vielleicht als zu lang empfinden, ich aber fand es genau richtig. Dieses Bedrohliche, das die ganze Zeit mitschwingt, weil man lange Zeit nicht weiß, in welche Richtung das ganze überhaupt hingeht, das fand ich bei den London-Büchern schon so gut.

Sehr gefallen hat mir das Setting. Zum einen wegen des Hauses, das alleine für sich genommen schon eine besondere Atmosphäre verströmt.
Aber auch die Umgebung hat was für sich. Diese vielen kleinen Inseln die nur mit Booten erreichbar sind und wo früher fröhlich der Handel mit geschmuggelter Ware, vor allem Alkohol, florierte. Und die örtliche Jugend feiert auf den Inseln illegale Partys, was schon Tradition hat.
Insgesamt liest sich das Buch sehr flüssig, ich mag Johnsons Stil einfach gerne.
Daumen hoch!

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Philomenas erster Fall

Frag Philomena Freud von Annette Roeder

Schuhe putzen und schwierige Fragen beantworten, das kann Philomena Freud am besten.
Sie verehrt Doktor Freud, und so ist es kein Wunder, dass Philomena ihr Schuhputzkönnen genau vor Doktor Freuds Praxis anbietet.
Und so kommt Philomena nicht umhin, Doktor Freuds Stammpatienten kennenzulernen. Besonders gern mag sie Sidonie von Wallersee, die Adoptivtochter einer echten Baronin.

Und ausgerechnet Sidonie wird eines Tages vor der Praxis verhaftet, ihre Erbtante soll sie ermordet haben.
Philomena weiß von einem Detail und ist davon überzeugt, dass Sidonie gar nicht die Mörderin sein kann. Und dann macht Philomena sich auf, Sidonies Unschuld zu beweisen.

Geschichten mit jungen Ermittlerinnen sprießen ja zurzeit wie die Pilze aus dem Boden. Als Fan dieses Genres kann ich einfach nicht widerstehen und musste also auch Philomena kennenlernen.
Man kann sie einfach nicht nicht mögen. Sie ist nicht nur zu allen freundlich und höflich, sie hat auch einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn, weswegen sie auch gleich Sidonie helfen muss.
Alleine ist sie dabei zum Glück nicht. Denn eigentlich ist Philomena ein Waisenkind und als Zögling Nr. 34 auch immer auf der Flucht vor Frau Schnürschuh, der Sprengelfürsorgerin des Waisenhauses.
Von diesen Kindern gibt es eine ganze Bande und auf deren Hilfe kann sich Philomena immer verlassen. Ganz besonders dann, wenn es um Ilse Schnürschuh geht.
So manches Mal wird Philomena in die Bredouille geraten. Man glaubt ja gar nicht, wie gefährlich so eine Mordermittlung sein kann.

Was Philomena Freud ein bisschen von den anderen berühmten Detektivinnen abhebt, ist mMn der Schauplatz der Geschichte. Das historische Wien der Zwanziger Jahre und der Wiener Charme kommen hier schon ziemlich gut zur Geltung. Ich habe viele neue Ausdrücke gelernt.
Allerdings kommen Doktor Freud und seine Psychoanalyse nur am Rande vor.
Den Fall selbst fand ich schlüssig, altersgerecht und auch spannend. So ausgefuchst wie bei meinen persönlichen Buchheldinnen Flavia de Luce oder Myrtle Hardcastle geht es aber nicht zu.
Ich mochte den Humor, Philomenas Gewitztheit und nicht zu vergessen Kaiser Franz, der Riesenschnauzer, der immer an ihrer Seite ist.
Über Philomena hätte ich gerne mehr erfahren, besonders über ihre Vergangenheit. Auch kommen mir die meisten Nebenfiguren zu kurz.
Aber es handelt sich hierbei ja auch erst um den ersten Band einer neuen Reihe. Über viele neue Details würde ich mich in weiteren Bänden freuen.

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