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Rezensionen von downey_jr:

Is that all there is?

Laura Clark ist dann mal weg von Helen Russell

Ich gestehe: „Laura Clark ist dann mal weg“ von Helen Russell hätte mich von der Cover-Gestaltung her nicht unbedingt angesprochen – zum Glück habe ich diesen Roman trotzdem gelesen, sonst hätte ich wirklich etwas verpasst!

Wer von uns (Frauen) kennt das nicht: Ob Familienorganisation, Haushalt, unbezahlte Care Arbeit, Zusatzaufgaben und unentgeltliche Mehrarbeit im Job .

.. Wären wir nicht gerne auch mal einfach „weg“?

Protagonistin Laura Clark hat immer perfekt „funktioniert“. Doch eines Tages sucht Ehemann Mark vergeblich nach seinem Mittagessen und Tochter Sian erfolglos saubere Kleidung. Auch im Büro fällt auf, dass sie nicht da ist, denn niemand kümmert sich um den kaputten Aufzug und andere Beschwerden. Mehr als eine „Out of Office“-Nachricht ist von Laura zu sehen.
Ihre Mutter wundert sich, das Laura nicht auf Ihre Wünsche und Bitten per Sprachnachricht reagiert. Auch die Nachbarn vermissen die hilfsbereite Laura. Und noch nicht einmal Lauras beste Freundin Ruth, frischgepackene alleinerziehende Mutter von Zwillingen, bekommt Antworten auf ihre Nachrichten an Laura.
Erst vermutet ehemann Mark seine Frau auf einer Beerdigung, die Kollegen denken, sie sei mit der Organisation des Büroausflugs beschäftigt – doch nach und nach wird allen klar: Laura Clark ist tatsächlich verschwunden!
Mark ist völlig überfordert mit dem Organisieren von Nahrung und Haushalt sowie dem Ausführen des Hundes, den Handwerkern und Lauras Mutter, die nun ihn statt Laura behelligt. Auch Sian, immerhin schon 19 Jahre alt, muss sich plötzlich selbst um Dinge kümmern, die bisher bequemerweise Mami aufgeladen werden konnten.
Erst spät gibt Ehemann Mark widerwillig eine Vermisstenanzeige auf, während ihr Kollege Ian auf Lauras Computer nach Antworten sucht, wo sie stecken könnte ...

Helen Russel hat es mit „Laura Clark ist dann mal weg“ geschafft, das Thema „Mental Overload“ sowie gesellschaftliche Erwartungen in einen Roman zu packen, der sowohl unterhaltsam als auch tiefgründig ist.

Der Schreibstil der Autorin und ihre Charaktere haben mir sehr gut gefallen. Bei der Darstellung von Laura als permanent überlasteten Frau in Familie und Beruf war ich hin- und hergerissen zwischen Lachen und Wiedererkennen.

Der erste Teil des Romans fordert ein klein wenig Geduld, aber zum Ende hin hat mich die Story immer mehr gepackt - bis hin zum mehr als gelungenen Finale, in dem endlich Laura selbst zu Wort kommt.
Dieser Aufbau bzw. Perspektivenwechsel (dass andere berichten und Laura zunächst stummt bleibt) mag nicht allen gefallen, macht für mich den Roman aber gerade so besonders.

„Laura Clark ist dann mal weg. Und sie könnte eine Weile wegbleiben.“

Von mir bekommt das Buch 5 Sterne und eine ganz klare Leseempfehlung:

Für alle „Laura Clarks“ unter uns - für alle Frauen, die sich täglich aufopfern, die sich schonmal übersehen und nicht wertgeschätzt fühlten: Unbedingt lesen!

Vielen Dank an den Lübbe Verlag & Lovelybooks.de für das Rezensionsexemplar! ????????

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Ein Nein und seine Folgen: Spannender Plot, Umsetzung nur teils gelungen - 3,5⭐️

Hazel sagt Nein von Jessica Berger Gross

„Hazel sagt nein“ von Jessica Berger Gross kommt vom Cover her sehr unauffällig daher, doch der Plot hat es wirklich in sich.

Die 18-Jährige Hazel Blum freut sich auf eine großartige Zukunft. Ihre Familie ist gerade von New York ins beschauliche Riverburg gezogen, auch um ihren Traum von einer Zukunft an einem Liberal Arts College und einer Karriere als Schriftstellerin zu ermöglichen.

