Kunden em pfehlungen
Rezensionen von *RC*:
Paris - die Stadt der Hiebe!
Fehlstart von Marion Messina
Paris – die Stadt der Hiebe!
Das Leben in Paris ist ein Schlag ins Gesicht! Nichts ist schön in dieser „Monsterstadt“ (S.155), wo sich „unter dem Arsch des Eifelturms“ (S. 83) ganz Frankreich drängt, eine Stadt voll mit „Ramschläden, Taubenkacke (S.78), eine Stadt, in der für Familien kein Platz mehr ist und somit zur „Stadt ohne Seele“ (S.
103) wird.
Es ist ein interessantes Buch, ich kann nicht sagen, ob es gut oder schlecht ist, da ich richtig zwiegespalten bin wie schon lange nicht mehr. Ich bin auf Sätze gestoßen, die mich fasziniert haben, da ich ihn ihnen irgendwie ein Tiefe, wenn nicht sogar sprachliche Eleganz gesehen habe. Gleichzeitig war ich aber schockiert von banalen und vulgären Äußerungen, die ich abstoßend fand und die Leselust gehemmt haben. Ich hatte oft den Eindruck, dass Sex – neben 'Saufen' - das Einzige ist im Leben junger Sinn suchender, aber zum Scheitern verurteilter junger Menschen ist, diesem stressigen und widrigen Alltag zu entkommen.
Die in Frankreich viel gelobte Autorin Marion Messina ist 1990 in Grenoble geboren und studierte nach ihrem Abitur Politikwissenschaft und Agrarwissenschaft. Ihr Debüt-Roman „Fehlstart“ erschien in Frankreich bereits 2017 unter dem Titel „Faux départ“. Bei diesen Eckdaten könnte man fast meinen, dass der gesellschafts- und politikkritische Roman (auto)biographische Züge haben könnte, schließlich ist die Protagonistin Aurélie ebenfalls 1990 geboren und in Grenoble aufgewachsen. Es kann aber auch sein, dass diese biographische Übereinstimmung deshalb gewählt wurde, da sich Messina mit dieser Generation und den Problemen am besten auskennt und identifizieren kann und somit aus dieser Perspektive den hier angeprangerten Bildungsnotstand in Frankreich, die schlechte Wohnungs- und Arbeitsmarktsituation – vor allem der Hauptstadt - unter die Lupe nehmen vermag.
In dem Roman lässt sich für mich keine richtige Handlung erkennen. Die Probleme und der Alltag der Figuren werden aber gut beschrieben. Es sind aber immer deprimierende, triste und düstere Darstellungen, so dass man mit den Figuren nicht warmwerden kann, sondern eher mitleidig (von oben) betrachtet. Bei den fast schon animalischen sexuellen Bedürfnissen habe ich sogar schon etwas wie Abscheu und Verachtung empfunden.
Aurélie (19 Jahre), die nach dem Abitur glaubt, dem Arbeitermilieu mit dem Jura-Studium, das sie in ihrer Heimatstadt Grenoble beginnt, zu entkommen, wird bald ernüchtert. Sie kann in dieser neuen Welt keinen Fuß fassen und findet keinen Anschluss zu den Kommilitonen. Schon hier wird sie dermaßen ausgebremst. „Sie gehörte weder zur künftigen Elite noch zur nächsten Politkergeneration. Sie gehörte weder zur Zukunft noch zur Gegenwart“ (S.33). Zum Glück – oder zum Pech – lernt sie bei einem Putzjob den ein fünf Jahre älteren kolumbianischen Literaturstudenten Alejandro kennen. Es ist aber eine einseitige Liebe. Alejandro möchte ungebunden und frei bleiben. So bleibt es bei einer durch Gespräche und Sex geprägten Beziehung, für die sich Aurélie aber vollends aufgibt, sich schon beinahe nur durch ihn definiert: „Ohne Alejandro an ihrer Seite war sie niemand mehr“ (S. 71).
