Kunden em pfehlungen
Rezensionen von FogandBooks:
Zwischen Drachen, Vampiren und Roadtrip-Feeling
Pearls & Skulls, Band 1 - Unsterblich von Sandra Grauer
„Pearls & Skulls“ hat mich mit einer spannenden Mischung aus Urban Fantasy, Roadtrip-Abenteuer und einem Hauch Romantik überrascht. Der Einstieg fiel mir zwar nicht ganz leicht, da der Schreibstil anfangs etwas sperrig wirkte, doch mit zunehmender Seitenzahl entwickelte sich ein Spannungsbogen, der die Geschichte immer mehr vorantrieb.
Gerade wer die anderen Bücher der Autorin nicht kennt, muss keine Angst haben – das Universum mit Drachen, Fae, Vampiren und Co. ist verständlich und lädt zum Eintauchen ein. Dennoch hatte ich am Ende das Gefühl, dass das Leseerlebnis intensiver wäre, wenn man auch ihre anderen Reihen kennt, denn die vielen Namen und Verbindungen gegen Schluss können durchaus verwirren.
Besonders gelungen fand ich die Charaktere. Paige wirkte für mich lange Zeit wie das klassische Bad Girl, hart, unnahbar und voller Ecken und Kanten. Doch auf dem Roadtrip lernt man sie immer besser kennen, und plötzlich zeigt sie Seiten, die man zu Beginn kaum für möglich gehalten hätte. Lavaughn ist da das komplette Gegenstück – fast schon ein „Good Boy“, ein kleiner Softie, der sich sofort in mein Herz geschlichen hat. Diese Gegensätze haben die Dynamik zwischen den beiden für mich sehr interessant gemacht. Ihre Liebesgeschichte ist in diesem ersten Band allerdings eher ein Nebenschauplatz. Zwar fand ich es spannend zu verfolgen, wie aus Abneigung allmählich Nähe entsteht, aber gerade dieser Wandel geschieht mir ein wenig zu plötzlich. Von „Wir hassen uns“ bis zu „doch nicht so sehr“ sind es am Ende nur wenige Seiten, was der Emotionalität ein bisschen die Tiefe nimmt.
Das Setting hat mir insgesamt sehr gefallen. Die Reise, die magischen Elemente und das Einbeziehen der größeren Welt der Autorin waren für mich Highlights, auch wenn das Ende durch die Vielzahl an Figuren fast etwas überladen wirkte. Trotzdem war es spannend, bekannte Namen aus anderen Reihen wiederzuerkennen und so einen Vorgeschmack auf die Verknüpfungen zu bekommen.
Für mich ist „Pearls & Skulls“ ein gutes Buch für zwischendurch – kein absolutes Highlight, aber definitiv eine gelungene Fantasy-Geschichte, die Lust auf mehr macht. Ich bin neugierig, wie es mit Paige und Lavaughn weitergeht und werde Band 2 mit Sicherheit lesen.
Wohlfühl-Atmosphäre mit kleinen Schwächen
Honeybridge. All Mine von Pippa Nixon
Der Einstieg in die Geschichte war für mich gar nicht so einfach. Obwohl mir der Schreibstil grundsätzlich gefällt, kam ich mit der Erzählweise in der dritten Person nicht sofort zurecht. Die sehr kurzen Sätze haben es mir zusätzlich schwer gemacht, wirklich in den Lesefluss zu finden. Trotzdem gab es gleich zu Beginn einige Szenen, die mich zum Schmunzeln gebracht haben und Figuren, die ich sofort ins Herz geschlossen habe.
Besonders die Atmosphäre im Buchladen hat mir richtig gut gefallen und auch Amber ist einfach zuckersüß.
