Kunden em pfehlungen
Rezensionen von isabellepf:
Ein fantastisches Familienabenteuer
Family Quest von Daniel Bleckmann
"Family Quest - Das Amulett des Merlin" von Daniel Bleckmann, ist ein hochspannendes Familienabenteuer voller magischer und abenteuerlicher Momente.
Schottland, im Herrenhaus der McGuffins.
Eher per Zufall stossen Charlotte, Finn und Bruce auf ein verborgenes Fach und finden ein goldenes Amulett.
Der Legende nach wurde es von Zauberer Merlin höchstpersönlich geschmiedet und führt zu einem sagenhaften Schatz, an einem geheimen Ort. Doch bevor sie etwas unternehmen können, schnappt ihnen ihr Onkel Kaleb, das Amulett unter der Nase weg. Von der Abenteuerlust gepackt, heften sich die McGuffin-Geschwister an seine Fersen. Nicht ahnend, mit wem sie es zu tun haben, stürzen sie sich ins Abenteuer, die in eine gefahrenvolle Verfolgungsjagd mündet und sie in weit entfernte Länder führt.
Mit einem abenteuerlichen Einstieg, schafft es Daniel Bleckmann von Anfang an in ein fantastisch ausgearbeitetes Abenteuer mit liebenswerten Charakteren zu entführen. Diese werden auf den ersten Seiten bildlich, mit den wichtigsten personenbezogen Besonderheiten, kurz vorstellt. Persönlich mag ich das in Kinder und Jugendbüchern ganz gerne, denn es weckt die Neugierde, festigt das Bild der Figuren um auch einen besseren Bezug zu ihnen zu bekommt. Da fällt es fast schwer eine Lieblingsfigur auszuwählen, denn sie sind alle authentisch, liebenswert mit Herz gezeichnet, die schnell die Herzen ihrer Leser gewinnen.
Mitreisend, abenteuerlich und durchgehend Spannend nimmt die Handlung ihren Lauf, die sich vom Niveau dem Lesealter, nachvollziehbar und gut verständlich aufbaut. Auch der Verlauf ist konstant fesselnd, die Handlungsstränge authentisch mit teils gefährlich, magisch und immer wieder humorvoll ausgearbeiteten Lesemomenten. Man fühlt, fiebert und rätselt konstant mit, das richtig spass macht und sogar für Lesemuffel so einnehmend ist, das man das Buch schier nicht mehr aus den Händen legen kann. Denn auch die Kapitel haben eine gute Leselänge die zum weiterlesen animiert.
Total klasse ist auch der bildgewand, locker und leichte Schreibstil des Autors, der es spielend leicht schafft, die Erlebnisse und Charaktere beim lesen regelrecht aufleben zu lassen. Denn immer wieder hat man das Gefühl mitten drin zu sein, fühlt sich wie ein Teil der McGuffin-Geschwister und kann sich ihre Erlebnisse wunderbar vorstellen, die sich wie ein Film vor Augen abspielen.
Ein insgesamt überaus gelungenes Zusammenspiel aus liebenswerten Charakter und einem fantastisch ausgearbeiteten Familienabenteuer, das von Anbeginn an bis zum auflösenden Ende mitreisen und begeistern konnte. Wobei das Ende doch sehr offen und hoffentlich auf eine weiter Fortsetzung schliessen lässt.
Grossartig und absolut empfehlenswert zu lesen.
Rezensionen von begine:
Etwas traurig aber wunderschön
Marianengraben von Jasmin Schreiber
Jasmin Schreiber hat einen gefühlvollen Debütroman „Marianengraben“ geschrieben.
Es ist ein Roman um das Sterben und Trauern.
Paula trauert um ihren kleinen Bruder Tim, der mit 10 Jahren ertrunken ist. Dann begegnet sie Helmut, der die Urne seiner Helga stiehlt um ihre Asche an verschiedenen Stellen zu verstreuen.
Paula begleitet ihn auf der Reise.
Ihre Unfälle mit der Urne und wie Helmut damit umgeht, sind grandios.
Obwohl es ein trauriges Thema ist, macht der Roman auch Mut und gibt Hoffnung zum Weiterleben. Außerdem zeigt es, das sich Alt und Jung Trost geben können. Die Protagonisten sind glaubhaft und sympathisch.
