Kunden em pfehlungen
Rezensionen von spozal89:
Ein Haus als Zuflucht für Frauen
Das Haus der Frauen von Laëtitia Colombani
Soléne ist Staranwältin in Paris. Als sich ein Mandant nach verlorenem Prozess vor ihren Augen in den Tod stürzt, bricht sie zusammen. Halt findet sie im Haus der Frauen, in dem Frauen in Not Zuflucht finden. Sie wird zur Briefschreiberin. Mit jedem Brief, den sie im Auftrag der Bewohnerinnen schreibt, wächst nicht nur ihr Mitgefühl für die verschiedenen Schicksale, sondern auch ihr Interesse an der heldenhaften Blanche Peyron, die 1926 allen Widerständen zum Trotz den "Palais de la Femme" in Paris begründete.
Von Laetitia Colombani habe ich bereits "Der Zopf" gelesen, der mich damals auch schon positiv überrascht hat. Daher war ich auf "Das Haus der Frauen" sehr gespannt. Ich glaube das mir dieses Buch hier sogar noch einen Ticken besser gefallen hat, als ihr Debüt.
Die Autorin schafft es erneut, aus wenigen Worten, einen absolut emotionalen und tiefgründigen Roman zu erschaffen. Der Schreibstil ist eigenwillig, aber man kommt nach wenigen Seiten gut hinein. Die Schicksale der Frauen lassen einen nicht kalt und hin und wieder standen mir die Tränen in den Augen, so gefangen war ich von der Erzählung. So unterschiedlich die Frauen im Haus sind, so unterschiedlich sind auch ihre Schicksale. Das Schlimme an der ganzen Geschichte und wieso es einen so mit nimmt, ist wohl definitiv, dass es die harte Realität ist, die in dem Roman behandelt wird. Ich finde es schön das die Autorin auf solche Probleme aufmerksam macht und somit auch an mehr Solidarität im Leben appeliert. Das Buch regt unglaublich zum Nachdenken an. Schön fand ich auch die Kapitel zwischen drin, die in der Vergangenheit handelt. Zu Beginn frägt man sich, was die beiden Erzählstränge wohl miteinander zu tun haben, kommt dann aber recht bald darauf. Blanche Peyron kannte ich vorher noch nicht, aber Hut ab, vor dem was die Dame geleistet hat.
"Das Haus der Frauen" kann ich jedem mit gutem Gewissen empfehlen. Man sollte aber beachten, dass es sich hier nicht um einen seichten Roman handelt, sondern um ein sehr ergreifendes Thema. Ein Buch das man nicht mal so schnell nebenher liest, sondern das die volle Konzentration benötigt um seine Wirkung zu entfalten.
Rezensionen von C. P.:
Falsche Freunde und böse Pläne
Das Haus der Frauen von Laëtitia Colombani
In der vierten Folge der Serie liegt der Schwerpunkt zunächst auf den sozialen Regeln in der Schule und dem Erkennen von richtigen und falschen Freunden. Vor allem Jules und Ella haben da noch einiges zu lernen. Und auch das Mobbing gegen Cam reißt nicht ab. Durch ein nicht so schönes Erlebnis kommen Cams Erinnerungen von vor 13 Jahren bruchstückhaft zurück, was ihn anspornt, noch mehr Erinnerungen aus den Winkeln seines Gehirns herauszulocken.
Der Direktor der Totenbändiger-Akademie bastelt derweil weiter an seinen bösen Plänen, worin ihm sein Sohn Blaine in nichts nach steht. Und die Spuk Squad gerät bei einem Einsatz in einer Wohnanlage in eine gefährliche Situation, die jede Menge Fragen aufwirft – war es eine Falle? Steckt gar Direktor Cornelius Carlton dahinter?
Es geht spannend weiter, wenn auch diesmal vermehrt bei den jüngeren Protagonisten. Die Personen sind vielschichtig gezeichnet und entwickeln sich von Folge zu Folge weiter. Zudem gefällt mir, dass die Autorin den Stil leicht den Personen bzw. Perspektiven anpasst. Eine gelungene Serie mit Spannung und Emotionen, mit düsteren wie auch schönen Momenten!
Rezensionen von PeLi:
gibt es den perfekten Bruder?