Ihr Vater hat eine Professur dort angenommen, die einige finanzielle Annehmlichkeiten bietet.
Doch gleich an ihrem ersten Tag an der neuen Highschool ändert sich Hazels Leben auf völlig unerwartete Art und Weise:

"Manche Leute [....] behaupten, dass sich innerhalb eines Augenblicks alles ändern kann. Nach Hazels (zugegeben begrenzter) Erfahrung stimmte das nicht. Veränderung, ob politische oder private, dauerte ewig, und allgemein kam nicht viel dabei herum. Wir schleppen uns voran wie Raupen, bis wir unter dem Stiefel des Patriarchats und der Hausarbeit zermalmt werden. Erst an einem Morgen in Maine, am ersten Tag ihres letzten Schuljahres an der Highschool von Riverburg, erkannte Hazel, wie naiv sie gewesen war. Selbstverständlich konnte sich von einem auf den anderen Moment alles ändern. Nur bei ihr das bis dahin noch nicht passiert."

Hazel kann es nicht fassen, als der Schuldirektor sie in sein Büro rufen lässt und ihr eröffnet, dass er sich jedes Jahr eine Schülerin der Abschlussklasse für eine s*xuelle Beziehung aussucht - und dieses Jahr ist sie seine Auserwählte. Doch womit der Direktor nicht gerechnet hat: Hazel sagt Nein!

Doch damit ist es leider nicht getan:
"Als Hazel zum Direktor Nein sagte, hatte sie geglaubt, die Demütigung wäre damit vorbei. Doch jetzt wurde ihr klar, dass diese womöglich erst begann."

Hazels Reaktion setzt eine Reihe von Ereignissen in Gang, die nicht nur ihr Leben und das ihrer Familie, sonder auch der ganzen Stadt auf den Kopf stellen.


Der Schreibstil ist ein recht gelungener Mix aus ernsthaft und unterhaltsam; dennoch fehlte es mir stellenweise etwas an Tiefe.

Hazels Entwicklung gefiel mir insgesamt recht gut, vor allem gegen Ende hin:
"Dad [...] trank auf ihre 'erstaunliche Leistung'.
Nur, dass nicht sie das geschafft hatte. Überhaupt nicht. Sondern er, Dick White. Denn Hazel wusste, und ihren Eltern musste das auch klar sein, außer sie machten sich etwas vor - und wahrscheinlich war es der ganzen Welt klar -, dass Hazel ein paar (absolut beschissene) schreckliche Minuten ihres Lebens genommen und ausgepresst hatte wie ihre Mutter ihre morgendliche Grapefruit. Bis auf die Schale. Sie hatte es nicht aus eigener Kraft ans Vassar geschafft. Sie hatte die Hilfe des Schuldirektors gebraucht.
Denn wer hätte sie gewollt, wenn White sie nicht gewollt hätte?"

Dass Hazel am Ende so klarsichtig und stark ist, ihr Leben wieder selbst in die Hand zu nehmen, fand ich einen gelungenden Abschluss.

"Aber ich verstehe das nicht. Warum willst du dein Buch nicht mehr schreiben?"
" ich sage nicht, dass ich nie eins schreibe. Vielleicht später mal einen Roman ich weiß es nicht!
[...]
Ich schätze, ich ... ich fühle mich dafür noch zu jung. So was passiert immer noch ständig, wisst ihr? Und ich will nicht darüber definiert werden. Über White. Ich denke, ich kann so viel anderes sagen, aber ich weiß eigentlich noch nicht, wie ich es sagen soll."

Mit dem (mangelnden) Handeln ihrer Eltern konnte ich mich dagegen (selbst Mutter) nicht so ganz anfreunden; den kleinen Bruder Wolf fand ich dagegen sehr sympathisch.

Insgesamt wurden meine (zugegebenermaßen sehr hohen!) Erwartungen an die Ausarbeitung der spannend klingenden Ausgangssituation leider nicht ganz erfüllt. Ich hätte mir etwas mehr „Schlagkraft“ gewünscht; vieles verlief mir insgesamt zu glatt.
Ich vergebe final 3,5 von 5 Sternen.

Vielen Dank an den Lübbe Verlag und an www.lesejury.de für dieses Rezensionsexemplar!

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Yoga für Körper, Geist und Seele: Tolles Yogabuch, auch für Anfänger*innen

Mentale Gesundheit durch Yoga von Kai Hill

„Mentale Gesundheit durch Yoga“ von Kai Hill ist neben „Every Body Yoga“ von Jessamyn Hill das zweite Yogabuch, die ich (fast parallel) gelesen habe & die mich beide sehr begeistert haben.
Yoga geistert mir schon länger, immer wieder, im Kopf herum, aber ich hatte mich bisher nie herangewagt.

Dank dieser beiden Bücher ist das nun anders.

Kai Hill hat mit „Mentale Gesundheit durch Yoga“ ein sehr schön gestaltetes und praxisorientiertes Yoga-Buch geschrieben, bei dem ich mich auch als Neuling sehr gut abgeholt fühle.

Der Schwerpunkt dieses Buchs liegt auf der mentalen Gesundheit. Wir kennen das ja (fast) alle: Stress und Hektik, Überarbeitung, Mental Load - da braucht man einen Ausgleich. Yoga ist hierfür offenbar hervorragend geeignet. Ich möchte das ab jetzt in meine Alltagsroutine fest mit einbauen.