Die Autorin schreibt mit Herz und viel Gefühl eine traurig und auch lustige Geschichte.
Auf was für Ideen sie hier kommt ist schon gekonnt. Der Roman ist berührend schön geschrieben.
Rezensionen von Lesemama:
Auftaktband über verbotene Gefühle
Ich darf dich nicht lieben von Mirka Mai
Ich darf dich nicht lieben
von Mirka Mai
Bewertet mit 2 Sternen
Zum Buch:
Jessica Fouler, Jessy, kommt aus einer reichen Familie aus Malibu und beginnt an der Wesleyan University in Middletown, Connecticut, ihr Studium und möchte auch weit weg von Zuhause ein neues Leben beginnen.
Bei ihrem Studentenjob lernt sie Alex kennen, ihren Chef, deutlich älter als sie, aber dennoch verlieben sich die beiden.
Eine Liebe die von Beginn an auf wackeligen Beinen steht und nicht sein darf ...
Meine Meinung:
ACHTUNG, HIER KANN GESPOILERT WERDEN!!
Die Geschichte beginnt eigentlich total niedlich und typisch New Adult mäßig. Reiches, armes Mädchen fühlt sich unverstandenen, fängt ein neues Leben an, verliebt sich. Toller, sexy Typ, ihr Chef!, verguckt sich ebenfalls sofort in sie. Alles ist Friede, Freude ..., aber dann kommt der große Showdown, der für mich eigentlich eher eine eiskalte Dusche war, Alex ist verheiratet kann aus Gründen (die ich aus spoilergründen unbenannt lasse) seine Frau nicht verlassen, Jessy bleibt trotzdem bei ihm, denn sie hat ihm ja ihre Liebe geschenkt, kann ohne ihn nicht leben, bla, bla, bla...
Soweit so (un)gut. Ich persönlich finde Ehebruch ein absolutes No-Go, aber das ist meine persönliche Meinung. Bei dem Buch störte mich nicht der Ehebruch, sondern wie damit umgegangen wurde, es war alles belanglos, ein wischiwaschi. Dazu noch Jessys neue Freunde, die ja beide irgendwelche Probleme haben, die aber nie wirklich auf den Tisch kamen. Dann noch die beste Freundin aus Malibu, die sich nie meldete, plötzlich aber ganz dringend Zeit mir Jessy verbringen will, aber eigentlich haben die beiden überhaupt nichts gemeinsam. Für mich war das alles nichtssagend, langatmig und ohne Hand und Fuß. Es waren zu viele Baustellen, die alle nicht richtig abgearbeitet wurden.
Dann kam noch ein Aspekt hinzu, der mich nach dem dritten Vorkommen nur noch nervte, die Autorin scheint ein Fan von Gilmore Girl's zu sein und hat das immer wieder in die Geschichte einfließen lassen, sowas hat meiner Meinung nach nichts in einer Geschichte zu suchen.
Letztendlich könnte mich das Buch nicht überzeugen, es war langatmig und leider auch nichtssagend. Wäre es ein Aufsatz, würde ich sagen, Thema verfehlt. Tut mir leid.
Rezensionen von S.:
Der etwas andere Buchladen
Happy Ever After - Wo das Glück zu Hause ist von Jenny Colgan
Nina Redmond, verhuscht, schüchtern, mehr der Typ Bücherwurm, ist Bibliothekarin. Gern sogar. Allerdings geht auch in ihrer kleinen Stadt das Bibliothekensterben voran und neue Jobs sind rar. Als in Schottland ein ausrangierter Bus zum Verkauf steht, ergreift sie ihre Chance und möchte einen fahrenden Bücherladen eröffnen.
Jetzt aber fangen die Schwierigkeiten erst an: Genehmigungen, Stellplätze, Logistik, mürrische Einheimische, Geldsorgen....
Jenny Colgan hat eine romantische und humorvolle Geschichte geschrieben, ihre Protagonisten durchaus sympathisch, wenn auch mit kleinen Schwächen dargestellt, lässt sie in Fettnäpfchen tappen und großherzig sein, vergisst auch kleingeistige Charaktere nicht und - natürlich- spielt auch die Liebe eine Rolle. Sieh mal an, auch das Dorfleben bietet so Einiges, schottische Männer sind einfach toll!