Alejandro, der sich immer mehr von seinem Heimatland Kolumbien entfremdet wird quasi zum Heimatlosen, zum Umherirrenden, da er auch in Frankreich nicht ankommt. Nachdem Alejandro den Studienort Grenoble verlässt um nach Lyon zu gehen, beschließt gleichfalls Aurélie in Paris ein neues Leben zu beginnen, was sich als Illusion entpuppt. Und auf einmal steht Alejandro wieder vor ihr; tja, man sieht sich immer zweimal im Leben.... Gibt es nach dem Fehlstart nun einen Neustart?
Ein in der Schwebe Existieren – es ist ja kein Leben – wird in diesem Buch gut herausgestellt. Weder Alejandro noch Aurélie finden eine richtige Wohnung (ist ja auch nicht bezahlbar); der Arbeitsstress in einem mehr oder weniger ihren Vorstellungen entsprechenden Arbeitsverhältnis laugt sie aus; es bleibt die Sucht nach dem und die Flucht in den Sex.
Dieses Buch ist nicht für zart besaitete gedacht, da Messina gnadenlos und schonungslos mit vielen Facetten des französischen Lebens abrechnet. Scheitern ist an der Tagesordnung. Sie teilt ordentlich aus, so dass man den Eindruck erhält, Frankreich (mit der seiner Hauptstadt Paris) ist ein zukunftsloser Ort auf einem absteigenden Ast.
Der Glanz und die Leichtigkeit, die man vom „savoir vivre“ hat, geht verloren – leider. Mut und Hoffnung ist vergeblich! Kein „vive la france!“
Die Idee, mit dem diesem kompakten Roman Kritik zu üben, gefällt mir. Beeindruckend, dass man so viel Anklagepunkte auf so wenig Seiten packen kann. Aber es ist schon ein mutig – wenn nicht sogar anmaßend – alles nur so einseitig schlecht und missmutig zu sehen. Deshalb konnte mich der Roman nicht vollends überzeugen.
Lesenswert aber kein ausgesprochenes Highlight!
✶ ✶ ✶ (✶)
3,5 Sterne
Rezensionen von HEYN Leserunde, Petra Hesse:
Lernen Sie Geschichte, oder: Das Wechselspiel von Erinnern und Vergessen
Rote Kreuze von Sasha Filipenko
Wie schreibt man einen Roman über die menschenverachtende Unterdrückung im Stalinismus? Die gefühlsmäßige Anteilnahme soll nicht dominieren – Kitschgefahr! –, sie soll aber auch nicht programmatisch ausgeschlossen sein wie in wissenschaftlichen Texten.
Filipenko wählt eine erzählerische Doppelstrategie: Er konfrontiert einen jungen Ich-Erzähler der postsowjetischen Ära mit einer alten, dement-vergesslichen Nachbarin und Augenzeugin des GULAG.
Diese orientiert sich mittels roter Kreuze, die sie im Treppenhaus anbringt; zugleich liefern (reale) Archivmaterialien des Roten Kreuzes einen Schlüssel zum Schicksal ihres kriegsgefangenen Mannes. Auch andere Aspekte der historischen Thematik haben eine wiedererkennbare Entsprechung in der Realität, so unglaublich das auch scheinen mag (Generalverdacht auf Verrat bei überlebenden Kriegsgefangenen, Sippenhaft u. ä.).
Das Schicksal des jungen Ich-Erzählers hat hingegen seine individuelle Tragik, die mit der kollektiven kontrastiert und die er seinerseits vergessen möchte. Ähnlichkeit zwischen beiden Fällen schafft andererseits das Aufwachsen eines Kindes ohne Mutter. So pendelt die Lektüre zwischen dem Wiedererkennen kollektiver und dem Entdecken individueller Aspekte des Erzählens, zwischen der Unausweichlichkeit des Erinnerns und der Sehnsucht nach Vergessen, und es bleibt spannend bis zur letzten Seite.
