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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Christina P.:

Asian Healing Fantastik mit kleiner Überraschung am Ende

In der Bibliothek der magischen Katze von Sanaka Hiiragi

Ist dies der schlimmste Tag deines Lebens? Dies wird Chisa von eine schwarzen Katze gefragt, nachdem ihr Verlobter sie für ihre beste Freundin sitzengelassen hat, sie bestohlen wurde und jetzt auch noch verletzt in einer Seitengasse liegt. Kurz darauf findet sie sich in einer riesigen Bibliothek wieder mit der Aufgabe, das Buch ihres Lebens zu verfassen.

Die Autorin schafft es, die zunächst ausweglose Situation der Protagonistin darzustellen, bevor diese in der Bibliothek auf andere Menschen trifft, die ebenfalls vor dem schlimmsten Tag ihres Lebens geflüchtet sind. Auf einfühlsame Weise gewährt die Autorin uns Einblick in die Schicksale der jeweiligen Personen, deren Sorgen und Ängste völlig unterschiedlich wiegen mögen, deswegen jedoch nicht weniger belastend für die jeweils Betroffenen sind. Auf verschiedenen Wegen tauschen die Personen sich aus, reden sich die Sorgen von der Seele, lernen andere Sichtweisen kennen und können gestärkt in ihre Leben zurückkehren. Ein magischer Twist verbindet einige der Menschen zum Schluss auf besondere Weise, was man nur als Lesende/r erkennt.
Mir ist die Autorin bereits seit ihrem Roman Die Erinnerungsfotografen ein Begriff und ihre Art, geschickt die Perspektiven zu verschieben, ohne den Zeigefinger dabei lehrend zu erheben, passt perfekt zur Kategorie Asian Healing Fiction (Asiatische Romane für das emotionale Wohlbefinden).

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Wenn die Maus die Katze jagt

Du kriegst mich nicht von Chris Carter

Samantha hat ihre Ehemann erfolgreich wegen seiner Gewalttaten hinter Gitter gebracht. Unter neuem Namen reist die frisch Geschiedene nun durch die US-Bundesstaaten, um ihre Spuren möglichst zu verwischen. Immerhin hat sie ihren Ex um einige Millionen erleichtert. Und der sinnt auf Rache.
In der ersten Hälfte des Romans lässt Chris Carter uns nach einem kurzen Einblick in die Gerichtsverhandlung an Samanthas Leben auf der Flucht teilhaben.

Als Mary Smith lebt sie in der ständigen Angst, jemand könnte sie ausfindig machen und im Namen ihres Ex Rache an ihr verüben. Etwaige Verfolger weiß sie entsprechend abzuschütteln. Bis sie den Mann kennenlernt, für den sie ihre Vorsicht aufgibt.
Ab der zweiten Hälfte nimmt die Handlung dann eine unerwartete Wendung. Gern hätte dies bereits früher geschehen können, da ich von Marys Leben auf der Flucht zu lesen auf Dauer etwas eintönig empfand. Tatsächlich hat Chris Carter eine besondere Wendung eingebaut, welche ich zumindest im Groben bereits von ihm erwartet hatte. Dennoch entwickelt sich die Handlung plötzlich mit zunehmender Geschwindigkeit in eine Richtung, mit der selbst ich nicht mehr gerechnet hatte. Für meinen Geschmack war mir der Schluss zu überzogen, die Intention dahinter, welche zugleich als überraschende Auflösung fungiert, fand ich wiederum sehr gut ausgedacht und in sich stimmig.
Ein Standalone-Thriller, dessen Anfang zunächst trügerisch ist. Besonders ab der zweiten Hälfte zieht der Spannungsbogen stark an und der Roman überschlägt sich zum Ende hin fast schon vor Überraschungen.

