Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Christina P.:
Das Leben als Patentochter von Gevatter Tod
Das Dreizehnte Kind von Erin A. Craig
Als dreizehntes Kind gehört Hazel zu den für die Götter besonders interessanten Kindern. Noch vor ihrer Geburt wurde sie dem Gott des Todes versprochen, der sich seit jeher ein Patenkind gewünscht hat. Und der Gott hat gewisse Pläne für ihr Leben.
Doch zunächst scheint es, als hätte der Gott seine Patenschaft vergessen.
Hazel muss weiterhin bei ihrer Familie aufwachsen, ist dort unerwünscht und wird entsprechend vernachlässigt, bis ihr Patenonkel endlich auf den Plan tritt. Dieser will sie zu einer großartigen Heilerin machen, die selbst von Königen angefordert wird. Als genau dies der Fall ist und sie vor einem sterbenden König steht muss sie sich entscheiden, ob es ihr das Opfer wert ist, den Todgeweihten dennoch zu retten. Eine Entscheidung mit schwerwiegenden Konsequenzen.
Bis auf ein kurzes Intro verläuft die Erzählung chronologisch geradlinig. Dadurch wandert man mit Hazel durch ihr Leben, was zwar für einige Details sorgt, über Längen jedoch Spannung vermissen lässt. Mit dem Gott des Todes gibt es für meinen Geschmack zuwenig Interaktionen, wodurch sein Charakter enttäuschend flach bleibt. Dasselbe gilt leider auch für alle weiteren Charaktere, die ihr Leben kreuzen.
Mit einer sich im Reich ausbreitenden, mysteriösen Krankheit bietet sich zwar ein Werkzeug, Spannung in die Handlung zu bringen, doch in Bezug auf die vielen Hinweise zu einer Palastintrige trägt Hazel viel zu lange ihre Scheuklappen, was sich dann irgendwann frustrierend las.
Trotz der vorhandenen Intrige, welche Hazel aufdecken muss, fehlt dem Ganzen über Längen ein gewisses Maß an Spannung. Es liest sich eher wie die märchenhaften Memoiren einer Protagonistin, die sich wiederholt scheut, die richtigen Fragen zu stellen oder Entscheidungen zu fällen. Die Idee der Gottheiten im Buch sowie der Bereich der Kerzen, wie auf dem Cover zu sehen, sind hingegen schöne Details. Von mir gibt es für das Buch 3,5/5 Seelenkerzen.
Clan-Besuch in den Schottischen Highlands
A Spark of Time - Ein Treffen in den Highlands von Kira Licht
Der dritte Band des Zeitreise-Fantasy-Abenteuers führt die Zeitreisenden auf das das schottische Anwesen der MacLeods im Jahr 1745. Wobei die Reise nicht ganz freiwillig verläuft, denn Lilly und Damien werden von einer Person erpresst, dort eine besonderes Schmuckstück zu entwenden.
Die Handlung setzt rund ein Jahr nach Ende des zweiten Bandes an, jeder hat die Taten von Damiens Vater auf unterschiedliche Art verarbeitet, besonders Damien lassen die Geschehnisse nicht los.
Dass sie nun Hals über Kopf in die Schottischen Highlands müssen, mitten in den tiefsten Winter und gemeinsam mit ihrem Erpresser Collin, macht nichts besser. Nicht nur ihr Improviationstalent wird auf eine harte Probe gestellt, sondern Lilly versucht zudem herauszufinden, was dieser Collin zu verbergen versucht.
Der dritte Band der Reihe ist in meinen Augen der bisher stärkte Band. Nicht zuletzt, weil man drei Charaktere geboten bekommt, die jeweils auf ihre Art emotional gefordert sind. Auch die Szenen in den Highlands mit dem historisch gewichtigen Clan lesen sich spannend und abwechslungsreich, es gibt viel Interessantes zu entdecken. Dass sich zwischen Lilly, Damien und Collin ein Liebes-Dreieck entwickelt sah ich eher mit gemischten Gefühlen. Zwar kriselt es zwischen Lilly und Damien aus gewissen Gründen, dennoch habe ich bei Collin und seinen Hintergründen so einen gewissen Verdacht, was sich hoffentlich im vierten Band klären wird.
