Kunden em pfehlungen
Rezensionen von FogandBooks:
Eine WG zum Verlieben, ein Musiker mit Herz und ganz viel Cozy-Vibe
One song apart - London Hearts 1 von Lorena Schäfer; Valentina Fast
Schon nach den ersten Seiten hat mich One Song Apart vollkommen abgeholt. Der Schreibstil von Larissa Schäfer und Valentina Fast ist locker-leicht und zieht einen direkt mitten ins WG-Leben rund um Quinn. Die Erzählweise macht es leicht, in der Geschichte zu versinken – und genau das habe ich getan.
Quinn ist für mich eine echte Herzensfigur: witzig, warm, sympathisch und einfach jemand, den man selbst gern zur Freundin hätte. Besonders schön fand ich, wie die verpasste erste WG-Nacht noch nachgeholt wurde. Dieser Moment hat direkt gezeigt, was für ein tolles Miteinander in der WG herrscht – hier stimmt die Chemie, und man möchte am liebsten selbst mit einziehen.
Milo war von Anfang an interessant. Zwar kamen seine Gedanken zu Quinn schnell und eindeutig, aber er wirkt gleichzeitig bodenständig und überraschend reflektiert. Besonders spannend fand ich den Kontrast zwischen seinem öffentlichen Image als Musiker und seiner zurückhaltenden, beinahe scheuen Art im Privaten. Gerade dieser Gegensatz macht ihn so greifbar. Und ja – die Szene mit den Lieblingsblumen war einfach zum Dahinschmelzen. Ich bin mir fast sicher, dass da ein Strauß auf seinem Hausboot steht.
Der Abschnitt rund um Bristol und die Party hat mich besonders begeistert. Die Dynamik zwischen Quinn und Milo ist zauberhaft, das Knistern spürbar, aber es bleibt auch humorvoll und süß. Auch Nebenfiguren wie Pippa bekommen Tiefe – sie hat definitiv ihre eigenen Kämpfe zu führen, und ich hoffe sehr, in Band 2 mehr von ihr zu lesen. Ihre familiäre Situation hat mich ehrlich berührt.
Das Ende kam schneller als gedacht – und mit einer Wendung, die ich nicht habe kommen sehen. Die Enthüllung rund um Lee war ein echter Schlag, gerade weil die gemeinsame Vergangenheit mit Milo so intensiv war. Dass Milo hier so klar und konsequent reagiert hat, fand ich bewundernswert. Es zeigt, wie wichtig Selbstwert und Abgrenzung sind – auch (oder gerade) in alten Freundschaften. Umso schöner, dass Quinn erkennt, wie aufrichtig Milos Entschuldigung war. Ein kleines Highlight zum Schluss: die Leseprobe zu Band 2 mit Pippa. Ich kann es kaum erwarten, ihre Geschichte zu lesen!
Fazit: One Song Apart ist eine smarte und süße YA-Geschichte mit Cozy-Vibes, tollen Charakteren und genau der richtigen Portion Drama. Wer auf Herzklopfen, Humor und echte Emotionen steht, wird dieses Buch lieben.
Absolute Empfehlung – und Vorfreude auf Band 2 ist garantiert!
Zwischen Vorfreude und Ernüchterung: Ein eher stilles Kapitel in Emily Henrys Bibliothek
Great Big Beautiful Life von Emily Henry
Als großer Fan von Emily Henrys Funny Story habe ich Great Big Beautiful Life mit hohen Erwartungen begonnen, vielleicht sogar zu hohen. Denn leider konnte mich dieser Roman so gar nicht abholen.
Zu Beginn war ich noch voller Begeisterung. Henry schreibt gewohnt atmosphärisch, mit liebevollen Details, besonders was die Hauptfigur Alice betrifft.