In 8 Kapiteln gibt es jede Menge Informatoinen rund um Yoga, Achtsamkeitspraktiken, Atemtechniken und Meditationen, Ernährung, Körperbewusstsein, Selbstfürsorge und vielem mehr.

Das 30-Tage Yoga Programm, zu dem es für jeden Tag auch mit QR-Code ein dazugehöriges Video gibt, bietet Übungen, die gut verständlich dargestellt sind.

Das Buch hat mir vom Schreibstil und Aufbau her sehr gut gefallen. Ich fühlte mich direkt abgeholt und von Anfang an wertschätzend angesprochen. Ich habe mir einige Notizen im Buch gemacht und viele Stellen markiert, die für mich besonders wichtig und/oder hilfreich sind; denn ich werde das Buch im Alltag sicher noch öfter zur Hand nehmen, um damit zu arbeiten.
Sehr hilfreich sind neben den zahlreichen, gut verständlichen Fotos auch die Videos, die man online ansehen kann.

Ich bin nach diesem Buch sehr motiviert, Yoga in meine Alltagsroutine zu integrieren und dranzubleiben. Besonder die Atemtechniken lassen sich auch mit wenig Zeit hilfreich einsetzen, um Stress zu reduzieren. Die Yogaübungen kann man morgens und/oder abends machen; hier kann jeder seine eigenen Routinen und Präferenzen für sich finden.

Ein sehr umfassendes, praxisorientiertes und gut verständliches Buch für Yoga-Anfägern*innen und Fortgeschrittene. Eine ganz klare Empfehlung von mir!

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Wenn die Gefühle Achterbahn fahren: Tolles Gefühle-Journal für Kinder

Little Hearts - Big Feelings - Mein Gefühle-Journal von Martina Helfrich; Christine Schlitt

„Little Hearts - Big Feelings - Mein Gefühle-Journal“ ist nich einfach eingewöhnliches Tagebuch. Das Gefühle-Journal soll Kindern ab 8 Jahren helfen, ihre Gefühle besser zu verstehen. Meiner Meinung nach kann das auch für größere Kinder hilfreich sein, um zum Beispiel das Gefühlschaos und die Stimmungsschwankungen vor und während der Pubertät besser durchzustehen.

Das Buch ist sehr farbenfroh und liebevoll illustriert und gestaltet. Die Farbgestaltung ist für Mädchen und Jungen gleichermaßen geeignet, das finde ich lobenswert.
Da es ein gebundenes Buch ist (das liebe ich!), ist es hochwertig von der Qualität her & der fest am Buch angebrachte Stift (mit Gummiband) ist natürlich besonders praktisch!

Im ersten Teil des Buchs findet man erstmal Steckbriefe zu den Gefühlen: Freude, Liebe, Wut, Angst, Kummer und Überraschung. Das finde ich sehr gelungen, vor allem, weil die Kinder selbst reflektieren können, wie sie mit den jeweiligen Gefühlen im Allgemeinen umgehen und was ihnen dabei hilft/helfen kann.

Danach folgen Wochen-Seiten für ein halbes Jahr sowie jeweils einen Monats-Rückblick.
Diese Seiten sind sehr schön und abwechslungsreich gestaltet. Dadurch, dass es keine leeren Seiten sind, sondern man vorgefertigte Felder zum Ausfüllen, Schreiben oder Zeichnen nutzen kann, kann hier jeder selbst kreativ werden bzw. auch eher „schreibfaule“ Kinder können gut damit arbeiten.

Wir sind sehr begeistert von diesem tollen „Tagebuch plus“, mit dem Heranwachsende auf spielerische und kreative Art lernen können, ihre Gefühle besser zu verstehen und vielleicht auch anders/besser damit umzugehen und Erlebnisse zu reflektieren.

Das tolle Eintragbuch bekommt eine ganz klare Empfehlung von uns!

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Berührende und unterhaltsame Geschichte über Freundschaft und Mut

Rocky Winterfeld von Marie Hüttner

Der 11jährige Rocky lebt gemeinsam mit seiner alleinerziehenden Mutter zusammen. Er ist traurig, dass ein bester Freund Marek mit seiner Familie nach Polen gezogen ist. Als eines Tages ein rätselhafter Brief in seinem Briefkasten landet, wird sein Leben plötzlich auf den Kopf gestellt. Gemeinsam mit seiner Lehrerin Frau Popov sowie drei weiteren Mitschüler*innen ist er in einem klapprigen VW-Bus auf dem Weg nach Danzig zu einem Wissenschaftswettbewerb – gegen den Willen seiner Mutter.