Erzählt wird wieder aus den Perspektiven von Lilly und Damien. Da sie in Schottland sehr unterschiedliche Rollen spielen, bekommt man auf diese Weise einen größeren Überblick über das Abenteuer. Und natürlich über ihr Seelenleben, das mitunter Achterbahn fährt. Das hat mir sehr gefallen. Lilly punktet wieder auf voller Länge und rettet das Trio aus so mancher Situation. Kurzum: Der Roman bietet einen gelungenen Mix aus Spannung, Abenteuer, Romantik und vielen interessanten Details.
Magisches Military SlowBurn
The Second Death of Locke von V. L. Bovalino
Bei diesem Buch war ich sehr gespannt, da ich Romane mit Kriegsatmosphäre oft als unangenehm bedrückend empfinde. Diesem zudem meist übertrieben männlich-heroisch dargestellten Genre tritt die Autorin mit diesem Roman gekonnt entgegen, präsentiert uns mit Grey eine Soldatin, die ebenbürtig zu ihren männlichen Kollegen handelt und behandelt wird und verzichtet auf lästige Egospielchen.
Grey lebt auf einem Kontinent, dessen Bevölkerung unter einem knapp 20-jährigen Krieg leidet. Die zugehörige, neutrale Insel Locke verschwand damals und mit ihr ein Großteil der Magie. Das daraus resultiernde Magiesystem, in welchem Magier die Magie nur dann nutzen können, wenn sogenannte Quellen die seltenen Magiestränge aufspüren, hat zu einer Bindung zwischen Grey und Kier geführt mit Grey als Quelle und Kier als Magier. Entsprechend agieren sie seit Jahren erfolgreich als Team. Eine neue Bedrohung stellt Grey und Kier vor eine Herausforderung: eines der Nachbarländer behauptet, die Erbin der Insel Locke entdeckt und mit ihr neue Macht erlangt zu haben.
Ein Kriegssetting ist immer auf eine gewisse Weise bedrückend. Hier stehen die Beziehung und das Vertrauen von Grey und Locke stark im Fokus, denn aus Freundschaft und Vertrauen entwickelt sich manchmal ein Gefühl der Liebe. Das wäre der SlowBurn-Anteil, der das Wort slow verdient hat. Jedenfalls nimmt dies sowie der etwas gefühlsbetontere Stil der Autorin dem Ganzen die Düsternis, statt toxischem Heroismus wandelt sie diesen um in Vertrauen und Verbundenheit. Was den Krieg natürlich nicht weniger schlimm macht.
Hinzu kommt das Geheimnis um Greys Vergangenheit, die einst als Waise in Kiers Familie aufgenommen wurde. Wer von Beginn an auf Details achtet kann sich schnell erste Vermutungen zusammenreimen. Einige Rückblicke bringen zusätzlich Licht ins Dunkel.
So wunderschön und episch der Roman auch ist, stellenweise war es mir zu langatmig, dem Friens2Lovers fehlte ein wenig das Knistern. Ein durchaus solide gestalteter Roman mit angenehmer Charakterentwicklung, dem mir etwas die Sogwirkung fehlte, das Buch nicht aus der Hand legen zu wollen.
Unterhaltsames Mystery-Crime-Abenteuer
The Blackgate Invitation von Sarah Henning
Ein magisches Standalone-Abenteuer mit Locked-Room-Mystery und SlowBurn.
Wir begleiten die Schwestern Ruby und Wren auf das herrschaftliche Hegemony-Anwesen, wo die Matriarchin zum jährlichen Treffen der an sie gebundenen Hexenfamilien einlädt. Davon wissen die Schwestern jedoch nichts, sie sollen sich lediglich einen Abend lang als die Enkelinnen der alten Dame Marsyas Blackgate ausgeben.
