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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von downey_jr:

Sprachlich sehr gelungen: Russische Jugend um die Jahrtausendwende

Moscow Mule von Maya Rosa

"Wir waren zu jung, um patriotisch zu sein, und zu alt, um an den Triumph der Gerechtigkeit zu glauben. Die Perspektiven waren überschaubar. Wir könnten natürlich so weiterleben, als gäbe es keine Politik, stattdessen glamourös tun, in der visafreien Türkei Urlaub machen und Shoppingcenter durchstöbern.

Wir könnten auch abwarten, ob es irgendwann wieder freie Wahlen, eine echte Opposition und keine Zensur mehr geben würde. Aber am besten würden wir nach Europa emigrieren, jetzt sofort, bevor es noch schlimmer würde, denn es könnte schlimmer werden. Russen flohen nicht zum ersten Mal, in jeder Generation gab es einen Massenexodus, man denke nur an die Bolschewiken vor hundert Jahren.“

Maya Rosa hat mit "Moscow Mule" einen Debütroman geschrieben, der vor allem sprachlich sehr bemerkenswert ist. Sehr viel Wortwitz und Scharfzüngigkeit, das hat mich hier am meisten begeistert!

Die Autorin erzählt die Geschichte von Karina und Tonya, die gemeinsam an einer Moskauer Universität studieren. Sie teilen nicht nur ihre Männergeschichten, sondern auch ihren permanenten Geldmangel. Der große Traum ist es, dem Leben in Russland zu entfliehen und nach Europa auszuwandern.

Die Autorin verbindet in ihrem Roman die politische Lage sehr gekonnt mit dem Leben der beiden jungen Frauen und ihrem unendlichen Drang nach Freiheit und einem besseren Leben.

"Nichts machte uns zynischer als genau diese Weisheit, nämlich dass man nur ein Leben hat und dass es nicht schlecht wäre, es woanders zu verbringen, wo man immer noch die Möglichkeit hätte, sich an eine vertraute Birke anzulehnen, ohne zwischendurch im Kerker zu landen. Bürgerrechte zu haben. Sich bei keinen Behörden anzubiedern und nirgendwo Schmiergeld zu zahlen."

Auch das sehr schwierige Verhältnis von Karina zu ihrer (sehr hart wirkenden) Mutter bringt die Autorin sehr authentisch wieder, genauso wie das sehr liebevolle Verhältnis Karinas zu ihrer Großmutter:

"Meine Oma wusste stets, wie man jemanden aufmuntern konnte. In ihrer Gegenwart war es beinahe unmöglich zu klagen. Wann immer ich irgendwelche Weltuntergangslieder anstimmte, rief sie mich wie ein tibetischer Mönch zur Vernunft mit den drei gleichen Fragen, auf die ich immer mit 'Ja' zu antworten gezwungen war. Bist du am Leben? Bist du gesund? Bist du frei? Das nannte sie 'Die drei großen Vorteile', durch die man nichts weiter zu befürchten hätte. Eingeschüchtert und ermahnt konnte ich meistens nicht weiter jaulen. Einem Menschen, der den Krieg gegen die Faschisten hinter sich hatte und nun die Deutschen mit Pelmeni bewertete, aus dem Dachgeschoss der Erinnerung lachend 'Hände hoch!' und 'Hitler kaputt!' rief, sollte man nicht widersprechen."

Ich habe diesen Debütroman vor allem aufgrund des beachtenswerten Schreibstils sehr gerne gelesen, es sind großartige Sprachbilder und Sätze, die die Autorin hier einbaut:

"Ein paar Tage später und ein Leben älter landete ich wieder in Moskau."

„Ich wusste, dass du nicht alle Tassen im Schrank hast, aber jetzt weiß ich, dass da gar kein Geschirr drin ist, oder?“

„Ich wollte bloß leben, über alle denkbaren Grenzen reisen und frei über alle Straßen laufen.“

"Mein Stolz klebte noch an meinem Schuh wie ein Stück Papier, bis es endgültig an den Zacken der Rolltreppe abgekratzt wurde."