Rezensionen von Bücher in meiner Hand:
Süsser Wein
Herbstblüten und Traubenkuss von Emilia Schilling
Schon lange wollte ich mal einen Roman von Emilia Schilling lesen. Als dann 2019 "Herbstblüten und Traubenkuss" erschien, wusste ich: mit dem beginne ich. Herbstromane gibt es selten, dabei ist der Herbst doch so schön!
Das Setting schien vielversprechend. Wien, ein Heurigenlokal. Hört sich richtig gemütlich an - zum Lesen zumindest, denn die Arbeit im Lokal und auf dem Weinberg ist streng.
Das merkt auch Mona bald, die sich spontan entschliesst, bei Feebergers einige Monate zur Überbrückung zu arbeiten. Die Arbeit rund um den Buschenschank ist neu für Mona und sie packt kräftig mit an. Dabei lernt sie die ganze Familie mitsamt der Angestellten kennen und blickt hinter Kulissen und Familiengeheimnisse. Grund für diesen Job ist ein Deal mit Oliver, den sie im Auftrag einer Detektei sucht und nun brav bei seiner Familie abgibt. Die beiden geben sich als Paar aus - dabei kennen sie sich ja kaum - und haben im Laufe der Geschichte einige Turbulenzen zu bewältigen.
Die Roman war sehr unterhaltend und enthielt viele witzige Szenen. Mir gefielen die genau richtig dosierten Erklärungen über die Heurigenlokale, sowie der gegebene Lokalkolorit, wofür auch viele Wiener Begriffe sorgten.
Böse waren eigentlich nur Monas Eltern - ziemlich heftig drauf die beiden. Kein Wunder, dass Mona nicht gerne bei ihnen zu Besuch und ihr Selbstbewusstsein im Keller ist. In Olivers Familie gibt es alles: von superlieben Grosseltern und einer tollen Schwester bis hin zum nörgeligen Mieter und einer zickigen Ex-Freundin.
Mona kam oft naiv daher. Sie nimmt viel zu viel in Kauf, sei es bei einigen Szenen auf dem Hof oder in Bezug zu ihrer Freundin Bianca, die mit ihren Kindern Sheldon und Arya oft polarisiert. Bei soviel Dramen blieben Leidenschaft und Romantik im Hintertreffen.
Dennoch habe ich den Roman schnell und gerne gelesen. Zwischen den Kapiteln finden sich jeweils einige Rezepte, die kurz zuvor auf den gelesenen Seiten gerade gekocht wurden, das fand ich sehr nett.
Fazit: Eine nicht sehr romantische, aber dafür locker-leichte Liebesgeschichte, die so spritzig erscheint wie der süsse Wein aus dem Buschenschank.
4 Punkte.
Rezensionen von Harakiri:
Sophia
Die Farben der Schönheit - Sophias Hoffnung von Bomann Corina
Sophia ist schwanger. Ihr Geliebter hält nicht zu ihr und ihre Eltern verstoßen sie. Sophia muss sehen, wie sie allein zurechtkommt und nutzt ihr Chemiestudium zu einem unerwarteten Schritt: sie bietet der berühmten Kosmetikerin Helena Rubinstein eine neue Creme an und hat Erfolg. Doch dieser Schritt kostet sie einiges.
Der Auftakt zur neuen Serie von Corinna Bomann war schon wieder sehr viel versprechend. Bomanns Charaktere haben Leben und sind anschaulich, die Handlung ist gut recherchiert und die Story toll.
Ich habe mich von der ersten Seite an wohl gefühlt und mit Sophia gelitten und gefreut.
Bomann baut die Handlung logisch auf und versetzt den Leser ins frühe 20. Jahrhundert als es noch nicht normal war, dass Frauen studieren, geschweige denn ledig Kinder bekommen. Man kann sich gut in Sophia einfühlen und bangt und hofft mit ihr. Teilweise fand ich die Handlung allerdings etwas seltsam: die Geburt von Sophias Baby oder die Reaktion von Darren als er von ihrer früheren Schwangerschaft erfährt konnte ich nicht nachvollziehen.
