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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Hennie :

Noch keine echte Partnerschaft bei der gemeinsamen Ermittlung

Strandopfer von Frank Goldammer

Mit STRANDOPFER stellt Frank Goldammer den ersten Teil seiner neuen Krimireihe vor.
Eine neue Reihe, neue Ermittler, ein neuer Handlungsort! Die deutsch-polnische Grenzregion der Ostseeküste wird hier in den Fokus genommen.
Am Strand bei Swinemünde findet man einen toten deutschen Touristen, bei dem zunächst ein Badeunfall vermutet wurde.

Doch bei näherer Untersuchung ist es doch nicht so. In seinem Mund steckt ein größerer Bernstein. Zudem meldet man kurz darauf die zehnjährige Luisa als vermisst. Sie ist die Tochter einer Freundin des Toten.

Die BKA-Kommissarin Lena Schuldt aus Berlin nimmt gemeinsam mit dem polnischen Kommissar Adam Krawczyk die Ermittlungen auf.
Der Tote und das Mädchen gehören zu einer deutschen Urlaubergruppe, die befreundet sind und sich aber sehr bedeckt halten. Die Befragungen gestalten sich sehr zäh. Sie machen sich dadurch verdächtig. Was gibt es zu verbergen? Das ist die nächstliegende Frage. Doch sowohl die deutsche Kommissarin als auch der polnische Polizist, die im gleichen Alter sind, scheinen nicht mit vollem Einsatz bei der Sache zu sein. Lena hat zudem ständig das Gefühl, ihr wird nicht alles richtig übersetzt, da sie der polnischen Sprache nicht mächtig ist.

Mir kommt die gesamte Story reichlich verworren, abstrus und in weiten Teilen schwer nachvollziehbar vor.
Lena und Adam verfolgen unterschiedliche Ermittlungsansätze. Beide haben miteinander zunächst ihre Probleme. Die Berliner Kommissarin wuchs in der Grenzregion auf, hatte eine schwierige Kindheit/Jugend durch das Elternhaus, aber auch als Mitläuferin bei rechtsextremen Cliquen, die z.B. auch auf Polen nicht gut zu sprechen waren. Von einer intensiven gemeinsamen Arbeit bei der Aufklärung der Morde kann man (noch?) nicht sprechen. Die Auflösung erfolgt überraschend und eher nebenbei.

Fazit:
Der erste Teil dieser Reihe wird bestimmt durch Vorurteile, Bewältigung von persönlichen Problemen aus der Vergangenheit und reichlich verworren erscheinenden Theorien zur Auflösung der seltsamen Verbrechen.
Für den zweiten Teil erwarte ich mehr. Die Story und das Ermittlerpaar konnte mich noch nicht überzeugen.

Ich bewerte mit drei von fünf Sternen.

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Mordermittlung in eigener Sache

Noch fünf Tage von Helena Falke

Die Autorin Helena Falke wählt für ihren Thriller zwei Stilelemente, die ich in anderen Büchern schon gelesen habe. Zum einen ermittelt das Opfer im eigenen Fall, zum anderen ist die Zeit dazu der wesentliche Faktor. Das hat sowohl seinen besonderen Reiz als auch einen wesentlichen Nachteil.

Zum Geschehen: Lis Castrop, eine Köchin von Weltrang, wird gemeinsam mit ihrem Arbeitgeber, der Milliardärsfamilie Harman, mit einer tödlichen Dosis Polonium 210 vergiftet. Das Festmahl in der Silvesternacht überlebt die vierköpfige Familie nicht. Lis bleibt noch eine Frist von fünf Tagen, die sie im Pflegebett und am Tropf verbringt. Da sie die einzige Zeugin ist, wird sie von der Polizei verdächtigt. So fühlt sie sich gezwungen, auch um ihre minderjährige Tochter zu schützen und eine gesicherte Zukunft für sie zu erreichen, selbst aktiv zu werden. Sie muss ihre Unschuld beweisen und den Mörder finden.