Anfänglich ein wenig langweilig, wird diese Geschichte fluffig, unterhaltsam und liest sich gut.
Rezensionen von Emmmbeee:
Gemeinsame Reise wider Willen
Das kann uns keiner nehmen von Matthias Politycki
Eigentlich hat Hans die Reise auf das Dach der Welt angetreten, um mit sich allein zu sein und sich seiner Vergangenheit in aller Ruhe zu stellen. Doch dabei kommt ihm der unverschämte Tscharli in die Quere. Auf einem Berg wie dem Kilimandscharo lässt sich so einer Person nur schlecht ausweichen. Wenn noch dazu die Urgewalten der Natur ausbrechen, erst recht nicht.
Denn dann muss man zusammenrücken und auf engstem Raum gemeinsam Schutz suchen. Sehr hinderlich sind dabei die anfangs gehegten Vorurteile. Der Weg wird zum Ziel.
Die beiden müssen wohl oder übel ihre Reise gemeinsam weitersetzen. Eine Reise, die aberwitzig, urkomisch, zu Herzen gehend, temporeich und nicht ohne Tragik verläuft. In kurzer Zeit geschieht sehr viel, und ebenso viel Vergangenheit wird offengelegt. Durchwirkt mit bayrischem Sprech und absurden Situationen, gestaltet sich der Roman zu einem Pageturner.
Erheiternd fand ich die Beschreibung mancher Tätigkeiten, beeindruckend die Schilderung der Landschaften und Charaktere. Wenn Nord- und Süddeutsche aufeinandertreffen, sind unterhaltsame Situationen ohnehin zu erwarten. Besonders, wenn sie leicht überzeichnet sind.
Matthias Politycki führt uns nicht nur in geografische Krater, sondern auch in die Untiefen der Seele und der Vergangenheit. Dabei kann der Autor sprachlich aus dem Vollen schöpfen. Nicht umsonst wird er als grosser Stilist und vielseitigster Schriftsteller der deutschen Gegenwartsliteratur bezeichnet. Dass er für diesen Roman "um ein Haar in Afrika gestorben wäre", wie es im Klappentext heisst, verleiht dem Werk einen zusätzlichen Touch.
Das Cover liess mich gleich an Hemingway denken, noch bevor ich wusste, worum es ging. Der Golddruck verleiht dem Bild zusätzlich etwas Kostbares. Auf den Umschlagdeckel-Innenseiten sind die Routen aufgezeichnet sowie Landkarten von Tansania und Sansibar. Sehr anschaulich und lebendig, farbig und rasant: Das ist meine Meinung zu diesem Buch. Ich würde es jedem Leser empfehlen.
Rezensionen von LadyIceTea:
Eine schöne Love-Story
Flirting with Fire von Piper Rayne
Eigentlich wollte ich gar nicht an dem Ehemaligentreffen meiner Highschool teilnehmen, doch meine Freundinnen haben mich überredet. Sie waren es auch, die bei der Bachelor-Versteigerung in meinem Namen auf ein Date mit meinem ehemaligen Highschoolschwarm geboten haben. Ja, richtig gehört, selbst als ich „Fatty Maddie“ genannt wurde, stand ich auf den Quarterback unseres Footballteams.
Nicht, dass er mich jemals beachtet hätte. Inzwischen verdient Mauro Bianco sein Geld im Kampf gegen das Feuer, aber wenn ich an ihn denke, steht mein Herz noch immer in Flammen. Ein Date, das ist alles, was ich versprochen habe. Nur ein paar Stunden, dann kann ich ihn wieder in der alten Schuhschachtel verstauen, die ganz hinten in meinem Schrank steht.
Doch wie immer hat das Universum andere Pläne. Niemals hätte ich gedacht, dass Mauro innerhalb weniger Tage von meinem Highschoolschwarm zu meinem Geschäftspartner werden würde. Und auch nicht, dass die Vergangenheit uns so schnell einholt.
