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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von FogandBooks:

Wenn das Märchen-Retelling zum Fehlgriff wird

West of Wicked. Folge deinem Verlangen von Nikki St. Crowe


Ich bin generell einfach überhaupt nicht der Märchentyp und habe noch nie Märchen gemocht, weshalb mich auch Der Zauberer von Oz im Original nie gereizt hat. Trotzdem dachte ich mir bei West of Wicked, ich probiere es mit diesem Buch und dem Genre einfach mal aus. Hätte ja sein können, dass mich diese düstere Version total abholt und voll meinen Nerv trifft.

War aber leider überhaupt nicht der Fall und am Ende stand für mich hier leider eine Enttäuschung.

Der Einstieg fiel mir dank des angenehmen Schreibstils der Autorin zwar recht leicht, allerdings zog sich die erste Hälfte der Geschichte für meinen Geschmack ziemlich in die Länge. Obwohl das Buch ab 18 Jahren empfohlen wird, wirkte die Welt anfangs seltsam jung. Es las sich eher wie ein jugendliches Fantasybuch voller bunter Farben und feenartiger Hexen, gemischt mit einem sehr langsamen Farmeralltag in Kansas. Erst in der zweiten Hälfte zieht das Tempo an, es wird endlich actionreicher und die düstere, atmosphärische Stimmung kommt zum Tragen. Das Ende war sogar richtig spannend und hatte ein paar unvorhersehbare Wendungen im Gepäck, die mich dann doch noch etwas fesseln konnten. Ein echtes Problem hatte ich allerdings mit den Charakteren, zu denen ich kaum eine Verbindung aufbauen konnte. Dorothy ging mir mit ihrer naiven Art streckenweise ziemlich auf die Nerven, da sie die fremde Fantasywelt kaum hinterfragt und Fremden viel zu schnell ihr blindes Vertrauen schenkt. Der sexy Anteil, mit dem das Buch so groß beworben wird, war für mich leider ein totaler Reinfall. Der Spice war wirklich mau, wirkte extrem aufgesetzt und kam in den unpassendsten Momenten. Gleich zu Beginn gibt es eine ausführliche Szene mit einem Nachbarn, den man als Leserin noch gar nicht kennt, und auch später wird mitten auf der Flucht munter drauflosgeknutscht, was für mich die komplette Dynamik gekillt hat.

Die Vogelscheuche alias Rook war zwar optisch der absolute Mr. Perfect, aber seine Plot-Twists waren durch den Mangel an anderen Figuren leider meilenweit vorhersehbar und konnten mich nicht überraschen. Mein heimliches Highlight war tatsächlich der Blechmann, der hier als drogenabhängiger Söldner dargestellt wird. Seine düstere Hintergrundgeschichte und seine geheimnisvolle Fassade waren mit Abstand das Spannendste am ganzen Buch. Erzählt wird die Geschichte aus sehr vielen verschiedenen Perspektiven in recht kurzen Kapiteln. Das nimmt der Story leider extrem die Tiefe und den Raum zum Atmen. Kaum hat man sich in eine Figur hineingeversetzt, springt die Sichtweise schon wieder um. Dadurch blieben viele Charaktere, wie zum Beispiel die Hexen, total blass und kaum greifbar. Auch kleine Logikfehler, wie Dorothys plötzliche Verhütungs-Amnesie, obwohl sie absolut keine Kinder will, haben das Ganze für mich nicht besser gemacht.

West of Wicked rettet sich durch eine spannende zweite Hälfte und den coolen Blechmann-Charakter zwar noch auf solide 2 Sterne, war für mich aber letztendlich ein absoluter Fehlgriff. Das Experiment ist gescheitert und ich bleibe in Zukunft definitiv ganz weit weg von allem, was auch nur im Entferntesten mit Märchen zu tun hat. Den zweiten Band werde ich mir sparen.

