Kunden em pfehlungen
Rezensionen von PucKker:
Wenig Substanz
My Italian Lovestory von Nina Bilinszki
Eine Geschichte, bei der man selbst Entscheidungen treffen kann? Das hat bei mir richtig Nostalgie ausgelöst – sowas mochte ich früher total gern! Im Text verstecken sich sogar Rezeptideen zwischendurch (die Mandelplätzchen klingen super – die probiere ich!).
Aber inhaltlich hat es bei mir leider gar nicht funktioniert.
Die Geschichte ist wahnsinnig kurz und fühlt sich total gehetzt an. Die Kapitel springen einfach wild hin und her, ohne dass die Übergänge Sinn ergeben oder irgendwas vernünftig eingeleitet wird. Man ist plötzlich in einer komplett neuen Situation, ohne zu wissen, wie es dazu kam. Teilweise haben die Kapitel nicht mal zusammengepasst, obwohl sie aufeinander folgen sollten – das hat mich echt rausgebracht.
Die Charaktere bleiben sehr flach, es passiert alles viel zu schnell, und emotionale Entwicklungen wirken eher aufgesetzt als nachvollziehbar. Ich hatte das Gefühl, man arbeitet einfach eine Liste an Romance-Tropes ab, aber ohne Tiefe oder echte Spannung. Auch sprachlich war das Ganze eher schlicht – es hat sich für mich eher wie ein schnell runtergeschriebener Wattpad-Text gelesen als wie ein veröffentlichtes Buch.
Rezensionen von PucKker:
Nicht so gut wie Medical Cuisine
Gamechanger Protein von Matthias Riedl
Ein weiteres Buch von Matthias Riedl, das ich gelesen habe! Dieses Mal geht’s um Proteine – im Theorieteil erklärt er, wofür Eiweiß gebraucht wird, wie viel man davon braucht und welche Lebensmittel dafür infrage kommen. Alles recht kompakt und verständlich. Die Interviews zwischendurch hätte ich persönlich nicht gebraucht, die haben mich eher rausgebracht.
Im Rezeptteil gibt’s dann 60 Gerichte, die alle mindestens 20 g Eiweiß liefern. Einige Rezepte fand ich ziemlich ausgefallen, andere waren schön alltagstauglich. Ein paar Ideen waren echt neu für mich – zum Beispiel Erbsen-Vollkorn-Waffeln mit Kräuterquark, Quark-Grieß-Taler mit Melonen-Mango-Salat oder Reispapier-Pfannkuchen mit Rotkohlfüllung und Dip. Auch die türkischen Teigtaschen mit Joghurtsauce klangen interessant. Insgesamt also definitiv Inspiration dabei, wenn man sich proteinreicher ernähren will.
Aber: An die Medical Cuisine-Reihe mit Johann Lafer kommt das Ganze für mich nicht ran – weder vom Anspruch her noch vom Look oder Geschmack der Rezepte. Deshalb gibt’s von mir 4 von 5 Sternen.
Rezensionen von PucKker:
Ein kreatives Buch
Lieblingsrezepte aus deinem Airfryer – vegetarisch von Tanja Dusy
Ein witziges Buch! Die Gestaltung ist genau so, wie es das Cover schon andeutet: bunt, klar, ein bisschen schräg. Auch die Fotos sehen so aus – manchmal fast ein bisschen trocken, aber irgendwie passt das zur Stimmung.
Die Rezepte sind richtig kreativ. Von Bang-Bang-Brokkoli über Okonomiyaki mit Kohl bis hin zu Zimt-Nachos mit Himbeeren – auf sowas muss man erst mal kommen.
Die Zimt-Nachos waren übrigens mega lecker!
Ich würde das Buch vor allem Leuten empfehlen, die:
1. ihren Ofen oder Pfannen ungern nutzen
2. und einen ziemlich großen Airfryer besitzen – vielleicht sogar mit zwei Fächern.
Mit meinem kleinen Gerät muss ich die Sachen oft auf mehrere Durchgänge aufteilen, das nervt dann ein bisschen. Gnocchi mit Sommergemüse oder auch Bananenpfannkuchen mache ich dann ehrlich gesagt doch lieber in der Pfanne oder im Ofen. Das ist für mich einfacher.