„Flirting with fire“ von Piper Rayne ist der erste Band der neuen „Saving Chicago“ Reihe und zeigt sich direkt als sehr gelungener Auftakt.
Die Geschichte ist Kapitelweise aus der Sicht von Mauro oder Maddison geschrieben. Der Autorin gelingt es gut, dass man am Schreibstil erkennt, aus wessen Sicht die Ereignisse grade geschildert werden. Die Leser werden dadurch gut mitgenommen und können sich hervorragend in die Gefühlslage der Zwei hineinversetzen. Piper Raynes Schreibstil ist eine angenehme Mischung aus vielfältigen Personen- und Umgebungsbeschreibungen und einer Menge Gefühl.
Maddie konnte ich direkt in mein Herz schließen. Sei es ihr 16-jähriges Ich oder Maddie als erwachsene Frau. Sie ist super sympathisch und trotz ihrer Unsicherheiten unglaublich stark und nett. An ihrer Seite hat sie tolle Freundinnen, die dem Buch viel Wärme geben.
Die Bianco Brüder sind hot! Feuerwehrmann, Rettungssanitäter und Cop. Was ein Trio. Ich denke, jeder Leserin die dieses Genre mag, wird hier das Herz höhergeschlagen haben. Dazu sind die drei auch wirklich einnehmend. Man muss sie einfach mögen.
Die Geschichte um Mauro und Maddie ist gefühlvoll und spannend. Sie hat ihre Höhen und Tiefen und es hat mir viel Freude bereitet, die Beiden bei ihrer Entwicklung zu begleiten. Ich habe mitgefiebert und wollte einfach immer mehr erfahren. Nicht erst die letzte Seite hat mich zum Fan gemacht und als das Buch zu Ende war, war ich mehr als froh, dass es schon bald die Fortsetzungen gibt.
Ich kann dieses Buch nur wärmstens empfehlen!
Rezensionen von Emmmbeee:
Sich dem Verlieren entgegenstellen
Dankbarkeiten von Delphine Vigan
Die bisher selbständige, unabhängige Michka muss sich den geistigen Gebrechlichkeiten des Alters stellen. Dass sie so vieles zu verlieren scheint, bereitet ihr tiefe Ängste. Vor allem sind es Wörter, die ihr abhandenkommen. Das Leben im Seniorenheim mit all seinen Neuerungen fordert sie zusätzlich.
Zum Glück kümmern sich zwei junge Leute liebevoll um sie und helfen ihr, einen letzten grossen Wunsch zu erfüllen. Denn Dankbarkeit zu übermitteln, gerade jenen Menschen, die ihr einmal entscheidend geholfen haben, ist Michkas tiefstes Bedürfnis.
Dankbarkeit ist ein problematisches Thema, mit dem wohl schon jeder konfrontiert worden ist. Besonders dann, wenn man dankbar sein MUSS. Hier aber will ein alter Mensch seine Dankbarkeit ausdrücken DÜRFEN.
Immer wieder taucht Delphine de Vigan in die Untiefen der Menschen, in ihre Schwierigkeiten mit dem sozialen Leben, mit sich selbst. Die Leben und Schicksale verschiedener Personen werden vor dem Leser aufgerollt, zarte Fäden werden gesponnen, Sympathien sanft gefördert. Dass abwechselnd aus der Sicht der beiden jungen Helfer Marie und Jerome erzählt wird, hat mir sehr gefallen. Dankbarkeit und Verlust, beide Themen gehen sehr nahe und berühren vor allem Senioren wie mich, bei denen auch schon so manches zu verschwinden scheint… Der Roman zeigt auch deutlich, wie wichtig Anteilnahme ist, allen Menschen gegenüber.
Vigans Übersetzerin Doris Heinemann versteht es, die gepflegte, bilderreiche Sprache der Autorin ins Deutsche zu übertragen und dabei die Spannung zu erhalten, was ja hauptsächlich zum Erfolg eines fremdsprachigen Buches beiträgt. Angenehm finde ich das Lesebändchen, treffend das eine Wort als Buchtitel. Ein positives Zeichen setzt die fröhliche Fotografie auf dem Titelbild.
Danke, Madame Vigan, für Ihr neuestes Werk!