Nach und nach hat sich das Bild für mich gewandelt. Je weiter ich gelesen habe, desto wohler habe ich mich in Honeybridge gefühlt. Es entstand dieses ganz besondere Smalltown-Feeling, das mich sofort an meine liebsten Wohlfühlserien erinnert hat. Es gibt viele charmante Momente, die eine Mischung aus Humor, Romantik und Herzenswärme entstehen lassen. Die Charaktere bekommen mehr Tiefe, und ich habe angefangen, sie richtig gern zu begleiten. Besonders schön fand ich, wie sich diese Kleinstadt langsam vor meinen Augen entfaltet hat und ich das Gefühl bekam, mittendrin zu sein.
Gegen Ende hatte ich jedoch das Gefühl, dass nicht alles so rund ineinandergriff, wie ich es mir gewünscht hätte. Manche Entwicklungen wirkten etwas zu schnell erzählt, was mich leider ein wenig aus der Geschichte herausgerissen hat. Dennoch gab es genug berührende Szenen, die das Herz wärmen und mich neugierig auf das machen, was noch in Honeybridge passieren wird.
Insgesamt ist Honeybridge – All Mine für mich ein Buch, das vor allem durch seine cozy Atmosphäre und die liebenswerten Figuren punktet. Es ist nicht perfekt, aber es schenkt ein gutes Gefühl beim Lesen und macht Lust, wieder nach Honeybridge zurückzukehren.
Verlorene Träume im Grand Hotel
Glory of Broken Dreams von Ruby Braun
Ruby Braun entführt ihre Leserinnen und Leser in Glory of Broken Dreams in das geheimnisvolle Grand Hotel Lichtenstein, wo Magie, Illusionen und Sehnsüchte aufeinandertreffen. Der Schreibstil hat mir wieder gefallen, denn er ist flüssig, atmosphärisch und sorgt dafür, dass man ohne Mühe durch die Kapitel gleitet.
Gerade die bildhafte Beschreibung des Hotels und der Kulisse hat mich immer wieder zum Weiterlesen eingeladen. Trotzdem konnte mich der Auftakt ihrer neuen Dilogie nicht so sehr packen wie ihre gefeierte Debütdilogie, die ich damals geliebt habe.
Die Handlung an sich hatte viel Potenzial. Ein Hotel voller Geheimnisse, ein Hauch von Magie und die große Bühne eines Varietés – all das klingt nach einem spannenden Abenteuer. Doch in der Umsetzung wirkte vieles für mich zu sprunghaft. Häufig fehlte mir ein klarer roter Faden, wodurch ich beim Lesen öfter das Gefühl hatte, die Richtung aus den Augen zu verlieren. Zwar wurde immer wieder Spannung aufgebaut, doch anstatt mich tiefer hineinzuziehen, blieb vieles eher bruchstückhaft und wirkte stellenweise unausgegoren.
Ein weiterer Knackpunkt waren für mich die Figuren. Charlotte und Willem hätten eigentlich das emotionale Zentrum der Geschichte bilden sollen, doch beide blieben für meinen Geschmack zu blass. Ich konnte weder ihre Motive noch ihre Entwicklung richtig greifen und die Anziehung zwischen den beiden fühlte sich eher konstruiert an als wirklich spürbar. Dadurch fehlten mir jene emotionalen Höhepunkte, die ich mir in einer Romantasy-Geschichte erwarte.
Das Hotel selbst hat dagegen deutlich mehr Eindruck hinterlassen. Die Geheimnisse, die zwischen seinen Wänden schlummern, waren für mich der spannendste Teil der Geschichte. Allerdings wirkte die Magie stellenweise zu wirr und nicht ausreichend erklärt, sodass ich am Ende eher verwirrt als fasziniert zurückblieb. Besonders gegen Ende verlor die Handlung für mich noch einmal deutlich an Klarheit und schien nicht mehr zu dem zu passen, was vorher aufgebaut worden war.
Alles in allem habe ich Glory of Broken Dreams gerne gelesen, doch es hat mich nicht so stark mitgerissen, wie ich es mir erhofft hatte. Gerade im Vergleich zu den früheren Werken der Autorin fällt dieser Auftakt für mich schwächer aus. 3,5 von 5 Sternen, da es trotz allem eine spannende Grundidee und schöne Momente gab, die sicherlich viele andere begeistern werden – mich jedoch nur teilweise erreicht haben.