Auf engstem Raum mit den ziemlich schrägen Mitschüler*innen beginnt ein abenteuerlicher Roadtrip.

Die Geschichte wird aus Rockys Perspektive erzählt und ich konnte mich von Anfang an sehr gut in ihn hineinversetzen. Er war mir gleich sympathisch; ein sensibler und logisch denkender Junge, der oft überraschend kluge Worte findet:

"Vielleicht ist das ganze Leben wie eine Welle, denke ich, leicht-schwer-leicht-schwer-leicht-schwer, und wenn es gerade schwer ist, muss man nichts weiter machen als abzuwarten, bis das Leichte wiederkommt, weil es bestimmt kommt, statistisch gesehen."

"Der Fehler ist, dass sich um eine Freundschaftspflanze immer zwei kümmern müssen. Das haben Sie mir nicht gesagt. Denn sonst kann man sie noch so sehr hegen und pflegen. Wenn nur einer die Freundschaftspflanze gießt, wird es ihr nie gut gehen. Nie."

Das Buch ist eine gleichermaßen unterhaltsame wie berührende Geschichte über Freundschaft, das Überwinden von Vorurteilen und Mut.
Die Charaktere fand ich allesamt sehr authentisch und liebenswert dargestellt, jeder mit seinen Ecken und Kanten, was sie noch sympathischer und echter machte.

Meiner Meinung nach ein wirklich sehr empfehlenswertes Kinderbuch für Mädchen und Jungen ab ca. 10 Jahren!

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Der schöne Schein: Über Selbstinszenierung und Anerkennung - 3⭐️

Bestie von Joana June

In Joana Junes Debutroman „Bestie“ sucht die Influencerin Anouk eine neue Mitbewohnerin. Hier sieht die eher unscheinbare Delia ihre Chance für einen Neubeginn. Sie erfindet sich neu als Lilly und wird mit dem neuen Namen tatsächlich die Mitbewonerin der Person, die sie schon länger auf Instagram bewundert.

Kann auch Lilly damit selbstbewusster werden und ihren Traum erfüllen, Bühnenautorin zu werden?
Anouk wiederum glaubt, Lilly habe einen berühmten Vater (ein Missverständnis, welches Lilly nicht aufklärte) und sie könne ihr nützlich sein. Anouk lässt Lilly also immer mehr an ihrem Leben teilhaben, geht mit ihr Party machen, stellt ihr ihre Freundinnen vor - was in Lilly die Hoffnung auf eine enge Freundschaft mit Anouk verstärkt.

Ich muss sagen, dass ich an diesen Roman vielleicht die falschen Erwartunge hatte. Ich dachte, der Schwerpunkt läge mehr auf der Beziehung zwischen den beiden Frauen - dies hatte mir zumindest der Klappentext so suggeriert.

Ich kann jedoch keine wirklich enge Verbindung zwischen den beiden feststellen.
Lilly ist eine sehr unsichere Person, die verzweifelt nach Bestätigung und Liebe sucht. Anouk sucht nach Anerkennung und Erfolg - es scheint eine Zeitlang, als könnten sich die beiden etwas geben, aber eigentlich zeigt keine von ihnen, was sie wirklich denkt oder fühlt. So ist keine Verbindung möglich.

Das wiederum ist recht gut dargestellt von der Autorin: Die Oberflächlichkeit von Social Media, der „schöne Schein“, nichts ist echt, alles nur Fake - es ist eigentlich nur traurig und bedauernswert!

"Jetzt hängen alle an meinen Lippen, ausnahmslos, ganz unabhängig von Geschlecht, sozialer Stellung und Beziehungsstatus, wenn ich erwähne, mit wem ich meine Freizeit verbringe. Sobald der Name eines bekannten Musikers oder eine gehypten Influencerin fällt, ist das Interesse da. Und bleibt, bis abgetastet wurde, was ich meinem Gegenüber bieten kann. Es ist ein unausgesprochener Handel, bei dem es nie um meine Persönlichkeit geht. Nur um meine Funktion als Tür. Zu anderen Menschen, Reichweite, Sex und letzten Endes immer Geld. Ich hasse das, aber ich kann nichts daran ändern."

Auch dass sich alles nur ums Aussehen, den perfekten Look, den perfekten Körper dreht - ja, so mag es in gewissen (vielen?) Kreisen heutzutage sein, aber mir tun sie alle nur leid:

"Er sagt: 'Ich muss es dir einfach sage: Ich ich habe noch nie eine so natürlich schöne Frau wie dich gesehen.'
Ich muss mich anstrengen, weder zu lachen noch ihn von seiner bedauernswerten Illusion zu befreien: Wie kannst du das ernsthaft glauben? Mein Gesicht kostet mehrere tausend Euro, die ich mir über Jahre hinweg zusammengespart habe. Die Nase: 6500 Euro. Babybotox: 1350 Euro pro Jahr, Lipfiller: 1200 Euro pro Jahr. Meine Haare, meine Haut, meine Wimpern, meine Augenbrauen, meine Nägel: 550 Euro, jeden Monat. Und wenn ich an all die Schichten Make-up denke, die ihn von dem trennen, was von meiner natürlichen Schönheit übrig ist, muss ich die Rechnung aufgeben."

