Kunden em pfehlungen
Rezensionen von v_im_wunderland:
sehr gut
Leuchtende Schatten von Iris Wolff
Ich kannte die Autorin vor diesem Buch noch nicht und hatte deshalb noch keine Vorahnung oder Erwartung an dieses Buch. Jedoch wurde ich sehr positiv überrascht und kann dieses Buch absolut empfehlen. Denn es handelt von einer Freundschaft, die ganz besonders ist. Denn die beiden jungen Frauen und die es geht kommen aus 2 unterschiedlichen Familien und schaffe mich dennoch eine ganz besondere Freundschaft zwischen beiden Gedeihen zu lassen.
Dieses Buch spielt im Setting des zweiten Weltkriegs in Siebenbürgen. Dabei werden die großen Themen des Krieges behandelt wie Verlust. Der Schreibstil ist sehr poetisch und angenehm zu lesen und er nimmt einen einfach mit. Das Buch über diese Zwei Frauen hat mich sehr bewegt und tiefgründig beeindruckt. Ich kann dieses Buch absolut empfehlen und werde sicherlich jetzt auch noch andere Bücher der Autorin lesen.
Rezensionen von Bücher in meiner Hand:
Am besten direkt am Meer lesen!
Über der Brandung von Franziska Jebens
Die namenlose Protagonistin entscheidet am Flughafen spontan wohin sie fliegt: nach Athen. Dort am Flughafen trifft sie auf Dita, die ihr den Tipp gibt, auf Kefonisi nach Hera, ihrer Tante, zu fragen. Der Ort wäre perfekt für sie. Nachdem am Hafen von Kefonisi ein Taxi sie nicht zu Hera bringen will, sie immerhin auf dem Moped ein Stück weit mitgenommen wird, ist sie sich ihrer Sache nicht mehr sicher.
Sie sehnte sich zwar nach dem Ende der Welt, aber so?
Sie landet abgelegen und nur durch einen Wanderweg erreichbar, in einem kleinen Häuschen direkt am Meer. Hera erwartet sie schon. In den nächsten Tagen sieht sie ausser Hera und der Ziege Meltemi kaum jemanden und sie lebt ein Leben am Meer mit fast nichts.
In den Wochen darauf lernt sie den Segler Yannis, Heras Freundinnen und den Schweden kennen. Somit wären alle Figuren bereits erwähnt. Die namenlose Erzählerin wird im Laufe der Geschichte zu Nea. Der Name, übersetzt mit "Die Neue" passt ihr gut. Namen und Orte sind irgendwie nicht wichtig, so bleibt auch der Schwede immer nur "Der Schwede". Die Charaktere sind fast alles Aussteiger*innen, die auf der kleinen Insel mit Wenigem zufrieden sind.
Die Ruhe, die auf der Insel gesucht wird, wird im Roman deutlich hervorgehoben. Das ruhige Leben auf der Kykladeninsel hebt sich ab vom Trubel der Grossstadt, aus der Nea kam. Es geht um Entschleunigung und um in der Ruhe, weit weg von der (übertrieben gesagt) Zivilisation, zu sich zu kommen.
Das bringt die Autorin sehr deutlich rüber. Ebenso auch, dass es sich bei "Über der Brandung" um einen Roman handelt, in der es um die Kraft der Freundschaft geht, ausgelebt nach alten Traditionen. Es ist ein Roman, der vielen Leserinnen vielleicht zu ruhig und zu handlungslos ist. Man sollte die stille und naturverbundene Atmosphäre an der Ägäis-Küste schon mögen und es schadet wahrscheinlich auch nicht, wenn die Leserschaft nicht allzu jung und bereits jenseits der Dreissig ist.
Mir hat "Über der Brandung" gut gefallen. Der Schreibstil, das Setting, der Plot: schön. Bei der Bewertung fehlte gar nicht viel für fünf Sterne. Vielleicht war es mir ein bisschen zu klischeehaft, dieses "Plötzlich ist alles gut"-Feeling. Nichts gegen Kräuterheilkunde und Mystik, aber vielleicht war es gerade diese Kombination, die mir dann doch ein Mü zu viel war. Dafür empfand ich es total nachvollziehbar, wieso Nea aus Deutschland geflüchtet ist.
Meine Lieblingsfigur war eindeutig Meltemi: die einen haben Katzen, die andern Ziegen. Ich kann mir Nea und Meltemi, nebeneinander auf dem Steg liegend so gut vorstellen. Herrlich!