Sturm, Schuld und schweigende Herzen
Das Geschenk des Meeres von Julia R. Kelly
Das Geschenk des Meeres entführt uns in das raue, windgepeitschte Schottland, genauer gesagt auf die abgelegene Insel Skerry. Nach einer stürmischen Nacht entdeckt der Fischer Noah ein halb ertrunkenes Kind am Strand – ein Junge, der auf verstörende Weise an Dorothys vor Jahren im Meer verlorenen Sohn erinnert.
Dorothy, einst als junge Lehrerin in das verschlossene Inseldorf gekommen, nimmt ihn auf, und mit ihm kehren alte Wunden, unausgesprochene Wahrheiten und verdrängte Schuldgefühle zurück.
Die Geschichte springt zwischen drei Zeitebenen – der Gegenwart, dem Jahr 1900 und der Zeit um das Verschwinden von Dorothys Sohn – und zeigt ein Dorf, das von Schweigen, Missgunst und gegenseitigem Misstrauen geprägt ist. Die harte Lebensrealität um 1900, insbesondere die gesellschaftlichen Erwartungen an Frauen, wird atmosphärisch eingefangen. Wer sich jedoch auf mythische Elemente oder magischen Realismus freut, wird nur am Rande fündig. Stattdessen steht das Inseldrama im Vordergrund, bei dem viele Konflikte auf mangelnder Kommunikation beruhen.
Stärken hat das Buch vor allem in seinem Setting: Das winterliche Skerry ist so greifbar beschrieben, dass man den salzigen Wind fast schmecken kann. Auch die Übersetzung von Claudia Feldmann überzeugt, da sie sowohl die leisen als auch die drängenden Momente stimmig transportiert. Leider bleiben die Figuren oft schemenhaft, und emotionale Entwicklungen wirken zurückhaltend. Trotz der interessanten Grundidee – ein Junge taucht auf, der dem vor Jahren verschwundenen Kind gleicht – fehlt es der Handlung an Tiefgang, um wirklich zu berühren.
Insgesamt ist Das Geschenk des Meeres ein solides, stimmungsvoll inszeniertes Inseldrama, das mit einer fesselnden Kulisse punktet, aber erzählerisch nicht das volle Potenzial ausschöpft.
Dunkel, magisch und überraschend anders
Fae Isles - Der Henker der Königin Die Fae Isles-Reihe von Lisette Marshall
„Fae Isle – Der Henker der Königin“ von Lisette Marshall entführt uns in eine düstere, faszinierende Welt voller Magie, politischer Intrigen und unterdrückter Gefühle. Die Geschichte hat mich zwar nicht vollkommen überwältigt, aber definitiv gut unterhalten und neugierig auf mehr gemacht.
Im Mittelpunkt steht Emelin, eine junge Frau, die sich bemüht, den Erwartungen ihrer Familie gerecht zu werden, auch wenn es nie genug zu sein scheint. Besonders berührend fand ich ihre einsame Position zwischen dem Wunsch nach Anerkennung und dem Gefühl, nie wirklich gesehen zu werden. Ihre Figur ist detailliert gezeichnet, auch wenn manche ihrer Entwicklungen für meinen Geschmack etwas zu plötzlich und wenig nachvollziehbar eingeführt wurden. Trotzdem mochte ich ihre Stärke und Zielstrebigkeit sehr.
Und dann ist da natürlich Creon – für mich ganz klar das Highlight des Buches. Er verkörpert den klassischen Bad Boy: geheimnisvoll, dunkel, distanziert, aber mit einer spürbaren Verletzlichkeit, die sich nach und nach zeigt. Dass er nicht sprechen kann, verleiht seiner Figur eine besondere Tiefe. Vieles wird über Blicke, Gesten und Mimik vermittelt, was den Leser dazu einlädt, zwischen den Zeilen zu lesen und seine Emotionen intensiv mitzuerleben. Für alle, die gerne in dunkle Herzen blicken, ist Creon ein echtes Highlight.