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Mehr als nur Highschool-Drama

All the things I didn't say von Ann Liang

Mit All the Things I Didn't Say hat Ann Liang ein Buch geschaffen, das mich auf eine Weise berührt hat, die ich anfangs gar nicht so recht kommen sah. Manchmal sträubt man sich ein wenig, in eine neue Geschichte einzutauchen, und braucht ein paar Kapitel, um den Rhythmus der Seiten zu finden. Doch wenn einen die Atmosphäre erst einmal gepackt hat, lässt sie einen so schnell nicht mehr los.

Liang entwirft hier kein typisches, klischeehaftes Highschool-Drama, sondern ein emotionales und unheimlich dichtes Porträt über den unendlichen Druck, perfekt sein zu müssen, und die lähmende Angst vor den eigenen, ungeschönten Gefühlen.

Das Setting der australischen Schule wird dabei so lebendig und greifbar, dass man beim Lesen fast das Gefühl hat, selbst durch die Gänge zu laufen und das tuschelnde Chaos nach der großen Katastrophe hautnah mitzuerleben. Im Zentrum steht Sadie Wen, eine absolute Vorzeigeschülerin und Schulsprecherin, deren vermeintlich makellose Fassade Risse bekommt, als ihre nie abgeschickten E-Mail-Entwürfe, voller Frust und bitterer Wahrheit, an die gesamte Schule versendet werden. Ab diesem Moment verwandelt sich ihr Leben in einen emotionalen Trümmerhaufen, und man leidet, bangt und hofft unweigerlich mit ihr mit. Es ist faszinierend zu beobachten, wie Sadie gezwungen wird, den Raum des bloßen Funktionierens zu verlassen und zu lernen, was es wirklich bedeutet, zu sich selbst und der eigenen Meinung zu stehen.

Manchmal muss den Menschen erst der Spiegel vorgehalten werden, ehe sie sehen, welches Verhalten sie an den Tag legen.

Neben Sadie lebt die Geschichte vor allem von Julius Gong. Was als harter, von tiefer Konkurrenz geprägter Schlagabtausch beginnt, entwickelt sich zu einer unheimlich einnehmenden Dynamik. Julius wirkt anfangs arrogant und unnahbar, doch gemeinsam mit Sadie blickt man als Leser hinter seine Schutzmauern und entdeckt einen verletzlichen Kern, der von familiärem Erwartungsdruck gezeichnet ist. Die langsame Entwicklung zwischen den beiden ist eine absolute Slow-Burn-Romance, die sich wunderbar unaufgeregt in die Handlung einflicht. Sie drängt sich nicht laut in den Vordergrund, verleiht der Geschichte aber genau jene emotionale Tiefe, die einen das Buch schlussendlich regelrecht verschlingen lässt.

Auch die Nebencharaktere, wie Sadies wunderbar chaotische Freundin Abigail, bringen eine ganz eigene, authentische Note hinein. Sie zeigen, dass aus gut gemeinten Absichten manchmal das größte Chaos entstehen kann, und bieten Sadie genau den emotionalen Rückhalt, den sie in dieser turbulenten Zeit braucht. All the Things I Didn't Say ist für mich weit mehr als ein klassischer Young-Adult-Roman. Es ist eine ehrliche, freche und zugleich tiefgründige Geschichte über das Erwachsenwerden, die einen unweigerlich an die eigene Schulzeit zurückdenken lässt. Ein Buch, das zeigt, wie viel Kraft in den Dingen steckt, die wir eigentlich verschweigen wollen, und das ich jedem, der tiefgründige Charakterentwicklungen und eine authentische Liebesgeschichte sucht, nur wärmstens ans Herz legen kann.

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Sommernächte, Sehnsucht und der Mut weiterzugehen

Little Hollywood von Inga Hanka

Little Hollywood hat mich auf eine stille, fast melancholische Weise überrascht. Zwischen warmen Sommertagen, Unsicherheit und dieser leisen Sehnsucht nach einem Platz im Leben entfaltet Inga Hanka eine Geschichte, die sich erstaunlich echt anfühlt. Statt großer Dramatik entsteht hier etwas viel Nahbareres, nämlich das Gefühl, einer jungen Frau zuzusehen, die irgendwo zwischen Vergangenheit, Erwartungen und Zukunft ihren eigenen Weg sucht.