Die Bezahlung hierfür können sie gut für ihr Studium gebrauchen. Zunächst läuft alles glatt, niemand entlarvt sie als Hochstaplerinnen und die Enkel der Gastgeberin sind durchaus einen zweiten Blick wert. Natürlich kommt alles anders als geplant: Ein Todesfall, eine magische Testamentsverkündung und ein Wettrennen gegen die Zeit, um heil aus dieser Sache und dem Anwesen wieder herauszukommen.
Das Abenteuer wird im Wechsel aus der Ich-Perspektive von Ruby und Auden Hegemony erzählt. Hierbei hat Ruby, die sich gemeinsam mit ihrer Schwester plötzlich in einem ihnen unbekannten magischen Setting wiederfindet, ebensowenig einen Plan von den ganzen Hexendetails wie die Lesenden. Man erlebt das Abenteuer quasi mit fast demselben Wissensstand wie Ruby. Auden hingegen ist zwar einer der Enkel der Gastgeberin und dadurch magisch voll im Bilde, die Autorin hat seinen Part jedoch geschickt so gestaltet, dass man in seinen Kapiteln nicht gespoilert wird und es weiterhin lange geheimnisvoll bleibt. Zusätzlich zu der Aufgabe, den oder die Täter zu stellen, müssen von allen Anwesenden weitere Aufgaben gelöst werden. Natürlich weiß niemand, wer hier evtl falsch spielen könnte, jeder verdächtigt jeden.
Auch wenn sich mir die ganzen magischen Details erst Schritt für Schritt offenbarten blieb das Buch von Beginn an die ganze Zeit spannend und unterhaltsam. Die Autorin hat immer wieder ein neues Detail oder Geheimnis in die Handlung eingestreut oder die Charaktere jemand anderes verdächtigt. Nicht nur die Herausforderung für Ruby und Wren, sich möglichst nicht zu verraten, sondern auch die Aufgaben und das zu lösende Rätsel ließen mich das Buch kaum aus der Hand legen. Nach einigen Vermutungen, welche ich wiederholt über den Haufen werfen konnte, wurde ich von der Auflösung dann tatsächlich angenehm überrascht. Die sich nebenbei anbahnende Liebesgeschichte verdient den Trope SlowBurn und passt sehr gut in die Handlung.
Die Teenager sind im Schnitt im Alter von 16-18 Jahre, dadurch ist das Buch perfekt für Jugendliche ab 14 oder für Junggebliebene, die Spaß an Jugendbüchern haben. Auch optisch ist das Buch sehr schön gestaltet, wer genau hinschaut, kann auf dem Cover gewisse Gegenstände wiederfinden, welche im Laufe der Handlung eine wichtige Rolle spielen.
Humor und Ho-Ho-Hochspannung
Ring the Bells von C. K. McDonnell
Man kennt es: da will man sich mit seiner Lesegruppe spaßeshalber ein wenig wie ein Hexenzirkel fühlen und so tun, als könne man Magie wirken. Und beschwört dabei versehentlich einen Gott mit Allmacht-Fantasien herauf. Zur selben Zeit wird das IT-System der Stranger Times von einem Santa-Virus besetzt, was den rechtzeitigen Druck der Weihnachtsausgabe bedrohlich gefährdet.
Willkommen im vorweihnachtlichen Manchester, der schönen Heimatstadt der Stranger Times, wo die Welt nie so ganz in Ordnung ist. Es geht hart (und blutig) auf Weihnachten zu. Und dieses Weihnachtsfest droht, das letzte der Menschheit zu werden, wenn die Pläne eines gewissen Gottes in Erfüllung gehen. Doch zunächst muss er sich ein paar Leute suchen, die an ihn glauben, sonst wird das nichts mit der Weltherrschaft. Leider hat sich seit seinem einstigen Wandeln auf der Erde sehr viel verändert, was er auf (für uns) amüsante Weise erstmal lernen muss.