Sie ist ein wohliger, vielschichtiger Charakter, der sich wirklich entfaltet. Doch je weiter die Geschichte fortschreitet, desto mehr schwand meine anfängliche Euphorie. Die Handlung entwickelt sich nur sehr langsam, und die "Geschichte in der Geschichte" hat mich leider überhaupt nicht gepackt. Statt Neugier oder Spannung stellte sich eher Ernüchterung ein.
Auch die Dynamik zwischen den Figuren ließ für mich zu wünschen übrig. Während Alice greifbar und authentisch wirkt, kam mir Hayden eher aufgesetzt und unausgereift vor. Die Chemie zwischen den beiden, für mich normalerweise ein absolutes Highlight bei Henry, blieb hier leider völlig aus.
Alles in allem ist Great Big Beautiful Life kein schlechtes Buch, aber es konnte meine Erwartungen leider nicht erfüllen. Die Idee hatte Potenzial, doch für mich fehlte das gewisse Etwas, das ihre anderen Werke so besonders macht. 3,5 von 5 Sternen – solide, aber für eingefleischte Henry-Fans eventuell eine kleine Enttäuschung.
Dieses Buch hat mich leider nicht abgeholt – obwohl ich es unbedingt lieben wollte.
The Deer and the Dragon von CJ Piper
Ich hab mich wirklich auf The Deer and the Dragon gefreut. Endlich mal wieder ein Fantasybuch mit Engeln und Dämonen, das mich vom Klappentext her sofort angesprochen hat. Und dann noch dieses Cover – wow. Ich war richtig hyped und dachte, das könnte ein Highlight werden.
Aber leider hat es ganz schnell nachgelassen.
Der Einstieg war zäh, um nicht zu sagen: komplett misslungen. Ich hatte das Gefühl, die Autorin wollte zu viel auf einmal, ohne dabei wirklich etwas zu erzählen. Und wenn ich sage, dass die erste Hälfte des Buches (immerhin über 280 Seiten!) sich wie ein einziger, endloser Prolog liest, übertreibe ich nicht.
Es passiert einfach nichts. Keine Spannung, keine greifbare Handlung, keine Figuren, mit denen ich mitfiebern konnte. Stattdessen verliert sich alles in Details, Namen, Andeutungen – aber ohne Struktur oder Ziel. Und selbst als dann endlich etwas passiert, zieht sich alles wie Kaugummi. Die Handlung kommt einfach nicht in Gang.
Ich hab echt versucht, dranzubleiben, weil ich das Konzept an sich interessant fand. Engel, Dämonen, uralte Kräfte, ein Setting mit Potenzial – klingt erstmal super. Aber bei über 300 Seiten ohne einen einzigen richtigen Spannungsmoment musste ich ehrlich zu mir sein: Ich bin raus.
Ich hab das Buch abgebrochen. Nicht, weil es schlecht geschrieben wäre oder zu viele Seiten hat. Sondern weil ich über so viele Kapitel hinweg einfach keine Verbindung zur Geschichte aufbauen konnte. Kein Mitfiebern, kein Staunen, kein „Nur noch ein Kapitel“-Gefühl. Und genau das ist es, was für mich gute Fantasy ausmacht.
Ein Buch wie eine Umarmung
Note to myself: Liebe ist keine Option von Kira Mohn
Manche Bücher treffen einen genau im richtigen Moment. Note to myself von Kira Mohn ist so eins. Es ist ein Erwachsenenroman, der die Seele streichelt, zum Innehalten einlädt und einem das Gefühl gibt, dass es okay ist, nicht perfekt zu sein.
Hinter dem eher schlichten Cover verbirgt sich für mich ein kleines Meisterwerk – ein Roman, der mich von der ersten Seite an gefesselt hat.
Kira Mohn schafft es, mit scheinbarer Leichtigkeit eine Geschichte zu erzählen, die gleichzeitig leichtfüßig und tiefgründig ist.
Alice, Lennon und all die anderen Figuren wirken so greifbar, so echt, dass ich mich fast als Teil ihrer Welt gefühlt habe. Besonders Alice ist mir mit ihrer besonderen Art, der Liebe zu Listen und ihrem inneren Chaos direkt ins Herz gewandert.