Ich fand diesen Ansatz spannend. Fünf Tage! Und diese Vergiftung! Wie würde sich diese Story abspielen? Meine Neugier war geweckt.
Die fünf Tage sind gleichzeitig die Überschriften: Tag 1, Tag 2... und dazu sind die Kapitel mit der digitalen Uhrzeit versehen. Es beginnt mit 04:38 und der Einlieferung von Lis in die Luxusklinik. Ich habe schnell ins Geschehen reingefunden und ich muss sagen, dass ich sehr erstaunt war, wie gefasst Lis ihrem sicheren Tod in fünf Tagen entgegensieht. Die Uhr mit der digitalen Zeitangabe in ihrem Krankenzimmer sieht sie zunächst als ihren Freund bzw. Verbündeten an.
Die Geschichte verliert sich leider recht bald in endlosen Beschreibungen des Umfeldes der Spitzenköchin, der verschiedensten exentrischen Speisen, Zutaten und Zubereitungsarten. Die Welt der Superreichen, der Lifestyle, der Luxus und ihre Befindlichkeiten, ihre Neurosen... Lis berichtet ausführlich aus der Vergangenheit. Und das bei diesem Zeitdruck! Durch ihre Erzählung konnte ich keine verdächtigen Menschen in ihrem Umfeld herausfiltern, bis auf einen, der zum Ende wie Kai aus der Kiste bei ihr am Sterbebett erscheint.
Das Ende empfand ich als sehr fragwürdig. Ich kann es nicht glauben, dass das real war. Ich interpretierte es für mich so, dass Lis sich in den Uhrzeiten mit Fragezeichen im Sterbeprozess befand und die Abläufe in ihrem Gehirn stattgefunden haben, nicht in der Realität. So konnte sie in Ruhe sterben.

Trotz des Ernstes der Lage, ist dieses Buch recht ruhig erzählt, unblutig. Es ist kein Thriller. Dafür fehlt etwas für mich ganz Wesentliches – der durchgängige Spannungsbogen. Vielleicht kann man es als Milieustudie bezeichnen. Ich hab es trotzdem gern gelesen und kann es empfehlen, aber meine Bewertung liegt bei drei von fünf Sternen.

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Auszeit im Nirgendwo

Statt aus dem Fenster zu schauen von Anna Katharina Scheidemantel

„Das Leben ist kurz. Und ich muss gar nichts, außer zu leben.“ Das sind die beiden letzten Sätze in dem Roman und verdeutlichen, wie die Hauptperson in einer relativ kurzen Zeit (etwa drei Monate im Frühling und Sommer) über sich hinausgewachsen ist.

Dieses Buch hat mich geradezu fasziniert.

Die Geschichte einer jungen Frau, die sich holterdipolter eine Auszeit von Praktikum und Studium nimmt und kurzentschlossen über Kleinanzeigen eine Bruchbude in der nordostdeutschen Provinz kauft, füllt tatsächlich in spannender Art und Weise die 340 Seiten. Fast ihre gesamten Ersparnisse gehen drauf bei ihrem Spontankauf. Sie bricht alle Zelte hinter sich ab und zieht allein los ins Nirgendwo mit einem Fahrrad und Riesenrucksack.
Warum soll Sophie die Erwartungen anderer erfüllen? Das fragte sie sich immer wieder. In dem teilweise verfallenen Haus findet sie dort langsam zu sich selbst, zu Erkenntnissen, wozu sie in der Lage ist, was sie wirklich alles kann, wenn sie nur auf sich gestellt ist.
Anna Katharina Scheidemantel schreibt sehr anschaulich, fokussiert sich auf ihre Hauptperson. Der Roman ist in vier Abschnitte gegliedert und trägt die Überschriften Konfusion, Koexistenz, Konstruktion, Konklusion. Der Text fließt ohne Unterbrechungen, nur ab und zu ein Absatz. Das Verwunderliche ist, es wurde mir nie langweilig. Ich wollte wissen, wie die 25jährige sich weiter zurechtfindet. Es ist wirklich nicht einfach. Doch sie zeigt große charakterliche Stärke, Durchsetzungsfähigkeit, Erfindergeist, Mut und aktive Gestaltung ihres neugewählten Lebens.
Obwohl mich von Sophies Alter rund 50 Jahre trennen, konnte ich sie bestens verstehen und ich wünschte mir sehr, dass sie ihren Ausstieg nicht bereut und fieberte bei ihren einzelnen Aktionen richtig mit. Wie die Geschichte endet finde ich real und lässt vieles offen. Ich bin mir sicher, aus Sophie wird wirklich was, wie einige behaupten...Sie hat die richtige Richtung ihres Weges gefunden!