Nach dem Abitur steht Leo an genau diesem unsicheren Punkt, an dem plötzlich alles offen scheint und gleichzeitig nichts greifbar wirkt. Zuhause lasten Konflikte auf ihr, Fragen über das Morgen drängen sich auf und die Suche nach Halt wird immer präsenter. Einen Rückzugsort entdeckt sie in der Videothek Little Hollywood, einem Platz voller Filme, vertrauter Routinen und Begegnungen, die mehr Bedeutung tragen, als zunächst sichtbar wird. Auch Jo bleibt zunächst schwer einzuschätzen, gewinnt jedoch Stück für Stück an Kontur und bringt eine ruhige Dynamik in die Handlung, die sich angenehm glaubwürdig entwickelt.

Besonders stark empfand ich die Stimmung des Romans. Die 90er-Jahre wirken nicht aufgesetzt oder wie bloße Dekoration, sondern durchziehen die Seiten auf eine Weise, die Erinnerungen und Emotionen greifbar macht. Musik, Popkultur und kleine Alltagsdetails erschaffen ein Lebensgefühl, das sich gleichzeitig leicht und wehmütig anfühlt. Während des Lesens hatte ich oft das Gefühl, selbst durch warme Sommertage zu streifen, begleitet von diesem Gedankenkarussell, das kurz vor einem neuen Lebensabschnitt so viele Menschen beschäftigt. Zwischen den ruhigeren Momenten schwingen Themen mit, die dem Roman zusätzliche Tiefe verleihen. Familiäre Spannungen, emotionale Verletzlichkeit und die Frage nach Selbstbestimmung werden feinfühlig eingebunden, ohne den Ton der Geschichte zu beschweren. Gerade diese Balance aus Hoffnung, Verletzlichkeit und Aufbruch mochte ich sehr.

Leo wirkte auf mich glaubwürdig, weil sie Ecken und Unsicherheiten besitzt. Zweifel begleiten sie durch den Sommer und genau dadurch fühlte sich ihre Entwicklung authentisch an. Auch die Verbindung zu Jo entfaltet sich angenehm unaufgeregt und gewinnt dadurch an Wirkung. Etwas mehr Raum hätte ich mir lediglich für die familiären Konflikte gewünscht, da einige Aspekte zwar anklingen, ihr Potenzial für noch mehr emotionale Tiefe jedoch nur teilweise ausgeschöpft wird. Für mich lebt Little Hollywood weniger von spektakulären Ereignissen als von Atmosphäre, Emotionen und leisen Zwischentönen. Wer Geschichten mag, die nach Sommer riechen, ein wenig Nostalgie versprühen und das bittersüße Gefühl des Erwachsenwerdens einfangen, dürfte hier genau die richtige Lektüre finden.

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Wenn Götter prüfen und Chaos zum Kompass wird

Aftermyth – Penelope und die Prüfung der Götter von Tracy Wolff

Schon nach wenigen Seiten entwickelt sich ein Sog, dem man sich kaum entziehen kann. Tracy Wolff schreibt zugänglich, dynamisch und mit genau der richtigen Mischung aus Leichtigkeit und Spannung, sodass die Seiten förmlich verfliegen. Besonders die Verbindung aus moderner Geschichte und griechischer Mythologie sorgt für eine Atmosphäre, die gleichzeitig verspielt und geheimnisvoll wirkt.

Mit Penelope steht eine Protagonistin im Mittelpunkt, die sich wohltuend von klassischen Rollenbildern abhebt. Sie ist nicht die Heldin, die von Anfang an alles im Griff hat, sondern stolpert immer wieder in Situationen, die sie herausfordern, überfordern und gleichzeitig wachsen lassen. Gerade dieser ständige Kontrast zwischen Plan und Realität macht ihre Entwicklung greifbar. Anfangs noch stark von Erwartungen geprägt, beginnt sie nach und nach, sich davon zu lösen und ihren eigenen Weg zu gehen, was der Geschichte eine spürbare emotionale Tiefe verleiht.

