Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Antisemitimus in Villach
"Im besten Einvernehmen ..." von Werner Koroschitz; Alexandra Schmidt
Dieses Buch von Werner Koroschitz und Alexandra Schmidt zeigt auf, dass der Antisemitismus in Österreich und hier besonders in Kärnten nicht mit dem Anschluss an Hitlerdeutschland quasi „vom Himmel“ gefallen ist.
Schon lange davor sind Juden angefeindet worden. So hat der Deutsche Alpenverein gemeinsam mit seiner Österreichgruppe bereits 1920 jüdischen Bergsteigern das Betreten von DAV-Hütten verboten.
Die Autoren rekonstruieren an Hand von Fotos, Erinnerungen, Briefen und Akten die Lebenswege vor allem der Villacher Juden. Allerdings nennen sie auch die Namen der Täter, die sich ungeniert am Besitz der Juden vergriffen haben.
Einigen jüdischen Familien ist es unter schwierigen Bedingungen gelungen ihre bisherige Heimat zu verlassen und über die ganze Welt verstreut, zu überleben.
Manche der Vertriebenen sind zurückgekehrt, nur um festzustellen, dass sie ihren geraubten Besitz nicht oder nur auf beschwerlichem Wege wiedererhalten. Diejenigen, die sich die Immobilien, Geschäfte, Wohnungen und Fahrnisse angeeignet haben, beteuerten in den diversen Gerichtsverfahren ohnehin „Im besten Einvernehmen“ angemessene Zahlungen geleistet zu haben, und daher rechtmäßige Eigentümer zu sein. Nachdem die Richter auch während der Nazi-Klüngel ihre Ämter ausübten, ist klar, zu welchen Ungunsten diese Gerichtsverfahren ausgingen.
Die Republik Österreich hat sich bei den Restitutionsverfahren wirklich nicht mit Ruhm bekleckert und die Verfahren unnötig in die Länge gezogen. So wurde die Beweislast ausschließlich den jüdischen Klägern aufgebürdet. Rückkehrer, die aus welchen Gründen auch immer fremde Staatsbürgerschaft angenommen hatten, gingen überhaupt leer aus. Man hat die Klage nach Rückgabe schlichtweg abgewiesen.
Ja, es gibt sogar Profiteure, die Entschädigungsansprüche stellten, weil die erworbenen Immobilien verwahrlost und baufällig gewesen sein sollten. Das Buch thematisiert auch die Chuzpe so mancher Nazis, sich an den Opferfürsorgefonds zu wenden und für sich Entschädigungszahlungen zu verlangen, obwohl sie aktiv an Kriegsverbrechen beteiligt waren, wie z.B. Walter Reder (S.240).
Für viele vertriebenen Juden war nicht nur der Verlust des Vermögens eine Katastrophe sondern auch der Verlust der Heimat. So sagt Regina Spierer 2007 in einem Interview in New York folgendes:
„Was sie uns angetan haben, war furchtbar. Aber dass sie uns die Heimat genommen haben, und sie haben uns die Heimat genommen, das ist nicht zu verzeihen. Ich war so Österreicherin like you, dass ich Jüdin daneben war, ok. Das war meine Religion. I am right. Aber wir gehörten hierher und mit allem Recht! Ich bin dort geboren, ich habe das Land geliebt. Es war genauso meine Heimat.“
Das Autorenduo hat zahlreiche Zeitzeugen befragt, Archive durchforstet und Akten studiert. Herausgekommen ist nicht nur dieses Buch, sondern eine Ausstellung, die von Mai bis Juli 2014 in Villach gezeigt wurde.
Erschreckend ist, dass bei den Recherchen herausgekommen ist, dass viele Österreicher sich fanatischer als die deutschen Nazis verhalten haben. Vorauseilender Gehorsam oder Mentalität?
