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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Island :

Unverbindlich

Keeping it casual von Karina May

Bei diesem Roman haben mich der modern formulierte Titel und die Covergestaltung direkt angesprochen und auch der Klappentext hat mein Interesse geweckt. Auch den Schauplatz Australien fand ich interessant.

Im Mittelpunkt der Handlung steht zunächst Maxine, die vor kurzem erfahren hat, dass sie einen Tumor im Kopf hat und operiert werden muss und kurz nach der Diagnose auch noch von ihrem Freund betrogen wird.

Sie zieht daraufhin bei ihrer Freundin Alice ein und lässt sich von ihr überreden, sich bei Tinder anzumelden. So lernt sie Johnny kennen, der gleich schreibt, dass er sich nicht binden will. Sie schreiben nur und treffen sich nicht, verstehen sich aber überraschend gut und beschließen, getrennt voneinander die Rezepte aus dem "heiligen" Familienkochbuch von Max Exfreund nachzukochen. Das lenkt Max von ihrer riskanten OP ab, die aber doch immer näher rückt.

Die Grundidee hinter dem Roman hat mir sehr gut gefallen, dass nicht alles eitel Sonnenschein ist, die Protagonistin nicht nur verlassen wird, sondern auch mit ernsthaften gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hat, sorgt für zusätzlichen Tiefgang. Max ist mir auch sehr sympathisch. Johnny ebenfalls und die Idee, dass sie sich nicht treffen, sondern diese Koch-Challenge ins Leben rufen, gefällt mir gut. Auch der Schreibstil ist modern und gut lesbar und stellenweise trotz manch ernster Themen auch humorvoll. Der Aufbau der Handlung hat mich jedoch nicht so überzeugen können, die mittlere Passage passt für mich nicht so recht zur Geschichte insgesamt, ich hätte es besser gefunden, wenn der Fokus stattdessen noch mehr auf den restlichen Unterthemen und Personen gelegen hätte. Am Ende sind noch Rezepte angefügt, die eine Verbesserung der Rezepte aus dem Familienkochbuch darstellen sollen, wie Max und Johnny sie optimiert haben. An sich eine nette Idee, für mich persönlich aber kein zusätzlicher Gewinn, da fast alle Tierprodukte in größeren Mengen enthalten. Das ist sicher Geschmackssache, andere Leser:innen können wahrscheinlich mehr damit anfangen und schätzen dieses Feature.

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Entführt

Ungelöst - Die erste Zeugin,1 Audio-CD, 1 MP3 von Arno Strobel

Bei "Ungelöst - Die erste Zeugin" handelt es sich um den ersten Teil einer neuen Reihe des Bestseller-Autors Arno Strobel. So hat dann auch die Covergestaltung eine gewisse Ähnlichkeit zu vorherigen Thrillerreihen des Autors.

Der Münchener Hauptkommissar Ramin Brunner hat gerade erfahren, dass er zu einer Cold-Case-Einheit wechseln soll, zuvor wird er aber dann noch bei einem aktuellen Entführungsfall gebraucht.

Es wird vermutet, dass der Psychiater Dr. Joachim Lichner seine frühere Lebensgefährtin entführt hat, da diese als vermisst gemeldet wurde. Luisa Menkhoff wurde als Fünfjährige ebenfalls von Lichner entführt, weshalb ihr mittlerweile verstorbener Vater als Kommissar alles daran gesetzt hatte, dass dieser eine angemessene Bestrafung erfährt. Nun hat Luisa ihr Medizinstudium abgeschlossen und meldet sich bei der Polizei, als sie erfährt, dass die Ex-Partnerin ihres Entführers verschwunden ist. Luisa hat ein extrem gutes Gedächtnis und kann sich noch detailgetreu an vieles von damals erinnern. Es kommt im weiteren Verlauf jedoch noch zu weiteren Entführungen.

Der Thriller weist, wie von Arno Strobel gewohnt, immer wieder überraschende Wendungen auf, sodass er lange spannend bleibt. Manches ist für meinen Geschmack aber etwas zu durchkonstruiert. Da es der erste Teil ist, werden nach und nach die künftigen Ermittelnden eingeführt. Die drei männlichen Polizisten, die das neue Team bilden, haben alle ihre Ecken und Kanten und sind mir bis jetzt sympathisch. Dass auch Luisa Menkhoff parallel zu ihrer Ausbildung zur Ärztin so stark in die Ermittlungen involviert wurde und wohl auch künftig einbezogen werden soll, erscheint mir dagegen nicht vollkommen realistisch.