Was mich ebenfalls überzeugt hat, ist das Weltensetting. Man merkt der Geschichte an, wie viel Liebe und Detailarbeit in das Worldbuilding geflossen sind. Die verschiedenen Völker, politischen Strukturen und vor allem die magischen Elemente, insbesondere die Farbenmagie der Fae, wirken originell und gut durchdacht. Es ist kein typisches Magiesystem, sondern eines mit eigener Logik und Ästhetik – das hebt die Geschichte von vielen anderen ab. Auch der Schreibstil hat mich positiv überrascht. Flüssig, atmosphärisch und angenehm zu lesen, schafft er es, eine düstere Grundstimmung zu erzeugen, ohne zu überladen zu wirken. Besonders die emotionale Spannung zwischen den Figuren kommt dadurch gut zur Geltung.
Mein Fazit: „Fae Isle – Der Henker der Königin“ ist eine stimmungsvolle Dark Romantasy, die zwar nicht in allen Punkten glänzt, aber insgesamt eine starke Grundlage für die Fortsetzung bietet. Wer düstere Magie, komplexe Figuren und eine Prise knisternder Romantik liebt, wird hier definitiv fündig. Für mich ein gelungener Auftakt mit viel Potenzial. Ich freue mich schon auf den nächsten Band.
Zerrissene Worte, starke Botschaft
Hero von Katie Buckley
Hero von Katie Buckley ist ein Roman, der bei mir einen bleibenden, wenn auch zwiespältigen Eindruck hinterlassen hat. Schon zu Beginn war ich irritiert vom Schreibstil, der sich als äußerst chaotisch und schwer zugänglich herausstellte. Besonders die wörtliche Rede machte es mir fast unmöglich, ein klares Bild der Figuren und ihrer Dynamik zu entwickeln.
Ich hatte mir unter dem Buch etwas ganz anderes vorgestellt und hoffte zunächst noch, dass sich ein roter Faden ergeben würde. Doch stattdessen blieb der Eindruck von Sprunghaftigkeit und Unstimmigkeit bestehen.
Auch im weiteren Verlauf des Buches konnte mich der Stil nicht überzeugen. Die Handlung wirkte zerrissen, die Figuren blieben für mich blass und schwer greifbar. Besonders die Hauptfigur Hero blieb mir emotional fern, was das Lesen zusätzlich erschwerte. Einige Entscheidungen innerhalb der Geschichte, vor allem im Hinblick auf zwischenmenschliche Beziehungen, haben mich regelrecht enttäuscht. Es fiel mir zunehmend schwer, der Handlung zu folgen oder echte Bindung zu den Figuren aufzubauen. Der literarische Anspruch der Autorin war spürbar, doch der Stil driftete für mich irgendwann ins Übertriebene ab. Manche Metaphern wirkten bemüht und erschwerten das Lesen zusätzlich.
Was das Buch jedoch trotz allem lesenswert macht, ist die kritische Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Themen. Besonders der Umgang mit patriarchalen Strukturen und das Gefühl, sich in Beziehungen selbst zu verlieren oder Erwartungen erfüllen zu müssen, wird eindrucksvoll thematisiert. Diese Reflexion verleiht dem Buch Tiefe und Relevanz, die über die sprachlichen Hürden hinweg zumindest teilweise tragen.
Insgesamt bleibt Hero für mich ein Roman mit Potenzial, das jedoch leider nicht vollständig ausgeschöpft wurde. Die Umsetzung scheitert für mein Empfinden an einem überambitionierten Stil, der mehr Distanz als Nähe schafft. Ein interessanter Versuch mit wichtigen Gedanken, aber in der Ausführung für mich persönlich nicht gelungen.