Hilfe, ich habe meinen Bruder im Internet getauscht! von Jo Simmons
Der neunjährige Jonny wird ständig von seinem älteren Bruder Ted geärgert. Als der sich wieder mal über ihn lustig macht, hat Jonny entgültig die Nase voll und als er dann im Internet zufällig auf eine Seite stößt, auf der man sich für einen Geschwistertausch anmelden kann, überlegt er nicht lange und füllt das Formular aus.
Er gibt alles an, was sein Wunschbruder haben soll und dann wartet er ganz gespannt ab. Und tatsächlich steht bald der erste Ersatzbruder vor seiner Tür. Doch leider ist der ganz und gar nicht so, wie ihn sich Jonny vorgestellt hat. Also wird der Ersatzbruder umgetauscht und der nächste Kandidat trudelt ein. Und so geht es weiter, denn Jonny merkt ganz schnell, dass es wohl keinen Bruder gibt, der wirklich perfekt ist. Und je mehr Zeit er mit den "gelieferten" Brüdern verbringt, umso mehr weiß er wieder seinen eigenen zu schätzen, denn der hat ja doch nicht nur schlechte Seiten.
Ich fand dieses Kinderbuch sehr schön und auch witzig. Die kleinen Zeichnungen und die kurzen Kapitel lassen auch ,sonst eher lesefaule Kinder, bis zum Ende durchhalten und die witzigen Erlebnisse, die Jonny mit den doch eher außergewöhnlichen Tauschbrüdern hat, mitzuverfolgen, macht einfach Spaß.
Das Cover gefällt mir übrigens auch sehr gut und ich finde, es sticht direkt ins Auge, wenn man es in einem Buchladen sieht. Also von mir auf jeden Fall eine Leseempfehlung!
Rezensionen von Tara:
Was nach dem Tod bleibt
Nach Mattias von Peter Zantingh
„Nach Mattias“ ist ein zutiefst bewegender und berührender Roman des niederländischen Autors Peter Zantingh.
Unerwartet stirbt der dreißigjährige Mattias und es bleibt eine Lücke, eine Lücke, die für jeden Zurückgebliebenen anders aussieht. Die Geschichte wird aus der Perspektive von der Familie, Freunden und Bekannten berichtet.
Jeder von ihnen hatte einen anderen Bezug zu Mattias und jeder geht mit seinem Tod anders um. Das Leben der Charaktere ist nur lose miteinander verbunden und während des Lesens setzt sich langsam aus vielen zusammenhangslosen Stücken ein komplettes Bild von Mattias zusammen und es ist äußerst interessant wie unterschiedlich der Verstorbene wahrgenommen wurde. Über seinen Tod erfährt man erst recht spät Näheres.
Der Schreibstil des Autors ist sehr ruhig, klar und angenehm zu lesen. Durch den kapitelweisen Wechsel der Perspektive der Charaktere ist das Buch äußerst abwechslungsreich. Die Personen sind so unterschiedlich, dass in jedem Kapitel eine andere Atmosphäre vorherrscht.
Die Themen des Buches umfassen Trauer, Verlust, Schmerz und berichtet von Spuren, die jeder Mensch hinterlässt. Es wirft Fragen auf. Was passiert, wenn ein Mensch unerwartet stirbt ? Wie geht es nach seinem Tod für die Zurückgebliebenen weiter ?
Mich hat das Buch bewegt, berührt und auch sehr nachdenklich gestimmt, so dass es mir noch lange Zeit im Gedächtnis bleiben wird.
Mein Fazit: Ein wirklich gelungener Roman, nach dem ich mit Sicherheit nach weiteren Büchern des Autors Ausschau halten werde.
Rezensionen von Tara:
Wissenswertes für Jung und Alt
Einfach alles! von Lloyd Christopher
„Einfach alles!“ ist ein knallig buntes und informatives Sachbuch über die Geschichte der Erde des Autors Christopher Lloyd.
Der Autor beginnt in seinem Werk vor 13,8 Milliarden Jahren und liefert chronologisch jede Menge wissenswerte Fakten bis in die heutige Zeit. Dabei spricht er den Leser direkt an, so dass man keineswegs das Gefühl hat ein Sachbuch in der Hand zu halten.
Seine Sprache ist eher einfach, leicht verständlich und unkompliziert, so dass das Buch auch für jüngere Leser geeignet ist.
Die Themen gehen von der Entstehung des Universums, über die Dinosaurier, die Entstehung des Menschen, Kriege bis hin zur Neuzeit.
