Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Island :
Auseinandergerissen
Der Kindersuchdienst von Antonia Blum
Der neue historische Roman von Antonia Blum spielt in Hamburg im Jahr 1955, also zehn nach Ende des Zweiten Weltkrieges. Wie der Titel bereits verrät, steht die Arbeit des Kindersuchdienstes des Deutschen Roten Kreuzes im Mittelpunkt, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, Kinder, die in den Kriegswirren von ihren Eltern getrennt wurden, wieder mit diesen zusammenzubringen.
Durch die Arbeit dort lernen die alleinerziehende Annegret (die die Tatsache, dass sie selbst Mutter ist, aber in der Arbeit geheim hält) und Charlotte, die aus ihrem wohlhabenden Elternhaus geflüchtet ist (was sie ebenfalls niemandem verrät), sich kennen. Bald haben sie auch einen gemeinsamen Schützling, ein Mädchen, das verzweifelt seine Eltern sucht. Zugleich ist aber auch die Zukunft des Suchdienstes in Gefahr.
Die Autorin schildert die Situation nach Ende des Zweiten Weltkrieges gewohnt anschaulich, ihr Schreibstil ist zudem gut nachvollziehbar. In das Leid der Betroffenen konnte ich mich gut hineinversetzen und die beiden Protagonistinnen waren mir prinzipiell sympathisch, auch wenn es einem Charlotte anfangs nicht immer so leicht macht. Neben dem Leid der auseinandergerissenen Familien wird auch die Situation der Frauen, die damals noch wenig Mitspracherecht hatten, nur die Hälfte von dem verdienten, was Männer bekamen und von Vorgesetzten oft herablassend behandelt wurden, gut wiedergegeben.
Rezensionen von Ele:
Thomas-Müller-Wimmelbuch
Thomas Müller - Mein Wimmelbuch von Thomas Müller
Thomas Müller, mein Wimmelbuch von Thoms Müller, illustriert von Christoph Schöne, Karibu Verlag.
Thomas Müller ist einer der erfolgreichsten Fußballspieler unserer Zeit, 25 Jahre hat er für den FC Bayern gespielt. Auch in der Nationalmannschaft hat er einig Male die entscheidenden Tore erzielt.
Die Wichtigsten Eckpunkte seiner Karriere findet man in diesem Wimmelbuch.
Jedem der legendären Spiele ist eine Doppelseite gewidmet, angefangen von seinem ersten offiziellen Spiel 2009, noch für Pähl bis zur Meisterfeier 2025 in München auf dem Balkon des Rathauses, der offizielle Abschied von Thomas Müller. Auf der hintern Umschlagseite sind einige Kreise mit Ausschnitten aus den Seiten platziert, die man im Buch suchen kann. Das Format vom Buch finde ich toll, denn da sind die einzelnen Bilder schön groß und übersichtlich, da kann man schön suchen und auch Tolles entdecken, der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. 16 bunte Seiten hervorragend illustriert von Christoph Schöne. Starke kartonierte Seiten, robust. Stundenlang kann man sich mit diesen bunten Bildern beschäftigen und immer wieder gibt es noch was Neues zu entdecken oder zu deuten. Voller netter kleiner und großer Geschehnisse, die man erzählen oder hinterfragen kann. Das empfohlene Lesealter ab 3 Jahren finde ich angemessen, denn schon die ganz kleinen finden sie bunten Seiten toll und es gibt ja wirklich so viel zu entdecken und zu besprechen.
Ein schönes Buch, nicht nur für Thomas Müller Fans. Ein nettes Wimmelbuch, liebevoll illustriert. Zum Suchen, erzählen und beschreiben. Für die Fans ein Highlight, das man in einer Sammlung integrieren kann, denn es sind auch einige Sprüche von „Radio Müller“ vorhanden. Ich werde es an meine Nichte, ein großer FCB Fan, bzw. TM25 Fan, weitergeben. Es darf in ihrer Sammlung nicht fehlen. Von mir 5 Sterne
Rezensionen von ReiShimura:
Raum für Joan – Eine Frau zwischen NASA, Normen und Neuanfang
Atmosphere von Taylor Jenkins Reid
Die Autorin Taylor Jenkins Reid ist keine Unbekannte, sondern ganz im Gegenteil sehr berühmt. Ihre Bücher verkaufen sich weltweit unfassbar gut und werden in unzählige Sprachen übersetzt. Bis mir dieses Buch empfohlen wurde, habe ich noch nie etwas von der Autorin gehört. Allerdings kann ich jetzt behaupten, dass mir nicht nur ihr Name ein Begriff ist, sondern, dass ich auch verfolgen werde, wann sie wieder ein Buch veröffentlicht.