Dem Schreibstil von Arno Strobel konnte man aber gut Folgen und er beschreibt die verschiedenen Szenen und Schauplätze auch sehr anschaulich. Der Sprecher des Hörbuchs trägt jedoch nochmal einen wesentlichen Teil dazu bei, dass man beim Zuhören von der Geschichte gefesselt wird und die Spannung immer weiter steigt. Dieser wurde sehr passend ausgewählt.

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Verbotene Liebschaften in Paris

Les Bouttiers - Wir sind jetzt Love Couture von Antonia Wesseling

Im Mittelpunkt dieses neuen Romans von Antonia Wesseling steht das traditionsreiche Modehaus Bouttier aus Paris. Elodie, die Enkelin der Besitzer, war schon lange nicht mehr in Frankreich, reist aber nun mit Schwester und Vater an, weil das Unternehmen in Schwierigkeiten steckt. Sie selbst hat privat ebenfalls Probleme.

Ihre Sportkarriere liegt wegen einer Verletzung auf Eis und ihr Freund hat sie gerade mit einer guten Freundin betrogen.

In Paris steht Elodie dann schnell zwischen zwei Männern, Adam le Blac, den Erben des Konkurrenz-Labels und ihrem Adoptiv-Cousin Gabriel, mit dem sie in ihrer Kindheit ein sehr inniges Verhältnis verband.

Grundsätzlich hatte ich mir vom neuesten Roman der Autorin etwas mehr Modewelt erwartet. Dafür war mir dann der Spice-Anteil zu hoch und ich konnte auch nicht so recht nachvollziehen, warum Elodie sich ausgerechnet von ihrem Adoptiv-Cousin angezogen fühlt. Bei Adam le Blanc fiel mir das leichter, aber das mit Gabriel, mit dem sie quasi aufgewachsen ist, als Cousin und Cousine, ist mir too much. Auch ihre berufliche Orientierungslosigkeit, einerseits mit der aufgegeben Sportkarriere und andererseits (bisher) kein allzu erkennbares Interesse am Modeunternehmen der Familie, war mir etwas viel. Der Schreibstil der Autorin war aber auch diesmal gut lesbar. Beim Hörbuch kommen zudem für alle drei Protagonist:innen verschiedene Sprecher:innen zum Einsatz, was für Abwechslung sorgt.

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Um jeden Preis

Tödliches Angebot von Marisa Kashino

Das Cover ist durch die Farbwahl definitiv auffällig gestaltet. Das im Mittelpunkt der Handlung stehende Haus kommt darauf vor, aber auf eine sehr vereinfachte, abstrakte Weise. Dadurch kann sich jede:r ein eigenes Bild davon machen, was ein Haus zum Traumhaus macht.

Margo hat einen Ehemann, der aus halbwegs gut situierten Verhältnissen stammt und eine nette Familie hat und einen Job im PR-Bereich.

Allerdings gehören zu ihrem Lebensentwurf auch ein repräsentatives Haus und ein Kind und bei beiden hinkt sie ihrem selbst gesteckten Zeitplan hinterher. Was Häuser angeht, ist der Markt um Washington sehr angespannt und immer wieder wurden sie und ihr Mann durch höhere Gebote ausgestochen, obwohl sie ihr Limit bis zur Schmerzgrenze erhöht haben. Nun hat sie durch einen Insider-Tipp erfahren, dass ein absolutes Traumhaus bald zum Verkauf steht und versucht zunächst mit Hilfe von Stalking und einer vorgetäuschten Freundschaft zu den Besitzern, dieses Immobilie kaufen zu können, bevor sie offiziell auf den Markt kommt. Als sie damit nicht erfolgreich ist, greift sie zu immer extremeren Methoden, um den Zuschlag für das Haus zu bekommen und steigert sich mehr und mehr in ihre Obsession hinein, was weder gut für ihre Beziehung noch für ihre Arbeit ist.

Mir hat die Geschichte gut gefallen, auch wenn es vielleicht kein klassischer Psychothriller ist. Trotz ihres Wahnsinns konnte ich mich mich gut in Margo hineinversetzen, wie sie sich nach den vielen Misserfolge immer mehr hineinsteigert, nun dieses Haus bekommen wollen. Dabei ist sie dann nicht mehr wirklich vernunftgesteuert und Moral spielt keine Rolle mehr. Wie genau alles ausgeht, war für mich nicht vorhersehbar, dass die Protagonistin am Ende erklärt, warum sie genau so handeln musste, wie sie es getan hat, obwohl es anders eigentlich logischer gewesen wäre, empfand ich als stimmige Abrundung. Auch grundsätzlich empfand ich den Charakter von Margo mit ihrer Familiengeschichte und den damit verbundenen Komplexen als sehr stimmig ausgestaltet. Die Nebenfiguren blieben dagegen etwas blass, aber das war wahrscheinlich auch die Absicht. Der Schreibstil der Autorin war gut verständlich und die Hörbuchsprecherin war zur Geschichte und ihrer Hauptperson passend gewählt. Man konnte sich so von der Story fesseln lassen beim Zuhören.

