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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Island :

Bis nichts mehr geht

Pina fällt aus von Vera Zischke

Das Cover dieses Romans zeigt eine Frau, die stark wirkt, aber zugleich auch irgendwie erschöpft. Das trifft auch auf die Protagonistin Pina zu. Sie ist alleinerziehende Mutter des 20-jährigen Leos, der auf dem Papier erwachsen ist, aber wohl nie ein eigenständiges Leben führen können wird. Pina hat deshalb ihr ganzes Leben nach seinen Bedürfnissen ausgerichtet, geht nie mit den Arbeitskolleginnen aus und findet kein Zeitfenster für Arzttermine, wenn es ihr schlecht geht.

Lediglich einmal pro Woche passt die über 80-jährige Nachbarin Inge kurz auf Leo auf, damit Pina für Inge und ihren eigenen kleinen Haushalt einkaufen gehen kann. Nach einem dieser Wocheneinkäufe bricht Pina dann zusammen und landet auf der Intensivstation. Ihre Nachbarn, Inge, die sechszehnjährige Tochter des Vermieters Zola und der Eigenbrötler Wojtek müssen sich nun notgedrungen um Leo kümmern, was kein einfaches Unterfangen ist.

Der Autorin ist es in diesem Roman sehr gut gelungen, zu zeigen, wie fordernd Care-Arbeit ist, dass Eltern und vor allem alleinerziehende Mütter von beeinträchtigten Kindern quasi ihr komplettes restliches Leben wenig Zeit haben, auch mal auf sich und ihre Gesundheit zu achten. Wie die Hausgemeinschaft, die eigentlich gar keine Gemeinschaft ist, sich in dieser Notsituation dann doch zusammenrauft, hat mir auch gut gefallen. Natürlich ist das nicht vollkommen realistisch, dass man sie mit dem Jungen vollkommen allein lässt, aber so kann man gut den Wandel miterleben, den Leo bei diesen drei sehr unterschiedlichen Charakteren, die alle auch ihr Päckchen zu tragen haben, bewirkt. Der Schreibstil der Autorin ist sehr anschaulich und angenehm zu lesen. Ich konnte mich gut in die Situation im Haus und die verschiedenen Personen hineinversetzen. Gerne würde ich noch weitere Romane von Vera Zischke lesen.

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Der Traum vom Strandkiosk in Cornwall

Summer Tides von Sarah Fulmar

Die optische Aufmachung dieses Roman ist definitiv sehr gelungen. Die Coverabbildungen passen sehr gut zum Schauplatz St Ives in Cornwall und der Buchschnitt ist zudem noch mit Illustrationen von Möwen versehen. "Summer Tides" ist der erste Teil einer vierteiligen St Ives Reihe entlang der vier Jahreszeiten.

Protagonistin Scarlett ist Mitte 20 und hatte bisher schon diverse Jobs, zuletzt als Kellnerin. Da ihr (mehr oder weniger offizielle) Freund aber als Unternehmensberater erfolgreich ist, möchte sie sich nun auch selbstständig machen und hat dafür über eine Kleinanzeige im Internet einen Strandkiosk in St Ives in Cornwall angemietet, wo ihre beste Freundin bereits in einem schicken Gästehaus jobbt. Jonah, der einige Jahre ältere Sohn der Besitzerfamilie ist eigentlich Arzt, aber hat seine Arbeit vor kurzem gekündigt, um in seiner alten Heimat als Rettungsschwimmer zu arbeiten. Er hat Scarlett zuletzt vor zwölf Jahren gesehen, als sie mit ihrer Mutter Urlaub in St Ives gemacht hat. Nun fühlt er sich irgendwie zu ihr hingezogen, obwohl sie recht chaotisch ist.

Der Schauplatz der Geschichte hat mir gut gefallen, die Beschreibungen sorgen definitiv für Urlaubsstimmung und machen Lust darauf, St Ives selbst kennenzulernen. Was die Protagonist:innen angeht, ist Scarlett mir etwas zu naiv, um mich richtig mit ihr identifizieren zu können. Jonah ist für mich die interessantere Persönlichkeit und, was er erlebt hat, ist weniger vorhersehbar. Zudem gibt es noch einige recht liebenswerte Nebenpersonen. Der Schreibstil der Autorin ließ sich flüssig und rasch lesen, die verschiedenen Schauplätze beschreibt sie recht anschaulich, sodass man sich diese gut vorstellen kann.