Nicht weniger spannend geht es für die Crew der Stranger Times zu. Statt gemütlich die Weihnachtsfeier in der Redaktion zu genießen steht die Rettung der Welt auf dem Programm. Dabei werden geheime Tattoos entdeckt, ein Geister-Szeneclub besucht, Beleidigungen ausgetauscht, Truthähne gewogen, ein Brettspiel zweckentfremdet und so einiges mehr. Weitere Alt(volk)bekannte sind ebenfalls wieder mit dabei. Und die Hintergründe zu einem weiteren Mitglied der Stranger Times werden auf faszinierende wie dramatische Weise enthüllt.
Auch der fünfte Band strotzt nur wieder so vor Humor, Sarkasmus und genialen Details, die einem entweder vor Lachen oder vor Staunen die Hosen ausziehen (außer man heißt Manni, arbeitet in der Druckerei der Stranger Times und trägt sowieso keine Hose). Gefühlt kommen fast alle Nebencharaktere, welche man auf der Reise durch die bisherigen Bände kennenlernen durfte, diesmal wieder vor. Band 5 steht seinen Vorgängern in nichts nach, ist herrlich schräg, bietet zwischendurch ein paar Newsartikel und zieht einen von der ersten bis zur letzten Seite wie magisch in seinen Bann.
Achtung: Nebenwirkungen wie wildes Kichern oder herzhaftes Lachen beim Lesen können nicht ausgeschlossen werden.
Geheimnisse um einen zurückgekehrten Verräter
Remnants of Filth. Buch 1 von Rou Bao Bu Chi Rou
Remnants of Filth ist eine neue chinesische Danmei/BoysLove-Fantasyreihe, welche im gleichen Universium spielt wie die Reihe The Husky and His White Cat Shizun. Eine Welt, welche an das frühere China angelehnt und mit magischen Elementen versehen ist.
Diesmal geht es um zwei Männer, ehemals Kriegsgefährten der kaiserlichen Armee und heimliche Geliebte, die sich nach langer Zeit wiedersehen.
Eine Zeit, ich welcher einer der beiden zum Feind übergelaufen war.
Die beiden sind unterschiedlich wie Tag und Nacht. Mo Xi ist distanziert, kontrolliert und kommt aus reichem Haus, entsprechend hoch ist sein mititärischer Rang mittlerweile. Gu Mang war vor seiner Karriere in der Armee ein Sklave und konnte schon immer gut mit Freunden feiern. Seit seiner Rückkehr als Kriegsgefangener ist er jedoch wie ausgewechselt. Und Mo Xis Hass auf ihn scheint nach dessen Verrat zunächst grenzenlos.
Die Erzählung ist mit vielen Rückblenden in das Leben der Männer versehen, welche nahtlos in die Handlung eingebunden sind. Was das betrifft, hätte eine eindeutigere Abgrenzung der Zeitstränge voneinander das Lesen angenehmer gemacht. Auch das Magiesystem wird nicht eindeutig erklärt, das Glossar am Ende ist zwar in vielen Punkten ganz hilfreich, doch was magisch in dieser Welt möglich ist und was nicht erfährt man erst an der Stelle, an der eine neue magische Besonderheit ins Spiel kommt. Das mag für die LeserInnen der vorherigen Reihe unproblematisch sein, ohne dieses magische Vorwissen wirkt es eher, als würde noch was und noch was on top hinzukommen. Zum Mitspekulieren nur bedingt geeignet, wenn magisch ständig was Neues hinzukommt. Ebenfalls ist das Worldbuilding selbst nur gering ausgearbeitet.
Auch wenn das Buch das Thema Kampf und Krieg beinhaltet, ist es in manchen Szenen unnötig brutal, ohne dass das hinterfragt wird. Und das waren keine Kriegsszenen sondern sadistische Quälereien oder eine Vergewaltigung. Solche toxischen Themen muss man hier wohl mögen.
