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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Ameland:

Lustige Detektivgeschichte zum Mitraten

Rabatz in der Burgruine - Eine Detektivgeschichte zum Mitraten von Miriam Mann

Die Freunde Ecki Eichhörnchen und Hermine Igel könnten unterschiedlicher nicht sein, das beginnt schon beim Schlafrhythmus und hört beim Temperament auch noch nicht auf. Am liebsten erlebt Ecki jeden Tag ein Abenteuer und so stürzt er sich sofort in die Ermittlungen als plötzlich im Innenhof ein herrenloser Koffer steht.

Wir mochten Ecki und Hermine sofort, beide sind auf ihre Art liebenswert. Sie sind aber auch sehr unterschiedlich und das führt zu manch lustiger Szene über die wir lachen konnten. Aber auch alle anderen Waldtiere sind sehr nett und hilfsbereit. Ein Highlight waren aber die Mäusekinder, die nicht nur alle immer mit Mäusekeksen versorgt haben, sondern auch alles dreimal sagen.

Die Geschichte ist kindgerecht, spannend und witzig geschrieben. Einige Wörter, wie z. B. Dudelsack müssen zwischendurch vielleicht erklärt werden. Aufgrund ihrer Länge eignen sich die 15 Kapitel sehr gut zum Vorlesen. Am Ende jedes Kapitels gibt es eine Rätselfrage, die von den Kindern begeistert gelöst wurde. Die Lösungen zu den Fragen befinden sich genau wie das Rezept für die Mäusekekse und einige Bastelanleitungen hinten im Buch. Für jedes gelesene Kapitel findet man ebenfalls hinten im Buch entsprechende Bilder, die man ausschneiden und in die Illustration am Anfang des Buches einkleben kann. So kann der Lesefortschritt zusätzlich dokumentiert werden. Der Bilderbogen kann auch über einen QR-Code aufgerufen und ausgedruckt werden.

Nicht unerwähnt lassen möchte ich die durchweg farbigen sowie liebevollen, niedlichen und auch witzigen Illustrationen von Sandy Thissen. Besonders die zum Text passenden Gesichtsausdrücke fand ich super.

Miriam Mann hat mit „Rabatz in der Burgruine“ eine spannende und witzige Detektivgeschichte für Kinder ab ca. 5 Jahre geschrieben, für die ich gerne eine Leseempfehlung gebe.

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Rezensionen von Hennie :

Für mich war das nichts

Zwei vernünftige Erwachsene, die sich mal nackt gesehen haben von Anika Decker

Die Protagonistin Nina steht kurz vor ihrem 50. Geburtstag. Sie ist geschieden, Mutter von zwei erwachsenen Kindern und lebt in einer Anderthalb-Zimmer-Wohnung. Ihr Resümee der vergangenen Zeit fällt nicht wirklich aufbauend aus und zusätzlich fühlt sie die lästigen Beschwerden der beginnenden Wechseljahre.

Im krassen Gegensatz zur Lebensweise Ninas residiert der angeblich bankrotte Ex-Mann mit der jungen Influencerin und den gemeinsamen Zwillingstöchtern in einer repräsentativen Villa im Berliner Ortsteil Grunewald. Bei einem der für mich unverständlichen Besuche Ninas zu den Partys der jungen Frau trifft sie auf den zwanzig Jahre jüngeren David. Sie verliebt sich Knall auf Fall in ihn. Das bringt sie und ihr Leben vollkommen durcheinander. Doch das reicht nicht. Plötzlich hat jeder eine Meinung dazu...

Nachdem ich durch den etwas sarkastisch wirkenden Titel auf dieses Buch aufmerksam wurde und den Klappentext las, erwartete ich eine andere Lektüre. Ich erwartete eine Geschichte, die den großen Altersunterschied zwischen Nina und David feinfühlig thematisiert. Doch weit gefehlt! In den 27 Kapiteln spielen die Beiden nicht die Hauptrollen. Es kommen sehr viele Themen zur Sprache, die an für sich wichtig sind, aber leider alle nur angerissen und flüchtig behandelt werden. Als ich dann las, dass Anika Decker als Drehbuchautorin arbeitet, konnte ich diese Vielfalt einordnen. In einem Film als Schenkelklopfer und geräuschvolles Lachen aus der Konserve ist vieles besser vorstellbar. Humorig und amüsant ist der Grundtenor des Buches. Ich fand es an vielen Stellen nicht angebracht. Mir blieb das Lachen oft im Hals stecken. Die Rolle der Frau im 21. Jahrhundert sollte anders aussehen als hier dargestellt. Das Patriarchat blitzt aus jeder Ecke. Am schlimmsten fand ich das Vorgehen gegen den Machtmissbrauch in der Filmbranche. Sauer aufgestoßen sind mir auch die gelangweilten Schickimicki-Weiber. Gehen die doch auf Einladung der Frau vom Schönheitschirurgen mal alle gemeinsam auf die Schnelle zum Gesicht botoxen und zum Bauchfett wegschmelzen. („Für sie scheint diese Prozedur genauso zur Körperpflege zu gehören wie Zähneputzen.“ S. 190)