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Coming-of-Age in den 90ern

Little Hollywood von Inga Hanka

Was das Cover angeht, hat mich die Farbgestaltung zunächst nicht sofort angesprochen, wenn man dann weiß, dass der Roman in den 90ern spielt, ist sie wiederum recht passend.

Protagonistin Leonie, genannt Leo, hat gerade ihre letzte Abiturprüfung geschrieben, was ihre Familie angeht, hat sie es aber nicht gerade leicht.

Ihre Mutter ist alleinerziehend und depressiv, mit dem Vater gab es Konflikte und er kümmert sich nicht, ihr kleiner Bruder weist autistische Züge auf und das Geld ist immer knapp, die Wohnung zu klein. Oft flüchtet sie sich daher in die Videothek um die Ecke, namens "Little Hollywood", wo Jo aus ihrem Abi Jahrgang jobbt, der ihr eigentlich suspekt ist und der immer "Wahrheit oder Pflicht" oder Filmzitate raten mit ihr spielen will.

Für mich war die Geschichte wie eine kleine Zeitreise in meine eigene Abi-Zeit, in der so einiges noch ganz anders war als heute und in der es wirklich noch mehrere Videotheken in jeder mittelgroßen Stadt gab, aber noch quasi kein Social Media. In Leo als Protagonistin und ihre Sorgen und Probleme konnte ich mich daher gut hineinversetzen, zumal alles authentisch erzählt ist, ohne zu sehr ins Extreme abzugleiten. Auch Jo war mir sympathisch.
Der Schreibstil der Autorin war gut lesbar und anschaulich und auch die Sprecherin des Hörbuchs empfand ich als passend für diesen Roman gewählt.

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Perspektivwechsel

Solange ein Streichholz brennt,1 Audio-CD, 1 MP3 von Christian Huber

Der Roman hat einen eher ungewöhnlichen Titel, der im Verlauf der Geschichte aber immer wieder eine Rolle spielen wird. Im Mittelpunkt der Handlung stehen der Obdachlose Bohm, der seit fünf Jahren auf der Straße lebt und dem gerade ein Hund zugelaufen ist, dem er den Namen Fox gegeben hat und die Journalistin Alina.

Sie bekommt die Chance, einen wichtigen Schritt auf der Karriereleiter zu machen, indem sie eine Dokumentation über Obdachlosigkeit dreht. So stößt sie auf Bohm, der sich schließlich widerstrebend darauf einlässt, mit ihr zusammenzuarbeiten, weil er dringend an Geld kommen muss. Nach und nach lernen sich beide aber besser kennen und das Interesse aneinander bleibt nicht mehr rein beruflich.

Dem Autor ist es gut gelungen, aus Bohms Perspektive zu vermitteln, was es bedeutet, obdachlos zu sein. Und auch viele Klischees und Vorurteile, mit denen Bohm zu kämpfen hat, werden aufgegriffen. Alina ist trotz ihrer Karriereambitionen sympathisch, verkauft sich nicht und achtet nicht nur auf Oberflächlichkeiten. Nach und nach erfährt man dann mehr darüber, wie es überhaupt dazu kam, dass Bohm auf der Straße lebt. Dadurch ist die Geschichte recht fesselnd und man möchte das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Robert Stadlober als Hörbuch empfand ich als passend gewählt. Man konnte ihm auch gut folgen.

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Unterschiede, die sich anziehen...

The Iced Caramel Coffee Agreement (Lower Whilby 2) Lower Whilby von Kyra Groh

Nachdem mir der erste Roman von Kyra Groh, zu dem ich das Hörbuch gehört habe, sehr gut gefallen hat, mich der erste Teil der Lower Whilby-Reihe aber dann etwas enttäuscht hat, wollte ich dennoch wissen, was nun im zweiten Teil passiert. Das Cover ist wieder recht bunt, eher frühlingshaft und zu einer Liebesgeschichte passend, gestaltet, wobei ich die Fahrräder nun nicht so sehr mit den Hauptpersonen verbinde, dass sie mit auf das Cover gemusst hätten.

