Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Island :
Der Traum vom Dolce Vita
Teddy von Emily Dunlay
Wie das Cover bereits vermuten lässt, spielt der Roman Ende der 60er Jahre. Teddy Carlyle hat für die damalige Zeit spät geheiratet und zieht mit ihrem Ehemann, der für die amerikanische Botschaft arbeitet, nach Rom. Von Italien erhofft sie sich Dolce Vita und Glamour, ihr Ehemann scheint darauf aber wenig Lust zu haben.
Zugleich hat sie wenig Mitspracherecht, was die Gestaltung des gemeinsamen Lebens und das Geldausgeben angeht, obwohl sie selbst ein gewisses Vermögen mit in die Ehe gebracht hat. Als sie ohne ihren Mann auf einer Feier in der Botschaft ist, schießt ein Paparazzi eine kompromittierende Aufnahme von ihr und dem amerikanischen Botschafter und Teddy hat eine Menge Probleme zu lösen.
Ich fand die Zeitreise ins Rom Ende der 60er Jahre sehr unterhaltsam und es war interessant, mehr über das Leben von Teddy als Diplomatengattin zu erfahren, das in der damaligen Zeit nicht so glamourös war, wie man meinen könnte. Teddy wirkt teilweise etwas naiv, nichtsdestotrotz muss man sie einfach mögen und leidet mit ihr mit, wenn sie sich in ungute Situationen manövriert. Was die Handlung angeht, gibt es immer wieder überraschende Wendungen. Der Schreibstil ist gut nachvollziehbar und anschaulich. Ich habe das Hörbuch gehört und fand die Sprecherin passend gewählt. Man konnte ihrer Vortragsweise gut folgen und ihre Stimme harmonierte mit dem Erzählten.
Auseinandergerissen
Der Kindersuchdienst von Antonia Blum
Der neue historische Roman von Antonia Blum spielt in Hamburg im Jahr 1955, also zehn nach Ende des Zweiten Weltkrieges. Wie der Titel bereits verrät, steht die Arbeit des Kindersuchdienstes des Deutschen Roten Kreuzes im Mittelpunkt, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, Kinder, die in den Kriegswirren von ihren Eltern getrennt wurden, wieder mit diesen zusammenzubringen.
Durch die Arbeit dort lernen die alleinerziehende Annegret (die die Tatsache, dass sie selbst Mutter ist, aber in der Arbeit geheim hält) und Charlotte, die aus ihrem wohlhabenden Elternhaus geflüchtet ist (was sie ebenfalls niemandem verrät), sich kennen. Bald haben sie auch einen gemeinsamen Schützling, ein Mädchen, das verzweifelt seine Eltern sucht. Zugleich ist aber auch die Zukunft des Suchdienstes in Gefahr.
Die Autorin schildert die Situation nach Ende des Zweiten Weltkrieges gewohnt anschaulich, ihr Schreibstil ist zudem gut nachvollziehbar. In das Leid der Betroffenen konnte ich mich gut hineinversetzen und die beiden Protagonistinnen waren mir prinzipiell sympathisch, auch wenn es einem Charlotte anfangs nicht immer so leicht macht. Neben dem Leid der auseinandergerissenen Familien wird auch die Situation der Frauen, die damals noch wenig Mitspracherecht hatten, nur die Hälfte von dem verdienten, was Männer bekamen und von Vorgesetzten oft herablassend behandelt wurden, gut wiedergegeben.
Fernwandern abseits der Massen
Wilde Berge des Balkan von Antonia Schlosser; Katharina Kestler; Lisa Bartelmus; Anja Woertge
Bei diesem Buch hat mich das Cover mit den drei Frauen in der atemberaubenden Gebirgslandschaft direkt angesprochen. Auch das Gebiet, das sie bewandern, fand ich sehr spannend, da man sonst eher wenig über dieses Gebirge am Rande Europas mitbekommt. Ich selbst fände es zwar auch reizvoll, dort unterwegs zu sein, aber ich hätte wohl zu viel Respekt vor Begegnungen mit Bären oder frei laufenden Hunden.
Der Grund, warum sich die drei Bergfreundinnen für den Dreiländer-Wanderweg am Balkan „High Scardus Trail“ entschieden haben, ist dessen geringe Frequentierung durch andere Wanderer und die dadurch verbliebene Wildnis. Allerdings hätte ich es dann authentischer gefunden, wenn die Wanderung ohne ein Team aus Redakteur:innen und Kameramännern erfolgt wäre, sondern wirklich nur für ein Buchprojekt mit selbst geschossenen Bildern. Auch, dass die Übernachtung mehrmals in Dörfern erfolgte, wenn auch in einfachen Unterkünften, nahm dem Ganzen irgendwie etwas den "Allein in der Wildnis"-Charakter mit Selbstversorgung und ausschließlich Zeltübernachtung.