Leider konnte mich die Geschichte an sich, besonders gegen Ende hin, nicht komplett überzeugen. Stellenweise wirkt die Geschichte noch unfertig, es fehlte mir noch etwas.
Daher ziehe ich 1 Stern ab, möchte aber dennoch eine Lesesempfehlung mit 4 Sternen aufgrund der starken Sätze geben und hoffe sehr, von der Autorin bald noch mehr lesen zu dürfen.

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Rezensionen von Gaby 2707:

Mörderischer Tortenwettbewerb in Bad Gastein

Sachertorte mit Schuss von Ulrike Moshammer

In Bad Gastein ist gerade ganz schön viel los. Am Wettbewerb um die österreichische Konditorenkunst und typisch österreichische Torten nimmt auch ein Wiener Konditor mit 3 seiner Mitarbeiter teil, der sich in Erlangen niedergelassen hat. Sie beherbergt Valerie Thaller in ihrem Grand Hotel. Begleitet werden sie von einem Fernsehteam, das die Küche des Hotels ganz schön durcheinander wirbelt.

Unruhig wird es als nach einem Streit am ersten Tag ein Mitarbeiter aus dem Team von Thomas Landmann verschwindet. Als dann auch noch ein Gast im Turbinencafé am Wasserfall beim Genuss eines Stücks Sachertorte mit dem Gewehr ihres Schwagers erschossen wird, ist für Valerie und ihre Freunde klar: Hier müssen sie mit ermitteln.

Nach „Mordsschnitzel“ ist dies für mich der 2. Krimi aus der Feder von Autorin Ulrike Moshammer, den ich gelesen habe. Und genau wie beim ersten Fall, war ich auch hier ganz schnell mittendrin und habe mit ermittelt und mit gerätselt. Nur auf den Täter, der mir dann präsentiert wird, wäre ich nie gekommen.
Zusammen mit Kontrollinspektor Erwin Steininger aus Bad Gastein und Chefinspektorin Dorothea Oswald, die ich im ersten Fall schon kennengelernt habe und mit Valerie und ihrer Freundin Nora, zwei allerfeinsten Spürnasen, gehe ich auf Verbrecherfang. Diesmal sind auch die Männer der beiden selbsternannten Ermittlerinnen Anton und Viktor mit dabei und lassen ihre Frauen nicht aus den Augen.
Mit ihrem leichten eingängigen und sehr bildhaften Erzählstil entspricht Ulrike Moshammer absolut meinem Lesegeschmack. Auch alle ihre Mitwirkenden zeichnet sie so menschlich und aus dem Leben gegriffen, dass ich sie sofort in mein Kopfkino habe integrieren können. Mit ihren bildhaften Beschreibungen der Landschaft zu Füßen des Graukogels und den Menschen, die ich hier kennenlerne, hat sie mich sofort gefangen und bis zum Abschluss des Falles nicht mehr losgelassen. Auch die Gefühle und Emotionen, die durch die Beschuldigungen von Viktors Bruder Christian hochkochen, kamen sehr gut vorstellbar bei mir an.
Auch wenn die Geschichte sehr spannend ist und alle nur darauf aus sind, dass die Ermittlungen dem Tortenwettbewerb nicht schaden, blitzt immer mal wieder ein Quäntchen Humor auf, was mir sehr gut gefallen hat. Und ich hatte dauernd Appetit auf die wundervollen Torten, die hier zum Wettbewerb gebacken und verkostet wurden. Gut dass ich von der Sacher-, Linzer-, Esterházy- und der Malakofftorte am Ende des Buches noch die Rezepte zum Nachbacken bekomme.

Ein spannender und unterhaltsamer Ausflug ins wunderschöne Gasteiner Tal mit sympathischen Menschen, auch einige Unsympathen sind dabei, und einem Kriminalfall bei dem ich gut mit ermitteln konnte.