Das Setting rund um die Anaximander-Akademie lebt von seinen Ideen. Häuser, die verschiedenen Göttern zugeordnet sind, Prüfungen, die alles abverlangen, und kleine, kreative Details lassen die Welt lebendig wirken und schaffen diesen typischen Academy-Vibe, der sofort vertraut erscheint. Gleichzeitig merkt man an einigen Stellen, dass das Potenzial noch längst nicht ausgeschöpft ist, da viele Aspekte eher angerissen als wirklich vertieft werden und man sich stellenweise mehr Hintergrundwissen gewünscht hätte, besonders in Bezug auf die Welt außerhalb der Akademie. Die Handlung bleibt durchgehend in Bewegung, ein Hindernis folgt auf das nächste, Überraschungen reihen sich aneinander und sorgen dafür, dass kaum Ruhe einkehren kann, was das Buch sehr kurzweilig macht, stellenweise aber auch etwas überwältigend wirkt, da kaum Zeit bleibt, einzelne Momente wirklich sacken zu lassen. Neben der Handlung überzeugen vor allem die Figurenkonstellationen, insbesondere die Freundschaften, die warm, authentisch und nahbar wirken und der Geschichte eine emotionale Basis geben.

Was am Ende besonders nachhallt, ist die Botschaft hinter all dem Chaos. Es geht darum, sich von Erwartungen zu lösen, den eigenen Platz zu finden und den Mut zu haben, gegen vorgegebene Wege anzutreten. Genau diese Thematik zieht sich spürbar durch die gesamte Geschichte und gibt ihr eine zusätzliche Ebene. Ein Auftakt, der durch Tempo, Atmosphäre und Figuren überzeugt, auch wenn nicht jede Stelle vollständig ausgereift wirkt, und der definitiv Lust auf die kommenden Bände macht.

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Manchmal wächst man genau an den Entscheidungen, die am meisten wehtun und genau darin liegt die Wahrheit dieser Geschichte

Homesick von Silvia Saunders

Mit Homesick erzählt Silvia Saunders eine Geschichte, die sich auf den ersten Blick leicht und fast schon unbeschwert liest, dabei aber eine emotionale Tiefe entwickelt, die sich erst nach und nach entfaltet. Besonders der Schreibstil trägt viel dazu bei, dass man schnell in die Handlung eintaucht.

Er ist zugänglich, flüssig und gleichzeitig sensibel genug, um auch die leiseren Zwischentöne spürbar zu machen. Genau dadurch entsteht eine Nähe zu Mara, die den gesamten Roman trägt.

Mara als Protagonistin wirkt von Beginn an authentisch und greifbar. Ihre Gedanken sind nachvollziehbar, ihre Unsicherheiten realistisch und ihre Reaktionen wirken nie überzogen. Gerade im Umgang mit ihrem Umfeld zeigen sich immer wieder kleine Momente, die deutlich machen, wie sehr sie darum kämpft, ernst genommen zu werden und ihren eigenen Platz zu finden. Diese alltäglichen Erfahrungen werden nicht überdramatisiert, sondern ruhig erzählt, was sie umso glaubwürdiger macht. Im Zentrum der Geschichte steht jedoch die Beziehung zu Tom, die von Anfang an von einer gewissen Schwere begleitet wird. Seine Depressionen sind dabei kein bloßes Randthema, sondern beeinflussen die Dynamik zwischen den beiden spürbar. Hinzu kommt die schwierige Beziehung zu seiner Mutter, die immer wieder Grenzen überschreitet und damit eine zusätzliche Belastung darstellt. Lange bleibt die Hoffnung bestehen, dass beide einen Weg finden könnten, doch je weiter die Handlung voranschreitet, desto deutlicher wird, dass Liebe allein nicht immer ausreicht, um zwei Menschen zusammenzuhalten.