Im Mittelpunkt der Handlung steht diesmal Eleanore, die im ersten Teil schon eine Nebenrolle inne hatte. Sie hat jung ihre Mutter verloren, arbeitet im Büro des Bürgermeisters und gilt als zuverlässig und gute Freundin. Allerdings hatte sie noch nie Sex, obwohl sie bereits Mitte 20 ist und gerne eine Beziehung hätte. Heimlich verliebt ist sie seit Jahren in Dex, den Bruder des Cafébetreibers. Er ist als Musiker in einer Krise und ziemlich übel abgestürzt und quartiert sich bei seinem Bruder ein, weil er aus London weg musste. Eleanore und Dex vereinbaren schließlich, dass er ihr dabei hilft, öfter über ihren Schatten zu springen, während sie ihn unterstützt, wieder zu dem zu werden, der er sein möchte.

Prinzipiell sind die beiden nicht unsympathisch, so ganz hat sich mir die Anziehung zwischen ihnen aber nicht erschlossen, da sie doch sehr verschieden sind und für mich nicht vollständig deutlich wird, was genau sie so sehr am anderen fasziniert. Dass Eleanore mit Mitte 20 noch nicht einmal einen Mann geküsst hat, obwohl es heutzutage viel mehr Möglichkeiten gäbe, Dates zu haben und, dass sie in mancher Hinsicht sehr naiv auftritt, erschien mir zudem etwas unrealistisch. Ansonsten ist es eine gut lesbare Geschichte, die in einer netten britischen Kleinstadt spielt und Kyra Groh schreibt auch wieder recht humorvoll. Eine etwas größere Rolle hätte für mich die Musik spielen dürfen, da Dex ja schließlich Musiker ist und seine Eltern sogar sehr berühmt in diesem Bereich. Was mich leider auch diesmal wieder sehr gestört hat, sind die sehr expliziten Szenen, die zu viel Raum einnehmen. Insbesondere bei einem Hörbuch ist mir das wirklich unangenehm, wenn ich das auch beim Kochen oder Autofahren mit offenem Fenster höre. Ich hätte es bevorzugt, mehr der Phantasie zu überlassen. Abgesehen davon empfand ich die Sprecher:innen des Hörbuchs als passend gewählt, der Wechsel zwischen beiden sorgte zudem für Abwechslung und dafür, dass man sich gut orientieren konnte, aus wessen Perspektive gerade erzählt wird.

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Blick hinter die Kulissen des dänischen Geheimdienstes

Dunkelmann von Lars Findsen; Jacob Weinreich

Das Cover dieses dänischen Thrillers passt mit seinen überwiegend düsteren Farben sehr gut zu diesem Genre. Gebrochen wird das Ganze dann aber von den leuchtend gelben, auffälligen Buchstaben, die für den Titel gewählt wurden.

Der Thriller wurde vom Autoren-Duo Lars Findsen und Jacob Weinreich verfasst.

Ersterer war lange Chef des dänischen Geheimdienstes. Diese Erfahrungen spielen in Dunkelmann nun auch eine große Rolle.

Die Hauptpersonen des Thrillers sind Daniel Hartmann, der als Analyst für den dänischen Geheimdienst arbeitet und mit einer Journalistin verheiratet ist, was privat und beruflich zu Komplikationen führt, und Maja Birk, eine junge Agentin. Maja hat gerade erst knapp einen gefährlichen Einsatz in der Türkei überlebt, während ihr Freund und ihr Kind wenig davon erfahren durften, wo sie sich befand und was ihr Auftrag war. Nun wartet ein neuer Fall auf sie, denn Daniel Hartmann hat eine beunruhigende Entdeckung im Zusammenhang mit dem Besuch einer chinesischen Delegation gemacht.