Wichtige Themen werden angeschnitten, aber mit keinem wird sich näher befasst. Es verläuft vieles im Bedeutungslosen. Ich bezeichne das alles nicht nur als Klischees. Es ist leider die Realität, die in Filmen als lustig verkauft wird.

Ich hätte auf mein Gefühl hören und das Buch trotz des verführerischen Titels links liegen lassen sollen!

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Rezensionen von Katzenmicha:

Ein gelungener Abschluß der Reihe

Die Frauen der Villa Sommerwind. Die Liebe am Horizont von Anna Husen

Mit ,,Die Liebe am Horizont-Die Frauen der Villa Sommerwind Band 3 “ nimmt die Autorin Anna Husen den Leser leider zum letzten Mal mit nach Timmendorfer Strand an der wunderschönen Ostsee.

Der Krieg ist seit 6 Jahren zu Ende und Gerda Grabens hat noch immer nichts von ihren Eltern Christine und Max gehört.

Diese hatten Timmendorf und Gerda noch vor Kriegsausbruch verlassen , um der Verfolgung durch die Nazis zu entkommen.Ihre Tante Julia hat sich rührend um ihre Nichte gekümmert, sie wie ein eigenes Kind groß gezogen.Julia ist die Zwillingsschwester von Christine Gerdas Mutter.Die Nachkriegszeit ist hart, und das Schicksal ihrer Eltern bleibt ein Rätsel-Gerda hat Sehnsucht nach ihren Eltern.Sie würde gerne Medizin studieren,den durch die Medizin fühlt Gerda sich ihrer Mutter nah-aber leider wird sie nicht zugelassen.Und so beginnt sie ihre Ausbildung in der Villa Sommerwind.Als das Nachbarhotel von Familie Ahrens übernommen wird, trifft sie auf Henning, der ihre Mutter in Klanxbüll kennengelernt hatte.Hennings Eltern sind gegen eine Verbindung der Beiden,aber sie verbringen mehr und mehr Zeit miteinander.Henning verspricht Gerda , sie bei ihrer Suche nach ihren Eltern zu unterstützen,die beiden machen sich auf Christine zu finden.Bis ein dramatisches Unglück alles verändert……

Die Autorin Anna Husen hat einen fließenden und bildhaften Schreibstil.Sie verknüpft die historische Ereignisse , sowie Entwicklungen in Timmendorf und in der Medizin fließen wunderbar in die Geschichte ein. Eine wunderschöne emotionale Triologie, mit wunderbaren , starken und liebenswerten Charakteren , die mich als Leser an den zauberhaften Kurort Timmendorfer Strand an der Ostsee entführten-sehr gerne 5 Sterne.

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Rezensionen von Vanessa:

Eine Jahrhunderte überdauernde Liebe, die jedes Mal tragisch ausgeht

Our Infinite Fates von Laura Steven

Als ich letztes Jahr auf der Frankfurter Buchmesse bei der Verlagsvorschau vom Verlag gehört habe, dass das neue Buch von Laura Steven übersetzt wird, habe ich innerlich gequietscht. Endlich werden ihre Bücher übersetzt!

Hätte ich beim Lesen annotiert, wäre es nun quietschbunt, durch die Klebis doppelt so dick und vermutlich bis an die letzte Ecke vollgekritzelt.

Für solche „Zeiträuber“ hatte ich aber im ersten Drittel keine Zeit, ich musste unbedingt weiterlesen. ????️????

„In jedem ihrer Leben wurde Evelyn von ihrer großen Liebe getötet. Wenn sie den Fluch endlich brechen will, muss sie um jeden Preis verhindern, dass sie sich erneut verlieben…“

Den Start in die Geschichte fand ich grandios. Die Flashbacks waren nicht nur spannend, sondern hatten – dank des Umstands, dass Evelyn & Arden nicht zwangsläufig im gleichen Geschlecht wiedergeboren werden – auch noch einen gewissen Twist, den ich sehr schön fand.

Interessant war auch, wie der Umgang mit Verlust und die Verarbeitung von Trauer auf mehrere Arten illustriert werden und welche Rolle Liebe einnehmen kann.