Was dieses Buch für mich besonders macht, ist die Mischung aus Humor, echten Gefühlen und der wunderbaren Botschaft, dass Fehler zum Menschsein dazugehören. Es spricht für sich, dass ich dieses Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte – ich habe gelacht, ein paar Tränen verdrückt und immer wieder gehofft.
Auch die liebevolle Gestaltung des Buchsatzes, insbesondere die eingeflochtenen Listen, die so typisch für Alice sind, haben das Leseerlebnis zu etwas ganz Besonderem gemacht. Immer wieder musste ich schmunzeln – genau solche Details zeigen, wie viel Herzblut in diesem Buch steckt.
Note to myself ist für mich ein echtes Herzensbuch. Es hat mich berührt, zum Nachdenken gebracht und mich gleichzeitig wunderbar unterhalten. Ich liebe alles an diesem Buch und vergebe ohne Zögern 5 von 5 Sternen.
Ein Lesehighlight, das ich jedem ans Herz legen möchte, der sich für ein paar Stunden fallen lassen und dabei ein Stück weit genesen will.
Wikinger-Vibes & Gänsehautfeeling – A Fate Inked in Blood
Die Skaland-Saga, Band 1 - A Fate Inked in Blood von Danielle L. Jensen
Ich liebe alles, was mit Wikingern zu tun hat – also war dieses Buch ein absolutes Must Have! Schon das Cover hat mich sofort in seinen Bann gezogen (Halleluja, was für ein Eyecatcher ????), aber auch der Klappentext hat versprochen, was er hält. Und dann die Geschichte? Ein Volltreffer!
Freya ist eine Protagonistin ganz nach meinem Geschmack – vielschichtig, mutig, stark.
Sie wirkt wie eine Heldin, wie man sie aus alten Überlieferungen kennt, nur dass sie hier noch greifbarer und lebendiger wird.
Wer sich für nordische Mythen, Sagen und das Wikingerleben begeistert, wird mit der Skaland Saga so richtig glücklich. Figuren wie König Harald, Bjorn oder Tora tragen ihre ganz eigenen Geschichten mit sich und bringen eine Tiefe, die mich total fasziniert hat. Auch die traditionellen Feste wurden so atmosphärisch beschrieben, dass ich mich direkt dorthin versetzt fühlte – alles durchzogen von einer Magie, die sich ganz natürlich anfühlt.
Der Schreibstil? Flüssig, bildhaft und mit einem angenehmen Spannungsbogen. Nichts wirkt überhastet, jede Szene bekommt ihren Raum – was ich total zu schätzen weiß.
Und dann dieses Ende… AHHH! Ich kann Band 2 gar nicht erwarten! Es war nicht nur spannend, sondern auch so emotional und gut greifbar, dass ich am liebsten gleich weiterlesen würde.
???? Wenn du Wikinger liebst, starke Frauenfiguren suchst und gern in eine Welt voller Mythen und Magie eintauchst – dann schnapp dir dieses Buch.
Magie, Masken & ein Hauch von Skandal
A Fragile Enchantment von Allison Saft
Manchmal gibt es Bücher, die einen schon mit den ersten Seiten in eine wohlige Umarmung ziehen – A Fragile Enchantment ist genau so ein Buch. Allison Saft erschafft eine atmosphärische, fast schon magische Welt, die sich mit ihrem cozy Schreibstil anfühlt wie eine warme Decke an einem verregneten Tag.
Die Geschichte ist leicht, fesselnd und gleichzeitig voller Emotionen, sodass die Seiten nur so dahinfliegen.
Von Anfang an versprüht das Buch einen besonderen Charme, der stark an historische Romane erinnert. Opulente Bälle, gesellschaftliche Intrigen und eine subtile Spannung begleiten die Handlung, während man immer tiefer in die Welt eintaucht. Jede Figur bringt ihre eigenen Geheimnisse und Herausforderungen mit, wodurch sich eine komplexe und mitreißende Dynamik entwickelt.