Ich fand den Thriller sehr fesselnd, da er authentisch wirkende Einblicke in die Arbeit des dänischen Geheimdienstes gewährt. Die Gratwanderung zwischen der Arbeit, von der auch der eigene Partner oder die Partnerin so gut wie nichts erfahren darf, der Lebensgefahr, der man sich immer wieder aussetzt und dem Privatleben wird sehr gut nachvollziehbar. Gut gefallen hat mir auch, dass sehr aktuelle Hintergründe, wie die Situation im Iran und die Interessen verschiedenster Nationen an Grönland, eine Rolle spielen. Der Schreibstil war dabei gut nachvollziehbar und die recht häufigen Perspektivwechsel sorgten dafür, dass viel Spannung aufgebaut wurde.

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In der Krise

Chaos von Andréa Ager-Hanssen

Das Cover, der Titel, der Klappentext und auch der Schauplatz des Romans haben mich direkt angesprochen.

Hedda, die Protagonistin, hat eigentlich ein gutes Leben, sie steht kurz vor dem Abschluss ihrer Doktorarbeit und sie und ihr Freund erwarten ein Baby. Doch dann läuft alles plötzlich nicht mehr wie geplant und Heddas Leben gerät ziemlich aus dem Gleichgewicht.

Da hilft es auch wenig, dass ihr Vater plötzlich wieder in ihrem Leben auftaucht, der gerne große Pläne schmiedet, ohne, dass viel dahintersteckt.

Grundsätzlich hat mir diese Konstellation gut gefallen und auch den modernen Erzählstil, mit den oft recht verwirrenden Wechseln zwischen der Gegenwart und Heddas Kindheit fand ich interessant und das Chaos in Heddas Leben wiederspiegelnd. Es wird auch sehr gut deutlich, wie dysfunktional Heddas Familie ist und, wie sie das seit ihrer Kindheit geprägt hat. Das traumatische Ereignis, das Hedda so aus der Bahn wirft, wird authentisch und ohne zu beschönigen geschildert, sodass ich mich gut in sie hineinversetzen konnte. Ansonsten bleiben die verschiedenen Charaktere im Roman für meinen Geschmack aber zu blass, ich hätte gerne etwas mehr über sie erfahren, insbesondere den Vater, was er so genau getrieben hat, bevor und während er weg von seiner Familie war.

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Männer in den Wechseljahren

Wir Freitagsmänner von Hans-Gerd Raeth

Bei diesem Roman ist mir direkt das Cover aufgefallen, da es einen Männerkörper mit dem Kopf eines Dachses zeigt. Dass das dazugehörige Hörbuch von Christoph Maria Herbst eingelesen wurde, war ein zusätzlich Indiz für mich, dass mich gute Unterhaltung erwartet.

Im Mittelpunkt der Handlung steht Henri, um die 50, der Personalchef bei einer Zeitung und seit einigen Jahren von der Mutter seiner erwachsenen Kinder getrennt ist.

Nachdem er von einem Date gesagt bekommt, dass er auf seinem, eigentlich aktuellen, Profilbild jünger aussieht, das eine oder andere gesundheitliche Problem bei ihm auftritt, sein Hausarzt ihm schließlich sogar diagnostiziert, dass er sich in den Wechseljahren befindet, stürzt Henri das in eine leichte Krise. Zudem ist ihm zufällig seine Traumfrau begegnet, die aber anscheinend auf jüngere Männer steht. Aber, er gibt nicht auf. Mehr oder weniger hilfreiche Unterstützung leistet ihm dabei sein bester Freund Felix, der in einer On- und Off-Beziehung mit seiner Ehefrau steckt und vorübergehend dann auch mal Unterschlupf bei Henri sucht.

Ich fand den Roman sehr unterhaltsam, weil er beleuchtet, dass nicht nur Frauen Probleme mit dem Älterwerden haben, wobei das Thema nicht bierernst angegangen wird, sondern mit einer ordentlichen Portion Selbstironie auf Seiten von Henri und so einiger skurriler Situationen, insbesondere, wenn Felix beteiligt ist. Die Charaktere sind trotz ihres teils etwas schrulligen, teilweise auch schon übergriffigen Verhaltens liebenswert und der Erzählstil war gut nachvollziehbar und lebendig. Christoph Maria Herbst ist perfekt als Sprecher für dieses Hörbuch geeignet. Seine Vortragsweise passt sehr gut zum Stil der Geschichte. So kann man ihm angenehm zuhören und wird gut unterhalten.