Besonders im letzten Teil des Buches wird Maras Entwicklung sehr deutlich. Sie beginnt, sich selbst stärker wahrzunehmen, ihre eigenen Bedürfnisse ernst zu nehmen und Grenzen zu setzen, die sie zuvor vielleicht übergangen hätte. Diese Entwicklung wirkt weder überstürzt noch konstruiert, sondern ergibt sich logisch aus allem, was zuvor passiert ist. Gerade die Erkenntnis, dass eine Beziehung auch ohne Streit oder Verrat enden kann, sondern schlicht daran, dass zwei Lebensrealitäten nicht mehr zusammenpassen, verleiht der Geschichte eine besondere Ehrlichkeit. Auch die Nebenhandlungen fügen sich stimmig ein und unterstützen Maras Weg. Veränderungen im beruflichen Umfeld wirken wie ein zusätzlicher Impuls, sich neu zu orientieren und sich wieder stärker an dem auszurichten, was ihr wirklich wichtig ist. Dadurch entsteht das Bild einer jungen Frau, die sich Schritt für Schritt von äußeren Erwartungen löst und beginnt, ihr eigenes Leben bewusst zu gestalten.

Am Ende bleibt vor allem das Gefühl, dass Homesick mehr ist als eine Liebesgeschichte. Es ist ein Roman über das Erwachsenwerden, über Selbstfindung und über die schwierige, aber notwendige Entscheidung, etwas loszulassen, obwohl noch Gefühle da sind. Genau diese leisen, realistischen Töne machen das Buch so besonders und sorgen dafür, dass es noch lange nachwirkt.

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Wunderschön verpackt, inhaltlich enttäuschend

Der Sommer, der uns blieb von Greta Herrlicher

Optisch ist dieses Buch kaum zu übersehen. Cover, Farbschnitt und die liebevollen Details im Inneren wirken durchdacht und hochwertig, fast wie ein kleines Sammlerstück, das sofort Lust aufs Lesen macht. Genau diese starke äußere Wirkung steht jedoch in einem deutlichen Kontrast zu dem, was sich zwischen den Seiten entfaltet.

Im Mittelpunkt stehen Britta, Pia und Martin, deren Freundschaft vor vielen Jahren an einem entscheidenden Sommer zerbrochen ist. Die Handlung bewegt sich zwischen Gegenwart und Vergangenheit und versucht, die Ereignisse von damals nach und nach aufzuarbeiten, während unterschiedliche Perspektiven einen umfassenderen Blick ermöglichen sollen.

Was auf dem Papier nach einer intensiven, emotional aufgeladenen Geschichte klingt, bleibt in der Umsetzung überraschend blass. Viele Entwicklungen sind früh vorhersehbar, wodurch Spannung kaum entstehen kann und wichtige Wendepunkte ihre Wirkung verlieren. Noch schwerer wiegt für mich jedoch der Schreibstil, der es mir durchgehend erschwert hat, wirklich in die Geschichte einzutauchen. Formulierungen wirken stellenweise holprig, wenig ausgearbeitet und lassen oft die Tiefe vermissen, die es gebraucht hätte, um die komplexen Themen glaubhaft zu transportieren. Gerade emotionale Szenen verlieren dadurch an Gewicht und schaffen es nicht, die notwendige Intensität aufzubauen.

Auch auf Figurenebene bleibt vieles unausgeschöpft. Britta bringt noch am ehesten eine gewisse Nahbarkeit mit, während Pia und Martin häufig distanziert wirken und in ihrem Verhalten nur bedingt nachvollziehbar sind. Die Dynamik zwischen ihnen hätte deutlich mehr Raum für Konflikte, ehrliche Auseinandersetzung und Entwicklung gebraucht, stattdessen verläuft die Annäherung stellenweise zu glatt und wirkt im Verhältnis zur gemeinsamen Vergangenheit wenig überzeugend. Hinzu kommt, dass sich die Geschichte zum Ende hin spürbar zieht, ohne dabei neue Impulse zu setzen, wodurch sich das Leseerlebnis insgesamt eher zäh anfühlt.