Trotzdem: Wer mal was anderes ausprobieren will, Lust auf abgefahrene vegetarische Kombis hat und seinen Airfryer voll ausnutzen möchte, findet hier viele Ideen. Ich hab definitiv ein paar Sachen entdeckt, die ich wieder machen werde.
Rezensionen von Petra:
Leckere Kekse
Ein Cookie für den Dämon von Annette Marie
Kekse und Dämonen sind mal eine neue Mischung.
Robin muss bei ihrem Onkel leben, weil er der Testamnetsvollstrcker ihrer verstorbenen Eltern ist. Aber es dauert eigenartig lange wie er die Unterlagen bearbeitet. Die Familie behandelt sie schlecht, sie ist traurig und eindam. Nur Bücher leisten ihr Gesellschaft.
Auf der Suche nach neuen Lesestoff findet sie einen magischen Kreis. Aus Versehen rollt ein Cookie rein und verschwindet. Ein Dämon wird darin gefangen gehalten und Robins Kekse sind seine Rettung.
Gemeinsam geingt ihrnen die Flucht und aufregende Ereignisse nehmen ihren Lauf.
Ich kenne schon die Paralellserie dieser Autorin und mag ihren Stil sehr. Humorvoll, selbstironisch und immer für eine Überraschung gut. Macht es Spaß den Geschichten über Dämonen und ihre Bezwinger sowie Zauberer und Hexen zu lesen.
Es fließt zwar Blut und Köpfe rollen, aber es wirtk eher witzig als grausam. Ich freue mich auf die Fortsetzung der Serien.
Rezensionen von PucKker:
Sadness forever
Happiness Forever von Adelaide Faith
Tja, hier wurde das Buch mitsamt Klappentext und Aufmachung einfach komplett falsch verkauft. Leichtigkeit, Freude, Charme und Humor? Davon findet sich im Buch eigentlich nichts. Stattdessen ist es durchgehend bedrückend – fast schon lähmend – und zieht einen eher runter als mit. Das Originalcover trifft den Ton deutlich besser als das deutsche.
Und dadurch ist es echt schwierig, das Buch fair zu bewerten – weil man eben etwas ganz anderes erwartet.
Vom Stil her hat mich das Ganze stark an All die kleinen Vogelherzen erinnert. Wieder eine Protagonistin, die sich komplett verloren fühlt, nicht so recht ins Leben findet und größtenteils in ihrem eigenen Kopf lebt. Handlung gibt es kaum, Entwicklung auch nicht, und ausgerechnet die Figuren bleiben erschreckend flach – obwohl alles so sehr auf Innenleben ausgerichtet ist. Trotzdem bleiben einige Fragmente lange im Kopf und wenn man sich auf die Geschichte einlässt, kann sie doch auf eine skurrile Weise interessant sein.
Wer sich für (relativ monotone) Therapiesitzungen als literarisches Setting begeistern kann und keine echte Entwicklung erwartet, für den könnte das hier trotzdem etwas sein. Denn im Grunde geht’s um genau das – und um nicht viel mehr.
Rezensionen von PucKker:
Nicht verkehrt
Sei glücklich, älter wirst du sowieso von Diane Hielscher
Der Titel „Sei glücklich, älter wirst du sowieso“ hat mich sofort angesprochen – witzig, direkt. Also habe ich mir das Buch geschnappt und war gespannt, was mich erwartet.
Die Autorin trägt darin Studien, Erfahrungen und Gedanken zum Thema Älterwerden zusammen – mit einem ganzheitlichen Blick auf Körper, Geist und Umfeld.
Dabei geht es um Themen wie Selbstfürsorge, Optimismus, Verbundenheit, Kreativität oder Dopaminroutinen. Vieles davon ist aber ehrlich gesagt nicht besonders neu – einiges kannte ich schon, anderes kommt einem sehr vertraut vor, wenn man sich mit diesen Themen schon ein bisschen beschäftigt hat.
