Kunden em pfehlungen
Rezensionen von barbara.liest:
Einblick in zwei Leben
Rote Kreuze von Sasha Filipenko
Sasha Filipenko schafft mit Rote Kreuze ein Buch das sehr zum Nachdenken anregt.
Die Geschichte von Tatjana Alexejwna ist sehr berührend und man wird sehr direkt mit den Vorgehensweisen in der Sowjetunion in der Stalin-Zeit konfrontiert.
Paralell dazu gibt es kurze Einblicke in die ebenfalls tragische Geschichte des Alexander, der als Witwer mit einer drei Monate alten Tochter neben der an Alzheimer erkrankten Dame einzieht.
Rote Kreuze zieren das Haus, damit Tatjana sich zurechtfindet, Rote Kreuze zieren auch ihr Leben.
Ein stark geschichtebezogener Roman, der manchmal etwas sprunghaft scheint, am Ende jedoch abgerundet und in sich abgeschlossen ist.
Für alle Russland- und Geschichteinteressierten ein tolles Buch finde ich.
Rezensionen von Streiflicht:
Ein mutiges Buch
Als ich dem Tod in die Eier trat von Alexander Greiner
Auf dieses Buch war ich sehr neugierig, weil mich schon der Titel und die Kurzbeschreibung sehr beeindruckt und berührt haben. Der Autor schreibt autobiographisch über seine Erkrankung an Hodenkrebs und seine erneute Erkrankung an einer Metastase im Oberarmknochen. Er berichtet über seine Erfahrungen mit dem österreichischen Medizinsystem und darüber, wie er sich fühlte, was ihm half oder eben auch nicht.
Mich hat besonders beeindruckt, wie ehrlich das Buch ist und wie tief es geht. Alexander Greiner schreibt ganz direkt und persönlich, sehr berührend. Nicht nur wenn es direkt um die Krankheit geht, sondern vor allem auch, wenn es um seine Gefühle geht und das, was ihn bewegt. So zum Beispiel die Suche nach seinem leiblichen Vater oder das Sterben seines geliebten Großvaters. Das fand ich beeindruckend.
Erschreckend fand ich, wie schwer es ist, sich durch das Gesundheitssystem zu arbeiten und herauszufinden, was man braucht und will. Es gehört neben der Informationsbeschaffung auch eine gehörige Portion Glück dazu, den richtigen Arzt zu finden. Bei mancher Beschreibung hatte ich echt Gänsehaut oder wurde wütend. Wie muss es da sein, wenn man selbst betroffen ist und auch noch Angst hat. Aber leider habe ich auch schon ähnliche Erfahrungen gemacht, zum Glück war es da nicht so dramatisch. Aber bei Krebs ist das schon echt übel...
Gut gefallen hat mir, dass der Autor auch viel Humor hat und der auch immer wieder deutlich wird. Zum Beispiel, wenn es um alternative Heilmethoden oder Tipps von Freunden oder Bekannten geht. Da musste ich immer wieder schmunzeln.
Ein tolles Buch, das Mut macht. Gleichzeitig hat es mich beeindruckt, wie stark der Autor ist, wie menschlich er sich in diesem Buch zeigt – zutiefst berührend.
Rezensionen von Streiflicht:
Gelungener zweiter Teil
Als ich dem Tod in die Eier trat von Alexander Greiner
Da ich bereits den ersten Teil um Detektiv Dominique Demesey und seine Tochter Jennifer voller Spannung und Begeisterung verschlungen hatte, war ich natürlich neugierig, wie es mit den beiden weitergeht. Zumal ein fieser Cliffhanger mich in Atem gehalten hat.
Beide Figuren sind erneut authentisch und voller Leben beschrieben, sodass es leicht fällt, sich in ihre Realität zu versetzen.
Es macht Spaß, ihre Abenteuer mitzuverfolgen. Ich würde aber empfehlen, Band 1 zuerst zu lesen, da die Bänder zwar in sich geschlossen sind, die Geschichte aber weitergeht...
Wieder bietet die Autorin Sabine Strick zahlreiche exotische Orte, an denen die Detektive ihre Fälle bearbeiten. Zu gerne würde man direkt mitreisen. Erneut ist es spannend und unterhaltsam. Ein Schwerpunkt liegt in dieser Geschichte bei Nick, der sich in Istanbul in eine Meisterdiebin verliebt. Dabei gerät sein Auftrag gefährlich ins Wanken und am Ende geht es auch nicht gut aus... Mehr kann ich leider nicht verraten, denn sonst würde ich zu sehr spoilern.