Fazit:
Das Buch ist eine penibel recherchierte Dokumentation von Unrecht, die man unbedingt lesen sollte. Der Titel „Im bestem Einvernehmen“ ist die zynische, offizielle Bestätigung der Enteignung der Juden durch heimische Nazis, die die Geschäfte ihrer jüdischen Mitbürger ohne jeden Unrechtsgedanken geplündert und „arisiert“ haben. Gerne gebe ich diesem wichtigen Buch zur Kärntner Geschichte 5 Sterne und eine Leseempfehlung.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Sachlicher Zugang zu einem emotionalen Thema
#klimaretten von Rainer Grießhammer
Dieses Buch hebt sich wohltuend von dem momentan boomenden Austoß von „Klimaretter-Büchern“ hervor, die häufig ein wenig hysterisch und diktatorisch daherkommen.
Der Autor Prof. Dr. Rainer Grießhammer ist Wissenschaftler und engagierter Umweltschützer. Beides schließt sich nicht aus, sondern ergänzt sich hier wunderbar.
Nach einer recht langen Einleitung kommt der Autor zu den, in seinen Augen vier wichtigsten Kapiteln des Klimarettens.
Strom - immer noch aus der Steckdose
Geisterfahrer im Umweltschutz
Umwelt und gesundheitsbewusste Ernährung
Besser Wohnen
Ein ausführliches Nachwort mit weiterführenden links ergänzt dieses gut recherchierte Sachbuch.
Meine Meinung:
Die Kernaussage, ein Zitat von Alber Camus gefällt mir sehr gut und spiegelt die momentane Situation wieder:
„Wenn man etwas wirklich will, findet man Wege. Wenn man nicht will, findet man Gründe!“
Das Buch enthält sehr viele ZDF (Zahlen, Fakten, Daten), die unaufgeregt und sachlich dem Leser nahegebracht werden. Der Autor zeigt auch, dass auch viele kleine Einzelmaßnahmen, die unsere Bequemlichkeit gar nicht einschränken, einen Beitrag leisten können.
Gut gefällt mir der Hinweis, dass viele Schulen in Deutschland (und auch in Österreich oder anderswo) hohen Sanierungsbedarf, was die Bausubstanz betrifft, haben. Die Politik verlangt vom einfachen „Häuslbauer“ den neusten Stand der Energietechnik, doch wie sieht es mit öffentlichen Gebäuden aus? Hier ist meiner ANsicht nach der Staat gefordert, mit gutem Beispiel voranzugehen. Immerhin geht es hier um Steuergeld. Zu Beginn werden die Investitionen zwar eine Menge Geld kosten, aber auf lange Sicht, amortisieren sich diese Kosten. Nebenbei könnten noch eine Menge Arbeitsplätze geschaffen werden. Man muss es nur wollen!
Was mich allerdings echt nervt sind die Gendersternchen. Ich war jahrelang selbst Gleichbehandlungsbeauftragte und habe schon seinerzeit diese Vergewaltigung der deutschen Sprache abgelehnt. Dieses Übermaß an Gendergerechtigkeit mit den Sternchen kostet den 5. Stern.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Hat mich leider nicht vollends überzeugt
Tod im Leuchtturm von Susanne Ziegert
Julia wird tot in der Badewanne des Leuchturms von Neuwerk aufgefunden. Der Dorfarzt stellt schnell einen Selbstmord fest. Doch an den will die Malerin Margo Valeska nicht glauben. Erstens wollte Julia in Margos Malwerkstatt arbeiten und zweitens ist da noch der seit 29 Jahren ungeklärte Tod des kleinen Felix König, bei dem die damals jugendliche Julia eine Beobachtung bzw.
Aussage gemacht hat. Nach Schlägen und Psychoterror der Eltern hat sie dann behauptet, gelogen zu haben. Und ausgerechnet Kai-Uwe, der Vater des toten Kindes, findet die Leiche Julias.
Margo kontaktiert die Cuxhavener KHK Friederike von Menkendorf, die sie von einem früheren Kriminalfall („Störtebekers Erben“) kennt und lässt ihr keine Ruhe, bis sie Ermittlungen aufnimmt. Doch die sind gekennzeichnet durch das Intrigenspiel ihres Kollegen Galinowski, der sich beim neuen Chef einschleimt, aber den lieben Gott einen guten Mann sein lässt, und seinen eigenen Interessen nachgeht.
Meine Meinung:
Dies ist der zweite Krimi mit KHK Friederike von Menkendorf und der Malerin Margo Valeska. Schauplatz ist wieder die malerische Insel Neuwerk.