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Mutterrolle

Es ist hell und draußen dreht sich die Welt von Dita Zipfel

Die Covergestaltung dieses Romans hat mich neugierig gemacht, da sie recht auffällig ist, sowohl was die Abbildung als auch, was den Titel angeht. Nun, nach dem Lesen, weiß ich auch, dass es eine Verbindung zwischen dem Inhalt und dem gelben Vogel gibt.

Im Mittelpunkt des Roman, der ein bisschen wie ein Kammerspiel gestaltet ist, stehen zwei Paare.

Matze und Felix sind Jugendfreunde. Felix hat es zu recht viel Geld gebracht und ist mit der einige Jahre jüngeren gut aussehenden Eva verheiratet, mit der er einen vierjährigen Sohn und ein weiteres Kind im Säuglingsalter hat. Er hat Matze und seine Freundin Linn zu einem Urlaub in einem teuren Ferienhaus in Südfrankreich eingeladen. Matze und Linn wünschen sich ein Kind und stecken gerade in einer Kinderwunschbehandlung. Im gemeinsamen Urlaub offenbaren sich insbesondere den beiden Frauen mehr und mehr Dinge, die sie sie von der jeweils anderen nicht erwartet hätten.

Ich fand das Setting des Romans mit den beiden Paaren im teuren Ferienhaus und dem unerfüllten Kinderwunsch auf der einen und der vermeintlich "glücklichen Familie" auf der anderen Seite sehr interessant. Zunächst hat mir auch sehr gut gefallen, wie sich nach und nach alles entwickelt hat. Gegen Ende wurde mir das, was passiert ist, aber teils zu abstrus und der Ausgang hat mich dann auch eher ratlos zurückgelassen. Hier wäre etwas weniger, gerade bei einem doch recht ernsten Thema, wie ungewollter Kinderlosigkeit, mehr gewesen. Zudem blieben für mich auch ein paar Leerstellen zu viel, was die Vorgeschichte mancher Personen angeht. Gut gefallen hat mir jedoch der moderne und anschauliche Schreibstil mit vielen passenden sprachlichen Bildern, sodass ich mich gut in die Situationen hineinversetzen konnte.

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Wendepunkt

Die Liebe, später von Gisa Klönne

"Die Liebe, später" ist nicht der erste Roman, den ich von der Autorin gelesen, beziehungsweise gehört habe. Das Cover ist im Stil eines Gemäldes in recht intensiven Farben gehalten und lässt klar erahnen, dass eine weibliche Hauptperson, die dem Teenageralter schon etwas länger entwachsen ist, im Mittelpunkt der Handlung steht.

Die Radio-Journalistin Kora ist seit über 20 Jahren mit dem Biologen Anselm verheiratet, den sie kennenlernte, als sie um die 40 war und gerade ein traumatisches Beziehungsende hinter sich hatte. Kinder haben die beiden keine und ihre Ehe war eine Wochenend-Beziegung, da Anselm unter der Woche in Berlin arbeitete und Kora in Köln. Nun hat Kora eine aufwendige Herz-OP hinter sich, ihr Arbeitgeber möchte sie aufs Abstellgleis schieben und Anselm geht in Rente und möchte im Garten des gemeinsamen Hauses einen Schwimmteich anlegen.

Kora ist mit all dem überfordert und weiß nicht, ob sie sich ihr weiteres Leben nicht anders vorstellt. Zunächst flüchtet sie sich in ein neues "Projekt", indem sie einen Bekannten bei der Suche nach seiner verschollenen Partnerin unterstützt, stößt aber auch dabei auf Punkte, die sie zum Nachdenken über ihr eigenes Leben anregen. Sie fängt an, mit bisher nicht richtig aufgearbeiteten Ereignissen aus ihrer Vergangenheit abzuschließen, was aber wiederum die Distanz zwischen ihr und Anselm zunächst vergrößert.