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Die ist Idee ist gut, doch die Handlung zu zäh und redundant gestaltet

The Remarried Empress 1 von Alphatart

Erfolgreich herrschen Kaiserin Navier und Kaiser Sovieshu über das Östliche Imperium. Bereits seit Kindertagen verbindet die beiden eine innige Freundschaft. Diese gerät in starke Schieflage, als Sovieshu eine junge Frau mit an den Hof bringt, welche er in einer seiner Jagdfallen fand. Von diesem Moment an ist der Kaiser nicht mehr er selbst, wirkt der entlaufenen Sklavin Rashta regelrecht wie verfallen und macht sie zu seiner Konkubine, während Navier souverän den Palastalltag aufrecht zu erhalten versucht.

Was in Webtoons und Mangas funktioniert mit lauter kleinen Nebenhandlungen und Andeutungen, welche zunächst nicht weiter verfolgt werden, wirkt in der Lightnovel leider auf Dauer zäh und redundant. Der Kaiser zeigt wiederholt das Verhalten eines trotzigen Vorschulkindes, das die Wahrheit verleugnet. Die Konkubine ist, je nachdem, wie es gerade passt, entweder clever genug für Ränkespiele oder bar jedweder Sozialkompetenz, als wäre sie ein menschgewordenes Schoßhündchen, dem man sämtliche Tollpatschigkeit durchgehen lässt. Und die Kaiserin geht zu oft gedankliche Retourkutschen durch, ohne davon etwas auszusprechen (obwohl diese wirklich gut sind), weswegen ihr der Kaiser und seine Konkubine weiterhin fröhlich auf der Nase herumtanzen können. Auf diese Weise mutiert die anfangs so starke Kaiserin schnell zum passiven Opfer, das von ihrem cleveren Helden gerettet werden muss. Der veraltete Klassiker. Interessant ist auch, dass es in dieser Welt Magie gibt, wovon auch alle wissen, doch wird diese nie als Ursache für irgendwas in Erwägung gezogen wie z. B. das sonderbare Verhalten des Kaisers. Und das, obwohl sogar eindeutige Anspielungen im Buch gemacht werden. Das empfand ich als enttäuschend.
Einzig die Entwicklung der Freundschaft zwischen der Kaiserin Navier und Kronprinz Heinrey des Westlichen Königreichs bzw. (dessen) Vogel Queen war ganz unterhaltsam und spannend zu verfolgen. Das Geheimnis hinter dem Vogel Queen wird gleich zu Beginn gelüftet, was der Handlung hier und da eine angenehme Komik verleiht. Doch auch hier wieder meine Kritik, dass die sonst so schlaue Kaiserin trotz des Wissens um Magie sowie eindeutiger Hinweise auf die einfachste Lösung nicht kommt.
Der Kreis zur Anfangsszene, in welcher Navier eine Scheidung zustimmt und sich zugleich mit Heinrey vermählen will, wird leider aufgrund des zähen Voranschreitens der Handlung längst nicht geschlossen. Illustrationen sind im Buch nicht vorhanden.

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Ethisch höchst fragwürdiger Humor

Das habe ich wegen dir getan von John Lanchester

Kate und Jack sind ein wohlhabendes Londoner Ehepaar in ihren 50ern. In der neuen Fernsehserie Betrug rechnet die junge Drehbuchautorin Phoebe scheinbar mit den beiden ab, da die Serie pikante Details ihrer Ehe preisgibt, ohne Kate und Jack hierbei namentlich zu benennen.
Das Buch wird als Rachekomödie vermarktet; was der Autor an seinem Roman als Komödie versteht kann ich jedoch nicht nachempfinden.