Dennoch: Für viele dürfte es hilfreich sein, all das mal in einem Buch zusammengefasst zu finden. Gerade als Einstieg oder Überblick. Für meinen Geschmack blieb es inhaltlich oft etwas oberflächlich. Es werden viele Namen, Zitate und Studien in den Raum geworfen – teilweise fast schon ein bisschen plakativ. Aber: Einige der erwähnten Bücher werde ich mir definitiv noch anschauen. Und vielleicht höre ich auch mal in den Podcast der Autorin rein.
Die Übungen am Ende jedes Kapitels fand ich grundsätzlich eine schöne Idee – sie bringen das Gelesene nochmal auf den Punkt. Allerdings waren manche Vorschläge entweder extrem vage oder ganz schön groß:
„Holen Sie sich das Gefühl von Verbundenheit in Ihrem Viertel!“ oder
„Finden Sie Ihre Kreativität, Ihren Flow und Ihre Dopaminpraktik und üben Sie sie jeden Tag aus!“
Das ist mir persönlich manchmal ein bisschen zu viel auf einmal.
Alles in allem ein Buch mit guter Grundidee, sympathischer Stimme und einem positiven Zugang zum Thema Altern – aber mit Luft nach oben, wenn es um Tiefe und Konkretheit geht.
Rezensionen von ReiShimura:
Zwischen Wunsch und Wirklichkeit – Eine bewegende Doppelperspektive
Sei glücklich, älter wirst du sowieso von Diane Hielscher
Zuallererst möchte ich meinen Hut ziehen vor Anne Sauer und Chantal Busse. Erstere ist hierbei die Autorin des Buches und zweitere die Sprecherin des Hörbuchs. Beide haben einen fantastischen Job gemacht.
Die Idee des Buches, zwei verschiedene Leben ein und derselben Person parallel zu erleben, hat mich von Anfang an fasziniert.
Allerdings hatte ich auch so meine Befürchtungen, dass mich dies, vor allem als Hörbuch, sehr verwirren könnte. Diese Befürchtung hat sich aber sofort in Luft aufgelöst, als ich mit dem Hören begonnen habe. Denn die Abgrenzung der beiden Geschichten war von Beginn an klar und äußerst eindeutig. Chantal Busse und ihre äußerst eindrucksvolle Stimme hat mich durch die Seiten und Stunden des Buches getragen. Ich wollte gar nicht mehr aufhören ihr zuzuhören. Und dies liegt nicht nur an der Geschichte. Chantals Stimmmelodie hat mir unglaublich gut gefallen, sie dürfte mir auch gerne eine Packungsbeilage eines x-beliebigen Medikamentes vorlesen und ich würde ihr noch immer gerne zuhören.
Auf den Inhalt des Buches möchte ich nicht groß eingehen, diesen kann man der Beschreibung des Buches oder dem Klappentext entnehmen. Ein paar wenige Worte muss ich aber leider doch verlieren, um meine nachfolgende Bewertung ein wenig verständlicher zu machen.
In diesem Buch begleitet man einerseits Toni, die mit ihrem Freund in einer schicken Wohnung wohnt und mehr oder weniger verzweifelt probiert ein Kind zu bekommen. Andererseits begleitet man aber auch Antonia, die gerade frisch Mutter geworden ist und mit dieser Situation ziemlich zu kämpfen hat. So weit, so gut. Toni und Antonia sind allerdings ein und dieselbe Person und nein es handelt sich weder um Polygamie noch um Schizophrenie. Wir begleiten sie einfach nur im Leben nebenan. Im was wäre, wenn. Was wäre, wenn sich Toni im Laufe der Jahre anders entschieden hätte. Wenn sie sich nicht von ihrer Jugendliebe getrennt hätte.
Allein dieses Gedankenspiel als Grundlage für einen Roman hat bei mir Begeisterung hervorgerufen. Denn wie so viele andere auch, habe ich mir diese Frage bereits öfter gestellt. Was wäre passiert, wie würde mein Leben aussehen, wenn ich diese oder jene Entscheidung nicht getroffen hätte. Wäre ich jetzt glücklicher, zufriedener, mit mir selbst im Reinen? Anne Sauer gibt nicht unbedingt Antworten auf diese Fragen, eröffnet aber einen ganz besonderen Blickwinkel auf dieses Thema.