Leider gibt es trotz meiner anfänglichen Begeisterung ein kleines „aber“: Für mich war zu lange nicht greifbar, was die tiefe, Jahrhunderte überdauernde Liebe von Evelyn & Arden ausmacht – und die Auflösung bleib für mich hinter meinen Erwartungen zurück. Ich hätte ein paar Hinweise, damit man nicht völlig im Dunklen stochert, packender gefunden. (Dafür habe ich den Twist so auf keinen Fall erwartet.)

The Society for Soulless Girls und Every Exquisite Thing – beides Retellings – haben für mich insgesamt besser funktioniert. Ich bin allerdings schon auf das nächste Buch gespannt, vielleicht macht es da für mich eher wieder „Klick“!

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Rezensionen von bine525:

Tödliches Neapel

Commissario Gaetano und der lügende Fisch von Fabio Nola

Der Auftakt zur neuen Krimireihe „ Commissario Gaetano und der lügende Fisch”von Fabio Nola hat mir gut gefallen. Im quirligen Neapel wird ein enthaupteter Mann gefunden. Der hochsensible Commissario Gaetano wird auf den brutalen Fall angesetzt. Ausser dieser Ermittlungen lerne ich in diesem spannenden Mittelmeerkrimi noch viel über Italien bzw.

Neapel und deren eigenwilligen Bewohnern. Dieses mit einer Prise Humor und Leichtigkeit verfasste Buch macht richtig Vorfreude auf den nächsten Italien Urlaub. Mir gefallen die auf italienisch eingestreuten Wörter und den Schreibstil von Fabio Nola der detailreich mein inneres Kopfkino anheizt. Ich freue mich jedenfalls jetzt schon auf den angekündigten zweiten Fall mit Commissario Gaetano und habe mir vorgenommen, das dies meine Urlaubslektüre in den nächsten Italienferien wird.

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Rezensionen von Ryria:

Geniales neues Krimi-Genre

HEN NA E - Seltsame Bilder von Uketsu

Manch einer mag sich noch an die damals recht bekannten Alternate Reality Games erinnern - dieser Krimi ist besonders im ersten Teil quasi deren Verkörperung in Buchform und macht einfach unglaublich Spaß!
Zusammen mit einem japanischen Studenten erkunden wir alte Blog-Einträge und dort ebenfalls hochgeladene Zeichnungen.

Was verbirgt sich zwischen den Zeilen, was verraten die Bilder?
Das Buch nimmt den Leser an die Hand und gemeinsam löst man ein Rätsel nach dem anderen, sammelt immer mehr Puzzlestücke und wird mit einer spannenden Kriminalgeschichte belohnt.
Viel Bildmaterial veranschaulicht hier sowohl die Rätsel als auch deren Lösungen, wodurch man sich alles super vorstellen und die Lösung mitverfolgen kann.

Unterteilt ist der Roman in drei Abschnitte, die sich auf unterschiedliche Charaktere fokussieren und auch stilistisch recht verschieden sind. Dies erscheint zunächst seltsam, ergibt später aber Sinn.
Von Beginn an kann man miträtseln und versteckte Hinweise suchen und auch wenn man denkt, man hat das Buch durchschaut, gibt es immer wieder neue Überraschungen und Plottwists.
Hierbei gab es auch mal ein paar Kleinigkeiten, die übertrieben oder unwahrscheinlich erschienen, jedoch hat dies meinen Lesespaß nur geringfügig beeinträchtigt.

Auch für Japan-Fans ist dieses Buch super: Das dortige Leben und die Kultur halten immer wieder Einzug in die Geschichte und ermöglichen ein paar schöne Eindrücke.
Die Übersetzung erscheint durchaus gelungen und erfasst das Wesentliche, lässt aber auch Teile des japanischen Originals im Text und den Bildern, was ich als sehr angenehm empfand. Wortspielereien und dergleichen werden gut erklärt, ohne dass man Sprachkenntnisse benötigt.
Diese neue Krimi-Art hat mich total überzeugt und ich freue mich schon auf die nächste Geschichte des Autors!

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Rezensionen von Nele33:

toller Plot

Narbensommer #Thriller von Chris Dominik

Bei "Narbensommer" des Autors Chris Dominik handelt es sich um den zweiten Band um das tolle, unterschiedliche Ermittlerduo Marc Davids und Zoe Martins.

Eine Abifeier, die der Start in einen neues, freieres Leben sein soll, endet für Michelle tödlich und das Leben eines Klassenkameraden wird sich durch seine Beobachtungen während der Tat für immer verändern.