Rezensionen von Bücher in meiner Hand:
Einblick ins goldene Zeitalter
Nachtblau von van der Vlugt Simone
In das Cover habe ich mich auf den ersten Blick verliebt! Und da ich bislang nur die türkischen Keramiken kannte und nicht die Delfter Keramikmalerei, war ich neugierig und wollte mit diesem historischen Roman meine Wissenslücken auf eine unterhaltende Art und Weise schliessen.
Simone van der Vlugt erzählt die fiktive Geschichte von Catrjin, einer Witwe aus De Rijp, die 1654 beginnt.
Durch die Bekanntschaft mit Matthias von Nulandt wird sie bei dessen Bruder Haushälterin in Amsterdam, ihr gefällt es bei der Familie und in der Stadt. Doch dann muss sie flüchten - jemand denkt, sie hätte ihren Mann umgebracht und will Rache. Nun landet sie beim dritten Nulandt-Bruder in Delft - aber als Malerin anstatt Haushälterin. Und dort erfindet Catrjin quasi das "Delfter Porzellan".
In der Keramikmanufaktur kann Catrjin endlich ihr Talent nutzen, das mag man ihr sehr gönnen, nachdem man erfährt wie es ihr in ihrem Heimatdorf erging. Aber auch in Delft wird Catrjin vom Schicksal gebeutelt.
Nachdem ich mich an die ungewöhnlichen holländischen Namen gewöhnt hatte, las sich dieser historische Roman schnell. Die Autorin schildert lebensnah das Leben der damaligen Zeit und lässt auch immer wieder berühmte Zeitzeugen wie etwa die Maler Rembrandt, Jan Vermeer und andere in ihrer Geschichte auftauchen. Aber auch historisch Belegtes wie der Ausbruch der Pest und anderes (das ich der Spannung wegen nicht vorwegnehmen und spoilern will) findet den Weg in diesen historischen Roman.
Ich fand es sehr interessant zu lesen, wie die typische Delfter Keramik erfunden wurde, dass man die asiatischen Vorbilder nicht einfach nur kopieren wollte, sondern lokale Motive für Teller, Tassen und Vasen wählte.
Die Umgangssprache, die Simone van der Vlugt wählt, ist vielleicht nicht ganz echt und der Zeit angepasst, aber auf jeden Fall leserlicher als zeitnahere Ausdrücke. Spannend fand ich die beschriebenen Reiserouten mit Treckschuten, die von Leinpfaden aus entlang den Kanälen getreidelt wurden.
Anhand Catrjins fesselnder Geschichte in "Nachtblau" vermittelt mir der Roman einen tollen Eindruck über das Leben in den Städten der Niederlande um 1700 herum, der kulturellen Blütezeit, die auch "Gouden Eeuw", goldenes Zeitalter, genannt wird. Ich hab den Roman sehr gerne gelesen, auch wenn es zwischendurch stellenweise kurz mal langatmig wurde, eigentlich immer dann, wenn es wieder mal um den angeblichen Mord an ihrem Mann ging.
Fazit: Packender und informativer Roman über die Geschichte des "Delfter Porzellans"
4 Punkte.
Rezensionen von Petra Sch.:
Der Kampf aus 11.000 Metern Tiefe der Trauer - berührend, emotional und humorvoll geschrieben
Marianengraben von Jasmin Schreiber
Kurz zum Inhalt:
Paulas jüngerer Bruder Tim ist vor zwei Jahren im Mallorca-Urlaub ertrunken. Paula war bei dem Urlaub nicht dabei, da sie auf ein Konzert gehen wollte.
Seitdem befindet sich Paula in einem tiefen Loch, so tief wie der Marianengraben, aus dem sie nicht mehr herauskommt. Durch Selbstvorwürfe, da sie ihrem Bruder doch versprochen hat, immer auf ihn aufzupassen, leidet sie an starken Depressionen.
Sie kann nicht einmal Tims Grab besuchen.
Als ihr Therapeut ihr rät, Tim doch zu besuchen, wenn nicht so viele Leute am Friedhof sind, klettert sie mitten in der Nacht über die Friedhofsmauer. In der Nähe von Tims Grab hört sie ein Geräusch und entdeckt einen alten Mann, der in einem Grab mit einem Spaten herumgräbt. So lernt sie Helmut kennen.