Auf jeden Fall habe ich jetzt grosse Lust, auch Jebens vorherigen Roman "Immer am Meer entlang" zu lesen.
Fazit: Wenn ihr könnt: liest dieses Buch am Meer! Die griechische Ägäis wäre dann noch das Nonplusultra.
4 Sterne.
Rezensionen von carola1475:
Atmosphärisch und spannend
DAISY - Und all deine Geheimnisse werden mir gehören von Melanie Raabe
Die Berliner Anwältin Luca geht nachts einer ungewöhnlichen Beschäftigung nach. Sie bricht bei boshaften Menschen ein, die straflos mit ihren Vergehen davon gekommen sind und hinterlässt außer einem Gänseblümchen etwas, was diesen Leuten die Sicherheit nimmt, dass ihr Handeln auch in Zukunft ohne Konsequenzen bleiben wird.
Doch plötzlich hängen in der ganzen Stadt Plakate, die sich für Luca wie Drohungen lesen. Wer dreht den Spieß um und bringt ihre ganze Existenz in Gefahr?
Durch Lucas Ich-Perspektive lerne ich die junge Frau gut kennen und teile ihre Gedanken und Gefühle. Da gibt es ein nicht verarbeitetes Trauma, das mit ihrer Jugend zu tun hat, von der in einem zweiten Handlungsstrang ebenfalls in Ich-Perspektive erzählt wird und wodurch Lucas Entwicklung und Beweggründe allmählich klar werden.
Melanie Raabe schreibt bildhaft und eindringlich, die Geschichte fesselt von Beginn an und ich habe mit gerätselt, wer ihr Feind und was seine Motivation ist. Wie Luca war ich mir lange nicht sicher.
Die Figuren sind überzeugend ausgearbeitet, sie sind interessant und erscheinen authentisch, besonders Luca ist ein tiefgründiger und psychologisch schlüssiger Charakter.
Mit seinen unerwarteten Wendungen und einer beklemmenden Atmosphäre hat mir der spannende Thriller um Vertrauen, Geheimnisse und ein bedrohliches Katz-und-Maus-Spiel sehr gut gefallen und mich bestens unterhalten. Wieder ist Melanie Raabe ein lesenswerter Roman gelungen. Das dunkel gehaltene Cover passt perfekt zum Buch.
Rezensionen von clematis:
Freiheit
Sommer im Seehaus von Eva Grübl
Katharina erkrankt mit 66 Jahren an Demenz, es ist Manuel, ihr Enkelsohn, der die Veränderungen als Erster bemerkt. Ihre drei Töchter haben kaum Kontakt zueinander und müssen nun überlegen, wie sie mit der fortschreitenden Krankheit ihrer Mutter umgehen sollen. Ein Treffen im Ferienhaus am Wolfgangsee, wo die Familie glückliche Tage erlebt hat, bringt ungeahnte Tatsachen aus der Vergangenheit ans Licht.
Nicht nur die Demenz beraubt Katharina ihrer gewohnten Freiheit, auch in jungen Jahren ist Freiheit ein ganz großes Thema.
Berührende und einfühlsame Worte wählt Schriftstellerin Eva Grübl, um die Demenzerkrankung von Katharina den Lesern anschaulich und ohne Effekthascherei näherzubringen. In den ersten Kapiteln lernen wir die wesentlichen Figuren kennen, erfahren, wie Katharina ihre Vergesslichkeit einerseits dem Alter zuschreibt, andererseits mit Kalendereinträgen und Merkzetteln geschickt vor anderen verbirgt. Aber nicht nur die sympathische Großmutter leidet unter Problemen, auch ihre Töchter kämpfen mit kleineren Alltagssorgen und schwerwiegenderen Problemen, wodurch der siebzehnjährige Manuel früh erwachsen werden und Verantwortung übernehmen muss. Je weiter wir in diese taktvoll erzählte Geschichte eintauchen, umso mehr tun sich verblüffende Neuigkeiten auf, die Stück für Stück verstehen lassen, warum jede einzelne Person zu der geworden ist, die sie ist, warum die Familie im Laufe der Zeit so auseinandergedriftet ist. Der Wechsel zwischen den Zeiten, die Szenen in der DDR, die Authentizität aufgrund eingehender Recherche, die Puzzlesteine sind ausgewogen ausgelegt und verleihen dem eher ruhigen Roman eine ganz besondere Spannung.