Das Buch hat über 500 Seiten, aber die fliegen durch die flüssig erzählte und spannende Handlung nur so dahin.
Fazit: ein toller Auftaktband und ich freue mich, dass die Folgebände „Sophias Traum“ und „Sophias Triumph“ noch dieses Jahr erscheinen werden.
Rezensionen von Castilleja:
Morello
Der freie Hund von Wolfgang Schorlau; Claudio Caiolo
Ich kenne bereits einige Bücher von Wolfgang Schorlau und diese waren immer sehr gut recherchiert und hochaktuell, kritisch, politisch - und auch spannend geschrieben. Somit war ich sehr gespannt auf dieses Buch, das in Venedig spielt und einen neuen Protagonisten hat. Commissario Morello wird von Sizilien nach Venedig versetzt - um ihn zu schützen.
Doch dieser Umzug nach Norden gefällt ihm überhaupt nicht und das gibt er auch deutlich zu verstehen. An allem hat er zu Beginn etwas auszusetzen. Doch als er durch seine Nachbarin die Stadt besser kennen lernt und recht bald in einen brisanten Fall verwickelt wird, ändert sich schleichend seine Einstellung. Denn zurück kann er nicht, weil die Mafia hinter ihm her ist - und die hatte dann auch noch seine Frau ermordet. Hier geht es viel um ein Umgehen mit Vorurteilen und mit dem Fall im Milieu der Kreuzfahrtschiffe und des Tourismus wird aktueller Stoff aufgegriffen. Die italienischen Begriffe haben das Buch noch "lebendiger" gemacht.
Rezensionen von Castilleja:
Zu lang
Gods of Ivy Hall, Band 1: Cursed Kiss von Falk Alana
Erin studiert am Ivy College und ist dort Mitglied einer ganz besonderen Verbindung, deren Zweck jedoch nur die Mitglieder kennen. Denn sie ist eine Rachegöttin, die sich dem griechischen Gott der Unterwelt, Hades, verschrieben hat. So muss sie alle 7 Tage jemanden küssen und dessen Seele auffangen und sie Hades überbringen.
Erin versucht alles, damit wirklich nur schlimme Übeltäter von ihr geküsst werden, denn danach vegetieren die Opfer nur noch vor sich hin. Eines Tages trifft sie auf Arden und ist von ihm hin und weg. Doch sie darf ihn auf keinen Fall küssen und somit sein Schicksal besiegeln. Andererseits kann Arden ihr vielleicht weiterhelfen, denn Erin kann auf einmal nicht mehr mit ihrer toten Schwester kommunizieren, derentwegen sie sich erst auf den Pakt eingelassen hat. Erzählt wird die Geschichte vorrangig aus Erins Sicht, einige Kapitel sind aus der von Arden geschrieben. Eine durchaus interessante Idee, jedoch hatte das Buch für mich einfach zu viele Längen. Gekürzt hätte es mir besser gefallen, denn gerade das Küssen und seine Folgen haben zu viel Platz eingenommen. Schade, denn insgesamt hat mir die Geschichte definitiv gefallen. Die Geschichte hat einen gewissen Abschluss, macht aber trotzdem neugierig auf die Fortsetzung.
Rezensionen von heinoko:
Ein Thriller ohne Thrill
Sieben Lügen von Kay Elizabeth
Warum fällt mir bei diesem Buch als erstes ein, dass es ein großartiges Cover trägt? Schwarz, Silber und blaugrüne Farbschlieren. Nichts aussagend, aber irgendwie gelungen.
Die Handlung kann man, ohne zu spoilern, ganz schnell erzählen. Jane und Marnie sind von Kindesbeinen an beste Freundinnen, unzertrennliche Freundinnen, bis ins Erwachsenenalter hinein.
Als Marnie heiratet, greift Jane zu ihrer ersten Notlüge. „Natürlich passen du und Charles gut zusammen,“ versichert sie ihrer Freundin Marnie. Bei dieser Lüge bleibt es jedoch nicht.