Aber die Autorin macht an diesem Punkt noch nicht halt. Denn der Hauptunterschied oder zumindest das herausstechende Merkmal der beiden Leben, ist das Kind. Die eine hätte gerne eines, es funktioniert aber nicht so richtig. Die andere hat gerade eines bekommen und hadert mit der Situation. Anne Sauer verbindet die beiden doch sehr schweren Themen unerfüllter Kinderwunsch und regretting motherhood miteinander. Beides recht anspruchsvolle Thematiken, die man am liebsten nie selbst erleben möchte. Wobei ich für alle die vor allem zweiteres abschreckt einwenden muss, dass dies meine Interpretation ist. Im Roman selbst ist, ohne jetzt spoilern zu wollen, von Anpassungsstörungen die Rede. Es geht darum, wie fühlt man sich als Frau, wenn man gerade ein Kind bekommen hat. Liebt man es sofort und bis über beide Ohren, so wie es einem alle immer sagen?
Mir ist bewusst, dass dies alles nach einem tragischen und schwerfälligen Roman klingt und sich viele vielleicht überlegen, ob sie sich das wirklich antun sollen. Meine Antwort darauf, ist ein klare Ja, denn so belastend die Themen auch sein können. Die Autorin Anne Sauer packt in all dies eine Prise Humor hinein, schwarzen Humor bis zu einem gewissen Grad, ja natürlich. Aber dennoch ist die Geschichte wirklich amüsant und dies ohne billige und platte Witze.
Das Ende des Buches hat mich ein klein wenig irritiert und gestört. Ich kann einerseits verstehen, warum die Autorin das Buch genau so enden hat lassen, wie sie es eben getan hat. Andererseits habe ich das Gefühl, dass Anne Sauer mir noch ein paar erklärende Worte schuldet. Daher kann ich dem Buch auch leider nicht die Höchstnote geben. Aber eine Herzensempfehlung ist es auf jeden Fall.
Rezensionen von Kwinsu:
Mensch-Vogel-Psychogramm
Das Nest von Sophie Morton-Thomas
Fran verzweifelt Zusehens. Ihr Mann Dom entgleitet ihr, genauso ihr kleiner Sohn Bruno, nicht zu sprechen von ihrer Schwester Ros, die mit ihrer Tochter Sadie und ihrem Lebensgefährten Ellis nach gescheitertem Leben kostenlose Zuflucht in einem ihrer Mobilheime findet. Ständig wundert und sorgt Fran sich über bzw.
um ihre Verwandtschaft und ihr einziger Trost scheint die brütende Mutter eines seltenen Zwergseeschwalbennests zu sein, um dessen Verlust sie immer mehr bangt. Das bessert sich auch nicht, als sich gegenüber ihrer Mobilheimsiedlung eine Familie von reisenden Roma niederlässt. Als schließlich Brunos & Sadies Lehrerin verschwindet und mit ihr auch Ellis, scheint das beschauliche Leben am einsamen, englischen Küstenstreifen ein Ende zu haben...