In diesem Krimi gibt mehrere Handlungsstränge in der Gegenwart, von denen manche auch in die Vergangenheit zurückreichen.
Es dauert mehr als 24 von 47 Kapitel bis sich die Handlungsstränge einmal halbwegs ordnen. Doch dann macht es „klick“ und die Lösung liegt quasi auf der Hand.
Die Autorin hat in den ersten Kapitel viel Liebe zum Detail aufgewendet, um Spannung aufzubauen. Doch einiges, wie die Szene am Hundeabrichteplatz verliert sich im Laufe der Handlung und bringt diese auch so gar nicht weiter.
Im zweiten Teil des Krimis geht es dann ein Hauch zu flott, wie der Täter entlarvt wird.
Ich mag komplexe Krimis, doch hier wäre weniger mehr gewesen. Neben dem Handlungsstrang mit dem toten Kind, dem aktuellen Mord, der Familienfehde, der Machenschaften des Baulöwens, der Umweltschützer gibt es noch die Intrigen in der Polizeidienststelle. Die wirken auf mich doch ein wenig überzeichnet. Ja, es gibt die unfähigen Chefs, die, Gott weiß allein warum, eine Führungsposition bekommen. Und ja, Figuren wie Robert Galinowski finden sich vermutlich in allen Dienststellen. Aber, dass ein Chef so wenig Menschenkenntnis hat, verwundert doch ein wenig. Vor allem, es gibt ja Möglichkeiten, sich über die Mitarbeiter und deren Stärken und Schwächen zu informieren. Gleichzeitig wundert es doch, dass eine Führungskraft so wenig Manieren und Gespür für die Situation hat. Ja natürlich muss mit den zugeteilten Budgetmitteln sorgsam umgegangen werden. Aber warum Friederike von Menkendorf die Anreise mit den Öffis befohlen wird, während Galinowski wenig später den Hubschrauber nimmt, scheint dem Macho-Klüngel geschuldet zu sein.
Einige der Charaktere wirken unsympathisch. So bin ich eigentlich mit keiner Figur so richtig warm geworden. Am ehesten noch mit Friederike. Es wird mehrmals auf ihren adeligen Namen hingewiesen, der so scheint es eine Bedeutung haben kan/soll. Doch eine Auflösung dieser Andeutung findet sich hier nicht. Ein Hinweis auf einen dritten Band?
Ich verstehe auch nicht, warum sich Friederike das rüpelhafte Benehmen von ihrem Chef und dem Kollegen gefallen lässt. Entweder sie macht selbst klar Schiff oder sie geht zur Gewerkschaft. Ich würde ja Galinowksi und auch Kanter meine Meinung recht deutlich sagen.
Die Familienfehde bei den Königs ist ziemlich brutal. Das wird recht gut dargestellt, dass es sich hier um Gefühle der Benachteiligung bzw. Bevorzugung geht. Neid ist ja auch ein große Triebfeder. Stellenweise habe ich mit Kai-Uwe König, dem Vater von Felix, einige Sympathien entgegengebracht. Doch dass erfahrene Watt-Fahrer mit seiner Aktion zahlreiche Unschuldige in Lebensgefahr bringt, hat ihn diese Sympathie gekostet.
Die Beziehung Friederike und Margo habe ich nicht ganz durchschaut, aber der erste Band liegt schon bereit.
Die Lösung ist dann doch irgendwie zufriedenstellend, wenn auch der Weg dahin es nicht so ganz ist.
Fazit:
Wie gesagt, hier wäre weniger mehr gewesen, deshalb nur 3 Sterne.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Bleiben Sie kritisch, Ihrer Gesundheit zuliebe
Was wirklich wirkt von Grams Natalie
Die Medizinerin Dr. Natalie Grams erklärt sachlich und gut, warum man nicht auf die Heilsversprechen mancher „Sanfter Heiler“ herein fallen sollte.
Sie weiß, wovon sie schreibt, hat sie doch eine geraume Zeit selbst als Homöopathin gearbeitet und festgestellt, dass Gespräche und Zuwendung nachweislich helfen, wirkstofffreie Zuckerkügelchen allerdings nicht.