Was die Beziehung der beiden Männer zueinander betrifft konnte ich dies nur bedingt nachvollziehen. Das mag vielleicht auch dem distanzierten Stil des Autors geschuldet sein, statt echter Zuneinung hatte ich jedoch das Gefühl, die Basis ihrer Beziehung fußte primär auf Verlangen (Top-Bottom).
Was definitiv interessant ist, ist das Geheimnis hinter dem mutmaßlichen Verräter Gu Mang: Warum lief er zum Feind über, was geschah in der Zwischenzeit mit ihm und warum ist er jetzt so anders? Diese Fragen werden im ersten Band kaum beantwortet, generell erfährt man im ersten Band zunächst nur wenig.
Mich hat auf Dauer enttäuscht, dass ich keine ausreichenden Details zum allgemeinen oder insbesondere zum magischen Worldbuilding erhielt. Dadurch war es schwer zu spekulieren, was mit Gu Mang geschah. Für alte Hasen dieses Universums mag dies anders aussehen, doch andere AutorInnen schaffen es auch, ihr Universum verständlich zu vermitteln, ohne Vorkenntnisse aus anderen Romanen besitzen zu müssen. Davon abgesehen ist die Story durchaus vielversprechend, Band 1 bietet erste Einblicke in eventuelle Intrigen und Machenschaften, der Aufbau wirkt bereits zum Ende des ersten Bandes vielversprechend komplex. Zudem sind im Buch einige zur Handlung passenden Illustrationen im Mangastil, passend zum Cover.
Sketch Mystery - ein Krimi mit in Bildern versteckten Hinweisen
HEN NA E - Seltsame Bilder von Uketsu
Dieser Roman ist in Episoden aufgeteilt, die auf eine zunächst nicht erkennbare Weise miteinander in Verbindung stehen. Zugleich bedient sich der Autor einem Genre, welches sich Sketch Mystery nennt. Die Idee hierhinter ist, dass Bilder und Skizzen verwendet werden, auf denen mit kriminalistischem Gespür nach und nach Hinweise gefunden werden, welche zur Lösung eines Falles beitragen.
Das Konzept ist mir bereits aus dem Manga-Bereich bekannt, hier kenne ich The Strange House von Uketsu (worauf der zweite Roman, Das seltsame Haus, basiert). In diesem Roman bekommt man unterschiedliche Fälle geboten, in denen Todesfälle aufgeklärt werden. Verschiedene Zeichnungen, Skizzen und Tabellen sind in den Text eingefügt, so dass man bildhaft vor Augen hat, worauf die Lösung jeweils aufbaut. Der Kniff hierbei ist, aufs Detail zu achten, wobei man verständlich erklärt bekommt, woran sich was erkennen lässt. Man wird also nicht mit irgendwelchen Zeichnungen allein gelassen. Der Stil ist dabei immer ein wenig distanziert statt stark ausgeschmückt, wie ich es bereits von anderen Romanen aus Fernost kenne. Das mag für einige vielleicht zunächst etwas ungewohnt wirken, hat dafür den Vorteil, dass wichtige Details nicht in einer Flut unwichtiger Ausschmückungen untergehen.
Die Fälle selbst sind ziemlich verzwickt, vor allem beim dritten Fall musste ich gedanklich die skrupellose Cleverness loben, die dahinter steckte. Zum Schluss schließt sich der Kreis, die Fälle ergeben ein großes Ganzes und das Kinderbild aus dem Prolog ergibt endlich einen Sinn.
Raffiniert konstruiert, bietet der Roman die Möglichkeit, mitzurätseln und über perfide Idee zu staunen. Es lohnt sich, sich darauf einzulassen.
Weitere Phoenix-Geheimnisse sorgen für Herzschmerz mit Happy End
Fantastische Weihnachten in Snow Falls: Glut & Asche von Helen Rose Sky
Willkommen zurück in Snow Falls. Es ist rund ein Jahr her seit dem Band Feder&Flamme und Ryze plant bereits seine Hochzeit. Dafür wünscht er die Phoenixe Aden und Enya an seiner Seite, die sein Ziehvater zusammen mit ihm wie Geschwister aufgezogen hat. Warum zwischen Aden und Enya seit einiger Zeit Funkstille herrscht, obwohl sie früher ein Herz und eine Seele waren, ist Ryze nicht ganz klar, daher seine Hoffnung, die beiden rappeln sich für seine Hochzeit endlich mal wieder zusammen.