"Das Nest" besticht gleich durch mehrere Tatsachen: die langsame, eindringliche Beschreibung der Küstenlandschaft; die eingehende Beobachtung von Vögel; die verschiedenen Blickwinkel, aus denen die Geschichte erzählt wird; das große Fragezeichen, dass bis kurz vor Ende über dem Erzählten schwebt; die unterschiedlichen Charaktere, die allesamt suspekt erscheinen, der intensive Blick in die Psyche der Erzählenden. Es hat ein paar Seiten gedauert, bis ich in den außergewöhnlichen, gemächlichen Erzählstil hineingefunden habe, aber als ich den Kipppunkt überschritten hatte, gab es kein Halten mehr: ich musste das Buch in einem Satz zu Ende lesen. Das schaffen nicht viele Bücher, doch Morton-Thomas spinnt ein Netz aus vielschichtigen Strängen, die einen gefangen halten, bis man am Ende - etwas unzufrieden - ausgespuckt wird. Aber von vorne:
Wir lesen die Geschichte aus zwei Perspektiven: aus der Sicht der bereits angeführten Fran und Tad, einem Rom. In Frans Welt werden wir umgehend eingeführt, wohingegen Tads Erzählung vorerst rätselhaft bleibt, man kann nicht so richtig verorten, wie er in die starke Geschichte Frans hinein passt. Diese beiden Stränge zusammenzuführen, gelingt der Autorin kunstvoll und sie schafft dabei einen grandiosen Spannungsbogen. Je weiter man liest, desto mehr Rätseln scheinen sich aufzutun, man weiß bald, es gab einen Mord und irgendwie verdächtigt man gleich einmal alle Charaktere, denn alle sind besonders: schrullig, ein wenig irre, mitunter auch gewalttätig, aber auch tragisch. Kurzum: etwas lost. Die Figuren werden so beschrieben, dass sie einem sympathisch und unsympathisch zugleich sind und alle sind verdächtig. Das trifft nicht nur auf die Erwachsenen zu, sondern auch auf die Kinder. Immer wieder (Achtung: Triggerwarnung!) werden zu Tode gequälte Vögel gefunden und eigentlich könnte sie jeder getötet haben. Grundsätzlich: wir erfahren viel über die Psyche der vorkommenden Personen und irgendwie wird dieses Psychogramm auch anhand der unterschiedlichen Vogelliebe erstellt.
"Das Nest" ist kein Krimi im klassischen Sinn, obwohl sich die Spannung um des Mordes Rätsel zunehmend steigert. Die Polizei scheint aus absoluten Losern zu bestehen, die nicht ordentlich ermitteln, aber der Schein kann trügen, denn beim Lesen sollte man sich vergegenwärtigen, dass wir nur zwei, sehr, sehr subjektive Perspektiven erzählt bekommen. Grundsätzlich lässt sich das Genre dieses Buches nur schwer greifen, was es als perfekte Wahl für den kleinen Verlag "Pendragon" macht, der Jahrs zuvor mit "Das Haus in dem Gudelia stirbt" ein ähnlich undefinierbares Werk herausbrachte. Wobei, wenn Psychogramm ein eigenes Genre ist, trifft es auf beide Bücher zu.
Auch Gesellschaftliches wird in vielen Facetten thematisiert. Armut, Verwahrlosung, Vernachlässigung, Vorurteile, die gekonnt ins Gegenteilige gesetzt werden, verstummende Beziehungen, Beeinträchtigungen, Solidarität, Gerüchte, Natur, Gewalt, und so weiter. Alles nicht zu offensichtlich, sondern fein eingewoben in die Geschichte und deren starke Atmosphäre.
Der Grund, weshalb meine Bewertung einen Stern Abzug erhält, ist das Ende. Auch wenn ich das Buch wirklich jedem, der etwas Außergewöhnliches lesen mag, nur sehr ans Herz legen kann: das Ende war für meinen Geschmack zu konstruiert und zu viele Fragen bleiben offen. Das war aber auch bestimmt so gedacht, denn, wie bereits erwähnt, erfahren wir ja nur aus zwei Erzählperspektiven von dem Geschehen. Nichtsdestotrotz bleibt eine sachte Enttäuschung, dass enorm viel der Spekulation der Leser*innen überlassen bleibt und manche Handlungen zum Schluss auch mit viel Menschenkenntnis nicht nachvollzogen werden können.
Mein Fazit: "Das Nest" ist ein grandios geformtes Psychogramm einer Dorfgemeinschaft, das absolute Spannung bietet, die sich langsam aufbaut und immer mehr zuspitzt. Die geschaffene Atmosphäre ist sehr stark und prägt sich nachhaltig ein, die Rätsel verlangen den Hirngewinden immer mehr Geschwindigkeit ab, um die Lesenden am Ende erschöpft und ein klein wenig enttäuscht zurückzulassen. Eine absolute Leseempfehlung an alle, die kein vorgegebenes Genre brauchen und besonderen Lesestoff suchen, über den noch jahrelang spekuliert werden kann.