"Ich zahle den monatlichen Beitrag für die Dating-App für Kontakte [...]
Die App spiegelt nur die gesellschaftlichen Muster der realen Welt: Pretty Privilege und ein aufpolierter sozialer Lebenslauf sind entscheidend für meinen Erfolg, mein Aussehen und meine Kontakte wichtiger als alles, was ich geleistet habe."

Die Charaktere waren meiner Meinung nach recht authentisch dargestellt, aber es fehlte ihnen etwas an Tiefe. Lilly war für mich schwer zu fassen als Charakter, was vielleicht auch daran lag, dass sie ja eigentlich Delia ist; ihr wahres Wesen ist nicht richtig greifbar. Hier wäre es gut gewesen, etwas mehr über ihre Vergangenheit zu erfahren.

"Ich weiß schon jetzt nicht mehr, was ich ohne Social Media wäre. Jedenfalls wäre ich niemand, dem ich ein Like geben würde. Ich wäre nicht Lilly."

Der Schreibstil von Joana June ist sehr flüssig und gut lesbar. Dem Buch an sich fehlte für mich aber etwas an Tiefe. Es werden viele Themen aufgegriffen, vieles blieb mir aber zu oberflächlich.

Mein Fazit: Ein Debütroman, dessen Schreibstil ich weitgehend sehr gut fand, der mich inhaltlich aber nicht ganz abholen konnte.

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Feinfühliger Coming-of-Age-Roman mit Tiefgang und Herz

Himmel ohne Ende von Julia Engelmann

Es ist nicht einfach, 15 Jahre alt zu sein, unglücklich verliebt, und mit der besten Freundin läuf es auch nicht gut. Charlie hadert mit ihrem Leben, mit ihren Gefühlen und Gedanken:

"Und als es klingelte, wünschte ich mir zum tausendsten Mal in diesem Schuljahr, ich wäre weg. Oder wenigstens woanders.

Und ich dachte mit einem komischen Gefühl daran, dass es allen egal wäre. Das ist keine Rolle spielte, ob ich da war oder weg. Weil ich an niemandem hin. Und niemand an mir."

Und Charlie vermisst ihren Vater, über sein Weggehen ist sie nie ganz hinweggekommen:

"Er hatte ein Loch hinterlassen, ein Loch in der Form meines Vaters, und ich, ich hatte durch das Loch in den Abgrund geschaut, während in mir die Liebe überlief, die jetzt nirgends mehr hin konnte.
Ich war zu jung, um zu wissen, wie das beides ging: Am Abgrund stehen, ohne hineinzufallen. Die Liebe behalten, ohne darin zu ertrinken. Also tat ich, was Mama tat: Ich gab ihm die Schuld und nannte ihn einen Feigling. Aber im Inneren gab ich die Schuld meiner Stille. Denn natürlich war ich es, die ihm zu viel geworden war. Und dann, dann versuchte ich es mit dem Vergessen."

Ihre Mutter hat einen neuen Freund, und so sehr sie ihr eigentlich dieses Glück gönnt, fühlt sie sich noch trauriger und einsamer. Sie zieht sich von allem und allen zurück; lässt niemanden an sich heran, ist oft den Tränen nahe.

Als im neuen Schuljahr Kornelius, genannt Pommes, in ihre Klasse kommt, ist er ein Lichtstrahl am Himmel für sie. Die beiden werden beste Freunde. Kann Charlie doch noch zu der werden, die sie gerne wäre?

"Ich konnte das nie zusammen bringen - wie ich aussah und wie ich mich innen drin fühlte."

"Und da wusste ich es. Dass ich etwas Eigenes aus meinem Leben machen musste. Dass ich es wenigstens versuchen musste. Dass ich lange genug eine Charlie gewesen war, die wartete, bis sie abgeholt wurde, eine Charlie, die andere aus der Ferne beobachtete und die sich das Herz brechen ließ. Dass ich nicht erst irgendwann jemand für jemanden sein wollte, sondern jetzt. Dass ich nicht warten wollte, bis ich an mein Leben rankam, sondern jetzt drankommen wollte. Nicht dass ich glaubte, jeden Moment sterben zu müssen, das nicht. Aber man wusste ja auch nicht, wie lange das Leben noch ging, das ist schon alles."