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Glück und Unglück

Villa Rivolta,2 Audio-CD, 2 MP3 von Daniel Speck

Daniel Specks neuester Roman handelt auf zwei Zeitebenen, beginnend gegen Ende des Zweiten Weltkrieges. Valeria und ihre Mutter haben nach dem Tod von Valerias Vater in der Villa Rivolta in Mailand Zuflucht gefunden, wo ihre Mutter als Hausangestellte arbeitet. Der findige Mailänder Unternehmer, dem die Villa gehört, hat einen Sohn, Piero, der genauso alt wie Valeria ist und so beginnt eine Freundschaft, die die beiden auch durch ihr weiteres Leben begleitet, auch wenn sie immer wieder unterschiedliche Wege gehen.

Auf der zweiten Zeitebene hat Valeria dann einen Sohn im Teenageralter, der sich gerade mächtig Ärger eingehandelt hat, und sucht mit ihm Zuflucht bei Piero, wo beide dem Jungen dann mehr und mehr über die Vergangenheit ihrer Familien erzählen.

Der Roman nimmt den Leser mit in die Vergangenheit Italiens, einerseits in die Wirtschaftswunderjahre nach dem Krieg und das Dolce Vita einer wohlhabenden Familie, aber auch zu den Arbeiteraufständen und der Diskriminierung von Menschen aus Süditalien auf der anderen Seite. Ich fand es sehr interessant, mehr über diese Zeit und das Leben in Italien damals zu erfahren. Valeria und Piero sind mir ans Herz gewachsen, wie sie es geschafft haben, immer "nur" Freunde zu bleiben, die sich aufeinander verlassen können, egal was ist. Was den Schreibstil angeht, finden sich sehr viele gelungene sprachliche Bilder und auch passend gewählte Zitate, was mir sehr gut gefallen hat.

Ich habe die Geschichte als Hörbuch angehört, das von Daniel Speck selbst gelesen wird, was ihm gut gelungen ist. Er fängt die Atmosphäre ein und man kann ihm angenehm folgen.

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Seilschaften

Schattenmädchen von Frida Skybäck

Bei "Schattenmädchen" handelt es sich um den dritten Teil einer Krimireihe um die Ermittelnden Fredrika Storm und Henry Calment. Das Cover passt prinzipiell gut zu einem skandinavischen Krimi, allerdings kam mir die überwiegende Mehrzahl der Handlungsorte eher urban vor, sodass ich eine etwas andere Gestaltung treffender gefunden hätte.

Was die Handlung angeht, verschwindet zunächst die Studentin Isabelle Karlsson, nachdem sie zuletzt auf der Feier eines schwedischen IT-Start-ups, das kurz vor dem Verkauf an einen chinesischen Investor steht, fotografiert wurde. Dessen charismatischer CEO Martin Zenberg gerät unter Verdacht, etwas mit dem Verschwinden von Isabelle zu tun zu haben, zumal Frederika Storm einen Hinweis erhält, dass er während seiner Studentenzeit an der Universität Lund schon einmal an einer Party beteiligt war, nach der eine junge Studentin tot aufgefunden wurde.
Bei den Ermittlungen im Universitätsumfeld stoßen Frederika Storm und Henry Calment dann auch auf geheime Studentenverbindungen, deren Mitglieder auch lange nach dem Studium großen Einfluss in wichtigen ausüben und über Einstellungen und Karrierechancen entscheiden.

Die Thematik um diese geheimen Bünde an der Hochschule Lund fand ich sehr interessant und hätte gerne noch mehr über konkrete Vorfälle und Grenzüberschreitungen erfahren. Etwas zu ausufernd wurde mir dagegen auf die privaten Probleme der beiden Ermittelnden und die drückende Sommerhitze eingegangen, die ihre Arbeit erschwert. Der Schreibstil der Autorin war aber gut lesbar und der Ausgang des Falles relativ wenig vorhersehbar.

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