Ich vergebe die Höchstbewertung und meine unbedingte Lese- und Kaufempfehlung für alle Altersklassen!

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Marzebilla und Schakagerl

Moorgold - Ein Erzgebirgskrimi von Anett Steiner

Der vorliegende Band ist bereits der siebente der Erzgebirgskrimireihe, aber für mich war es der erste. Trotz dieser Tatsache kam ich sehr gut mit der Geschichte und den Personen zurecht. Aufmerksam geworden auf dieses Buch bin ich durch das ansprechende Cover in seiner düsteren, geheimnisvollen Ausstrahlung.

Zu dem Fall in der aufgegebenen Siedlung Pfaffengrün auf der böhmischen Seite des Erzgebirges, das Skelett eines seit 30 Jahren vermissten Mannes wurde entdeckt, gesellt sich der zunächst rätselhafte tödliche Absturz des Puppen- und Leierkastenspielers Jakub Miler in der Wolkensteiner Schweiz in Sachsen. Kommissarin Annalena Krest von der Chemnitzer Kripo übernimmt die Ermittlung, die allerdings nur langsam in Gang kommt, dann sehr gefährlich wird und mit einer Überraschung in Cliffhangermanier endet.
Die Kommissarin wird als Mensch aus Fleisch und Blut vorgestellt; sie bringt ihre vielfältigen persönlichen Themen in die Handlung ein. Empathisch fand ich ihren Umgang mit ihrem zweijährigen Sohn Patrick, mit dem pausierenden (Ralf Lorenz) und dem aktuellen Kollegen (Nikolas Bremer). Sehr schön das Kaffeeritual in der Dienststelle Chemnitz mit Bremer.
Die Ermittlungen werden in beiden Ländern, Tschechien und Deutschland, durch ausgezeichnete Beziehungen und in guter Zusammenarbeit geführt. Es stellen sich viele Fragen. Gehören die beiden Todesfälle zusammen? Was hat der vor 30 Jahren verschwundene wie ein Verrückter nach Schätzen suchende Knut Heinze mit Jakub Miler zu tun? Wo liegt das Mordmotiv an dem freundlichen Puppenspieler?

Die Autorin erzählt die Story in teilweise mystischer, geheimnisvoller und unheimlicher Art, eingebettet in die umfangreiche Sagenwelt des Erzgebirges sowie unter Einbeziehung der schönen Landschaften diesseits und jenseits der Grenze. Der Miriquidi feiert seine Auferstehung!
Marzebilla und Schakagerl werden als Sagengestalten genannt. Ich als sehr reife, geborene Chemnitzerin hatte von ihnen noch nie gehört und musste googeln. Hier das Ergebnis: Marzebilla ist die berühmteste Legende des Erzgebirges, mal eine junge, mal eine alte Frau, in unterschiedlicher, aber freundlich erscheinender Gestalt, aber immer wird sie mit dunklem Haar und von einem Schleier feinen Nebels umgeben, beschrieben. Schakagerl ist der erzgebirgische Schutzgeist der Kinder. Ich nehme an, dass durch die Vertreibung der deutschen Bevölkerung, die auch den Ausgangspunkt für diesen Krimi darstellt, auch die vielen alten, märchenhaften Erzählungen der Gegend mehr und mehr in Vergessenheit geraten sind und nicht mehr weitergetragen werden. Inzwischen kümmern sich Heimatvereine auf böhmischer und sächsischer Seite um den Erhalt und die Pflege des kulturellen Erbes. Das wird immer schwieriger, da die Zeitzeugen aussterben.