Kates Perspektive wird aus ihrer subjektiven, für sie geschönten Sicht erzählt. Wer jedoch wiederholt betont, wie ach so sozial das Ehepaar doch sei, ist dies in der Regel nicht. Und so wird nach und nach der Leserschaft offenbart, welcher Typ Mensch Kate und ihr Ehemann in Wirklichkeit sind, die sich uns gegenüber zunächst als erfolgreich und beliebt darzustellen versucht. Dem gegenüber steht Phoebe, die hinter der Serie steht, deren Erfolg sie etwas überrumpelt hat. Sie ist clever und kreativ, hatte es jedoch nie leicht in ihrem Leben und wirkt dadurch charakterlich vom Leben gezeichnet.
Nachdem beide Frauen ihre jeweiligen Perspektiven bekommen haben fokussiert sich der Autor im Anschluss stark auf Kate um zu verdeutlichen, warum Phoebe die Serie geschrieben haben könnte. Kates (und Jacks) positive Fassade bekommt hierbei immer mehr Risse, sie verliert an Sympathie. Und holt letztendlich zu einem fiesen Gegenschlag aus, dessen Auswirkungen in meinen Augen völlig überzogen sind. Damit dies funktioniert, wendet der Autor das an, was viele Männer in der Medienbranche seit Jahrzehnten gerne tun, damit die Handlung die gewünschte Richtung einschlägt: Er macht Phoebe künstlich dumm. Eine Drehbuchautorin, die davon lebt, kreativ um die Ecke zu denken, soll plötzlich die einfachsten Hinweise nicht erkennen können?! Welch beschämender Betrug an der Leserschaft! Zudem wird Phoebe nur oberflächlich beschrieben, ihr Leid emotional kaum greifbar dargestellt, so dass sie zur stereotypen Kratzbürste verkommt. Und das soziopathische Verhalten, welches sich durch den Roman schlängelt wie eine giftige Ranke, wird vom Autor in keinster Weise moralisch hinterfragt oder bewertet sondern eher wie als Jux für die Endszene gefeiert.
Aufgebaut auf subjektiven Eindrücken einiger beispielhafter Szenen lebt das Buch von unreflektiertem, soziopathischen Fehlverhalten und ich-bezogenen Rachegedanken nebst unlogischer Charakterdarstellung. Eine Komödie mag das Buch höchstens für Menschen sein, die sich an Gehässigkeit und Schadenfreude bereichern.

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Die düstere Realität hinter der K-Drama-Romantik

Molka von Monika Kim

K-Dramas sind zur Zeit äusserst beliebt, sind sie doch eine Art moderne Märchen, welche in der Gegenwart oder der Joseon-Ära spielen und zum Träumen einladen. Aufgebaut sind sie oftmals nach einem sich ähnelnden Schema: Ein gutaussender Mann trifft auf eine Frau, meist nach dem Aschenputtel-Prinzip (er ist CEO oder reicher Erbe, der Kaiser/Prinz, irgendein Vorgesetzter etc.