370 Seiten lang fragte ich mich beim Lesen, was ich von diesem Buch halten soll. Ich überlegte, ob mir Theorie weiterhelfen kann. Das Buch trägt die Bezeichnung „Thriller“. Ein Thrill bedeutet Nervenkitzel, und zwar in der Regel durch Bedrohung des einen oder anderen Protagonisten. In einem wirklich gut geschriebenen Thriller nimmt die Bedrohung quasi die Handlung in die Hand, so entsteht ein echter Pageturner. Spätestens wenn man die Definition genauer betrachtet, sind Zweifel angebracht, was das vorliegende Buch betrifft. Denn einen Nervenkitzel hat dieses Buch bei mir wirklich nicht ausgelöst. Auch wenn es sich flüssig und streckenweise auch spannend lesen ließ. Allerdings eben ohne Thrill.
Bei Amazon steht immerhin sehr viel passender „Psychothriller“ als Genre-Bezeichnung. Und hier bedeutet die Definition, dass die Spannung weniger durch Taten, als vielmehr durch Gefühle wie Bedrohung, Erschrecken, Irritation hervorgerufen wird. Es wird eine Erwartungshaltung beim Leser aufgebaut, die jedoch völlig überraschend in die Irre geleitet wird. Die Perspektive im Psychothriller ist in der Regel die des Opfers, dessen Wahrnehmung der Machtlosigkeit den eigentlichen Thrill beim Leser auslöst.
Diese Bezeichnung ist für das vorliegende Buch stimmiger, aber nur halbherzig, denn – wie bereits gesagt – der Thrill fehlt. Es werden pathologische Beziehungen geschildert, kranke Verhaltensweisen, ohne sie tiefenpsychologisch ernsthaft zu begründen. Die Handlung ist vorhersehbar, sie bietet keine wirklichen Überraschungen. Letztlich watet man 370 Seiten lang anhand durchaus feinsinniger Beobachtungen durch eine Nabelschau der Protagonistin.
Ja, das Buch ist wie das Cover: Gut gestaltet, aber nichts aussagend.
Rezensionen von TanyBee:
Lieblingsbuch
Marianengraben von Jasmin Schreiber
Um Bücher über Trauer mache ich normalerweise einen großen Bogen. Wenn es bei der Trauer auch noch um ein Kind geht, sage ich sofort: Herzlichen Dank, aber nein! Bei „Marianengraben“ habe ich mich vom schönen Cover locken lassen und ein wenig vom Klappentext. Habe die Leseprobe gelesen. Und als ich richtig verstanden hatte, worum es geht, war ich schon verliebt.
Paula hat ihren kleinen Bruder verloren, der ihr sehr nah stand, trotz eines großen Altersunterschieds. Als sie ihn eines Nachts auf dem Friedhof besucht, lernt sie dort Helmut kennen, der gerade Helga ausgräbt. Es entwickelt sich eine unwahrscheinliche Freundschaft und die beiden machen einen Roadtrip zusammen, um Helga nach Hause zu bringen.
Einerseits ist das Buch natürlich sehr traurig, aber es ist auch so so lustig! Wie oft musste ich laut auflachen, obwohl mir noch die Tränen vom letzten Absatz in den Augen standen. Und so klug ist es auch noch. Und herzerwärmend. Und dabei überhaupt nicht kitschig.
Die Freundschaft mit Helmut, die erst gar nicht erstrebenswert erscheint, bringt Paula einen Schritt zurück ins Leben. Denn auch, wenn er erst wie ein etwas stoffeliger alter Mann erscheint, so sagt er doch manchmal ganz wunderbare Dinge (ich habe mir eine Seite zum immer-wieder-lesen markiert).