In zwölf Kapitel navigiert sie durch das Thema „Sanfte Medizin“:
„Wer heilt, hat recht“
„Sanfte Medizin geht sanft mit mir um“
„Aber mir hat es doch geholfen“
„Homöopahtie ist mehr als nur Placebo“
„Das Immunsystem muss aktiviert werden“
„Das Wunder der Natur“
„Es gibt mehr zwischen Himmel und Erde..“
„Ungeimpfte Kinder sind gesünder als geimpfte“
„Die Pharmaindustrie will uns vergiften“
„Ich darf selbst entscheiden, ob ich oder meine Kinder geimpft werden“
„Ärzte sind immer nur in Eile“
„Das Gesundheitswesen will unser Bestes: Das Geld“
Meine Meinung:
Ich finde dieses Buch sehr informativ, auch wenn ich der Autorin nicht in jedem Kapitel zu 100% zustimmen kann. Dass sie Akupunktur als unwirksam einstuft, halte ich persönlich nicht für richtig. Die Menschen vor selbst ernannten Heiler wie Ryke Geerd Harmer eindringlich zu warnen, ist Pflicht eines jeden Arztes.
Erschreckend habe ich gefunden, dass man als Heilpraktiker in Deutschland keine medizinische Ausbildung braucht. Für so ziemlich jeden anderen Beruf braucht man einen Befähigungsnachweis, nur für die „Behandlung“ von Menschen nicht?
Das Thema „Impfen“ ist glaubwürdig dargestellt. Wer, so wie ich, miterlebt hat, dass das eigene Kind an einer Infektion mit dem Rota-Virus (Durchfallerkrankung) gelitten hat, wird sich überlegen, ob eine Impfung dagegen, vielleicht doch eine Alternative ist. Damals gab es diese Impfung noch nicht. Der scharfe Durchfall (anfangs 50/Tag) hat die Haut am Popo in Fetzen heruntergehen lassen. Von der drohenden Lebensgefahr durch Dehydrierung, der nur durch Infusionen beizukommen war, gar nicht zu reden.
Das Buch gibt einen sehr guten Überblick über die „alternative“ Medizin. Dabei ist sie um Aufklärung bemüht. Sie warnt, aber verteufelt niemanden, der auf Heilmethoden außerhalb der Schulmedizin schwört.
Der Schreibstil ist eingängig. Schwierige Themen werden gut aufbereitet und manchmal blitz ein wenig Humor durch.
Wichtig ist, das sie aufklärt, ohne den Zeigefinger zu erheben. Geduldig zeigt sie auf, welche Gefahren sich hinter gehypten Wundermitteln wie MMS (= Miracle Mineral Solution), das gegen alle möglichen Krankheiten von Autismus bis Krebs helfen soll, verbergen. Hier zeigt sie den Widerspruch der Gegener der Schulmedizin auf: Viele davon verteufeln Medikamente als „Chemie“ und nehmen oft gleichzeitig wirklich giftig Rezepturen zu sich. MMS ist nämlich Chlorbleiche und die ist ein Gefahrstoff (CAS-Nr. 7681-52-9
), der ätzend wirkt. Wer würde schon freiwillig eine Tasse Klorix trinken?
Natürlich ist zu erwarten, dass dieses Buch polarisieren und die Autorin angefeindet wird. Es werden bestimmt Kommentare auftauchen, die der Autorin eine Naheverhältnis zu Pharmakonzernen unterstellen.
Ich denke, man sollte den gesunden Menschenverstand benutzen und nicht alles glauben, was einem das Internet vorgaukelt. Interessanterweise sind eher die gebildeten Menschen in Gefahr, Opfer von allerlei Scharlatanen zu werden.
Fazit:
Dieses Buch kann helfen, den Überblick zu bewahren und die eine oder andere „Heilmethode“ kritisch zu betrachten.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Nette Krimi-Unterhaltung
Was wirklich wirkt von Grams Natalie
Lotte Meisner ist eine begeisterte Chorsängerin in dem kleinen, aber feinen Ort Ganzenheim in der Pfalz. Die unverheiratete Lotte besteht auf der altmodischen Bezeichnung „Fräulein“ und hat drei weiter Leidenschaften: 1. Hundedame Käthe, 2. ausgefallene Hüte und 3. steckt sie ihre Nase gerne in Dinge, die wenig bis nichts angehen.