Nichtsdestotrotz sind die Erfahrungen der drei Fernwanderinnen sehr interessant und es macht sie sympathisch und authentisch, dass sie eben keine so extremen Wanderprofis sind, dass ihnen nichts Angst macht und sie nicht mit dem ein oder anderen Wehwehchen zu kämpfen haben, bei immerhin 10.000 Höhenmetern und 175 Kilometern. Die einzelnen Etappen werden tagebuchähnlich abwechselnd von den drei, doch recht unterschiedlichen, Frauen, beschrieben, was für Abwechslung sorgt. Zwischendurch gibt es zudem noch Interviews mit starken Frauen, die in der Region im Tourismus tätig sind und natürlich eine gute Anzahl farbiger Fotos, die einen Eindruck von der durchwanderten Gegend bieten. Am Ende folgen dann noch einige handfeste Tipps für Wanderungen am Balkan.
Neuanfang unter erschwerten Bedingungen
Die Trümmerschule - Zeit der Hoffnung von Beate Maly
Das Cover zeigt zusammen mit dem Titel schon deutlich, dass der Roman zur Zeit des Wiederaufbaus kurz nach Ende der Unrechtsherrschaft der Nationalsozialisten spielt. Die jüdische Lehrerin Stella hat es gerade noch rechtzeitig geschafft, vor den Nationalsozialiten aus Österreich nach England zu flüchten, aber der Rest ihrer Familie hat nicht überlebt.
Dennoch kehrt sie nach Ende des Zweiten Weltkrieges nach Wien zurück, um dort wieder als Lehrerin zu arbeiten. Stella findet, obwohl auch viele Schulen zerstört sind, eine Anstellung am Lindengymnasium. Dort sind nicht alle von ihren modernen Unterrichtsmethoden und ihrer jüdischen Herkunft begeistert, insbesondere einige konservative ältere Kollegen machen ihr das Leben schwer. Aber, zum Glück erfährt sie auch viel Unterstützung.
Ich fand die Lektüre des Buches sehr interessant. Ich arbeite selbst als Lehrerin und Stella als Protagonistin ist wirklich sehr modern eingestellt für die damalige Zeit und auf jeden Fall sympathisch. Es war spannend, mehr darüber zu erfahren, mit welchen Problemen die Schüler:innen, Lehrkräfte und auch die Schulen insgesamt kurz nach Kriegsende zu kämpfen hatten. Der Schreibstil war gut lesbar und die Handlung hat mich gefesselt. Was speziell das Hörbuch angeht, fand ich die Sprecherin passend gewählt und das Lesetempo war angemessen, sodass man gut folgen konnte.
Roadtrip zur Liebe?
Der Sonne entgegen von Mina Teichert
Bei diesem Roman hat mich das bunte, sommerliche Cover in Kombination mit dem Titel sofort in Sommerstimmung versetzt und neugierig auf die Geschichte gemacht. Es passt perfekt zu einem Roadtrip gen Süden.
Fotografin Romy, Anfang 30, bekommt überraschend einen Heiratsantrag ihres Partners Henri, mit dem sie bis dahin eine Wochenendbeziehung zwischen Hamburg und Berlin geführt hat.
Seine sehr konkreten Zukunftspläne für sie beide machen ihr dann aber Angst und so flüchtet sie sich am nächsten Tag spontan vom Hotelparkplatz in das Auto des Kunsthändlers Valentin, dem sie schon am Vorabend im Hotel begegnet ist. Gemeinsam begeben sie sich auf einen Roadtrip Richtung Italien, wo Valentin ein ersteigertes Gemälde übergeben muss, und dann immer weiter gen Süden. Auf der abenteuerlichen Fahrt kommen sie sich näher, geraten aber auch in ernsthafte Gefahr, weil Valentin nicht einfach nur Kunsthändler ist, sondern einiges zu verbergen hat.
Bei der Geschichte handelt es sich einerseits um einen sommerlich leichten Liebesroman, bei dem ein Roadtrip im Mittelpunkt steht, der uns als Leser an einige schöne Orte unter der italienischen Sonne führt. Daneben geht es aber durchaus auch um etwas tiefsinnigere Fragen, wie die, woran man erkennt, dass man wirklich den Partner für's Leben gefunden hat. Romy ist mir sympathisch, allerdings konnte ich nicht so recht verstehen, was genau sie an ihrem Partner Henri gefunden hat, der nicht gerade ein Sympathieträger und ganz anders als sie ist. Der Schreibstil der Autorin ist gut lesbar, sodass man flüssig durch die Seiten fliegt und dabei Romy und Valentin durch Italien begleitet. Dadurch, dass abwechselnd aus ihrer und seiner Perspektive erzählt wird, kann man sich gut in die beiden hineinversetzen. Manches ist sicher etwas vorhersehbar, aber, das ist bei dem Genre durchaus in Ordnung.