und sie dreht jeden Taler zweimal um und hilft Katzen über die Straße) und mit der Zeit wandelt er sich dank ihr vom fauchenden Tiger zum Schmusekater und sie überwinden natürlich sämtliche Hindernisse und Neider, um gemeinsam glücklich zu werden. Männer, um die wir die koranischen Frauen beneiden würden, wenn es sie denn so gäbe.
Monika Kim zeigt uns mit Molka einen Ausriss aus der koreanischen Realität, unter welcher die Frauen leiden. Misogyne Männer, wohin man schaut. Ein frauenfeindliches System, welches sich selbst vehement verteidigt. Da ist der Büroangestellte, der Kameras auf den Damentoiletten installiert hat und seine Kolleginnen während ihrer intimsten Momente begafft. Der Kollege, der auch ein Stück vom Kuchen will. Der Chef, für den tätliche Angriffe mehr wiegen als so ein paar Videoaufnahmen, die doch niemandem schaden. Natürlich gibt es auch hier den reichen Erben, der Frauen betäubt, sich an ihnen vergeht und seine Kumpel im Gruppenchat daran teilhaben lässt. Männer, die Frauen wie im K-Drama auf Händen tragen, sucht man hier vergebens, es sind eben doch nur Märchen.
Inmitten dieser Welt lebt Dahye, die ins Visier sowohl des Voyeurs wie auch des reichen Erben geraten ist, welche durch ihre toxischen Taten ihr Leben zerstören. Das Horror-Element des Dramas kommt in Form ihrer Schwester hinzu, welche vor einigen Jahren wegen eines rücksichtslosen Mannes ums Leben kam und nun in Form einer Mul Gwishin (in der korean. Mythologie die ruhelose Seele einer Ertrunkenen) an der Seite ihrer Schwester wieder auftaucht.
Dieses Buch ist kein Märchen mit romantisch verklärtem Happy End, sondern brutal (und) realistisch. Der Druck, welcher auf den Frauen lastet, ist spürbar. Ich hätte mir dennoch gewünscht, dass die Autorin gerade diesen Punkt emotional etwas stärker hervorhebt; dadurch, dass Dahje vieles mit sich allein ausmacht bleibt die Thematik stark auf sie fokussiert. Und da ihre Entwicklung sehr extrem ist, gehen die anderen Betroffenen thematisch etwas unter. Denn das System, in welchem die Männer den Frauen auf verschiedenste Weise Gewalt antun und sich gegenseitig dabei schützen, ist erschütternd. Den Frauen wird nicht geholfen, sie werden nicht ernst genommen. Und sobald sich eine Frau aktiv dagegen wehrt wird sie von genau den Männern bestraft, die dieses kranke System schützen.
Ein bewegender Roman über eine Frau in Seoul, die nach wiederholtem Machtmissbrauch rot sieht. Mit leichter Horror-Anlehnung an koreanische Mythologie.

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Magische Agentin in Ausbildung trifft auf geheimnisvollen Gegner

Stella Obskura (Romantasy-Trilogie, Bd. 1) von Anna Fleck

Pssst, ich verrate dir ein Geheimnis: Verborgen hinter magischen Portalen liegt das Helldunkel, eine magische Welt mit einzelnen Sphären, die wie ewige Spiegelbilder unserer nichtmagischen Welt aufgebaut sind. Falls du dich also bereits gefragt hast, wohin manche Personen hin und wieder verschwinden, könnten sie Bewohnende dieser magischen Welt sein.

Das Helldunkel ist wahrhaftig unser Nimmerland (...) Verborgen, magisch, unerreichbar. (Zitat S. 96)

Stella würde alles dafür tun, um als vollwertiges Mitglied der Obskura dienen zu können, einem mächtigen Geheimbund in einer der magischen Helldunkel-Sphären, welche nur von Frauen bewohnt wird. Einzig ein Umbrix fehlt ihr noch, so eine Art magischer Schatten-Sidekick, durch welchen sie ihr volles magisches Potential ausschöpfen kann. Leider sind diese stark limitiert. Während eines Trainings-Einsatzes mit anderen Anwärterinnen gerät sie an einen maskierten Agenten der Luzero, dem verfeindeten Geheimbund einer anderen Sphäre. Und damit beginnt ein spannendes Katz-und-Mausspiel zwischen den beiden.

Ein Todfeind bewahrt mich vor dem Tod... Die grausame Ironie entgeht mir nicht (Zitat S. 22)

Die Autorin bewirbt ihre Stella Obskura Trilogie damit, nicht dem gängigen Romantasy-Klischee zu entsprechen. Ich würde sagen, das hat sie geschafft. Bei mir hat das Buch in vielfacher Hinsicht gepunktet: Zum Einen ist die magische Welt mit ihren Besonderheiten faszinierend. Und Stella definitiv keine Romantikerin, die nur auf ihren muskulösen Helden wartet. Stellas Welt der Obskura, in welcher sie mit ihrer Schwester aufgewachsen ist, bekommt beim Lesen immer mehr Risse in ihrer Perfektion, welche Stella, die nichts anderes kennt, zunächst gar nicht wahrnimmt. Und dann gibt es natürlich weitere Lügen, Intrigen und Geheimnisse, ohne die das Buch nur halb so spannend wäre. Nicht zu vergessen die magischen Sidekicks, welche in Form von Schattentieren unterschiedlichster Größe auftreten. Und wem das alles noch nicht aufregend genug ist: flirty Knistern und eine spicy Chilischote gibt es on top.