Dass romantische Gefühle zwischen den beiden stehen und deswegen alles so kompliziert machen, kann ja niemand ahnen. Auch nicht, ob das wirklich so gefährlich wäre, wie ihr Vater ihnen weisgemacht hat. Vielleicht weiß jemand in Snow Falls Rat?
Dies ist mein zweites Phoenix-Buch in Snow Falls und ich finde, es baut gekonnt auf dem ersten auf. Meine Sorge, es könnte sich etwas schräg lesen, wenn Geschwister sich ineinander verlieben hat sich nicht bestätigt, da bei den beiden Phoenixen... ach, zuviel will ich gar nicht verraten. Zwischendurch habe ich mich regelrecht über diesen Vater-Phoenix geärgert, der seinen Schützlingen, also Ryze, Enya und Aden, in vielen Dingen wohl nicht die ganze Wahrheit erzählen wollte. Ich finde jedenfalls, die beiden sind eine willkommene Bereicherung für Snow Falls und bin schon gespannt, welche Geheimnisse in Folge-Phoenix-Band gelöst werden.
Das Buch ist nach dem Adventskalender-Konzept aufgebaut: Wer mag, kann sich die 24 Kapitel des Romans zur Adventszeit auf jeden Tag aufteilen, oder man lässt sich von der Handlung so sehr mitreißen, dass man das Buch in einem Rutsch durchliest. Zudem gibt es weitere Bücher rund um Snow Falls, bei denen jeweils andere Charaktere im Mittelpunkt stehen. Die Bücher lassen sich unabhängig voneinander lesen.
Das brisante Geheimnis der Phoenix-Familie
Fantastische Weihnachten in Snow Falls: Feder & Flamme von Helen Rose Sky
Das Buch ist nach dem Adventskalender-Konzept aufgebaut: Wer mag, kann sich die 24 Kapitel des Romans zur Adventszeit auf jeden Tag aufteilen, oder man lässt sich von der Handlung so sehr mitreißen, dass man das Buch in einem Rutsch durchsuchtet (ich gehöre zur zweiten Sorte). Zudem gibt es weitere Bücher rund um Snow Falls, bei denen jeweils andere Charaktere im Mittelpunkt stehen.
Die Bücher lassen sich unabhängig voneinander lesen.
Alles beginnt damit, dass Ryze Solaris im tiefsten Schneegestöber den Weg ins Kanadische Snow Falls sucht. Hier erhofft er sich Antworten. Denn was kaum jemand weiß: Ryze ist ein Phönix. Was das genau bedeutet, erfährt man mit der Zeit. Was auch viele nicht wissen: Snow Falls ist in der Welt der Magischen Wesen als ganz besonderer Ort bekannt. Von all dem weiß die B&B-Besitzerin Ivy Bishop zunächst nichts, bei der Ryze sich einmietet. Was sie jedoch weiß: Obwohl der Fremde ziemlich eigensinnig ist, ist er zugleich verdammt heiß. Und auch Ryze ist von Ivys frech-fröhlicher Art schnell angetan. Doch zunächst hat er wichtigere Pläne. Glaubt er.
Snow Falls ist definitiv ein Ort, an welchem ich nicht das letzte Mal gewesen bin. Diese wunderschöne Kombination aus Schnee und Adventsstimmung, gepaart mit magischen Geheimnissen und einer Lovestory, die Schneemänner zum Schmelzen bringen könnte, konnte mich durch alle Kapitel hindurch überzeugen. Vor allem die Idee, welche hinter dem Phoenix steckt, ist einfach zauberhaft und erfrischend anders. Ein wunderschöner Adventskalender mit ganz viel Liebe und Zucker und nicht einer einzigen Kalorie.