Fakt ist aber, dass Sabine Strick weiß, wie man Menschen fesselt und begeistert, wie man unterhält. Und das auch noch an Orten, die interessant sind und die man gerne mal besuchen würde.
Nun bin ich wirklich gespannt, wie es in Teil 3 weitergeht und was nun passiert. Ich hoffe, alles wird gut und die beiden finden ihren Platz im Leben.
Rezensionen von Streiflicht:
Lustig und schön
Ei, Ei, Ei! Die Maus hilft aus von Lorenz Pauli
Seit einiger Zeit habe ich zwei Patenkinder und habe seitdem auch verstärkt angefangen, Kinderbücher zu lesen. Dieses hat mir von der Beschreibung her so gut gefallen, dass ich es unbedingt haben wollte. Passt ja auch perfekt zu Ostern...
Die Geschichte von der kleinen Maus, die auf die Eier aufpasst, hat mir gut gefallen.
Sie ist zugleich lustig und schön. Es werden viele verschiedene Vögel vorgestellt, die auch abgebildet sind. So kann man mit den Kindern auch gleich noch schauen, wie der jeweilige Vogel aussieht und was das Besondere an ihm ist. Und wie seine Eier aussehen...
Und dann warten am Ende noch zwei kleine Überraschungen auf die Maus, da musste ich sehr lachen. Ich bin mir sicher, dass auch die kleinen Nachwuchsleser das lustig und spannend finden – das gemeinsame Lesen steht leider noch aus.
Schön finde ich auch die Zeichnungen, die perfekt zum Text passen und mir auch künstlerisch gut gefallen.
Ein wunderbares Buch für Jung und Alt, passend zum Frühling und zu Ostern. Ich freue mich auf das Lesen mit den Kleinen.
Rezensionen von Manfred Fürst:
„Messer“, der beste Thriller aus der Harry-Hole-Serie.
Messer Ein Fall für Harry Hole. Gebunden. von Nesbø Jo
Harry Hole, verheiratet mit Rakel, ist nicht geschaffen für eine dauerhafte Zweierbeziehung, ein hoffnungsloser Fall, dem auch eine Paartherapie nicht helfen könnte; Weil es ihm nicht gelingt und er es auch gar nicht willentlich versucht. Eine Prophezeiung wird für Hole wahr: „Du wirst schon sehen, du wirst ein paar Frauen glücklich machen.
Und andere unglücklich.“
Sollte man Alkoholiker, wie Hole einer ist, ernst nehmen? Eigentlich ja, denn Alkoholismus ist eine Krankheit. Dann ist nur noch die Frage zu beantworten, ‚saufen zu Hause oder öffentlich?‘ Hole säuft öffentlich, er ist ein exhibitionistischer Trinker mit masochistischen Zügen. Er will von seiner Umwelt bedauert und gleichzeitig verachtet werden.
Krasser Plot:
Alkoholiker Hole empfindet es bereits als Erfolg, wenn er an einer Bar „vorbeifahren“ kann
Rakel wird ermordet
Svein Finne, genannt der „Verlobte“ vergewaltigt Frauen und zwingt sie unter Morddrohungen das Kind auszutragen. Frauen als Host für Alien Finne.
Also wenn sich Finne, der von Hole „auserwählte“ Mörder seiner Frau bereits im ersten Drittel zu einem Geständnis „überreden“ lässt, muss etwas „faul“ sein, mit anderen Worten, Svein Finne kann nicht der Mörder seiner Frau sein. Für den Leser wirft das wieder die Frage auf, wer hatte welches Motiv und welche Motivation, war es vielleicht doch eine Frau.
„Die Sonne ging langsam auf. Diese Stadt (Oslo) war genau wie manche Frauen. Im richtigen Licht war sie plötzlich unglaublich attraktiv, um im nächsten Augenblick schon wieder so gewöhnlich, ja gerade spröde zu wirken, dass sie in der Mittelmäßigkeit versank“ (Zitat Nesbø, S. 455).
Nesbøs Cleverness als Plot-Konstrukteur ist kaum zu überbieten und das in der 12ten Fortsetzung: Nachdem alle Mordverdächtigen, einer nach dem anderen ausscheiden, bleibt nur noch – wie sollte es anders sein – Harry Hole übrig. Aber ist er der Mörder?
Dieser Mordfall sollte als der Harry-Hole-Fall in die Annalen der norwegischen Kriminalpolizei eingehen. Alle vom Staatsanwalt abwärts klopfen sich auf die Schulter. Endlich haben sie den verhassten und doch erfolgreichsten Ermittler am Hacken, auch wenn er tot? Ist.