Mich hat die Handlung regelrecht gepackt, es gibt so vieles zu entdecken und zu spekulieren, manches hat mich beim Lesen schockiert, während ich Stellas Direktheit an anderer Stelle gefeiert habe. Das Magiesystem sowie die Eigenarten des Helldunkels werden nach und nach verständlich erklärt, während die Hintergründe der Obskura und Luzero noch im Dunkeln liegen. Da Stella erst 19 ist haben einige Konfrontations-Szenen mit ihren Rivalinnen noch diese Teenie-Bissigkeit, die ich nicht gebraucht hätte. Bis zum in der Buchbeschreibung erwähnten Einsatz an der Elite-Uni spielt übrigens in etwa die Hälfte des Bandes primär im Helldunkel, da war ich etwas verwundert, dass hier so weit vorgegriffen wurde. Spannend sind beide Parts auf ihre Weise.

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Dunkle Familiengeheimnisse

Die Hexen vom Honeysuckle House von Liz Parker

Herzlich Willkommen im wunderschönen Burdock Creek! Im Herzen der Stadt, gleich gegenüber dem Café mit dem leckeren Pumpkin Spice Latte, findest du den Buchladen Ink&Pages. Es heißt, der Laden weiß stets genau, welches Buch du gerade benötigst. Fährst du ein wenig aus der Stadt hinaus erscheint hinter einer Kurve das Honeysuckle House mit seinen vielen Bienenkörben.

Dort werden die Kerzen hergestellt, welche dir bestimmt bereits beim Einkaufsbummel aufgefallen sind. Man sagt, diesen Kerzen wohne Magie inne. In dem Haus selbst vermietet die Besitzerin Zimmer zur Übernachtung. Wer Glück hat, erfährt dort ein echtes Spukerlebnis. Doch Vorsicht: Angeblich lastet ein Fluch auf dem Anwesen! Alle dreizehn Jahre soll dort jemand ums Leben kommen, stets am gleichen Datum. Und die nächsten dreizehn Jahre sind in wenigen Tagen rum!
Das Buch steckt voller Hexenmagie und Geheimnisse, angesiedelt in einer amerikanischen Kleinstadt kurz vor dem Herbstfest. Und doch steckt noch so viel mehr in dieser Erzählung! Die Schwestern Florence und Evie sind in dem Honeysuckle House aufgewachsen. Als vor 13 Jahren ihre Mutter ums Leben kam wollten beide besagten Fluch brechen, nur deuteten sie die Tarotkarten derart unterschiedlich, dass sie fortan getrennte Wege gingen: Während Evie weiterhin ihre Hexenmagie in dem Anwesen der Familie lebt, hat Flo den Hexenkräften abgeschworen und steckt ihr Herzblut in das Ink&Pages. Das ist aber nocht nicht alles, denn das wäre doch ziemlich langweilig. Stattdessen gibt es so viel mehr zu entdecken in dieser Geschichte.
Es gibt Rückblenden in die Leben der früheren Bewohnerinnen des Hauses, teilweise auch als Tagebucheinträge. Dazu zarte, teilweise heimliche oder gar verbotene Liebesgeschichten. Verschiedene Arten von Magie. Und natürlich das Haus und der Buchladen selbst, denen eine ganz besondere Magie innewohnt, die jeweils auf ihre Art bezaubernd ist. Allein die Idee, wie der Buchladen seine Buchauswahl präsentiert, hat bei mir gleich den Wunsch ausgelöst, selbst das Ink&Pages zu besuchen. Und über alldem schwebt die latente Bedrohung des Fluches und die Ungewissheit, ob in den nächsten Tagen wieder jemand wird sterben müssen. Neben Tarot, Kerzen und sapphic love bietet die Autorin mit diesem Buch eine generationenübergreifende Geschichte voller Liebe, Neid, Macht und Verrat, die mich umgehend in ihren Bann gezogen hat. In der Familie lauern so einige düstere Geheimnisse, welche aus sich abwechselnden Perspektiven geschildert werden und sich mit der Zeit zu einem Gesamtbild fügen. Die Suche nach der Quelle des Fluches sowie der Möglichkeit, die Mordserie zu beenden, wirkt dadurch wie eine spannende Kombination aus Krimi, Magie und Familiendrama.