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Rezensionen von Pearl:

Wo die Moltebeeren leuchten von Ulrika Lagerlöf

Der Roman wo die Moltebeeren leuchten entspricht einem sehr aktuellen Thema, der Abholzung der Wälder in Schweden, das aber auch was die Abholzung der Wälder überall in der Welt passiert.. Der Roman ist auf zwei Zeitebenen geschrieben und erzählt das Schlicks der Siv die als junges Mädchen für Holzfäller mitten in den Wäldern von Schweden als der Köchin gearbeitet hat.

Hier spürt man nicht vom nahenden Zweiten Weltkrieg und macht sich auch kaum Gedanken über das Abholzen der Wälder. Siv verliebt sich dort in einen Sami der damals schon um die Wälder bangte, da es der Lebensraum seiner Rentiere ist. In der Gegenwart stößt Eva auf diese Geschichte, die die Geschichte ihrer Familie ist, was sie nach und nach herausfindet, als es wieder um Abholzung geht, doch diesmal gibt es junge Aktivisten die das verhindern wollen.
Fazit:
Die Handlung ist sehr aktuell und authentisch mit einem wahren Hintergrund. Gut und mitreißend geschrieben. Ein Wohlfühlklroman der überzeugt.

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Rezensionen von peedee:

Viel zu lange, erschöpfend, nicht meins

Wedding People (deutsche Ausgabe) von Alison Espach

Phoebe ist kinderlos und geschieden. Jahrelang haben ihr Ex-Mann und sie versucht, ein Kind zu bekommen. Und nun ist er weg. Bei einer anderen Frau. Phoebe ist an ihrem Tiefpunkt angelangt. Einmal will sie noch luxuriös logieren, nämlich im „Cornwall Inn“, danach will sie sich umbringen. Im Hotel findet eine mehrtägige Hochzeitsfeier statt; Phoebe wird für einen Hochzeitsgast gehalten.

Die Braut Lila erfährt von Phoebe den wahren Grund ihres Aufenthalts. Ein Suizid würde ihre Hochzeit ruinieren, daher kann sie so etwas auf keinen Fall während ihrer perfekt organisierten Feier dulden! Eine bemerkenswerte Woche beginnt…

Erster Eindruck: Das Cover gefällt mir leider nicht. Zudem scheint es aktuell in zu sein, deutsche Bücher mit englischen Titeln zu versehen – das mag ich nicht.

Für mich war es das erste Buch der Autorin, insofern habe ich keine Vergleichsmöglichkeiten. Das Cover hat mich, wie bereits oben erwähnt, nicht angesprochen, dafür die Inhaltsbeschreibung umso mehr. Aber – natürlich kommt hier ein Aber – das Buch hat mich dann nicht ansatzweise so begeistern können wie erhofft. Warum? Zuerst zu den Protas:
Die attraktive 28-jährige Lila ist reich, verwöhnt und gewohnt, dass alle um sie herum genau das tun, was sie sich wünscht. Immer. Sie ist ein extrovertierter Typ. Phoebe ist vierzig und Professorin an der Universität (wie ihr Ex Matt). Der Job scheint ihr nicht viel Freude zu machen. War es jemals anders? Oder haben sie einfach die letzten Jahre aufgrund der privaten Situation so zermürbt? Sie frisst immer alles in sich hinein. Damit soll jetzt Schluss sein. Sie hat sich einfach von ihrer Arbeit davongeschlichen. Ich wurde mit beiden Frauen nicht warm. Bräutigam Gary hat mir jedoch gefallen, ebenso seine Tochter Mel, sorry, sie will ja „Juice“ genannt werden. Als Witwer eine neue Beziehung einzugehen, ist nicht einfach – für keine der daran beteiligten Personen.
Beim Aufeinandertreffen von Lila und Phoebe treffen Welten aufeinander! Überraschenderweise eröffnet Phoebe Lila gleich, dass sie sich umbringen will. Und Lila reagiert darauf, wie wenn sie nur gesagt hätte, dass sie morgen eine neue Jeans kaufen wolle. Wie kann zwischen den zwei so unterschiedlichen Frauen eine Bindung entstehen? Lila monologisiert ihr Umfeld schier in den Wahnsinn. Da sich die Welt ausschliesslich um sie zu drehen hat, sind ihre Ansagen das Wichtigste. Doch die perfekte Fassade von Lila bröckelt und dahinter blitzt zuweilen eine verängstigte junge Frau hervor, die einfach nur geliebt werden will. Ist Gary der richtige Mann für sie? Sie nimmt Phoebe das Versprechen ab, sich in der Nacht nicht umzubringen, und bindet sie ins Hochzeitsgeschehen ein.