Julia Engelmann hat mit " Himmel ohne Ende" einen wunderschönen und berührenden Roman geschrieben, der allein schon sprachlich ein Genuss ist.
Die Geschichte von Charlie hat mich von Anfang an in den Bann gezogen, ihre Gedanken und Gefühle konnte ich sehr gut nachempfinden.
Die Charaktere fand ich alle ganz wunderbar getroffen; teils ein wenig skurril und sehr liebenswert - I love it (besonders Charlie, Pommes, Karl, Charlies Oma, und auch Doug).

"'Du bist ja selber komisch, du kannst das also gar nicht beurteilen', sagte er, und mir wurde warm im Bauch, und ich musste daran denken, wie Kathi mich letztes Jahr komisch genannt hatte und dass es aus Karls Mund ganz anders klang - wie etwas, das man nie wieder nicht sein wollte."

Der Roman liest sich wie ein Jugendroman, habe aber so viel Tiefgang, dass ich ihn unbedingt Erwachsenen genaus ans Herz legen möchte.

"'Wir müssen uns was wünschen', sagte ich. 'auf drei!'
Dann schloss ich die Augen. Und wünschte mir alles."

Ganz klare Leseempfehlung von mir!

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Zwischen Krankheit, Selbstfindung und (vermeitlichem) „Besser sein“

Junge Frau mit Katze von Daniela Dröscher

Daniela Dröschers Buch „Lügen über meine Mutter“ ist ein Buch, das zwar nicht „bequem“ zu lesen war, jedoch thematisch wie inhaltlich einiges zum Nachdenken bot und mir insgesamt sehr gut gefallen hatte.

Thematisch geht es bei der Autorin seitdem stets um Klassismus und (soziale) Herkunft, z.

B. im Sachbuch „Zeige Deine Klasse“ (teilweise gelungen, wenn auch etwas überzogen) und im kleinen Format z.B. in der Mini-Anthologie „check your habitus“ (fand ich sehr gelungen).

Auf ihren autofiktionalen Roman „Junge Frau mit Katze“ war ich sehr gespannt.
Die junge Ela, die lebenslang quasi im Schatten ihrer (mehrgewichtigen) Mutter stand, ist erwachsen geworden. Sie ist die erste ihrer Familie, die Abitur hat und studiert (was schon in allen Veröffentlichungen bis zum Abwinken betont wurde). Sie steht kurz vor der langersehnten Promotioin, als ihr Körper plötzlich streikt.
Während die junge Frau von Arzt zu Arzt rennt, von einer (falschen?) Diagnose zur nächsten, und ihr Körper ständig neue Symptome zeigt, ihre Panik immer größer wird, muss sie sich fragen, ob sie wirklich einen Platz in der akademischen Welt „verdient“ hat ....
Diese Krankheits- sowie Lebensgeschichte ist natürlich eine sehr persönliche und somit schwer zu beurteilen, egal ob es als Roman oder Sachbuch geschrieben wäre.
Gegen Ende hin findet sich eine etwas lasche und fragwürdige Erklärung sowie eine passend zusammengeschriebende Selbstfindung der Protagonistin.

Das Buch lässt mich leider zwiegespalten bzw. mit eher unangenehmen Gefühlen zurück.

Es gibt diese leider weit verbreitete Denkweise, dass nur die-/derjenige etwas wert ist, die/der "es geschafft hat", sprich Abitur hat, studiert hat, Karriere gemacht hat, damit sozusagen bewiesenermaßen "etwas Besseres“ ist.
Ich dagegen denke, kein Mensch ist mehr oder weniger wert als ein anderer, ungeachtet von Herkunft, Rasse, Geschlecht, Status oder Beruf, etc.

Schon das Buch „Lügen über meine Mutter“, was mir ja eigentlich gut gefallen hatte, rief in mir teils gemischte Gefühle hervor. Diese Gefühle waren bei diesem Roman noch viel stärker, nicht nur gemischt, sondern größtenteils entwickelte ich eher abweisende und negative Gefühle der Autorin bzw. ihrem literarischen Alter Ego gegenüber. Auch sie möchte bis zur Besessenheit, bis zum körperlichen Zusammenbruch beweisen, dass sie „es schaffen“ kann, etwas „Besseres“ zu werden, ihr Leben mit einer akademischen Karriere aufzuwerten.

"Ich las die Beurteilung abermals, dieses Mal jedoch mit einer gewissen Verärgerung. Ich hatte das Gefühl, die Zweitprüferin bewertete nicht meine Leistung, sondern mich als Person. Ganz so, als wäre ich jemand, der kein 'summa' verdiente, ganz gleich was ich tat oder nicht tat."

Erst als sie einsehen muss, dass ihr Körper ihr zu verstehen gibt, dass das nicht der richtige Weg ist, sieht sie widerwillig ein, dass es andere Lebensentwürfe gibt.