Denn mit diesem Buch hat sie mich wirklich begeistert.
Mir ist bewusst, dass die komplette Handlung der Geschichte fiktional ist und so im wirklichen Leben nie stattgefunden hat. Trotzdem hat die Autorin so viele historische Elemente einfließen lassen und sich in vielen Dingen an reale Ereignisse angelehnt, dass man das Gefühl hat, dies sei alles einmal wirklich passiert. Möglicherweise ist es das auch, vielleicht nicht alles exakt so, aber so ähnlich.
Für meinen Geschmack hätte das Thema Weltall, Raumfahrt und NASA noch einen viel höheren Stellenwert in dem Buch bekommen können. Besonders der wissenschaftliche Anteil der Geschichte hätte gerne mehr Raum einnehmen können. Die Autorin erwähnt aber bereits im Vorwort, dass dies nie ihre Intention war. Sie wollte eine Astronomin als Hauptperson, aber sie wollte das alles, den Weltraum, die NASA, die Space-Shuttles immer nur als Hintergrund. Als Aufhänger für ihre Liebesgeschichte. Daher kann ich Taylor Jenkins Reid eigentlich keinen Vorwurf machen, dass das Thema nicht so dominant war, wie von mir erhofft. Dennoch fließt es in meine Gesamtbewertung ein.
Mit Joan Goodwin hat die Autorin einen unglaublich vielschichtigen und doch sympathischen Charakter erschaffen. Von Beginn an war mir Joan sympathisch und ich habe sie gerne auf ihrem Weg zu sich, ihren Träumen und ihrer großen Liebe begleitet. Es gab einige Stellen, an denen mich Joan zur Weißglut gebracht hat und ich sie am liebsten angeschrien hätte. Ein weiteres Zeichen dafür, wie gut und durchdacht die Handlung und die Charaktere sind.
Es war nervenaufreibend und doch schön zu sehen, wie Joan an ihren Aufgaben und den selbstgesteckten Zielen wächst. Und das alles in einer Zeit, in der Frauen noch nicht die gleichen Chancen hatten wie Männer. Also nicht einmal auf dem Papier die gleichen Chancen, denn ob es heutzutage eine wirkliche Gleichstellung gibt, lasse ich an dieser Stelle einmal unkommentiert.
Man lernt die verschiedenen Seiten von Joan kennen: Die Astronautin, die Teamkollegin, die liebende Tante, die zweifelnde Schwester und die hingebungsvolle Geliebte. Letzteres bringt mich zum Hauptaugenmerk des Buches: Der Liebesgeschichte.
Diese ist meiner Meinung ebenfalls äußerst glaubwürdig und ich konnte die Emotionen zwischen den Zeilen wirklich spüren. Joans große Liebe ist ebenfalls ein durchaus sympathischer und vor allem vielschichtiger Charakter. Durch die äußeren Umstände gestaltet sich die Beziehung der beiden aber als äußerst schwierig. In vielen anderen Büchern haben mich diese Schwierigkeiten oft einmal genervt und ich fand sie als unnötig. Denn oftmals dienen diese Hürden nur dazu künstlich Spannung aufzubauen und die Geschichte ein wenig in die Länge zu ziehen. Dies ist in diesem Buch aber nicht der Fall und dies empfand ich als eine sehr schöne Abwechslung.
Der Schreib- und Erzählstil der Autorin hat mir sehr gut gefallen. Er war eine angenehme Mischung aus nüchterner Erzählweise und prosaisch schwärmerischen Elementen. Einige wenige Passagen empfand ich als ein wenig zu schwulstig und langatmig, diese waren aber glücklicherweise in der Minderheit.