Hoher Fremdschäm-Faktor
The Nightmare Before Kissmas von Sara Raasch
Ich weiß gar nicht, wo ich bei diesem Buch anfangen soll. Die Idee an sich ist, dass die Feiertage in Form von Familien dargestellt werden, die aus dem Zauber dieser Feiertage ihr Magie ziehen, welche sie wiederum für diese Feiertage einsetzen können. Aus diesem Perpetuum Mobile hat die Autorin ein Problem generiert: Santa will unbedingt noch mehr Magie scheffeln, indem noch mehr Menschen an Weihnachten glauben, zur Not auch unter Zuhilfenahme von Billigspielzeug.
In dieses Familienunternehmen soll Coal einsteigen, Santas älterer Sohn und zugleich Ich-Erzähler. Von diesen Erwartungen völlig überfordert flüchtet der Kindskopf sich in Streiche und freche Sprüche, lässt sein Studium schleifen und muss von seinem Bruder Kris regelrecht zu anstehenden Terminen geschleift werden. Als dritte in der Clique kommt Osterprinzessin Iris hinzu. Was sie betrifft hat Papa Santa sich nun in den Kopf gesetzt, Coal und Iris sollten eine Zweckehe eingehen, damit Santa die Magie der Familie Ostern auch noch abzapfen kann. So weit, so irritierend.
Diese ganze Magie-aus-Freude Thematik wird leider nur mäßig erklärt, soll jedoch zugleich die Story signifikant vorantreiben, denn Santa soll hier als machtgieriger Santa glänzen, als der Böse, den die jungen Leute nun besiegen müssen. Erschwerend kommt hinzu, dass der eh schon stark egozentrische und unreife Erzähler Coal sich in den Kopf gesetzt hat, in den Typen verliebt zu sein, den er vor zwei Jahren im Vollsuff hinter seiner Stammkneipe geküsst hat. Genau dieser Typ taucht nun als Hex, Prinz von Halloween wieder auf, um für die Medien als Rivale um die Gunst der Osterprinzessin einen Monat lang eine Show abzuliefern. Völlig hormongesteuert drehen sich fortan Coals Gedanken um Hex, dessen Aussehen und was er am liebsten alles mit ihm anstellen würde.
Das ganze Buch liest sich stark pubertär, einiges ist regelrecht zum Fremdschämen. Coal ist sehr ichbezogen, sehr auf Äusserlichkeiten fixiert und redet sich ein, in Hex verliebt zu sein. Der, nebenbei erwähnt, eher wie ein gefühlsbetonter Emo daherkommt.
Coal schwingt sich von Oberflächlichkeit zu Oberflächlichkeit, von Klischee zu Klischee, interessiert sich nicht für die Probleme seiner Freunde und wundert sich auch nicht mal darüber, dass sie ihm ihre Probleme gar nicht anvertrauen wollen. Und natürlich ist der naive Coal schlauer als alle lebenserfahrenen Familienoberhäupter der Feiertagsfamilien und glänzt am Schluss mit DER Idee. Die mich leider nicht so überzeugen konnte, wie es wohl angedacht war.
Mich hat das Lesen der Erzählung aus der Sicht eines lendengesteuerten jungen Typen arg angestrengt, die Handlungen waren oberflächlich, die expliziten Szenen waren leider überhaupt nicht reizvoll. Erschwerend kommt hinzu, dass mir Coal im Laufe des Romans immer unsympathischer wurde. Die versprochenen Tropes konnte ich auch im Buch wiederfinden: Enemies2Lovers? Coal und Hex waren nie Feinde, kommen nur aus unterschiedlichen Jahreszeiten-Familien. Grumpy&Sunshine? Hex ist nicht grumpy sondern feinfühlig, Coal kein Sunshine sondern ein Kindskopf voller Flachwitze. Slow Burn? Also dafür ging Coal ihm zu schnell an die Wäsche.
Für mich leider kein Lese-Highlight.