Alle Ereignisse, Fakten und Vorkommnisse werden mit bunten Bildern verdeutlicht. Es gibt detaillierte Illustrationen und historische Fotos. Aufgelockert wird alles durch interessante Zitate und Fun-Facts, die mich immer wieder zum Schmunzeln gebracht haben.
Abschließend findet man ein Glossar, in dem die wichtigsten Begriffe in einfachen Worten kurz zusammengefasst werden.
Das Buch ist abwechslungsreich, informativ und unterhaltsam. Für mich ist es das perfekte Familienbuch um sich gemeinsam ein wenig Wissen anzueignen ohne den Nachwuchs zu langweilen.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Ein interessanter Ratgeber
Wirklich leben heißt entscheiden von Christian Redl; Tom Gschwandtner
Das Autoren-Duo könnte nicht unterschiedlicher sein: zum einem
Tom Gschwandtner, der seit einem Autounfall 1995, bei dem er sich den Hals gebrochen hat, auf den Rollstuhl angewiesen ist und andererseits Christian Redl, der als Profi-Freitaucher seit 2006 mehrfacher Weltrekordhalter ist.
Doch so unterschiedlich ihr Leben ist, so haben sie einiges gemeinsam: Sie analysieren ständig ihre aktuelle Situation und entscheiden (oft in Bruchteilen von Sekunden) was zu tun ist.
Von ihren Erfahrungen wollen sie die Leser profitieren lassen. In kurzen Kapiteln mit anschaulichen Beispiele aus ihrem Leben stellen sie eine durchaus praktikable Vorgehensweise vor.
Wichtig sind solche Fragen:
Wo stehe ich?
Welches Ziel will ich erreichen?
Auf wenn will/soll ich hören?
Wie kann ich mein Schicksal selbst in die Hand nehmen?
Wie kann der Entscheidungsfindungsprozess aussehen?
Wie kann ich loslassen, wenn das bisherige nicht mehr passt?
Es ist nicht notwendig so extreme Leben zu führen, um sich diese Fragen zu stellen. Jeden Tag ringen wir mehr oder weniger oft um Entscheidungen, die uns schwer fallen oder entscheiden einfach aus dem Bauch heraus. Wichtig ist, Entscheidungen überhaupt zu treffen - und das vor allem selbst. Natürlich gibt es einiges, das wir nicht beeinflussen können. Doch das was in unserem Einflussbereich liegt, sollten wir aktiv mit entscheiden.
Fazit:
Ein interessanter Ratgeber, der anregt, ein wenig aktiver an seine Entscheidungen heranzugehen. Gerne gebe ich hier 4 Sterne.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Ein gelungener hist. Krimi
Völkerschau von Gregor Müller
Autor Gregor Müller nimmt uns in das Leipzig kurz vor der Jahrhundertwende mit.
Man schreibt das Jahr 1898. Sisi, die Kaiserin von Österreich-Ungarn, die in Sachsen beliebt ist, ist eben von Luigi Lucheni, einem italienischen Anarchisten ermordet worden. Aktiven Lehrerinnen ist es verboten zu heiraten und der gesellschaftliche Status der Frauen ist mit diesem Zitat klar umrissen:
"Wir Frauen stehen sogar unter dem dritten Stand, es geht uns schlimmer noch als den Juden.
"
So weit das historische Umfeld.
Die leidenschaftliche Lehrerin Hannah kann auf Grund ihrer Blindheit nach einer Infektion ihren Beruf nicht mehr ausüben. Sie ist Leidtragende des Lehrerinnenzölibat, der sie nun ledig und einer kleinen Rente zurücklässt. Nur eine Versorgungsheirat einzugehen, will sie nicht. Dabei hat sie noch Glück im Unglück, da sie eine Wohnung und ein bisschen Geld geerbt hat. Deswegen kann sie sich ein Dienstmädchen, Grete, leisten, die ihr sowohl im Haushalt als auch bei allerlei persönlichen Handreichungen zur Hand geht.
Doch um den täglichen Unterhalt ein wenig aufzubessern, vermietet sie ein Zimmer an Joseph Kreiser, einem ehemaligen Schüler, der nun als Criminalcommissar tätig ist.