Besonders die Protagonistin Niamh wächst einem schnell ans Herz. Ihre Wärme und ihr Mut machen sie zu einer außergewöhnlichen Heldin, doch ihre Reise ist nicht ohne Herausforderungen. Auch die anderen Charaktere sind vielschichtig und faszinierend – einige von ihnen überraschen mit ihrer Entwicklung, während andere ihre wahren Absichten erst nach und nach offenbaren.
Je weiter die Geschichte voranschreitet, desto intensiver wird die Atmosphäre. Emotionen, Spannung und Enthüllungen greifen perfekt ineinander und lassen die Seiten nur so dahinfliegen. Der finale Abschnitt bringt alles zu einem runden, zufriedenstellenden Abschluss, der sich genau richtig anfühlt.
A Fragile Enchantment ist ein zauberhaftes, emotionales und spannendes Leseerlebnis. Der cozy Schreibstil, die faszinierende Welt und die großartigen Charaktere haben mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt. Kleine Längen in der Mitte haben mich davon abgehalten, die volle Punktzahl zu geben, aber insgesamt war es eine wunderbare Geschichte, die ich jedem empfehlen kann, der sich nach einem magischen Regency-Roman mit viel Herz sehnt.
Ehrlich, humorvoll und mitten aus dem Leben – ein Roman, der trifft!
No Hard Feelings von Genevieve Novak
Schon der Einstieg in No Hard Feelings hat mich komplett in den Bann gezogen. Genevieve Novak schafft es mit einem einzigartigen Mix aus Humor, Sarkasmus und Tiefgründigkeit, eine Geschichte zu erzählen, die sich gleichzeitig leicht und bedeutungsvoll anfühlt. Hauptfigur Penny ist eine absolute Wucht – ihre Gedanken, ihre Unsicherheiten und ihr trockener Humor haben mich direkt mitgerissen.
Die ersten Seiten flogen nur so dahin, und ich war von der ersten Minute an gefesselt. Und dann diese Vibes mit Leo? Puuuuh! Ich habe es von Anfang an gefühlt. Gleichzeitig zeigt der Roman, dass das Leben nicht nur aus heilen Freundschaften, unkomplizierten Beziehungen oder stressfreien Jobs besteht. Ex-Freunde, zerbrechende Freundschaften, Arbeitsdruck – all das gehört eben auch dazu. Dieser ehrliche Blick auf das Leben macht das Buch so stark und authentisch.
Im weiteren Verlauf bleibt Penny eine greifbare Protagonistin. Ihre Selbstzweifel und ihr Kampf um den eigenen Selbstwert sind gut ausgearbeitet, auch wenn es für einen Moment fast kippte, weil sie sich sehr auf sich selbst fixiert. Doch Novak bekommt rechtzeitig die Kurve und lenkt die Geschichte wieder in die richtige Richtung, ohne Pennys Probleme kleinzureden. Besonders spannend war für mich Becs Entschuldigungsanruf – der für mich völlig unglaubwürdig wirkte. Pennys Reaktion darauf konnte ich ehrlich gesagt nicht ganz nachvollziehen. Manche Dinge sollte man nicht einfach so hinnehmen, Hochzeitsstress hin oder her.
Leo bringt eine besondere Dynamik in die Geschichte, die von Anfang an spürbar ist. Auch wenn sein Verhalten an manchen Stellen etwas zurückhaltend wirkt, fügt es sich gut in den Verlauf der Handlung ein. Besonders beeindruckend ist, dass die Geschichte nicht nur auf romantische Entwicklungen setzt, sondern auch zeigt, wie wichtig es ist, sich mit den eigenen Ängsten und Unsicherheiten auseinanderzusetzen. Das verleiht der Erzählung zusätzliche Tiefe und macht sie noch greifbarer.