Ich wurde durch Moorgold gut unterhalten und bewerte mit vier von fünf Sternen und vergebe meine Lese- und Kaufempfehlung.

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Ein schönes Geschenk

Tiere und Pflanzen lebensgroß von Daniela Strauß; Dr. Hannes Petrischak; Holger Haag; Felix Weiss; Katrin Hecker

Die neue Reihe heißt FAMILIE ERLEBT NATUR und stellt das gemeinsame Entdecken der Natur in den Vordergrund. Es ist das große Entdeckerbuch für die ganze Familie und stellt zahlreiche Pflanzen und Tiere vor, mehr als 100 Arten. So heißt es im Klappentext.
Vom Hardcover grüßt Igel, Rotkehlchen und Schmetterling, auf der Rückseite ein Fuchs.

Mir gefällt der neue Naturführer aus dem KOSMOS-Verlag, obwohl ich schon ähnliche Bücher kennengelernt habe. Der vorliegende Band zielt wirklich auf die ganze Familie ab, die Kinder sind nicht im Vordergrund. Sie sollten an die Hand genommen und gelenkt werden. Das zeigen mir schon die Texte, die Wissen enthalten, was den Heranwachsenden erklärt werden muss.
Der Naturführer beginnt mit einem Inhaltsverzeichnis, das unterteilt wurde in die vier Jahreszeiten. Frühling, Sommer, Herbst und Winter mit ihren jeweiligen Besonderheiten. Sie werden jeweils hervorgehoben durch eine eigene Kapitelfarbe.
Dazu gibt es als nächstes einen Farbcode für die Arten in zusammengefasster Form für die Tiere und Pflanzen, die im Buch vorgestellt werden. Jede Art wurde einmal in Lebensgröße abgebildet, was ich schön finde. Deutlich, detailreich, nah dran. Als Beispiel möchte ich hier das Gefieder der Elster und des Eichelhähers nennen, sowie nicht so bekannte Arten wie das Taubenschwänzchen oder die Blaugrüne Mosaikjungfer.
Schöne Fotos begleiten das ganze Buch. Der gesamte Naturführer wurde optisch attraktiv gestaltet und mit detaillierten Beschreibungen versehen.
Es gibt zahlreiche Anregungen zur Verwendung von eßbaren Wildpflanzen, Heilkräutern, die eigentlich in unserer Zeit, wo es alles gibt, sonst wenig Beachtung finden. Das sind wertvolle Hinweise, wie Vieles aus der Natur genutzt werden kann. Man findet Rezepte und Mitmach-Ideen vom Ohrwurmhotel bis zum Regenbogensalz (beeindruckende Farbigkeit !), die Wiesenapotheke, Blütensirup, Kräuterpesto, Wurzelkaffee u.v.m. Ich fühlte mich angesprochen und zum Ausprobieren animiert.

Zusätzlich findet man eine kostenlose App mit Tierstimmen. Darauf wird man am Anfang des Buches aufmerksam gemacht.

Fazit:
Ich empfinde das Buch als gelungenens Konzept, um Natur erlebbar zu machen!
Der Ratgeber wurde sehr attraktiv aufbereitet und vermittelt eine Menge an Wissen, Ratschlägen und wichtigen Hinweisen in übersichtlicher Form.

Ich bewerte mit fünf von fünf Sternen und empfehle Tiere & Pflanzen Lebensgroß auch als Geschenk, gerade jetzt zum Osterfest.