"Ich glaube, dass eine Erkrankung tatsächlich oftmals zu einer Erweckung führt. Ich glaube aber auch, dass einzig und allein man selbst diesen Zusammenhang herstellen kan. Tut es ein anderer ungefragt an unserer Stadt, fahren wir - die Kranken - unsere Krallen aus.
Jede einzelne meiner Episoden war für mich die Geburt eines anderen Selbst. Nie sagt der Körper so deutlich 'ich' wie in den Momenten, in denen er um seine Existenz fürchten muss."

Leider hat mich die literarische Verarbeitung dieser Erkenntnis nicht wirklich überzeugen können.

Am besten fand ich noch die Einschübe über ihre Mutter, abseits des Romans.

"Ich frage mich, wie ihr Leben verlaufen wäre, hätte meine Mutter ihre Liebe zum Lesen verteidigt. Vor sich selbst, ihrem Mann, ihrem Vater. Die beiden wichtigsten Männer in ihrem Leben haben Bücher als unnötigen Luxus betrachtet.
Auch wenn meine Mutter das Lesen eine ganze Weile fast ganz aufgegeben hat - eine Erzählerin ist sie geblieben. Sie kann gut mit Wörtern, wie man so schön sagt. Sie genießt es, sich umsichtig und gewählt auszudrücken.
Ist ihr jeder Gedanke gekommen, selbst zu schreiben? Vielleicht schreibt meine Mutter, indem sie spricht. Nur dass ich - so kommt es mir manchmal vor - ihre einzige Leserin bin."

Insgesamt bleiben mir vom Buch ein paar gute Gedanken und Sätze, ja, - doch insgesamt hat mich das Buch leider ziemlich enttäuscht.

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Sprachlich sehr gelungen: Russische Jugend um die Jahrtausendwende

Moscow Mule von Maya Rosa

"Wir waren zu jung, um patriotisch zu sein, und zu alt, um an den Triumph der Gerechtigkeit zu glauben. Die Perspektiven waren überschaubar. Wir könnten natürlich so weiterleben, als gäbe es keine Politik, stattdessen glamourös tun, in der visafreien Türkei Urlaub machen und Shoppingcenter durchstöbern.

Wir könnten auch abwarten, ob es irgendwann wieder freie Wahlen, eine echte Opposition und keine Zensur mehr geben würde. Aber am besten würden wir nach Europa emigrieren, jetzt sofort, bevor es noch schlimmer würde, denn es könnte schlimmer werden. Russen flohen nicht zum ersten Mal, in jeder Generation gab es einen Massenexodus, man denke nur an die Bolschewiken vor hundert Jahren.“

Maya Rosa hat mit "Moscow Mule" einen Debütroman geschrieben, der vor allem sprachlich sehr bemerkenswert ist. Sehr viel Wortwitz und Scharfzüngigkeit, das hat mich hier am meisten begeistert!

Die Autorin erzählt die Geschichte von Karina und Tonya, die gemeinsam an einer Moskauer Universität studieren. Sie teilen nicht nur ihre Männergeschichten, sondern auch ihren permanenten Geldmangel. Der große Traum ist es, dem Leben in Russland zu entfliehen und nach Europa auszuwandern.

Die Autorin verbindet in ihrem Roman die politische Lage sehr gekonnt mit dem Leben der beiden jungen Frauen und ihrem unendlichen Drang nach Freiheit und einem besseren Leben.

"Nichts machte uns zynischer als genau diese Weisheit, nämlich dass man nur ein Leben hat und dass es nicht schlecht wäre, es woanders zu verbringen, wo man immer noch die Möglichkeit hätte, sich an eine vertraute Birke anzulehnen, ohne zwischendurch im Kerker zu landen. Bürgerrechte zu haben. Sich bei keinen Behörden anzubiedern und nirgendwo Schmiergeld zu zahlen."

Auch das sehr schwierige Verhältnis von Karina zu ihrer (sehr hart wirkenden) Mutter bringt die Autorin sehr authentisch wieder, genauso wie das sehr liebevolle Verhältnis Karinas zu ihrer Großmutter:

"Meine Oma wusste stets, wie man jemanden aufmuntern konnte. In ihrer Gegenwart war es beinahe unmöglich zu klagen. Wann immer ich irgendwelche Weltuntergangslieder anstimmte, rief sie mich wie ein tibetischer Mönch zur Vernunft mit den drei gleichen Fragen, auf die ich immer mit 'Ja' zu antworten gezwungen war. Bist du am Leben? Bist du gesund? Bist du frei? Das nannte sie 'Die drei großen Vorteile', durch die man nichts weiter zu befürchten hätte. Eingeschüchtert und ermahnt konnte ich meistens nicht weiter jaulen. Einem Menschen, der den Krieg gegen die Faschisten hinter sich hatte und nun die Deutschen mit Pelmeni bewertete, aus dem Dachgeschoss der Erinnerung lachend 'Hände hoch!' und 'Hitler kaputt!' rief, sollte man nicht widersprechen."