Das Ende hat mir besonders gut gefallen. Es zeigt, dass ein Happy End nicht bedeutet, dass der Weg der Selbstfindung abgeschlossen ist. Manchmal sind es die kleinen, positiven Momente, die das Leben verändern. Genau diese Botschaft macht No Hard Feelings zu einem echten Highlight.
Fazit:No Hard Feelings ist ein Buch, das ehrlich, unterhaltsam und mitten aus dem Leben gegriffen ist. Penny ist eine unperfekte, aber umso liebenswertere Protagonistin, mit der man lachen, mitleiden und mitfiebern kann. Der Schreibstil ist erfrischend, die Dialoge spritzig und die Story absolut fesselnd. Bis auf ein paar kleinere Kritikpunkte – insbesondere Becs fragwürdiges Verhalten und das eher oberflächliche Liebesgeständnis – hat mich das Buch vollkommen überzeugt. Eine klare Empfehlung für alle, die eine realistische, humorvolle und dennoch tiefgründige Geschichte suchen!
Naja...
Timelock, Band 1 - Zeitrebellen von Michael Peinkofer
Die Geschichte von Timelock – Zeitrebellen hat mich mit einem vielversprechenden Klappentext und einer interessanten Grundidee gelockt. Leider konnte der erste Band der Trilogie meine Erwartungen nicht vollends erfüllen.
Michael Peinkofer wählt einen angenehmen, gut lesbaren Schreibstil, der den Einstieg erleichtert.
Auch wenn ich es bevorzuge, Geschichten aus der Ich-Perspektive zu erleben, war die dritte Person hier keine große Hürde. Trotzdem fehlte mir das gewisse Etwas, um wirklich in die Geschichte einzutauchen.
Eines der größten Probleme dieses Romans ist für mich das Fehlen von Spannung. Die Handlung plätschert dahin, ohne wirkliche Höhepunkte oder mitreißende Wendungen. Bis Kapitel 20 habe ich mich noch motivieren können, aber danach war meine Lust, weiterzulesen, leider kaum noch vorhanden.
Auch das Cover konnte mich nicht überzeugen – es wirkt auf mich wenig ansprechend. Im Gegensatz dazu fand ich den Klappentext sehr gelungen, weshalb ich dem Buch überhaupt eine Chance gegeben habe.
Die Charaktere sind grundsätzlich interessant: Jason und Namira haben Potenzial, doch ihre Darstellung bleibt leider recht blass. Jason sucht nach Antworten, doch diese wirken oft oberflächlich oder nicht tief genug durchdacht, was meine Begeisterung für seine Reise dämpfte. Yusuf bleibt mir bis zuletzt ein sehr undurchsichtiger Charakter, was aber immerhin ein wenig Neugier weckt. Ein positiver Aspekt war für mich die Idee mit den Zahlennamen, die ich kreativ und passend zur Thematik fand.
Letztlich bleibt mein Eindruck zwiegespalten. Timelock – Zeitrebellen hat eine interessante Grundidee und einige nette Ansätze, doch das schleppende Tempo und die faden Charakterdynamiken konnten mich nicht fesseln. Vielleicht gebe ich dem Buch irgendwann noch eine zweite Chance – aber vorerst bleibt es bei einer soliden, wenn auch nicht begeisternden, 3-Sterne-Bewertung.
Zwischen Schmerz und Hoffnung – Eine Liebe, die mehr gibt...
To The Shaking Ground von Nina Kay
To The Shaking Ground von Nina Kay ist ein Buch, das tief unter die Haut geht. Es ist roh, intensiv und voller leiser, aber dennoch gewaltiger Emotionen. Ashley verlässt Burlington mit nichts als einem Rucksack und seinen Friseurscheren, auf der Suche nach einem besseren Leben in New York – weit weg von Gewalt und den Erwartungen seiner Familie.
Nico hingegen bleibt gefangen in einem Alltag zwischen Arbeit und der Pflege seiner kranken Mutter, in dem für eigene Träume kaum Platz bleibt.