Katrin Bratt, Leiterin der Osloer Polizei und erbitterte Konkurrentin des Osloer Kriminalamtes über ihre Situation: „Sie hatte gesehen, wie einige Frauennach der Geburt zu Depotinnen geworden waren, davon überzeugt, dass sie die Sonne und alle Planeten des Himmels nur um Mutter und Kind drehten. Und wie sie ihre Ehemänner plötzlich mit Verachtung begegneten...“ (Zitat Nesbø, S. 473).
„Love Hurts“ von den Everly Brothers “as Tribute for” Bjørn Holm.
Zum Showdown mit genialem Winkelzug passt 5. Mose 32:25 „Die Rache ist mein; ich will vergelten.“
Nochmal Katrin: „Was weiß man eigentlich über die Menschen, mit denen man Tisch und Bett teilt.“ Wie wahr.
HARRY HOLE zum 12ten. Jo Nesbø hat von seiner brillanten Erzähltechnik nichts eingebüßt. „Messer“, der beste Thriller aus der Harry-Hole-Serie.
Rezensionen von Streiflicht:
Wenn die Vergangenheit nicht ruht
Oberschwaben Krimi / Mord im Dörfle von Matthias Ernst
Seit einiger Zeit lese ich gerne Regionalkrimis, weil man dadurch neben der Spannung auch immer schön noch Lokalkolorit hat. Das finde ich schön, umso mehr, wenn ich die Orte dann auch noch kenne. Wenn nicht, finde ich es immer spannend, neue Orte zu entdecken. Besonderes Flair hat Autor Matthias Ernst hier eingebaut, indem er Nebenfiguren im schwäbischen Dialekt sprechen lässt.
Herrlich, auch wenn es nicht immer einfach zu lesen ist.
Kommissar Tobias Wellmann ist ein kauziger Typ, der sich nichts Schöneres als eine einsame Alpenüberquerung im tiefsten Winter vorstellen kann. Er hat bereits alles vorbereitet und freut sich auf die Einsamkeit in Eis und Schnee. Dann aber werden zwei tote Jugendliche am See – genau da, wo seine große Liebe vor Jahren ebenfalls den Tod fand. Voller Abneigung macht er sich auf die Suche nach der Wahrheit hinter dem Tod der jungen Menschen. Und was da alles auftaucht, aus einer Vergangenheit, die nie ruhte, das ist grausam und erschreckend. Wellmann bringt nicht nur sich selbst, sondern auch seine Familie in Gefahr.
Der Autor hat es bestens drauf, seine Figuren authentisch und realitätsnah zu beschreiben. Man möchte dem doofen Kollegen gerne mal die Meinung sagen, den liebenswerten Vater von Tobias kennen lernen oder mit ihm einen Kaffee trinken. Wenn man als Leser so mitfühlt, mitleidet und die Geschichte miterlebt, dann hat der Autor in meinen Augen alles richtig gemacht. Wenn dann auch noch der Fall so spannend und unterhaltsam ist, so viele falsche Fährten einen immer wieder verwirren und in Sackgassen führen, dann bin ich nicht nur zufrieden, sondern begeistert. Der Schreibstil von Matthias Ernst ist flüssig und gut lesbar, da macht das Lesen Spaß!
Rezensionen von Streiflicht:
Spannende und fundierte Zeitreise
Die Herrin der Lettern von Sophia Langner
Starke Frauen in historischen Romanen haben ja in den letzten Jahren leider etwas überhandgenommen. Oft wird vollmundig versprochen, was der Roman alles bietet, aber dann ist es nur wieder ein fader Abklatsch... Hier ist das ganz anders! Basierend auf wahren Tatsachen begeistert der Roman von Sophia Langer durch seine flüssige Schreibweise und die authentischen Figuren.
Die Protagonisten sind realistisch beschrieben und man fiebert richtig mit. Magdalena ist eine tolle Romanfigur, die mutig und selbstbewusst ihren Weg geht. Das hat mich sehr beeindruckt.
Die fundierte Autorin beschreibt anschauliche und ausführlich die Welt des Buchdrucks und wie schwer es damals für Frauen war. Sich durchzusetzen und ein unabhängiges Leben zu führen, war fast unmöglich. Und dennoch nimmt Magdalena den Kampf in einer Männerwelt auf. Das ist wirklich spannend – umso mehr, wenn man weiß, dass es wirklich so war.
Man merkt deutlich, dass die Autorin weiß, wovon sie schreibt. Sie ist eine junge Autorin, die unter Pseudonym schreibt, und hat unter anderem Geschichte studiert und über das Thema Druckwesen im 16. Jahrhundert promoviert. Sie hat dazu dementsprechend recherchiert und dieses Fachwissen merkt man dem Roman auch an. Hoffentlich bleibt ihr neben ihrer Unikarrierre noch Zeit für weitere Romane!