Taylor Jenkins Reids Roman hat mich an vielen Stellen überrascht und mich zum Nachdenken angeregt. Die Handlung hat mich gepackt und gefesselt. Das Ende kam mir dann fast ein wenig zu abrupt, jedoch war es ein wohlüberlegtes Ende. Kleinere Abzüge in der Bewertung muss ich aber trotzdem vornehmen, da ich wie bereits erwähnt einen höheren Anteil an wissenschaftlichen Themen erwartet bzw. erhofft hatte.
Rezensionen von C. P.:
Düsteres Vampir-Abenteuer mit einer klasse Protagonistin
Kingdom of the Black Crescent 1: Touch of Perish von Lexy v. Golden; D. C. Odesza
Mädels (und Jungs): Sagt alle Termine ab, denn sobald ihr dieses Buch anfangt zu lesen wollt ich nicht mehr aufhören! Düster? Ohja. Vampire? Jede Menge. Fantasy? Die Karte im Buch sagt schon alles. Spannung? Pur. Spice? Spät, aber dann so richtig. Romantik? Hmokay, die passte nicht mehr ganz so rein, aber glaubt mir, Schnulze wollt ihr hier auch gar nicht haben.
Denn Kaytharas Berührungen sind tödlich! Zumindest für die meisten. Und ihr Leben ist bisher eine Kombination aus Unterdrückung und Brainwashing gewesen, bis ihr jemand zur Flucht verhilft. Nur leider nicht ohne Hintergedanken. Doch Kaythara entscheidet sich schnell: Lieber anderen die Stirn bieten statt zu kuschen.
„Während mich die anderen fürchten sollten, solltest du die einzige Person sein, die es nicht tut.“
Sehr viel mehr will ich hier gar nicht verraten ausser, dass es noch ein Love Triangle gibt bei dem sich zunächst kein klarer Favoriten abzeichnet. Ansonsten gibt es wahnsinnig vieles zu entdecken und zu erleben, vor allem hinter den Vampirclans stecken so einige Überraschungen, eine übler als die andere.
„Ich will nicht dein Schwachpunkt sein, sondern deine Stärke.“
Stilistisch sehr gut aufgebaut, es geht sofort spannend los und von da an wächst Kaythara stetig durch ihre Abenteuer und die Erkenntnisse, welche sie erlangt. Die Welt, in der sie lebt, ist für Kaythara zunächst in vielen Dingen neu, da sie quasi die meiste Zeit ihres Lebens eingesperrt war. Entsprechend erkundet man beim Lesen die Welt gemeinsam mit ihr. Eine Welt, die viel Grausamkeit in sich birgt.
„Beweg deinen Plüschhintern zur Hütte!“
Keine Sorge, der Humor kommt vor lauter Düsternis hier keineswegs zu kurz, fällt nur vielleicht etwas schwarz aus. Das haben wir vor allem Danmor zu verdanken, einem ihrer Retter. Ein Mann mit sehr vielen Geheimnissen, welche ich gemeinsam mit Kaythara ergründen will. Und glaubt mir, irgendwann wollt ihr das auch.
Neben dem atmosphärischen Worldbuilding und Kaytharas Charakterentwicklung, den vielen düsteren Geheimnissen und der gelungenen Landkarte im Buch hat mir vor allem die Art gefallen, wie die Vampire dargestellt werden. Und ich befürchte, das war nur ein Teil dessen, was die Autorinnen sich ausgedacht haben.
Definitiv ein sehr genialer erster Band einer düsteren, unverkitschten Vampirfantasy mit einer willensstarken Protagonistin, zwei undurchschaubaren Love Interests und fantastischen Twists. Von mir volle Punktzahl!
Rezensionen von Bibibabby:
Guter Inhalt, Zeichnungen verbesserungswürdig
WAS IST WAS Comic - Tiefsee - Urlaub am Abgrund von Albert Mitringer
Das Cover sieht mega aus und die Leseprobe finde ich auch sehr toll. Mein Leseanfänger liest fast nur Comics und dieses Buch trifft genau seinen Geschmack. Die zwei anderen Bücher der Serie haben wir auch schon gelesen und sie haben ihm gut gefallen.
Ich finde es gut, dass die Hauptfiguren in diesem Band freiwillig bei der Forschung sind, anstatt entführt zu werden wie in den vorherigen Geschichten.
Das Forschungsschiff sieht echt cool aus und die Abbildung der Tiefsee-Zonen finde ich richtig gelungen. Es scheint auch mehr Sachwissen in diesem Band zu geben, im Vergleich zu den vorherigen.