Die Geschichte lebt von den stillen Momenten, von Blicken, Berührungen und unausgesprochenen Worten. Die Entwicklung zwischen Ashley und Nico ist geprägt von einer tiefen, fast greifbaren Achtsamkeit füreinander, die sich in jedem Detail widerspiegelt. Besonders beeindruckend ist, wie Nina Kay es schafft, Themen wie familiäre Gewalt, Verantwortung und psychische Belastungen sensibel, aber ungeschönt darzustellen. Die toxische Realität der beiden Protagonisten wird nicht beschönigt, doch sie finden einander inmitten all dessen – nicht als schnelle Rettung, sondern als gegenseitige Stütze.
Der Schreibstil ist typisch Nina Kay: kein einfacher Mainstream, sondern herausfordernd, roh und mit Bedacht gewählt. Die Geschichte verlangt Aufmerksamkeit und Auseinandersetzung, gerade wegen der ernsten Themen. Inhaltlich überzeugt das Buch auf vielen Ebenen, dennoch gab es Momente, in denen die Erzählung sich etwas zog oder manche Emotionen stärker hätten ausgearbeitet werden können.
To The Shaking Ground ist eine Geschichte für Leser*innen, die nicht nur konsumieren, sondern fühlen wollen. Ein Roman, der nachhallt, weil er nicht an der Oberfläche kratzt, sondern dort ansetzt, wo es wehtut. Trotz kleinerer Längen ist es ein bewegendes Buch, das wichtige Themen behandelt und zeigt, wie Liebe inmitten von Chaos und Schmerz ein sicherer Hafen sein kann. 4 von 5 Sternen.
Zwischen Ebbe und Flut: Eine Rezension zu Middletide – Was die Gezeiten verbergen von Sarah Crouch
Middletide - Was die Gezeiten verbergen von Sarah Crouch
Middletide von Sarah Crouch ist ein atmosphärischer und ruhiger Roman, der durch seine malerischen Landschaftsbeschreibungen und den poetischen Schreibstil besticht. Die Autorin schafft es, die raue Küstenlandschaft eindrucksvoll zum Leben zu erwecken, sodass man als Leser beinahe den salzigen Wind auf der Haut spürt.
Besonders gelungen ist die Darstellung von Elijahs einsamem Leben, das in starken Kontrast zu seinen inneren Sehnsüchten und dem Wunsch nach Zugehörigkeit steht.
Die Geschichte wird auf mehreren Zeitebenen erzählt, was anfangs eine gewisse Eingewöhnungszeit erfordert. Doch mit der Zeit fügen sich die Puzzlestücke zusammen und die Handlung entfaltet ihren Sog. Der Mix aus Krimi und Liebesgeschichte funktioniert grundsätzlich gut, insbesondere die spannenden Elemente um den Mordfall sorgen für anhaltende Neugier. Leider bleibt die Auflösung letztlich vorhersehbar und lässt einige Fragen offen, was etwas von der zuvor aufgebauten Spannung nimmt.
Ein weiteres Manko ist die Figurenzeichnung. Während die Landschaften bildhaft und eindringlich beschrieben werden, fiel es mir schwer, eine tiefere Verbindung zu den Charakteren aufzubauen. Elijahs Entwicklung wirkt in manchen Momenten etwas hölzern, während Nakita als starke und bodenständige Frau zwar interessante Ansätze bietet, aber letztlich nicht vollends greifbar wird. Gerade in emotionalen Szenen fehlte mir oft die Authentizität, um wirklich mitzufühlen.
Nichtsdestotrotz bleibt Middletide ein lesenswertes Buch mit einer dichten, melancholischen Atmosphäre und einem einzigartigen Setting. Wer sich auf die ruhige Erzählweise einlässt und weniger Wert auf eine komplexe Krimihandlung legt, wird mit diesem Roman durchaus seine Freude haben. Ich vergebe solide 4 von 5 Sternen.