Natürlich bleiben gegen das Ende hin einige Fragen offen, welche nun meine Neugier wecken, wie es beim „Wiedersehen im Seehaus“ wohl weitergehen wird. Absolute Leseempfehlung, wenn man sich für Demenz, Familiengeheimnisse und das Leben in der DDR in den 1970er/1980er-Jahren interessiert!
Rezensionen von Shilo:
Die Geschichte einer vergessenen Frau
Im Licht des neuen Tages von Jarka Kubsova
Die Handlung dieses Romans entwickelt sich in einem ruhigen Tempo und lässt den Figuren viel Raum. Elli Hajek zieht sich zum Schreiben in ein abgelegenes Haus im böhmischen Wald zurück. Dort beschäftigt sie sich immer mehr mit Viktorka, von der ihre tschechische Großmutter erzählt hat. Je mehr Elli über sie herausfindet, desto stärker wird auch ihre eigene Vergangenheit zum Thema.
Je weiter Elli in Viktorkas Leben eintaucht, desto mehr Gemeinsamkeiten zwischen den beiden Frauen werden sichtbar. Trotz der unterschiedlichen Zeiten verbindet die beiden mehr, als zunächst zu erkennen ist. Beide müssen ihren eigenen Weg finden und sich mit Dingen auseinandersetzen, die lange verdrängt oder von anderen beurteilt wurden. Dadurch bekommt die Handlung mehr Tiefe, ohne dass sie ständig im Vordergrund stehen muss.
Der böhmische Wald wird sehr anschaulich beschrieben und bekommt dadurch seinen eigenen Platz im Roman. Farn, Wege und das Wasser konnte man sich beim Lesen gut vorstellen. Gleichzeitig hat dieser Ort etwas Geheimnisvolles, das gut zu Viktorkas Leben passt.
Ellis persönliche Suche fand ich ebenfalls interessant. Eigentlich möchte sie in dem abgelegenen Haus an ihrem Buch arbeiten. Stattdessen kommt sie immer mehr ihrer eigenen Vergangenheit näher. Ihre Reise nach Tschechien wird dadurch zu mehr als einer Suche nach Viktorkas Wahrheit. Dabei geht es immer wieder um alte Erinnerungen, die eigene Herkunft und das, was man lange hinter sich lassen wollte.
Die Handlung wird eher ruhig erzählt und ist stellenweise märchenhaft. Manches erschließt sich erst nach und nach. Das langsame Tempo hat für mich meistens gut gepasst, auch wenn es zwischendurch etwas zügiger hätte sein dürfen.
Gut gelungen ist außerdem, dass Frauen und ihre Lebenswege eine wichtige Rolle spielen. Dabei zeigt sich auch, wie wenig Frauen früher selbst über ihr Leben bestimmen konnten und wie schnell andere über sie urteilten, wenn sie nicht den Vorstellungen ihrer Zeit entsprachen. Dadurch bekommt Viktorkas Leben eine größere Bedeutung und bleibt nicht nur ihre persönliche Geschichte.
Am Ende bleibt vor allem ein ruhiger und nachdenklicher Eindruck zurück. Nicht jede Stelle hat mich gleich stark erreicht, aber die Verbindung von Elli und Viktorka, der böhmische Wald und die Fragen nach Herkunft und Freiheit haben mir gut gefallen. Ein Roman, für den man sich Zeit nehmen sollte und der noch ein wenig zum Nachdenken einlädt. 4 Sterne.
Rezensionen von Eternal-Hope:
Einfühlsames Coming-of-Age
Mit dem ersten Licht von Florian Knöppler
"Mit dem ersten Licht" ist ein Buch, das eine spezielle Stimmung braucht beim Lesen. Es ist ein ruhiges, einfühlsames Buch, wir kommen nah an einen Jugendlichen ran, beobachten und erleben die Welt aus seinen Augen, die Treffen mit Freunden, die herausfordernde Situation in seiner Familie, die Annäherung an das Mädchen Laura.
Es ist kein Buch, das von Spannung oder schnellen Handlungen lebt, sondern eines, das dazu einlädt, innerlich ruhig zu werden und sich mit dem jungen Mann zu verbinden, tief mitzufühlen und sich dabei verbunden zu fühlen.... oder auch etwas Neues zu lernen über die Gefühle von Entfremdung, Anders-Sein, Sich-Unverstanden-Fühlen und dann doch wieder Momenten der zarten Verbindung, die so vielen Heranwachsenden vertraut sind.
Ich empfehle das Buch jenen, die gerade in sich die Ruhe und Tiefe spüren, sich darauf einzulassen und dafür mit einem zarten, einfühlsamen Leseerlebnis belohnt zu werden.