Dieser Band ist ziemlich aktionreich. Ich finde aber die Zeichnungen, bzw. die Gliederung zwischen den Zeichnungen etwas chaotisch. Schon für mich als erwachsene Leserin finde ich es immer wieder schwierig zu nachvollziehen, was passiert. Mein Kind war oft verwirrt und hatte auch Schwierigkeiten, die Handlung zu verstehen.
Rezensionen von C. P.:
Die Gangsterwelt wird neu aufgemischt
Ein mörderisches Paar - Der Sturz von Klaus-Peter Wolf
Im dritten Teil der Trilogie ist das Ehepaar Simmel, bestehend aus Frauke und Bernhard Sommerfeldt, auf der Flucht vor Gut und Böse. Nicht nur Willi Klempmann bietet ein hohes Kopfgeld auf Sommerfeldt, auch die BKA-Ninjas schrecken vor drastischen Methoden nicht mehr zurück. Doch Sommerfeldt hat vorgesorgt, und so begleitet man das untergetauchte Ehepaar auf einer gemütlichen Flucht, während sie die Polizei mit echten und falschen Tipps in Bewegung halten.
Was natürlich gewisse Streitigkeiten befeuert zwischen dem Team um Ann-Kathrin Klaasen von der Norder Polizei und den BKAlern, die ebenfalls vor Ort mitmischen wollen. Selbst die Interne Ermittlung versucht, Ann-Kathrins Team Steine in den Weg zu legen. Und auch andere Profi- und Hobbykriminelle bekommen so einiges ab. Zeit für Sommerfeldt, zu handeln.
Bei den Spin-offs der Ostfriesenkrimis ist der Humoranteil etwas höher und auch diesmal gibt es wieder so manch amüsante Momente. Tatsächlich empfand ich einen Großteil des Krimis diesmal als gemütlichen Cozy-Krimi, bis zum Schluss nochmal alles gegeben wurde. Da war Schluss mit gemütlich. Neben viel Lokalkolorit ist es wieder die Sicht auf die Charaktere, welche ich so gerne mag. Klaus-Peter Wolf lässt die Leute Dinge sagen, denken und tun, was in anderen Krimis meist nicht zur Sprache kommt, weil es untypisch für Krimis ist. Aber eben typisch für Menschen, und dadurch wirken die Charaktere authentischer und unterhaltsamer, oftmals sogar herrlich unvorhersehbar.
Insgesamt kann ich sagen, dass mich auch der dritte Band wunderbar unterhalten konnte. Zwischendurch gibt es sehr viele kleinere Handlungen, bis es zu einem unerwarteten Finale kommt. Und dieses zeigt: Schluss ist mit Sommerfeldt noch lange nicht!
Rezensionen von Ruth:
Invasive Arten
Schattengrünes Tal von Kristina Hauff
Kristina Hauffs dritter Roman führt uns in ein idyllisches Tal mitten im Schwarzwald. Hier lebt Lisa mit ihrem Mann Simon und der beinahe erwachsenen Tochter. Und hier ist sie auch aufgewachsen, als Kind einer Hoteliersfamilie. Doch das Hotel „ Zum alten Forsthaus“ hat seine besten Tage längst hinter sich.
So vieles ist marode und gehörte dringend renoviert; auch erfüllt das Haus längst nicht die Standards, die heutige Touristen erwarten. Nur noch die alt gewordenen Stammgäste verirren sich hierher. Lisa, die neben ihrem Job im örtlichen Tourismusbüro die Buchhaltung des Hotels erledigt, würde gerne neu durchstarten. Doch Vater Carl will das Zepter nicht aus der Hand geben. Außerdem hofft er immer noch darauf, dass Sohn Felix seine Nachfolge antritt.
Eines Tages quartiert sich Daniela, eine einsame Fremde, im Hotel ein. Sie macht einen hilfesuchenden Eindruck und Lisa nimmt sich ihrer an. Dank Lisas guter Vernetzung im Ort findet Daniela bald eine Wohnung und Anschluss im Chor. Und als Carl Hilfe benötigt im Hotel, da bietet sich die Neuangekommene an und macht sich schnell unentbehrlich.