Joseph Kreiser bringt auch immer wieder die „große Welt“ in das Wohnzimmer der Blinden, denn es hat sich eingebürgert, dass er ihr von seinen Fällen erzählt. Die sind meist ziemlich unspektakulär wie die Suche nach einem, aus der Leipziger Völkerschau entlaufenen, Schwarzafrikaner bis der reiche Industrielle August Georgi ermordet wird. Nachdem alle anderen Kriminalbeamtin anderwertig beschäftigt sind, erhält der junge Kreiser den Auftrag, den Mord aufzuklären. An seiner Seite ist Staatsanwalt Möbius, der nicht nur durch seine Erfahrung sondern auch durch seinen Status eine große Hilfe für den aus eher einfachen Verhältnissen stammenden Kreiser ist.
Höchst interessiert lauscht Hannah den abendlichen Erzählungen von Kreiser, diskutiert mit ihm und gibt letztlich den entscheidenden Tipp.
Meine Meinung:
Ich finde die Idee, die Kriminalfälle durch die Augen der blinden Hauptperson zu erleben, grandios. Nachdem ja bekanntlich durch die Blindheit die anderen Sinne geschärft sind, kann es zu unkonventionellen Ansätzen kommen.
Sehr gut gefallen hat mir auch die Darstellung des gesellschaftlichen Umfelds. Gekonnt stellt Gregor Müller die unterschiedlichen Gesellschaftsschichten dar: Hier die Reichen wie die Familie Georgi, in der die Frauen, um abgesichert zu sein, das notorische Fremdgehen ihrer Ehemänner bewusst in Kauf nehmen und, obwohl sie selbst todunglücklich sind, dasselbe ihren Töchtern zumuten. Doch es werden auch die Arbeiterfamilien, die kaum genug zum Leben haben dargestellt. Gut gelungen ist auch wie unterschiedlich das Leben als Dienstmädchen sein kann: Grete wird von Hannah geachtet, ja beinahe als Freundin, denn als Angestellte behandelt, während das Dienstmädchen bei den Georgis das eher übliche Schicksals erleidet: Vom Hausherrn schwanger und den anderen Familienmitglieder eher als „Möbelstück“ denn als Mensch betrachtet. Dennoch hat sie Glück im Unglück, weil sie von der Witwe finanziell unterstützt wird. Die meisten Dienstmädchen, die ungewollt schwanger wurden, hat man mit Schimpf und Schande entlassen.
Die Situation der Frauen wird auch durch das beginnende Aufbegehren der Frauenrechtlerinnen, die hier ihren Auftritt haben, dargestellt. Das ist sehr elegant in die Handlung eingeflochten! So mag ich die Vermittlung von Wissen - die Leser erhalten Geschichtsunterricht so unterschwellig, dass sie es gar nicht merken.
Das Sittenbild um 1900, in dem man fremde Völker in sogenannten „Völkerschauen“ wie im Zoo bestaunen konnte, ist gut getroffen. Das ist zwar nichts völlig Neues, denn auch Julius Caesar hat exotische Tiere und gefangene Menschen aus den eroberten Gebieten zum Gaudium (und als Manifestation der Überlegenheit) in Triumphzügen zur Schau gestellt. Die Verachtung, mit der man um 1900 allem andersartigen begegnet ist, ist haarsträubend. Doch ist es wirklich heute besser oder nur anders? Auch im Jahr 2020 werden Fremde scheel angesehen. Nun, immerhin werden sie nicht mehr in Völkerschauen präsentiert. Allerdings scheinen manche Auftritte von Brauchtumsgruppen einem ähnlichen Zweck zu dienen.
Die Charaktere sind fein herausgearbeitet. Wir finden aus jeder Gesellschaftsschicht entsprechende Vertreter. Nachdem das Mordopfer ein ziemlich unsympathischer Zeitgenosse war, gibt es natürlich auch jede Menge Verdächtige. Hier legt der Autor eine Menge Fährten, die sich häufig als Sackgasse entpuppen. Die Leser können ihre eigenen Überlegungen anstellen.
Fazit:
Ein gut gelungener historischer Krimi, der das historische Umfeld von 1900 sehr gut einfängt. Gerne gebe ich hier 5 Sterne und eine Leseempfehlung.
Rezensionen von Ele:
Lebens- und Liebesgeschichte Raffaels
Raffael - Das Lächeln der Madonna von Martin Noah
Raffael, das Lächeln der Madonna, Historischer Roman von Noah Martin, 632 Seiten erschienen im Droemer Verlag.