Als nun die designierte Solistin des Chores, KLara Giebelhofer, während einer Chorprobe tot umfällt, ist Lotte überzeugt, dass es hier um einen Mord handelt. Weder der Arzt noch der eilig herbeigerufenen Kommissar Gruber teilen ihre Meinung. Selbst als die nachgerückte Solistin Magda plötzlich stirbt und auch deren Nachfolgerin nur sehr knapp einem Giftanschlag entgeht, glaubt die POlizei nicht an eine Mordserie. Die Opfer sind ja lauter alte Weiber. Doch Gruber rechnet nicht mit der Hartnäckigkeit Lottes ....
Meine Meinung:
Dieser Krimi ist der Gruppe der „Cosy Krimis“ zuzuordnen, steht und fällt er ja mit der schrulligen Person Lotte Meisner. Die Pensionisten verlässt ihr gemütliches Heim stets wohlbehütet, wobei ihr da manchmal die Auswahl der Kopfbedeckung ob der Fülle im Schrank schwerfällt. Sie begibt sich mit Hundedame Käthe gerne in die Metzgerei, die ähnlich wie der BND als Drehscheibe für Nachrichten aller Art dient. Einige Gerüchte steuert Lotte selbstverständlich gerne bei.
Die Charaktere sind recht liebevoll gezeichnet. Jeder hat so seine speziellen Eigenschaften.
Was ich allerdings vermisse, ist die Spannung. Manchmal ist die Frage „welchen Hut setzt Lotte nun auf“ interessanter als das Krimigeschehen.
Gut ist allerdings das Gefüge des fiktiven (?) Dorfes Ganzenheim dargestellt. Die Autorin bedient sich diverser Klischees, was nicht abwertend ist, sondern Realität ist. So mag man Zugereiste nicht so gerne, vor allem wenn sie am Dorfleben nicht teilnehmen. Wobei, hier beißt sich die Katze in den Schwanz: Die Zugereisten werden scheel angesehen, daher mögen sie nicht so gerne an den dörflichen Aktivitäten teilnehmen, daher werden sie als arrogant klassifiziert, usw. usw..
Der Schreibstil ist leicht zu lesen, daher eignet sich dieser Krimi bestens für zwischendurch.
Fazit:
Ein Krimi, der sich für zwischendurch bestens eignet und vom schrulligen Charakter des Fräulein Meisner lebt. Gerne gebe ich für diese nette Unterhaltung 4 Sterne.
Rezensionen von heinoko:
Spannende Geschichte für kleine Kämpfer
Dragon Ninjas, Band 1 - Der Drache der Berge von Michael Petrowitz
Diese Geschichte, die den ersten Teil einer Fortsetzungsreihe darstellt, lässt mich mit gemischten Gefühlen zurück.
Zum Inhalt: Chipanea ist ein Ninja-Internat, und zwar zur Ausbildung der (guten) Drachen-Ninjas. Aber da gibt es die feindlichen Tiger-Ninjas mit ihrem bösen Oberhaupt O-Gonsho, der durch Stehlen der magischen Waffen der Drachen-Ninjas die Weltmacht an sich reißen möchte, was natürlich verhindert werden muss.
Lian, soeben im Internat neu aufgenommen, und seine neuen Freunde erleben gemeinsam ihr erstes großes Abenteuer.