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6 Briefe - 6 Entscheidungen

Six Ways to Watch You Fall von Colin Hadler

Brief 1: Entweder wählt Archer eine von zwei Varianten, sich selbst zu schaden, oder jemand anderes wird sterben! Natürlich hält er das für einen makabren Scherz, mit tödlichen Folgen für eine andere Person am Folgetag. Jetzt ist er verunsichert: Will jemand im Internat ihn erpressen mit dem, was er bei der letzten Sprachreise nach Mexico getan hat? Der nächste gelbe Umschlag wartet bereits auf ihn.

Ignorieren oder nachgeben?
Auf den ersten Blick klingt der Plot nach „ich weiß, was du letzten Sommer getan hast“. Doch meine Erwartungen an Colin Hadler sind höher als ein simpler Rachefeldzug irgendeines Mitschülers aus dem Hintergrund. Und so einfach hat er es sich dann auch nicht gemacht, sondern stattdessen ein komplexes Katz- und Mausspiel abgeliefert. Schon das Internat selbst ist aussergewöhnlich, hier gibt es einen besonderen historischen Hintergrund zu entdecken. Dann das Dilemma, ob und wie Archer sich seinen beiden besten Freunden anvertraut. Und natürlich die wiederholte Anspielung, dass in Mexico irgendwas passiert sein muss. Wer ist der Täter, was sein Motiv?
Der YA-Thriller ist spannend konstruiert, die Jugendlichen tappen lange im Dunkeln und müssen stets abwägen, wie sie auf die Forderungen der Briefe eingehen wollen. Die Auflösung ist alles andere als geradlinig, wiederholte Rückblenden komplettieren das Bild schrittweise.
Mich konnte der Thriller so richtig abholen. Ein perfides Spiel, verborgene Schuld, moralisches Abwägen, Freundschaft und Zusammenhalt sowie bewegende Geheimnisse, alles verpackt in eine Handlung, die kaum Zeit zum Luftholen lässt. Sehr genial!

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Vier Schicksale, verwoben zu einer Geschichte

Ms Atkins und die Bibliothek der Träume von Vanessa Göcking

Regeln und Routinen geben Amanda Atkins Sicherheit; seit Jahren schon lebt sie absolut sicher. Bis zu dem Freitagnachmittag, an dem sich etwas ändert: Statt der alten Mrs Hodgins sitzt Schüler Henry am Ausleihtresen der ehrwürdigen Lady Ophelia Harringdale Library. Und ausgerechnet dieser Junge führt Amanda, die doch bereits jede Ecke der Bibliothek kennt, zu einem zwischen Bilderbüchern und Stofftieren versteckten Leseraum für ganz besondere Kunden.