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Breites Spektrum an Themen

Der Tod der Löwenbändigerin von Bernd Richard Knospe

Mit diesem Buch der Kurzgeschichten und Erzählungen habe ich mich längere Zeit beschäftigt. Durch meine Krankheit war und bin ich im Moment nicht so mit dem Lesen ausgefüllt, wie ich es lebenslang gewohnt war. Die Zeit ist noch knapper geworden und die Ablenkung ist groß. Für den Band „Der Tod der Löwenbändigerin“ braucht es jedenfalls eine Menge an Aufmerksamkeit.

Der Autor verarbeitet in den 16 verschiedenen Erzählungen berührende Erlebnisse und Gedanken, wobei sehr viele Themen angesprochen werden. Es sind für mich Geschichten, die ich nicht so nebenbei lesen konnte. Sie sind nicht gefällig, wie ich es von einem Kurzgeschichtenband erwartete. Hintereinander weglesen und gut. So ging es nicht. Nein, Bernd Richard Knospe schreibt über Leben und Tod, Wahrheit und Lüge, Traum und Wirklichkeit. Klischees kommen genauso vor wie das negative Gefühl der Rache oder die Bedeutung der kleinen Momente im Leben. Einen großen Raum widmet er dem Thema Liebe, gleichermaßen wie dem Sex und der Trauer bzw. der Verzweiflung über verpasste Gelegenheiten. Nicht alle Storys berührten mich gleichermaßen, manche habe ich wahrscheinlich auch gar nicht verstanden. Es ist im wesentlichen eine maskuline Sichtweise auf die Dinge des Lebens, liegt ja nahe bei einem Autoren! Auf keinen Fall empfand ich etwas Misogynes in seinem Schreibstil. Das Buch beschäftigte mich und regte zum Nachdenken an.


Fazit:

Es werden eine große Bandbreite von Themen behandelt. Einen roten Faden darf man nicht erwarten. Es sind vollkommen verschiedene Erzählungen, die auch mal skurril, geheimnisvoll, düster und ungewöhnlich daherkommen.


Ich bewerte mit vier von fünf Sternen. Zu empfehlen für Liebhaber von ausgefallenen Kurzgeschichten.

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Die Auserwählte

Die Jagd nach den magischen Münzen von Jessie Burton

Als erstes fiel mir die schöne Gestaltung des Buches auf, einschließlich des Farbschnitts und des geheimnisvollen Titels: DIE JAGD NACH DEN MAGISCHEN MÜNZEN! Wobei sich im Laufe der Geschichte herausstellen wird, dass die Bezeichnung Münze nicht ganz korrekt ist.
Nachdem die Themse mit Bo Delavort gesprochen hatte, findet das 12jährige Schulmädchen im Schlamm der Themse eine Kostbarkeit, einen Miniaturvollmond.

Gemeinsam mit Billy River, der wie aus dem Nichts auftaucht, erlebt sie weitere wundersame Dinge am Wasser. Sie erfahren von einer 500 Jahre alten Ballade und einer weiteren Münze und der Magie, die ihnen innewohnt und einer Sonnenfinsternis...Das Flussmädchen Bo und Billy, der Schattenjunge sind dazu bestimmt die Rätsel zu lösen. Bo ist die Auserwählte!

Die fantasievolle Story lässt sich gut lesen und hält spannende Momente bereit. Ich fand die Geschichte kindgerecht erzählt. In einem Vor- bzw. Nachwort hätte man allerdings noch erklärende Worte finden sollen zur Einordnung in die Zeit, in der sie spielt. Es werden historische Ereignisse wie der erste Weltkrieg und die Schlammsucherei (engl. Mudlarking) in der Themse erwähnt.

Das Buch behandelt eine Menge Themen, positive wie negative: Freundschaft, Liebe, Vertrauen, Verlust, Verrat und Täuschung, aber auch Treffen von Entscheidungen. Es ist eine Lektüre über Tod und Leben.

Ich bewerte mit vier von fünf Sternen und gebe meine Empfehlung für Kinder ab 10 Jahren.

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Wo ist Heimat?