Das Buch war mit 480 Seiten viel zu lang für die präsentierte Geschichte. Sie war zudem extrem dialoglastig (bzw. monologlastig), d.h. wenn sie verfilmt würde, würde nonstop jemand quasseln. Meine Lesefreude hat stetig abgenommen; erst im letzten Viertel gab es bei mir nochmals einen Aufschwung, da ich doch wissen wollte, wie die Geschichte endet. Der Ausgang der Geschichte hat es für mich jedoch nicht mehr rausreissen können. Ich freue mich, wenn das Buch viele Leser:innen begeistert, aber mich hat es nicht gepackt. Leider keine Leseempfehlung; 2 Sterne.

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Rezensionen von Lerchie:

Liebenswert und interessant

Sommer auf Sizilianisch von Pia Casell

In diesem Buch wird erzählt, wie eine Journalistin auf Recherchereise in Sizilien zurück zu ihren Wurzeln findet.
Helene, ihres Zeichens Journalistin, hat immer versucht ihre italienische Abstammung zu verheimlichen. Zu oft ist sie deswegen gehänselt worden. Doch nun soll sie zur Recherche fit ein Magazin nach Sizilien reisen.

Es soll über das kulinarische Erbe der Insel berichtet werden. Mit Blick auf eine eventuelle Beförderung reist sie in das kleine Städtchen Castelbuono. Es erwarten sie dort ein erfreuter Bürgermeister eine schräge Wohngemeinschaft und der attraktive Pasticciere Gaetano, der ihre Überzeugung sehr ins Wanken bringt.


Meine Meinung
Das Buch ließ sich leicht und flüssig lesen, keine Unklarheiten im Text störten meinen Lesefluss. In der Geschichte war ich auch schnell drinnen und konnte mich in die Protagonisten gut hineinversetzen. Das Buch fing damit an, dass Helenes Chef, Chefredakteur des Magazins, sie als seine Nachfolgerin vorgeschlagen hat. Und Helene wollte mit dem Beitrag wohl auch beweisen, dass sie dafür geeignet ist. In Sizilien wurde sie freundschaftlich empfangen, obwohl es dem Sohn des Bürgermeisters anfangs gar nicht recht war, sich um sie kümmern zu müssen. Helene war mit zwei Kollegen und einer Fotografin nach Sizilien gekommen, jedoch hatte jeder an einem anderen Ort zu recherchieren. So bemerkte sie auch nicht bzw. erst am spät, was sich der Kollege letztendlich geleistet hat. Was er getan hat, das verrate ich hier natürlich nicht, denn ich will ja nicht spoilern. Ich sage nur so viel, dass ich nicht darauf gekommen wäre. Und herausfinden muss das der geneigte Leser selbst. Das Buch ist schöne geschrieben. Es hat auch etwas von einem Liebesroman. Es war sehr interessant und auch spannend. Das Glossar am Ende finde ich gut. Ich habe das Buch gerne gelesen und es gefiel mir gut. Von mir eine Leseempfehlung sowie vier Sterne.