Doch etwas stimmt nicht mit ihr. Was kann man ihr tatsächlich glauben? Nicht alles, was sie erzählt, erweist sich als wahr. Und warum wendet sich plötzlich die beste Freundin von Lisa ab? Weshalb verhält sich Simon auf einmal höchst sonderbar?
Ganz subtil spinnt die fremde Frau ihre Intrigen, spielt die Menschen gegeneinander aus und manipuliert sie.
Lisas bisher scheinbar gefestigte Welt gerät ins Wanken und sie muss alles auf den Prüfstand stellen.
Durch die Geschehnisse werden die Brüche und Risse, die schon zuvor in den Beziehungen bestanden haben, offensichtlich.
Simon steckt mitten in einer Sinnkrise. Es nervt ihn immer mehr, dass Lisa ständig im väterlichen Hotel aushilft und sich kaum für seine Arbeit interessiert. Und in seinem Beruf als Förster macht ihm der Klimawandel zu schaffen.
Aber es ist nicht nur Daniela allein, die die Menschen in ihrem Umfeld manipuliert und für ihre eigenen Interessen benützt. Auch Vater Carl weiß, wen er für seine Zwecke ausbeuten kann. Lisas Pflichtbewusstsein und ihre Hoffnung auf väterliche Anerkennung sorgen dafür, dass sie immer sofort herbeieilt, wenn er sie braucht. Und auch auf die Liebe und Unterstützung seiner Lebensgefährtin Margaret kann er vertrauen. Sie managt das ganze Hotel, trotzdem bekennt er sich in der Öffentlichkeit, als verheirateter Mann, nicht zu ihr.
Spannung und Tiefe bekommt der Roman durch die Vielfalt der Perspektiven. Außer der Hauptfigur Lisa bekommt man auch die Sichtweisen von Simon, Carl und Margaret zu lesen. Nur Daniela wird von außen betrachtet, wobei sich jeder sein eigenes Bild von ihr macht.
Der Roman entwickelt gleich einen Sog, dem man sich kaum entziehen kann. Anfänglich irritiert, ist man bald entsetzt, wie perfide die Manipulationen hier ablaufen. Auch wenn man früh ahnt, aus welcher Richtung die Bedrohung kommt, so fragt man sich doch, welchen Plan die Fremde verfolgt.
So wie der Titel schon auf das Bedrohliche verweist, das in eine vermeintliche Idylle eindringt, findet Kristina Hauff ein weiteres starkes Bild, das diesen Eindruck verstärkt. Simon beobachtet in seinem Wald einen Schakal, ein Tier, das normalerweise nicht im Schwarzwald heimisch ist. Durch den Klimawandel dringen verstärkt invasive Arten ein, verdrängen heimische Tiere und Gewächse und verändern so unsere gewohnte Lebenswelt.
Mit Daniela ist eine gewissermaßen „ invasive Art“ ins „ schattengrüne Tal“ eingedrungen und die Bewohner dort müssen ihr gewohntes Leben neu überdenken und sich verändern. Lebenslügen werden aufgedeckt, Geheimnisse kommen ans Licht,
Der Roman überzeugt nicht nur mit psychologischer Spannung, sondern auch mit Atmosphäre. Stimmungsvolle Landschaftsbilder lassen den Schwarzwald in all seinen Schattierungen lebendig werden.
Nach dem für mich enttäuschenden „ In blaukalter Tiefe“ konnte die Autorin hier an das Niveau ihres Erstlings herankommen.
„ Schattengrünes Tal“ ist ein fesselnder Unterhaltungsroman, den ich gerne empfehle.
Rezensionen von C. P.:
Die Gangsterwelt wird neu aufgemischt
Schattengrünes Tal von Kristina Hauff
Im dritten Teil der Trilogie ist das Ehepaar Simmel, bestehend aus Frauke und Bernhard Sommerfeldt, auf der Flucht vor Gut und Böse. Nicht nur Willi Klempmann bietet ein hohes Kopfgeld auf Sommerfeldt, auch die BKA-Ninjas schrecken vor drastischen Methoden nicht mehr zurück. Doch Sommerfeldt hat vorgesorgt, und so begleitet man das untergetauchte Ehepaar auf einer gemütlichen Flucht, während sie die Polizei mit echten und falschen Tipps in Bewegung halten.