Und Helmut und Paula gehen eine ungewöhnliche Symbiose ein, die beiden in ihren schwersten Zeiten hilft...
Meine Meinung:
"Marianengraben" ist eine extrem gut gelungene Geschichte über Trauerbewältigung und Depressionsverarbeitung, die in ich-Form aus Sicht von Paula geschrieben ist. Somit kann man noch tiefer in Paulas Gedanken- und Gefühlswelt eintauchen.
Nachdem die ersten Kapitel noch ziemlich depressiv sind, und man Paulas ausschweifenden Gedanken über ihren Bruder folgen kann (was mich eher nicht angesprochen hat), war ich von dem Wandel der Geschichte positiv überrascht, als Paula Helmut kennenlernt. Diesen schrulligen grummeligen muffigen alten Herrn habe ich trotz seiner abweisenden Art vom ersten Augenblick an ins Herz geschlossen. Er sagt, was er denkt bzw. fühlt. Und genau das braucht Paula.
Denn Paulas Gefühle sind wie in Watte - wie wenn sie 11.000 Meter tief im Marianengraben wäre. Und daraus muss sie sich erst Stück für Stück hervorkämpfen. Die Kapitel sind mit Zahlen bezeichnet, beginnend mit 11.000 - man kann ihre Entwicklung bis zum Ende verfolgen, als die Kapitelüberschrift 0 ist.
Natürlich ist von Anfang an klar, dass Helmut Paula helfen wird, ins Leben zurückzufinden. Trotzdem war es einfach nur wunderschön zu verfolgen, wie der grummelige Alte die junge Studentin in seinem Wohnmobil mit in die Berge nimmt, in die Gegend seiner Kindheit. Denn er hat Helga - deren Urne er ausgebuddelt hat- versprochen, mit ihr in die Berge zu fahren. Ein Roadtrip der etwas anderen Art.
Helmut versteht Paula wie niemand sonst bisher, denn er hat ähnliches durchgemacht: Als Kind seine Schwester verloren, später seinen Sohn und nun Helga.
Ein sehr passendes Zitat gibt es hierzu auf S. 96: "Helmut nickte als wäre das etwas ganz Normales. Meinen Freunden oder Eltern konnte ich sowas nicht erzählen, alle machten sich permanent Sorgen um mich und beobachteten mich wie ein Pantoffeltierchen unter dem Mikroskop. [...] Wenn Trauer eine Sprache wäre, hätte ich jetzt zum ersten Mal jemanden getroffen, der sie genauso flüssig sprach wie ich, nur mit einem anderen Dialekt."
Immer wieder denkt Judy an ihren Bruder Tim, der mit 10 Jahren gestorben ist, und an ihre Dialoge mit ihm. Er fand Fische 'megakrass'. Und er hätte wohl auch Paulas Reise mit Helmut megakrass gefunden.
Und auch der etwas verhaltensgestörte, aber liebenswürdige Schäferhund Judy, der Helga gehört hat (die Helmut ausgebuddelt hat), dringt in Paulas Gefühlspanzer ein.
Auch wenn Helmuts Schicksal am Ende total traurig ist, gibt es ein (fast) Happy-End. Mich hat das Buch sehr berührt.
Sehr schön, lebensecht und authentisch fand ich auch folgendes Zitat:
S. 68: "Das Schlimme an der Trauer ist ja, dass sich die Welt um einen herum einfach weiterdreht. Man selbst fühlt sich grauenvoll, doch alle anderen gehen zur Arbeit, besuchen das Kino, schauen Komödien und lachen [...] Man ist plötzlich ganz allein, weil man sich ganz anders anfühlt als die Leute um einen herum. [...] Man ist nicht wichtiger im Lauf der Dinge als die anderen. Die Welt geht auch nicht unter. Der Alltag geht halt so voran und schleppt einen auch irgendwie mit. Und was einem da vielleicht so vorkommt, als sei es eine unglaubliche Qual, ein furchtbarer Affront, ist dann später auch die einzige Chance, wieder zurechtzukommen. Weil man irgendwann wieder in das Karussell einsteigen und mitmachen kann wenn man bereit dazu ist. Eben, weil es nicht stehen geblieben ist. Die Welt wartet nicht auf einen - aber sie läuft einem auch nicht davon."