Weniger wäre manchmal mehr gewesen
Great Big Beautiful Life von Emily Henry
Von diesem Roman habe ich mir aufgrund des Covers und der Autorin einen kurzweiligen Liebesroman versprochen, der Klappentext versprach eine amüsante Geschichte.
Alice Scott und Hayden Anderson konkurrieren auf der kleinen, abgelegenen Insel, Little Crescent Island, darum, die Memoiren der legendären Margaret Ives schreiben zu dürfen, die aus einer skandalträchtigen Familie stammt.
Die zurückgezogen lebende ältere Dame lädt dann überraschend beide zu einem Probemonat zum besseren Kennenlernen ein, bevor sie sich entscheiden will. Sie trifft Alice und Hayden abwechselnd und beide mussten vorab eine Verschwiegenheitserklärung unterschreiben und dürfen so auch einander nichts erzählen. Auf der kleinen Insel können Hayden und Alice sich aber kaum aus dem Weg gehen und es knistert bald heftig zwischen ihnen, obwohl sie doch eigentlich Konkurrenten sind.
Grundsätzlich eine interessante Ausgangssituation mit Unterhaltungspotenzial, allerdings hatte der Roman für mich auch ein paar Schwachpunkte. So fällt mir der Rückblick zur Lebensgeschichte der alten Dame zu langatmig aus und das, was sie erlebt hat, hat mich auch nicht so recht gefesselt. Zwischen Alice und Hayden ging mir dafür alles etwas zu schnell, um schon die große Liebe zu sein und auch die Sexszenen waren für meinen Geschmack zu häufig und zu explizit beschrieben. Insbesondere bei einem Hörbuch nervt mich das einfach nur und ich habe sie gegen Ende dann teilweise auch übersprungen. Die Sprecherin empfand ich jedoch grundsätzlich als sehr angenehm und sie und man konnte ihr gut Folgen. Ohne die ausführlichen und sich wiederholenden Sexszenen und mit einer gestraffteren Lebensgeschichte im Rückblick wäre ich ziemlich zufrieden gewesen.
Ein unmoralisches Angebot
Wut und Liebe von Martin Suter
Das Cover des Romans ist im typischen Stil von Diogenes gestaltet. Mir persönlich wäre bei der Auswahl des Titelbildes etwas mehr Bezug zur Geschichte lieber gewesen.
In deren Mittelpunkt steht Noah, ein eher erfolgloser Künstler Anfang 30, der gerade von seiner Freundin Camilla verlassen wurde, da sie unzufrieden damit war, sie beide mit dem Gehalt ihres ungeliebten Jobs versorgen zu müssen und sich einen wohlhabenden Partner gesucht hat.
In dieser Situation lernt er die ältere Witwe Betty kennen, die ihm ein unmoralisches Angebot macht. Er könnte alle Geldsorgen los sein, wenn er sie bei ihrem Racheplan am angeblich skrupellosen Geschäftspartner ihres verstorbenen Mannes unterstützt und diesen für sie umbringt.
Die Geschichte war unterhaltsam mit einigen unerwarteten Wendungen und Twists. Natürlich wurden aber auch immer wieder Klischees bedient und diese ausgereizt, zum Beispiel, was mittellose Künstler oder junge Frauen und reiche Männer angeht. Was das Ende angeht, hatte ich schon eine gewisse Vorahnung. Der Schreibstil war gekonnt, mit vielen sprachlichen Bildern und so, dass man sich die beteiligten Personen gut vorstellen kann. Die sachlich-distanziert wirkende Erzählweise des Hörbuchsprechers passt sehr gut dazu.
Trügerische Idylle
The Surf House von Lucy Clarke
Von diesem Thriller erwartete ich mir Spannung gepaart mit Strand- und Sommerstimmung, zumal ich schon weitere Bücher der Autorin gelesen habe. Auch das Cover passt zu diesen Erwartungen.
Die Britin Bea hat ein Foto-Shooting in Marrakesch. Nachdem dieses nicht so läuft, wie geplant, beschließt sie spontan, ihre Model-Karriere, die sie mehr auf Drängen ihrer Mutter begonnen hat, an den Nagel zu hängen und verlässt das Set und checkt aus ihrem Hotel aus.