Zwanzig Jahre später gibt es Prostituiertenmorde, die auf den ersten Blick den Milieus zuzuordnen sind. Aufgrund dessen entfacht ein Krieg zwischen den Albanern und den Wölfen, zwei rivalisierende Gruppen um Drogen und Rotlicht.

Der Einstieg war fesselnd, die Rangeleien unter den Ermittlerteams ein wenig schleppend und bis ich alle Protagonisten richtig zugeordnet hatte, dauerte eine Weile. Doch dann hatte der Thriller eine echte Sogwirkung auf mich und wurde zum Pageturner.

Bei Chris Dominik sollte man konzentriert lesen, da der Autor es schafft, auf den ersten Blick etwas total Unwichtiges als Schlüssel zur Lösung zu präsentieren.

Chris Dominik hat wieder einen Thriller geschaffen, in dem von allem die genaue Dosierung vorhanden ist. Ausreichend Spannung, Tatschilderungen die grenzwertig scheinen und Wendungen die auf den ersten Blick nicht zu erwarten waren.
Gespannt warte ich nun auf den dritten Band um Marc Davids und Zoe Martins.

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Rezensionen von Manfred Fischer, Journalist u. Historiker:

Räumt mit Klima-Mythen auf

Klimawandel gibt es (nicht) von Marcus Wadsak

In seinem sehr interessanten Buch „Klimawandel gibt es nicht“ [Anm. „nicht“ 2x durchgestrichen] räumt der Meteorologe Marcus Wadsak mit den Fehlinformationen der Leugner des menschengemachten Klimawandels auf. Leicht verständlich und gut lesbar argumentiert er wissenschaftlich fundiert gegen die gängigsten Mythen, mit denen dieser in Zweifel gezogen wird.

Er greift 23 Behauptungen auf, mit denen der menschengemachte Klimawandel in Abrede gestellt wird. Etwa, das Klima habe sich schon immer verändert, auch ohne jegliches Zutun des Menschen – was stimmt. ABER derzeit scheiden aufgrund von wissenschaftlichen Analysen und der Rasanz der Erwärmung alle natürlichen Ursachen dafür aus. Es bleibt nur der seit der Industrialisierung stetig steigende CO2-Ausstoß durch unsere Aktivitäten als Grund.

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Rezensionen von Anndlich:

Zwischen zwei Welten!

Jo & Jomoto - Das Portal nach Kinko von Frauke Scheunemann

Jo geht mit seinem besten Freund Finn in die sechste Klasse einer Hamburger Schule. In seiner Klasse gehört er nicht zu den beliebtesten Schülern, weswegen Jos großes Idol der Mangaheld Jomoto ist. Jomoto beherrscht nicht nur die Elemente, sondern ist auch noch ein super Kampfsportler und mit Sicherheit sehr beliebt in seiner Welt.

Doch plötzlich verbinden sich die beiden Welten und Jo entdeckt Jomoto klitschnass in seinem Kleiderschrank. Jo braucht einen Plan, damit Jomoto unentdeckt bleibt und erfindet die Geschichte eines Austauschschülers aus Japan und Jomoto bedankt sich auf seine eigene Weise bei Jo. Doch der Held wird in seiner Welt gebraucht und als seine Freunde auch noch in Hamburg auftauchen, muss Jomoto unbedingt zurück. Nur warum möchte Jomoto ausgerechnet das vermeiden? Jo kommt hinter das Geheimnis seines Helds und reist mit ihm nach Kinko.

Das Portal nach Kinko ist der erste Band der neuen Jo&Jomoto-Serie von Frauke Scheuermann. Der Einstieg in das Buch fiel nicht ganz so leicht, weil zu Beginn Realität und Fiktion schwer voneinander zu trennen waren. Sobald diese aber eindeutig eingegrenzt bzw. zuzuordnen waren, hat das Abenteuer von Jo&Jomoto eine Menge Spaß geboten. Insgesamt kommt der erste Band zwar noch ruhig daher, dennoch wurden die Figuren schön eingeführt, sodass man Sympathien (aber auch Antipathien) entwickeln konnte. Das Ende verspricht eine spannende Fortsetzung. Ganz gespannt sind wir auf die Welt Kinko, die im ersten Band noch relativ blass bleibt.

Besonders gut gefallen haben uns die Zeichnungen des Illustrators Heige Vogt, die trotz der schwarz-weiß-Optik eine unglaubliche Tiefe besitzen und wunderschön anzuschauen sind. Auch das Einbetten von Manga-Abschnitten fanden wir besonders ansprechend und wir sind sehr gespannt, ob der zweite Band noch mehr dieser Abschnitte bereit hält.
Außerdem fanden wir es toll, wie selbstverständlich und vorbildlich Jo auf Jomotos Geheimnis reagiert!