Wenn Ballett auf Familiengeheimnisse trifft
Variation – Für immer oder nie von Rebecca Yarros
„Variation“ war mein erstes Buch von Rebecca Yarros und ganz sicher nicht mein letztes. Ich war wirklich gespannt, was mich erwarten würde, und wurde direkt positiv überrascht. Yarros hat eine unglaublich einnehmende Erzählweise, ihr Schreibstil ist flüssig, lebendig und gleichzeitig so emotional tiefgehend, dass ich mich sofort in der Geschichte verloren habe.
Die Charaktere haben mich von Anfang an begeistert. Allie und Hudson mitzuerleben ist nicht nur spannend, sondern auch zutiefst berührend. Ihre Beziehung fühlt sich echt an, voller Spannung, Zweifel, Mut und einer aufkeimenden Verbindung, die einem beim Lesen unter die Haut geht. Besonders gelungen finde ich, wie Allie immer wieder mit sich selbst ringt, ihre inneren Grenzen austestet und sich zugleich nach mehr sehnt. Diese emotionale Zerrissenheit ist so gut greifbar geschrieben, dass man völlig mit ihr mitfühlt.
Ein absolutes Highlight war für mich Juniper. Dieses Kind hat nicht nur Pfiff, sondern bringt eine ganz eigene Dynamik in die Geschichte. Sie ist klug, charmant, schlagfertig und ein echtes Lesevergnügen. Gerade durch sie entstehen viele dieser kleinen, goldenen Momente, die die Geschichte noch besonderer machen.
Auch die Nebenfiguren haben Tiefe und tragen entscheidend zum Gesamteindruck bei. Anne ist einfach Zucker, während andere wie Eva mit ihren Handlungen ordentlich für Aufruhr sorgen. Dabei schafft es Yarros, ihre Figuren niemals eindimensional wirken zu lassen. Selbst die Charaktere, die man zunächst absolut nicht ausstehen kann (die Mutter der Schwestern wäre hier mein persönliches Beispiel), sind so detailverliebt gezeichnet, dass man versteht, wie viel Überlegung in jeder Szene steckt.
Was mich besonders fasziniert hat, war das Familiengeheimnis, das nach und nach ans Licht kommt. Die Autorin baut die Spannung geschickt auf, wirft gezielt Fragen auf und lässt genug Raum für eigene Theorien. Manche Enthüllungen kamen dabei völlig unerwartet und haben mich regelrecht umgehauen, und trotzdem passte alles perfekt ins Gesamtbild. Der große Knall am Ende war für mich absolut gelungen, sowohl emotional als auch dramaturgisch.
Das Setting rund um das Ballett verleiht der Geschichte zudem eine besondere Atmosphäre. Es war schön zu lesen, wie sehr diese Welt in die Handlung verwoben wurde, ohne jemals erdrückend oder überladen zu wirken. Eher das Gegenteil, es war ein echter Mehrwert.
Wenn ich überhaupt etwas anmerken müsste, dann vielleicht, dass ich mir am Ende ein klein wenig mehr Zeit zum Durchatmen gewünscht hätte. Die letzten Seiten rauschen fast zu schnell vorbei, gerade weil man sich von den Charakteren nur schwer verabschieden kann.
Fazit: „Variation“ ist ein gefühlvolles, spannungsgeladenes und hervorragend geschriebenes Buch, das mich emotional völlig abgeholt hat. Mit viel Herz, Tiefe und einer Prise Dramatik erzählt Yarros eine Geschichte, die nachklingt. Nicht zuletzt wegen einer kleinen Protagonistin, die mehr als nur eine Nebenrolle spielt. Wer emotionale Familiengeschichten mit authentischer Romantik und starker Charakterentwicklung liebt, wird hier voll auf seine Kosten kommen.
Risk With Me? Ja. Und zwar mit Herzklopfen.
Risk With Me (Velvet Mountains 1) von Carina Wilde
Manche Bücher liest man, andere erlebt man. Velvet Mountains 1: Risk With Me gehört ganz klar zur zweiten Sorte. Carina Wilde hat hier nicht einfach nur eine Liebesgeschichte geschrieben, sondern eine Gefühlsreise, die mich komplett mitgerissen hat. Und das sage ich nicht einfach so. Ich bin durch die Kapitel gerauscht, hab gelacht, geschluckt, geseufzt und gefühlt hundertmal innegehalten, weil mich ein Satz oder eine Szene so berührt hat.