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Rezensionen von Immenhof:

Aktuelles Thema

Kosmos SchlauFUX Roboter und KI von Thorsten Leimbach; Beate Jost

Das Buch "Roboter und KI" gehört zur Schlaufux Reihe des Kosmosverlags. Ich kannte diese Reihe bisher noch nicht. Interessant finde ich, dass die Bücher nicht einfach von vorne nach hinten gelesen werden, sondern es auf jeder Doppelseite verschiedene Vorschläge gibt, zu welchem Thema man weiterlesen könnte.

Pro Doppelseite wird hierbei eine Thematik aufgegriffen und vertieft. Hierzu ist das Thema in kleinere Unterthemen unterteilt, welche zusätzlich mit Bildern veranschaulicht werden. Gerade die kürzeren Texte und die vielen Bilder sprechen auch Lesemuffel an und animieren zum Lesen. Das Buch hat insgesamt 61 Seiten und das Thema Roboter und KI wird wirklich vielfältig vermittelt. Hierbei werden viele Ereignisse aus dem Alltag ausgegriffen z.B. Drohnenshows. Besonders gefallen haben uns die Informationen mit Parallelen zur Tierwelt.

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Rezensionen von PucKker:

Humorvolle Anekdoten

Kosmos SchlauFUX Roboter und KI von Thorsten Leimbach; Beate Jost

Das Hörbuch "Introvertiert, na und?" von Saskia Fröhlich, gesprochen von ihr selbst und Maximilian Winkel, ist unterhaltsam, aber an manchen Stellen etwas repetitiv. Es geht zwar um Introversion, aber vieles, was gesagt wird, wiederholt nur (bekannte) Grundlagen. Neue Erkenntnisse oder tiefere Einblicke fehlen leider.

Dafür gibt’s aber jede Menge Anekdoten. Für Introvertierte sind die Geschichten gut nachfühlbar. Allerdings bleibt die Wissenschaft dabei auf der Strecke. Es wäre schön gewesen, wenn das Thema Introversion zumindest zwischendurch etwas fundierter behandelt worden wäre.

Der Humor und der Sarkasmus sind sehr präsent – typisch für Fröhlichs Stil. Wenn man ihren Humor mag, wird man gut unterhalten. Wer aber auf einen Mix zwischen Humor und Wissenschaft gehofft hat, könnte enttäuscht werden.

Die Soundeffekte sind gut gemacht und lockern das Ganze auf. Auch die Tatsache, dass Fröhlich selbst spricht, gibt dem Hörbuch eine persönliche Note. Es wäre jedoch echt cool gewesen, wenn der extrovertierte Ex-Partner von Maximilian Winkel gesprochen worden wäre. Das wäre für mich ein richtiges Highlight gewesen.

Unterm Strich ist "Introvertiert, na und?" ein kurzweiliges Hörbuch, das vor allem durch Fröhlichs lockere Art lebt. Wer auf humorvolle Anekdoten steht, wird es mögen. Wer sich zusätzlich tiefere, wissenschaftliche Infos zu Introversion erhofft, könnte eher enttäuscht sein.

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Rezensionen von PucKker:

Philosophie

Feuerwerk des Glücks von Tilmann Noller

"Glücksphysiker" Tilann Noller versucht mit diesen Buch etwas poetisches und tiefgründiges zu sagen. Leider wirkt es dadurch arg gezwungen und gestellt. Statt wirklich logischer Ableitungen von wissenschaftlichen Theorien aus Psychologie und anderen Disziplinen ist dieser Roman eine "Küchen-Philosophie".

Bilder und religiöse Konzepte ersetzen fundierte Argumente, und Begriffe wie "Wesensblüte" dominieren den Stil. Ein Beispiel für diese Problematik ist der Satz:
>Die Enttäuschung ist aber in Wahrheit eine Ent-Bindestrich-Täuschung.