Der Marianengraben zieht sich durch das ganze Buch. Paula und ihr Bruder Tim hatten beide großes Interesse an der Unterwasserwelt und so erfahren wir hierüber auch noch einige interessante Fakten. Aber der Marianengraben steht auch für die Trauer und Depression von Paula. Ein großartiger und sehr passender Vergleich. Das Buch ist einfach sehr „rund“, Jasmin Schreiber hat jedes Wort genau an die richtige Stelle geschrieben.
Es ist erst Februar, aber ich habe eines meiner Highlights 2020 hiermit gefunden. Ich stelle es ins Regal neben „Was man von hier aus sehen kann“. Ich finde, die beiden passen sehr gut zusammen, und bei beiden freue ich mich darauf, sie wieder zu lesen.
Rezensionen von begine:
Interessanter Einblick in die Kosmetikindustrie
Die Farben der Schönheit - Sophias Hoffnung von Bomann Corina
Von der Autorin Corina Bomann habe ich schon viele Bücher gelesen. Ihr neuer Roman „Die Farben der Schönheit – Sophias Hoffnung“ ist der Band 1 der Sophia – Saga.
Es beginnt 1926 in Berlin. Die junge Chemiestudentin Sophia wird von ihrem Vater verstoßen, weil sie ein Kind erwartet und nicht verheiratet ist.
Sie zieht zu einer Freundin. Als die einen Job als Tänzerin in Paris bekommt, zieht Sophia mit. Ganz schön mutig, als Hochschwangere.
Sie bietet einer Probe zu Helena Rubinstein an.
So kommt sie nach New York. Sophia kämpft.
Corina Bomann versteht es gut uns in die Kosmetikherstellung zu integrieren. Sie lässt und am Leben Sophias Leben teilnehmen. Sie schreibt wieder eine interessante Geschichte. Ihr Schreibstil ist wie immer gut. Dieser Roman ist wieder gut lesbar, mit einem offenen Ende. Da ist es ratsam auch die nächsten Teile zu lesen.
Rezensionen von Bücher in meiner Hand:
Etwas fehlt
Die Farben der Schönheit - Sophias Hoffnung von Bomann Corina
Camille wohnt seit über zehn Jahren in Paris und arbeitet in einem Reisebüro. Die Arbeit macht ihr nicht sonderlich Spass, auch das Leben in der Grossstadt nicht. Doch zugeben kann sie es erst, als sie nach einem Unfall ihrer Mutter Urlaub nimmt, um auf dem Apfelhof zu helfen.
Bei der Arbeit inmitten der Apfelbäume spürt sie schnell wieder ihre alte Leidenschaft aufflackern, aber ihre Mutter ist nach wie vor schroff und lässt Camille nur das Nötigste tun.
Dabei wären neue Ideen gefragt. Ein offenes Ohr für Camille hat Feriengast Antoine. Mit ihm versteht sie sich gut, doch auch ihre verheiratete Freundin Sandrine verbringt öfters Zeit mit ihm, was bald für Streit sorgt.
Das Dorf- und Landleben in der Normandie war schön beschrieben, ebenso glaubhaft die Arbeitsabläufe auf dem Hof. Die Geschichte um Camille und den Apfelhof ihrer Mutter hörte sich interessant an und war es teilweise auch.
Aber ganz überzeugen konnte mich der Roman nicht, da fast jede Figur etwas verschwieg. In der Menge wirkte es schon fast wieder langweilig. In Camilles Elternhaus muss vor Jahren etwas vorgefallen sein, deshalb die Flucht in die Hauptstadt. Sandrine hat ihre grosse Liebe geheiratet, doch aktuell stimmt etwas nicht in der Beziehung. Antoine verschweigt auch etwas, aber ob es das ist, was die Nachbarin vermutet? Diese und viele weitere Geheimnisse konnte man als Leser zudem alle erahnen. Dazu kam, dass mich die junge Nachbarin Lilou und auch ihr fauler Bruder nervten, der Roman wirkte dadurch auf mich zu jugendlich.
Fazit: Die "Back to the Roots"-Geschichte war okay, mir fehlte jedoch das gewisse Etwas.
3.5 Punkte.