Ayla ist eine absolute Powerfrau. Selbstbewusst, schlagfertig, manchmal emotional überfordernd (aber nie übertrieben), und gleichzeitig so herrlich nahbar. Ich mochte sie vom ersten Moment an. Und Julien? Tja. Sagen wir mal so: Hinter dem Bad-Boy-Vibe steckt eine emotionale Tiefe, die mich wirklich überrascht hat. Er ist komplex, nicht aufgesetzt düster, sondern echt. Und genau das macht ihre Dynamik so spannend. Da treffen zwei Welten aufeinander, und man spürt bei jeder Begegnung, dass da mehr ist als nur Anziehung.
Was dieses Buch aber besonders macht, ist die emotionale Vielschichtigkeit. Die Geschichte bleibt nicht an der Oberfläche. Es geht um mehr als nur Romantik. Da sind Themen wie Verletzlichkeit, Vertrauen, alte Wunden, die immer noch pochen, und der Wunsch nach einem echten Neuanfang. Und ja, die Vergangenheit spielt eine Rolle – aber auf eine Art, die einen nicht runterzieht, sondern berührt.
Der Schreibstil hat’s mir auch echt leicht gemacht. Flüssig, gefühlvoll, mit genau der richtigen Dosis Humor und Schärfe. Ich war einfach gerne in dieser Welt. Und wenn man sich dann auch noch wünscht, nie ans Ende zu kommen, weiß man: Das Buch hat irgendwas richtig gemacht. Kleiner Bonuspunkt für alle, die Spice mögen, aber keine Lust auf übertriebenen Kitsch oder plattes Drama haben: Es passt. Punktgenau. Kein Fremdschämen, kein Augenrollen – einfach gut geschrieben und emotional stimmig.
Und das Ende? Hat gesessen. Es war ruhig und gleichzeitig aufwühlend. Nicht laut, aber genau richtig. Ich hab es zugeklappt mit diesem bittersüßen Gefühl von „Ich will mehr, aber es war gut so.“ Ich freu mich riesig auf Band zwei und kann ehrlich sagen: Risk With Me hat mich nicht nur gut unterhalten, sondern auch ein Stück bewegt.
5 von 5 Sterne. Weil mein Herz es genau so gefühlt hat.
The Darlington - Henry & Kate von Laura Kneidl
Schon nach wenigen Seiten war ich wieder komplett drin. Der Schreibstil der Autorin hat einfach etwas Magisches. Er ist emotional, bildhaft und gleichzeitig so klar, dass man sich sofort in der Geschichte verliert. Ich hatte hohe Erwartungen, weil Someone New mein letztes Buch von ihr war, und ich kann ganz ehrlich sagen, sie wurden mehr als erfüllt.
Kate ist eine Figur, die mich sofort berührt hat. Ihre Geschichte fühlt sich nahbar und authentisch an. Ich habe sie sofort in mein Herz geschlossen. Die Autorin greift schwierige Themen auf und schafft es, sie sensibel, ehrlich und ohne Kitsch zu erzählen. Genau das macht das Buch so stark. Es wird nichts beschönigt, aber auch nicht unnötig dramatisiert. Man spürt einfach, dass hinter jeder Szene Herzblut steckt.
Henry ist charmant, warmherzig und manchmal fast zu perfekt, aber ich mochte seine ruhige Art. Zwischen ihm und Kate stimmt die Chemie von Anfang an. Trotzdem nimmt sich die Geschichte Zeit. Es geht nicht um schnelle Gefühle, sondern um Entwicklung, Vertrauen und Nähe, die wachsen darf. Das hat mir richtig gut gefallen, weil es der Geschichte Tiefe gibt und den Charakteren Raum lässt.