Rezensionen von Tara:
Ein echter Wohlfühlroman
Zu wahr, um schön zu sein von Gabriella Engelmann
„Zu wahr, um schön zu sein“ ist ein weiterer gelungener Roman der Autorin Gabriella Engelmann.
Für die 45-jährige Caro und ihr Mann Matthias steht die Silberhochzeit an. Caro plant die Feier und möchte das Eheversprechen erneuern. Aber alles kommt anders als geplant, die Feier endet mit der Trennung von Matthias und Caro.
Als ob das nicht schon hart genug wäre, verliert sie wenig später auch noch ihren Job und mit ihrem Teenagersohn Felix hat sie es auch alles andere als leicht.
Der Schreibstil von Gabriella Engelmann ist locker, leicht und humorvoll. Man fliegt förmlich durch die Seiten und ich hatte den Roman innerhalb kürzester Zeit „eingeatmet“. Caro stolpert von einem Desaster ins nächste, vieles ist total überzogen dargestellt, aber ich konnte nicht anders als beim Lesen permanent vor mich hinzugrinsen.
Die Charaktere werden gut dargestellt und Caro sowie ihre beste Freundin Sylvia und die Lotsenwitwe Hedwig muss man einfach mögen.
Das Ende har mich nicht überrascht, aber es war stimmig und rund.
Aus meiner Sicht ist dieses Buch ein absoluter Wohlfühlroman, den man liest, wenn man sich vom Alltag ablenken und auf andere Gedanken kommen möchte und das ist der Autorin bestens gelungen.
Ich kann das Buch als leichte Lektüre zwischendurch nur empfehlen.
Rezensionen von yellowdog:
Ein sich ausbreitender Riss
Der Riss von Michael Kraske
Sowohl der Titel als auch der Untertitel „Wie die Radikalisierung im Osten unser Zusammenleben zerstört“ macht deutlich, was der Journalist und Buchautor Michael Kraske mit diesem Buch aussagen will. Und ich halte seine Analyse für bemerkenswert.
Kraske betrachtet ausführlich Aspekte des gesellschaftlichen Wandels durch Stärkung der neuen Rechten.
Er geht ins Detail und man erfährt viel mehr über die Themen als man gedacht hätte. Dazu gehören AfD-Wahlergebnisse z.B. in Sachsen, Auswüchse radikaler Rechter, Pegida, die Reaktionen auf den Vorfall in Chemnitz, der Ablauf des NSU-Prozesses und dem Versagen bei den Ermittlungen.
Es gibt klare Worte in de Buch, z.B.
„Die AfD ist keine Protestpartei, auch wenn das oft behauptet wird. Wer sie wählt, entscheidet sich bewusst für völkischen Nationalismus, Rassismus und Verachtung der parlamentarischen Demokratie und ihrer Repräsentanten.“
Kraske scheut sich nicht, die Sache beim Namen zu benennen. Auch der Umgang und Auslegung des Nationalitäts- und Heimatbegriffs wird angesprochen. Ebenso die zunehmende Gewaltbereitschaft.
Michael Kraske schöpft für sein Buch auch aus einigen Interviews, zum Beispiel mit dem sächsischen Ministerpräsident Michael Kretschmer oder dem Filmregisseur Andreas Dresen.
Für mich wird klar, dass die erwähnte Problematik und die Gefahren nicht zu unterschätzen sind und Gesellschaft, Justiz und Politik mehr denn je gefordert sind.
Rezensionen von S.:
Fast alles
Einfach alles! von Lloyd Christopher
Christopher Lloyd legt ein dickes, schweres Buch, welches verheißungsvoll ankündigt, einfach alles zu erklären, vor. Wo und wie begann das Leben, was wurde wann/ wo/ warum erfunden, welche Entdeckungen wurden gemacht und vieles mehr. Eine Menge Dinge, die wissbegierige junge Menschen interessieren können, werden gezeigt und erklärt.
Egal, ob Planeten, Tiere, Bauwerke oder Politik- man erfährt viel. Schön, dass der Leser oft direkt angesprochen wird.
In der Natur der Sache liegt eine große Textlastigkeit, aufgelockert durch übersichtliche Skizzen, Karten, Fotos. Ein Register hilft, bestimmte Begriffe gezielt auffinden zu können.
„Einfach alles“ ähnelt stark einem Geschichtslehrbuch. Wem solche gefallen, wird dieses Buch lieben.