Halber Stein von Iris Wolff

Friedesine, genannt Sine, kehrt nach 20 Jahren an den Ort ihrer Kindheit zurück. Der Anlass ist der Tod ihrer Großmutter Agneta. Gemeinsam mit ihrem Vater Johann (der ältere Sohn Agnetas) fährt sie zum Begräbnis nach Siebenbürgen ins kleine Michelsberg unweit von Hermannstadt.
Aus der Ich-Perspektive der jungen Frau erfährt man die Gedanken über die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft eines Landstrichs mit einer deutschen Minderheit, deren reiche Traditionen zu verschwinden drohen und ihre spannende Historie mehr und mehr in Vergessenheit gerät.

Ich bin dieser Geschichte gern gefolgt. Ausdrucksstark und in lebhaften Farben und schönen Bildern schildert die Autorin in dem Roman ein Sommerende in den Südkarpaten.
Poetisch erfolgen die vielfältigen Beschreibungen der Landschaft. Auf die Protagonistin Sine prasseln eine riesige Menge an Erinnerungen ein, die sie immer wieder mit der verstorbenen Großmutter verbinden. Sie war eine starke Persönlichkeit, die sich in ihrem wechselvollen Leben immer wieder zu behaupten wusste. Ihr Sohn Johann vermisst sie sehr und er versucht in ihrem Haus mit der geheimnisvollen Architektur die Endlichkeit der Erinnerungen und den Schmerz über den Verlust der Mutter in einem Bild zu verarbeiten, das er von ihr malt.
Sehr aufschlussreich fand ich eine Sache, die fast am Ende des Buches erzählt wird. Jinni, eine Freundin von Agneta vergleicht sie mit der Epischen Seite. Das ist die Kehrseite einer Stickseite. Beim Sticken im Sächsischen (Siebenbürgen!) besteht die Herausforderung, dass sich die Vorderseite nicht von der Rückseite unterscheidet. Jinni vergleicht Agneta als Mensch mit der epischen Seite, weil sie strikte Prinzipien hat.

Mir gefällt die erzählerische Kraft von Iris Wolff. Sie zeichnet mit winzigen Details Situationen, Begebenheiten, eine Realität, die ich nachvollziehen kann. Den halben Stein verstehe ich als Sinnbild für die Vergänglichkeit. Er bleibt, während sich vieles andere wandelt oder verschwindet.
Den Roman empfinde ich als warm, behutsam und liebevoll erzählt. Allerdings, wer Spannung erwartet, ist hier falsch. Es wird sehr ausführlich berichtet.

Bei mir bleibt die Frage: Wo ist Heimat?

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Konstruierte Story ohne Tiefgang

To Cage a Wild Bird von Brooke Fast

Dieses Buch wollte ich lesen, obwohl ich wusste, dass es nicht mein Genre sein wird und ich auch wegen meines fortgeschrittenen Alters nicht unbedingt die Zielgruppe bin. Ich tat es wegen meiner bald 21jährigen Enkelin. Sie liest das sehr gern und ich wollte wissen, warum.
Beginne ich mit dem Positiven: Mir gefällt die Aufmachung des Covers und des Buches mit seinem rotem und dennoch dezenten Farbschnitt sehr gut.

Da ist die rote und damit sehr optimistische Farbe des Umschlages, dagegen im Kontrast ziert den Hardcovereinband schwarzer Stacheldraht auf weißem Grund. GELUNGEN! Das passt zum Inhalt.

To Cage a Wild Bird ist der Debütroman der Amerikanerin Brooke Fast und Band 1 der dystopischen Fantasy-Romance über die Kopfgeldjägerin Raven. So wird das Buch vorgestellt. Für mich war es nur Dystopie, Fantasy gar nicht und von Romance habe ich auch eine andere Vorstellung.