Was das Buch für mich besonders gemacht hat, sind die Nebenfiguren. Logan bringt so viel Witz und Leichtigkeit in die Geschichte. Ich habe bei seinen Kommentaren und Chatverläufen mehr als einmal laut gelacht. Und Ethan? Der wirkt auf den ersten Blick wie der klassische Bad Boy, aber ich bin überzeugt, da steckt noch viel mehr dahinter. Die Dynamik zwischen den Brüdern hat etwas ganz Eigenes und verspricht für die nächsten Bände einiges.
Auch thematisch überzeugt das Buch. Es geht um Herkunft, gesellschaftliche Unterschiede, Erwartungen von außen, Loyalität, Familie, aber auch um Selbstwert, Wut und Hoffnung. Die Geschichte hat so viele Facetten. Ich habe gelacht, mitgefiebert, mitgelitten und vor allem mitgefühlt. Am Ende war ich komplett durch, aber auf die beste Art.
Was mir besonders gut gefallen hat, war dieses besondere Gefühl, das die Geschichte vermittelt. Eine Mischung aus Reibung, Nähe, Drama, Romantik, einem Hauch Glamour und ganz viel Herz. Ich wollte am liebsten direkt weiterlesen und freue mich riesig auf Band zwei. Die Andeutungen am Ende machen mehr als neugierig, und ganz ehrlich: Ich brauche mehr von Ethan und Grace.
Ein Buch, das ich verschlungen habe. Voller Emotionen, Tiefe und so vielen Momenten, die im Kopf bleiben. Eine Geschichte, die sich nicht nur liest, sondern sich anfühlt.
5 von 5 Sterne. Ganz große Empfehlung für alle, die ehrliche New-Adult-Romane mit Herz, Drama und Charakterentwicklung lieben.
Strand, Sonne, Schatten – ein Sommerbuch mit leichten Schwächen
The summer that broke us von Lucia Sterling
Romantic Suspense ist für mich immer ein kleines Glücksspiel. Wenn's klappt, liebe ich die Mischung aus Gefühl und Nervenkitzel. Wenn nicht, dann bleibt man oft mit dem Gefühl zurück, dass etwas gefehlt hat. The Summer That Broke Us war irgendwo dazwischen.
Das Setting? Großartig. Malibu, Lifeguards, Sommerhitze – das Buch hat definitiv Vibes.
Diese Stimmung wurde auch schön eingefangen und hat mich atmosphärisch gut abgeholt. Man spürt die Sonne auf der Haut, hört das Rauschen des Meeres und bekommt Lust auf ein kühles Getränk am Strand. Dafür gibt’s definitiv Pluspunkte.
Womit ich allerdings gestruggelt habe, waren die Figuren. Sutton war für mich schwer greifbar, und obwohl ich gemerkt habe, dass da viel unter der Oberfläche brodelt, hat mir der Zugang zu ihr gefehlt. Ben hatte Potenzial, kam für mich aber nicht ganz aus seiner Rolle heraus. Ihre Dynamik hat zwar funktioniert, aber nicht gefunkt. Die Dialoge wirkten stellenweise eher wie eine Pflichtübung als echte, glaubhafte Gespräche. Da wäre mehr Tiefe schön gewesen.
Der angepriesene Spannungsanteil? Leider nur sehr dezent spürbar. Ein paar Momente, in denen angedeutet wird, dass da noch was kommen könnte, ja. Aber insgesamt war der Suspense-Teil für mich eher Kulisse als tragender Bestandteil. Der Cliffhanger zum Schluss hat dann aber noch einmal ordentlich nachgelegt und macht neugierig auf Teil zwei. Das ist definitiv nicht selbstverständlich, wenn einen die Figuren nicht zu hundert Prozent überzeugt haben.
Fazit:
Ein Buch mit tollen Sommer-Vibes, starker Kulisse und einem atmosphärischen Grundton, das aber im Bereich Figurenentwicklung und Spannung nicht ganz das liefert, was ich mir erhofft hatte. Als leichte Sommerlektüre für zwischendurch auf jeden Fall geeignet, mit Luft nach oben.