Die Autorin erzählt die Geschichte sehr feinfühlig, sodass ich mich gut in Kora hineinversetzen konnte, auch wenn sie doch einige Jahre älter ist, als ich selbst. Dazu beigetragen haben auch die verschiedenen Zeitebenen, immer wieder gab es Rückblicke in Koras Kindheit, Studienzeit und allgemein die Phasen, bevor sie Anselm kannte. So erfuhr man nach und nach mehr darüber, warum Kora nun mit allem hadert und was sie geprägt hat. Die Sprecherin des Hörbuchs war passend zu dieser Geschichte gewählt und man konnte ihr gut zuhören und folgen.

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Was uns verbindet

Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel,2 Audio-CD, 2 MP3 von Alena Schröder

Bei diesem Roman handelt es sich um den dritten Teil einer Reihe um drei Generationen von Frauen. Die Titel und auch die Covergestaltung aller drei Teile ähneln sich und dienen so als verbindendes Element. Allerdings ist es nun schon wieder einige Zeit her, dass der zweite Teil erschienen ist, sodass ich mich nicht mehr besonders detailliert an die darin beschriebenen Geschehnisse erinnere.

Der letzte Teil spielt auf zwei Zeitebenen und an zwei Orten. In Güstrow ab Mai 1945 und in Berlin 2023. 1945 versteckt sich die damals 14-jährige Marlen vor den Russen in einer Kommodenschublade und findet dort ein Gemälde, das eine junge Frau zeigt. Marlen bleibt in Güstrow und wird von der Künstlerin Wilma nicht ganz uneigennützig unter ihre Fittiche genommen.

Im Jahr 2023 lebt die 34-jährige Hannah Borowski in Berlin und wird von ihrer besten Freundin und Mitbewohnerin verlassen, da diese schwanger ist. Zugleich meldet sich plötzlich Hannahs Erzeuger bei ihr, der sich bisher nicht für sie interessiert hat. Sie versucht mehr darüber rauszufinden, was damals zwischen ihm und ihrer Mutter vorgefallen ist, was aber nicht so leicht ist, weil sowohl ihre Mutter als auch ihre Oma tot sind.

Ich empfand den Roman als gut lesbar und fesselnd. Hannah war mir auf jeden Fall sehr sympathisch und auch Marlens Geschichte, wie sie zu Beginn der DDR bei einer Künstlerin aufwuchs, war sehr interessant. Allerdings hatte ich erwartet, dass die beiden Handlungsstränge am Ende noch etwas mehr miteinander verwoben werden und, dass das titelgebende Bild noch einmal eine gewichtigere Rolle einnimmt. Der Schreibstil der Autorin war aber gewohnt gut lesbar und auch die Sprecherin des Hörbuchs war passend gewählt, ihre Stimme passte zur Atmosphäre des Romans und man konnte ihr gut folgen.

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Dreiecksfreundschaft

Spielverderberin von Marie Menke

Im Mittelpunkt von Marie Menkes Roman stehen drei junge Frauen. Sophie und Lotte sind in der gleichen Bauerschaft im fiktiven Süthland aufgewachsen, wo jeder jeden kennt. Romy kam erst in der Oberstufe zu ihnen, weil ihre Eltern aus München nach Süthland gezogen sind.

Die Geschichte wird auf verschiedenen Zeitebenen erzählt.

Zunächst treffen sich die drei Protagonistinnen einige Jahre nach dem Abi an einem Weiher in ihrem Heimatort wieder. Dann gibt es Rückblicke in die Schulzeit, als sich durch Romys Zuzug einige Veränderungen ergeben haben. Während Lottes Leben noch während der Schulzeit anders als geplant verläuft, ziehen Sophie und Romy zum Studium nach Köln, wobei Sophie sich das ganz anders vorgestellt hat, als es am Ende abläuft. Zu Beginn des Studiums kommt es dann zu einem Ereignis, dass das Leben aller drei jungen Frauen verändert. Was genau passiert ist, wird aber lange nur angedeutet.

Mir hat gefallen, wie die Autorin den Kontrast zwischen Stadt- und Landleben eingefangen hat, man kann sich gut in Sophie hineinversetzen, wie es für sie ist, plötzlich in der Großstadt Köln zu leben, die lange so reizvoll erschien und doch irgendwie das Gefühl zu haben, nicht richtig in der Stadt heimisch zu werden. Lotte hätte für meinen Geschmack eine etwas größere Rolle im Roman einnehmen dürfen, wie es ihr mit all dem Erlebten geht, bleibt weitgehend offen. Etwas viel war für mich auch die Obsession, die Sophie bezüglich Romy entwickelt hat, für mich wäre das Identifikationspotenzial größer gewesen, wäre es um eine rein platonische Dreier-Freundschaft gegangen, bei der immer eine Person das Gefühl hat, außen vor zu sein.