Das hier hat nichts mit Wissenschaft zu tun, es werden schlicht eine Menge an wilden Hypothesen und daraufhin Simplifizierungen in wiederholendem und überspitzt ausgeschmücktem Sprech vorgetragen. Diese Verkürzungen wirken oft wenig durchdacht und wiederholen sich im Laufe des Buches. Nicht selten finde ich das Gesagte zu kurz gedacht.

CHARAKTERE
Stella wird als das Idealbild einer Partnerin gezeichnet: selbstlos, frei, nicht eifersüchtig und liebenswert. Im Gegensatz dazu ist Melanie das genaue Gegenteil: egoistisch, eifersüchtig, unehrlich und abhängig von der Meinung anderer. Der Protagonist diagnostiziert Melanie gar seelische Verletzungen und behauptet, dass sie, obwohl sie alles zum Glücklichsein hätte, es nicht sei. Die Botschaft des Buches ist klar: Menschen wie Stella sind liebenswert, Menschen wie Melanie hingegen nicht.
Besonders fragwürdig ist der folgende Satz:
>„Wo Liebe präsent ist, existiert Eigenliebe, und wo es keine Eigenliebe gibt, kann auch keine Liebe existieren.“

Das ist eine gefährliche Vereinfachung, denn die meisten Menschen besitzen keine vollkommene Eigenliebe. Solche Ratschläge isolieren Menschen, die mit Selbstliebe kämpfen, unnötig.

SCHREIBSTIL
Auch die Vorstellung von Glück wird im Buch auf problematische Weise dargestellt:
>„Ich frage mich ernsthaft, warum nicht alle Menschen einfach glücklich sein können. Glücklich zu sein ist doch so einfach und so schön.“

Diese Aussage ignoriert die Realität von Menschen mit psychischen Erkrankungen oder traumatischen Erlebnissen. Glücklich zu sein ist nicht für alle Menschen "einfach". Solche Sätze invalidieren die Erfahrungen jener, die mit dem Glücklichsein kämpfen.

>„Die Liebe tritt in Erscheinung durch die Abwesenheit von Egoismus, allumfassendes Mitgefühl und damit die Abwesenheit von Gefühlskälte, Wahrhaftigkeit und damit die Abwesenheit von Falschheit, gegenseitige Hingabe, Offenheit und damit als Abwesenheit von Verschlossenheit, Ehrlichkeit und damit als Abwesenheit von Lüge, Vertrauen und damit die Abwesenheit von Furcht bzw. Angst.“

Auch hier wird ein Schwarz-Weiß-Denken propagiert, das realitätsfremd wirkt. Egoismus wird als der ultimative Feind der Liebe dargestellt. Es fehlt jedoch eine differenzierte Betrachtung, die anerkennt, dass gewisse Anteile von Egoismus und Angst natürliche und menschliche Verhaltensweisen sind.

FAZIT
Tilann Noller startet einen ambitionierter Versuch, Liebe und Glück auf poetische Weise zu erklären. Das Buch bietet eine klare Meinung zum Thema. Diese Gedanken regen zum Nachdenken an und bieten in ihrer Einfachheit Orientierung für Leserinnen und Leser, die nach Antworten in diesen Bereichen suchen. Allerdings wirkt die Darstellung oft vereinfacht und es fehlt an einer differenzierten Sichtweise auf komplexe menschliche Emotionen. Dennoch bleibt das Buch durch emotionalen Ansätze für Leser interessant, die nach inspirierenden, leicht zugänglichen Impulsen suchen.

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Rezensionen von Sternzauber:

Die Geschichte zweier starker Frauen im Norden Schwedens

Wo die Moltebeeren leuchten von Ulrika Lagerlöf

„Wo die Moltebeeren leuchten“ von Ulrika Lagerlöf wird von einem wunderschönen Cover geziert. Ich mag das Bild von Akseli Gallen-Kallela unglaublich gerne und ich finde auch die Kombination mit dem gelb-orangen Rahmen und dem tollen Farbschnitt samt Moltebeeren sehr gelungen.