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Rezensionen von MarcoL:

Archaischer Roman aus der unwirtlichen Bergwelt rund um Schuld. Glasklar erzählt. Große Leseempfehlung.

Kaltblut von Wolfgang Maria Bauer

Stubber war schon immer ein Außenseiter. Wortkarg wie die Berge, in denen er lebte und gerne umherstreifte. Mit anderen Menschen wollte er kaum etwas zu tun haben, dabei zog es ihn sogar mal in die Stadt zum Studieren, aber das war nichts für ihn. Zurück im Bergdorf übernahm er das Gewerk seines Vaters als Sprengmeister.

Doch mehr als Gelegenheitsjobs gab es selten.
Die Gesellschaft nach getaner Arbeit vermied er, zu sehr war ihm das lose Geschwätz verpönt.

S. 26: „Ihre Gespräche über Staat, Weiber, die heutige Jugend, und die Welt überhaupt waren ihm zuwider gewesen. Laufe einen Regenbogen, hatte er einst in einem Jugendbuch gelesen, um rückständige Menschen.“

Doch einmal, ja einmal da traf er dabei seine große Liebe: Alaska nannte er sie wegen ihrer Augen. Sie waren wie eins, bis sie bei der Geburt seines Sohns verstarb. Ein Schlüsselmoment für Stubber. Er wollte mit seinem Kind, welches ihm Alaska nahm, nichts zu tun haben. Luka, so wie der Bub von seiner Ziehmutter, der bigotten Zugehfrau des Pfarrers, genannt wurde, trage die Schuld am Alaskas Tod. Stubber zog sich noch mehr zurück – die Jahre gingen ins Land, und dann starben bei einer folgenschweren Explosion einer Berghütte elf Männer. Darunter Stubbers einziger Mensch, der ihm in dieser Zeit etwas bedeutete: sein Gehilfe Sepp. Sepp war geistig behindert, und neben dessen Eltern kümmerte sich nur Stubber um ihn. Sepp, der immer fröhlich war, immer ein Lächeln parat hatte. Sepp, der nun nicht mehr war, zerfetzt vom Dynamit.
Die ersten Spuren führten sofort zu Stubber. Auch für die sogenannte Dorfgemeinschaft (Betonung auf gemein) war der Fall mehr als klar. Der Einzelgänger, den eh keiner mag. Endlich findet sich ein Sündenbock. Doch nach einer Nacht in der Zelle musste Stubber freigelassen werden, er hatte ein stichfestes Alibi. Das Dorf musste sich einen neuen Schuldigen suchen, und Namen fanden sich schneller als man mit dem Finger auf jemanden zeigen konnte. Denn darin waren die Bergdörfler meisterhaft begabt.

Drei Wochen nach der Explosion wurden die Leichen zur Beerdigung freigegeben. Stubber wollte sich von „seinem“ Sepp ebenfalls verabschieden, aber er wurde nicht zum Grab gelassen. So beobachtete er schweren Herzens die Beisetzungen von der Ferne. Danach, von schwerem Kummer geplagt, wollte er sich in die Berge zurückziehen. Aber er wurde verfolgt … nicht nur von seinem Gewissen … meisterhaft erzählt …und mehr wird jetzt wirklich nicht mehr verraten.

Die Sprache ist ohne Ausschweifungen, klar und ohne Trübungen wie ein Bergsee. Direkt und hart, wie Stubber selbst, kommt das Erzählte daher, lässt kaum Platz für Sentimentalitäten. Man schlägt sich beim Lesen rational bedingt auf seine Seite, auch wenn er ein Kaltblut sein mag, beziehungsweise so von den Dorfbewohnern bezeichnet wird. Und man fragt sich letztendlich, wer tatsächlich kaltblütig und kaltherzig ist.
Jemand, der von der Gesellschaft durch sein „Alleine-sein-wollen“ in den Wahnsinn getrieben wird, oder diejenigen, die zur Hetzgemeinschaft gehören?
Eines der Grundthemen kann mit dem Wort „Schuld“ betitelt werden, und wie damit im Einzelnen und in der Gesellschaft umgegangen wird.

Sehr gerne bin ich in diese archaische Bergwelt eingetaucht, mit vollen Sympathien für Außenseiter*innen und solchen, die nach außen gedrängt werden. Ganz große Leseempfehlung für diesen atmosphärischen Roman.

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