Die Autorin schreibt aber gut nachvollziehbar und auch die Spannung, was nun genau vorgefallen ist, bleibt bis zum Schluss erhalten. Ich habe das Hörbuch zum Roman angehört und empfand auch dessen Sprecherin als passend gewählt, Stimme und Tonfall passen zur Atmosphäre des Buches.

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Entwurzelt

Niemands Töchter von Judith Hoersch

Judith Hoersch Roman "Niemands Töchter" fällt mit seinem in intensiven Farben gestalteten Cover auf, das von einem Frauengesicht dominiert wird, das halb von einer Sonnenblume verdeckt wird.

Die Handlung des Romans findet auf verschiedenen Zeitebenen statt, beginnend Anfang der 1980er Jahre bis ins Jahr 2020.

Im Mittelpunkt stehen vier Frauen:
Marie, die Anfang der 80er Jahre mit 16 ins wilde Berlin kommt. Gabriele, die aus einer Bäckerfamilie in der Eifel stammt, aber ebenfalls lange Zeit in Berlin gelebt und als Kinderkrankenschwester gearbeitet hat, bevor sie in ihre Heimat zurückkehrt. Alma, die im neuen Jahrtausend Karriere beim Fernsehen gemacht hat, aber privat einsam und unsicher ist und Isabelle, eine talentierte Balletttänzerin, die aber Angst davor hat, auf der Bühne zu stehen und 2020 Mutter einer dreijährigen Tochter ist. Zwischen allen Frauen gibt es eine Verbindung und, was sie aktuell belastet, hat seine Ursache in dem, was vor langer Zeit passiert ist.

Mir hat der Roman gut gefallen, der Autorin ist es gelungen, die einzelnen Charaktere so zu gestalten, dass ich mich gut in sie hineinversetzen konnte. Dazu haben natürlich auch die Perspektivwechsel beim Erzählen beigetragen. Es war auch interessant, die verschiedenen Schauplätze in den unterschiedlichen Jahrzehnten kennenzulernen, insbesondere das lebendige Berlin der 80er Jahre. Dadurch, dass bis zum Schluss nach und nach immer noch weitere Leerstellen aufgeklärt wurden, blieb die Geschichte fesselnd. Der Schreibstil der Autorin war gut lesbar und anschaulich.

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Grenzüberschreitung

Hazel sagt Nein von Jessica Berger Gross

Nur vom Cover von "Hazel sagt nein" ausgehend, dachte ich zunächst, es ginge um eine amerikanische Hausfrau, die beschließt ihr Leben umzukrempeln. Ganz unpassend ist die Covergestaltung aber auch, was die wirkliche Handlung des Romans angeht, nicht. Denn die Familie Blum, die im Mittelpunkt der Geschichte steht, zieht aus New York in die Kleinstadt Riverburg, weil Vater Gus dort eine Professur angeboten bekommt.

Dort können sie sich auch direkt ein Einfamilienhaus kaufen, da Gus nun wesentlich mehr verdient und zugleich die Preise viel niedriger sind als in New York. Die 18-jährige Hazel und ihr jüngerer Bruder Wolf sind jedoch weniger begeistert über den Umzug.

Dann wird Hazel an ihrem ersten Schultag auch noch ins Büro des Direktors gerufen, der ihr mitteilt, dass er sich jedes Jahr eine Schülerin der Abschlussklasse aussucht, um mit ihr Sex zu haben und dieses Jahr sei seine Wahl auf Hazel gefallen. Hazel verweigert dies, obwohl er ihr damit droht, ihr den Weg an ihr Wunsch-College zu verbauen. Dieser Vorfall führt dann zu einer Menge an Ereignissen, die das Leben von Hazel und ihrer Familie auf den Kopf stellen.

Ich habe den Roman sehr gerne gelesen, auch wenn ich ansonsten eher europäische Handlungsorte bevorzuge. Die Autorin schreibt in einem modernen, angenehm lesbaren Stil und es ist auch zwischen den Zeilen eine Menge Gesellschaftskritik vorhanden. Die Protagonist:innen, allen voran Hazel, die sich selbst treu bleibt, sind überzeugend ausgestaltet und auch die Atmosphäre in der amerikanischen Kleinstadt wird von Jessica Berger Gross, die selbst in der Gegend lebt, sehr gut eingefangen.

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