So bleibt ein Roman, der äußerlich beeindruckt, inhaltlich jedoch weder emotional noch sprachlich überzeugen kann und sein eigentlich starkes Grundthema nicht ausschöpft. Ein visuelles Highlight mit interessanter Ausgangsidee, das durch einen schwachen Schreibstil, vorhersehbare Entwicklungen und fehlende emotionale Tiefe deutlich hinter den Erwartungen zurückbleibt. Für mich leider eine Enttäuschung.

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Zwischen Musik, Verlust und verbotenen Gefühlen

Blue Sparrow Girls - The Melody of You and Me von Laura Willud

Mit Blue Sparrow Girls – The Melody of You and Me hat Laura Willud für mich genau die Art von New Adult Roman geschrieben, die man kaum aus der Hand legen kann, sobald man einmal richtig angekommen ist. Ich habe das Buch wirklich verschlungen, auch wenn ich zu Beginn einen kleinen Moment gebraucht habe, um vollständig in die Geschichte hineinzufinden.

Doch sobald dieser Punkt überwunden war, hat mich die Geschichte komplett abgeholt. Im Mittelpunkt steht Olive, die nach dem Tod ihrer Mutter nach Nashville zieht, um ihrer Trauer nicht nur räumlich zu entkommen, sondern auch, um sich als Songwriterin ein neues Leben aufzubauen. Genau dieser emotionale Hintergrund gibt der Geschichte von Anfang an eine Tiefe, die spürbar bleibt. Olive wirkt in ihrem Schmerz, in ihrer Unsicherheit und in dem Versuch, trotz allem weiterzumachen, unglaublich greifbar. Ihre Entwicklung fühlte sich für mich zu keiner Zeit aufgesetzt an, sondern ehrlich und nachvollziehbar.

Besonders gelungen fand ich die gesamte Dynamik rund um die beiden WGs. Die Idee mit den verfeindeten Nachbar-WGs bringt sofort Spannung in die Geschichte, ohne konstruiert zu wirken, und genau daraus entwickelt sich dann dieser verbotene Reiz, der das Buch so mitreißend macht. Die goldene Regel, sich nicht in den Nachbarn zu verlieben, sorgt natürlich genau für die Art von Konflikt, die man in solchen Geschichten lieben kann. Dass ausgerechnet Drew derjenige ist, zu dem Olive sich hingezogen fühlt, macht das Ganze noch intensiver. Zwischen den beiden entsteht ein Knistern, das die Autorin wirklich schön aufgebaut hat: nicht zu überladen, sondern mit genau der richtigen Mischung aus heimlichen Momenten, emotionaler Nähe, Unsicherheiten und Herzschmerz. Auch der Spice-Anteil war für mich stimmig dosiert, weil er sich organisch in die Geschichte eingefügt hat. Dazu kommt, dass ich auch die Nebenfiguren wirklich mochte. Jules und Emily bringen beide einen ganz eigenen Flair mit in die Handlung und sorgen dafür, dass sich die WG nicht nur wie Kulisse, sondern wie ein echter Lebensraum anfühlt.

Was dieses Buch für mich aber besonders gemacht hat, ist die Rolle der Musik. Nashville ist hier nicht einfach nur ein hübsches Setting, sondern ein Teil der Atmosphäre und der emotionalen Wirkung der Geschichte. Musik wird zum Ausdruck von Trauer, Sehnsucht, Hoffnung und all den Dingen, die Olive nicht immer direkt aussprechen kann. Dadurch bekommt die Liebesgeschichte nochmal eine ganz eigene Note, die sich weich, intensiv und sehr stimmungsvoll anfühlt. Für mich ist Blue Sparrow Girls – The Melody of You and Me deshalb nicht nur eine süße oder spannende Liebesgeschichte, sondern auch eine Geschichte über Verlust, Selbstfindung und den Versuch, nach einem schweren Einschnitt wieder so etwas wie Halt zu finden. Ich habe mich den Figuren sehr nah gefühlt, hatte endlich mal wieder richtig Spaß mit einem New Adult Roman und freue mich jetzt schon sehr auf den nächsten Band rund um Jules und Caleb, weil dieser Auftakt definitiv Lust auf mehr gemacht hat.