Unerhört! Und wo steckt überhaupt Mrs Hodgins?!
Der Roman ist so liebevoll gestaltet wie unterhaltsam konstruiert und lebt von vier Hauptcharakteren. Amanda hat Schwierigkeiten, aus ihren festgefahrenen Gewohnheiten auszubrechen, welche sie zu einer einsamen Person gemacht haben. Schüler Henry hat familiäre Schatten zu bekämpfen, welche ihn an seinem persönlichen Glück hindern. Robert ist bereits langjähriger Besucher des geheimen Lesezimmers und besitzt eine bewegende Vergangenheit. Schülerin Xiao ist auf der Suche nach sich selbst und hat zugleich Angst vor dem, was sie dabei finden könnte. Alle vier treffen im Leseraum aufeinander, welcher zugleich Eingangsbereich ist in die Bibliothek der Träume. Und alle vier haben von der Autorin ihre eigenen Kapitel erhalten, welche jeweils mit einem eigens für sie gestalteten Initial beginnen (also Amandas Kapitel z. B. mit dem Großbuchstaben A, in welchem sie zu sehen ist, während Henry unter einem großen H sitzt).
Es ist so schön zu lesen, wie die Charaktere miteinander agieren, über Umwege Vertrauen zueinander finden und zugleich in der Bibliothek der Träume auf magische Weise mehr über sich und die eigenen Träume und Ängste herausfinden. Vanessa Göcking hat einen einfühlsamen Stil, der mich auf voller Länge überzeugt. In der Printversion mit Lesebändchen ist zudem mittig ein PageOverlay (so eine halbdurchsichtige Seite), welches den Blick in einen der magischen Bibliotheksflure mit seinen magischen Türen zeigt.
Die Idee, wie die Bibliothek der Träume funktioniert und sich seinen Besucher/innen offenbart, ist einfach zauberhaft. Die Erzählung berührt das Herz, bringt die richtige Mischung aus Spannung, Drama und Freude mit sich und hinterlässt ein bittersüßes Glücksgefühl, sobald die letzte Seite ausgelesen ist.

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Etwas überzogener Cozy Krimi mit sturköpfiger Ermittlerin

Three Willows: Mord und Häkeldeckchen von Katie Kento

Adelaide Peel ist gezwungen, vorerst im Seniorenheim Three Willows unterzukommen. Dass ihr Haus abbrannte, war keine Absicht, sondern lediglich ein Konstruktionsfehler in ihrer Erfindung. Und ihre niesende Handtasche beherbergt in Wirklichkeit den alten Rauhaardackel Broderick, welchen die 83-jährige gezwungen ist, in das tierfreie Wohnheim reinzuschmuggeln.

Ihr Einzug muss wohl ein Wink des Schicksals sein, denn für mysteriöse Tode und Unfälle, wie sie kurz darauf in Three Willows stattfinden, ist die betagte Krimileserin die reinste Profi-Ermittlerin. Natürlich glaubt ihr das niemand (ich auch nicht), aber wozu braucht eine langjährige Einzelgängerin schon Hilfe von anderen?
Die Handlung schreitet so schnell bzw. langsam voran, wie Adelaides Hüfte es auf ihre alten Tage noch zulässt. Dadurch gewinnt der Krimi eine große Portion Gemütlichkeit, welche teilweise schon etwas strapaziert wird. Adelaide ist zunächst ein richtiger Sturkopf, die es verlernt hat, soziale Kontakte zu pflegen. Mit ihren Amateur-Ermittlungen stößt sie entsprechend zunächst allen vor den Kopf. Ihre Sturheit wirkt erschreckend realistisch, mit ihrer Neigung, alte Menschen als Trockenobst und Rosinen abzutun tat ich mich ebenso schwer wie mit den permanenten Verdauungsstörungen des Dackels. Nachdem ich die verschiedenen Senioren samt ihrer Eigenarten zuordnen konnte wurden die Ermittlungen nebst smarter Pflegerin und etwas paddeligem Großneffen dann doch noch ganz unterhaltsam, wenn auch etwas überzogen.
Ein gemütlicher Krimi mit einer sturköpfigen alten Dame, die neben einem Kriminalfall langsam lernt, auf ihre alten Tage wieder soziale Kontakte zu knüpfen.

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