Was natürlich gewisse Streitigkeiten befeuert zwischen dem Team um Ann-Kathrin Klaasen von der Norder Polizei und den BKAlern, die ebenfalls vor Ort mitmischen wollen. Selbst die Interne Ermittlung versucht, Ann-Kathrins Team Steine in den Weg zu legen. Und auch andere Profi- und Hobbykriminelle bekommen so einiges ab. Zeit für Sommerfeldt, zu handeln.
Bei den Spin-offs der Ostfriesenkrimis ist der Humoranteil etwas höher und auch diesmal gibt es wieder so manch amüsante Momente. Tatsächlich empfand ich einen Großteil des Krimis diesmal als gemütlichen Cozy-Krimi, bis zum Schluss nochmal alles gegeben wurde. Da war Schluss mit gemütlich. Neben viel Lokalkolorit ist es wieder die Sicht auf die Charaktere, welche ich so gerne mag. Klaus-Peter Wolf lässt die Leute Dinge sagen, denken und tun, was in anderen Krimis meist nicht zur Sprache kommt, weil es untypisch für Krimis ist. Aber eben typisch für Menschen, und dadurch wirken die Charaktere authentischer und unterhaltsamer, oftmals sogar herrlich unvorhersehbar.
Insgesamt kann ich sagen, dass mich auch der dritte Band wunderbar unterhalten konnte. Zwischendurch gibt es sehr viele kleinere Handlungen, bis es zu einem unerwarteten Finale kommt. Und dieses zeigt: Schluss ist mit Sommerfeldt noch lange nicht!
Wer die Möglichkeit hat, sollte sich ruhig die Autorenlesung gönnen. Das Hörbuch ist ungekürzt, es fehlt also nichts vom Inhalt und man bekommt sogar noch ein wenig Musik am Ende geboten. Klaus-Peter Wolf hat seine ganz eigene Art, seine Bücher zu lesen. Angenehm entspannt, kein anstrengendes Overacting. Am meisten gefällt mir, dass er seine Charaktere so herrlich glaubwürdig interpretiert: Wer trotzig ist, reagiert auch wirklich trotzig. Ebenso lassen sich andere Emotionen wunderbar heraushören. Wer, wenn nicht der Autor selbst, weiß, wie die Charaktere sich anhören? Dadurch wirken vor allem die komischen Momente so wunderbar amüsant, insbesondere wenn Rupert am Zug ist.
Rezensionen von Anndlich:
Crazy London!
Sherlock Holmes & Dr. Watson. Die Jagd nach dem Geisterzug (Band 1) von Judith Weber
Crazy London ist in Aufruhr, ein mysteriöser Geisterzug treibt sein Unwesen und irgendjemand stiehlt den Bewohnern ihre Habseligkeiten. Meisterdetektiv Sherlock Holmes und sein Begleiter Dr. Watson machen sich auf die Suche nach dem mysteriösen Dieb und der Verbindung zum Zug. Schon bald erkennt er, auf was es der Dieb wirklich abgesehen hat, doch kann er auch den Geisterzug stoppen?
Die Jagd nach dem Geisterzug ist der erste Band der tierischen Sherlock Holmes Adaption von Judith Weber.
Leider konnte uns diese nicht wirklich überzeugen, der Comic wirkt bereits auf den ersten Seiten extrem überladen und wir wussten gar nicht, wo wir zuerst hinschauen sollten. Die Zeichnungen der Illustratoren Christian und Fabian Jeremias sind wirklich toll, farbenfroh und vor allem die tierischen Charaktere haben optisch viele Feinheiten, die sie voneinander unterscheiden lassen und besonders machen.
Doch sowohl die Text- als auch die Bildebene war für uns zu Reizüberflutet. Auf der Textebene aufgrund von vielen Einschüben, die nichts mit dem Thema zu tun haben und wohldosiert lustig sein könnten, bei uns aber ihre Wirkung verfehlt haben und auf der Bildebene durch viele Bildebenen (verschiedene Ebenen, auf denen in einer Zeichnung etwas passiert), unterschiedliche Formen der Textfelder, unterschiedliche Größen der Schriftart, Betonungen durch Fettschrift oder Wörter, die nur in Versalien geschrieben wurden, Wörter die auf den Kopf stehen uvm., das alles findet sich teilweise auf einer Seite und erschlug uns förmlich. Unpassend fand ich auch die Lebensmittel, die stark nach Fotos aussahen und sich dadurch gar nicht ins das Komplettbild des Comics einfügten.