Eine spannende Geschichte mit fantastischen Elementen wird hier erzählt. Verwirrend könnten die eingestreuten japanischen Begriffe sein. Die Protagonisten sind allesamt lebendig und mit einigem Humor gezeichnet. Natürlich liegt dem Leser Lian ganz besonders am Herzen, denn er ist ein liebenswerter Junge, der sogar eine Spinne davor rettet, von seiner Katze gefressen zu werden. Lian ist mutig, ideenreich und zeigt, dass man mit Rafinesse und gemeinsam mit Freunden viel erreichen kann. Leider gefallen mir die Zeichnungen von Marek Bláha gar nicht. Sie sind nach meinem Empfinden comichaft so sehr überzeichnet, dass ich sie geradezu als hässlich empfinde. Über allem jedoch steht für mich die große Frage, ob Kampf das richtige Thema für die relativ junge Zielgruppe ist. Mir fehlen ein paar Alternativen zur Problemlösung in der Geschichte, wobei mir schon klar ist, dass Ninjas nun mal Kämpfer sind. Trotzdem – ich habe gemischte Gefühle bei diesem Buch.
Rezensionen von begine:
Panorama Afrikas
Das kann uns keiner nehmen von Matthias Politycki
Der Autor Matthias Politycki schreibt beeindruckend, humorvoll, tragisch und lebensnah. Das Buch „Das kann uns keiner nehmen“ fing für mich etwas schwierig an, aber je mehr ich las, je besser kam ich in die Geschichte hinein.
Witzig fand ich die teilweise in Mundart geschriebenen Dialoge.
Am Kilimandscharo treffen der Hamburger Hanns und der Bayer Tscharli aufeinander.
Die Beiden gewöhnen sich aneinander. Tscharli war eine besondere Type. Seine Art ist besonders im Umgang mit den Einheimischen eindrucksvoll. Tscharli gibt sich gegenüber Tscharli geheimnisvoll.
Von Hanns erfährt man viel aus seiner Vergangenheit.
Der Autor zeigt uns mit diesem Roman, wie man in Afrika reist. Seinen Protagonisten hat er besondere Charaktere gegeben. Sein Schreibstil macht Spaß zum Lesen.
Der Roman ist teilweise ein schöner Reisebericht und dann wieder mit ernstem Hintergrund. Ich wurde gut unterhalten.
Rezensionen von Hennie :
Ist das unsere Zukunft?
Qube von Tom Hillenbrand
Tom Hillenbrand - Qube
Thriller
Aus der Welt der Hologrammatica, Band 2
Um mir die Bewertung von „QUBE" etwas leichter zu machen und, um das komplexe Geschehen in dem Thriller besser einordnen zu können, habe ich mir vorher nochmals meine Rezension zu "Hologrammatica“ durchgelesen.
Immerhin las ich den Vorgängerband bereits im Februar 2018. Er war mir nicht mehr so präsent.
Es sind drei Jahre vergangen, seitdem die KI der Menschheit entkommen konnte. Die KI befand sich damals in einem Quantencomputer, einem sogenannten Qube. Was geschah damit? Wo befindet sich diese? Gibt es mittlerweile sogar mehrere dieser Würfel?
Im London des Jahres 2091 wird dem Investigativjournalisten Calvary Doyle auf offener Straße in den Kopf geschossen. Er war in seinen Recherchen zum Thema Künstliche Intelligenz einer neuen Spur nachgegangen und mit großer Wahrscheinlichkeit fündig geworden. Sein Leben geht aber weiter als „Hohlkopf“, d. h. er wird zum „Quant“ mit digitalem Gehirn, wobei allerdings die entscheidenden Informationen seiner Arbeit verlorengingen. Die erfahrene UNO-Agentin Fran Bittner beginnt mit ihren Ermittlungen...
Mit scheinbar unerschöpflichen Phantasiereichtum, mit vor allem technischer Raffinesse, mit unvorhersehbaren Wendungen, führte mich der Autor durch sein neues Werk. Die zahlreichen Handlungsstränge mit verschiedenen Personen laufen parallel und führen in fremde Welten ein. Eine der Protagonisten ist erneut Fran Bittner, der in „Hologrammatica“ der Klimacomputer Æther entwischte. Für die Darstellung ihres Charakters verwendete der Autor viel Sorgfalt. Sie wechselt öfter den Körper als andere Menschen ihre Schuhe, auch das Geschlecht dank der neuartigen Techniken wie bspw. Holonet und Mind Uploading. Es scheint inzwischen alles möglich zu sein. Nur auf die Frage nach der Unsterblichkeit des Menschen gibt es noch keine Lösung. Oder doch? Und da kommt ein fieser Milliardär (Clifford Torus) in die Geschichte und es wird noch spannender. Durch seine Figur kam ich auf die Idee mir Infos zu „Descartes“ einzuholen. René Descartes war ein französischer Forscher (1596 – 1650), der zunächst alles in Frage stellte (Gibt es möglicherweise gar nichts wirklich?). Von ihm stammt der Spruch: „Cogito ergo sum: Ich denke, also bin ich!“
Für mich war es äußerst hilfreich, nicht über alles in dem Thriller zu intensiv nachzudenken. Der Handlungsstrang mit dem Jungen Franek, Marya, dem Gelben und dem Blauen Zauberer hat sich mir noch nicht erschlossen. Vielleicht sehe ich da im nächsten Band durch?