Ich habe diesen Debütroman vor allem aufgrund des beachtenswerten Schreibstils sehr gerne gelesen, es sind großartige Sprachbilder und Sätze, die die Autorin hier einbaut:

"Ein paar Tage später und ein Leben älter landete ich wieder in Moskau."

„Ich wusste, dass du nicht alle Tassen im Schrank hast, aber jetzt weiß ich, dass da gar kein Geschirr drin ist, oder?“

„Ich wollte bloß leben, über alle denkbaren Grenzen reisen und frei über alle Straßen laufen.“

"Mein Stolz klebte noch an meinem Schuh wie ein Stück Papier, bis es endgültig an den Zacken der Rolltreppe abgekratzt wurde."

Leider konnte mich die Geschichte an sich, besonders gegen Ende hin, nicht komplett überzeugen. Stellenweise wirkt die Geschichte noch unfertig, es fehlte mir noch etwas.
Daher ziehe ich 1 Stern ab, möchte aber dennoch eine Lesesempfehlung mit 4 Sternen aufgrund der starken Sätze geben und hoffe sehr, von der Autorin bald noch mehr lesen zu dürfen.

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Witziger, herzerwärmender Feel-Good-Roman über Verluste und neue Chancen: 4,5⭐️

Wedding People (deutsche Ausgabe) von Alison Espach

Schon das Cover zum Roman „Wedding People“ von Alison Espach ist ein echter Hingucker!
Der Plot lässt eher leichte Unterhaltung vermuten, doch dieser Debütroman hat viel mehr zu bieten. Ich mochte von Anfang an den tollen Schreibstil der Autorin, gleichermaßen witzig wie emotional und tiefgründig.

Es geht hier um Phoebe und Lila, zwei Frauen, deren aktuelle Pläne nicht unterschiedlicher sein könnten.
Lila, ein typisches „reiches, verwöhntes Töchterchen“, plant ihre Hochzeit, es soll ein unvergessliches Fest werden, eine ganze Woche lang soll die Party im prächtigen Hotel „Cornwall Inn“ dauern. Doch da kommt ihr Phoebe in die Quere: Diese wurde vom Ehemann verlassen, hat keine Freunde, ihre Katze ist gestorben, ihre Karriere stagniert. Sie ist todunglücklich, quasi am Tiefpunkt ihres Lebens, weshalb sie in genau diesem Hotel ihrem Leben ein Ende setzen will.
Das passt Lila natürlich überhaupt nicht. Dumm nur, dass Phoebe ihr unbedacht von ihrem Suizidvorhaben erzählt hat. Nun möchte Lila sie davon abbringen, denn sie möchte sich ihre perfekte Hochzeit auf keinen Fall ruinieren lassen.

Das Buch an sich und vor allem die Dialoge zwischen Lila und Phoebe sind oft total witzig, trotz des ernsthaften Themas muss man zwischendurch einfach mal herzhaft lachen:

"Wenn du nicht mitkommst, muss ich meine Mutter fragen. Also tu uns beiden den Gefallen und erzähl mir nicht, du hättest was vor, denn ich weiß ja, dass du vorhattest, heute tot zu sein."

Ich möchte nicht spoilern, sage nur so viel: Das Buch hat einige (mehr oder weniger) unerwartete Wendungen ...

Der Roman hat mich im positiven Sinn sehr überrascht. Wie gesagt, die Erwartung war hier eher „Unterhaltung“, was auch geboten ist, denn der Roman liest sich sehr flüssig und angenehm, hat viele witzige Momente - doch er berührt auch durch viel Emotion und Menschlichkeit.

Die Charaktere sind allesamt gut getroffen. Ich fand vor allem die Figur von Phoebe sehr sympathisch dargestellt; mit ihr und ihren Gedanken konnte ich mich noch am ehesten identifizieren (vielleicht, weil ich Bücher ebenso sehr liebe):

"Und ja, manchmal las sie wirklich zu viel. Manchmal las sie Bücher, anstatt ihr Leben zu leben, aber bedeutete das nicht einfach, dass ihr Lebensinhalt eben das Lesen von Büchern war?"

„In der Lobby vor dem Bücherregal bleibt sie stehen. Sie stellt ‚Mrs Dalloway‘ zurück, den Rücken nach vorn. Sie ist so gut im Vorhersagen, was in Büchern geschieht, und so schlecht darin, wenn es um das Leben geht. Deswegen hat sie den Büchern den Vorzug gegeben - weil es so viel härter ist zu leben. Um zu leben, muss sie hier raus und hinein ins Ungewisse.“

Für mich war das ein sehr schönes Leseerlebnis, emotional und unterhaltsam.
Eine ganz klare Leseempfehlung von mir – ich vergebe 4,5⭐️.

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