Raffael Sanzio dieser geniale Künstler, wurde schon sehr bald „Das Wunderkind aus Urbino“ genannt. Hier die Geschichte seines Lebens, seines Schaffens und die Machtkämpfe einer der faszinierendsten Epochen europäischer Geschichte.
Raffael Sanzio gilt schon mit knapp zwanzig Jahren als begnadeter Künstler der Renaissance, er führt ein rastloses Leben lernt geniale Künstler seiner Zeit kennen, u.a. Da Vinci und Michelangelo Buonarotti, er verliebt sich in eine junge Sieneserin und wird von Papst Julius II nach Rom gerufen, dort verstrickt er sich immer mehr in die intriganten Machtspiele im Vatikan.
Die Lebensgeschichte Raffaels besteht aus 2 Teilen, die sich in Prolog, 54 Kapitel und einen Epilog aufgliedern. Die einzelnen Kapitel sind mit Orts- und Zeitangaben versehen und zusätzlich in Leseabschnitte aufgeteilt. Vor- und Nachsatz ist mit Karten aus der betreffenden Epoche versehen. Der Leser hat somit die Möglichkeit, die im Buch beschriebenen italienischen Orte und Gebiete einzuordnen. Die „Dramatis personae“ am Anfang die die handelnden Charaktere nach Orten aufführt, war äußerst hilfreich. Historische Personen sind mit * gekennzeichnet. Gedanken, Gebete, lat. und italienische Aussprüche sind kursiv hervorgehoben. Eine Erklärung der verwendeten italienischen Worte hätte ich mir gewünscht.
Dieses Buch hat mich einige Tage beschäftigt, hat es doch eine Weile gedauert bis ich mich eingelesen habe. Die ständigen Ortswechsel und die Anzahl der Figuren waren am Anfang etwas verwirrend. Für meinen Geschmack war das Buch über diesen berühmten Künstler etwas zu kriegslastig. Die ausführlich beschriebenen Szenen der Kämpfe Cesare Borgias, waren m.E. nicht unbedingt nötig. Dafür haben mich die Beschreibungen über die Entstehung der Kunstwerke, der berühmten Maler und Bildhauer mehr als fasziniert und gefangengenommen, immer wieder habe ich mir die beschriebenen Gemälde und Statuen online angesehen. Die Beschreibung des Schaffens dieser monumentalen, überwältigenden Fresken, z.B. in der Sixtina von Michelangelo und auch Raffaels Stanzen, haben mich daran erinnert, wie beeindruckt ich von den Originalen im Vatikanischen Museum war. Erst ab der Hälfte des Buches kam die Geschichte so richtig in Fahrt und am Ende war es dann auch noch richtig spannend. Der Autor erzählt in flüssigem Stil und äußerst bildmalerisch. Die lebhaften Dialoge und die Sprache passen hervorragend in die zugrunde liegende Zeit. Die Figuren sind gut beschrieben und charakterisiert, sie handeln stets nachvollziehbar. Die letzten 200 Seiten habe ich am Stück gelesen, da konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Die Intrigen und Machenschaften, von Klerus und einflussreichen historischen
Figuren haben mich fasziniert, eine bewegte, spannende und gefährliche Zeit. Der Autor hat es geschafft, historische Fakten und fiktive Geschichte zu einem opulenten Gesamtwerk zu verbinden. Bei einer Restaurierung 2005, wurde beim Raffaels „La Fornarina“ ein übermalter Rubinring an der linken Hand Margherita Lutis entdeckt, dies hat Noah Martin zu seinem Roman inspiriert. Ein gelungener historischer Roman, dem ich gerne eine Leseempfehlung gebe, einen Stern Abzug wegen der m. E. nicht notwendigen blutigen Kriegsbeschreibungen, dafür etwas mehr aus der Lebensgeschichte des großen Raffael, ergibt 4 von 5 Sternen.
Rezensionen von Bücher in meiner Hand:
Überraschende Entwicklungen
Die kleine Buchhandlung am Ufer der Themse (Riverside Bookshop 1) von Frida Skybäck
Ich liebe Bücher über Buchhandlungen, deshalb habe ich auch den Roman von Frida Skybäck mit dem einladenden Cover gelesen.
Beim Lesen des Klappentextes wunderte ich mich, weshalb eine junge Schwedin einen Buchladen in London erbt. Im Roman wird diese Geschichte in einem zweiten Erzählstrang geschildert.