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Zwischen Schatten, Macht und verborgenen Wahrheiten

Dire Bound von Sable Sorensen

Dire Bound hat mich ehrlich gesagt komplett überrascht. Was als spannende Fantasy-Geschichte beginnt, entwickelt sich schnell zu einem unglaublich vielschichtigen Plot voller Wendungen, Geheimnisse und emotionaler Momente. Besonders beeindruckt hat mich, wie schnell ich in der Geschichte angekommen bin – die Seiten sind nur so verflogen, und ehe ich mich versehen habe, war ich schon am Ende eines über 800 Seiten starken Buches.

Im Mittelpunkt steht Meryn, eine Protagonistin, die mich vor allem durch ihre Entwicklung überzeugen konnte. Anfangs wirkt sie stellenweise noch naiv und überfordert, doch gerade das macht ihre Entwicklung umso greifbarer. Dass sie plötzlich in eine Rolle gedrängt wird, die so viel Verantwortung verlangt, sorgt für eine spannende Dynamik. Besonders die Verbindung zu ihrem Schattenwolf ist dabei ein zentrales Element, das nicht nur emotional, sondern auch konfliktreich erzählt wird. Diese innere Zerrissenheit zieht sich durch die gesamte Geschichte und macht sie unglaublich authentisch.

Auch die Nebenfiguren tragen viel zur Atmosphäre bei. Während ich Stark sehr schnell ins Herz geschlossen habe, blieb bei mir gegenüber Killian durchgehend ein ungutes Gefühl. Seine Art wirkt oft besitzergreifend und lässt ihn in einem eher schwierigen Licht erscheinen. Genau diese unterschiedlichen Charakterzeichnungen machen die Beziehungen innerhalb der Geschichte aber umso spannender.

Was mich besonders begeistert hat, war die Handlung selbst. Immer wieder werden Erwartungen gebrochen und neue Fragen aufgeworfen. Die politischen Intrigen, die Geheimnisse rund um das Königshaus und die düsteren Entwicklungen im Hintergrund sorgen dafür, dass die Spannung konstant hoch bleibt. Gerade die Enthüllungen im letzten Drittel haben mich wirklich überrascht und zeigen, wie durchdacht die Geschichte aufgebaut ist. Viele zuvor gelegte Hinweise fügen sich plötzlich zusammen und ergeben ein stimmiges Gesamtbild.

Kleinere Kritikpunkte gibt es für mich dennoch. An manchen Stellen hätte ich mir etwas mehr Raum für bestimmte Entwicklungen gewünscht, insbesondere im Hinblick auf zwischenmenschliche Beziehungen. Gleichzeitig verstehe ich aber auch, dass bei der Fülle an Ereignissen nicht alles gleich stark ausgearbeitet werden kann.

Insgesamt ist Dire Bound für mich ein absolut fesselnder Auftakt, der mich emotional gepackt und gedanklich nicht mehr losgelassen hat. Die Mischung aus Spannung, düsteren Elementen und Charakterentwicklung funktioniert für mich richtig gut. Ich freue mich sehr auf die Fortsetzung und bin gespannt, wie sich die Geschichte weiterentwickelt.

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Zwischen Spannung, Gefühl und kleinen Schwächen

Tricking A Bad Boy (Sons of Chicago 1) von Leandra Seyfried

Dieses Buch hat mich von Anfang an total abgeholt und ich war direkt in der Geschichte drin. Die Seiten sind teilweise nur so an mir vorbeigeflogen, weil die Mischung aus Spannung, Emotionen und ruhigeren Momenten einfach unglaublich stimmig ist. Es gibt diese Szenen, die einen mitreißen, und gleichzeitig auch solche, die Raum zum Durchatmen lassen.

Genau diese Balance hat für mich den Lesefluss so angenehm gemacht und dafür gesorgt, dass ich immer weiterlesen wollte.