Auch die Rätsel fanden wir weniger spannend, weil sie nur selten einen Bezug zur Geschichte besitzen und oft etwas hypothetisches hatten (sich nicht aus dem Text ergaben).
Der Fall selbst hatte Potenzial, gefiel uns in der Auflösung auch, aber hat ein großes Fragezeichen, das sich nicht auf mögliche Fortsetzungen bezieht, stehen lassen.
Die Jagd nach dem Geisterzug hat uns aus vielen Gründen leider nicht zugesagt, dennoch will ich an dieser Stelle den Charakter Dr. Watson hervorheben. Diesen fanden wir wirklich genial. Er war lustig und hat eine ganz besondere Art. Dennoch werden wir die Reihe nicht weiterverfolgen.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Hier ist wenig, wie es scheint
Mord mit Nordseeblick von Christiane Franke
Dieser Krimi ist nun der 12. für die beiden Ermittlerinnen Oda Wagner und Christine Cordes, die sich zu Beginn der Reihe so überhaupt nicht verstanden haben. Nun sind die Ecken und Kanten abgeschliffen, so dass die deutlich ältere Oda so etwas wie eine Freundin für Christine ist, die in wenigen Wochen ihr erstes Kind erwartet, deswegen nur Innendienst machen darf und demnächst in Mutterschutz geht.
Wieder mit dabei ist der nassforsche, aber spätpubertäre Kollege Lürssen, der als Karenzersatzkraft für Christiane in das Team aufgenommen worden ist. Nun ja, Teamplayer ist er keiner, wie wir aus dem vorherigen Band wissen. Seine sexistischen Sprüche und frechen Bemerkungen begleiten uns auch diesmal.
Ach, ja - was ist eigentlich passiert? Eine junge Prostituierte ist ermordet worden und recht bald gerät Christines Mann in den Fokus der Ermittlungen. Er schwört zwar Stein und Bein, ihre Dienste nicht in Anspruch genommen zu haben, ist aber durch ein Bauvorhaben mit der Schwester der Toten in Kontakt. Die wiederum gibt bei den Befragungen nur das zu, was man ihr auch wirklich beweisen kann.
Als sich dann ein anderen Verdacht erhärtet, bricht Christines Welt zusammen.
Meine Meinung:
Christiane Franke hat mit diesem Krimi einen komplexen Fall geschaffen, der einige falsche Spuren legt und sowohl Ermittler als auch uns Leser ein wenig an der Nase herumführt. Dazu kommt, dass sich die Wege einzelner Personen immer kreuzen, die heimliche Verbindungen erahnen lassen. Geschickt gemacht!
Christine Cordes ist, nun wenige Wochen vor der Entbindung, ziemlich dünnhäutig und zweifelt an sich. Doch nach der unangenehmen Wahrheit, fasst sie wieder Mut und Oda unterstützt hier kräftig. Der Kollege Lürssen ist ein echter Arxxx, bespitzelt alle, führt Excel-Listen, ja regelrechte Dossiers, über die Arbeitszeiten und das nicht nur bei den Teammitgliedern, sondern auch beim Chef. Gut, der verschwindet relativ häufig, ist aber telefonisch erreichbar. Ob wir demnächst erfahren, was er der Anlass dafür ist?
Lürssen jedenfalls ist, wie man beim Militär sagt, ein echten Kameradenschwein. Er will die Leitung der Kriminalabteilung übernehmen und die Frauen hinauswerfen. Gut, da werden vielleicht ein paar ander noch mitreden. Seine sexistischen Bemerkungen sind wirklich jenseits des guten Geschmacks. Kann man den nicht bei einem Einsatz erschießen (friendy fire, also eine Kugel aus den eigenen Reihen, bietet sich durchaus an) oder wenigstens von einer Frauengang ordentlich verdreschen lassen? Ich würde mithelfen, ihm eins (oder zwei) auf seine private parts zu geben. Sorry, aber der Typ ist echt daneben.
Fazit:
Gerne gebe ich diesem komplexen Fall, der durch unerwartete Wendungen letztlich eine überraschende Auslösung bietet, 5 Sterne.