Die Darstellung des superintelligen Computers als menschlich fühlendes Etwas fand ich gut gelungen. Nur ein Zitat als Beispiel:
S. 345 „Ich mag keine Menschen sterben sehen,...“ Diese Aussage läßt mich für eine Welt mit KI hoffen!
Fazit:
Die gesamte Geschichte ist nicht einfach zu lesen, nicht zuletzt wegen der vielen technischen Begriffe, aber letztendlich hat es mich gut unterhalten. Ein Glossar befindet sich am Ende des Buches. Ich habe sie mir vorher schon mal angeschaut und wieder ins Gedächtnis gerufen.
„QUBE“ ist ein ideenreicher Sci/Fi-Thriller mit Geschehnissen, die mich manchmal überforderten.
Ich empfehle das Buch Fans des Genres und bewerte mit vier von fünf Sternen.
Rezensionen von April1985 :
Das Haus der Frauen von Laëtitia Colombani
Eine Geschichte über Mut, Zusammenhalt und Solidarität
"Das Haus der Frauen" der französischen Autorin Laetitia Colombani hat mich zutiefst berührt und wird mich sicher noch länger nicht loslassen. Es ist die Geschichte von zwei Frauen die trotz Schicksalsschlägen das Leben anderer über ihr eigenes stellen.
Es ist die Geschichte der Begründerin des "Palais de la Femme".
Zitat aus dem Buch:
"Wir müssen an unsere Arbeit und unsere Methoden glauben, daran glauben, dass etwas passieren wird" William Booth, Paris, 1926.
Die Handlung spielt in zwei Zeitebenen. Im Paris von heute kämpft die renommierte Anwältin Solène mit den Folgen einer Depression. Ihr Psychiater rät ihr sich für ein soziales Projekt zu engagieren. Bei der Suche nach einer geeigneten Tätigkeit lernt sie Léonard kennen, welcher ihr eine Stelle als Schreiberin im "Haus der Frauen" vermittelt. Angekommen im Gesellschaftsraum des Frauenhauses, wo ihr zukünftiger Arbeitsplatz sein soll, soll sie für die Bewohnerinnen Briefe und Anträge schreiben, wie zum Beispiel einen Beschwerdebrief an einen Supermarkt, der einer jungen Mutter € 2,-- zuviel berechnet hat. "Lächerlich" denkt sich Solène zunächst, doch je mehr Zeit sie im Frauenhaus verbringt, umso mehr findet ein Umdenken bei ihr statt und sie beginnt sich immer mehr für die Frauen zu engagieren. Durch ihre Engagement verdient sie sich auch nach und nach das Vertrauen der Bewohnerinnen, denen das Leben übel mitgespielt hat.
Etwas früher in der Zeit, nämlich im Jahr 1925 kämpft die mutige Blanche Peyron, die zusammen mit ihrem Ehemann in der Heilsarmee dient, für die Armen und Notleidenden im Land. Das Ziel der beiden ist es obdachlosen Frauen Unterstützung zu bieten und ein neues Heim zu geben. Die Grundsteine für die Begründung des "Palais de la Femme" werden gelegt.
Mich haben beide Handlungsstränge sehr berührt. Vorallem die vielen Einzelschicksale haben mir wieder gezeigt und verdeutlicht, dass im Leben nichts selbstverständlich ist. Kleine Gesten sind oft mehr wert als alles Geld der Welt.