Die Geschichte erzählt auf zwei Zeitebenen von den Erfahrungen zweier sehr individueller und starker Frauen: 1938 erleben wir mit der jungen Siv, die in den verschneiten Wäldern Schwedens eine Gruppe Waldarbeiter versorgt, das harte Leben ohne Strom und fließendes Wasser kennen.

Doch neben aller körperlicher und psychischer Anstrengung, die es zu meistern gilt, entdeckt Siv immer mehr sich selber und eine nie gekannte Freiheit. Und dann ist da noch Nila, ein junger Sami, zu dem sie eine verbotene Liebe entwickelt. Viele Jahrzehnte später, im Jahre 2022 muss Sivs Enkelin Eva in ihre Heimat zurück kehren, da sie als PR-Mitarbeiterin eines großen Forstunternehmens einen schwelenden Konflikt vor Ort bereinigen soll. Doch schon bald wird sie von ihrer Vergangenheit und ihrer Familiengeschichte eingeholt, die ihr viel Fragen stellen und die ein gut gehütetes Geheimnis ans Licht bringen…

Ulrika Lagerlöf erzählt diese Geschichte in einer angenehm und leicht zu lesenden Schreibweise, die mich flüssig durch den Text getragen hat. Siv mochte ich von Anfang an sehr gerne und meiner Meinung nach ist es der Autorin gut gelungen ihre widersprüchlichen Gefühle und die einengenden Zeitzwänge rüber zu bringen. Auch Eva ist mir grundsätzlich sympathisch, ich habe jedoch länger gebraucht, um mit ihr warm zu werden und ihre Persönlichkeit fassen zu können. Auch andere Charaktere der Geschichte zeigen individuelle und authentische Eigenschaften, was mir gut gefällt. Für mich ist der Erzählstrang rund um Siv deutlich stärker und spannender, als die Geschichte von Eva, aber beide passen dennoch gut zusammen.

Die großen Fragen rund um Freiheit, Selbstbestimmung, Naturschutz und den Konflikt zwischen den Sami und den zugezogenen Schweden hat Ulrika Lagerlöf präsent in die Handlungen der ProtagonistInnen eingebaut und stimmig umgesetzt. Ich fand diese Thematiken sehr interessant und habe das Buch sehr gerne gelesen. Trotzdem muss ich gestehen, dass die Geschichte insgesamt für mich nicht ganz rund war. Ich kann leider nicht genau benennen, woran das lag, hatte jedoch an einzelnen Stellen das Gefühl, dass mir eine Verbindung oder „eine Brücke“ im Gefüge des Geschehens fehlte. Nichts destotrotz mochte ich das Buch sehr und würde sehr gerne auch den zweiten Band lesen, der noch mehr aus dem Leben und Erleben der beiden Frauen erzählt. Vielleicht rundet dieser zweite Teil in meinem Empfinden dann auch alle Erzählstränge perfekt ab – ich bin gespannt und freue mich darauf!

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Rezensionen von Minigini:

Wiedersehen im Périgord

Gefährliche Aussicht von Julie Dubois

Es ist Sommer im Périgord und eigentlich möchte Marie das Wochenende mit ihrem Freund Michel und ihrer Großtante Léonie in der Küche verbringen, wo sie ein Festmahl vorbereiten wollen . Leider kommt es wieder einmal anders als geplant, und Marie muss statt dessen einen Mord aufklären. Dass sie diesmal das Opfer gekannt hat, macht es für sie nicht leichter.

Gemeinsam mit ihrem Kollegen Richard beginnt sie Hinweisen und Spuren nachzugehen und den Mordfall aufzulösen.

Es war schön, wieder im Périgord zu sein und auf die altbekannten Figuren zu treffen. Maries Beziehung zu Michel ändert sich und man merkt, wie Richard und sie sich von Band zu Band besser kennen lernen und ein richtiges Team werden, dass sich ergänzt und unterstützt.

Ich freue mich schon auf den nächsten Band!

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