Wer hingegen gerade Spannung, schnelle Unterhaltung und Tempo sucht, ist mit anderen Werken besser beraten.
Rezensionen von Lies_ein_Buch:
fands ok
The Flamebearer Trilogy 1: The Witch in the Dead of Night von Charlotte Buckley
Ich hatte leichte Startschwierigkeiten mit dem Buch, wobei ich nicht genau festmachen kann woran es lag. Aber als dann der Vampirkönig und die Hexen-Bedienstete aufeinander trafen, war auch ich endlich in der Handlung angekommen und fand vor allem die überraschend offene Art des Königs sehr einnehmend.
Bin ehrlich, war anfangs großer Fan von ihm.
Aber der Vibe mit Enhart ist halt einfach nochmal ne ganz andere Hausnummer. Ich bin zwar eigentlich aus meiner Vampir-Fangirl-Era raus, aber die Spannung hab ich schon gefühlt. Finde sowieso, dass Enhart die deutlich spannendere Figur ist, während König Mordric eher blass hinter ihn zurückbleibt. Spannend fand ich eigentlich auch, dass das Thema Bluttrinken hier gar nicht mal so ne große Rolle spielt und es eigentlich nur eine Szene gibt, wo das relevant ist.
Saras Stellung als eine der wenigen verbliebenen Hexen und die Frage nach dem Grund, warum sie all diese Magie beherrschen muss, kommen mir eigentlich zu kurz. Sie hinterfragt das auch alles gar nicht, sondern sonnt sich in all der Aufmerksamkeit. Auch wird von Intrigen gegen den König gesprochen, gezeigt werden sie aber nie. Ganz am Ende blitzt da ein bisschen was durch, aber es bleibt alles eher vage. Im Fokus steht hauptsächlich wirklich das Lovetriangle.
Diese offenen Enden sind ja immer nicht so ganz mein Fall. Hier gehts weil grade akut nichts spannendes passiert. Würde einen zweiten Band aber lesen wollen, weil ich mir ein paar Antworten über den Hexenzirkel erhoffe.
Rezensionen von Lies_ein_Buch:
Alles ist im Fluss
Hummerjahre von Beatrix Gerstberger
Ich wusste gar nicht wie sehr ich mich nach diesem zweiten Band gesehnt habe, bis er plötzlich erschienen war. Die Hummerfrauen war für mich ein absolutes Herzensbuch und ich habe mich wahnsinnig auf die Rückkehr nach Eagle Island gefreut. Wieder sehr stimmungsvoll, nachdenklich und ergreifend erzählt, ist das einfach ein Buch, was hängen bleibt und nachhallt.
Habe es wieder sehr genossen diese besonderen Frauen auf ihrer Reise durchs Leben zu begleiten.
Ich fand, dass der Einstieg direkt ein emotionaler Schocker war: es sind Jahre ins Land gezogen seit dem Ende von Band 1, vieles hat sich geändert, vieles weiterentwickelt und Verluste sind auch zu verzeichnen. Zum Glück durch die Rückblenden nicht völlig und es gibt trotz allem ein schönes Wiedersehen mit geliebten Figuren. Die Erzählung ist wieder sehr atmosphärisch, geprägt vom rauen Leben auf der Insel, dem wilden Setting und den Verbindungen der Figuren zur Insel und zueinander.
Luca finde ich eine wunderbar passende zentrale Figur für diese Geschichte und ich finds eigentlich schade, dass wir keine Kapital aus ihrer Perspektive bekommen haben. Vielleicht ja in Band 3?! Ansonsten sorgt Mina mal wieder ordentlich für Liebeschaos, Ann ist ein unerschütterlicher Fels in der Brandung dieser Geschichte und Julie nimmt die Dinge selbst in die Hand. Einfach toll. Aber auch die anderen Frauen, die hier zu Wort kommen fand ich ganz wundervoll platziert.
Eine starke Geschichte über Familie, Liebe und Weiblichkeit, von Aufbrüchen und der Sehnsucht nach den eigenen Wurzeln.
Rezensionen von Havers:
Kleinstadtleben im Mittleren Westen
Buckeye von Patrick Ryan
„Buckeye“, diesen Begriff kannte ich bisher nur von den Ohio State Buckeyes, einem College-Footballteam, und er bezeichnet die Rosskastanie, den offiziellen Baum Ohios, aber auch Spitzname der Bewohner dieses US-Bundesstaates. Womit wir bereits bei der Verortung des Romans von Patrick Ryan wären, der von der Kritik als amerikanisches Epos in der Tradition der „Great American Novel“ bezeichnet wird.