Rezensionen von April1985:
Geheimwaffe Sprache
Die Sprache der Drachen von S. F. Williamson
Mit ,A Language of Dragons‘ hat S.F Williamson einen Reihenauftakt geschrieben, den ich wirklich sehr gerne gelesen habe. Nicht nur, dass Drachen eine große Rolle spielen, auch das Thema Sprache in all ihren Ausprägungen und Dialekten trägt wesentlich zur Handlung bei. Für mich eine ungewöhnliche Mischung, die mich allerdings total fasziniert hat
Die Handlung spielt in einem fiktiven London des Jahres 1923.
Die Menschen sind in verschiedene Klassen eingeteilt. Es ist ein ungerechtes Drei-Klassen-System, das angeblich den Frieden zwischen Menschen und Drachen wahren soll. Vivien Featherswallow und ihre Familie gehören zur zweiten Klasse. Vivien hat große Ziele im Leben. Sie ist bestrebt an der Akademie für Drachensprache zu studieren, auch um sicher zu stellen, dass sie und ihre Schwester nicht in die unterste Klasse abrutschen. Doch Viviens Träume enden jäh, als ihre Eltern der Rebellion bezichtigt und verhaftet werden. Auch Vivien wird in Gewahrsam genommen und ihr wird ein Ultimatum gestellt. In Bletchley Park soll Vivian gemeinsam mit anderen Jugendlichen den geheimen Drachencode knacken und die Sprache der Drachen entschlüsseln. Schafft sie es in der vorgegebenen Zeit, kann sie damit auch ihre Familie retten. Doch umso mehr Zeit Vivien in Bletchley Park verbringt, desto mehr beginnt sie am System und den ihr vorgegebenen „Wahrheiten“ zu zweifeln.
Zugeben, Vivien hat es mir nicht immer leicht gemacht sie zu mögen. Einige ihrer Handlung fand ich einfach nur unüberlegt, vorschnell, total eingennützig und dumm. Aber Vivien lässt sich auch von nichts und niemanden aufhalten. Ihr Wissensdurst und Bestreben ihre Familie zu retten, machen ihre Defizite nahezu weg. Vivien macht eine enorme Entwicklung durch und es war spannend sie auf diesem Weg zu begleiten.
Es gibt außerdem eine kleine Liebesgeschichte. Sehr sanft und sehr leise. Genauso wie Vivien muss sich diese auch noch entwickeln und entfalten. Mir hat das ruhige Tempo jedenfalls gefallen.
Dass die Autorin Bletchley Park als Handlungsort gewählt hat, finde ich ziemlich genial, bedenkt man den historischen Hintergrund. Einen passenderen Ort um den Drachencode zu knacken, gibt es glaube ich nicht.
Überhaupt fand ich das Thema Sprache – in diesem Fall Drachensprache – unglaublich spannend. Es geht nicht nur um Sprache an sich, sondern um die verschiedenen Ausprägungen, Dialekte innerhalb verschiedener Arten von Drachen. Aber auch um die Verständigung in Familien. Auch wenn man teilweise das Gefühl hat, die Handlung schreitet nicht voran, habe ich die Geschichte total fesselnd gefunden. Mich hat die Thematik einfach total fasziniert.
Ich hatte beim Lesen außerdem hin und wieder totale ‚Divine Rivals‘– und ‚Tribute von Panem‘-Vibes. Beides Reihen, die ich total geliebt habe. Ersteres liegt unter anderem am Setting bzw. dem Zeitalter. Das Klassensystem und die Ungerechtigkeiten dahinter, hat mich an Panem bzw. Dystopien im Allgemeinen erinnert.
So richtig viel passiert dann im letzten Drittel. Die Ereignisse überschlagen sich und plötzlich jagd gefühlt ein Plottwist den anderen. Das Ende hat mich total sprachlos zurück gelassen. Ich freue mich auf die Fortsetzung, die ganz dringend gelesen werden will.
Fazit
Ein faszinierendes Debüt, in dem nicht nur Drachen eine große Rolle spielen, sondern das sich auch mit dem Thema Sprache und der Macht, die hinter dieser steckt, beschäftigt. Absolute Leseempfehlung!