Er handelt von zwei Schwestern, Sara und Kristina, die 1982 von Schweden nach England auswanderten. Mit dieser Geschichte hätte ich nicht gerechnet, schon gar nicht mit dem Ende davon.
Das machte die Lektüre von "Die kleine Buchhandlung am Ufer der Themse" aber sehr spannend. Sara, Charlottes Tante, kommt sehr unsympathisch und äusserst stur rüber - was man kaum mit den Anekdoten ihrer Mitarbeiterinnen in Verbindung bringen kann: hier war Sara überall beliebt. Nur das Händchen für eine optimale Geschäftsführung fehlte ihr, Anspielungen darauf konnte man ja bereits in der 80-Jahre-Geschichte lesen.
Als Sara stirbt, erbt Charlotte vor allem Schulden. Doch als Geschäftsfrau mit eigener Firma kann sie, falls sie möchte, den Laden zum florieren bringen. Da sie erst vor einem Jahr ihren Mann verloren hat und noch trauert, weiss sie nicht, was sie mit der Buchhandlung anfangen soll. Die Mitarbeiter hoffen und halten den Laden am Laufen, bis Charlotte sich entscheidet.
Bis dahin wirkt Charlotte eher wie ein Beobachter. Sie merkt schnell, dass Martinique das Herz und die Seele des Ladens ist. Mit Sam kann sie nicht viel anfangen, genau wie ich. Die flippige junge und motzige Frau mochte ich sehr lange nicht, sie mäkelt an Charlotte rum, obwohl sie eigentlich froh sein müsste, dass Charlotte nicht sofort die Ladentüre abschliesst und alle raus schmeisst. Haus-Autor William war zuerst gewöhnungsbedürftig, ich wusste nicht, wie ihn einordnen. Doch später zeigt er mehr von sich.
Der Roman überraschte mich mit all den Wendungen, die ich so nicht erwartet hätte und ich mochte, dass die Autorin trotz vielen traurigen und tragischen Elementen auch immer wieder witzige Details, wie zum Beispiel das Ansprechen einer bestimmten Autorin, eingebaut hat. So hat mich die Geschichte in allen Belangen gut unterhalten.
Fazit: Ein lesenswerter Buchladen-Roman mit einer unvorhergesehener Entwicklung in der Vergangenheitsschiene.
4 Punkte.
Rezensionen von EdVanSchleck:
Großer Suchspaß für die Kleinsten
Such mich! Wo bin ich? von Penners Bernd
"Edition Piepmatz: Such mich! Wo bin ich?" Ist das erste Wimmelbuch der Edition Piepmatz - Obwohl auch dieses Wimmelbuch aus dem Hause Ravensburger stammt, weist es doch deutliche Unterschiede im Gegensatz zu anderen (mir) bekannten Wimmelbüchern des Verlags auf. Die Zielgruppe der Edition Piepmatz ist mit 2 Jahren auch wesentlich jünger und das äußert sich im Buch deutlich.
Die Illustrationen sind wesentlich kindlicher und die Darstellungen sind auch größer gehalten. Aufgrund des großen Seitenformates gibt es in jedem Szenario aber trotzdem sehr viel Gewimmel. Die gesuchten Tiere sind nicht ganz so gut versteckt, als es von anderen Büchern zu erwarten wäre. Das ist aber überhaupt nicht negativ zu bewerten. Im Gegenteil, somit fällt es den Kleinsten leichter die gesuchten Tiere zu finden. Größere Kinder können sich aber trotzdem freuen, denn einige Tiere wurden besonders knifflig platziert, auch wenn es für diese keinen expliziten "Suchauftrag" gibt.
Anhand einer kleinen Geschichte, die als Reim ausgeführt ist, werden Leser und Betrachter durch die einzelnen Szenerien geführt. Ein kleines Eichhörnchen ist auf dem Weg zurück in den Wald und durchstreift diverse Landschaften. Dabei lernt es viele verschiedene Tiere kennen.
Wimmelbücher stehen bei Kindern erfahrungsgemäß allgemein hoch im Kurs und dieses Buch ist da keine Ausnahme. Es sorgt für viel Spaß und Freude beim Entdecken und Betrachten. Sehr positiv finde ich, dass dieses Buch schon für die Kleinsten ist und der Umfang dem Alter entsprechend angepasst wurde.