Eine Auszeichnung, aber auch eine Hypothek, die große Erwartungen bei der Leserin geweckt hat. Ob er es wohl mit den Klassikern „Früchte des Zorns“, „Der große Gatsy“ und „Moby Dick“ aufnehmen kann?
Bonhomie, eine konservative Kleinstadt in Ohio, Amerikas Mittlerem Westen. Wir begleiten zwei Paare, Cal und Becky Jenkins sowie Margaret und Felix Salt, über einen langen Zeitraum, beginnend Ende des Zeiten Weltkriegs bis Mitte der siebziger Jahre. Vier Leben, die miteinander verwoben sind, deren Handlungen, Traumata, Geheimnisse und Entscheidungen Kreise ziehen, die nicht nur Auswirkungen auf ihr Leben, sondern auch auf das der nachfolgenden Generationen haben.
Durch den einfühlsamen Umgang des Autors mit seinen Protagonisten zieht sich in dieser Geschichte von Sehnsüchten, Geheimnissen und Schuld ein Hauch von Melancholie durch den gesamten Roman. Und auch, wenn er sich den einen oder anderen ironischen Seitenhieb nicht verkneifen kann, wirkt das nie plump, da er sein Personal mit dem gebotenen Respekt behandelt.
All dies wird von Patrick Ryan geschickt eingebettet in die Beschreibungen des amerikanischen Kleinstadtalltags und ergänzt durch Ereignisse aus Zeitgeschichte und Popkultur, so dass die zeitliche Einordnung jederzeit auch ohne Nennen der Jahreszahl möglich ist, was ich sehr geschätzt habe.
So ist ihm vielleicht dann doch nicht eine neue „Great American Novel“ gelungen, aber wer ein Herz für großangelegte Familiensagas mit historischem Hintergrund hat, wird mit „Buckeye“ auf alle Fälle glücklich werden. Große Leseempfehlung meinerseits!
Rezensionen von Havers:
Kleinstadtleben im Mittleren Westen
Buckeye von Patrick Ryan
„Buckeye“, diesen Begriff kannte ich bisher nur von den Ohio State Buckeyes, einem College-Footballteam, und er bezeichnet die Rosskastanie, den offiziellen Baum Ohios, aber auch Spitzname der Bewohner dieses US-Bundesstaates. Womit wir bereits bei der Verortung des Romans von Patrick Ryan wären, der von der Kritik als amerikanisches Epos in der Tradition der „Great American Novel“ bezeichnet wird.
Eine Auszeichnung, aber auch eine Hypothek, die große Erwartungen bei der Leserin geweckt hat. Ob er es wohl mit den Klassikern „Früchte des Zorns“, „Der große Gatsy“ und „Moby Dick“ aufnehmen kann?
Bonhomie, eine konservative Kleinstadt in Ohio, Amerikas Mittlerem Westen. Wir begleiten zwei Paare, Cal und Becky Jenkins sowie Margaret und Felix Salt, über einen langen Zeitraum, beginnend Ende des Zeiten Weltkriegs bis Mitte der siebziger Jahre. Vier Leben, die miteinander verwoben sind, deren Handlungen, Traumata, Geheimnisse und Entscheidungen Kreise ziehen, die nicht nur Auswirkungen auf ihr Leben, sondern auch auf das der nachfolgenden Generationen haben.
Durch den einfühlsamen Umgang des Autors mit seinen Protagonisten zieht sich in dieser Geschichte von Sehnsüchten, Geheimnissen und Schuld ein Hauch von Melancholie durch den gesamten Roman. Und auch, wenn er sich den einen oder anderen ironischen Seitenhieb nicht verkneifen kann, wirkt das nie plump, da er sein Personal mit dem gebotenen Respekt behandelt.
All dies wird von Patrick Ryan geschickt eingebettet in die Beschreibungen des amerikanischen Kleinstadtalltags und ergänzt durch Ereignisse aus Zeitgeschichte und Popkultur, so dass die zeitliche Einordnung jederzeit auch ohne Nennen der Jahreszahl möglich ist, was ich sehr geschätzt habe.
So ist ihm vielleicht dann doch nicht eine neue „Great American Novel“ gelungen, aber wer ein Herz für großangelegte Familiensagas mit historischem Hintergrund hat, wird mit „Buckeye“ auf alle Fälle glücklich werden. Große Leseempfehlung meinerseits!