Die Voraussetzungen für eine spannende, interessante Story sind durchaus vorhanden, aber die Umsetzung gefiel mir nicht. Bis zur letzten Seite konnte ich mich nicht für diese Geschichte begeistern. Bis zum Ende wusste ich nicht, was mit der Dystopie vermittelt werden soll. Es gibt für mich keinen Erkenntnisgewinn! Eine Story ohne „Hand und Fuß“, aus der Luft gegriffen, ohne Hintergrund, ohne detaillierte Beschreibungen. Angesiedelt im Niemandsland? Ohne Bezug zu vergangenen Zeiten! Gibt es keine anderen Länder mehr? Nur noch dieses Dividium? Die meisten der Gefangenen sind so unverhältnismäßig abgeklärt und gehen zu den irren Jagden, wo es schließlich ums nackte Überleben geht, wie die Tiere zur Schlachtbank. Es wird mir zu vieles behauptet, nicht begründet. Vieles erschien mir unlogisch.
Die Lebensverhältnisse sind wie sie sind (im unteren Bezirk die Armen und im oberen die Reichen) und wer gegen die Gesetze verstößt, endet in diesem KZ-ähnlichen Gefängnis. Dafür reichen auch geringste Vergehen. Gerichtsbarkeit oder Barmherzigkeit gibt es nicht.
Die Figuren der Autorin zeigen keine Entwicklung. Dafür ist dieses Gefängnis Endlock auch nicht der geeignete Ort, dort wird ja eigentlich nur gestorben. Wie sich da die Liebe zwischen der Kopfgeldjägerin und dem Wachmann Vale entwickeln konnte, ist mir auch ein Rätsel. Das heiße Rumgemache in der menschenfeindlichen Umgebung ging mir auf den Zeiger. Total fehl am Platz!

Für die jugendlichen Leser ist vielleicht interessant, wie es mit Raven und Vale im Band 2 weitergeht. Für mich war es eine konstruierte Story ohne Tiefgang.
Ich werde den zweiten Band nicht verfolgen.

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Das Zeichen

Verstummte Narben: Thriller von Catherine Shepherd

Wie so oft bei Catherines Thrillern wird man schon im Prolog spannend eingeführt ins Geschehen. Ich war sofort wieder im Lesefluss.

Was geschieht in Verstummte Narben?
Auf einem Kölner Friedhof wird mitten im Winter eine nur mit Nachthemd bekleidete tote, junge Frau gefunden. Unter ihrer Leiche befindet sich das Foto einer weiteren Frau mit einem Datum.

Die Frist bis dahin setzt die Kommissare unter starken Ermittlungsdruck. Bei der Obduktion findet die Rechtsmedizinerin Julia Schwarz auf dem Hüftknochen der Toten drei parallele Kratzer, das Markenzeichen eines Serienkillers, der seit Jahren weggesperrt ist. Dieses Detail bringt sie fast aus der Fassung, handelt es sich doch um den Täter, der ihren Bruder im Alter von 12 Jahren grausam umbrachte. Der Verurteilte beginnt mit Julia ein perfides Katz- und Maus-Spiel und sie begibt sich wieder einmal in Gefahr...

Der Autorin gelang ein äußerst spannender 10. Teil der Reihe und die Rechtsmedizinerin Julia Schwarz war der Gefahr so nah wie niemals zuvor. Es war sehr persönlich und auch deshalb hoffe ich für die nächsten Folgen, dass sie sich mehr als Teil eines gemeinschaftlichen Teams begreift und Alleingänge lässt. Was bringt es, wenn der Fall zwar gelöst ist, aber die Kleine keine Mutter mehr hat? Julia muss sich zurücknehmen! Nicht so spontan handeln!

Auch wenn die Romane von Catherine Shepherd alle nach einem gewissen Muster aufgebaut sind, kann ich mich jedes Mal wieder aufs Neue darauf einlassen. Die Mörder sind so gut in der jeweiligen Story eingebunden, dass ich meistens einer falschen Spur folge bzw. mich verwirren lasse.
Und erneut fühlte ich mich von der ersten bis zur letzten Seite hervorragend unterhalten. Ich wollte wie immer nicht aufhören mit dem Lesen, aber der Alltag lässt das ja nicht zu.

Nun freue ich mich auf das nächste Buch aus der Feder der Autorin.

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