Rezensionen von April1985 :
Geheimwaffe Sprache
Die Sprache der Drachen von S. F. Williamson
Mit ,A Language of Dragons‘ hat S.F Williamson einen Reihenauftakt geschrieben, den ich wirklich sehr gerne gelesen habe. Nicht nur, dass Drachen eine große Rolle spielen, auch das Thema Sprache in all ihren Ausprägungen und Dialekten trägt wesentlich zur Handlung bei. Für mich eine ungewöhnliche Mischung, die mich allerdings total fasziniert hat
Die Handlung spielt in einem fiktiven London des Jahres 1923.
Die Menschen sind in verschiedene Klassen eingeteilt. Es ist ein ungerechtes Drei-Klassen-System, das angeblich den Frieden zwischen Menschen und Drachen wahren soll. Vivien Featherswallow und ihre Familie gehören zur zweiten Klasse. Vivien hat große Ziele im Leben. Sie ist bestrebt an der Akademie für Drachensprache zu studieren, auch um sicher zu stellen, dass sie und ihre Schwester nicht in die unterste Klasse abrutschen. Doch Viviens Träume enden jäh, als ihre Eltern der Rebellion bezichtigt und verhaftet werden. Auch Vivien wird in Gewahrsam genommen und ihr wird ein Ultimatum gestellt. In Bletchley Park soll Vivian gemeinsam mit anderen Jugendlichen den geheimen Drachencode knacken und die Sprache der Drachen entschlüsseln. Schafft sie es in der vorgegebenen Zeit, kann sie damit auch ihre Familie retten. Doch umso mehr Zeit Vivien in Bletchley Park verbringt, desto mehr beginnt sie am System und den ihr vorgegebenen „Wahrheiten“ zu zweifeln.
Zugeben, Vivien hat es mir nicht immer leicht gemacht sie zu mögen. Einige ihrer Handlung fand ich einfach nur unüberlegt, vorschnell, total eingennützig und dumm. Aber Vivien lässt sich auch von nichts und niemanden aufhalten. Ihr Wissensdurst und Bestreben ihre Familie zu retten, machen ihre Defizite nahezu weg. Vivien macht eine enorme Entwicklung durch und es war spannend sie auf diesem Weg zu begleiten.
Es gibt außerdem eine kleine Liebesgeschichte. Sehr sanft und sehr leise. Genauso wie Vivien muss sich diese auch noch entwickeln und entfalten. Mir hat das ruhige Tempo jedenfalls gefallen.
Dass die Autorin Bletchley Park als Handlungsort gewählt hat, finde ich ziemlich genial, bedenkt man den historischen Hintergrund. Einen passenderen Ort um den Drachencode zu knacken, gibt es glaube ich nicht.
Überhaupt fand ich das Thema Sprache – in diesem Fall Drachensprache – unglaublich spannend. Es geht nicht nur um Sprache an sich, sondern um die verschiedenen Ausprägungen, Dialekte innerhalb verschiedener Arten von Drachen. Aber auch um die Verständigung in Familien. Auch wenn man teilweise das Gefühl hat, die Handlung schreitet nicht voran, habe ich die Geschichte total fesselnd gefunden. Mich hat die Thematik einfach total fasziniert.
Ich hatte beim Lesen außerdem hin und wieder totale ‚Divine Rivals‘– und ‚Tribute von Panem‘-Vibes. Beides Reihen, die ich total geliebt habe. Ersteres liegt unter anderem am Setting bzw. dem Zeitalter. Das Klassensystem und die Ungerechtigkeiten dahinter, hat mich an Panem bzw. Dystopien im Allgemeinen erinnert.
So richtig viel passiert dann im letzten Drittel. Die Ereignisse überschlagen sich und plötzlich jagd gefühlt ein Plottwist den anderen. Das Ende hat mich total sprachlos zurück gelassen. Ich freue mich auf die Fortsetzung, die ganz dringend gelesen werden will.
Fazit
Ein faszinierendes Debüt, in dem nicht nur Drachen eine große Rolle spielen, sondern das sich auch mit dem Thema Sprache und der Macht, die hinter dieser steckt, beschäftigt. Absolute Leseempfehlung!