Fazit:
Ein emotionales Buch, das mich zum Nachdenken angeregt hat, und das mich sowohl zum Heulen als auch zum Lachen gebracht hat. Obwohl es eigentlich nicht in mein typisches Beuteschema passt, war ich positiv überrascht und vergebe 5 'megakrasse' Sterne.
Rezensionen von KimVi:
Gnadenlos spannend
Die Tochter – Deiner Vergangenheit entkommst du nicht! von Rose Klay
Kathi ist alleinerziehend und lebt mit ihrer Tochter Lucy in ihrem ehemaligen Elternhaus. Das ganze Dorf weiß, was für schreckliche Dinge in Kathis Vergangenheit passiert sind. Dadurch wurde sie schon früh in die Rolle der Außenseiterin gedrängt und konnte sich bisher nie davon befreien. Kathis innigster Wunsch ist es deshalb, dass Lucys Kindheit anders verläuft.
Doch das Geld ist knapp, das Haus mehr als renovierungsbedürftig und Lucy wird von anderen Mädchen in der Schule drangsaliert. Kathi ringt sich schließlich dazu durch, das Mädchen, das Lucy das Leben besonders schwer macht, darauf anzusprechen. Nicht ahnend, dass die damit zur letzten Person wird, die das Mädchen sieht. Denn das verschwindet kurz darauf spurlos. Die Gerüchteküche brodelt und Kathi wird misstrauisch beäugt. Nur die gerade neu zugezogene Jennifer lässt sich davon nicht beirren, sondern steht Kathi zur Seite. Trotz der neuen Freundin, wird Kathi immer öfter mit ihrer Vergangenheit konfrontiert und diese scheint der Schlüssel zu den merkwürdigen Vorkommnissen zu sein, die sich schon bald häufen.....
Die Handlung beginnt mit einem Prolog, in dem man ein Ereignis in der Vergangenheit betrachtet, das einem nahe geht und das beim Lesen ein beklemmendes Gefühl zurücklässt. Wie sich diese Szene mit dem aktuellen Geschehen in Verbindung bringen lässt, ist zunächst nicht klar. Doch das mulmige Gefühl behält man stets im Hinterkopf. Dadurch ist das Interesse sofort geweckt. Die aktuellen Ereignisse werden in der Ich-Form, aus Kathis Sicht, geschildert. Dadurch kann man ihre Gedanken und Gefühle hautnah miterleben. Diese Beschreibungen gelingen der Autorin hervorragend, denn Kathi wirkt nicht nur sehr sympathisch, auch die Bedenken, Ängste und Hoffnungen, die sie hegt, werden glaubhaft vermittelt. Deshalb gerät man früh in den Sog der Ereignisse.
Der Schreibstil ist angenehm flüssig zu lesen. Man kann sich Handlungsorte und Protagonisten lebhaft vorstellen und dadurch ganz ins Geschehen eintauchen. Zwischen den Zeilen schwebt eine zuweilen beklemmend wirkende Atmosphäre, die dafür sorgt, dass man gespannt den Ereignissen folgt und dabei stets auf der Hut ist, eine mögliche Bedrohung zu orten. Durch die Ich-Perspektive ist die Gesamtsicht auf die Ereignisse allerdings eingeschränkt. Man weiß zwar, dass in Kathis Vergangenheit etwas Schreckliches passiert ist, doch was genau das ist, ahnt man nicht. Denn diese Hintergründe werden erst nach und nach enthüllt. Diese Ungewissheit und die beklemmende Atmosphäre sorgen für echtes Gänsehaut-Feeling. Die bereits früh aufgebaute Spannung kann also nicht nur durchgehend gehalten werden, sondern steigert sich stetig, um schließlich in einem rasanten und nervenaufreibenden Finale zu gipfeln.
"Die Tochter" ist ein Thriller, der, durch die bedrohliche Atmosphäre und die gnadenlose Spannung, für Nervenkitzel und Gänsehaut-Momente sorgt!