Zitat aus dem Buch:
"Karriere ist etwas Herrliches, aber man kann sich nicht in einer kalten Nacht an ihr wärmen".
Solidarität, Mitgefühl und Zusammenhalt - das sind die Dinge, die jemanden reich machen. Dinge, die wichtig sind in einer Welt, in der wir die Augen vor der Not am liebsten verschließen würden. Blanche ist als Vorbild voraus gegangen. Trotz schwerer Krankheit und unter widrigsten Umständen hat sie bis zum Schluss für ihren "Palast" gekämpft. Solène setzt mutig den Weg von Blanche fort. Und nicht nur das. Sie beginnt zu recherchieren und schreibt Blanche's Geschichte nieder.
Zitat aus dem Buch:
"Ein langes Studium an der Juristischen Fakultät, zwei Staatsexamina, viele Jahre Praxis in der Kanzlei, ein Burn-out und eine Therapie haben sie hierhin geführt."
Fazit:
Ich habe das Buch an einem Tag verschlungen. Ich konnte und wollte es nicht weglegen. Auch die eine und andere Träne ist geflossen. Man merkt einfach, dass Laetitia Colombani mit viel Herzblut recherchiert hat. Auch der Schreibstil der Autorin ist sehr einnehmend. Das Buch liest sich sehr flüssig und leicht, trotz der teilweise sehr traurigen Passagen.
Weil es so gut passt und ausdrückt wie es mir nach dem Lesen geht, schließe ich mein Fazit mit einem letzten Zitat:
"Es ist manchmal schwierig, die Tür des Palastes hinter sich zuzuziehen. Man nimmt immer etwas mit nach Hause".
Rezensionen von Dreamer:
Eindringlich, aufwühlend und berührend
Je tiefer das Wasser von Katya Apekina
Von der Leseprobe zu „Je tiefer das Wasser“ von Katya Apekina war ich unglaublich gefesselt und begeistert, auch wenn das Thema, um das es zu gehen schien (psychische Erkrankungen und die Auswirkungen auf die Familie) doch eher nach schwieriger Kost klang. Der Roman beginnt fesselnd und vielversprechend, die Geschichte wird abwechselnd aus diversen Perspektiven erzählt, mal in Prosa, mal in Briefform, mal in der Wiedergabe von Telefonaten.
Im Mittelpunkt aber stehen Mae und Edie, zwei Schwestern, die nach einem Selbstmordversuch der Mutter bei ihrem entfremdeten Vater in New York City untergebracht werden.
Die beiden Schwestern nehmen diese plötzliche Wiedervereinigung mit dem Vater sehr unterschiedlich auf. Edie zieht es zurück nach Hause, während für Mae eine Rückkehr in ihr altes Zuhause undenkbar ist. Die beiden Perspektiven zeigen bildlich, wie unterschiedlich die Schwestern mit den Auswirkungen der Depression ihrer Mutter umgehen. Edie kann die Rolle als Beschützer und Aufpasser ihrer Mutter nicht loslassen, während Mae sich endlich befreit fühlt vom drückenden Einfluss, den die Auswüchse der Krankheit auf sie selbst hatten. Dabei wird Marianne (die Mutter) selbst aus den Perspektiven der einzelnen Charaktere sehr unterschiedlich dargestellt. Mal als Opfer der Umstände, dann wieder als egoistische Persönlichkeit, die auf niemanden außer sich selbst fixiert ist. Gerade dadurch gewinnt der Roman für mich an Tiefe und stimmt nachdenklich. Denn natürlich, auf der einen Seite ist Marianne das Opfer ihrer Krankheit, aber sie ist eben nicht das einzige Opfer in dieser Geschichte. Da sind auch ihre beiden Töchter, die auf die eine oder andere Art Spuren davongetragen haben.
Der Schreibstil der Autorin ist eindringlich und geht einem unter die Haut. Auch wenn man ab einem gewissen Punkt ahnt, in welche Richtung die Handlung eskalieren wird. Die Geschichte hat mich beim Lesen aufgewühlt und wird mich sicher auch noch eine Weile beschäftigen.
Von mir erhält der „Je tiefer das Wasser“ vier von fünf Sternen.