Als sie in einer engen Gasse
von zwei Männern überfallen wird, hilft ihr eine junge Frau, bei der Auseinandersetzung stirbt jedoch einer der Angreifer, der andere entkommt mit Beas Rucksack und somit auch ihrem Pass und ihrem Geld. Marnie, ihre Retterin, bietet ihr einen Job und eine Unterkunft im Surf House an, einem Hostel an der Küste. Doch der Vorfall in Marrakesch lässt Bea nicht so schnell los und auch im Umfeld des Hostels scheint nicht alles so idyllisch zu sein, wie es im ersten Moment wirkte. Ein neuer Gast sucht nach seiner Schwester, die vor einem Jahr dort verschwunden ist und es gibt bald einen weiteren Toten.
Ich fand den Thriller recht spannend, auch wenn ich, trotz unerwarteter Wendungen, schon so eine gewisse Vorahnung hatte. Die Autorin fängt die Stimmung in dem kleinen marokkanischen Surferort und dem Hostel sehr gut ein und Bea als Protagonistin ist mir sympathisch. Der Schreibstil der Autorin war gut nachvollziehbar und auch den Sprecher:innen des Hörbuchs konnte man gut folgen und die verschiedenen Stimmlagen sorgten dabei für Abwechslung beim Zuhören.
Was erlaubt die Liebe?
Unsere Suche nach Zärtlichkeit von Martin Ehrenhauser
Bei diesem Buch haben mich die sanfte Farbgestaltung des Covers und der Titel direkt angesprochen.
Sebastian Dumont ist Ende 40, geschieden und betreibt in Brüssel eine Uhrmacherwerkstatt. Nachts arbeitet er manchmal ehrenamtlich für die Telefonseelsorge. Der Anruf einer Frau, die er in Antibes vermutet, lässt ihn nicht los und so nimmt er sich eine Auszeit und reist selbst an die Côte d'Azur, wo er dann eine andere Frau kennenlernt und ihr näher kommt.
Allerdings ist dann nicht alles so unkompliziert, wie es zunächst scheint.
Der Autor erzählt diese Geschichte sehr feinfühlig und die Thematik und die Fragestellung, die im Roman bearbeitet wird, sind grundsätzlich sehr interessant, für mich persönlich aber etwas weit von meiner Lebensrealität entfernt, sodass ich nicht vollständig abgeholt wurde. Anderen Menschen geht es da aber sicher ganz anders, zumal der Erzählstil dazu beiträgt, dass man sich gut in die Hauptpersonen hineinversetzen kann. Der Sprecher des Hörbuchs passt gut zu dieser Geschichte, er erzählt diese ruhig und unaufgeregt und man kann ihm gut folgen. Manchmal hätten die jeweiligen Emotionen vielleicht noch etwas ausgeprägter wiedergegeben werden können.
Nichts ist mehr, wie es war
Maikäferjahre von Sarah Höflich
Bei diesem historischen Roman hat mich der Titel direkt neugierig gemacht, weil ich mir noch nicht vorstellen konnte, worum genau es in dem Roman geht. Die Covergestaltung ist ebenfalls eher schlicht gehalten, aber der Titel recht auffällig.
Die Handlung beginnt im Jahr 1945 gegen Ende des Zweiten Weltkrieges.
Anni und Tristan sind Zwillingsgeschwister, beide noch nicht lange volljährig. Anni ist schwanger, ihr Mann Fritz als Soldat an der Front. Tristan ist Kampfjetpilot. Er stürzt über englischen Gewässern ab und gerät in Kriegsgefangenschaft, wo ihn die britische Krankenschwester Rosalie mit viel Einsatz pflegt. Anni erlebt unterdessen mit ihrer neugeborenen Tochter die Bombardierung Dresdens und hat danach so gut wie alles verloren. Mit dem halbjüdischen Geigen-Genie begibt sie sich auf die Flucht aus der Stadt und im Anschluss auch vor den vorrückenden Russen.
Ich empfand die Geschichte als sehr fesselnd. Durch die wechselnden Erzählperspektiven, zwischen dem, was Tristan erlebt und Annis Perspektive, wird Spannung erzeugt. Die Erlebnisse der beiden Geschwister werden ungeschönt und authentisch beschrieben, die historischen Bezüge wirken gut recherchiert. Die verschiedenen Charaktere sind überzeugend ausgestaltet und sowohl Anni, als auch Tristan, Adam und Rosalie waren mir sehr sympathisch und ich habe mit ihnen gefiebert und gelitten. Trotz der großen Feindseligkeit, die Tristan in England und auch Adam immer wieder begegnen, bleibt dennoch auch immer wieder etwas Platz für hoffnungsvolle Momente und Menschen, die ein Lichtblick sind. Der Schreibstil der Autorin war dabei sehr anschaulich und gut lesbar. Gerne würde ich noch mehr von ihr lesen.