Besonders die Dynamik zwischen Nova und Dan ist für mich eines der größten Highlights. Man spürt von Anfang an diese unterschwellige Spannung, die sich immer weiter entwickelt und gleichzeitig nie ganz greifbar ist. Ihre Beziehung ist nicht einfach nur romantisch, sondern geprägt von Unsicherheiten, inneren Konflikten und diesem ständigen Hin und Her zwischen Nähe und Distanz. Gerade Nova fand ich als Protagonistin unglaublich spannend, weil sie nicht nur stark wirkt, sondern auch verletzlich ist und sichtbar mit sich selbst kämpft. Ihr Zwiespalt zwischen ihrem früheren Ich und dem, was sie sein möchte, zieht sich durch die gesamte Geschichte und macht ihre Entwicklung besonders greifbar.

Auch die Nebencharaktere bringen nochmal richtig Tiefe in die Geschichte und haben dafür gesorgt, dass sich alles lebendig und rund anfühlt. Freundschaft, Vertrauen und das Gefühl von Zugehörigkeit spielen dabei eine große Rolle, was mir besonders gut gefallen hat. Gleichzeitig gab es aber auch einzelne Momente, die mich nicht komplett überzeugen konnten. Vor allem gegen Ende hätte ich mir mehr Raum gewünscht, damit sich bestimmte Entwicklungen und Wendungen noch intensiver entfalten können. Einige Szenen wirkten dadurch etwas zu schnell abgehandelt und konnten emotional nicht ganz das transportieren, was sie vielleicht hätten erreichen können.

Trotzdem bleibt am Ende ein wirklich stimmiger erster Band, der Lust auf mehr macht. Die Geschichte hat mich unterhalten, emotional abgeholt und neugierig auf die Fortsetzung gemacht. Es ist vielleicht kein absolutes Highlight, aber ein Buch, das sich sehr gut lesen lässt und das ich definitiv weiterempfehlen würde. Ich bin auf jeden Fall gespannt, wie es im nächsten Band weitergeht und welche Entwicklungen uns dort noch erwarten.

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Wenn ein wichtiges Thema seine Wirkung verliert

Up in Smoke - Was tust du, wenn die Wahrheit nicht zählt? von Nick Brooks

Manchmal greift man zu einem Buch, weil das Thema wichtig wirkt und genau deshalb etwas auslösen könnte. Genau dieses Gefühl hatte ich bei Up in Smoke von Nick Brooks. Umso größer war am Ende meine Ernüchterung. Obwohl das Buch mit Themen arbeitet, die gesellschaftlich unglaublich relevant sind, konnte mich die Geschichte auf keiner Ebene wirklich erreichen.

Der Schreibstil wirkt über weite Strecken sehr nüchtern und beinahe distanziert. Statt Spannung oder emotionaler Wucht entsteht beim Lesen eher das Gefühl von Stillstand. Die Handlung kommt kaum voran und verliert sich in einer Erzählweise, die überraschend langatmig wirkt. Gerade weil das Buch mit rund 200 Seiten eigentlich sehr kompakt ist, hätte ich hier deutlich mehr Dynamik erwartet. Stattdessen hatte ich schon nach der Hälfte das Gefühl, dass sich alles im Kreis dreht.

Besonders schade finde ich das, weil das Buch Themen wie Rassismus, Polizeigewalt und strukturelle Diskriminierung aufgreift. Das sind Realitäten, die jeden Tag stattfinden und die eigentlich eine kraftvolle, eindringliche Geschichte verdienen würden. Für mich bleibt Up in Smoke jedoch zu blass, zu langsam und letztlich auch zu wenig packend, um dieser Thematik wirklich gerecht zu werden. Das Einzige, was mir positiv aufgefallen ist, ist der Buchsatz mit den integrierten Illustrationen, die das Ganze visuell auflockern.

Nach etwa der Hälfte habe ich das Buch schließlich abgebrochen, weil mich weder Handlung noch Erzählstil halten konnten. Vielleicht funktioniert diese Geschichte für andere Leserinnen und Leser besser, für mich hat sie leider weder als Jugendthriller noch als gesellschaftlich relevante Geschichte gezündet.

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